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Gleisbauarbeiten » MOUNTAINS OF DISBELIEF. Thomas Hartmann in der Weißfrauen Diakoniekirche in Frankfurt a.M.
Vor 110 Minuten … Lesen ▼
Die Ausstellung ist eröffnet. "Das ist ein Ding…", "Und wie…", "Wie lange hat das gedauert?", "Hast du gesehen?" Allseits Staunen und Raunen. Auch der Vater des Künstlers war stolz, wie er dem meinem sagte. Schneck08 (Sebastian Rogler) war da, was mich besonders gefreut hat. Unsere Freunde Guido Rohm und Seraphe waren mit Tochter Sternchen aus Fulda angereist. Mein Hals war immer noch rauh und die Stimme reichte kaum für die ganze Rede (hätte ich mich besser kürzer gefasst). Apfelwein und – saft floß, man stand in Gruppen und sprach (über das Kunstwerk, tatsächlich, was bei Ausstellungseröffnungen nicht üblich ist). Morel klopfte BenHuRum auf die Schulter: "Das ist dein Meisterwerk." So ist es! Gehen Sie hin, schauen Sie selbst!
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| Mountains of Disbelief |
Ich interviewte den Künstler nicht, wie mir Phyllis Kiehl, die leider nicht kommen konnte, geraten hatte. Großmütig verzichtete ich auf unangenehme Fragen wie: „Was willst du ausdrücken mit dieser architektur-parodistischen Installation?“ oder „Welche erotische Beziehung hast du zum Material Verpackungspappe?“. Selbst Suggestivfragen stellte ich nicht, bei denen er bloß sagen hätte müssen: „Ja, kann man so sehen.“ Wie zum Beispiel: „Ist es nicht so, dass der Kontrast von organischem Wachstum und anorganischer Ordnungsstruktur dein Gesamtwerk prägt?“ Ich ordnete das Werk auch nicht kunsthistorisch ein , weder soziokulturell („Wegwerfgeschirr und Hochkultur“), noch hermeneutisch („Wunden zeigen. Wunder glauben. “) noch dekonstruktivistisch („Die Abwesenheit von Laokoons Waschbrettbauch“).
Stattdessen sprach ich über den "ungläubigen Thomas" (Auszug):
“Das Erste, woran ich spontan dachte, als ich die Einladungskarte las und sah: MOUNTAINS OF DISBELIEF und ZEIGE DEINE WUNDE, war der Apostel Thomas, der auch „der Ungläubige“ genannt wird. Thomas, der einer der zwölf Jünger Jesu war, verlangte, die Wunde des Herrn mit eigenen Augen zu sehen, um zu glauben. Es genügte ihm nicht, dass der abstrakte Gott der Schrift in der Gestalt Jesu Fleisch geworden war, Thomas forderte nun sogar: ZEIGE DEINE WUNDE.
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| Guido Rohm, Melusine Barby (aka J.S. Piveckova), Seraphe, staunend |
Das Bilderverbot des jüdischen Glaubens hatte seinen Sinn darin, mit der abstrahierenden Definitionsmacht des Wortes sich der Magie der gegenständlichen Bildnisse zu entziehen. Geglaubt werden sollte fortan gerade, was nicht zu sehen und anzufassen war. Diese Abstraktionsleistung verweigert der „ungläubige Thomas“. Thomas erscheint in seiner Gier nach Anschaulichkeit als ein schwerfälliger Schüler, der halt ein bisschen länger braucht, um das Ganze zu begreifen. Am Ende genügt es ihm nicht einmal, die Wunde bloß zu sehen. Ich glaube nur, wenn ich meine Hand in seine Seite lege., sagt Thomas im Johannes-Evangelium. Jetzt wird deutlich, wie gewaltsam sein Verlangen nach Beweisen ist: LASS MICH IN DEINER WUNDE BOHREN.
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| Mountains of Disbelief (Detail) |
Während die Gläubigen Thomas´ Unwillen, irgendetwas zu glauben, was nicht zu sehen und nicht anzufassen ist, beklagen mögen, können die Zweifler in ihm einen frühen Schutzpatron erkennen. Das ist ein Mann, der sich kein X für ein U vormachen und sich nicht mit schönen Worten abspeisen lässt. Thomas kann damit gleichsam als ein Vorläufer unserer modernen westlichen Weltsicht gelten, die eine Welt des Zeigens und Gezeigt-Werdens ist, der Entblößung und Aufdeckung, aber eben auch eine Welt des Misstrauens – gegenüber dem Wort und der Schrift, jedoch ebenso des Misstrauens gegenüber den Bildern, die lügen können und mit deren Hilfe dauernd gelogen wird. Es steckt, das Verlangen des ungläubigen Thomas zeigt es, im Bilderwollen genauso viel Gewalt wie im ursprünglichen Bilderverbot.
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| Mountains of Disbelief (Raucherecke) |
In der Welt der Bilder kann nur Sinn machen, was vorzeigbar und festzuhalten ist. Auf diese Weise ist das Bild stets auch ein Ausschluss, eine Löschung all dessen, was nicht gezeigt wird. Wie in der Wörterwelt das Konkrete der Abstraktion geopfert wird, so wird in der Bilderwelt ausgeschlossen, was als nicht bildwürdig gilt. Die Installation MOUNTAINS OF DISBELIEF von Thomas Hartmann zeigt Ihnen vieles, aber sie trifft offenbar diese Unterscheidung zwischen bildwürdig und bildunwürdig nicht. Vor meinen Augen entsteht hier – jenseits des Logos – ein faszinierender und lustvoller Einspruch gegen die Herrschaft der erstarrten und erstarrenden Sinn-Bilder. Es ist nicht wahllos, was und wie Sie hier etwas zu sehen bekommen, aber es ist auch nicht zwingend in jenem zwanghaften Sinn, der behauptet, etwas könne nur so und nicht anders sinnfällig und bedeutsam werden. Sie können umher gehen in dieser Kirche und zeigen: auf bunte Bälle und Trinkhalme, auf Sumo-Ringer-Hosen und Joseph-Silhouetten, auf Teppichrohre und Kruzifixe, auf Grass und Ente, Pfeife und Schlange. Sie können einen eingehegten Altar umkreisen oder eine Raucherecke finden. Aber wann immer Sie versuchen werden, sich ein Bild zu machen, werden Sie vor diesen Gebilden feststellen, dass der Bilderrahmen überschnitten wird, dass es aus ihm herausquillt und in ihn hineinwuchert. Immer wieder kann man hindurch und hinaus schauen. Sie können sinnstiftende Bezüge herstellen zwischen Formen und Farben, Zitaten und Metaphern und doch wird sich wohl kaum alles schlüssig zu einem einzigen Gesamtbild fügen. Das Gebilde, das hier entstand, ist stabil und fragil zugleich: Es hält, aber es wird nicht bleiben. Die Bildwerke aus Pappe und Papier, Zeitungsausschnitten, Spielzeug und Müll, die hier gezeigt werden, können woanders ganz anders zusammen gesetzt sein. Sie stehen nicht für sich allein, sondern sind in Beziehungen und Abhängigkeiten gebracht, die jedoch nur befristet gelten. Metamorphosen deuten sich an; alles kann zu anderer Zeit, an anderem Ort sich anders fügen. Vielleicht werden Sie stehen bleiben und staunend schauen, während andere durch die Pappkonstrukte hindurch auf Sie schauen, wie Sie zeigen, was Sie gerade sehen. Die Gesetze des Bildes: Kohärenz, Konzentration, Kontemplation sind hier außer Kraft gesetzt. Stattdessen finden Sie Übersprünge und Überfülle, stoßen Sie auf Weiterungen und Wucherungen.
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| Mountains of Disbelief (Laokoon-Gruppe) |
Es behält hier keiner recht oder wird ins Unrecht gesetzt. Weder der Skeptiker noch der Sinnstifter. Sie können beide Positionen einnehmen. Sie können mit ihnen spielen. Sie kamen her, um Berge des Unglaubens zu sehen. MOUNTAINS OF DISBELIEF. Sie werden gesehen inmitten von Bergen des Unglaubens. Wo ein Berg ist, ist auch ein Weg durch den Berg. Aus der Wunde der Stadt, der sich dieser Kirchenbau Werner Neumanns aus den fünfziger Jahren verdankt, weil die alte Weißfrauenkirche in der Altstadt 1944 bei einem Bombenangriff ausbrannte, ist ein Raum geworden, fest und farbig, in dem sich zu Zeigendes verbirgt und Unzeigbares sichtbar werden kann. Die Stadt, deren Wunde von damals nicht mehr offen liegt, wird aber auch weiter verwundet. Um die Ecke wurden Zeichen gesetzt, indem man in Zelten vor Bankentürmen kampierte. Nebenan finden Wohnungslose dieser Stadt Hilfe. Sie können manche Wunden sehen und auf sie zeigen. Sie können auch in den Wunden bohren.
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| Thomas Hartmann (BenHuRum) |
Aber vor allem können Sie hier in und vor Thomas Hartmanns Installation erleben, wie viel Lust und Energie, Farbe und Formenfülle sich aus Verwundung und Verwunderung, Wohlstandsmüll und Verpackungsmaterial, Überfluss und Schein, Kitsch und Kunstwollen schöpfen lassen. Alles hat einen Wert, jedoch nicht den, der sich auf ein Preisschild schreiben lässt. Statt der Ökonomie des Mangels zu huldigen und sich dem Spar-Zwang zu beugen, wird hier in barocker Manier verschwenderisch in die Vollen gegriffen. Sie können das genießen und dabei etwas verstehen, was in Worten nicht ausgedrückt werden kann. Und deshalb müssen Sie tatsächlich hier sein und sehen; nicht um zu sehen, was sie nicht glauben können, sondern um zu sehen, was nicht zu beschreiben ist. VERSORGE DEINE WUNDE. VERSORGE DICH.
Schweifen Sie umher, entdecken Sie die Gastbeiträge von Gerald Domenig, fabelhafte Tiere und transsexuelle Skulpturen, die Eierkartons und das kubistische Bildnis und vieles mehr. Die Möglichkeiten scheinen unendlich, Bezüge und Deutungen herzustellen. Seien Sie nicht geizig!"
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Schauen Sie selbst, wenn Sie in Frankfurt am Main sind. Bis zum 28. Juni in der Weißfrauen Diakoniekirche Gutleutstraße/Ecke Weserstraße. (Nur 5 Minuten zu Fuß vom Frankfurter Hauptbahnhof).
Fotos: Morel [Link/Kommentar]
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Unvatertägiges Argo- und GalouyeJournal des Donnerstags, dem 17. Mai 2012. Abends…
Vor 3 Stunden … Lesen ▼
10.35 Uhr:
[Arbeitswohnung.]
Dann doch die Einladung I.R.s angenommen, um viertel nach acht hier aufgebrochen, dann ging das bis nach ein Uhr nachts; ich lag kurz vor zwei im Bett. Also kam ich erst um halb sieben hoch. Na gut. An Argo, ff: Der Text erwähnte nun schon so mehrfach Dietrich von Bern, daß ich die Sage aus dem Board herunterholte und noch einmal ganz las, mit dem Nachspiel in den Nibelungen, Etzels Saal, das Gemetzel, schließlich Dietrichs seltsam der Himmelfahrt Mohammeds ähnelndes Ende; daß der Rappe Buraq gewesen, wird indes nicht erzählt.
Abermals der Eindruck einer höchst groben Sagenstruktur, grob an Character, grob an Ausarbeitung, imgrunde wird immer nur draufgehauen. Spannend allerdings die Grausamkeit der oft als so zart hintertragenen Krimhild, der späteren Gattin und Rächerin Siegfrieds: hier ist die Rächerin schon als unberührt empfangene Gewaltlust da. Bestellt die Veroneser ein, damit Blut fließe; wer je den Zweikampf gewinnt, bekommt einen Kranz und einen Kuß auf den Mund, von ihr, ja, der Jungfrau. Insgesamt vergibt sie über sechzig solcher Küsse. Dann immerhin doch noch etwas mehr als drei Argo-Seiten von den täglich geforderten vier geschafft; allerdings nun in zeitlicher Drängnis. An die Galouye-Montage werde ich jetzt erst kommen. Das Cello muß bis zum Nachmittag warten, wenn mir ohnedies mein Junge wieder Unterricht gibt. Gemeinsam danach zur Familie hinüber, wo ich den Abend verbringen möchte mit ihm, den Zwillingskindlein, लक्ष्मी. Da sollte die Montage denn mit allen nunmehrigen Einschüben stehen, vielleicht auch schon die Akkordeon-Klänge wenigstens roh untergelegt an den Stellen, die das verlangen.
Till Kreuzer war da, guter Kontakt, und sein Partner von >>>> i.e., so waren denn das Urheberrecht wieder Thema, und seine möglichen Alternativen. Die beiden haben ein Konzept, von dem ich einiges vermute; nur sprechen sie nicht frei darüber. Chili con carne gabs, und ich fürchte, wir haben zu dritt eine dreiviertel Flasche >>>> Knockando niedergemacht, die I.R. irgendwann auf den Küchentisch stellte, als wir die Biere bereits mit Eiswürfeln tranken, weil der Kühlschrank geleert war. Klug saß die Übersetzerin dabei, die für >>>> Benjamin Steins Roman Die Leinwand literarische Scoutin in die USA gewesen ist. Dann gings mit politischer Korrektheit spöttisch ein wenig hin und her, in deren, aber, gender-Gestalt. – Guter Abend,. den ich doch eigentlich schwänzen wollte.
Jetzt also an >>>> die Montage. Zum Arbeitsfortschritt vielleicht noch später ein eigener Beitrag. Und am frühen Morgen versicherte mich eine Katze ihrer sich rollenden Lüsternheit.
Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Wahre Faulheit
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… kommt von innen. [Link/Kommentar]
taberna kritika – kleine formen » Die Geister kennen das Orakel nicht mehr.
Vor 6 Stunden … Lesen ▼
Die dümmste und beliebteste Ideologie war noch immer, vorzugeben, keine zu haben.
Im Okkulten wirds immer enger und grauer. Die Sterne spiegeln längst zauberlos ihre Träume. Die Geister kennen das Orakel nicht mehr. Und auch das Göttliche nehmen sie schon in ihre Krämerhand wie einen Würfel. Alles Übermächtige hat ihnen Antwort zu geben, rätsellos und prompt.
Den zeitgenössischen höheren Wesen fehlt der Eigensinn.
Sie sind die Angestellten im Himmel. Sie erledigen ihre Aufgabe gewissenhaft: den ungeduldigen Anrufern über deren Schicksal über Karrierechancen, die Glückszahlen fürs Lotto und eine baldige Bekanntschaft mit gemeinsamer Urlaubsreise Bericht zu erstatten.
Die Anbetung des Reifen, die Herbstgesänge der Menschen ekeln mich. Schon die Saat ist zugerichtet, schon in ihr spannt sich der Zweck. Was der Ernte entgeht, was auf den Feldern nicht lohnt was aus diesem Nutzlosen gegen sie treibt und schießt … Unkraut! Es wuchert voller Gift in mir!
abgelegt in: rainer hoffmann: abduktionen, aberrationen
isla volante » windportrait 51
Vor 7 Stunden … Lesen ▼

bei starkem wind kann herr gafas die insel auch aus der vogelpespektive betrachten, aber keine angst, er arbeitet nicht für eine überwachungsfirma, ist nicht beim geheimdienst und ist kein spitzel.
herr gafas hat sicherlich auch seine geheimnisse, nur die sind ihm vermutlich selber unbekannt.
in|ad|ae|qu|at » Salon Littéraire : Literatur als Video | Brigitta Falkner : Flüchtige Architekturen
Vor 8 Stunden … Lesen ▼
Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text
Salon Littéraire : Literatur als Video | Brigitta Falkner :
Flüchtige Architekturen
Bauten : Airport Tower , Wien Schwechat | Amalienbad , Wien 1100 | Arsenal , Wien 1030 | Bürogebäude Ungargasse , Wien 1030 | Domenig- Haus , Wien 1100 | Flakturm Augarten , Wien 1020 | Haus am Naschmarkt , Wien 1060 | Kirche Am Steinhof , Wien 1140 | Matzleinsdorfer Hochhaus , Wien 1050 | Palmenhaus , Wien 1140 | Peterskirche , Wien 1010 | Plus Zwei , Wien 1020 | Raiffeisen Hochhaus , Wien 1020 | Siedlung am Tivoli , Wien 1120 | Terrassenhaus Tokiostrasse , Wien 1220 | TU- Bibliothek , Wien 1040 | Uniqa Tower , Wien 1020 | Urania , Wien 1010 | Wasserturm , Wien 1100 | Werkbundsiedlung , Wien 1130 | Wienerberg City , Wien 1100 | Wohnhaus Sechshauserstrasse , Wien 1150
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Brigitta Falkner ( Bio – Bibliographie )
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video als literatur : Prinzip i ( 1 – 3 ) video als literatur : Populäre Panoramen shortcut version ( 03:44 ) APHATISCHER MUSE REDE - Laudatio auf Brigitta Falkner anlässlich der Verleihung des österreichischen Förderungspreises für Literatur 2007 ( 11. 4. 2008 , Benedikt Ledebur ) video als literatur : collection #01 + collection #02 video als literatur : collection #03
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Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » “Warten auf Ahab oder Stadt Liebe Tod” von Leander Sukov
Vor 19 Stunden … Lesen ▼
Man hätte von Marie nicht einfach erzählen können. Sie mußte es selber tun. “Nennt mich Marie”, so heißt es zu Beginn des Romans Warten auf Ahab oder Stadt Liebe Tod von Leander Sukov. Marie ist eine junge Frau, die mit Mitte zwanzig ihr brandenburgisches Dorf verläßt und nach Berlin zieht. Bis zum Beginn des Studiums ist es noch eine Weile hin, sie sucht sich einen Job in einer Bar, sie stromert durch die Stadt, immer auf der Suche nach Liebe, aber nicht nach der, die sie bekommen kann, die stößt sie von sich, nein, sie will die Liebe finden, die sie selbst geben kann. Den, den sie lieben will, nennt sie Ahab, ihn will sie finden in dieser Stadt, die ein Wal ist für sie, der schwimmt im Menschenmeer. Doch Marie kann nicht lieben, das jedenfalls sagt sie, teilt es dem Autor mit, den sie sich erfunden hat, ein älterer Mann, der beim Schreiben vorgibt, eine junge Frau zu sein, ein Autor, der ihr übers Haar streicht und ihr zuhört, wenn sie erzählt von jenen ersten Wochen in Berlin.
Wer sie liebt, das weiß sie, dem bricht sie das Herz. So erfährt der Leser des Romans viel über diese junge Frau, ihre Gedanken, ihren Zorn, ihre Ängste, mit wem sie trinkt und mit wem sie schläft, wo sie politisch steht und was sie denkt über ihr Land, die DDR und die alte BRD, die es beide nicht mehr gibt, wenn auch nicht auf die gleiche Weise. Diese Marie steht dem Leser und der Leserin jedenfalls ganz und gar vor Augen, lebendig, unnahbar-nah, man folgt ihr gespannt in jede Verwirrung und in jede Lust hinein und fragt sich die ganze Zeit, ob sie den finden wird, den sie so verzweifelt sucht, den Menschen, den sie lieben kann.
Leander Sukov ist ein ausgesprochen lesenswerter Roman gelungen, der Berlin nicht etwa als Kulisse nutzt, sondern sich in dieser Stadt ereignet. Es ist, und das hat mich in den Text geradezu hineingezogen, nicht mein Berlin, denn jeder hat sein eigenes, sondern das dieser jungen Frau, die mir vielleicht nicht einmal besonders aufgefallen wäre, hätte ich sie gesehen, in der Kneipe oder spazierend im Park. Sie ist eine der Vielen, die jetzt und hier leben, die ich nun aber, nachdem ich den Roman ausgelesen habe, zu kennen und ein wenig zu verstehen glaube, weil ich sie lesend erspürt habe. Mehr kann man von einem Roman nicht verlangen. Eigentlich ist Warten auf Ahab, dieser Gedanke kam mir immer wieder beim Lesen, aber natürlich nicht nur ein Roman über diese Frau, sondern einer über den Strom der Zeit und das Schicksal und all die kleinen und großen Fluchten, Taten und Träume, die das Leben ausmachen. Doch lesen Sie am besten selbst!

Leander Sukov: Warten auf Ahab oder Stadt Liebe Tod. Roman, 279 Seiten, Kulturmaschinen 2012
Matthias Kehles Lyrik-Blog » Matthias Kehle museumsreif
Vor 21 Stunden … Lesen ▼
Originalmanuskript in der Ausstellung "Literatur in Baden-Württemberg 1970 – 2010" zum 60jährigen Landesjubiläum im Karlsruher Museum für Literatur am Oberrhein. Links im Bild der Verfasser, rechts das Manuskript zu dem Gedicht "Drahtamseln", links in der Vitrine das Kuschelkissen, das Markus Orths bei seinen Lesereisen fürs Hotel dabei hat.
(c) Foto: Matthias Walz. Danke!
[Link/Kommentar]
e.a.richter » D-31 KLEINE MORGENEVOLUTION
Vor 23 Stunden … Lesen ▼
wie frisch geschlüpft beginnt
dieser Tag am Fluß mit
trichterbauenden Ameisenlöwen;
an einer erstarrten Kröte schleifen
Nattern vorbei; lautlos in einen Igel
verkrallt sich ein Uhu, zerreißt ihn
unter dem Überhang für seine Jungen
in verdauliche Stücke; blauflügelige
Libellen verschwinden sekundenlang
im spiegelglatten Wasser, wo weiter draußen
zwei kleine Füchse tolpatschig paddeln;
langbeinige Wespen in Scharen –
stopfen grüne, genau passende Raupen
in Sandlöcher, verschließen sie sorgsam.
Doch hier bei mir Nachhallrauschen, Dachrieseln,
Westwind durch die porösen Mauern,
kalter Schauer. Vielleicht nur ein Warnbild
der Überlebensunruhe, zur Selbstklärung:
ich bezeichne die im Fenster erscheinende
Lichtspirale als Ersatz für die Schreibhand,
ihre Schraubbewegung, die sich entfaltet
zu einem planetarischen Kreis,
nach oben oder auch unten hin
offen, der saugt, ohne Erbarmen
(1999)
(Erschienen in: Das leere Kuvert, Bibliothek der Provinz, 2002) [Link/Kommentar]
Gleisbauarbeiten » VERLIERT DIE HOFFNUNG NICHT. (Kunst kann)
Vor 26 Stunden … Lesen ▼
Heute Abend, 19.00 Uhr
Thomas Hartmann: MOUNTAINS OF DISBELIEF Weißfrauen Diakoniekirche Frankfurt a. M. Gutleutstraße/Ecke Weserstraße [Link/Kommentar]
Turmsegler » Instant – nicht kostenlos
Vor 26 Stunden … Lesen ▼
••• Mitunter schreibt man auch brav auf eine bestimmte Zeichenanzahl, und dann muss gekürzt werden. Das »Börsenblatt« hat mir gestattet, hier die vollständige Version meines Beitrags zur Urheberrechtsdebatte zu bringen, den ich für den Druck um ein Drittel kürzen musste.
Seit Monaten tobt die Debatte um die Forderungen der Piratenpartei zur Neufassung der Urheberrechtsgesetzgebung. Piraten, namhafte Netizens und Künstler melden sich mit Statements zu Wort; und gelegentlich kommt es sogar zum gemeinsamen Gespräch wie etwa kürzlich zwischen dem Musiker Jan Delay und dem Piraten-Abgeordneten Christopher Lauer im »Spiegel«. Da heißt es dann mal locker »Abschalten, Digger« und liest sich kurzweilig, aber der Grundeindruck bleibt: Da wird aneinander vorbeigeredet. Die einen verstehen nicht, was die anderen fordern, und schon gar nicht warum. Ich schüttele da oft den Kopf. Als IT-Berater, der eben auch Autor ist, stehe ich mit je einem Bein in beiden Lagern. Die Ängste und Nöte der Kulturschaffenden sind mir allzu vertraut, und immerhin verstehe ich die mitunter nerdige Sprache der Piraten und kenne die technischen Gegebenheiten der Netzwelt, in der ihre Forderungen nach einem deutlich veränderten Urheberrecht aufgekeimt sind. Das Problem ist: So unrecht haben die Leute mit ihren Forderungen nicht; nur werden sie sich, solange sie nicht zu einer Sprache finden, die auch außerhalb der eigenen Kreise verstanden wird, weder mit den Künstlern noch mit den sogenannten Verwertern verständigen oder auch nur eine fruchtbare Debatte führen können.
Ist das Urheberrecht obsolet? Sicher nicht! Muss es an die Gegebenheiten des Netzzeitalters angepasst werden? Unbedingt!
Die geforderte Verkürzung der Schutzfristen ist meines Erachtens überfällig. Dass die Erben großer Künstler über mehrere Generationen ihr Leben fristen als Verweser der Rechte an einem Werk, das sie nicht selbst geschaffen haben, wollte mir noch nie in den Kopf. Künstlerische Arbeit ist Arbeit. Sie soll, wenn sie denn jemand will, entlohnt werden, und also braucht es einen gewissen Schutz, solange der Urheber lebt. Dieser Schutz kann nicht unmittelbar mit dem Tod des Urhebers enden. Auch die Investitionen eines Verwerters – etwa eines Verlages – sind für eine gewisse Zeit schutzwürdig, doch sicher nicht länger als die geforderten 25 Jahre. In diesem Zeitrahmen muss ein Kaufmann auf seine Kosten gekommen sein.
Das Wort »Kaufmann« führt zum nächsten wichtigen Punkt. Es braucht, wenn Kunst an den Mann und die Frau gebracht werden soll, drei Parteien: Künstler, Kaufmann und Publikum. Oft übernimmt der Künstler den kaufmännischen Part und kann in diesem Bereich nicht mehr als dilettieren. Wenn ich Literatur machen will, dann will ich Literatur machen und nicht doppelte Buchführung, Kalkulation und Marketing-Planung. Das ist nicht meine Aufgabe. Andere können das besser, und es ist nur recht und billig, dass sie durch diese Arbeit ihr wirtschaftliches Auskommen haben. Künftige Szenarien werden nur funktionieren, wenn alle drei Parteien etwas davon haben. Es mag sein, dass es weniger sein wird als heute, aber etwas muss bleiben.
Das Publikum muss verstehen, dass die Werke ohne Künstler und Kaufmann nicht oder nicht in gleicher Qualität existieren und in aller Regel nicht bis zu ihm durchdringen würden. Künstler und Kaufleute hingegen müssen verstehen, dass sie sich in einem Markt bewegen. Da gibt es kein Anrecht auf Pfründensicherung. Digital Rights Management ist ein Graus für den zahlenden Kunden. Es schmälert die Attraktivität digitaler Angebote derart stark, dass allein aus diesem Grund Schwarzkopieren oft näher liegt, als für Unbequemlichkeit und DRM-Gängelei auch noch freudig zu zahlen. Darüber muss man eigentlich nicht mehr diskutieren. Die Musikbranche hat das alles bereits durchexerziert. Auf iTunes wie auf Amazon ist das DRM-Trauerspiel unterdessen beendet. Umsatzeinbrüche gab es deswegen nicht, sondern mehr zufriedene und damit auch zahlungswillige Kunden.
Der gerade im Netz herschende Wunsch nach »instant gratification« bedeutet: sofort und bequem, nicht aber zwingend kostenlos. Der überwältigende Erfolg von iTunes beweist dies nachdrücklich. Nicht das preiswerteste, sondern das komfortabelste Angebot setzt sich durch. Ich gehe nicht in eine Buchhandlung, um Papyrus-Rollen oder gar Tontäfelchenkisten nach Hause zu tragen. Statt zu zetern, sollten die Kaufleute sich also Gedanken machen, wie sie ihre Produkte marktgerecht gestalten. Dann regelt sich das mit dem Umsatz auch.
Völlig im Recht sind die Piraten, wenn sie fordern, nicht zu kriminalisieren, was schlichtweg nicht zu verhindern ist: rein privates Kopieren und Tauschen von gekauften Inhalten. Kommerzielle Vermarktung von Hehlerware durch Download-Portale muss unterbunden werden, aber dafür braucht es noch nicht einmal neue Gesetze, denn Hehlerei steht bereits unter Strafe. Auch hier muss man den Kaufleuten klar sagen: Ihr könnt euch den Markt nicht machen, wie ihr ihn wollt; ihr müsst ihn nehmen, wie er ist und das beste draus machen.
Beiden Seiten wird nichts anderes übrig bleiben, als die Macht des Faktischen zu akzeptieren. Statt sich in Gefechten um Dinge zu verschleißen, die auf Dauer ohnehin nicht aufzuhalten sind, sollte man die Energien darauf verwenden, die tatsächlich größte Herausforderung zu meistern: Wie gewährleistet man den gleichberechtigten Zugang zu Wissen, das ja nun nach wie vor häufig in Büchern steckt? Wann also, frage ich mich, kümmern sich Künstlerverbände, Universitäten und Verlage endlich um ein taugliches Konzept für digitale Bibliotheken – auch hier wieder unter Wahrung der legitimen Interessen aller Beteiligten?
für das »Börsenblatt des deutschen Buchhandels«
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Im Rückspiegel: Von Zeit zu Zeit (31. 05. 2011)
Turmsegler » Die unbegründete Angst
Vor 26 Stunden … Lesen ▼
••• Passend zu meiner heutigen Wortmeldung in der »Jüdischen Allgemeinen« finde ich eben einen Beitrag von Alvar Freude im ODEM.blog. Während ein paar Spielkinder (wie er sie nennt), die sich Anonymous nennen, persönliche Daten der Autoren recherchiert und veröffentlicht haben, um den Unterzeichnern der Resolution zu schaden, hat sich Alvar Freude die Webseiten der Autoren angesehen und versucht, sie per Mail zu kontaktieren, um ihnen einige Fragen zu stellen.
Welche Gefahren und finanziellen Probleme sehen Sie derzeit durch das Internet [insbesondere] für [Autoren|Kreative] aufkommen?Welche konkreten Vorstellungen, Wünsche und Anregungen haben Sie, wie das Urheberrecht im Internet durchgesetzt werden soll?Welche konkreten Maßnahmen stellen Sie sich zur Stärkung des Urheberrechts im digitalen Zeitalter vor?Wie sieht Ihr Konzept eines modernen Internets aus, das es den Urhebern weiterhin ermöglicht, von ihrer Arbeit leben zu können?
Nur wenige Autoren haben geantwortet. Und das Fazit aus Recherche und Befragung liest sich so:
Die meisten Urheber haben diffuse Ängste, die sie aber nicht genau begründen können; einige halten sich nicht an das deutsche Recht, und einer ist mutmaßlich selbst ein dutzendfacher Urheberrechtsverletzer.
In den nächsten Tagen will Alvar Freude an gleicher Stelle die Antworten jener Autoren veröffentlichen, die sich zu seinen Fragen geäußert haben. Mir gefällt dieser Beitrag nicht etwa wegen des Fingerzeigs: Seht mal, die sind selbst Urheberrechtsverletzer und halten sich nicht an die deutschen Gesetze! ‐ er gefällt mir, weil deutlich wird, dass das ganze Bohei in dieser Debatte auf Unwissen und Halbwissen beruht.
Aufklärung, Bildung und gemeinsame Diskussion wären daher zu wünschen. Wie das sinnvoll gestaltet werden könnte? Vorschläge sind willkommen.
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Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » Alles so schön bunt hier, denn Geld regiert die Welt
Vor 26 Stunden … Lesen ▼
Wer gegen wen – das ist hier die Frage! Wenn etwa auf steigende Nahrungsmittelpreise gewettet wird, also diejenigen Menschen nach Gewinn streben, die ihr Geld anlegen, während diejenigen Menschen hungern, deren Geld nicht mehr reicht, sich zu ernähren, dann gewinnt der Stärkere gegen die Schwachen. Der Handel mit Rohstoffpapieren ist aber keine geheime Aktion dubioser Regime, es ist einfach Börsenrealität. Gelegentlich wird dies auch in der Presse erwähnt, nun gibt es eine Kampagne von Oxfam gegen diese perversen Umtriebe. Auch um Geld geht es, wenn Leistungen erbracht werden, die der Erwirtschaftung des persönlich notwendigen Lebensunterhaltes dienen, wenn es also nicht darum geht, überschüssiges Geld für sich “arbeiten” zu lassen.
Der Interessenausgleich zwischen allen Marktteilnehmern ist natürlich grundsätzlich immens wichtig, es ist ein ständiges Ringen auf Grundlage von Regeln, Gesetzen und Übereinkünften, die alle letztlich, vereinfacht gesagt, der friedlichen Koexistenz dienen. Die Nichtanerkennung von Gewerkschaften und deren brutale Bekämpfung durch mächtige Arbeitgeber ist hierzulande Teil der Geschichte, durchaus aber auch gegenwärtige Realität, etwa in China. Immer geht es den Wohlmeinenden und Friedfertigen aller Zeiten im Kern aber darum, zu erreichen, den jeweils Anderen und seine Interessen zu respektieren, um so zu einem Ausgleich zu kommen, mit dem alle möglichst gut leben können. Das muß durchaus kein Kompromiß sein, bei dem man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt, sondern es kann auch eine wirkliche Lösung sein, die aber von allen Seiten einige zusätzliche Anstrengung verlangt. Letztlich spielt natürlich wieder das Geld seine Rolle, das im schlimmsten Fall der eine sich verdient hat und das der andere nicht zahlen will, weil er die Ware oder Dienstleistung möglichst umsonst oder doch wenigstens gemäß seiner eigenen Vorstellungen haben möchte.
Sibylle Lewitscharoff schreibt nun in der FAZ: “Was für eine Verachtung gegenüber der geistigen und künstlerischen Tätigkeit! Welche Ignoranz gegenüber der Vielzahl an Berufen, die sich darum herum gruppieren, ja, die das Gelingen, die Betreuung und Verbreitung der dabei entstehenden Produkte überhaupt gewährleisten!” So ist es, es gibt viele Menschen, die mit den Produkten der geistigen und künstlerischen Arbeit ihr Geld verdienen, wobei die Künstler selbst oftmals nicht unbedingt angemessen entlohnt werden – auch das ist eine weiterhin zu führende Auseinandersetzung. Insgesamt aber, als die von Lewitscharoff angesprochene Gruppe, sollte man gegenüber der Geiz-und-Gier-Bewegung doch eine ausreichend starke Position haben, um der Macht des faktischen Klauens von Produkten geistiger und künstlerischer Arbeit etwas entgegenzusetzen. Nur mal zur Klarstellung: die von wankelmütigen Protestwählern in die Parlamente gehobenen Piraten sind weder koalitionsfähig noch haben sie einen direkten Einfluß auf die Gesetzgebung. Aber, und das ist das gefährliche Moment dabei, sie schüren, selbst wenn es nicht Absicht ist, wovon ich ausgehe, den Haß gegen das vermeintliche Establishment, bestehend aus Künstlern und “Verwertern”. Unkenntnis, Bildungslücken, Selbstüberhebung und jugendlich-männliche Emotionalität bilden so eine Melange, was sich ja nicht zuletzt zeigt in jener Aktion der Anons, die mit Gewalt in die persönliche Datenwelt von Unterzeichnern des Wir-sind-die-Urheber-Aufrufs eingedrungen sind, indem sie sensible Daten online gestellt haben. Das ist die schöne neue Welt, man tritt nicht mehr Türen ein und verschleppt Menschen, man hackt Daten und gibt diese preis. Ziel dieser Aktion ist es, Angst zu machen, Menschen davon abzuhalten, den Aufruf zu unterschreiben, um so die eigene Macht zu demonstrieren und zu verdeutlichen, wer der Stärkere ist. Dabei ist es dringend notwendig, miteinander zu reden, um die Positionen der “anderen Seite” kennenzulernen, wie dies Frank Schirrmacher ganz richtig darstellt, anstatt sich zu bekämpfen. Ein Kampf der Medien-Kulturen sollte jedenfalls vermieden werden, denn dann gäbe es am Ende fast nur Verlierer, während die Gewinner in den Konzernzentralen sich die Hände rieben; je weniger kleinteilige, in sich funktionierende Märkte es gibt, desto profitabler wird deren globales Geschäft funktionieren, denn Geld ist ja trotzdem immer im Spiel, selbst wenn viele Einzelne keines haben, bekommen oder bezahlen wollen.
Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Kiss me
Vor 28 Stunden … Lesen ▼
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