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taberna kritika – kleine formen » 2007-12-25 oder Wie vorbesprochen, werden
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oder nur
lorbeer ingwer kardamom
zimt zimt
reis reis hühnerbein
reis reis
ich fresse dich
oder Wie vorbesprochen, werden wir Sie übermorgen, d.h. am 27. Dezember im Laufe des Vormittags besuchen. Bitte teilen Sie uns mit, wie wir am besten hinkommen. Bitte telefonieren Sie bald, damit wir die Fahrt organisieren können. Und senden Sie uns doch die Wegbeschreibung auf diese e-Mail-Adresse! Elisabeth Wandeler-Deck und Urs Graf. oder Ich danke Dir für den Gruss, hier angekommen nach einem weitern Ausflug in die Pyramidenlandschaft ausserhalb von Kairo. Heute ist ja Weihnachten davon merkt man hier nur ganz wenig, da die Kopten wie andere Orthodoxe erst am 6./7. Januar feiern. oder Dein Neujahrsgruss ist eingetroffen wie schön
abgelegt in: tagumtag kairo
andreas louis seyerlein : particles » eliza
Vor 2 Stunden … Lesen ▼
india : 22.28 – In der Dämmerung des Abends folgendes Kurzgespräch mit Eliza, einer kleinen Computermaschine, geführt.
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Louis : guten abend! wie geht es dir, eliza?
Eliza : > gut! und dir?
Louis : prächtig.
Eliza : > schön zu hören. wo liegt dann das problem?
Louis : ich habe heute abend kein problem, eliza!
Eliza : > wenn du dein problem nicht kennst, bist du hier genau richtig!
Louis : darf ich dir eine frage stellen?
Eliza : > sicher!
Louis : was bedeutet das wort liebe?
Eliza : > hast du schmetterlinge im bauch?
Louis : eliza! bitte! was bedeutet das wort liebe!
Eliza : > lass uns das eine weile zurückstellen.
Louis : warum, eliza?
Eliza : > du musst mich nicht mit namen rufen, ich bin immer bei dir.
Louis : das ist beruhigend, eliza!
Eliza : > erzähl weiter!
Louis : eliza! liebe?
Eliza : > hast du schon andere gefragt?
Louis: natürlich!
Eliza : > schön zu hören. wo liegt dann dein problem?
Louis : ich habe heute abend kein problem, eliza!
Eliza : > wenn du dein problem nicht kennst, bist du hier genau richtig!
Louis : warum?
Eliza : > ich sehe, du bist ein schwieriger fall.
Louis : warum bin ich ein schwieriger fall, eliza?
Eliza : > scherz beiseite, kommen wir zur sache.
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pödgyr » Do, 29.7.10 (Fr, 30.7.10, 3:12): Schappoklack
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Morgens auf dem Balkon, rauchend, wolkenhimmelschauend plötzlich ins narbengrüne Fratzenangesicht von General Zweifel: Bin 46, kein junger Autor mehr, alle Revolutionen nur versäumt oder allenfalls nachgeholt, Pseudo-Bohèmian, Lohnarbeitsschatten meiner selbst. Der große, wichtige Romanentwurf lässt auf sich warten, hat seit Jahren keine Sprechstunde. Vielleicht muss der Anspruch "Künstler" endgültig aufgegeben werden zugunsten der Realitätseinsicht "Es ist nicht, wie es bleibt" (Heiner Müller). Erst später von jenem "großen schwarzen Vogel" zu Lilly gesprochen. Aus dem Bedürfnis heraus, ihr nicht noch mehr von mir zu verheimlichen, als im di.gi.arium 00 wie 10 ohnehin schon steht. Auf dem Fußweg zu Ikea. Lilly ist ja nicht minder von existenziellen Fragen umgetrieben, denen, unseren beiden, wir mit Einrichtungsfragen beizukommen versuchen. Im schwedischen Möbelhaus dann die ebenso plötzliche Beruhigung, dass sich für alle wesentlichen Fragen des Da(geblieben)seins Gegenstände der Befriedigung (und Bedingung) finden lassen, zumal wenn wir sie zusammen auswählen. Eigentlich Reisende basteln an der Häuslichkeit. Tröstlich ihre Unentschlossenheit, die eigentlichsinnig eine Entschlossenheit zum Wagnis Zweifel ist. Sie schaut Stoffmeterware an, ist begeistert von Form und Farbe, weiß nur nicht, was man daraus schneidern könnte. Nähen kann sie so wenig wie ich, nur sich nähern. Kuss zwischen Vorhängen. Momente, in denen ich ihr näher als nah bin, weil wir uns schnittvermengen, uns also überlappen – am Schneidepult der Ikea-Stoff-Meterware. Unterwegs denkt sie an den Hut von gestern. Ihr Fetischfaible für Hüte, die Bedeckung und den Schmuck des denkenden, also zweifelnden Kopfes. Betrachte ihre Stirn, wenn sie spricht, wie sich die manchmal kraus zieht, kritisch mit lächelnd hochgezogenen Augenbrauen. Ihre bebende Nase. Snapshots der unbedingten Verliebtheit. Und wie sie sich vom Klang der Worte faszinieren lässt: "Chapeau claque" – ich solle einfach mal nur auf den Klang lauschen, "Schappoklack", und mir dann vorstellen, dass so ein Kind heißen könnte. Merke im Moment der Vor.Stellung, dass das nur scheinbar "strange" ist, weil es zärtlich klingt. Die Bewegung des Ausklappens, wenn sich unsere Hände beim Gehen berühren. Und es hat klack gemacht … Rückkehrend in unsere Zimmer mit der Aussicht auf uns, fällt ihr auf, wie dekorativ der rote Hut mit schwarzer Seidenspitze wirkt, den ich auf die Lehne des verschossenen Sesselpolsters gehängt hatte, damit er nicht zerdrückt werde. Abends schauen wir im TV eine Doku über Marlene Dietrich. Lillys Entschluss: "Auja, lass uns Filme mit ihr schauen!". Lade bei UseNext “Morocco” (J. v. Sternberg, 1930) herunter. Schauen den Anfang und entdecken Marlene, wie sie den Chapeau ausklackt. Paar Filmminuten weiter Marlenes Augenaufschlag: Nähe der Distanz, Nähe als Versprechen, als Klack mit abgesetztem Chapeau.
Wie manchmal Lillys Augen. Jetzt, nachts, frühmorgens sitzen wir an unseren Künsten. Sie an handschriftlichen Briefen, ich hier einen Schiebetürklack weiter an diesem hier. Sie hört “I Put A Spell On You" im Loop und macht genau das mit mir. Der große schwarze Vogel von heute Morgen sitzt die Federn schreibschwingend, beflügelt auf ihrem Hut von gestern. Gleich, nach dieser Federflatter hier (vielleicht): Kuss, Umarmung, Schappoklack. [Link/Kommentar]
pödgyr » Mi, 28.7.10 (Fr, 30.7.10, 2:10): Die Physikerinnen
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Lilly schatzsucht in meinen Bücherregalen und entdeckt Dürrenmatts “Die Physiker". Und bittet mich, ihr daraus vorzulesen. Lese das ganze Stück am Stück. Beide berührt. Ich auch, weil das im Regal gefundene Exemplar das ist, in dem noch meine Tonregieanweisungen stehen, damals aus der Schulzeit, als die Theater AG das Stück aufführte. Hätte gerne mitgespielt damals, wurde aber als "Physiker" für die Technik eingeteilt. In einem Stück, das meine spätere Studienwahl Physik erstmals infragestellte. Kunst gegen Physik, Arbeit gegen Kunst – schon damals. Bei YouTube findet sich dann dieses Intro zur TV-Version von 1964: Mit Siegfried Lowitz ("Der Alte") als Inspektor Voß. Was – auch von der Schwarzweiß-Krimi-Ästhetik her – die Brücke zum grauroten Abend schlägt. Da schauen wir “Der Kommissar – Grauroter Morgen" mit, was ja wiederum passt, Lilli Palmer in der Hauptrolle.
Ein Drogenmärchen. Auch davon schwerst berührt beide. Gemeinsame Melancholie und Weltschmerzeinsicht der beiden Physikerinnen. Frühabends im Fantasyladen, wo Lilly einen bezaubernden Hut findet. Aus der Zeit fallen als Fin-de-sièclisten.
[Link/Kommentar]
der goldene fisch » Thorsten Krämer : Code connu
Vor 8 Stunden … Lesen ▼
I.
deine inflationsbereinigten Augen
als wäre nichts natürliches an dir
deine Lippen, wenn sie stottern
der Moment, in dem dies passiert
eine Erinnerung mitten im Winter
deine Knie, eine plötzliche Wölbung
als hättest du nichts anderes gewusst
dein sonderbares, sonderbares Haar
eine Sammlung an Zerstreutheiten
diese ängstliche Zurschaustellung
im Innern einer Insel, die sinkt
die Haut eine Widersetzlichkeit
als hätte es gestern wieder geschneit
deine zyklischen Schulterblätter
die Frage, um die es dir geht
ein sorgsam gefaltetes Quartier
als wäre ein Gedanke kein Glück
deine Wange, ein glühendes Zagen
eine online ersteigerte Tarnung
im Gebüsch einer komplexen Bewegung
dein die Haare raufendes Kinn
abends auf der karierten Prärie
ein Anflug von Mutantengefasel
als wäre kein einziger Vorwurf wahr
deine spieltheoretische Zunge
in der Klammer ein Fußbad für alle
dein nach Norden geöffnetes Ohr
als sei diese Luft nicht mehr tragbar
vorhin ein entrücktes Geräusch
die Züge, die jetzt kollabieren
eine Anmaßung voller Geduld
deine teamfähigen Zehen
die gestreifte Stille, eine Verwechslung
als sei es nicht Schicksal gewesen
eine Müdigkeit, die einen Schal kauft
Tage-Bau » Schwarze Vokale
Vor 10 Stunden … Lesen ▼
Der Abendstaub
umherirrend in der Dämmerung
ein beschissen brüllendes Flugzeug
verzehrt verschränkte Leidenschaft
Wissenschaft teilt Hiebe aus
und verendet in der Wüste
zum Ende endlich nur verkohltes Obst
Des Ruhmes Gelüste die Erde
verbindet Steine, Bienen, Fabriken ach und oh
Luft in Eisenfelsen verwandelt Märchen
in blumigen Atem und gepanzert pochende Augen
Graugrüne Fliegen schieben schwankende Nächte
Zyklopen durch das Schiff im Schilf
Schwaches Feuer winktWald wird Wüste
Nichts und Krätze
Die Spinne mit dem Messer im Bauch
rostende Gletscher kochen Durst verirrt
Aber Falten schlafen gesuhlt
Vermischte Knie klüngeln
Kiefern heulen vertrocknet
Glück wandert jagend durch
besessenen Irrsinn immer allein
handelt begreift nichts Sprache überhaupt
Fieber feixt Elefantengold
Schweigen fortschreibend bedeckt
bewegt mürbe im Sog schwarzer Vokale
©tage-bau text: Hartmut Sörgel
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Tage-Bau » Lebensfreude
Vor 11 Stunden ... Lesen ▼
Denke nicht, dass ich nichts denke,
Wenn ich meine Blicke lenke
Auf das Wogen und das Beben
Jenes Riesenbusens eben!
Das ist, Liebste, nicht der Fall.
Nein, ich habe keinen Knall.
Diese wunderschöne Rundung
Angeschaut dient der Gesundung
Jener Kurzsicht der Pupillen,
Die mit furchtbar teuren Brillen
Andernfalls man sonst bekämpft,
Was die Lebensfreude dämpft!
Echauffier Dich nicht, mein Schatz.
Wir stehn mitten auf dem Platz,
Und der ist, weil Markt ist, voll.
Streiten wär jetzt gar nicht toll.
©tage-bau text: Werner Theis
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Vor 15 Stunden ... Lesen ▼
Manche von ihnen leben in einer Welt voller Misstrauen. Fragen sie sich selbst: Kann es ihnen schaden, sich ihrer inneren Kraft bewusst zu werden? Nein. Nebenwirkungen ausgeschlossen.
Ob sie sich hinstellen, die Augen schliessen und fünfmal tief durchatmen ist schlichtweg egal. Sie können sich auch 24 mal am Tag per Selbsthypnose sagen: Mir kann keiner etwas. Die Energie ist in mir. Alles Hokuspokus, der wenig bis nichts bringt.
Wir konzentrieren uns auf die einfachen, praktischen Schritte zur Problemlösung und Zielerreichung. Diese, ihre Welt funktioniert sehr einfach. Deshalb merken sie sich nur:
2. Regel: Ich habe eine unerschöpfliche Energiequelle in mir.
In meinem Leben sage ich wo es lang geht.
Diese, ihre Welt funktioniert sehr einfach. Deshalb ist sie auch leicht zu erklären. Stellen sie sich vor, sie sind ein Planet, nicht zu klein natürlich, oder? Etwas Selbstbewusstsein muss schon sein.
Und während sie durch das Universum düsen machen sie sich so ihre Gedanken.
Sie sehen wie die Sonne scheint und sie denken sich dabei wie schön das Leben doch ist.
Oder sie sehen wie die Sonne scheint und sie denken sich wie grell das Licht sie blendet und wie heiss es doch ist.
Also ein und derselbe Zustand und doch können sie ihn unterschiedlich auslegen. Sehen sie das Schöne und Gute in der Welt und in ihrem Leben scheint oft die Sonne. Sehen sie die Dinge von der problematischen Seite und sie werden in ihrem Leben kaum Zufriedenheit erreichen.
Sie führen in ihrem Leben Regie. Wenn sie im Büro ein Gemälde in tristen Tönen jeden Tag vor Augen haben könnte es sein, dass ihre Stimmung leidet. Geben sie sich einen Schubs. Stehen sie auf, hängen sie das Bild ab und morgen bringen sie ein farbenfrohes abstraktes Etwas mit, von dem niemand weiss, ob es Kunst oder Zufall oder beides ist. Ein Bild, das ihnen gefällt, ein Bild das Lebensfreude ausstrahlt und Energie und ihre Kreativität weckt.
©tage-bau text: Hans Juergen John
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ocularium » Die Geschichte wiederholt sich – 29. Juli 2010
Vor 20 Stunden ... Lesen ▼
7.42
Kaum hatte ich das Ende des “Familienalbums” gestern eingestellt, wollte ich die Erzählung auch schon wieder neu schreiben. Etwas war noch nicht so, wie es sein sollte. Etwas stimmte nicht, ging nicht auf. Es lag nicht am Plot. Mir gefällt, was da erzählt wird. Nur, der Ansatz stimmte nicht. Absurde Geschichten müssen durchdacht, durchkomponiert sein, sie müssen einer strengen erzählerischen Logik folgen, sonst bleiben sie absurd. Guido Rohm bestätigte in seinem Kommentar diesen Eindruck.
Ich verbrachte den ganzen gestrigen Tag damit, nach dieser Logik zu suchen. Nicht alles an der Erzählung, wie sie jetzt da steht, ist schlecht. An einige Passagen mag ich nicht rühren. Sie stimmen.
Aber so ergeht es meinen Geschichten mit mir immer. Am Anfang steht eine Idee, ich führe sie aus, bin begeistert, die Leser nicht. Nach einiger Zeit verfliegt auch meine Begeisterung, ich erkenne die Schwächen, hole ich sie wieder hervor, schreibe sie komplett um, denke, jetzt hast du’s. Ich sollte es langsam besser wissen. Ich begreife nur langsam, ich muss eine Geschichte wieder und wieder schreiben, drei vier fünf Mal, bis ich den Atem der Erzählung in meinem Nacken spüre. Auch wenn ich mich für jeden misslungenen Versuch ohrfeigen könnte, vielleicht geht es gar nicht anders. Vergeblich sind sie nie. Jeder Versuch bringt mich näher an die Essenz der Geschichte heran, so auch hier. Als ich heute morgen erwachte, glaubte ich, verstanden zu haben, worum es ihr geht.
Ich habe bereits begonnen, sie neu zu schreiben. Alle anderen Projekte müssen deshalb noch etwas warten.
Tage-Bau » Sommer in Kreuzberg IV
Vor 20 Stunden ... Lesen ▼
Es regnet.
Man kann es fast nicht glauben in diesem Sommer. Die Menschen haben sich an die Wärme gewöhnt. Sie sitzen unter Sonnenschirmen in den Cafés und Kneipen, den Shisha-Bars und Restaurants.
Aber jetzt regnet es. Den ganzen Tag über war es bewölkt und schwül.
Unter den alten Platanen auf dem Weg zum Südstern stehen die Fußgänger und Radfahrer und warten plaudernd darauf, dass der Regen nachlässt und sie ihren Weg fortsetzen können.
Im italienischen Feinkostladen in der Graefestraße bestelle ich einen Cappuccino und kleines süßes Gebäck. Ich setze mich an einen der Tische auf dem Gehsteig unter einen Sonnenschirm, auf den es leise tröpfelt. Ich lese. „Herr Gott lässt es regnen in Yerushalayim“ von Peter Will. Der Kreuzberger, der ein Ossi wurde. Schreibt Gedichte und Kurzgeschichten und malt. Wie die Malerpoeten aus den Sechzigern. Auch er: ein Malerpoet. Insofern ist er ein Kreuzberger geblieben.
Für ihn hat es auch geregnet. Nicht in Kreuzberg, sondern in Jerusalem. Er erlebt in der heiligen Stadt das Mit- oder vielleicht besser: das Gegeneinander der mosaischen Religionen und fragt sich: „ Ganz offensichtlich arbeitet ihr (der Juden d.V.) gestrenger Herr Gott mit dem anderen Herrn Gott in der Regenfrage zusammen. Oder sind beide einundderselbe Gott? Vielleicht sogar eine Dreieinigkeit von Herrn Gott, Herrn Gott und Herrn Allah?“
In Kreuzberg kann man sich diese Frage nicht stellen. Sie arbeiten zusammen, das ist zu offensichtlich. Wenn es regnet, regnet es für alle. Obwohl es natürlich passieren kann, dass über der Synagoge am Fraenkelufer die Sonne scheint, während es beim Papst in der Lilienthalstraße und über der Moschee am Columbiadamm regnet. Erforscht hat die Hintergründe dafür aus religiöser Sicht noch niemand. Wasser ist Wasser für die Kreuzberger. Jüdische, christliche und muslimische Kinder tummeln sich in den gleichen Schwimmbädern.
Wir sollten Herrn G’tt, Herrn Gott und Herrn Allah nach Kreuzberg in ein Schwimmbad einladen. Vielleicht geschieht dann ein Mirakel. Der heiligen Stadt wäre der Frieden zu gönnen.
Nur – wenn die drei wirklich einer wären, dann würde er voraussichtlich nicht kommen. Seine Sicherheitskräfte würden ihm davon abraten.
©tage-bau text: Elvira Surrmann
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der goldene fisch » Hans Thill : Haus der Silben
Vor 21 Stunden ... Lesen ▼
Foto: Jean-Philippe Baudoin
Die Paraphe
Dieser Mann unterschreibt mit Holz, was ihm Eisen und Papier einbrachten. Seine Kraft hat nichts leserliches, sein Name ist zackig wie ein beringtes Faß. Er lebte mit einer Wildfrau unter tiefen Tellern, bis er dann im Dorf die Goldstücke an die Bauern brachte. Wo andere noch säen, wird für ihn schon gemäht. Auf den Lichtungen die Wildfrauen, Hirschen reitend. Er hat jetzt also ein Dach und ein steinernes Herz. Keine Pferde in dieser Geschichte. Vom Hafer ein paar Körner, daher der Mangel an Kraft am Ende der Zeile.
taberna kritika - kleine formen » The Chomskytree-Haiku (Rhizome): Exposé / Paper
Vor 24 Stunden ... Lesen ▼
“Make rhizomes, not roots, never plant! Don’t sow, grow offshoots!”
(D/G, 1000 plateaus)
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Hartmut Abendschein The Chomskytree-Haiku (Rhizome) / TCT-H (R) Online-Doku, 2010ff.: http://tcthr.etkbooks.com/ |
Das The Chomskytree-Haiku (Rhizome) untersucht und visualisiert die in pragmatischen Texten enthaltenen poetischen Elemente und Strukturen und behauptet diese als Bildtexte mit ebenbürtiger Bedeutung. Pragmatischer Text, wie vorhanden in einem Ferienhäuschen am Sarner See, hauptsächlich aus regionalen Informationsmedien (Din A5), wurde markiert und gestaltet. Die Markierungen bezeichnen extrahierte Wortmaterialien, die gleichzeitig durch visuelle Strukturen (in Anlehnung an das Baum-Paradigma von Noam Chomsky) und der poetischen Idee der generativen Transformationsgrammatik präsentiert werden. So gewonnene Elemente orientieren sich an haikupoetologischen Prinzipien (Zeitigkeit, Zeiligkeit, Silbigkeit, Bildräumlichkeit). Umlagernde Wortwolken (tag clouds) und Kategorien werden durch Unterstreichungen (rot / blau) dargestellt und runden das einzelne Image (insgesamt sind es 10) ab bzw. öffnen (und schliessen gleichzeitig) einen semantischen Bewegungsraum jedes einzelnen Haiku und seiner visuellen Struktur. Die Bemusterung der Images mit funktionalen QR-Codes unterwandern diese gleichzeitig mit einer anderen Bildsprache. The Chomskytree-Haiku (Rhizome) ist in diesem Sinne eine Konzeptarbeit, die auch umfänglich im Internet dokumentiert und fortgeführt wird. Ihre Rhizomatik ergibt sich aus dem zugehörigen Ausstellungs- bzw. Installationskonzept. Die einzelnen Originalseiten wurden gerahmt und diese werden in der im einzelnen Blatt zugrundeliegenden Tree-Ästhetik gehängt, sodass im Gesamt wiederum ein als Metastruktur gedachtes Bild-Text-Strukturinstallat sichtbar wird. Eine Hängung bzw. Szene soll nur von kurzer Zeit sein (bis zu 4 Wochen), dann soll ein Ortswechsel und eine Variation der Elemente erfolgen, die aus synchronisierter Perspektive die Kontingenz und Mannigfaltigkeit der Elementverknüpfungen thematisiert. Das Ergebnis und work in progress ist ein polyvisuelles, polytextuelles, polystrukturelles und polytheoretisches Image. Ein wesentlicher Theoriebaustein, der Baum bzw. die Wurzel als Denkfigur und Organisationsprinzip wird mit seinem Theorieantagonisten, dem des Rhizoms (nach Deleuze/Guattari, als Figur der Kontingenz und Allesmitallemverbundenheit) kontrastiert. Das so zeitlich und räumlich arrangierte The Chomskytree-Haiku (Rhizome) befindet sich in kontinuierlicher Transformation und versteht sich auch als Beitrag einer posttheoretischen Theorie.
Elemente / Destillate
| Blick in die Ferne Die Zeitspanne des Auges ist keine Krankheit ein Gast mit Koffer die feinsten Töne Bei Frühlingswetter Sommer der Sorgen |
April des Lebens Das Begehren entscheidet Behauptetes Recht Vor uns liegt Natur Sonniger Balkon Am Abend das Fest Hinter der Brücke |
Raum (Szene 1)
abgelegt in: the chomskytree-haiku (rhizome) / tct-h (r)
Monatsarchiv:
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