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Glumm » Junkie
Vor 3 Stunden … Lesen ▼
In meiner junkigsten Junkiezeit war ich nicht anders als alle Junkies. Ich hatte nur noch Pulver im Kopf und liess mich völlig gehen. Körperhygiene? Sehr witzig. Ich ging duschen, wenn eine Schmuggelfahrt über die holländische Grenze anstand, sonst nicht.
Einmal fiel mir auf, dass meine Brustwarze merkwürdig entzündet aussah, zerfasert beinah. Als wäre das Krebs. Hautkrebs, fortgeschrittenes Stadium.
Ich ging zum Arzt. Der nahm seinen Daumen und wischte den Dreck ab.
“Du musst dich ab und zu waschen.”
Ich lachte noch, als ich abends zu Bett ging, breit wie ein Mufflon. Junkies sind humorvolle Lebewesen, nur weit weit neben der Spur.
500beine » Der Traum
Vor 3 Stunden … Lesen ▼
“Du hast Schuld!" rief sie erregt. "Mehr als alle anderen!"
“Stimmt”, sagte ich. "Aber ich kann nichts dafür."
andreas louis seyerlein : particles » MELDUNG : abschnitt neufundland
Vor 7 Stunden … Lesen ▼
Abschnitt Neufundland meldet folgende gegen Küste geworfene Artefakte : Wrackteile [ Seefahrt – 125, Luftfahrt — 1333, Automobile — 1808 ], Grußbotschaften in Glasbehältern [ 18. Jahrhundert — 6, 19. Jahrhundert – 231, 20. Jahrhundert – 747 , 21. Jahrhundert — 88 ], physical memories [ bespielt — 102, gelöscht : 88 ], Lichtfangmaschinen [ Cine-Kodak Special II : 2 ], shopping lists [ 8 ], Öle [ 1.8 Tonnen ], Prothesen [ Herz — Rhythmusbeschleuniger – 10, Kniegelenke – 51, Hüftkugeln – 325, Brillen – 67 ], Schuhe [ Größen 28 – 39 : 1002, Größen 38 — 45 : 756 ], Kühlschränke [ 37 ], Tiefseetauchanzüge [ ohne Taucher – 2, mit Taucher – 15 ], Engelszungen [ 6 ] | stop |

andreas louis seyerlein : particles » ^^°^^
Vor 11 Stunden … Lesen ▼
Guido Rohms gestammelte Notizen » Ein lockerer Abend vor dem Fernseher
Vor 13 Stunden … Lesen ▼
Ich bin ein verflucht ausgekochtes Schlitzohr. Wenn die Leute, denen ich im Hausflur oder auf der Straße begegne, mich sehen, denken sie: Gott, was für eine arme alte Frau. Das ist mein Trick. Das Alter.
Gestern bin ich achtzig geworden. Okay, das mit dem Laufen klappt nicht mehr so gut wie früher. Scheiß doch der Hund drauf. Ich bin eine der gefährlichsten Frauen des letzten und dieses Jahrhunderts, da kann noch kommen was will.
Ich sitze gerade vor dem Fernseher. Nur Schrott. Bauern suchen Frauen. Umschalten. Da kocht einer. Netter Bursche. Den würde ich nicht von der Bettkante schubsen.
Ich nehme einen Schluck von meinem Bier. Kalt. Ich spucke es angewidert aus. So kann ich es nicht trinken. Ich wickele Socken um die Flasche. So kaltes Bier verträgt mein Magen nicht mehr.
Ich lege die Füße auf den Rücken von meinem Hund Gisbert, der vor dreißig Jahren gestorben ist. Habe ihn mir ausstopfen lassen, und jetzt steht er hier rum und versüßt mir die Abendstunden. Manchmal beuge ich mich zu ihm runter und kraule ihn hinter den Ohren. Es ist, als würde er noch leben. Ich bin mir sicher, dass er nachts, wenn ich schlafe, durch die Wohnung stromert. Er schnuppert alles ab. Morgens finde ich seine Hinterlassenschaften. Kot und Urin in jeder dritten Ecke. Aber ich kann ihn einfach nicht schlagen, er ist doch mein kleiner Liebling.
Ich habe ihn von einem meiner Exmänner, die ich meistens umlegen musste, geschenkt bekommen. Er war Boxer und versuchte mich zu schlagen, da verpasste ich ihm einen Schuss aus meiner Glock. Peng! Er verteilte sein Hirn über die neue Wohnzimmercouch. Ja, macht man denn so etwas? Nein, sage ich. Also habe ich ihm noch ein paar Tritte verpasst. Anschließend habe ich ihn in der Badewanne zersägt und in Müllbeutel gestopft, die ich in einem nahegelegenen Wald verscharrte. Es tut mir nicht leid, wenn Sie das wissen wollen. Warum sollte es das tun? Er war ein Schwein. Ein Mann weniger tut keinem weh. Es gibt eh viel zu viele von ihnen. Wenn nur der verfluchte Sex nicht wäre. Immer nur Dildo hält man auf Dauer nicht aus.
Umschalten. Noch mehr Scheiße. Sie berichten über diesen kleingewachsenen Diktator, der Nord-Korea unter seiner Knute hält. Bei mir hätte der keine Chance. Ich würde ihn nicht mal ranlassen. Er hat mit Sicherheit einen mikroskopisch kleinen Schwanz. Und deshalb, aus diesem Minderwertigkeitskomplex, unterdrückt er auch alle. Die Sorte kenne ich. Müller, unser Hausmeister, ist auch so einer. Der würde sich in Nord-Korea auch wunderbar wohl fühlen. Würde die ganzen Nord-Koreaner anmaulen, wenn sie einen Papierschnipsel verlieren. Wenn der Müller könnte, wie er wollte, würde es hier im Haus Massenerschießungen geben. Es würde schon längst keine Mieter mehr geben. Nicht einen. Der hätte sie alle an die Wand im Keller stellen lassen und dann …
Lassen wir das! Die Kopfschmerzen bringen mich um. Ich hätte gestern nicht so überschwänglich feiern sollen. Das habe ich jetzt davon. Aber die Stripper, die ich mir kommen ließ, waren einsame Spitze. Diese Körper. Da ist mir ganz anders geworden. Den einen von ihnen, der sich Abel nannte, habe ich gleich hier neben dem Hund vernascht. Gut, dass der Hund tot ist, so kann er nicht schlecht über mich denken. Auf der anderen Seite … Ich glaube, es wäre mir egal.
Verbotene Zone » No title
Vor 14 Stunden … Lesen ▼
Seit zehn Tagen muss ich das Bett hüten, wie man in meiner Kindheit gesagt hätte. Ein zäher Infekt will nicht aus mir weichen, und ich schlurfe durch die unterwassergrüne Parterre-Wohnung von Sonnenstrahl zu Sonnenstrahl.
Gestern verbrachte ich den Nachmittag auf dem Sofa im Erker und schaute in den Regenhimmel, auf die feucht glänzenden Blätter der Linde vor dem Haus, auf den neusachlichen Wohnblock gegenüber.Und schrieb irgendwann ein Gedicht, so wie ich zur Zeit fast immer meine Gedichte schreibe, aus dem Denken heraus, einem Denken, das von Büchern und Erinnerungen, auch von Stimmungen, gefüttert wird.Ich versuche mich voranzudenken in der Dichtkunst, versuche meine Grenzen auszuloten, vorauszureiten, Avantgarde zu sein. Aber: was ist das? Unverständlichkeit? Geheimnis? Abgewandtheit?Als ich in den 90er Jahre zum ersten Mal Gedichte Thomas Klings las, kamen sie mir ungemein, unfassbar kompliziert vor, teilweise undurchschaubar. Mittlerweile lese ich sogar Celan-Verse wie SPIEGEL online, gut verständliche Nachrichten aus einer nicht verständlichen Welt. (Nur mit Pound habe ich so meine bedeutenden Schwierigkeiten).Dadurch kann ich meine eigenen Texte kaum einordnen. Ist das noch knapp in der Schnittmenge des Mainstreams, oder ist das schon das dunkelrote Segment?
In einem neuen Gedicht versuche ich mehrere Themen engzufuhren. Die Theorie der Schattenbiosphäre, die Theorie über die Entstehung des Lebens (also der ersten Zellen) in mikroskopischen Hohlräumen von Steinen, Reinkarnation, Utopia als Lichtort (wobei Utopia wörtlich ja Nichtort bedeutet), und die zyklopischen Tempel von Baalbek (dessen anderer Name Heliopolis war, Sonnenstadt, Lichtort). Das ganze angereichert mit weiteren Klang- und Bedeutungs-Verweisen. Ist das alles noch verständlich ohne Gebrauchsanweisung? Mir schon.
Nah Baal-Bek Schattenbiosphäre, Lichtort Im Nichtort, Utopia der Geister schlägt sich das Empfinden von Tod nieder gehalten im Sekundenblatt aus Sphärenmusik und Chlorophyll Schattenbiosphäre, DNS-los und in den Steinkavernen unter der mütterlichen Erde aufkochend Halluzinationen das alles schon seit Sekunden, seit Äonen schlägt der Zeitstrahl auf und fächert sich entlang der Mauer des Hades, der Schattensphäre Halo um die Sonne im Tunnel Heliopolis nicht zu erreichen Nichtort, Lichtort, Schattenbahn
Darüber hinaus fange ich in letzter Zeit an, mich mit Photographie als Kunstform zu beschäftigen. Denn als Kunstform scheint sie mir fast ausgereizt, was mich anspornt. Wie kann man die Welt inszenieren, so dass sie auf Lichtbildern bemerkenswert erscheint? Soll man Photos narrativ gestalten, lyrisch, romantisch; oder gerät man dann in einen geradezu pornographischen Kitsch für des verständige Bürgertum? Analog? Digital? Suboptimal?
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| Gold und Geltung |
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| Gürteltier |
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Die Veranda » Grotto
Vor 16 Stunden … Lesen ▼
Aus den Kelchen zusammen mit den Bienen
In den Nektar verbissen, abschüssig das Bad,
Die Pfütze kleine luftschnappende Hälse, blaue Lippen,
Aufragend die zerfallenen Pfeiler, Vasen aus Gips.
Die Nümfen, naß, wogen in künstlichen Wellen,
Sehen den Bock unbehaart, sein Fell über einem Stuhl.
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Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Ins Helle nach fast unkommentiertem Star Trek. Statt dessen erfüllet das innere…
Vor 20 Stunden … Lesen ▼
Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig bei einander.
Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes,
und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen
zerteilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen.
Und wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit anderen
Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen.
Apostelgeschichte, 2. 12 Uhr:
[Arbeitswohnung im Licht. Ravel, Klavierkonzert G-Dur.]
Die Mystikerin >>>> Frankenberg legt nahe, daß Pfingsten das Erreichen des Pentagramms bedeute, gemeint wäre wohl die Synthese der 2 Sirius Sonnen, auf die unser eigenes Sonnensystem noch zustrebt (dank Venus, deren Symbol das P.{entagramm} war). So daß wir es in dieser Lesart tatsächlich mit einem (matriarachalen) Liebesfest zu tun haben. Dies macht es nun geradezu notwendig, daß ich vorhin >>>> die erste Skizze meines >>>> Jolie-Gedichtes als Sechstes Gedicht des Brüste-der-Béart-Zyklus eingestellt habe.
(Ich liebe den zweiten Satz dieses Ravel-Konzertes. – Hatte ich es nicht als Vinyl noch aus Jugendtagen? Ich habe geschaut und geschaut, auch in den Archivdateien; aber die LP fand sich einfach nicht, bis jetzt nicht; dabei seh ich sogar das Cover deutlich vor mir. Immerhin habe ich die Aufnahme von Do auf Cassette überspielt bekommen möglicherweise habe ich ihr damals, als ich ganz nach Berlin ging, die Platte geschenkt und sie hat das Konzert dann, irgendwann, als ich wahrscheinlich drum gebeten, auf Cassette aufgenommen – am 2. Juni, ihrem Geburtstag, des Jahres 2000. Denn es ist die Aufnahme, genau die, die ich in der Erinnerung und im Herzen habe. So, genau so erhebt sich der Flötenton über die Oberfläche.)
Mit meinem Sohn gewesen. Mit meinem Sohn heut abend weiter. Wir haben lange gefrühstückt und gesprochen: weshalb Ehen und Beziehungen heute nicht mehr halten, nicht mehr generell, ja daß Scheidungen/Trennungen unterdessen häufiger als bleibende Partnerschaften sind, und weshalb das so ist. Kurzer Abriß der Ehegeschichten und -konzepte, Verlust der Großfamilien, der Glaubensgewißheiten, auch die Befreiungsbewegung der Frauen aus den Abhängigkeiten, lockereres Verständnis von Sexualität und öfter das Ziel wechselnde Begehren, sowie Konzepte der Erbfolgen. Dabei getoastetes Graubrot, Frühstücksei, verschiedene Käse, Sesammus, süße Aufstriche:
Pfingstfrühstück 1013.Aber als der junge Mann noch schlief, bereits an dem Jolie-Gedicht gebastelt und auch Post beantwortet. Hell die Sonne mir im Rücken, ich werde wieder einen hellen Anzug tragen können und das tun. Nun ist der Bursche bis zum Abend hinaus, und ich werde am Gedicht weiterschreiben, aber auch weiter >>>> Saviano lesen.
Über den neuen Star Trek will ich kein besonderes Wort verlieren, außer, daß es schon ziemlich enttäuschend ist, wie handgestrickt das 3D wirkt alles nach Avatar ist wieder Bastelei gewesen, eigentlich nur ein Trick zur Neuvermarktung sehr sehr alter Hosen. Wir sahen dann noch, hier am Computer, den Star Trek davor; a u c h kein besserer Eindruck. Vor allem die dauernde Ballerei ging mir auf die Nerven. Aber mein Sohn hatte seinen Spaß, und also hatte ich ihn mit.
14.30 Uhr:
Die nächste Lektoratstranche Giacomo Joyce bearbeitet und an >>>> Parallalie geschickt; von ihm kam übrigens der höchst plausible und zugleich poetische Vorschlag, unsere Übersetzungen Aneignungen zu nennen. Das erfaßt, worum es mir geht, sehr genau.
Eine Stunde schlafen jetzt. Ich sitz immer noch barfuß und in Unterhose, TShirt sowie, gegen die Zugluft vom Fenster, in der Lammfellweste am Schreibtisch. Zwischendurch immer wieder Blicke >>>> in die Gedichtskizze; ich hab noch keine Lösung für ungefärbtes, das etwas anderes meint, als es sagt, denn Blut ist ja gefärbt; was ich tatsächlich sagen will, ist Tätowierfarbe. Da muß ich nach dem richtigen Begriff recherchieren.
Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » SonnenD/A/CH
Vor 21 Stunden … Lesen ▼
Gar nicht so einfach, ausgerechnet heute etwas Scharfsinniges zu schreiben, ohne dabei kokett, albern oder bildungsverliebt zu wirken. Sicher, ich könnte irgendwo einhaken, etwa bei der seit Menschengedenken verhandelten Frage, wo denn die Seele sitzt, aber dann müßte ich mir den Vorwurf gefallen lassen, olle Kamellen unters Volk zu werfen. (Die Antwort ist übrigens so schlicht wie einfach: sie sitzt überhaupt nicht, sondern fleucht und kreucht in dem rum, was wir unser Bewußtsein nennen, immer auf der Suche nach – – –aber das, liebe Leute, ist eben die eigentliche Frage, die es ohne unser Bewußtsein gar nicht gäbe.) Doch ich will mich nicht streiten, die Engstirnigkeit so vieler Zeitgenossen geht mir ohnehin auf den Geist, lieber schreibe ich einen Text, über dem die Sonne lacht, weil ihr, der Sonne, alles menschliche Gewusel komplett schnuppe sein kann, davon muß man fest ausgehen, ja sie weiß ja nicht einmal, daß sie die Sonne ist, geschweige denn, daß wir um sie kreisen, immer drumherum, obwohl das Weltall doch so unermeßlich groß oder gar unendlich ist; ich frage mich, ob man da nicht mal mit dem ganzen Planeten auf Reisen gehe sollte, den Mond, den alten Gesellen, nehmen wir natürlich mit, keine Frage, um mal was anderes zu sehen als immer nur das selbe Gestirn und diesen selben Himmel, wo es doch, nur wenige Lichtjahre entfernt, in einem anderen Teil der Unendlichkeit womöglich viel lustiger zugeht! Ja, ich fordere das Ende der Abhängigkeit von der blöden Sonne und einen Aufbruch ins Unbekannte! Wer nicht mit will, wer zu bequem ist oder ein Reisemuffel, der kann sich ja in dem Loch einrichten, daß die Erde im Raum hinterläßt und weiter volltrunken mit seinen Gartenzwergen Gruppensex nachspielen oder so – das ist uns dann völlig egal, denn wir sind dann ja erstmal weg! So, jeder andere der sogenannten literarischen Blogger würde einen Teufel tun, diesen Text einzustellen, während ich mir eben dies überhaupt nicht überlege, sondern es einfach tue, denn schließlich ist heute, Moment, es steht im Kalender, Pfingsten, also genau genommen steht da “Pfingstsonntag D/A/CH”, schon wieder diese Sonne, die hat ja sogar ihren eigenen Tag, sicher schon seit den Tagen der Steinzeitfuzzis, und Augenblick, ich schaue mal hinaus, ja tatsächlich, sie scheint, mir direkt ins Gemüt. Herrlich! Ich glaube, wir sollten doch noch eine Weile bleiben!
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Die Brüste der Béart (8): Dithyrambos II. (Skizze des Anfangs).
Vor 22 Stunden … Lesen ▼
- und sie, die verlornen, dem Tod, ihn zu halten, entgegengeworfen
in Deiner Geste entschiedener Weitsicht, die radikal
was habe ich bei mir? was ist's denn, das Ich? fragt
das den Körper nicht braucht, sondern wie eine Stufe
abstößt
was ausgebrannt ist, bevor noch der Brandsatz gelegt,
der, wie Schrapnells, heimlichen, leisen, andere Sätze verstreut
sich in den Organen zu dehnen, Selbstzündungssätze
die des Orakels delphische Zunge heut als Genomik vorausspricht
Ruhmes-Einspruch
bitter der herrlichen Frau aus ihren Genen genommen wie Vogelflug,
den wir deuten, Kaffeesatz, gleich Runen geworfen Heidegger, ach!
die winzigen Knochen, Knöchelchen, wer hält, wenn er knackst,
des RNA-Stranges Gabel? harsch von der herrlichen Frouwe herrlich
begegnet
der Kassandra-Mütter eine, bitter harter, den mutilations ohnedies nah
weil sie gezeichnet quer durch die Haut sind, Kunstwerke drittels,
drittels Natur und rigoros alles andere Wille, Selbstwille, ich,
ich bin und handle und stehe ein für mich und meine Entscheidung (*)
allein.
Wer spricht von Tränen? Ich habe gelacht, als das Messer
das schrieb, wie Tinte mein Blut ließ, ungefärbtes, nicht in Mustern
Schnittmustern aber der Anatomie, klaffenden, die nicht schmücken
geklammerten erst, dann genähten, und werden, die Narben, nicht bräunen –
Verwandelung
denke ich, ganz in den Hochglanz, Besetzung unrechten Herrschaftsgebiets
der ich opfre: Verstümmlungskommando, um Land zu gewinnen
und es zu halten, damit wieder Recht wird. Der Rauch steigt hinauf,
aufrecht, so seht es, zum Himmel hoch vom OP-Tisch auf von der Frau
Ikone
(…)***** Die Brüste der Béart 7 <<<<
[Link/Kommentar]
schwungkunst.blog » niemä|nn/d|chens fest
Vor 22 Stunden … Lesen ▼
niemännchen macht’s dir besser,
macht dich so ruh’n auf den rest,
niemännchen macht es halb so gut wie ich,
mädchen, bin dein fest.
du warst nicht suchend, doch dennoch fand ich dich,
verbarg mich vor schüchterem licht
wie himmel darüber
und gräber darunter,
du sahst mich in den nächten niemals nicht.
und niemännchen macht’s dir besser,
ich wünschte, ich wär’ dir dieser wicht,
niemand wagte dir wie ich, die
wege führ’n zum nichts.
wo du mich hieltest,
wenn immer ich schielte
aus fernerem wir und mir ins du,
welch’s hält mich dir näher
und lässt mich dir kommen
dahin, wo du schon lange nicht mehr bist.
denn niemädchen macht’s mir besser,
als du an schütterem rest,
niemädchen macht es ach so gut wie du,
mädchen, denn du bist uns:
mä|d/nn|chens fest,
niemandes bett
und bester rest.
(nach: Carly Simon / Marvin Hamlisch, „Nobody Does it Better“, Titelsong aus „James Bond 007 – The Spy Who Loved Me“)
Ze Zurrealism Itzelf » liesmich
Vor 22 Stunden … Lesen ▼
Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Spuren hinterlassen, 15
Vor 23 Stunden … Lesen ▼
Guido Rohms gestammelte Notizen » Sonntag
Vor 23 Stunden … Lesen ▼
Ich habe mich entschlossen, zukünftig nur noch Gedichte zu schreiben. Das geht schneller. Und man muss noch weniger nachdenken. Man setzt sich gelangweilt vor die Tastatur und tippt. Wichtig ist dabei, dass man so oft wie möglich einen Zeilensprung einbaut. Auf diese Art habe ich gestern 700 Gedichte geschrieben, da ist also ein ziemlich fies-fetter erster Band zusammengekommen. Wenn ich heute ein paar Überstunden schrubbe, kommt noch das eine oder andere Büchlein dazu, und schon habe ich meine ersten Gesammelten Gedichte in 100 Bänden fertig. Vielleicht schreibe ich nachher auch noch ein Theaterstück. Einfach den Gärtnern und Putzfrauen lauschen, ihren Gesprächen, alles aufschreiben, und schon kann ich ein Drama an Claus (Anm. d. Red.: Gemeint ist vermutlich Claus Peymann) schicken, damit er es mit seinem Ensemble uraufführt. Titel für die Stücke klaue ich mir ganz Helenemäßig (Anm. d. Red.: Gemeint ist vermutlich Helene Hegemann) aus dem Netz oder von anderen Autoren, so könnte ich mein erstes Stück “Warten auf den Kaufmann von Venedig” nennen. Oder ich nehm mir eine Spiegel-Schlagzeile, etwa diese: “Barfuß zum Sieg”. Geht doch!
Ich sitze also bereits wieder lachend mit einer Partagas No. 4 in meiner Villa und sinne darüber, wie meine nächste literarische Karriere verlaufen wird. Kann man den Büchner-Preis eigentlich zweimal verliehen bekommen? Den Nobelpreis sollte ich ganz Sartreartig (Anm. d. Red.: Gemeint ist vermutlich Jean Paul Sartre) ablehnen, das hebt mich von dem Einerlei der Annehmer ab. Überhaupt, diese ganzen Literaturpreisannehmer, die sollten erst einmal einen Welterfolg wie “Dreiviertel meiner Hose hängt unten” Anm. d. Red.: Gemeint ist vermutlich der Roman “Dreiviertel meiner Hose hängt unten” von Hans I. Glock) schreiben, bevor sie einen Preis annehmen.
Wir haben heute Sonntag. Normalerweise würde ich heute nichts schreiben, weil meine Villa aber einen neuen Anstrich braucht, werde ich die Gedichte und Theaterstücke raushauen; wenn dann noch Zeit ist, packe ich auch noch einen Roman drauf. Mal sehen.
Ich bin ja übrigens, kleine Anmerkung meiner inneren Redaktion, von einer echten Gräfin oder Herzogin nach Heidelberg (oder Hildesheim) eingeladen worden, um dort eine enorm wichtige Rede über ein paar Kollegen von mir zu halten. Aber ich habe mich dagegen entscheiden, weil es dort a) keinen Swimming-Pool im Saal gibt und weil ich b) meinen siebzehn Söhnen aus den ersten zwanzig Ehen versprochen habe, mit ihnen das Champions-League-Finale Dortmund gegen Bayern (Dortmund wird laut meiner Informanten 2:0 gewinnen) anzusehen. Nichts gegen ein gepflegtes Gespräch über meine Bücher, aber die Jungs gehen vor.
So, jetzt bist du auf dem neusten Stand, Welt!
Guten Morgen!
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