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parallalie » leer ist …
Vor 108 Minuten… Lesen ▼
leer ist
die stelle
die die flamme
nicht erreicht
ist ein wind
der weiter
weht
als alle spitzen
die er
anspitzt
ihm zu folgen [Link]
parallalie » …
Vor 3 Stunden… Lesen ▼
Leere Verheißungen eines kleinen Jerusalem: Web-Entertainment. Das kleine Ghetto von Pitigliano macht aus dem Städtchen keine himmlische Stadt. Aber zum ersten Mal eine Synagoge betreten: mit Käppchen. Ich dachte, es müßte sonst was passieren. Aber es passierte überhaupt nichts. Ich stand in einem nüchternen Raum und verstand gar nichts. Im Museum Fotos von Auschwitz neben liturgischem Gerät. Das sagte mir auch nichts. Und überhaupt: liturgisches Gerät!
Erst gestern lieferte ich die Übersetzung für einen Kurzführer durch ein Dommuseum ab: O du heiljer Nagel! Um zu sagen: Liturgie ist Liturgie und somit Gottes-Dienst. Da ist für mich kein Unterschied. Vor dem Museum natürlich ein Geschäft: Alles, was koscher ist, gabs zu kaufen. Hauptsächlich Wein. Da hat man dann etwas Exotisches zum Trinken. Jerusalem ist wohl doch nur ein Innen, Auschwitz auch. Das an ein Außen weitergegeben, im Jetzt aufhört zu existieren, eben weil es nicht mehr existiert, oder noch nicht, solange ich nicht - sagen wir - im wirklichen Jerusalem gewesen bin. So bin ich nur einer Verheißung aufgesessen, die nicht eingelöst wurde. Vielleicht ja eine beiderseitige Nichteinlösung. Wichtiger war sowieso, daß ich mit S. dort war. Und hingefahren bin ich auch nur, um mit S. zusammenzusein.
…dennoch, die Schatten, die mehr sagen, als der sie werfende Gegenstand!
…le désir, obskur sich bäumend in der Wölbung der sich in einem Punkt vereinigenden Kuppeln.
Solche Tage…! Die sich nicht wiederholen lassen… [Link]
Turmsegler » Halbzeit
Vor 6 Stunden… Lesen ▼
Yeshiva University Wilf Campus NY - © 2008 Google
••• Halbzeit. Ich habe die Hälfte der “Leinwand” im Kasten und auch noch je die Hälfte der beiden Erzählstränge. Jetzt heißt es, entspannt die ausgelegten Fäden einsammeln, die Stränge zusammenführen und die damit verbundenen Konflikte und Höhepunkte auskosten und munter auf den Showdown zuschreiben. Ab jetzt ist alles nur noch reines Vergnügen… Denn dass es jetzt noch ganz daneben gehen könnte, kann ich mir nicht vorstellen. Ende des Jahres sollte das Manuskript fertig sein. Ich freue mich jetzt schon darauf.
Erneut bin ich völlig von den Socken, was die Recherche-Möglichkeiten via Google Maps angeht. Ich werde am Zichroni-Strang weiterschreiben. Im nächsten Kapitel wird von seinem Medizin-Studium an der New Yorker Yeshiva University zu berichten sein. Natürlich wäre ich gern persönlich nach NYC gefahren, um mir alles anzusehen. Aber wann? Also muss ein weiteres Mal Google herhalten. Aber was will man auch noch mehr? Man muss sich nicht einmal mehr ausdenken, welche Autos vorm Eingang parken. Naja, das dann vielleicht doch. Immerhin hat Zichroni in den 1980ern dort studiert.
Im Rückspiegel: Die ganze Wahrheit über Gedichte (09. 08. 2007)
Tags: Amnon Zichroni Verwandte Beiträge: Zizit (0) Mishkan Ha-Techelet (0) Gabe und Strafe (5) (0) Gabe und Strafe (4) (0) Gabe und Strafe (3) (0)
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Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » 8. August 2008.
Vor 6 Stunden… Lesen ▼
Ausgesprochen starke Entzugserscheinungen, stärker, als ich mich von früher erinnere; dabei ist es gar nicht so sehr die Sucht, nach einer Zigarette und/oder einem Cigarillo zu greifen und den Rauch zu inhalieren, sondern vor allem habe ich schwere Anfälle von Müdigkeit; bereits zweimal versuchte ich heute, auf der Couch zu schlafen, weil am Schreibtisch die Augen zufielen; einmal um zehn, einmal um halb drei. Bis dahin hielt ich's jeweils aus. Dann war aber auch wieder nichts mit dem Schlaf, weil mich Schweißausbrüche wachhielten und zudem zwischendurch immer wieder das Testosteron schäumt aber wie von hinter einer Glasscheibe. Überhaupt hat mein Zustand etwas Halluzinatives, Morphiniertes, als hätte ich tatsächlich Drogen genommen. Da sich U. und der Profi fürs gemeinsame Abendessen An das Terrarrium angemeldet haben, mußte ich noch mal los zu >>>> Mitte Meer, um eine weitere Dorade zu besorgen, auch >>>> noch einmal Calamari. Die Radfahrt war wir ein Trip unter Sedativa. An sich hätte ich absteigen und schieben müssen.
Im Nu stellt sich auch mein Stoffwechsel um; ich merke, ich habe seit gestern einen völlig anderen Geruch. Ich schwitze stark, und der Schweiß hat für mein Empfinden eine stärkere Note von Eiweißen.
Noch habe ich keines der Nikotinkaugummis auch nur angetastet. Sie liegen hier gleich neben der Tastatur. Aber ich will sie nicht nehmen. Solange ich alles als einen Kampf auffasse, krieg ich's hin.
Ans Cello bin ich kaum gegangen. Auch das ein Kampf: mal zwei Tage Pause einlegen, um zu sehen, ob sich das Kribbeln und die Taubheit in den Fingern wieder legen. Es wird tatsächlich schon besser. Der Profi am Telefon: Es muß nicht gleich ein Karpaltunnelsyndrom sein, ich hab telefoniert. Es kann auch schlicht nur Überlastung sein. Was ja mein erster Gedanke gewesen war.
Muß dringend duschen. Hab ständig >>>> dieses Gedicht im Kopf. Die zweite und dritte Strophe bergen noch Problemchen.
Ach so: und Hustenanfälle hab ich zwischendurch, bis zum Würgen. Und schlecht ist mir latent. Kopf runter und durch. Mit d e r Haltung macht das sogar etwas Spaß.
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Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Nine Eleven oder Inzest oder Die Entstehung der Welt. An Christoph Jürgensen.
Vor 9 Stunden… Lesen ▼
Lieber Christoph Jürgensen,
ich danke Ihnen sehr für die Übersendung >>>> des Buches mit Mergenthalers, den ich gar nicht kenne, Beitrag zu Bongartz' und meinem Inzest-Roman als Jubiläums-SCHREIBHEFT. In der Tat sind wir damals sehr gebeutelt worden für den Text; sowohl für Bongartz wie für mich war das nicht ungewöhnlich; Norbert Wehr war eine solche Erfahrung aber neu und, so mein deutlicher Eindruck, außerordentlich verstörend und kränkend. Es soll sogar wütende Abbestellungen von Abos gegeben haben. Da empfinde ich Mergenthalers Essay nun geradezu wie eine Rehabilitierung Norbert Wehrs, der sich etwa von dem in die bürgerliche Mitte rückemigrierten Thomas Hettche auch persönliche Vorwürfe hat anhören müssen, des Tenors, wie man denn als Herausgeber solche moralischen Ungeheuerlichkeiten (um nicht solchen Dreck zu sagen) verantworten könne… - jedenfalls, was da seinerzeit auch hinter den Kulissen abgegangen ist, war schon prächtig und gewissermaßen ein Protuberanzfeld der durch das Attentat aufgeschossenen Emotionen selbst.
Mergenthaler sieht, glaube ich, die Feuilleton-Reaktion auf Bongartz' und meinen Romantext, wie auf einige andere poetischen Texte des Umfeldes, ganz zurecht als eine Art der Abwehr. Wobei sowohl Bongartz als auch ich sowieso schon zu den abzuwehrenden Autoren gehören und gehörten; die Haltung etwa Ina Hartwigs setzte imgrunde nur eine ohnedies vorhandene "Haltung" fort und hatte gewiß weniger mit 9/11 zu tun, als ihr Feuilletontext vorgibt. Moralisch gesehen hat sie, die Moralisierte, 9/11 benutzt. (Und erschien seinerzeit, ein besonderer Akt der Peinlichkeit, mit US-Flagge am Kragenspiegel zur Buchmesse Leipzig.) Wiederum >>>> Weidermann gehört weder z d b I n b I, aber zu den Pfiffigen; deshalb muß man ihm seine Einlassungen nicht übelnehmen. Das einzige wirkliche Ärgernis ist Plath. Dessen Verdikt tat weh.
Rein unabhängig von Mergenthalers Schlüssen zur Inzest-Ästhetik in Hinblick auf 9/11 (ich habe das später in Der Dschungel zu den Grundzügen einer Perversions-Ästhetik ausgebaut und in meine Heidelberger Poetik-Vorlesungen übernommen), - unabhängig davon wundert es mich bis heute, daß bzgl. 9/11 von einer Traumatisierung und überhaupt einem Trauma gesprochen wird - nämlich in Bezug auf uns Europäer. Ich selber k a n n mich nicht traumatisiert fühlen, da ich nicht attackiert, auch nicht verletzt wurde - jedenfalls nicht stärker traumatisiert als durch das Völkerschlachten auf dem Balkan, im Sudan und und und…; w a s ich verstehe, das ist, daß sich ein US-Amerikaner traumatisiert fühlt. Aber ich bin ja keiner, der Fernsehturm steht noch ebenso wie in FFM der Messeturm, und die meisten, die sich hierzulande traumatisiert fühlen, tun nur so. Es wäre denn eine mentale Trauma-Übertragung möglich, etwa als dominant vererbliche Anlage innerhalb der Mitglieder von Nato-Staaten, deren Lebens- und Sendungsgefühl der Pop ihnen vorgibt.
Mir kommt dieses Trauma (…) wie die Simulation von Vasallen (vor), die die Krankheit ihres Herrn markieren, um sich ihm möglichst nah zu zeigen.
Seien Sie gegrüßt,
Ihr
ANH
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logbuch isla volante » 302
Vor 13 Stunden… Lesen ▼
ich hole meine lupe hervor, die ich immer mit dabei habe. erst jetzt sehe ich, dass die inschrift nicht dreihundertundeins zeigt, sondern dreihundertundzwei. seltsam.
die insulanerinnen danken und gratulieren sofffi täuscher-art zu ihren 302 beiträgen ins logbuch.
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Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » 8. August 2008. Absagen.
Vor 14 Stunden… Lesen ▼
Wieder die Absage einer Devoten, aber man kann damit leben: mit großem Dank an einen wunderbaren Mann. Dennoch, es ist immer das gleiche: ein/zwei Treffen, mindestens einmal dabei ein sehr weitgehendes erotisches, bisweilen auch brachial-sexuelles Spiel (ich hatte ihr in die Piercingringe an den Schamlippen Kleiderbügel eingehängt, sie wollte fixiert werden, ich sagte: Das ist nicht nötig, steig auf diese beiden Stühle, jeden Fuß auf einem, die Beine gespreizt; dann hing ich kurze Jacken auf die Bügel) - dann, dreivier Tage später, der Rückzug: Sie sind in einer Beziehung, Sie haben Kinder/Der Platz, den ich bei Ihnen einnehmen möchte, ist besetzt/Sie halten zuviel Distanz/Ich brauche mehr Nähe, um mich ausliefern zu können - schon, daß ich auf dem Sie beharre, setzt die Grenze fest. Letztlich lautet der Vorwurf: Sie sind in mich nicht verliebt - was nahezu immer richtig ist. Aber dieser Vorwurf meint nicht tatsächlich fehlende Verliebtheit, sondern er klagt ein, daß man mich nicht sozialisieren kann. Alle haben sie ein Bedürfnis nach Heil-heit, nach Familie, alle möchten sie Gesinnungsfreunde pflegen, mit denen sie sich in Clubs oder sogar auf Stammtischen treffen, kurz: Sie sehnen sich nach Normalisierung, ja Normierung ihres Nicht-Normalen. Mir ist das fremd. Die Absagen gehen ein, weil diese Frauen meine Fremdheit spüren; sie sind fasziniert, bei einem realen Treffen auch sofort bereit, aber sie können mich der Fremdheit wegen nicht binden. Ich mag nicht so tun, als wäre das Trauma nicht da. Diese Frauen wollen die Hölle spüren, aber man soll ihnen dauernd versichern, daß es der Himmel sei. [Link]
Turmsegler » George Orwells Tagebücher online
Vor 14 Stunden… Lesen ▼
George Orwell (1903-1950)
What I have most wanted to do… is to make political writing into an art.
Zweimal jährlich wird in Großbritannien der Orwell Price vergeben, je einmal in den Kategorien Buch und Journalismus. Ausgezeichnet werden sollen journalistische oder belletristische Veröffentlichungen, die nach Meinung der Jury am besten Orwells Vorstellung umsetzen, politisches Schreiben in Kunst umzusetzen.
Ab dem 9. August 2008 kann man sich auf der Website des Orwell Price online ein eigenes Bild vom Autor George Orwell machen, und zwar anhand seiner persönlichsten Texte: den Tagebüchern. Der besondere Reiz dieser Online-Veröffentlichung besteht darin, dass die Tagebucheinträge jeweils exakt zum Datum 70 Jahre nach ihrer Niederschrift präsentiert werden.
Die Leser werden Orwell durch die Tage seines Erholungsaufenthalts in Marokko begleiten, bei seiner Rückkehr auf die britische Insel und werden gewissermaßen in Echtzeit die Entwicklung von Orwells Ansichten zum in Europa heraufziehenden Krieg nachvollziehen können.
Orwells Tagebücher enden 1942, als der II. Weltkrieg bereits drei Jahre andauerte.
Veröffentlicht werden die Tagebücher über ein WordPress-Blog. Einen RSS-Feed und Atom-Feed für die Lektüre des Blogs über die gängigen Newsreader gibt es selbstverständlich auch. Und als wäre das noch nicht genug, wird Richard Blair, Orwell’s Sohn, Auszüge aus den Tagebüchern als Podcast einlesen, der von der BBC publiziert wird.
Ich werde diese Veröffentlichung auf jeden Fall verfolgen. Der einzige Wermutstropfen für die nicht anglophonen Mitleser: Blog und Podcast erscheinen in englischer Sprache.
PS: Was meinen denn die Macher von litblogs.net? Wäre es nicht eine schöne Idee, den Orwell-Diary-Feed, der ja nun sicher die Kriterien eines Literarischen Weblogs erfüllt, honoris causa auch über litblogs.net zu listen?
PPS: Danke an die Herzdame für diesen wundervollen Tip.
Im Rückspiegel: Die ganze Wahrheit über Gedichte (09. 08. 2007)
Tags: George Orwell Verwandte Beiträge: …verriet ich dich und du auch mich (0)
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Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » bis eben geschlafen….
Vor 15 Stunden… Lesen ▼
…. heute kann ich später ins büro fahren, mein chef kommt garnicht erst rein, hat externe termine, es reicht, wenn ich bis um 10.00 uhr auf meinem platz sitze. ich werde zeit für die administration haben, diese kommt in der menge des tagesgeschäfts einfach zu kurz. ich muss mappen anlegen, und schauen, dass ich ihm noch etwas bestelle, was er in seiner arbeit verwenden will, habe zwar schon im netz geschaut, aber noch nicht wirklich etwas adäquates gefunden. wenn ich nichts finde, muss ich mir eine eigene lösung einfallen lassen. gestern abend saßen wir so um 19.30 uhr noch am schreibtisch, die stapel an seiner seite wurden immer niedriger, meine dafür um so höher. ich schrieb alles auf, hier ein merker, da ein klebi (das sind diese kleinen merkzettelchen zum aufkleben), da ein leuchten eines textmarkers, jede menge tabellen werde ich heute noch füllen müssen. überlege seit einigen tagen, ob ich nicht doch lieber mit access arbeite, für viele auswertungen existieren hier im haus auch viele exceltabellen, ich würde lieber die ganzen unterschiedlichen werte in eine datenbank stellen und mir dann den jeweilig benötigen bericht auswerten, diesen könnte ich dann komplett an excel übergeben, ich hatte es schon einmal gewagt, einen ausschnitt einer auswertung aus dem access einfach als bitmap kopiert in eine präsentation einzufügen, was aber dazu führte, dass die leute meckerten, sie wollten ihr gewohntes bild sehen, also musste ich doch wieder mit excel darstellen, mein chef kam damit zurecht, die meisten mitarbeiter aber nicht.
als wir gestern abend noch die stapel abarbeiteten, verdunkelte sich der himmel, innerhalb von ein paar minuten sah es aus, als ob die welt untergehen wollte. in diesem augenblick kam für mein chef ein wichtiger anruf rein, mir war klar, dass dieses gespräch länger dauern würde, also verdünnisierte ich mich, schloß seine tür, ging ins treppenhaus, öffnete eine andere, die zum zwischendach. das himmelsbild sah gewaltig urschön aus. ein geschwindigkeitsträchtiger sturm hob seine stimmen
blitze schossen und knallten aus schwefelgelben wolken, aber es regnete nicht. es scheint in südlicher richtung von uns eine wettergrenze zu geben. ich blieb einfach in der mitte der dachfläche stehen, über mir ein gewitteramboss, der den ganzen himmel einnahm, in einem ausmaß, wie ich es nur ganz selten sah. die wolken rumorten, drehten sich um sich selbst, die bäume der wälder ringsum schlugen in ständig maximaler schräglage gegeneinander, alles gab sich dem strum hin. es war ein einziges heulen, aufjaulen, brummen
dazu die blitze mit ihrer eigenen kraft, ich hatte mühe, stehen bleiben zu können. es kühlte auch nicht, wie sonst in solchen wetterlagen, ab, sondern es blieb sehr warm
und schwül. eine ganze weile stand ich mittendrin, irgendwann hörte ich eine stimme: um gottes willen, kommen sie rein. ich drehte mich um, sah meinem chef in die augen: nööö
kommen sie doch mal raus. er kam tatsächlich raus
sah sich das mit an. irgendwann wurde es ihm dann aber doch zu viel: machen wir weiter? ungern. er lachte: sie lieben die naturgewalten? über alles, besonders, wenn ich mittendrin sein darf, solche augenblicke gibt es selten, zumindest hier in unseren breitengraden. als wir die stapel abgearbeitet hatten, sagte ich: feierabend. es regnet jetzt, haben sie einen schirm? nein, den brauch ich nicht, will ihn jetzt auch nicht. die kurze strecke über den parkplatz zum auto war ich pitschenaß
alles klebte am körper, aber es tat so gut, kühlte so schön.
zu hause angekommen, holte ich mir beim penny, weil ich keine lust mehr hatte, wirklich zu kochen, nur noch eine pizza. ich kann ja nichts kaufen, was gekühlt werden muss. der kundendienst, der sich gestern bei mir meldete: haben sie den kaufbeleg des kühlschranks?… wenn nicht, müssen sie uns eine kostenübernahmeerklärung unterschreiben. garnix werde ich tun, der kühlschrank ist noch nicht einmal ein halbes jahr alt, es sind 24 monate garantie auf dem gerät. dann kommen wir nicht. ich überlasse es meinem vermieter, das zu klären
worüber der sich nicht gerade freute, aber den kaufbeleg brauche ich nun mal, also muss er suchen, wo auch immer er den hin- oder abgelegt hat, oder auch nicht. verhungern werde ich nicht, es gibt genug lebensmittel, von denen man sich ernähren kann, die nicht gekühlt werden müssen. für meinen kaffee hab ich mir h-milch geholt, die hält auch ohne kühlschrank einige tage. heute werde ich mir antun, mittags mal in der kantine zu essen
eines der hauptgerichte heute ist currywurst mit pommes. die pommes sind bei uns derart gut, dazu haben wir einen eigenen gewürzketchup, der von den köchen selbst angerührt wird. aber um eine wirklich gute curryurst zu essen, müsste man nach berlin fahren. hätte was
einfach zum currywurst essen nach berlin fahren. es gab zeiten, da verzapfte ich öfter einfach nur geilen blöd:sinn, heute fehlt mir die zeit dafür.
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particles » No title
Vor 17 Stunden… Lesen ▼

india : 6.20 - Auf dem Nachtschiff gearbeitet, mal in kühlen, mal in warmen Räumen. Frühmorgens dann in den Palmengarten spaziert. Ich ging einhundert Schritte nordwärts, dann zweihundert Schritte südwärts, lag bald todmüde in einer Wiese herum und dachte, hier schlafe ich zwei Tage, hier genau an dieser Stelle schlafe ich zwei Tage unterm Zirpgrillenschirm. Nun aber sage ich Dir, man kommt, wenn man so in einer Wiese liegt, aus dem Staunen nicht heraus, man kann nicht schlafen, weil man Natur beobachten und sich wundern muss, wie das alles möglich geworden ist. Habe auf einer schwarz und weiß gestreiften Blume ein Liebespaar beobachtet, ein merkwürdiges Gebilde, ein oder zwei Millimeter hoch, nicht höher, ganz gewiss. Eine sehr besondere Variante war das gewesen, zwei Haifische [Kopf], zwei Langusten [Schwanz] und zwei Fliegen [Flügel und Beine], delikat ineinander gesetzt, voluminöse Augenpaare auf bewegliche Stäbchen montiert, die sich im Spiel zärtlich betasteten, als ob sich vier sehende Mundwerke küssten. Das alles war sehr schön, auch in der Farbe gestaltet, je ein leuchtend gelber Kopf, zwei feuerrote Brüste und Hinterteile von einem Umbrablau, wie ich es so prächtig noch nie zuvor gesehen habe. Genau dort hatte heftiges Pumpen eingesetzt, während das Flügelwerk schillerte im feinsten Prismenlicht. Man war erregt, ganz ohne Frage, war sich zur Fortsetzung nahe gekommen. Seltsam wieder, auch bei diesen sehr kleinen, wilden Wesen war nichts zu hören, nicht das mindeste Geräusch, da war Bewegung, nur Bewegung. Und ich dachte noch, sehr elegant, wie das dort an einem frühen Freitagmorgen schon gemacht wird, ohne sich von den Augen eines Riesen stören zu lassen. Es ist jetzt 5 Uhr und dreißig Minuten. Hast Du schon bemerkt, es sind die Spinnen, die morgens das Nachtwasser von den Wiesen saufen.
für m.b.
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Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Arbeitsjournal. Freitag, der 8. August 2008.
Vor 17 Stunden… Lesen ▼
5.14 Uhr:
[Arbeitswohnung. Stille.]
Unversehens hatte ich >>>> allein essen müssen; daß *** ausgehen würde, war abgemacht, aber dann rief auch noch mein Junge an und fragte, ob er bei seiner Freundin übernachten dürfe. Selbstverständlich darf er, sowieso, es sind Ferien. Ich hatte in der Küche bereits begonnen, so bereitete ich mir für alleine das Mahl. (Immer leicht den Druck des Rauchentzugs; aber bislang habe ich noch nicht einmal zu den Nikotinetten gegriffen, obwohl sie bereit in der Hosentasche lagern.)
Film geguckt: >>>> Babel. Vorzüglich.
Als ich Ans Terrarium fuhr, steckte ein fetter Umschlag im Briefkasten, den ich erst drüben öffnete: >>>> Eine Essaysammlung von Untersuchungen zur ästhetischen Verarbeitung der Anschläge auf das Word-Trade-Center, darin ein Aufsatz des Marburger Literaturwissenschaftlers Volker Megenthaler, der nicht nur Norbert Wehr, den man seinerzeit sehr scharf angeschossen hatte, rehabilitiert, daß er >>>> ein solches Buch gemacht hat, sondern Bongartz' und mein Ansatz werden nachdrücklich von dem Kitschvorwurf freigesprochen, den vor allem Ina Hartwig erhoben hatte, die Literaturchefin der Frankfurter Rundschau; ich schrieb über sie schon das eine und andere; nach 911 erschien sie auf der Leipziger Literaturkonferenz mit USA-Flagge als Kragenspiegel; ihr solidarisches Vermögen mit den verhungerten Kinden im Irak ist da weitaus moderater. Auch über >>>> MEERE hat sie machpolitisch motivierte Dummheiten geschrieben. Also, wir werden nicht nur freigesprochen, nein, Mergenthaler attestiert unserem Versuch sogar, einer der wenigen Texte gewesen zu sein, die tatsächlich eine ästhetische Konsequenz aus den Anschlägen gezogen haben. Gemessen daran, daß Ina Hartwig uns öffentlich Peinlichen Alternativkitsch vorwarf und Jörg Plath Ignoranz, ist das sehr viel. Aber bei Hartwig ist eh nur übers Parteibuch zu begreifen, wie sie auf ihre Position kam; die ganze Frau ist eine einzige körperliche Verklemmung, wenn sie mit Verhältnissen konfrontiert wird, die ihr fremd sind, das heißt solchen, wahrscheinlich, die nicht in der einen und oder anderen Weise den USA die Stiefelsohlen lecken.
8.20 Uhr:
Nahe zwei Stunden >>>> daran gebastelt, jetzt steht es, glaub ich.
Nun ans Cello.
Und etwas frühstücken. :8.56 Uhr.
(Die Finger wieder leicht taub; kribbeln; aber nicht, wie das Karpaltunnelsyndrom es will, die ersten drei Finger incl. Daumen, sondern die sind okay; betroffen sind kleiner, Ring- und Mittelfinger.)
10.03 Uhr:
Dieses nicht-rauchen macht müde, sehr müde. Ich halte die Augen nur mit Mühe auf. Cello zu üben, geht auch gerade nicht, weil die Finger nicht richtig wollen. Ich versuch es immer wieder, aber dann kommt je noch ein kleiner Schmerz dazu, was ich das muß mal gesagt werden absolut jammerig und scheiße finde. Und was ich auch nicht akzeptieren werde.
[Link]
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » 7. August 2008. (Unversehens aß er alleine.)
Vor 18 Stunden… Lesen ▼
[In Olivenöl mit viel Knoblauch und Rosmarin gebratener Knurrhahn, dazu eine gekühlte Tomaten-Olivensalsa, Baby-Calamari, in Weißwein und Olivenöl gedünstet, mit einem Schuß Gin. Grüner Salat, wie seine Großmutter ihm immer bereitet hat: Öl, Zitronensaft, Zucker.
Baguette. Weißwein. Wasser.] [Link]
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