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Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » A. D. V Non. Iul. Anno 2762 a.u.c.
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Fünfter Tag vor den Nonen. Dies nefastus.
Ich habs: Keraban, der Starrkopf. Denn ein merkwürdiger Satz entstand in mir: Der Türke (was für ein Türke?) in mir hockt am Schwarzen Meer. Und Keraban, bei Verne, weigert sich (glaub ich), irgendeinen Mehrpreis für die Fähre übers Goldene Horn zu bezahlen, und beschließt daher, lieber rund ums Schwarze Meer zu reisen, um auf die andere Seite des Goldenen Horns zu gelangen. Der entsprechende Band (sicher eins dieser arg gekürzten Fischer-Taschenbücher, dies damals gab, als ich sie in der Wolfsburger Mansardenwohnung las) mufft noch vor sich hin auf einem Dachboden in Niedersachsen. Denn hier steht er nicht. Eine Autoladung noch, dann bin ich (nach vierundzwanzig Jahren) endlich hierher umgezogen. Mir ginge es wie den Antennen der Schnecken, zwar aufmerksam, aber langsam. So unsinnig formulierte ich die Antwort auf die Frage nach meinem Befinden im Anschluß an einen Gruß aus dem Baltikum, den S. dann doch noch per sms schickte (fantastico seis (das Begeisterungsbegehren der Italiener: stupendo, strepitoso, meraviglioso, carino, also ma ganz ehrlich
(mein Verhältnis zur Wirklichkeit: abwägendes Najá-Gerede oder begeisterte Stummheit))). Im Supermarkt die Blumenhändlerin, von der ich mir gelegentlich ein Sträußchen binden ließ im letzten Jahr. Die roten Lippen in dem blassen Gesicht über dem etwas gebückt gehenden Körper wie der Schatten des Gedächtnisses einer Blume. Ein wenig japanisch. Kurzes Lächeln beim Grüßen. Ich sollte mal wieder ein Sträußchen binden lassen, denn sie verstand es, meine Blumenideen in ein Bildliches umzusetzen. Ich hätte auch schreiben können, daß es mir wie dem Bambus auch ohne Schnittblumen ganz gut ginge, die beiden Sprossen kämen langsam, aber sicher voran. Was aber dem ohne neben der Blumenfrau ein mit gäbe, das sich darin selbst negierte, weil es ein anderes Es meint. Tatsächlich die beiden Sprossen wie zwei Antennen (Hörner), fensterwärts sich mühend. Unevident der Berg heute, da kein Regen trotz Donner, somit Dunst. Und aller Schwefel ward Schwafel.
particles » MELDUNG
Vor 7 Stunden… Lesen ▼
Durch Minenkraft wurden bei Breza eine Kuh und Baum gefällt, bei Dobrace ein Hirte. Auf dem Marktplatz zu Konjic detonierte eine Handgranate russischer Herkunft. All das heute Mittag gegen 12. >
Matthias Kehles Lyrik-Blog » Postskriptum Landesstipendium
Vor 7 Stunden… Lesen ▼
Christine Langer mailte mir gerade, dass auch Lyriker inzwischen den vollen Stipendiumsbetrag erhalten. Unter den Umständen hätte ich gerne noch ein paar Jahre gewartet, 2003 musste ich noch mit Silke Scheuermann "teilen". [Link/Kommentar]
Tage-Bau » [bnd 12] La Dolce Far Niente
Vor 8 Stunden… Lesen ▼
Es sitzt auf eines Tannenbaumes Spitze
Die Amsel, und die pfeift sich einfach eins.
In Anbetracht des warmen Sonnenscheins,
Bei dem ich faul in meiner Liege schwitze,
Denkt jeder, wär dies tolle Leben meins,
Ich würde dauernd flöten. Durch die Ritzen
Des Vorhangs seh ich meine Liebste blitzen:
Trägt sie ein Oberteil? Trägt sie gar keins?
Ich wende meinen Blick zu dem Gewimmel
Der Bienen an dem rosa Rosenstock.
Darüber blaut ganz unverschämt der Himmel.
Sie trägt kein Höschen, keinen knappen Rock,
Am Busen pendelt irgendein Gebimmel:
Ich frag mich jetzt, wie ich sie zu mir lock.
logbuch isla volante » ans meer
Vor 9 Stunden… Lesen ▼

im atelier bereite ich den teesatz zum trocknen auf dem fussboden aus. hinterher fahre ich mit dem rad an den strand.
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Die Menschen lügen mit der Sprache. 0.3. 07. 2007. Paul Reichenbachs "Kreta".
Vor 10 Stunden… Lesen ▼
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"Ihr Mann ist Tod und lässt Sie grüßen."
“Es besteht kein Zweifel, dass Wörter, mit denen viel gelogen worden ist, selbst verlogen werden. Man versuche nur,
solche Wörter wie Weltanschauung", Lebensraum", ,,Endlösung" in den Mund zu nehmen: die Zunge selber sträubt sich und spuckt sie aus. Wer sie dennoch gebraucht, ist ein Lügner oder Opfer einer Lüge. Lügen verderben mehr als den Stil, sie verderben die Sprache. Und es gibt keine Therapie für die verdorbenen Wörter; man muss sie aus der Sprache ausstoßen. Je schneller und vollständiger das geschieht, um so besser für unsere Sprache. Aber wie ist es eigentlich möglich, dass Wörter lügen können? Lügen auch die Wörter Tisch", Feuer" und Stein"? Es ist doch gewiss, dass die Tyrannen, die uns Jahr um Jahr belogen haben, auch diese Wörter in den Mund genommen haben. Es geht wohl auch bei dieser Frage nicht ohne eine verlässliche Semantik1. Nicht jedes Wort kann nämlich lügen. Und es ist auch nicht so, wie eine oberflächliche Betrachtung suggeriert, dass etwa die abstrakten Wörter lügen könnten, die konkreten nicht. Die semantische Grenze zwischen Wörtern, die lügen können, und solchen, die es nicht können, verläuft woanders."… Aus: Harald Weinrich, "Linguistik der Lüge"
Morgen kommt Besuch ins Haus und bleibt bis Sonntag, ergo räume ich etwas auf und finde, neben >>>> Harald Weinrichs Lügenlinguistik, der Text war die juryeinhellig beste Antwort auf die Preisfrage der Darmstädter Akademie von 1964 Kann die Sprache Gedanken verbergen?, >>>>Augusto Monterroso, Kurzprosa im Reclamformat (1 DDR Mark hat das Bändchen 1977 gekostet), die ich nur empfehlen kann. Denn kürzer wie im folgenden Text geht es, glaube ich, nimmer.
Der Traum des Käfers
Es war einmal ein Käfer namens Gregor Samsa, der träumte, er sei ein Käfer namens Franz Kafka, der träumte, er sei ein Schriftsteller, der über einen Angestellten namens Gregor Samsa schriebe, der träumte, er sein Käfer.
Notizen aus Kangerlussuaq (Das Postamt, der Atlas, die Seekarten.) » 64 Künste
Vor 10 Stunden… Lesen ▼
Gesang, Instrumentalmusik, Tanz, Zeichnen, Ritzen von Umrissen in Blätter zum Bemalen der Stirn, Anfertigen verschiedener Muster aus Reis und Blumen, Streuen von Blüten, Färben von Zähnen, Gewändern und Körperteilen, Fussbodenschmücken mit (eingelegten) Juwelen, Herrichten einer Lagerstatt, Wassermusik, Wasserspritzen (als Spiel), wundertätige Praktiken, die Arten des Kranzwindens, das Anbringen von Stirn- und Kopfschmuck, Wahl der (passenden) Garderoben, Arten des Ohrschmückens, Parfümzubereitung, Anbringen von Schmuck, Erlernen von Zauberkunststücken, Kucumāra-Praktiken, Handfertigkeit, Zubereiten verschiedener Arten von Gemüse, Brühen und (anderen) Gerichten, Herstellen von Getränken, Säften, Würztränken und Likören, Näh- und Webarbeiten, Fadenspiel, Komponieren und Spielen von Musikstücken auf der Laute und der Trommel, Komposition und Lösen von Rätseln, Rezitationsspiele, Hersagen von Zungenbrechern, Vorlesen aus Büchern, Kenntnis von Schauspielen und Erzählungen, Vervollständigen der Zeilen eines Gedichtes, Flechten von Bändern und Bambus, Drechseln, Zimmern, Kenntnis von Architektur, (Echtheits-) Prüfung von Silber, Metallurgie, Kenntnis von Juwelen, Farben und Mineralien, Praktiken der Baumpflege, Veranstalten von Widder-, Hahnen- und Wachtelkämpfen, Sprechdressur von Papageien und Predigerkrähen, Geschicklichkeit im Einreiben, Massieren und Frisieren, Erzählen mit Hilfe der Fingersprache, die Arten von Geheimsprachen, Kenntnis der Provinzdialekte, Herrichten von Blumenwagen, Kenntnis der Vorzeichen, des Alphabets der Diagramme, der Gedächtniskunst, gemeinsames Rezitieren, in Gedanken (erfolgendes) Abfassen von Gedichten, Kenntnis der Lexikographie, der Metrik, der literarischen Arbeit, Arten der (Verstellung durch) Gestikulation, Verkleidungen, Arten des Glücksspiels, Würfelspiel, Arten der Kinderspiele, Kenntnis der Wissenschaften von den Anstandsregeln, Strategien und Leibesübungen - das sind die 64 Wissensgebiete, welche Glieder des Kāmasūtra sind.
Keine Chance!!! Muss ich mich allen Ernstes um eine Wiedergeburt bewerben, um nicht ständig von vorn anfangen zu müssen? Wieso deprimiert mich das jetzt?! Dieser scham- und masslose Anforderungskatalog könnte doch genausogut von mir stammen. Ja, mindestens soviel erwarte ich (farb-quantitativ und phantast-qualitativ) von Anderen, vor allem aber von mir selbst (wohl deshalb kann ich noch immer rein gar nichts). Also nennt mir mal einen, der alle nötigen Talente hätte, und der so bunt und breit wäre, um sich überhaupt für all das zu interessieren, geschweige denn so tief, wenigstens 28 Künste zu erlernen (ich glaube das ist es, was mich deprimiert)! Auch wenn ich die Schwerpunkte ein klein wenig verschieben würde: etwas weniger Tussi-Kram (das ganze Klamotten-, Schmuck- und Parfüm-Tamtam könnte man doch unter einer einzigen Wissenschaft zusammenfassen), dafür mehr Handfestgemütliches, wie die Kunst des Schlachtens und des Feuermachens oder die Auffindung und Entfernung von Zecken. Das Gemüse muss natürlich raus, sonst würgt man ja immer noch, wenn man bald darauf zum Kapitel über die Umarmungen kommt. Fleisch eröffnet da ganz andere Dimensionen. Dann möchte ich dem Lehrmeister noch ein paar Fragen stellen. Zum Beispiel, ob das Anbringen von Kopfschmuck an Kühen und die Echtheitsprüfung von Dollarscheinen auch gilt (diese beiden Dinge kann ich nämlich, immerhin!!), ob man die Wassermusik selber erfinden darf und ob zum Färben der Zähne auch Coffein, Tein und Nikotin zugelassen sind. Aber ich glaube schon. Vātsyāyana ist ja sehr kulant, letztlich verweist er immer darauf, dass man nach eigenem Ermessen entscheiden und die Regeln nicht zu starr interpretieren sollte. Überhaupt alles so pragmatisch und entspannt. Ich werde alt (oder wurde ich schon zigmal wiedergeboren, jedesmal reset?!). [Link/Kommentar]
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » so…..
Vor 12 Stunden… Lesen ▼
…. was will ich?. nicht bis zur rente in diesem job arbeiten. was will ich noch?. ich will ans wasser. direkt am wasser leben und arbeiten. eventuell doch in meinem job?. n e i n. was tun?. nach möglichkeiten suchen, innerhalb der nächsten zwei jahre die grundlagen eines jobs zu schaffen, mit dem ich an der see arbeiten kann. welche voraussetzungen habe ich?. eine medizinische ausbildung, eine im bereich fitness, zwei kaufmännische ausbildungen, ein diplom. welche jobs werden im bereich ostholstein an der ostsee angeboten?. gesundheitswesen, bürojobs, einzelhandel…. gastronomie. büro, einzelhandel und gastronomie scheiden aus. ergo bleibt das gesundheitswesen. hab mich schlau gemacht, einen plan ausgearbeitet, den ich umsetzen werde, was bedeutet, daß ich noch zwei jahre in diesem meinem jetzigen job arbeiten werde. im dezember beginne ich hier in hamburg mit einer zweijährigen nebenberuflichen ausbildung, hab mich heute angemeldet. auf welche art und weise ich diesen job dann ausüben werde, weiß ich heute noch nicht. mir böte sich die möglichkeit als angestellte zu arbeiten, oder mich selbständig zu machen. ich denke tatsächlich an eine praxis…. und zwar zusammen mit meiner schwester, dies ist erstmal aber nur ein gedanke der schwestern. sie als ergotherapeutin, ich als ausgebildete masseurin mit abschluß, die die normale massage und die reflexzonenmassage, entspannungstherapien, rückenschule, hot stone, lomi Lomi, und die ayurvedische massagetherapie (dies als hauptschwerpunkt) anbietet, yoga und meditation war eh schon immer mein ding, ach ja, hab ja auch noch mehrere jahre buddhismus studiert. mit dieser grundlage finde ich an der ostsee überall einen job. die anzahl der ausgeschriebenen stellen ist immens. ich weiß, daß ich in zwei jahren 52 jahre alt werde… na und?.
ich habe diesen meinen jetzigen job satt, und zwar bis oberkante unterlippe. mein chef hat sich letzten dienstag mir gegenüber so daneben benommen, daß ich mehrere tage ganz benommen war. seine frau rief gestern im büro an: "wie geht es ihnen." "nicht so gut." "ich habe ihm die leviten gelesen, er wird sich bei ihnen entschuldigen." "das hat er in der letzten zeit bereits mehrere male getan." "wenn er sich bei ihnen bis montag nicht entschuldigt hat, rufen sie mich an." "nein, das werde ich sicherlich nicht tun. ihr mann braucht keine assistentin, er braucht eine mutter der nation mit einer ziemlich klaren kristallkugel." "ich weiß garnicht, was ich sagen soll, es tut mir so leid." "sie kennen ihn, sie sind seit über 25 jahren mit ihm verheiratet." "ja… deshalb ruf ich ja auch an. was wollen sie jetzt tun?". "ich werde es nicht mit ihm klären, ich werde es für mich klären." "wie meinen sie das?" "ich muß für mich entscheiden, ob ich die nächsten jahre so mit ihrem mann arbeiten kann, aber vor allen dingen, ob ich das will." "sie sind nicht die erste assistentin, von der ich das höre. ich weiß, daß er schwierig ist." "wenn er n u r schwierig wäre, ginge das ja noch, was er sich da leistete, geht auf keine kuhhaut, er bat mich danach zum gespräch, ein wort gab das andere, ich knallte ihm alles um die ohren, was er nicht hören wollte, denn er ist derjenige, der völlig unstrukturiert arbeitet, aber erwartet, daß die assistentin das alles auffängt." "und?… was hat er gesagt?" "das ist das leid der assistentin." "w i e b i t t e?" "genau das sagte er."
es reicht, ich hab von diesem job die schnauze voll. ich würde lieber heute als morgen alles hinschmeißen, aber das wäre ziemlich unüberlegt. also werde ich diese zwei jahre noch durchhalten, unter anderem auch deshalb, weil mein jetziger verdienst mir die möglichkeit gibt, diese ausbildung zu finanzieren. ich werde so kooperativ wie möglich, und so höflich wie nötig diese zwei jahre mit ihm arbeiten, künftig aber wird er keine chance mehr haben, sein bild, welches ich von ihm habe, irgendwie revidieren zu können. das hat sich jetzt komplett erledigt. ich sehe jeden tag das gesicht einer kollegin, die aushält, weil sie für sich keine andere chance mehr sieht…. so will ich nicht 63 jahre alt werden. punkt.
rheinsein » Aachen
Vor 13 Stunden… Lesen ▼
Aachen ist eine der am weitesten vom Rhein entfernten rheinischen Städte. Am Bahnhof grüßen Ochsenaugen aus den Bäckereivitrinen, Printen pflastern meinen Weg in die Innenstadt, deren Halbwelt der Dichter HEL in den Achtzigern in ebenso grandiosen wie unbekannt gebliebenen Langgedichten besungen hat. In der Elisengalerie, moderne Shopping Mall, ragt eine wunderbar chaotische Skulptur mittels Hindernisstangen gebarrter Springpferde unter die Decke. Überall in der Stadt weisen weitere, durchaus originelle Pferdeskulpturen aufs CHIO. Erdbeerfrappée im Elisenbrunnen Café, hinter dem frühe Feuerstein-Siedlungsspuren und Römerzeitliches freigelegt und ans Tages- bzw ins Museumslicht gezogen werden. Aachen kommt von altdeutsch aha=Wasser, zahlreiche Brunnen und auch ein Tümpel zieren das Stadtbild, heiße Quellen und Wasserläufe blubbern und rinnen unterirdisch, bisweilen auch eingefaßt dahin, allein was fehlt: ist ein frischer mächtiger greifbarer Fluß, auf den keine Stadt von Rang verzichten sollte. (Was Aachen umfließt, nomina sunt omina, heißt Wurm und Rur.) Der berühmte Kaiserdom wurde mithilfe des Teufels erbaut. Als den Aachenern das Geld für den Dombau ausging bot ihnen Luziferus Abhilfe unter der kleinen Bedingung, ihm solle die erste Seele gehören, welche das fertige Domportal durchschreite. Die Aachener dachten nach und schickten schließlich einen Straßenköter vor. Derart gelinkt geriet der Teufel beim Seelenabholen in Rage und schlug die Domtür zum rauschenden Abgang so heftig zu, daß er dabei einen Daumen verlor, der bis heute im Eingangsbereich des Domes schwefligböse dünstet, weil er irgendwie unglücklich ins Türschloß geraten ist. Das Aachener Domkapitel lobt ein goldenes Kleid aus für denjenigen, dem es gelingt den Daumen hervorzuholen. Wie sehr allerdings Aachener Versprechen in Teufelsdingen zu trauen ist, erzählt die Geschichte selbst. Die noch weiter geht. Der Teufel wollte die Aachener Schmach nämlich nicht auf sich sitzen lassen. So stürmte er auf die Gestade der Nordsee zu, wo er zwei prall gefüllte Säcke Strandsands requirierte, um Aachen ein für allemal damit zuzuschütten. Unter ebenfalls praller Hochsommersonne wurde ihm die Schlepperei jedoch schwer. Knapp vor den Toren der Stadt, die er aus einer Senke aber nicht erkennen konnte, begegnete er einer ärmlichen Marktfrau mit zerschlissenem Schuhwerk und fragte sie, wie weit es noch bis Aachen sei. Die Frau hatte den finsteren Gesellen sofort an Pferdefuß- und Schwanzmerkmalen identifiziert und sagte schlau: „Mein Gott, bis Aachen ist es ja noch ewig, so lang lauf ich schon von dort bis hierher, daß meine Schuhe beginnen, von den Füßen zu fallen.“ Da verlor der Teufel die Lust an seiner Rache und schüttete die Sandsäcke an Ort und Stelle aus, wodurch der heute städtische Lousberg entstand, der eine prima Sicht auf Stadt und Umland und bisweilen sogar Literaturveranstaltungen im Freien bietet. Lous aber bedeutet im Oecher Idiom schlau und bezieht sich auf die gerissene Marktfrau oder auch die gesamte katholische Stadtbevölkerung, die sich als zu clever für den Antichristen erwies.
Turmsegler » Totale Vertwitterung
Vor 13 Stunden… Lesen ▼
••• Ihr habt es nicht anders gewollt. Der Turmsegler ist jetzt total vertwittert. Bei neuen Beiträgen und Kommentaren sollten auf @Turmsegler entsprechende Updates erscheinen. Wir werden sehen. Ebenfalls neu sind die Social-Network-Buttons am Ende eines jeden Beitrags. Per Klick könnt ihr so bei Bedarf den betreffenden Beitrag tweeten, diggen und stumbleuponnen und und und … Zum Lesen wird hier keiner mehr kommen, nur noch zum Klicken.
Im Rückspiegel: Mit Haien und Rochen Auge in Auge (03. 07. 2008)
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Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Kritik der Kritik: Onetti, Vargas Llosa, Kehlmann & Ottmar Ette. 03. 07. 2009….
Vor 15 Stunden… Lesen ▼
Manchmal sind es Kleinigkeiten, ein hingeworfener nebensächlich scheinender Satz, eine kurze fast nicht zum Thema gehörende Bemerkung, die beim Lesen eines Textes plötzlich stutzig machen. So kann man z.B. heute im Feuilleton der FAZ über die Onetti -Veranstaltung mit Vargas Llosa und Kehlmann im >>>Instituto Cervantes über den Moderator >>>>Ottmar
Ette und dessen Bemühen, die etwas eitlen Beiträge von Llosa und Kehlmann wieder hin zum eigentlichen Thema, Reisen ins Fiktive zu führen, lesen: Nicht das uralte Motiv des Reisens, das der eher dozierende denn moderierende Potsdamer Romanist Ottmar Ette ständig beschwor, schlug denn auch den Bogen zwischen den Schriftstellergenerationen, sondern die Erfahrung der lebensverändernden Macht von Lektüren. Der Vorwurf des Dozierens scheint mir unüberlegt und wenn ich es recht bedenke sehr oberflächlich. Ich kann mir die Bemerkung nur mit Unkenntnis erklären. Unkenntnis darüber, dass Ette blind ist, was übrigens im normalen Lehrbetrieb, bei Vorlesungen und Seminaren, nie auffällt. Ette, ein Schüler des Freiburger Romanisten >>>>Erich Köhler, der wiederum mit >>>Werner Krauss befreundet gewesen ist, strukturiert seine Veranstaltungen sehr genau. Dass ihm die Vorbereitung in diesem Fall nichts genutzt hat, ist mehr einer egomanischen Selbstdarstellungssucht zweier selbstverliebter Schriftsteller, die sich im Werk >>>>Onettis spiegeln wollten geschuldet. Zu ein wenig Rücksicht auf Ottmar Ettes Behinderung, ein kommunikatives Eingehen auf seine Moderation, die sich am vorgegebenen Thema orientierte, sind Kehlmann und Vargas Llosa offenbar nicht fähig gewesen. Noch nie, und ich habe Ette als brillanten Referenten mit Vorträgen über >>>>Roland Barthes und Moderationen bei Veranstaltungen zum Werk von Werner Krauss wiederholt erlebt, noch nie widerfuhr ihm solche ungerechtfertigte Ignoranz.
litblogs.net - Prozesse » Begriffe, Autorschaft, Privatheit
Vor 15 Stunden… Lesen ▼
“(…) Wer sich im Metablog Litblogs.net (Fn) umsieht, wo ambitionierte deutschsprachige Literatur- bzw. Autorenblogs gesammelt werden, stellt sehr bald fest, dass Litblogs nicht die Form sind, in der “fröhliche Urständ” der Autorschaft gefeiert werden. Vielmehr wird in den auf sehr unterschiedliche Art genutzten und unter dem Überbegriff Litblog vereinten Internetprojekten das private Blog-Ich weitgehend zurückgedrängt, sei es mithilfe neutraler oder personaler Erzählformen, sei es durch Verlinkung und Montage von eigenem und fremden Bild-, Text- und Tonmaterial oder durch Reflexion des Themas Autorschaft selbst. (…)”
Aus: Renate Giacomuzzi, Zur Veränderung der Autorrolle im Zeichen des Internet. In: Lili - Heft 154. Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik. Thema: Veränderungen des Literaturbetriebs.
03 Jul 2009 02 Jul 2009 01 Jul 2009 30 Jun 2009 29 Jun 2009 28 Jun 2009 27 Jun 2009 26 Jun 2009 25 Jun 2009 24 Jun 2009 23 Jun 2009 22 Jun 2009 21 Jun 2009 20 Jun 2009 19 Jun 2009 18 Jun 2009 17 Jun 2009 16 Jun 2009 15 Jun 2009 14 Jun 2009 13 Jun 2009 12 Jun 2009 11 Jun 2009 10 Jun 2009 09 Jun 2009 08 Jun 2009 07 Jun 2009 06 Jun 2009 05 Jun 2009 04 Jun 2009 03 Jun 2009



