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Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Ins Helle nach fast unkommentiertem Star Trek. Statt dessen erfüllet das innere…
Vor 72 Minuten … Lesen ▼
Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig bei einander.
Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes,
und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen
zerteilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen.
Und wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit anderen
Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen.
Apostelgeschichte, 2. 12 Uhr:
[Arbeitswohnung im Licht. Ravel, Klavierkonzert G-Dur.]
Die Mystikerin >>>> Frankenberg legt nahe, daß Pfingsten das Erreichen des Pentagramms bedeute, gemeint wäre wohl die Synthese der 2 Sirius Sonnen, auf die unser eigenes Sonnensystem noch zustrebt (dank Venus, deren Symbol das P.{entagramm} war). So daß wir es in dieser Lesart tatsächlich mit einem (matriarachalen) Liebesfest zu tun haben. Dies macht es nun geradezu notwendig, daß ich vorhin >>>> die erste Skizze meines >>>> Jolie-Gedichtes als Sechstes Gedicht des Brüste-der-Béart-Zyklus eingestellt habe.
(Ich liebe den zweiten Satz dieses Ravel-Konzertes. – Hatte ich es nicht als Vinyl noch aus Jugendtagen? Ich habe geschaut und geschaut, auch in den Archivdateien; aber die LP fand sich einfach nicht, bis jetzt nicht; dabei seh ich sogar das Cover deutlich vor mir. Immerhin habe ich die Aufnahme von Do auf Cassette überspielt bekommen möglicherweise habe ich ihr damals, als ich ganz nach Berlin ging, die Platte geschenkt und sie hat das Konzert dann, irgendwann, als ich wahrscheinlich drum gebeten, auf Cassette aufgenommen – am 2. Juni, ihrem Geburtstag, des Jahres 2000. Denn es ist die Aufnahme, genau die, die ich in der Erinnerung und im Herzen habe. So, genau so erhebt sich der Flötenton über die Oberfläche.)
Mit meinem Sohn gewesen. Mit meinem Sohn heut abend weiter. Wir haben lange gefrühstückt und gesprochen: weshalb Ehen und Beziehungen heute nicht mehr halten, nicht mehr generell, ja daß Scheidungen/Trennungen unterdessen häufiger als bleibende Partnerschaften sind, und weshalb das so ist. Kurzer Abriß der Ehegeschichten und -konzepte, Verlust der Großfamilien, der Glaubensgewißheiten, auch die Befreiungsbewegung der Frauen aus den Abhängigkeiten, lockereres Verständnis von Sexualität und öfter das Ziel wechselnde Begehren, sowie Konzepte der Erbfolgen. Dabei getoastetes Graubrot, Frühstücksei, verschiedene Käse, Sesammus, süße Aufstriche:
Pfingstfrühstück 1013.Aber als der junge Mann noch schlief, bereits an dem Jolie-Gedicht gebastelt und auch Post beantwortet. Hell die Sonne mir im Rücken, ich werde wieder einen hellen Anzug tragen können und das tun. Nun ist der Bursche bis zum Abend hinaus, und ich werde am Gedicht weiterschreiben, aber auch weiter >>>> Saviano lesen.
Über den neuen Star Trek will ich kein besonderes Wort verlieren, außer, daß es schon ziemlich enttäuschend ist, wie handgestrickt das 3D wirkt alles nach Avatar ist wieder Bastelei gewesen, eigentlich nur ein Trick zur Neuvermarktung sehr sehr alter Hosen. Wir sahen dann noch, hier am Computer, den Star Trek davor; a u c h kein besserer Eindruck. Vor allem die dauernde Ballerei ging mir auf die Nerven. Aber mein Sohn hatte seinen Spaß, und also hatte ich ihn mit.
Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » SonnenD/A/CH
Vor 2 Stunden … Lesen ▼
Gar nicht so einfach, ausgerechnet heute etwas Scharfsinniges zu schreiben, ohne dabei kokett, albern oder bildungsverliebt zu wirken. Sicher, ich könnte irgendwo einhaken, etwa bei der seit Menschengedenken verhandelten Frage, wo denn die Seele sitzt, aber dann müßte ich mir den Vorwurf gefallen lassen, olle Kamellen unters Volk zu werfen. (Die Antwort ist übrigens so schlicht wie einfach: sie sitzt überhaupt nicht, sondern fleucht und kreucht in dem rum, was wir unser Bewußtsein nennen, immer auf der Suche nach – – –aber das, liebe Leute, ist eben die eigentliche Frage, die es ohne unser Bewußtsein gar nicht gäbe.) Doch ich will mich nicht streiten, die Engstirnigkeit so vieler Zeitgenossen geht mir ohnehin auf den Geist, lieber schreibe ich einen Text, über dem die Sonne lacht, weil ihr, der Sonne, alles menschliche Gewusel komplett schnuppe sein kann, davon muß man fest ausgehen, ja sie weiß ja nicht einmal, daß sie die Sonne ist, geschweige denn, daß wir um sie kreisen, immer drumherum, obwohl das Weltall doch so unermeßlich groß oder gar unendlich ist; ich frage mich, ob man da nicht mal mit dem ganzen Planeten auf Reisen gehe sollte, den Mond, den alten Gesellen, nehmen wir natürlich mit, keine Frage, um mal was anderes zu sehen als immer nur das selbe Gestirn und diesen selben Himmel, wo es doch, nur wenige Lichtjahre entfernt, in einem anderen Teil der Unendlichkeit womöglich viel lustiger zugeht! Ja, ich fordere das Ende der Abhängigkeit von der blöden Sonne und einen Aufbruch ins Unbekannte! Wer nicht mit will, wer zu bequem ist oder ein Reisemuffel, der kann sich ja in dem Loch einrichten, daß die Erde im Raum hinterläßt und weiter volltrunken mit seinen Gartenzwergen Gruppensex nachspielen oder so – das ist uns dann völlig egal, denn wir sind dann ja erstmal weg! So, jeder andere der sogenannten literarischen Blogger würde einen Teufel tun, diesen Text einzustellen, während ich mir eben dies überhaupt nicht überlege, sondern es einfach tue, denn schließlich ist heute, Moment, es steht im Kalender, Pfingsten, also genau genommen steht da “Pfingstsonntag D/A/CH”, schon wieder diese Sonne, die hat ja sogar ihren eigenen Tag, sicher schon seit den Tagen der Steinzeitfuzzis, und Augenblick, ich schaue mal hinaus, ja tatsächlich, sie scheint, mir direkt ins Gemüt. Herrlich! Ich glaube, wir sollten doch noch eine Weile bleiben!
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Die Brüste der Béart (8): Dithyrambos II. (Skizze des Anfangs).
Vor 3 Stunden … Lesen ▼
- und sie, die verlornen, dem Tod, ihn zu halten, entgegengeworfen
in Deiner Geste entschiedener Weitsicht, die radikal
was habe ich bei mir? was ist's denn, das Ich? fragt
das den Körper nicht braucht, sondern wie eine Stufe
abstößt
was ausgebrannt ist, bevor noch der Brandsatz gelegt,
der, wie Schrapnells, heimlichen, leisen, andere Sätze verstreut
sich in den Organen zu dehnen, Selbstzündungssätze
die des Orakels delphische Zunge heut als Genomik vorausspricht
Ruhmes-Einspruch
bitter der herrlichen Frau aus ihren Genen genommen wie Vogelflug,
den wir deuten, Kaffeesatz, gleich Runen geworfen Heidegger, ach!
die winzigen Knochen, Knöchelchen, wer hält, wenn er knackst,
des RNA-Stranges Gabel? harsch von der herrlichen Frouwe herrlich
begegnet
der Kassandra-Mütter eine, bitter harter, den mutilations ohnedies nah
weil sie gezeichnet quer durch die Haut sind, Kunstwerke drittels,
drittels Natur und rigoros alles andere Wille, Selbstwille, ich,
ich bin und handle und stehe ein für mich und meine Entscheidung (*)
allein.
Wer spricht von Tränen? Ich habe gelacht, als das Messer
das schrieb, wie Tinte mein Blut ließ, ungefärbtes, nicht in Mustern
Schnittmustern aber der Anatomie, klaffenden, die nicht schmücken
geklammerten erst, dann genähten, und werden, die Narben, nicht bräunen –
Verwandelung
denke ich, ganz in den Hochglanz, Besetzung unrechten Herrschaftsgebiets
der ich opfre: Verstümmlungskommando, um Land zu gewinnen
und es zu halten, damit wieder Recht wird. Der Rauch steigt hinauf,
aufrecht, so seht es, zum Himmel hoch vom OP-Tisch auf von der Frau
Ikone
(…)***** Die Brüste der Béart 7 <<<<
[Link/Kommentar]
schwungkunst.blog » niemä|nn/d|chens fest
Vor 4 Stunden … Lesen ▼
niemännchen macht’s dir besser,
macht dich so ruh’n auf den rest,
niemännchen macht es halb so gut wie ich,
mädchen, bin dein fest.
du warst nicht suchend, doch dennoch fand ich dich,
verbarg mich vor schüchterem licht
wie himmel darüber
und gräber darunter,
du sahst mich in den nächten niemals nicht.
und niemännchen macht’s dir besser,
ich wünschte, ich wär’ dir dieser wicht,
niemand wagte dir wie ich, die
wege führ’n zum nichts.
wo du mich hieltest,
wenn immer ich schielte
aus fernerem wir und mir ins du,
welch’s hält mich dir näher
und lässt mich dir kommen
dahin, wo du schon lange nicht mehr bist.
denn niemädchen macht’s mir besser,
als du an schütterem rest,
niemädchen macht es ach so gut wie du,
mädchen, denn du bist uns:
mä|d/nn|chens fest,
niemandes bett
und bester rest.
(nach: Carly Simon / Marvin Hamlisch, „Nobody Does it Better“, Titelsong aus „James Bond 007 – The Spy Who Loved Me“)
Ze Zurrealism Itzelf » liesmich
Vor 4 Stunden … Lesen ▼
Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Spuren hinterlassen, 15
Vor 4 Stunden … Lesen ▼
Guido Rohms gestammelte Notizen » Sonntag
Vor 5 Stunden … Lesen ▼
Ich habe mich entschlossen, zukünftig nur noch Gedichte zu schreiben. Das geht schneller. Und man muss noch weniger nachdenken. Man setzt sich gelangweilt vor die Tastatur und tippt. Wichtig ist dabei, dass man so oft wie möglich einen Zeilensprung einbaut. Auf diese Art habe ich gestern 700 Gedichte geschrieben, da ist also ein ziemlich fies-fetter erster Band zusammengekommen. Wenn ich heute ein paar Überstunden schrubbe, kommt noch das eine oder andere Büchlein dazu, und schon habe ich meine ersten Gesammelten Gedichte in 100 Bänden fertig. Vielleicht schreibe ich nachher auch noch ein Theaterstück. Einfach den Gärtnern und Putzfrauen lauschen, ihren Gesprächen, alles aufschreiben, und schon kann ich ein Drama an Claus (Anm. d. Red.: Gemeint ist vermutlich Claus Peymann) schicken, damit er es mit seinem Ensemble uraufführt. Titel für die Stücke klaue ich mir ganz Helenemäßig (Anm. d. Red.: Gemeint ist vermutlich Helene Hegemann) aus dem Netz oder von anderen Autoren, so könnte ich mein erstes Stück “Warten auf den Kaufmann von Venedig” nennen. Oder ich nehm mir eine Spiegel-Schlagzeile, etwa diese: “Barfuß zum Sieg”. Geht doch!
Ich sitze also bereits wieder lachend mit einer Partagas No. 4 in meiner Villa und sinne darüber, wie meine nächste literarische Karriere verlaufen wird. Kann man den Büchner-Preis eigentlich zweimal verliehen bekommen? Den Nobelpreis sollte ich ganz Sartreartig (Anm. d. Red.: Gemeint ist vermutlich Jean Paul Sartre) ablehnen, das hebt mich von dem Einerlei der Annehmer ab. Überhaupt, diese ganzen Literaturpreisannehmer, die sollten erst einmal einen Welterfolg wie “Dreiviertel meiner Hose hängt unten” Anm. d. Red.: Gemeint ist vermutlich der Roman “Dreiviertel meiner Hose hängt unten” von Hans I. Glock) schreiben, bevor sie einen Preis annehmen.
Wir haben heute Sonntag. Normalerweise würde ich heute nichts schreiben, weil meine Villa aber einen neuen Anstrich braucht, werde ich die Gedichte und Theaterstücke raushauen; wenn dann noch Zeit ist, packe ich auch noch einen Roman drauf. Mal sehen.
Ich bin ja übrigens, kleine Anmerkung meiner inneren Redaktion, von einer echten Gräfin oder Herzogin nach Heidelberg (oder Hildesheim) eingeladen worden, um dort eine enorm wichtige Rede über ein paar Kollegen von mir zu halten. Aber ich habe mich dagegen entscheiden, weil es dort a) keinen Swimming-Pool im Saal gibt und weil ich b) meinen siebzehn Söhnen aus den ersten zwanzig Ehen versprochen habe, mit ihnen das Champions-League-Finale Dortmund gegen Bayern (Dortmund wird laut meiner Informanten 2:0 gewinnen) anzusehen. Nichts gegen ein gepflegtes Gespräch über meine Bücher, aber die Jungs gehen vor.
So, jetzt bist du auf dem neusten Stand, Welt!
Guten Morgen!
litblogs.net » Wochenspiegel » Kurztitel & Kontexte bis 2013-05-19
Vor 5 Stunden … Lesen ▼
isla volante » windportrait 66 http://t.co/ZQYvSl7YLV May 19, 2013
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Die Veranda » Montag, 13. Mai 2013, Heidelberg http://t.co/HPKOx83quX May 13, 2013
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Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » Stock im Arsch http://t.co/sDUrhU1q2A May 13, 2013
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Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Minimiss http://t.co/5XVDA0m9Cx May 13, 2013
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Intarsien. Das Argojournal des M… http://t.co/SdScSNQ1IT May 13, 2013
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 13.5.2013. http://t.co/8IS6E9YYUe May 13, 2013
isla volante » zurück? http://t.co/c0iYGWjr27 May 13, 2013
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Guido Rohms gestammelte Notizen » Montag http://t.co/wPASQrhAwa May 13, 2013
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Gleisbauarbeiten » “Blut musste fließen.” (EIN MUTTER-TAG) http://t.co/uZl56QyxSJ May 12, 2013
e.a.richter » FL-17 Fliege (Notizen) http://t.co/K14Q8DpsEy May 12, 2013
Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » (Bin bei Muttern.) http://t.co/qpBDgp2wsp May 12, 2013
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 10. und 11.5.2013. http://t.co/mRuFztORaL May 12, 2013
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Vom Goethegeschummel. Im Argojou… http://t.co/Cr6YlaA2aM May 12, 2013
Guido Rohms gestammelte Notizen » Der Dreiaugenvampir von Prag http://t.co/6EQVNgKAjv May 12, 2013
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Guido Rohms gestammelte Notizen » Jetzt auch auf Papier! http://t.co/yGuINspLNh May 12, 2013
Guido Rohms gestammelte Notizen » Sonntag http://t.co/I6jaA1nmuk May 12, 2013
[Link/Kommentar]
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 18.5.2013.
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>>>> Arbeitsjournal (Menstruationsblut). Zur Poetologie, >>>> Notat. Die Brüste der Béart:
Die Nummer VI begonnen (Jolie). Neapel-Hörstück:
>>>> Saviano-Lektüre (bis 126).
Notate. Giacomo Joyce:
Nächste Tranche des gegenseitigen Lektorats.
Grundüberlegung im Briefwechsel mit >>>> HS. Briefe, kleine Lektorate. [Mein Sohn ist bei mir. Abends Star Trek, Into Darkness. Ein Junge auch der Vater.]
[Link/Kommentar]
isla volante » windportrait 66
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wegen oder dank dem wind, bleiben wir besser noch hier.
für das leibliche wohl ist ja dank den seegeistern gesorgt.
Gleisbauarbeiten » DER AUFZEIGER (oder: Alt gewordene Allmachtsphantasten)
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Jede kennt sie aus der Schule und die meisten waren selber mal welche, in der Grundschule: Aufzeiger. Die, die sich immer melden. "Hallo da! Ich weiß was! Ich kann das!" Ein glückliches Kind lebt viel in seinen Allmachtsphantasien, freut sich über alles, was es schon kann und bildet sich ein, auch alles andere zu können, wenn es nur wollte. "Wenn ich ein Seemann wär´…Wenn ich ´ne Ärztin wär´… Wenn ich eine feine Dame wär´… Wenn ich ein Pilot wär´…Wenn ich den Himalya besteigen tät´…" Alles ist möglich. Scheinbar. Spiel und Schein. Und dann: die Kollision mit der Realität. Oder dem, was andere dafür halten. Oder den Wahn-Vorstellungen und Allmachtsphantasien der anderen.
Einer schrieb mir mal: "Ich wäre sicher ein guter Vater geworden." Ein andermal sagte derselbe Mann von sich: "Ich könnte bestimmt gut lehren. Dafür habe ich ein Talent." Da ist etwas schief gegangen in der Entwicklung, vielleicht, höchstwahrscheinlich schon in der kindlichen. Denn was eine sofort versteht, wenn sie diese Sätze liest oder hört, ist doch: Der ist kein Vater, der ist kein Lehrer. Wäre er´s, eins von beiden oder beides, dann hätte er mehr Selbstzweifel. Wer Vater ist, ist sich nie ganz sicher, ob er es gut macht. Oder richtig. Versuche. Anstrengungen. Ausprobieren. Scheitern. Aushandeln. Noch mal probieren. Wer bin ich? Ein Vater, was viel heißen kann und nichts Bestimmtes, aber eben für einen, der einem Kind tatsächlich einer ist, auch nichts Beliebiges. Er ist nicht allgemein "Vater", sondern Vater dieses bestimmten Kindes, das nicht er ist und das seine eigenen Vorstellungen hat, auch über den Vater und das Gelingen seines Vater-Seins. Zum Beispiel. Der Aufzeiger dagegen glaubt immer: "Das kann ich auch", weil er die Widerstände (des Materials und der anderen) als Angriffe auf seine Person missversteht, die allein ihn daran hindern, wahr zu machen, was er könnte.
Ein langer Prozess, ein Aushandlungsprozess, dem sich manche – wie oben der – phantastisch-altklug verweigern: Wer bin ich? Ich bin nicht, die alles kann. Was ich kann, kann ich so und so gut. Andere können manches besser als ich. Manches kann ich gar nicht. Vieles misslingt. Nicht alles kann ausprobiert werden. Weil ich Gitarre gelernt habe, hatte ich keine Zeit Klavier zu lernen. (Wo ich herkomme, hat niemand ein Klavier zu Hause gehabt.) Es geht so oder so aus: Manche sind arg gekränkt, wenn sie begreifen, dass andere sie ganz anders sehen, als sie sich selbst. Manche erfahren, dass das Bild, das die anderen von ihnen haben, auch ganz schön ist. Oder zumindest interessant. Und gleichen ab. Gleichen an. Polieren die Ecken. Lassen es mal auf eine Konfrontation ankommen. Lecken danach ihre Wunden. Finden eine Position. Wechseln sie wieder. Alles ist vorläufig und trotzdem nicht beliebig. Niemand kann aus seiner Haut. Nicht jede kann Opernsängerin werden. Ein Kind zeugen. Oder einen Nobelpreis für Physik gewinnen, Sparkassendirektorin werden oder Schlitzer. Die meisten könnten vielleicht morden. Unter Umständen Die allermeisten tun es nicht. Auch das ist nicht beliebig. Neurodermitis oder nicht? Lange Beine oder kurze? Dickes Kind, Brillenschlange, Linkshänder – das bleibt nicht ohne Folgen.
Auch zum Lehren, Boote bauen, Pullover stricken, Kinder gebären gehört noch was anderes, als dass man es sich bloß vorstellt, es zu tun. Viel Anderes: Probieren. Versagen. Gegen die Wand knallen. Sich wieder aufrappeln. Aufgeben. Neu anfangen. Sich anders aufstellen. Wer was macht, stößt auf Widerstände, die nicht der eigenen Imagination entspringen. Jede sehnt sich gelegentlich zurück in eine Welt, in der die eigenen Selbstbilder und Phantasien der Maßstab für ALLES sind. Alt gewordene Aufzeiger sind Kinder, die nicht erwachsen geworden sind. Peter Pans mit schütterem Haar, tiefen Falten, herabgesunkenen Mundwinkeln. Tragisch-komische Figuren. Und immer sehr enttäuscht – von der Welt und den Anderen, selbstverständlich.
Vieles ist möglich. Alles kann man sich nur einbilden.
Ein Bild, auf der Leinwand realisiert, stellt sich den Blicken der Anderen, deren Kritik, deren anderem Sehen. Eine fiktive Figur, aufgeschrieben und veröffentlicht, wird anders gelesen, als der Verfasser es sich vorgestellt haben mag.
Phantasie ist mächtig. Aber eben nicht: ALL-mächtig. Nicht mal in ihrem eigenen Reich. Wenn wir zum Mars fliegen, fliegen wir eben nicht zur Venus.
(Ich habe Peter Pan nie gemocht. – Die Figur, meine ich, nicht das Stück. – Captain Hook hatte meine Sympathie. Immer schon.) [Link/Kommentar]
in|ad|ae|qu|at » pfingsten : wohl den wort-enden
Vor 6 Stunden … Lesen ▼


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Jüden vnd Jüdegenossen / Kreter vnd Araber / Wir hören sie mit vnsern Zungen / die grossen Thaten Gottes reden.
Sie entsatzten sich alle / vnd wurden jrre / vnd sprachen einer zu dem andern / Was wil das werden?
Die andern aber hattens jren spot / vnd sprachen / Sie sind vol süsses Weins.³
Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen: Es grünten und blühten
Feld und Wald; auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken
Übten ein fröhliches Lied die neu ermunterten Vögel;¹
balzerig würmelte es im männechensee
und den weibern ward so pfingstig ums heil
zumahn: wenn ein knie-ender sie hirschelte.²
DA trat Petrus auff mit den Eilffen / hub auff seine stimme / vnd redte zu jnen
Jr Jüden / lieben Menner / vnd alle die jr zu Jerusalem wonet
Das sey euch kund gethan / vnd lasset meine wort zu ewren ohren eingehen.
Denn diese sind nicht truncken / wie jr wehnet / sintemal es ist die dritte stund am tage.
Sondern das ists / das durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist
Vnd es sol geschehen in den letzten tagen / spricht Gott
Jch wil ausgiessen von meinem Geist auff alles Fleisch / Beide in vnd ausser dem Gesetz
Denn in Christo sind sie alle gleich on alle werck vnd verdienst / zur gnaden beruffen.
Vnd ewre Söne vnd ewre Töchter sollen weissagen
vnd ewre Jünglinge sollen Gesichte sehen
vnd ewre Eltesten sollen Trewme haben.
Vnd auff meine Knechte vnd auff meine Megde wil ich in den selbigen tagen
von meinem Geist ausgiessen / vnd sie sollen weissagen.
Vnd ich wil Wunder thun oben im Himel
vnd Zeichen vnten auff Erden / Blut und Fewr / vnd Rauchdampff.
Die Sonne sol sich verkeren in Finsternis / vnd der Mond in Blut
ehe denn der grosse vnd offenberliche Tag des HERRN kompt.
Vnd sol geschehen / Wer den Namen des HERRN anruffen wird / sol selig werden.³
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¹ – j. w. goethe , reineke fuchs
² – ernst jandl , wien : heldenplatz
³ – apostelgeschichte 2, 12 ff , apg 2, 14 – 21 – luther 1545
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andreas louis seyerlein : particles » ein zeppelinkäfer
Vor 10 Stunden … Lesen ▼
echo : 2.54 — Wann war es, dass ich zum ersten Mal bemerkte wie meine Briefe kleiner und kleiner wurden? Wesen von wirklichem Papier, Bögen in Umschlägen mit einem Postwertzeichen, das zuletzt die Anschriftenseite meines Schreibens vollständig bedeckte. Im Postamt werde ich seither ernst genommen. Vor einigen Wochen kaufte ich sinnvoller Weise ein handliches Mikroskop und einen Satz Bleistifte von äußerster Härte. Ich spitzte das Schreibwerkzeug eine Viertelstunde lang, dann legte ich einen Bogen Papier in das Licht einer Linse mittlerer Stärke. Ich näherte mich mit bebenden Fingern. Man sollte mich in diesem Moment gesehen haben. Bei jedem Wort, das ich auf das kleine Blatt notierte, hielt ich die Luft an. Tatsächlich habe ich in meinen Leben noch nie zuvor in einer derart sorgfältigen Weise geschrieben. Ich brauchte drei Stunden Zeit, um das Papier, das nicht größer gewesen war als eine Briefmarke von 1.5 cm Kantenlänge, vollständig zu beschriften. Ich schrieb folgende Zeilen an einen Freund: Lieber Stanislaw, Du wirst es nicht glauben, nach 1 Uhr heute Nacht schwebte ein Zeppelinkäfer eine nicht sichtbare, schnurgerade Linie über den hölzernen Fußboden meines Arbeitszimmers entlang, wurde in der Mitte des Zimmers von einer Luftströmung erfasst, etwas angehoben, dann wieder zurückgeworfen, ohne allerdings mit dem Boden in Berührung zu kommen. – Ein merkwürdiger Auftritt. – Und dieser großartige Ballon von opakem Weiß! Ein Licht, das kaum noch merklich flackerte, als ob eine offene Flamme in ihm brennen würde. Ich habe mich zunächst gefürchtet, dann aber vorsichtig auf Knien genähert, um den Käfer von allen Seiten her auf das Genaueste zu betrachten. – Folgendes ist nun zu sagen. Sobald man einen Zeppelinkäfer von unten her besichtigt, wird man sofort erkennen, dass es sich bei einem Wesen dieser Gattung eigentlich um eine filigrane, flügellose Käfergestalt handelt, um eine zerbrechliche Persönlichkeit geradezu, nicht größer als ein Streichholzkopf, aber schlanker, mit acht recht langen Ruderbeinen, gestreift, schwarz und weiß gestreift in der Art der Zebrapferde. Fünf Augen in graublauer Farbe, davon drei auf dem Bauch, also gegen den Erdboden gerichtet. Als ich bis auf eine Nasenlänge Entfernung an den Käfer herangekommen war, habe ich einen leichten Duft von Schwefel wahrgenommen, auch, dass der Käfer flüchtet, sobald man ihn mit einem Finger berühren möchte. Ein Wesen ohne Laut. Dein Louis, herzlichst. — Es war eine wirklich harte Arbeit, all diese Zeichen zu notieren. Dann faltete ich das Blatt Papier einmal kreuz und quer. Ich arbeite mit zwei Pinzetten wiederum unter starkem Licht, steckte den Brief in ein Couvert, dessen Herstellung noch mühevoller gewesen war als das Schreiben des Briefes selbst, und machte mich auf den Weg in das nächste Postamt. Dort wurde ich unverzüglich an den Schalter für besondere Briefformate weitergeleitet, wo mein Brief, den ich mit einer Pinzette auf den Tresen befördert hatte, von einer weiteren Pinzette entgegengenommen wurde. Ich war sehr glücklich, während ich beobachtete, wie der Beamte eine Briefmarke von der Größe eines Reiskorns behutsam auf meinen Brief legte und mittels eines Stempels, der vor meinen bloßen Augen kaum noch sichtbar gewesen war, entwertete. Dann ging mein Brief auf Reisen. Er flog sehr weit durch die Luft, und ich habe ihn für kurze Zeit vergessen. Nun aber, vor wenigen Stunden, wurde mir von einem Sonderboten der Post ein Brief von derart leichter Gestalt übergeben, dass ich zunächst die Anweisung erhielt, alle Fenster meiner Wohnung zu schließen. Dieser Brief, eine Depesche meines Freundes, ruht vor mir auf dem Tisch. Es ist ein sehr kleines Kunstwerk. Auf seiner Briefmarke, so sagte man mir, sollen sich zwei Paradiesvögel befinden, die ihr Schnäbel kreuzen. Ich werde das gleich überprüfen. — Es ist Freitag! Guten Morgen! — stop / fürs mariechen
der goldene fisch » Mirko Bonné : Der Zollinspektor von New York City
Vor 12 Stunden … Lesen ▼
Jeden Vormiitag stellte er sich zwischen
zehn und elf einmal in die übermauerte
Nische, in die das weite klare Leuchten
vom Meer hereinfiel auf den Hudson.
So rauchte er. Bis ihm der hellblaue
Himmel vor Augen verschwamm.
Er las Zeitung. Im Herald Gedichte,
die Buchbesprechungen, Kritiken.
Solange aus den schwarzen Zeilen
nicht die alte Schalheit herauskroch.
Dann hob er den Blick, sah hinüber
zum Gewimmel auf den Seglerpiers.
Manchmal ein Käfig mit einem Tier.
Im Juli 1873 schwebte am Lastbaum
ein Orchester, das spielte wie der Wind
in Pittsfields Ulmen. Alle Jahre im Kopf,
neunzehn. Die Heimfahrten im Dunkel,
über den Gaslaternen am Astor Place
das Flattern der Fledermäuse. Herman,
sagte er zu sich selbst. Herman Melville!
Bleib stehen im Licht. Verbirg dich darin.
Und hörte Jack Chase, vor vierzig Jahren.
Komm, wir hauen uns hin. Los, zum Bug!
rief er im Mast. Herman, genug ist genug.
*
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