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Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Geschätzte Leserinnen und Leser, liebe Schwemme,
Vor 42 Minuten … Lesen ▼
nachdem aufgrund meines >>> Beitrags bei Steglitzmind wahrscheinlich Tausende von Ihnen in den nächsten Tagen hier aufkreuzen werden, eine kleine Warnung vorab:
So. Das wäre dann schon mal geklärt.
Des weiteren ist zu verkünden, dass es sich mit TT so verhält wie mit allen anderen Blogs, die von realen Menschen betrieben werden: Es gibt beste und mittlere und ganz schlechte Tage. Um letztere müssen Sie sich nicht kümmern, an solchen schweige ich. Die mittleren sind einfach mittel. (Warum sollte es hier anders laufen als draußen, hm?) Die wirklich guten Tage auf TT allerdings machen jede Mittelkeit wett. An solchen freuen sich alle, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz zu sein, nämlich hier. Leider muss ich Ihnen, liebe neue Leserinnen und Leser, mitteilen, dass sich Miss TT gerade jetzt, da sie zweifellos berühmt wird, in einer Phase recht hartnäckiger Maulfaulheit befindet; es gibt Tage, da ringt sie sich gerade mal einen Satz heraus.
Was mich zu einem weiteren Punkt bringt, der unbedingt einmal angesprochen werden sollte, im Interesse aller Blogistinnen und Blogisten dieses Planeten (drunter mach ich's nicht): Wir mögen es, wenn man uns begleitet. Nicht nur, wenn mal die Schwarte kracht, weil man aus irgendeinem unerfindlichen Grund einen Nerv getroffen hat, auf den alle anspringen, sondern auch in den ruhigeren Phasen. Oder den Schluckauf-Phasen. Selbst im Kokon, wenn gar nichts geht, wenn selbst ein Smiley zuviel der Anstrengung wäre, wünschen wir uns, dass welche kommen und neugierig an der Seide zupfen. Könnte ja sein, dass sich was aufribbeln lässt.
In diesem Sinne!
Ich geh' dann mal ein bisschen spinnen.
Herzlich, Ihre
Miss TT [Link/Kommentar]
parallalie » blumenalt
Vor 3 Stunden … Lesen ▼
parallalie » nicht die hand hielt …
Vor 3 Stunden … Lesen ▼
nicht die hand hielt
was hand verhieß
die kurze be-
rührung
auf die mutter
die tote
legt sich mein
leib
utter this
utter this
die finger
rot auf-
geschwollen
bersten
berserken
(8.5.13) [Link/Kommentar]
Guido Rohms gestammelte Notizen » Montag II
Vor 5 Stunden … Lesen ▼
Ich war heute mit meiner Frau essen. Wir waren in unserem Lieblingsrestaurant, das über Tische und Stühle verfügt. Als ich den Laden betrat, erkannten die meisten Gäste mich sofort. Es entstand ein Riesentrubel. Alle wollten ein Autogramm. Ich liebe meine Fans, daher ließ ich es mir nicht nehmen, sie zu umarmen. Das ging so etwa zwei Stunden, bis uns unser Lieblingskellner Rodrigo (Name geändert) zu unserem Stammtisch führte, den man an einem überdimensionalen Aschenbecher mit der Aufschrift “Stammtisch Rohm” erkennt. Wir rauchten und tranken Bier. Später lachten wir noch laut und dreckig. Ganz am Ende fluchten wir wie die Mähdrescher. Das sagt man hier in der Gegend so. Es ist eine der vielen Redensarten, die im übrigen Deutschland unbekannt sind. Eine andere lautet: Wie man liegt, so schläft man.
Nachdem wir uns satt getrunken hatten, bestellten wir ein Taxi, das uns zur Villa zurückbrachte.
Guten Abend, Welt
Die Veranda » GrammaTau
Vor 7 Stunden … Lesen ▼
Die Veranda begleitet seit Jahren mein literarisches Schaffen. Merkwürdige Seitenpfade wurden errichtet; alles in allem aber war sie ein Dokumentationsplatz zur Sandsteinburg. Diese ist nun so weit in einem Rahmen, daß sie demnächst ins Lektorat geht. Es dauerte sechs Jahre, dieses Buch zu schreiben. Über die Hälfte des ursprünglichen Manuskriptes wurden gestrichen, und damit fast alles, was in den ersten drei Jahren entstand. Mit dem Ende der Sandsteinburg endet auch die Veranda. Sehr viele Altlasten sind in ihrem Bauch verschwunden, vieles, mit dem ich heute nicht mehr arbeiten kann und will. Die Sandsteinburg ist das Buch, das ich schreiben wollte – und natürlich spreizen sich viele Wege von ihr ab, hinein in andere Dichtungen. Mir kommt es so vor, als könnte ich nun befreiter sein. Im Hintergrund kümmere ich mich bereits um andere Dinge. Um es genau zu sagen: um
Es dauert immer ein wenig, bis sich ein Begriff durchgesetzt hat. So tauchte GrammaTau bereits vor ein paar Monaten auf der Veranda auf. Warum die Adresse der Lärmenden Akademie das Projekt säumt, ist leicht: es gibt sie nun einmal.
Keine Tags. [Link/Kommentar]
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Mit Kinski und Saviano Parteiischkeit an Pfingsten II, das wieder leider bedeckt…
Vor 12 Stunden … Lesen ▼
11.15 Uhr:
[Arbeitswohnung.]
Dennoch will ich wieder hinaus, nachher oder gleich, um den Saviano auszulesen und dann abends meine Exzerpte in die Neapel-Notate zu tippen. Wieder, unter anderem, so ein Satz, der mir nachgeht: Die Wahrheit ist parteiisch. Könnte man sie auf eine objektive Formel reduzieren, dann wäre sie synthetisch. Unter- und am Rand von mir angestrichen, und oben auf der Seite zwei Ausrufezeichen, mit meinem Bleitstift. Die Wahrheit ist parteiisch. Dazu Kinskis frühe Gedichte, die ich im Abraum bei den Mülltonnen fand; ein Schatz, wie ich sofort erfaßte, dem eine sprachtaumelnde, enorme Prosa von >>>> Thomas Harlan voransteht, selbst ein, wie er von Kinskis Texten schreibt, glühender Wortschwall, mit dem Klaus aus dem Bergell allein nach Paris zurückkehrte, ohne je ein Wort über die Verlorne dann noch zu verlieren, über die Tote vielleicht in riesigen Sütterlin-Lettern auf Packpapier abgeladene Figuren, in alle Himmelsrichtungen auskeilende Schriftbilder, die allesamt Statuetten des in die Höhe drängenden Giacometti hätten sein können, Dorfheilige, Trinker-Mägde, herzkranke, streichholzdürre, fadenförmig sich von selbst in die Lüfte abhebende Erscheinungen in Bronze, in Schwarz und Lila, enorme, oft in Buntstift, Kohlestrichen, mit Ölkreide in die Länge gezogene, jagende, erschütterte, muskellos ins Nichts gesackte Töchterherzen, die, kaum einem kurzen Lichtstrahl der sich dem Wind öffnenden Gardine ausgesetzt, schon ihr Wetterleuchten veranstalteten, kerzenähnlich mit ihren Anspielungen auf Eiter und Karbol in einer Totenmesse Liebhabern den Weg zurück in die Wiege leuchtend: Als ich abends von meinem Lektüregang und -sitzen in der Sonne heimkam, lag mein Sohn grünblaß auf der Couch; es gehe ihm nicht gut. Er mochte irgend etwas gegessen haben, das ihm nicht bekam; zugeben tat er nur einen mittäglichen Döner. Dann schlief er ein und schlief durch bis heute morgen um neun; das sind vierzehn Stunden. Ich selbst ging um zwei ins Bett, etwas angeschickert und besorgt, hatte immer wieder mal mein Ohr an den Mund des Schlafenden gelegt, weil in dem Film, den ich sah, dauernd Leute starben. Dann, sowas um vier Uhr, schreckte ich hoch, mich beinah erbrechend: so heftig war das Aufstoßen gewesen, auch durch die Nase, was widerlich ist und mich mit dem spontanen Eindruck erschreckte, daß ich blute senkrecht stand ich im Schlafsack, in dem ich kokonartig ruhte, weil ich den schlafenden Jugendlichen nicht aufwecken mochte wegen des Bettzeugs, auf dem er, nach wie vor bekleidet, wie weggesackt schlief. Ich peste ins Bad, sah nach, mir ins Gesicht, nein, kein Blut, wirklich nur ein sauerer Aufstoßensschwall. Irgendwie die Säure aus der Nase bekommen. Legte mich wieder, schniefend, schnaubend, hustend und schlief ebenfalls bis neun Uhr durch.
Schön in der Sonne war gewesen, daß Alter keine Flirtrolle spielt anders als im Netz. In meinen Kontaktforen wird von denen, die mich interessieren, zunehmend weniger auf mich reagiert, oder es kommen Nachrichten der Art, einen Vater habe man schon. Das fällt in freier Wildbahn weg, da zählen keine Zahlen, da zählt nur Präsenz. Also genoß ich's, während ich las, zu flirten. Eine junge Frau sprach mich sogar an, wie ich da saß in meinem hellen Anzug und den edlen Schuhen aus Tanger, denen aus Stroh, die ich wie meine Augäpfel hege.
Also >>>> das Gedicht ist angegangen; heute will ich es fortsetzen, aber zuvor den Saviano zuendelesen. Vielleicht kommt auch >>>> Parallalies nächstes Gegenlektorat zum Giacomo Joyce, das dann meinerseits gleich fortgesetzt werden sollte. Und es hat sich bei >>>> Bersarin ein guter Kommentarwechsel ergeben, >>>> der um Regiekonzepte und Kritiken kreist; Kritik als Kunst, Verschiedenheit der Kunstsparten usw, hier besonders von Regietheater-Auffassungen, Ähnlichkeiten/Differenzen zu Romanen, die ebenfalls mit einer Herzkammer Interpretationen, bzw. Fortschreibungen von Topoi sind. Jedenfalls ist sein Weblog alles andere als ein, wie ich das einst genannt habe, Plauderblog. (An einer Stelle im >>>> Giacomo Joyce hatte ich gestern kurz den Impuls, twittering happily, twittering and chirping happily mit selig twitternd, twitternd und selig chattend zu übertragen entschied mich aber dagegen, weil diese Art Modernisierung zu einem falschen Assoziationshof geführt hätte; hübsch aber ist es).
Vielleicht geh ich heute abend mit der Samarkandin Wein trinken, nicht essen, weil mein Sohn noch mal vom Gulasch haben möchte, das er gestern magentechnisch nicht hätte aufnehmen können oder es wäre nachts zu einer kleinen Katastrophe gekommen, die sich aufs pure Aufstoßen kaum beschränkt hätte. Was ich immer versuche, ist, zu den Gängen des Geistes die Organe dazuzudenken, so, wie Saviano von den materiellen Erscheinungen schreibt, wie wenn man vor einem Vermeer-Gemälde stehend an denjenigen denke, der die Farben gemischt, die Leinwand gespannt und die Perlenohrringe zusammengefügt hat, statt das Bild zu betrachten. ( ) Beim Anblick eines Treppenaufgangs denke ich an den Kreislauf des Zements, beim Anblick einer Fensterfront an den Aufbau des Gerüsts. ( ) Ich sehe nicht bloß die getünchte Wand, ich denke an den Mörtel und die Mauerkelle. Unser aller Mörtel und Mauerkelle ist der Körper, er allein.
Guten Tag.
Tainted Talents (Ateliertagebuch.) »
Vor 12 Stunden … Lesen ▼
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 19.5.2013.
Vor 13 Stunden … Lesen ▼
>>>> Arbeitsjournal (Pfingsten I: Ausgießung mit kleiner Diskussion zu 3D-Filmen). Giacomo Joyce:
Lektorat bis S. 7/10 (HS-Stellen und Revision von Eigenem). Die Brüste der Béart:
Skizze des Anfangs, ff; >>>> Auszug (Dithyrambos II). Neapel-Hörstück:
>>>> Saviano-Lektüre ff, bis S.280; abends in der Sonne draußen. Diskussion/Ästhetik:
Kommentarwechsel zu >>>> Bersarins Holländer-Kritik. [Abermals mein Sohn bei mir; am Abend aber krank.]
[Link/Kommentar]
e.a.richter » FL-20 Fliege (Notizen)
Vor 14 Stunden … Lesen ▼
Summen 1
In einer Rezension zur Brodsky-Anthologie wird Fliege", ein in ausdauernder Beobachtung dahinsummendes Strophenwerk genannt, das über das Ableben eines Brummers philosophiert. Summen, brummen. Oder: Summen brummen! Brummendes Summen, summendes Brummen.
Keine Verwirrung summen"/Summen ist nur ein einfaches Homonym: das Verb summen" und der Plural von Summe". Nur im Plural ist es auch homophon. Summen" ist onomatopoetisch und hat schon im Mittelhochdeutschen so gelautet. Summe" hingegen leitet sich vom lat. summa ab, höchste Stelle, höchste Zahl (da von unten nach oben zusammengezählt wurde), Gesamtheit, Betrag, Menge, Inbegriff, und ist das substantivierte Femininum von lat. summus, der Höchste, Äußerste, Größte, Vollkommenste. So bringt die Lautlichkeit Begriffe zusammen, die in der Realität nichts miteinander zu tun haben. Doch im Vergleich zum Chinesischen sind homonyme Wörter im Deutschen relativ selten.
Die lautliche Mehrdeutigkeit kann einen jedoch auch im Zusammenhang mit Fehlschlüssen beschäftigen. Einmal nicht aufgepaßt, nicht genau hingehört schon ist eine fallacia ambiguitatis passiert, ein Fehlschluß der Mehrdeutigkeit!
Hierzu: Summen summen! Mehr gibts nicht! Summende Summen? Wo denn, im Kopf? Ja, der Kopf summt, ist voller summender Bienen. Bienen sind mir in diesem Zusammenhang näher als Fliegen. Die summen auch, aber vielleicht summe ich. Vielleicht bin ich die Summe des eigenen Summens? Ist mein Summen für mich hörbar?
Ja, ganz einfach: wenn ich alle Eigengeräusche zu einem Summen zusammenfassen wollte oder sie sich als Summen bezeichnen ließen. Ist das, was ich höre, die Summe der Eigengeräusche? Lassen sich die Eigengeräusche nicht immer auseinanderdividieren?
Im Moment höre ich ein Außen- und ein Innengeräusch. Von draußen das des Lüfters; von innen kein Summen, sondern ein Sirren, ein mir wohlbekanntes Geräusch, das sich bei Bewegung des Kopfes kurz senkt, vermengt mit Knacksen und Knirschen im Nacken.
Außerdem bin ich voller Aufmerksamkeit gegenüber Geräuschen. Sozusagen mit den gespitzten Ohren angespannt lauschend. Noch etwas? Ja, das Tippgeräusch. Es ist das dritte, das sich jetzt einblendet, und je nach Buchstabentaste verschieden. Der Anschlag der Zwischenraumtaste klingt hart und geradezu endgültig.
Jetzt habe ich doch geseufzt und kurz und ohne daran zu denken die Luft ausgestoßen. Birgit hat angerufen und angekündigt, sie werde vorbeikommen, um sich Gilmore Girls anzusehen. War das der Grund?
Ich bleibe beim Thema: zwischen Außen und Innen in der Aufmerksamkeit hin- und herzupendeln, erscheint mir so, als würde ich den Kopf abwechselnd nach links und nach rechts drehen. Links steht der Computer, das rechte Ohr sirrt. Um das zu überprüfen, stecke ich beide Zeigefinger zugleich in die Ohren. Je stärker ich die Fingerspitzen hineindrücke, desto gleichmäßiger wird das Sirren auf beiden Seiten. Damit verbindet sich aber ein dunkles insistierendes Rotieren im Hintergrund, als gäbe das drinnen einen Propeller.
(20. Dezember 2006, 08:51)
Zu Fliege. Roman eines Augenblicks (Edition Korrespondenzen, 2010). Mehr hier, hier und hier. [Link/Kommentar]
in|ad|ae|qu|at » Salon Littéraire | mark kanak : zwoelf zuegen matt , april 2013
Vor 15 Stunden … Lesen ▼
Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text
salon littéraire | Mark Kanak :
zwoelf zuegen matt .
anderssen versus zukertort , breslau 1865 – ein zyklus
4 : c2-c3, d7-d6 ( april )
das projekt “zwölf zügen matt” umfasst die zusammenstellung von texten u. bildern, die sich rund ums thema einer in Dresden 1865 stattgefundenen schachpartie zwischen zwei der damaligen grössten schachhirnen der zeit dreht. Nämlich Adolf Anderssen und Johannes Hermann Zukertort , worin der herr z. den herr a. so komplett und so schnell zerstört hat, dass es für alle zuschauer und beteiligten nicht zu fassen war, besonders weil herr a. wegen u.a der vollständigkeit seines logischen denkens so berühmt war und seit monaten unbesiegbar gewesen war.
In diesem fall geht es hier aber nicht nur um schach, sondern auch um alle themen, die nicht nur Im schach, sondern auch im” real life” vorkommen – täuschungen, die man hätte entdecken sollen, aber nicht gesehen hat, rätsel, die scheinbar leicht sind, sich über die zeit nicht lösen lassen, dazu noch gefühle der euphorie, des verzagens, ein umdenken der eigenen position (haltung), aufkeimende selbstzweifel, usw.
um das alles zu gestalten / wiederzuspiegeln, werden gedichte, kurze texte, bilder, usw. verwendet. nach 12 zügen hin und her (also nach 12 monaten) wird das zyklus im führjahr 2015 zum 150. jahrestag der partie als buch veröffentlicht.
( mark kanak )
|||

I
ich
aus holz
und flechtwerk
bestehend
bin dran
jetzt geht’s richtig los
fachwerk abgebaut
schnell!
los!
zieh!
dasselbe.
auch das noch?
the rediscovery of witches
in salem
falsch!
jetzt blute ich schon
[und jetzt schien sie ihn
doch zu hassen]
ich blute,
siehst du,
geschlagen hast du mich
oder, aber, noch nicht-
aber geschlagen hast du mich
und siehst
schon blute ich
noch nicht gezogen
und ich blute
schon
siehst du nicht schon
daß ich blute?
|||
II
die ausländische seifen sind
angekommen
die [wenn seifen das so machen können] schauen auch jetzt zu
du weißt schon, daß der zug zu einer bestimmten zeit
ausfährt
fick-fuck-italo-svevo-effekt, spätnachmittags, unterwegs,
schäbige holzhütten, auch ihn hat jetzt der rausch erfasst,
jetzt ist der HIER angekommen
hier, wo ich einst WAR
das öde bild da vor ihm
ist da
immer immer immer öde
auch ohne ihn
immer da
einfach nur-
wartemal-
look at it another way!
zunächst ist es einmal doch schräg, hier,
an so einer haltestelle
hier sollte man halten
pause machen,
nicht so
so so
so
nicht so
schnell spielen
oder?
so….
|||
III
beschreibung eines kampfes [schon wieder]
er hatte das empfinden,
sich an eine andere stelle hinstellen zu müssen
es war nach diesen worten einen augenblick totenstill in
der versammlung
rundherum geschirr,
germania
In blau
In grau
ein moment der freiheit
die zunge verschwunden
alles voll
alles da
irgendwo, draußen, lachte man, daß es von einem tor bis zum anderen schallte
auch hier, im kopf
kurz:
das leblose der leute
die
rund herum
sitzen
gähnen
husten
und
einschlafen
war nicht zu entgehen
|||
IV
ein fenster
matt erhellt,
ein zimmer dahinter
ein mann auch
der überlegt gerade
was er tun soll
unmißverständlichen erwiderungen
leere betonstreifen
der zug macht man
ohne hast und unsicherheit
anfragen, vorschlägen
irgendwo wird’s aufgeschrieben
hier wird’s eng
kleinkram und engpässe
ein glas gehoben
souvenirs werden verkauft
in der ecke stehen die männer
der doktor war so nett
vor der ampel sammeln
sich immer mehr leute
man denkt sich
ich bin die nachgeburt!
ich bin aus brei!
zieh’s mal raus!
auf dem tisch
sind die bücher, platten
ist immer gleich
ablenkung muss sein
netzstrümpfe und bluse
schwarz-weiß gestreiften bluse
oder kariert vielleicht?
wollrock auch
die musik nimmt wieder zu
wir trafen uns da vorgestern abend
der ryhthmus immer gleich
mit dem kopf leicht vor und zurück
|||
V
eine kette
aus acht bällen bestehend
man redet von einem besuch
im haus des kopfwerks
räumlich und still
der wind zieht durch
langsam und süß
man sehnt nach
glaubensräume
die’s nie gab
nach
einem schwebezustand
wo man geleitet, getrieben wird,
durch tunnels und gänge
von
luftdruck umgeben, beherrscht,
beeinflußt
auf!
am schreibtisch-
liest man nach,
sucht,
will herausfinden,
wo´s lang geht,
todesanzeige bringt nichts
wo er herkam
wo er hin soll
wenn in der zeitung nicht
nachzulesen ist
wo man hin soll
was nutzt´s mir
das nennt man “nachrichten”?
|||
VI
sie, sie ist ruhig
geschützt
wie
aber die, die
in der sehnsucht
altern?
wenn hier
bei uns
nebel herrscht,
setzt bei euch in Illinois
das tauwetter ein?
love won’t save me
deine zartheit
sanft
wie immer
durchqu
ert
mein
zimmer
aber mein
zimmer
wie immer
bleibt
eiskalt
|||
VII
zwischendurch blütenblätter
(so öde dort)
umstände verstanden
los, mach schon
wozu können wir
lügner nicht dulden?
wir brennen
keine überlegung
sondern
fahr fahr fahren los
los los
immer sich
immer immer sich
immer wiederholende
holen
das ende
gedank dank denk danken
sich wieder hol
ende ge dank
en ein fach fick fach fackeln
ein fach
durch dur durch die ta
ta tatsa tatsache sache
daß da da daß der zu zu zu zug
zu zu zug
zu zu ein einer be be be stim
stimmt stimmten zei zei zeit
zei zei zei
zeit
ab
ab
ab fuhr
ab
zug
|||
VIII
unter die
lichter
geführt
gibt es einen
schwarzen garten
aus blei
die haut verpflanzt
lippenblick-da
denkt man sich-
lippenstick
eine saubere
anständige
geschichte
parfum
ein glas wein
bilder
und
(erlauben sie mir noch ein wort)
schlamm
|||
IX
die schaufensterkästen
mit medaillen
so einfach
so klar
all das tote zeug
das du mir verschenkt hast
vollgestopft
mit erwiderungen
anfragen, vorschlägen
versprechungen
alte postkarten, briefe und die
dir wichtigsten bücher,
all das
das sich darin angesammelt
hatte
über zeit
all das
habe ich
sorgfältig
in ein karton aus
papp eingepackt
nach tempelhof
gebracht
und von der s-bahn brücke
(es war nicht
leicht
da droben
hochzuklettern)
runtergeschmissen
wo´s von frank kettritzs
schlüsseldienst
(ob frank am steuer war
weiß ich nicht, man kann´s nur
wollen, hoffen)
regelrecht
überfahren wurde
übrigens-dabei habe ich
mein oberschenkel
kaputt gemacht-
dafür bedank’ich mich auch
|||
X
hier haben wir variationen über das
alte lied
die schreibm
aschine
mensch
bist du
hier wird geschlachtet
dort nicht
die brücke
auch
die wird
kaputtgem
acht
und wieder
aufgeb
aut
wie nach dem ampereschen
gesetz
der nadel
regelre
cht
dreht
so
drehen wir uns
rund
herum
wer ist dran?
|||
XI
helles holz
matte schwarzbraune patina, rote
farbe, frei gearbeitete dünne beine
ich
auf schreib-modus
dargestellt
von frei gearbeiteten
henkelförmig
angelegten
armen flankiert
an der stelle einer
mittelalterl
ichen kirchenburganlage
gebaut
ich
sitze auf glühende
kohlen
an einem großen
tisch
feigheit unter meinen
füßen
du-würdest du zu mir stehen,
während ich schaue?
könnten wir beide
dann so publikum, zuschauer
und regisseur
sein?
|||
XII
Lass mich erzählen, wie es wirklich war:
Ich war dran: Ich nahm an, die Energie würde sich auf die Mitte der Spirale konzentrieren, wo ich saß durch mich hindurchgehen und hinaus zum zweiten Schleier, wo immer er im Universum war, und ihn durchdringen.
Ich wartete immer geduldig auf dich, tröstete dich bei Liebeskummer und deinen Enttäuschungen und freute mich ebenso mit dir, als du Erfolg hattest.
Lange wartete ich, dann ging’s weiter, aber: ich hatte sorry, sorry als Abschluss erwartet, anstatt dessen war’s “hier halten, Pause machen, und erst dann…nach wenigen Minuten….ab, aufwärts!”

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Mark Kanak ( Bio- Bibliographie )
Bisher @ in|ad|ae|qu|at :
zwoelf zuegen matt . ein zyklus , jaenner 2013 zwoelf zuegen matt . ein zyklus , februar 2013 zwoelf zuegen matt . ein zyklus , maerz 2013
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Hinweis : Im Mai ist der Band “folterlyrik” von Mark Kanak in der edition art & science ( Wien / St. Wolfgang ) erschienen .
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Guido Rohms gestammelte Notizen » Pfingstmontag
Vor 16 Stunden … Lesen ▼
Hm, das war ein wundervoller Schlaf.
Im Netz kursieren die ersten Rezensionen. Die Leute lieben mein Buch. Manche schreiben, dass sie es nicht verstanden hätten. Ja, das kann ich gut verstehen. Es ist heute noch ein Mysterium für mich. Ich nehme es manchmal in die Hand und lese darin, und dann denke ich, tja, wie habe ich das denn gemeint? Das ist alles schon sehr merkwürdig. Andere stören sich daran, dass es nur 133 Seiten hat. Um sicher zu sein, dass sie sich nicht irren, haben ich die Seiten noch einmal nachgezählt. Und noch einmal. Tatsächlich! Nichts zu machen. Ich komme auf 133. Nur beim vierten Versuch kam ich auf 475 Seiten.
Eben ist meine Frau Sudmann (Name geändert) aufgestanden. Sie kam mit einem Weizenbier an mir vorüber. Wahnsinn, diese Frau trinkt bereits am frühen Morgen.
Die Leute außerhalb der Villa, die denken ja alle, der Rohm hat es geschafft. Das stimmt auch, aber eben nur bedingt. Hier geht ja auch immer mal etwas schief. Gestern, um mal ein Beispiel zu bringen, hat es geregnet. Das hat uns mehr als unglücklich gemacht. Ich konnte gar nicht verstehen, warum das ausgerechnet mir passierte. Hätte es nicht ein paar Kilometer weiter bei meinem Nachbar regnen können. Der ist Lehrer und hätte es verdient. Vielleicht hat es dort auch geschüttet, was weiß ich denn. Ich kann gar nicht so weit gucken, nur wenn ich oben auf dem Dach mit meinem Superteleskop Franz (Name geändert) liege, um meinen Nachbarn und seine Frau beim Sex zu beobachten. Seine Frau ist ebenfalls Lehrerin. Sie liegt den ganzen Tag auf der Terrasse und sonnt sich. Die Schüler scheinen einen immensen Wert auf einen gleichmäßig gebräunten Body zu legen. Der Bräunungsgrad, den ein Lehrer erreicht, scheint wichtig für sein Fortkommen im pädagogischen Betrieb zu sein.
Früher, so zu meiner Jugendzeit, war das alles anders. Wir hatten nichts. Nicht mal einen Lehrer. Sie versprachen uns, wenn wir fleißig lernen würden, dann käme ganz von allein ein Lehrer. Aber es kam nie einer. Ich hab mir die Abiturprüfung selbst abgenommen, habe mir verflixt schwierige Fragen gestellt, die ich fast alle nicht beantworten konnte. Ich bin beim ersten Mal durchgerasselt. Natürlich habe ich es später mit Auszeichnung bestanden. Die Abi-Party gab es auch nicht, weil wir (s.o.) nichts hatten, also auch keine Party. Wir hätten uns eine stehlen müssen, aber so kurz nach dem Krieg wollten wir das nicht riskieren. Die richteten Leute am Straßengraben hin, einfach so. Sie untersuchten dich. Und wenn sie keine Krankheit fanden, suchten sie weiter, bis sie z.B. eine Party aus deinem Haar wühlten. Da hattest du die Scheiße. “Wollte ich nicht”, stammelten die meisten, nutzte aber auch nichts. – “So, du wolltest also eine Party schmuggeln”, sagte der zuständige Polizeikommissar. So war das damals: 1988.
Ich erzähle das heute noch gerne meinen Kindern, damit sie wissen, wie gut sie es haben. “Ihr habt alles”, sage ich. “Wir hatten nichts.”
Sie sehen mich ganz belämmert an.
Pfingstmontag!
Guten Morgen, Welt!
isla volante » ruhetag
Vor 16 Stunden … Lesen ▼

die igor’s machen heute keine giro’s
10 00 ein segelboot
14 15 eine möwe
luft 25°
wasser 22°
wind 8 bft
keine besonderen vorkommnisse
taberna kritika – kleine formen » 39 (tennisarm)
Vor 16 Stunden … Lesen ▼
Glumm » Dirty Nippels
Vor 19 Stunden … Lesen ▼
Ich war wie alle Junkies. Ich liess mich völlig gehen. Körperhygiene? Sehr witzig. Ich ging duschen, wenn eine Schmuggelfahrt über die Grenze anstand und die Zöllner mit Schwaden von Apfelshampoo in Schach gehalten werden mussten, sonst nicht.
Einmal fiel mir auf, dass meine Brustwarzen merkwürdig zerfasert aussahen, wie entzündet. Als wäre das Krebs. Hautkrebs, fortgeschrittenes Stadium.
Ich ging zum Arzt. Der nahm seinen Daumen und wischte den Dreck ab.
“Du musst dich ab und zu waschen, Meister.”
Ich lachte noch, als ich abends zu Bett ging, breit wie ein Mufflon.
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