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sierra : 10.22 UTC – Einmal beobachte ich einen Mann, der an der Gestalt der Schriftzeichen, die auf Briefumschlägen zu finden sind, Diagnosen erstellt. Er mache das seit vielen Jahren. Zur Betrachtung wird also ein Brief, der zu untersuchen ist, aus einer Box gehoben, um ihn unter das Licht einer starken Lampe zu legen. Der Mann sagt: Die Person, die diesen Brief nach London sendete, war im Moment, da sie ihren Brief adressierte, betrunken. Er nimmt einen weiteren Brief aus der Box: Dieser Brief nach Zürich wurde von einer Frau notiert, die glaubte, ihre Zeit sei abgelaufen. Das hier ist ein ganz seltsames Exemplar, nicht wahr, warum überhaupt jedes Schriftzeichen auf dem Briefumschlag vergessen wurde, können wir erst dann mit Sicherheit sagen, wenn wir den Brief geöffnet haben Erden, schöne Briefmarke. Hier haben wir einen Brief, dessen Adresse nur scheinbar von Hand gesetzt worden ist, bei genauer Ansicht ist folgendes deutlich zu erkennen: Die Anschrift „To Lady Charlotte Ridlinger, NY, 210 Lexington Avenue“ wurde von einer Maschine gestempelt. – stop

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Mon, 21 Aug 2017 21:16:32 +0000
Nymphenbad : Nymphentag 47 http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/nymphentag-47.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/nymphentag-47.html
Ich würde an dieser Stelle gerne behaupten, dass alle 84 Figuren erfunden sind, aber das entspräche nicht der Wahrheit, auch wenn ich mir sämtliche Freiheiten gestattet habe,was ihr Tun und Denken betrifft. Über ihre Motivation lässt sich kaum etwas sagen, und selbstverständlich sind sie literarisch verfremdet. Man müsste das nicht eigens erwähnen, aber es hält sich auch heute noch der Aberglaube, Literatur sei in manchen Fällen etwas anderes als ein Sprachkkunstwerk, in dem es nur einen einzigen Helden gibt: die Sprache selbst, möglichst in all ihren Formen. Tatsächlich wäre ich vollkommen ohne die Impressionen, die ich von den lebenden Vorbilder hatte, ausgekommen, um aber die Wahrnehmung zu konkretisieren, bietet es sich an, Figuren als eine Art Leiter einzusetzen. So habe ich es gemacht. Wer nicht am rechten Platz war, den habe ich erschaffen, manche Eindrücke habe ich auf verschiedene Figuren verteilt. So kann man leicht feststellen, dass Adam Pikid und Willi Kreutzmann Ähnlichkeiten aufweisen, auch wenn Adam eine völlig andere Perspektive einnimmt. Noch anmerken möchte ich, dass sich die Figuren und die Dinge nicht unterscheiden. Der Mensch ist nichts Besonderes und hebt sich weder von Granitgestein noch von Hühnern oder gar Fliegen ab. Die Gemeinsamkeit allen Seins ist das Sein. Und nur darum ging es mir.

Tobias Reckermann habe ich heute die Halloween-Lesung zusagen können, und wie er mir versicherte, gibt es dazu bald einen Flieger (dummdeutsch: Fleier). ]]>
Mon, 21 Aug 2017 19:34:38 +0000
Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus : Im Landstrich Lakonia http://500beine.myblog.de/500beine/art/10491853 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10491853
Was ein Satz!!! Welch ein Treffer!! Welch hochrangiger Gast im Landstrich Lakonia! Tatsächlich hat mein alter Freund Karlos damit, wenn auch ungewollt, die Grundschwierigkeit eines jeden Menschen angesprochen, der zu schreiben versucht, aber noch haarscharf an der Aufnahme zur Gruppe von Demenzkraken vorbeischrappt: dieses dauernde Vergessen. Dieses Sich-nicht-erinnern-können. Dieses verfluchte Alles-was-man-nicht-sofort-aufschreibt-für-immer-weg-Sein.

Wenn ich überlege, wieviel abertausend Erlebnisse wohl schon abgetaucht sind auf den Grund meines Gedächtnisses, wo Unmengen von Schwarzen Rauchern rumsitzen und nur darauf lauern, alles aufzurauchen, was ihnen vor den Schlund kommt und nicht niet-und nagelfest gespeichert ist in irgendeinem Notizbuch, in ganzen Sätzen am besten und mit viel Gefühl fürs eigene Gekritzel, dieser elenden Grundschulklaue, dann macht mich das ganz kirre.Alles weg! Alles für die Katz erlebt!

Erst wenn mir Jahre später eine längst verschollen geglaubte Anekdote in einem alten Notizbuch begegnet, zufällig, weil ich eigentlich etwas ganz anderes gesucht habe, erst dann öffnet sich plötzlich eine alte Tür und eine vage Erinnerung steht auf der Matte und wartet mit großen glänzenden Augen darauf, in die gute Stube gebeten zu werden

.„Halunke..! Komm rein!“

Erzähl. ]]>
Mon, 21 Aug 2017 17:59:00 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 321 - Fallobst http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-321-fallobst/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-321-fallobst/ Da ich mir vor kurzem damit geschmeichelt, nach Knoblauch riechende Fingerspitzen zu haben, stellte ich mir vor, ich sagte, nachdem ich mir etwas zugeknöpft (nu, meinetwegen die Hose oder einen Mantel): “Meine Finger riechen nach Knopfloch.” Jetzt, wo ich’s niederschreibe, klingt’s schon wieder schal und wäre eines Onocephalus würdig (vgl. Wieland, Aristipp: Eselskopf). Um dann gestern denselben Witz in ZT wiederzufinden. (begann Sie nicht schon nach Knoblauch zu riechen?!) (520 Mitte rechts im Typoskript) mit der Randglosse: (‘Knopploch’! = ‘Auge’!!-). So daß man füglich behaupten kann, Schmidt sei mein Epigone. Bzw., es spricht sich im Kopf herum, daß ich zum Nachtwächter der Kalauer geworden, weil ich wegen der Etyms jetzt nachsitzen muß (mein halbes Stündchen Entre-Chien-et-Loup-Gymnasium derzeit (‘lüpfen’!)).
Mit um so mehr Lust bescherte ich mir dann gestern Abend abermals aberwitzig nach Ablauch duftende Lingerfitzen. Und ich fürchte dasselbe Rituale fürs Danach in der dämmerösigen Zeit.
Komische Ideen (Urlaubsideen?) zur Zeit. Mir fiel das Wort “Turmalin” ein, dem über Knopfloch der Satz “Im Sprechen wird das Sagen erstickt.” voraufging. “Gott aber sprach…”. Aber sagte er etwas? Was sagt mir das? “Sprach der Rabe ‘Nimmermehr’”, aber sagte er das? Aber wie gesagt, Turmalin. Hinzu kam ein “eingemacht”, ein “gesammelt in spalieren”. Ziemlich würfelgeworfen: “Un coup de dés” (Mallarmé). “s’agite et mêle” (ebd.): er SAGET’s und meliert. Also mich auf Edensteine (daß es solche sind, bedachte nicht der l-lastige Kopf, sondern der Kompaßfinger, dem scheinbar das N lieber gewesen) konzentrieren oder vielmehr ihnen im Hinterstübchen auflauern.
Abgesehen von Hol-ihn-der-Döbel (Berge, Meere und Giganten) gibt’s da noch den Stifter mit seinen Bunten Steinen und bin arg versucht, mir sie trotz Bernhard anzutun: noch ein Österreicher (dieses “katholisch-nationalsozialistische Volk” (aber er hat, den ich ja auch noch weiterlese, schon seine Grandiosität in der Monumentalisierung des Negativen (wahrscheinlich ist es übertrieben, ihn als einen Erdogan der Verunglimpfung dessen zu definieren, was Prinz Eugen, der edle Ritter, den Türken einst verwehrt (die schiefen Schieferdächer der Wereld-Geschicht’, dies Geschiebe und Geschacher (nein, Bernhard gehört auch zu denen, die sagen)))! Bestellen? Hier steht ‘eigentlich’ nur der ‘Nachsommer’, und wahrscheinlich liegt wohlverborgen noch meine entsetzliche Seminararbeit darüber herum, die in einem vertrödelten Braunschweiger Sommer während der Olympiade in Moskau ‘entstand’ (der Herr Professor gab mir eine wohlwollende Vier).
Es scheint, wie dann beim Recherchieren herauskam, daß es im November einen neuen Handke-Roman geben wird: >>>> Die Obstdiebin. Noch ein Obstreicher.

III,320 <<<<

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Mon, 21 Aug 2017 17:47:00 +0000
Die Suche nach dem Glam : Passiertuch http://renehamann.blogspot.com/2016/09/passiertuch.html http://renehamann.blogspot.com/2016/09/passiertuch.html
Räume. Räume betreten, durch Räume geführt werden. Weil man nichts sehen, aber alles hören kann. Schallarchitektur erfahren. Schallstrukturen erkennen, Geräuschmuster den Räumen zuordnen. Und das durch Text spiegeln. Das andere ist, das andere sind: die Sprechorte an sich. Wo kommt überall Sprache raus? Wo kommt sie überhaupt vor? Welche Gerätschaften sind vorhanden, wie strukturieren sie den Raum, und sortieren entsprechend die Besuchenden?

Eine Lesung in einer Buchhandlung, auf spanisch und deutsch. Touristenspanisch. Das nicht weit reicht. Der Gleichklang. Die Differenzen. Die staubigen Bücher, die hier noch nach frischem Plastik riechen. Die ratternde Registrierkasse. Hören Sie das? Was sehen Sie? Wenn Sie die Augen schließen, ist dann alles schwarz? Und ist das ein anderes Schwarz als das, welches sie aus einsamen Nächten auf dem Land kennen? Oder aus abgeschlagenen Hotels? Ich verliere mich. Ich gehe in ein anderes Schwarz.

Hinter Ihnen atmet die schöne Buchhändlerin. Der vorlesende Dichter wirft kein Plektron, sondern seine Markierungszettel in die Menge. Gelbe Post-Its, sie kommen nicht weit.

Gestrichen:

Es war, als ob es kein Morgen gäbe. Ich wollte mich schon gänzlich der Verzweiflung überlassen, da kam Ondine erschöpft von der Tanzfläche zurück. Geröteter Blick, eine Haut wie ein Laken. Sie stellte sich direkt neben mich. Sie atmete schwer und laut, dabei roch sie nach leichtem Schweiß und scharfem Alkohol. Man erzählte sich, diese junge, kreidebleiche Frau habe in der achtzehnten Woche ihrer Schwangerschaft die Liebe ihres Lebens gefunden und das von einem Anderen stammende Kind abgetrieben, aber die Liebe ihres Lebens hatte sie ein halbes Jahr später unwiderruflich verlassen. Jetzt hatte sie diesen schwerfälligen Blick, diese nachlässige Körperhaltung, die Einstellung, es stets darauf ankommen zu lassen, die Hingabe an das weiße Pulver, die kleine Gewalt, an die schmierigen Geschäfte, die hier abliefen.

Was ich gelernt habe. Was ich immer noch lerne. Die einmal Verletzten verletzen.

Die auf dich zu kommende Luft auf dem Flughafen.
Das Glück der Verbindung. Die lässigen Gesten.

Die stillen Dunkelhaarigen, für die ich schon immer eine Schwäche hatte. K. war die erste, damals in der Grundschule, sie war auch die erste mit Brille, ihre war rot und sie schaute mich neugierig an, wenn ich mich ihr näherte, sagte aber nichts, sagte nie etwas. St. war lustigerweise in dasselbe Mädchen verknallt, und statt dass es uns in eine Konkurrenz brachte, schweißte es uns zusammen, wir wurden beste Freunde.

Fomo, Clickbait
Ein Stiefel
und ein Aktenordner, auf dem BÜROSCHLAF steht

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Mon, 21 Aug 2017 10:38:52 +0000
isla volante : die gärten vor damaskus http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/JXzWFYZbJQY/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/JXzWFYZbJQY/

„bitte, greif zu!“

milla reichte dem jungen ein stück frischen zwetschgenkuchens und setzte sich neben ihn, biss von ihrem stück ab und fragte:
„ich schmecke pflaumen, butterstreusel und die süße des zuckers – und du?“

„die gärten vor damaskus. den meiner großeltern. die pflaumenbäume darin, die süße der zwetschgen und die geborgenheit, die ich dort erfuhr.“
„du stammst also aus syrien?“

„ja, wie die zwetschgen. großvater erzählte, dass alle zwetschgenbäume dieser welt ihre eigentliche heimat in syrien haben.“

und das also, dachte milla bei sich, machte, dass ihr kleiner gast mehr als nur pflaumenkuchen schmeckte, wenn er von ihrem aß, und sich an heimkehr erinnerte. nach-hause-kommen, ein schönes gefühl. eines, nach dem man sich sehnt, wenn man in der fremde ist oder gar das eigene zuhause die fremde, in der man nicht bleiben mag. milla war hier zu hause. in ihrer pâtisserie, zwischen ihren torten, auf dieser insel. und in der erinnerung an eine unglückliche zeit.

sequenz 3 von 3 der serie milla cremeso
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Mon, 21 Aug 2017 06:59:22 +0000
Nymphenbad : Steve Earle - Meet Me in The Alleyway http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/steve-earle-meet-me-in-alleyway.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/steve-earle-meet-me-in-alleyway.html Vor einem Jahr

Ich habe gestern in mir herumgestochert und herumgeforscht, aber nichts gefunden. Der Bahnhof, an den ich dachte, ist mir oft ein flüchtiges Thema, in meiner Erzählung Martraum (Sandsteinburg) sogar ein großes Symbol, das mir aber auch keine andere Wahl lässt. Mit einem Bahnhof beginnt die Geschichte, die sich nicht schließen lässt, mit einem Bahnhof beginnt die Geschichte in der Mitte.
Die Furcht, so lange schon gewesen zu sein, ein Gleichnis zu finden, ein Gleiches, ein Entsetzen dieser Ferne, die näher rückt, oder die Nähe, die hinaus führt, fragil über die Weichen schleicht, über donnerndes Eisen. Ein anderes Ankommen ist kein Ritual. Sarina Mira erinnerte mich gestern indirekt an das große Feuerwerk der Lärmenden Akademie vor zehn Jahren. Es ist kaum fasslich, aber vielleicht war mir gestern so greinerlich zu Mute, weil sich etwas längst Vergessenes gejährt hat. Ich vermute, dass ich mich vor zehn Jahren hier habe sitzen sehen, ein erbärmliches Schauspiel, und mein emotionaler Beinahezusammenbruch der von vor zehn Jahren war und nicht der gestrige. Ich hatte noch versucht, mich wieder etwas in den Griff zu bekommen, indem ich mir Milch (die aus war) und - natürlich - Haferflocken (wären wohl heute aus gegangen) besorgen ging. Das Forum (es ist ja eigentlich eine Mall hier um die Ecke) war voller Menschen, die Mädchen im Dirndl, die Burschen in allen möglichen Lederhosen (es ist ja auch noch Festwoche in Kempten), und ich, verwildert wie ein Zeitgenosse Dürers, torkelte durch die Hallen (ich finde in ganz Kempten kein gelbes Hemd, aber ich brauche unbedingt ein gelbes Hemd!). Irgendwas war mit meinen Augen nicht in Ordnung, meine Brille übertrug stellenweise nicht die richtigen Informationen. Im Markt dann gelang es mir kaum, auf den Beinen zu bleiben, nicht aus Schwäche, ganz und gar nicht, mein Kreislauf war nur etwas durcheinander. Wenn man mich sieht, will man ohnehin gleich den Sicherheitsdienst rufen, entspannt sich aber, wenn ich Milch und Haferflocken aufs Band lege. Gut.

Dann heute Steve Earle; eine völlig andere Atmosphäre als etwa der Train Song. Aber auch diese Wahl als Soundtrack zur Sandsteinburg ist nicht unbegründet.


I had a melancholy malady
Went to see the doctor and the doctor say
Too bad, nothin' he could do
He knew a man in Louisiana if I’m willin' to pay
Laid my money on the barrelhead

Man behind the bar began to shimmy and shake
Can't lie, I reckoned I was dead
When he picked my money up and I heard him say
Meet me in the alleyway minute to midnight
Don't be late, meet me in the alleyway
Better come runnin' the spirits won't wait
Thirteen tiger teeth in my talisman
St. John the Conqueror and a black cat bone
Been seen walkin' with the guardians
Now I’m in the alley and I’m all alone
Can't run, can't hide from destiny
Knew this day was callin' nearly all of my life
Been done ain't the only boy from Tennessee
To carve his name in cypress with a jawbone knife

So you wanna be the king of America
Say you wanna know the oracle's mind
Say you wanna see the Marquesses of Mardi Gras
dancin' with the devil at the end of the line

"Money on the Barrelhead" (in der ersten Zeile) bedeutet hier Barzahlung. Der Song strotzt vor Anspielungen auf den New Orleans-Kult, Mardi Gras (offiziell als Karneval gehandelt) und das teuflische Treiben. Und auch hier transportiert die musikalisch geschaffene Atmosphäre perfekt den Text. Earle lässt mir hier die Möglichkeit, eines meiner Lieblingsthemen zu verfolgen, das Faustische Prinzip. ]]>
Mon, 21 Aug 2017 06:53:34 +0000
taberna kritika - kleine formen : 139 http://www.abendschein.ch/139-2/ http://www.abendschein.ch/139-2/ die kinder streiten wieder
auf dem weg nach hause

zur freakshow
hinter zwei fenstern

davor kein baum
kein ast und
keine unbekannte wand

alles was sie wollten
hab ich ausgegraben

doch ihnen sag ich
den reichen geklaut

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Mon, 21 Aug 2017 05:31:07 +0000
Nymphenbad : Ohne Schrank(en) http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/ohne-schranken.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/ohne-schranken.html Wir wissen jetzt verlässlich, wer hinein ging,
jetzt aber wissen wir auch, was DRIN ist. ]]>
Sun, 20 Aug 2017 17:22:00 +0000
Nymphenbad : Wer der Zeit will widerstehen ... http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/wer-der-zeit-will-widerstehen.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/wer-der-zeit-will-widerstehen.html Wer der Zeit will widerstehen,
muss durch eine Schrankwand gehen ...

Albera Anders: Fotographie
Figur & Bearbeitung: Michael Perkampus ]]>
Sun, 20 Aug 2017 14:16:00 +0000
Nymphenbad : Bei Dichters http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/bei-dichters.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/bei-dichters.html M: Liebholdeste, würde es dir etwas Unmögliches bedeuten, mir Hinweise darauf zu geben, wo ich meine Schtrumfhose hingetan habe? Du weißt, meine Nächte. Du weißt, meine Tage ...

A: War es nicht meine Bubenblaue, die du dir tagein tagaus, zum Memorieren von Weite, über deine Puttenbeine streiftest? An der du zogst und zupftest, bis sie dir wie ein zweites Schlangenhäutlein passte?

M: Es war doch eher die Violettisierte, die sich manchmal wie von selbst durch unsere Kemenate bewegt, als wären tausend Geister drin, die über den Rücken dann, nachdem sie das Ärschelein passiert, ins Stammhirn vordringen. Ja, ich bin mir sicher: diese war's!

A: Ach ... so war das! Du hast wieder zu tief in meine Schublade geschaut, dich vom Spuk der Stöffchen bezirzen lassen. Da siehst du's! Software is tight. Wahrscheinlich waren's deine Blutgeister. Die heilig sanguinischen, die dir durch die Kompression deiner Venen, beschleunigt ins Stammhirn schossen, um dort ihr Unwesen zu treiben. Denn ziehst du über deine Blaustrümpfigkeit eine Rote, ergibt das ein violettes Unterleibstreiben.

M: Schnuckel=Bunny, deine Weisheit treibt mir von dir hergeleitete Farbe ins Gesicht, das sich gar nicht aufhellen will, wenn ich weiterhin hier über den Fußboden schnorchle, weiterhin nicht weiß, wo ich noch suchen soll, denn alle Staubwinkel, Maikäferschubladen, Wurzelschränke habe ich schon durchforstet, aber außer viel Tinte nichts gefunden, das meine Nacktheit adäquat vor den Augen der Ungeheuerlichen verdeckt.

A: Soso, mein Puttchen! Du seelstrippst, schnorchelst durch den Lyrenteppich der Muse, die dich küsst, durchmisst bei Tag das Licht der Sonne im Raum, durchmisst das der Mondin bei Nacht, forderst von Panoptes deinen Pfauentanz zu erblicken. Du ergießt dich in diese und jene Ecke unserer Kemenate, bis du nicht mehr weißt, wohin du noch spritzsprießen sollst. Und wunderst dich, dass nun in unserem Gemach so viele Augäpfel schweben? Du kannst dir all meine Stöffchen, Gewänder und Kleider zu deinem Pelz werden lassen. Doch bleibst du den Ungeheuern, die du riefst, immer nackt. Los, trau dich und pfaue! Darin bist du mir bloß und liebend. ]]>
Sun, 20 Aug 2017 10:21:06 +0000
rheinsein : Bonn (2) http://rheinsein.de/2017/08/20/bonn-2/ http://rheinsein.de/2017/08/20/bonn-2/ Bonn in Bonn

Bäng in Bonn

Bang in Bonn

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Sun, 20 Aug 2017 09:33:24 +0000
rheinsein : Sehnsucht und Kränkung http://rheinsein.de/2017/08/20/sehnsucht-und-kraenkung/ http://rheinsein.de/2017/08/20/sehnsucht-und-kraenkung/

(Aus dem Liederbuch des Eifelvereins, 117 Eifel-, Wander- und Gesellschaftslieder mit Singweisen hrsg. im Auftrage des Eifelvereins von Hans Hoitz, 2. Auflage, Trier 1922)

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Sun, 20 Aug 2017 09:19:00 +0000
Die Suche nach dem Glam : Er ist ein Gänger http://renehamann.blogspot.com/2016/09/er-ist-ein-ganger.html http://renehamann.blogspot.com/2016/09/er-ist-ein-ganger.html Ihr seid alle schön.

Die Luft schimmerte, die Silhouetten wurden undeutlich, die Stimmen klangen verzerrt. Edith hatte das alles organisiert, das Geschäft, diese Veranstaltung, das Kombinat und diesen semilegalen Club, jetzt stand sie neben uns an der Bar und notierte etwas auf einen Bestellzettel. Ihre Telefonnummer, ein Satz, der ihr dazwischen geraten war, eine Anweisung für den Luden, eine Bestellung. Den Zettel steckte sie Valerie zu, die ihn ungelesen in die Rocktasche steckte. Valerie gab mir einen Seitenblick und stand auf, um in irgendeiner Ecke in Ruhe zu telefonieren.



Kontrollwahn
Google-Alarm
Eine Zensur findet nicht statt

Berlin, ein Missverständnis? Oder liegt es an mir? schreibt B. Ich weiß, was sie meint.
Unterstädte.
Eine Künstlichkeit, die sie aufgebaut hat. Manchmal so grell, dass ich mich frage, ob sie will, dass ich sie einreiße. Die Künstlichkeit. Dieses kindliche Giggeln.
Als sie erzählt, dass sich X. von seiner Frau getrennt hat, zwei Kinder, eine Menge Schuldgefühle, und ich frage, wie alt er sei, sagt sie: 37. Echt erst? Und dann schon verheiratet? Mit Kindern? Aber ja, Leute machen das. Sogar noch früher.
Flüchtige Berührungen.
Was die Leute denken. (Angeeignetes Kleinstadtwissen: Es muss einem egal sein.)
Eine Geliebte, die er nicht aufgeben wollte. Die Ehefrau aber auch nicht. Monatelanges Ringen um eine Entscheidung.
L. kommt, um mich zu bekochen. Gestern war schon K. da. Morgen kommt A.
Ich führe Nicht-Beziehungen, das aber ziemlich erfolgreich.


Frische Bücher riechen frisch. Frisches Parkett riecht holzig. Normalerweise läuft hier Dudelmusik aus den Deckenlautsprechern, aus dem Radio. Musik, die den Raum markiert. Medienverbuchung, könnte das heißen, heißt aber anders. In einer Kirche wird »Knocking on Heaven's Door« gesungen. Glauben Sie nicht? Hören Sie mal genau hin. Immer noch nicht? Doch, da hinten, ganz leise. Knock, knock, knocking.

Die Soziologie des Glam.

Stillstand ist nicht so gut, Stillstand bedeutet den Tod, mehr oder weniger. Aber ja, es kann auch Veränderungen hin zum Schlechten geben.


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Sun, 20 Aug 2017 09:00:54 +0000
Nymphenbad : Kunsthaus ohne Künstler http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/kunsthaus-ohne-kunstler.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/kunsthaus-ohne-kunstler.html
der Zelle 808' wären just das Ergebnis meiner Existenz. Es waren dies Zeiten des Aufbruchs, ich als Dichter freilich ein phonetischer Freigeist, der vielleicht noch zu den Musikern passte. Bildende Künstler stolperten über meine sagenhafte Zunge, die bereits nass genug war, um selbst nicht über die Mörtelanlagen zu fallen. Das Gehäuse befindet sich - wie passend - in der Beethovenstraße und blickt auf eine 140jährige Geschichte zurück, Stadtvilla und Villenäußeres, war leider auch mal Sitz einer Verbrecherbande, sprich: einer Bank. Aber diesen Schmutz vergessen wir schnell, das ist mit 1929 lange her. 2003 lud mich besagte Eröffnung mit dem Thema "Abbruchkunst im Abbruchhaus" hierher ein. Seitdem hat sich viel verändert, der geplante Abbruch erfolgte nicht, mit Kunst und Kempten ist das so eine Sache, aber ich bin da kein guter Maßstab. Immerhin trägt man Hut und spielt Schach. Auf den sofanen Sofas sitzt sich's wie der Schah von Persien und das Essen strotzt vor geheimen Zutaten.


Das ist kein schlechter Satz, um einen Burger anzupreisen. Wir sitzen am Tisch, der reserviert ist für
die Waschbärenfreunde Kempten Ost e.V.. Aber die kommen erst um 19 Uhr durch die Tür, vielleicht haben sie sogar einen der munteren pelzigen Gesellen dabei, aber davon ist nicht auszugehen. Was aber feststeht: man spielt Schach, liebt das Wörtchen Gambit ... und trägt Hut.



Zumindest ich:


Warten auf Godot
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Sun, 20 Aug 2017 07:47:00 +0000
litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-08-19 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-08-19/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-08-19/
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 320 – Auch eine Art Hutablage https://t.co/Zjje4kYphn 2017-08-19
  • Turmsegler : Ada Rosa ist da https://t.co/VBzmBkX5sd https://t.co/czlW7OlKnf 2017-08-19
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  • Nymphenbad : Im dunklen Trüb https://t.co/8tCliSfyZI https://t.co/OuEs4KQqbC 2017-08-18
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Als Hutträger https://t.co/mQkuOL6qyH 2017-08-18
  • Nymphenbad : Unübersehn https://t.co/tWQZ5oH3Jq https://t.co/dGkAcgoVLS 2017-08-17
  • Nymphenbad : Hinter den Aufbauten der Welt https://t.co/RpxBwuy0ow https://t.co/6PsGZaiR7w 2017-08-17
  • Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus : Ein Foto ist die kürzest mögliche aller Geschichten https://t.co/y9YeUlS7U8 2017-08-17
  • Nymphenbad : Uglier Joyce https://t.co/ACxbDCg1Je https://t.co/5gjGXm8t2r 2017-08-17
  • Die Suche nach dem Glam : Die Waffe des austretenden Hundeführers https://t.co/ZRNwaA6xob https://t.co/qlSWQFx8mj 2017-08-17
  • Nymphenbad : Bruno Schulz https://t.co/pCpIhnSKzs https://t.co/NqZmhic0om 2017-08-17
  • taberna kritika – kleine formen : Blatt 07.4 https://t.co/fImhvfoe68 https://t.co/kYWRO9zCHA 2017-08-17
  • Nymphenbad : Erstes surreales Märchen (als Dialog) https://t.co/PW8Aw7VKBM https://t.co/20t2xPgqfl 2017-08-17
  • Nymphenbad : Nacht und Hegemon https://t.co/YZrbWaXxsK 2017-08-16
  • der goldene fisch : Christine Kappe : Am Ende der Straße https://t.co/JaMPgjZGMR 2017-08-16
  • Nymphenbad : Vor uns der Kickertisch https://t.co/oWhMU3MeHR https://t.co/8Ma1nLGIx6 2017-08-16
  • Nymphenbad : Atlantis https://t.co/w4pU0tSZxI https://t.co/Qpjspyxjbj 2017-08-16
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Warten II https://t.co/mbJ6eJnT8H https://t.co/EQdCk6ltkE 2017-08-16
  • Die Suche nach dem Glam : 5. Oktober https://t.co/S0HEoD8rVq https://t.co/gQfs7yVz6B 2017-08-16
  • taberna kritika – kleine formen : 20130629 https://t.co/3TC6oBSKMr https://t.co/j136V4IfJI 2017-08-16
  • isla volante : anfang https://t.co/m5NkAYbxao https://t.co/ELakrE2Y6V 2017-08-16
  • Nymphenbad : Von der fellmantelblauen Blume https://t.co/ROXUxTofZu 2017-08-16
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 319 – Repeat that, repeat https://t.co/yXwf78gVMS 2017-08-15
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  • Die Suche nach dem Glam : Soldier of Love https://t.co/wVjCRdkmRZ https://t.co/T50wOqej3m 2017-08-15
  • Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus : 1972, Mittagszeit https://t.co/X7YqgK35G2 2017-08-15
  • taberna kritika – kleine formen : R154E65 R399 M946L614: T865U84, O85E65n https://t.co/PoCfNjPMCG https://t.co/KoVowfJIfk 2017-08-15
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  • Die Suche nach dem Glam : Unter Schmerzen https://t.co/TJDm4Pyx4p https://t.co/JtDjXVEp2Q 2017-08-14
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  • Nymphenbad : als Schakal; Geboren https://t.co/Vgi891MD3L 2017-08-14
  • Nymphenbad : Kühleborn, ein Quantenpoet und eine Ogerin im Elfenkostüm https://t.co/iSaICEibx4 2017-08-14
  • Nymphenbad : Nymphentag 39 https://t.co/byMGIuf6C3 2017-08-13
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 318 – Im Apogäum https://t.co/X2gi8fZ9lu 2017-08-13
  • Die Suche nach dem Glam : Endloser Beginn https://t.co/moYFAC8pJP https://t.co/nZEsOlqIbX 2017-08-13
  • Nymphenbad : Das Faustische der Immermenschen https://t.co/G8fLRbX0aE 2017-08-13
  • https://t.co/JU4nHY8Nqo – Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-08-12 https://t.co/pCORNXXTvp https://t.co/78nxTID85N 2017-08-13
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    Sat, 19 Aug 2017 22:26:35 +0000
    Nymphenbad : Der Schrank in eine andere Welt http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/der-schrank-in-eine-andere-welt.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/der-schrank-in-eine-andere-welt.html Ankunft: Heute
    Verwendung: Zeit=Tor
    Albera überschwamm den Styx und holte das Familienmitglied nach Hause ]]>
    Sat, 19 Aug 2017 20:38:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 320 - Auch eine Art Hutablage http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-320-auch-eine-art-hutablage/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-320-auch-eine-art-hutablage/ Jetzt, da alles vorbei, auch die Beruhigungspille, daß am Nachmittag die Massengrill-Utensilien unten auf dem Platz fortgeschafft worden sind, schrieb ich gestern. Heißt: zwei Parkplätze mehr. Die ich zwar nicht brauche im Moment, denn den einen Ferrari (für den Fall der Fälle) trage ich in der Tasche mit mir herum, und der Rolls Royce liegt eh’ unterm Kissen, damit ich besser schlafen kann, aber man kann nie wissen. Eher ein Auf-der-Hut-sein, als ein Hut-auf! (Nee, such’ ich jetzt nich’, die Hut-auf-Hut-ab-Parodie bei Jean Paul. Ich wüßte nicht mal, wo anfangen. (Ick werd’ ma hüten)).
    Er einst in Epidauros da mal
    Die Sonne schien: es war eine Qual
    Kauft’ sich ‘n Strohhut
    Und sie: “Steht dir gut.”
    Verdarb ihm so, verbibscht!, seine Wahl.
    Überhaupt sehr eingezwängt in Fragnischen, deren Antwortnischen noch auf ihren Architekten warten: vorsichtich - jednfalls - wenichst(e)ns (ZT-Wörter). Liegt daran, daß ich die Beginnisse meines Schreibens hier in diesem Tagebuch derzeit formatiere, dabei zwangsläufig im Schneckentempo gegen den Strich, der ich bin, wi(e)derlese, eventuell korrigierend bzw. streichend (wobei ich noch zu zaghaft bin) aufarbeite. Einen Link setze ich nicht. Es ist selbst für mich eine Zumutung, diese Eheelendsendbeschreibung, schrieb ich gestern. Und wobei mich ständig dieses Wort “Zumutung” verfolgt.
    In die Tage selbst schlich sich nun tatsächlich Ruhe, derer Herr zu werden ich abermals üben muß. So Kleinigkeiten. Das Essen beispielsweise. Seit zwei Tagen nichts auf dem Herd zubereitet. Brotfresser. Wortfresser. Und endlich heute das Römische Imperium zum Untergang gebracht. Thanks to Mister Gibbon.
    Dennoch gestern ein Loch mitten im frühen Abend (die Fü(h)r-Abende). Und mochte dann doch mehr hier am Küchentisch sitzen zwischen Egger (“... Auen // (die zuen Augen) // (wachsen”) und Ibn Hamdis (“Aber als ich mich durch einen Schluck daran laben wollte, flatterte, ein umsichtig Vögelchen, sie hinfort. Nun sag’ mir einer von einer Sonne, die untergeht, wo sie aufzugehen pflegt”) und ging mir anschauen im Chiostro Boccarini >>>> diesen Film. Ein fiktiver Ort, meinetwegen in Kampanien, das Verweben antiker Riten mit Platzkonzerten und Hochzeitsklamauk. Eine Art anthropologischer Film auf dem Drahtseil einer gewissen Musik, in die sich zuweilen die Tarantella einwob. Es gab Momente, da mußt’ ich breit lächeln. Wahrscheinlich dann, als der Dorftenor auftrat und herzhafte Arien schmetterte. Das war grandios. Weil er nur sich meinte und sein Dorfpublikum.
    Begegnungen auch, die sich heute wiederholten. Heißt: ein Wiedererkennen von Gesichtszügen, ohne daß man sich kennt, und dennoch ein freundliches Grüßen.
    Und werde mich wieder mal an einer Aubergine versuchen, die ich in Scheiben geschnitten und gut mit Salz bestreut.

    III,319 <<<<

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    Sat, 19 Aug 2017 17:52:18 +0000
    Turmsegler : Ada Rosa ist da https://turmsegler.net/20170819/ada-rosa-ist-da/ https://turmsegler.net/20170819/ada-rosa-ist-da/ Ada Rosa (* 17.08.2017)
    Ada Rosa Stein (* 17.08.2017)

    ••• Liebe Freunde, am Donnerstag, den 17.8.17 (25. Av 5777), um 10:37 Uhr ist Ada Rosa bei uns zu Hause zur Welt gekommen. Sie ist 52 cm groß und 3500 g schwer. Mit großer Freude und Dankbarkeit können wir euch mitteilen, dass Einat und Ada wohlauf und guter Dinge sind. Leo hat seine Schwester schon ins Herz geschlossen. Den großen Geschwistern Aaliyah und David geht es nicht anders.

    mit glücklichen Grüßen aus München
    Einat & Benjamin
    Aaliyah, David, Leo & Ada

    Ada Rosa (* 17.08.2017)
    Leo, Einat, Ada und Benjamin (v.r.n.l.)

    Dear friends, on Thursday, 17.8.17 (Av 25th 5777), 10:37 am Ada Rosa was born at our home in Munich. She is 52 cm tall and weighs 3500 g. With great joy and gratitude we can let you know that Einat and Ada are well and in a good mood. Leo already has locked Ada in his heart as have her grown up siblings Aaliyah and David.

    with happy regards from Munich
    Einat & Benjamin
    Aaliyah, David, Leo & Ada

    Im Rückspiegel: Gen Südwest (25. 09. 2016)

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    Sat, 19 Aug 2017 16:49:16 +0000
    Nymphenbad : Schlangenbauchsprung http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/heute-in-einer-fremdenstadt.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/heute-in-einer-fremdenstadt.html
    Heute in einer fremden Stadt. Dieser Gedanke begleitet mich bereits frühmorgens zum Sport. Aber es ist ein geruhsam vor sich hintröpfelnder Tag und es gehen sich keine zwei Kilometer im ungewohnten Becken aus. Vor allem, weil ich keine Lust dazu habe, mich über die Motivation hinaus zu schinden. Das ist sowieso ein Spiel, das man nur mit Bedacht treiben sollte.

    Mittags wende ich der Welt auf dem Sofa meine verletzliche Vorderseite zu und besuche den erhebenden Ort zwischen den Träumen, an dem man überall zugleich sein kann. An dem sich die Wirklichkeiten treffen. Von wo ich auch Material für meine Geschichten mitbringe.

    Nachmittags dann in einem unbekannten Café mit Begleitung. Meine Blicke schlängeln sich unwillig durch das graue Gegenlicht, begleitet vom einschläfernden Klingeln Dutzender Löffel, die gleichmäßig über Keramik kratzen. Dem Gespräch, das eigentlich an mich gerichtet ist, folge ich nur mit einem halben Ohr. Alles, was ich daraus mitnehme ist die Erzählung über jemanden, der auf eine Südseeinsel fuhr, um sich dort für teures Geld selber zu finden. „Nicht alle, die verloren sind, wandern.“, erwidere ich darauf. Ich weiß nicht, was das bedeuten soll. Es schien in diesem Augenblick einfach nur passend.

    So wunderschön schauerhaft. Der Stunden sind langsam und feucht und farblos. Das hinterlässt ein angenehm taubes Gefühl. Manchmal verlaufen wir uns unversehens im Ort und in der Zeit. Manchmal ist es pures Glück. Auch wenn wir die Reise eigentlich akribisch planten, sind wir unterwegs an einer Kreuzung willkürlich falsch abgebogen. Und ich spreche hier nicht vom Weg.

    Ich habe mich beim Absprung vom Fünfmeterbrett am Morgen (mir war irgendwie danach, den neuen Turm zu erklimmen) zur Abwechslung entschieden, nicht Richtung Wasser zu fallen. Stattdessen landete ich wie auf Daunen, in einem der blassgrauen Wolkenberge.
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    Sat, 19 Aug 2017 15:47:00 +0000
    Nymphenbad : dahin http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/dahin.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/dahin.html Straßenblick siebenter Stock
    von Giebeln läuft Schnee
    in die Regenrinnen
    man schmeckt die Stille
    dem letzten Nachtbus folgen
    die Angst sitzt mir im Genick
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    Sat, 19 Aug 2017 10:49:26 +0000
    Die Suche nach dem Glam : Kleine Fahnen http://renehamann.blogspot.com/2016/09/kleine-fahnen.html http://renehamann.blogspot.com/2016/09/kleine-fahnen.html
    Vorher habe ich eine Hornisse in meiner Wohnung erschlagen. Eine Hornisse! Im ausgehenden September! In Berlin! In meiner Wohnung! Shit. Schwankte lange zwischen Selbstbewunderung und kindlichen Ängsten.

    Und ich weiß schon: Soll man nicht. Sind schützenswert. Tun auch nichts. Usw. Aber erstens habe ich eine Insektenphobie, zweitens: überall, nur nicht in meiner Wohnung, bitte.

    Die Jahre des Wahnsinns/ genau vermessen



    Kleine Fahnen in der Nähe des Hermannplatzes. Umgeben von Polizei. Eine kleine Demonstration zum Gedenken der Proteste im Gezi Park. In der nächsten Seitenstraße warten noch einmal sechs Wannen. Absurdes Verhältnis. Was soll passieren?

    Denke über neue Geschichte nach, Wirtschaftsumfeld. Reine Männerwelt. Die zwei Konkurrenten, die nichts von einander wissen. Hochhauswelt, Hotelzimmer, Foyers, Lobbys. Gibt es Nutten? Gibt es Koks? Dialoge. Titel: "Die Auslosung meines Lebens".

    Bruchstückstadt, die Leere in der Mitte, die Leeren, die unmittelbar vom Weltkrieg herrühren. Trauerflächen aus Asphalt, Psychologen rätseln.

    Was gibt es zu essen? Ich werde mich von der Imbissbude meiner Wahl überraschen lassen. Ich vergesse einen Geburtstag. Am Abend Besuch einer Lesung in unmittelbarer Nähe.


    Absagesätze. "Schaum für immer", Nachwort:

    Ich erinnere mich an die Frage der Lektorin: Und was ich denn gedenke, für das Buch zu tun? Ich hatte Ischiasbeschwerden wegen des Buchs, ich hatte mindestens ein Jahr Magenschmerzen wegen des Buchs, aber die richtige Antwort fiel mir natürlich erst später ein: Ich habe es geschrieben! Das habe ich für das Buch getan!

    Mir hätte es klar sein sollen, es war mir wie so oft ja auch klar gewesen, von Anfang an. Man sollte doch öfter auf sein sogenanntes Bauchgefühl hören. Das Konzept des Verlegers war dermaßen überzogen, die Erwartungen seitens der beiden Kleinverleger viel zu hoch für mein armes, kleines, aber gutes Buch. Die Covergestaltungsvorschläge waren hanebüchen. Schlichtweg grundhässlich. Aber das waren die vorigen Cover der Reihe ja fast durchgehend gewesen. Der Versuch, dagegen zu reden, wurde mit dem Totschlagargument: "Die Vertreter finden es gut so/anders nicht so gut" niedergebügelt. Die "Vertreter"! Nie auch nur einen von diesen Schwachköpfen gesehen. Es war alles so fürchterlich uncool. Die Covergestaltung, der Klappentext: uncool und gelogen, völlig am Buch vorbei. Die Verlagsvorschauen, wie überhaupt die meisten Vorschauen: schlimm. Zum Fremdschämen.

    Aber das war mein Romandebüt, damals 2007. Ich wollte unbedingt belohnt werden, ich wollte unbedingt, dass mein Manuskript zum Buch wird. (Und es hatte ja schon einen Leidensweg hinter sich - ein Großverlag, der zuerst Interesse bis hin zu erster Lektoratsarbeit angezeigt hatte, entschied sich dann doch gegen das Buch; ein Agent tourte danach mehr als ein Jahr lang vergeblich durch die Vorzimmer der Verlage.) Erfahrungen mit dem Literaturbetrieb: Damals gab es immerhin noch manches, was den Schlamassel einigermaßen ausgleichen konnte: Das Senatsstipendium, die Lesungen, der Vorabdruck in Volltext.

    Die meisten Besprechungen waren allerdings katastrophal - die einen hatten das Buch nicht verstanden, vermutlich weil sie vom Klappentext auf den Holzweg gesetzt worden waren. Die anderen hatten es allerhöchstens angelesen. Ich weiß, das ist der übliche Vorwurf von Kritik gekränkter Autoren. Aber ich glaube, ich kenne die Schwächen meiner Schreibe - und auch die Schwächen meines Romans. Die Besprechung in der FAZ (immerhin!) war daher eher trostlos, die in der Basler Zeitung leider völlig daneben.

    Am Schluss blieb etwas Stolz und sehr viel Ärger, neben ganz schön viel Ernüchterung und Enttäuschung. Auch die sogenannte Szene, in der ich mich zu befinden dachte, scherte sich einen Dreck um das Buch. (Das hat mich vielleicht sogar am meisten gekränkt.)

    P.S. Konsequenterweise musste der Verlag ein Buch später Insolvenz anmelden - zu dem Zeitpunkt schuldete er mir immer noch Geld. Futsch für immer.


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    Sat, 19 Aug 2017 09:26:49 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Kinderbücher. Von Huxley. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/kinderbuecher-von-huxley/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/kinderbuecher-von-huxley/ „Lesen Sie es, lesen Sie es! Es ist natürlich ein Elementarbuch, eine Jugendschrift. Aber man soll nicht heranwachsen, ohne alle Kinderbücher gelesen zu haben. (...)“

    Mark Rampion in Point Counter Point, 1928
    (Kontrapunkt des Lebens, Herlitschka, 1963)
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    Sat, 19 Aug 2017 07:17:00 +0000
    taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20170819) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20170819/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20170819/ * Blatt 07.4 https://t.co/ojus7V4szw https://t.co/KuMvYknjgJ Aug 17, 2017 / das news fake unreadable. https://t.co/6IusmZIoFm Aug 17, 2017 / meistersinger kognitiver dissonanz. Aug 16, 2017 / * 20130629 https://t.co/4LAYPWYvN0 https://t.co/v6vrTeffF0 Aug 16, 2017 / ein paar weitere informationen zu den unreadables … https://t.co/a5AaOreDrD Aug 16, 2017 / RT @clemensetz: Hab jetzt ein Medleygedicht aus den Longlist-Klappentexten gebastelt #servicetweet #dbp17 https://t.co/9y1yYBZURk Aug 15, 2017 / * R154E65 R399 M946L614: T865U84, O85E65n https://t.co/51JDNLZiIZ https://t.co/VNipsqhn9l Aug 15, 2017 / das bunte, kreuzbestickte, zugenähte unreadable. https://t.co/n4YqKtToVr Aug 15, 2017 / sitz and https://t.co/YfCnBmTgCj Aug 14, 2017 / das koffeinierte unreadable. https://t.co/U4457yXohh Aug 13, 2017 / thanks for the tape donation, simone! https://t.co/k6nwHd8XiO Aug 12, 2017 /


    (meistersinger kognitiver dissonanz.)

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    Sat, 19 Aug 2017 06:27:21 +0000
    Nymphenbad : Die Gilde der pechschwarzen Liebe, Part 3 http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/die-gilde-der-pechschwarzen-liebe-part-3.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/die-gilde-der-pechschwarzen-liebe-part-3.html

    Bei Pflasterlicht posierlich / Das erste meiner Rätsel ]]>
    Sat, 19 Aug 2017 05:59:00 +0000
    Nymphenbad : Nymphentag 45 & Vashti Bunyan / Train Song http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/nymphentag-45-vashti-bunyan-train-song.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/nymphentag-45-vashti-bunyan-train-song.html
    Zum Sandsteinburg-Soundtrack:

    Die Kraft einer an sich einfachen Aussage, die ihre Wucht durch die Repetitio bekommt, wie sie ja in solchen Beispielen nicht gerade selten ist. Der Text aber wäre banal, wenn ihn nicht dieser ferne Gesang zu einem atmosphärischen Ungeheuer machen würde, ihm einen emotionalen Schub verpassen würde. Der Vortrag gibt perfekt das wieder, was der Text bedeutet, und zwar in seiner nackten Vollendung.


    Travelling north, travelling north to find you
    Train wheels beating, the wind in my eyes
    Don't even know what I'll say when I find you
    Call out your name, love, don't be surprised

    It's so many miles and so long since I've met you
    Don't even know what I'll find when I get to you
    But suddenly now, I know where I belong
    It's many hundred miles and it won't be long

    Nothing at all in my head, to say to you
    Only the beat of the train I'm on
    Nothing I've learned all my life on my way to you
    One day our love it's over and gone

    It's so many miles and so long since I've met you
    Don't even know what I'll find when I get to you
    But suddenly now, I know where I belong
    It's many hundred miles and it won't be long ]]>
    Sat, 19 Aug 2017 05:36:53 +0000
    schwungkunst.blog : wohin ich ging http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=6991 http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=6991 woher ich komm’, will ich nicht hin,
    auch nicht, wohin ich geh’ und ging.
    ich bleibe stehen und halt’ in’
    am orte, wo ich nicht mehr bin.

    wohin ich streb’, ist mir entgangen,
    es war mal was wie utopie,
    der’n dichterwortes schweres bangen
    war leicht verheißen, doch mir nie.

    woher kommt’s sehnen nach dem nicht,
    wohin will dieses volle herz
    euch ausergießen sein gedicht,
    wo wiegt es lichtend schwer wie erz?

    wohin will all das traute gehen,
    wem ist sein ziel einst zu ersehen?
    und wo wird dem erliegen stehen
    ein grab, in das wir, ach, verwehen?

    (170818)

    ]]>
    Sat, 19 Aug 2017 00:01:51 +0000
    particles : korken http://andreas-louis-seyerlein.de/air/korken/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/korken/ 9

    delta : 0.15 UTC – Das waren Zeiten, als wir noch Kinder waren, die unter freiem Himmel mit Flugdrachen spielten. Wie wir durch die Wälder krochen, um Knochen zu sammeln. Ein Bild zeigt mich in kurzen Hosen, wie ich einen Erdapfel über offenes Feuer halte, ich sammelte Briefmarken, Schmetterlinge, Steine und Kronkorken, liess Seilbahnen über Bindfäden fahren von Haus zu Haus. Heute sammele ich gerne Geschichten von Kiemenmenschen, hölzerne Elefanten oder Marienkäfer, die nachts schlafend an warmen Lampenschirmen sitzen. – stop

    ping

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    AndreasLouisSeyerlein?d=yIl2AUoC8zA AndreasLouisSeyerlein?d=dnMXMwOfBR0 AndreasLouisSeyerlein?d=qj6IDK7rITs
    ]]>
    Fri, 18 Aug 2017 21:50:10 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus : Die Fischangst meiner Hände http://500beine.myblog.de/500beine/art/10486153 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10486153
    Ich finde es nicht mehr. Das Gedicht ist verloren. Ich habe auf dem Speicher gesucht, ich habe den staubigen alten Koffer geöffnet, der unter meinem Schreibtisch liegt und eine Menge loser Manuskripte enthält, ich hab die Regale auseinandergenommen - nichts zu machen, das Gedicht ist weg. Ich entsinne mich, wie es endet: Es endet damit, dass ich in der Früh wach werde und einen Fisch reite mit einem großen Busen. Daran erinnere ich mich. Das Ende war gut.

    Eine Handvoll Freunde und Angehörige erschien an diesem Nachmittag im Frühsommer 1983 in Kennies Antiquitätenladen auf der Wupperstraße.

    Die Wupperstraße war berühmt für ihren Doppelcharakter. Es gab zwei Frisöre, zwei Supermärkte, zwei Büdchen, zwei Bäcker, zwei Dealer, zwei Blumenläden, zwei Imbissbuden, eine Lotto-Annahmestelle, zwei Kneipen, zwei Generalvertretungen von Versicherungen und eine Weile sogar zwei Kindermodegeschäfte, die sich aber nicht halten konnten und schnell dichtmachten.

    Eine turbulente Straße, von zwei Schulen gesäumt, einem Kindergarten und einer Lotto-Annahmestelle, die nach Schulschluss oft dermaßen überfüllt war, dass die Inhaberinnen, zwei stieselige, aber geschäftstüchtige alte Jungfern, sich regelmäßig gezwungen sahen, die Notbremse zu ziehen.

    "NUR REINKOMMEN, WER GELD HAT! DIE ANDEREN WARTEN DRAUSSEN!"

    In den Neunzigerjahren zeigte die Wupperstraße ein gänzlich anderes Gesicht. Es gab nur noch einen Frisör, einen Billigbäcker, 1 Supermarkt und 1 Kneipe, aber insgesamt vier Imbissbuden, zwei griechische und zwei türkische. Das Gleichgewicht war innerhalb eines Jahrzehnts komplett aus dem Ruder gelaufen, und die Straße hat sich bis heute nicht wirklich davon erholt.

    (Wobei es neuerdings zwei Läden gibt, die einem die Fußnägel verlängern, oder so.)

    Kennies Antiquitätengeschäft, Samstagnachmittag 1983, die erste Lesung meines Lebens. Proppenvoll war es nicht gerade. Der dicke Hansen war gekommen, sein Bruder, mein Bruder, meine Schwester, mein Schwager. Fleschkönigs ließ sich blicken, Lena war da, Pepe, Pepes Bruder, der kleine Bruder von Karlos, und Schnaat, der hatte keinen Bruder. Nur zwei Schwestern. Die waren aber nicht da. Die waren woanders. Die waren ständig woanders. Sie waren mehr ein Gerücht, Schnaats Schwestern.

    Dafür war Kennie da, logisch. Kennie, der Gastgeber, Einzelkind, Altjunkie, 2007 gestorben im Alter von fünfzig Jahren.

    Ein paar Tage vor seinem Tod habe ich ihn noch in der Stadt getroffen. Er sah gut aus, wie lange nicht. Er hatte beide Hände voll zu tun. Links einen Strauß Rosen in zartgrünem Blumenpackpapier, rechts einen frischen Fisch vom Markt, in Fischeinwickelpapier.

    "Kennie! Wohin?"

    "Nach Hause", gab er gutgelaunt zurück.

    "Oho… Machst es dir gemütlich, wie?"

    "Sicher", leuchtete er. "Den Fisch in die Blumenvase, halben Liter Wasser dazu, die Vase auf die Heizung, volle Pulle aufdrehen, fertig ist der Budenzauber."

    Budenzauber war das letzte Wort, das ich aus seinem Mund gehört habe. Für mich ist Budenzauber seither Kennies Wort, und wird es bleiben bis in alle Ewigkeit. Ein schönes Wort, wie Henrystutzen. Oder Admiral Benbow. Manchmal reicht ein einziges kleines Wort, und man taucht ab in den Tod eines Bekannten.

    Paar Tage später brach Kennies Kreislauf zusammen, abends vorm Fernseher. Er saß neben seiner Mutter, bei der er zu Besuch war. Er muss sofort tot gewesen sein.

    1983 bauten wir genau in der Mitte seines Antiquitätenladens eine hellblaue Werkstatt-Leiter auf. Karlos hockte auf der obersten Sprosse und verkündete mit ritterlicher Stimme meine verschwurbelten kleinen Jungs-Gedichte, in denen die Utopie ihrer inneren Blutung erliegt und wo ich durch den Weltraum spaziere, in dessen Gemäuer die Ewigkeit nistet. Einmal stehe ich in der Pommesbude, als meine Ex auftaucht, im Schlepptau ihren neuen schnieke Fritz. Am Ende blutet mein Herz und im Bauch die Currywurst. Das Ende war gut.

    Nach dem letzten Gedicht stieg Karlos von der blauen Leiter. Die Leute klatschten erleichtert, weil nichts schiefgegangen war. Meine große Schwester kam zu uns rüber und machte eine Riesenpulle Sekt auf, von der ich in gewisser Weise noch heute saufe. ]]>
    Fri, 18 Aug 2017 14:03:02 +0000
    particles : von taubenschwänzchen http://andreas-louis-seyerlein.de/air/von-taubenschwaenzchen/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/von-taubenschwaenzchen/ 9

    echo : 23.55 UTC – Existiert vielleicht eine Poetik gutmütiger Drohnen? Das sind freundliche Wesen, unbewaffnet, leise, flink, von der Größe der Taubenschwänzchen. Sie verfügen über Atomherzen, begleiten Menschen rund um die Uhr, immer nur eine Person, verzeichnen das Leben dieser Person, ihre Routen, Gewohnheiten, Abenteuer, filmen und schreiben in menschlicher Sprache. 5.12 UTC : Samuel träumt. Going to sleep. – stop

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    Der Beitrag von taubenschwänzchen erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

    AndreasLouisSeyerlein?d=yIl2AUoC8zA AndreasLouisSeyerlein?d=dnMXMwOfBR0 AndreasLouisSeyerlein?d=qj6IDK7rITs
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    Fri, 18 Aug 2017 13:52:33 +0000
    Die Suche nach dem Glam : Ja. Chérie http://renehamann.blogspot.com/2016/10/ja-cherie.html http://renehamann.blogspot.com/2016/10/ja-cherie.html
    Als sie sagt, des Morgens, auf der Matratze, hinter dem Kleiderchaos, während ich mir ein Schlafshirt suche und in dem Kleiderberg nur Hemden finde, weshalb ich also ein Hemd anziehe, also als sie sagt, dass sie sich nicht sicher sei, ob das hier was Ernsthaftes werden könne, werfe ich ihr etwas an den Kopf, was ein Heft sein könnte oder ein E-Bookreader in einem Schuber, und dann sage ich, das sollte sie sich aber mal langsam überlegen, und zwar schnell, weil ich hier schon ziemlich drinhänge, wobei ich letzteren Satz nicht zu Ende spreche.

    Wenig später kann ich fliegen. Ich fliege um mein Elternhaus und das meiner Großmutter herum. Zum Fliegen brauche ich allerdings ein Hilfsmittel, das ich mir unter die Arme klemmen muss. Ein rotes Irgendwas. Ich fliege einen Turm hoch, wobei es schwieriger wird, je höher ich komme. Ich sehe Fußballplätze, Bolzplätze, die jetzt Neubausiedlungen gewichen sind.


    "'Gute Gefühle', sagt Gide, 'bringen schlechte Literatur hervor'; aber gute Gefühle bringen hervorragende Einschaltquoten. Es wäre der Mühe wert, einmal über den Moralismus der Fernsehleute nachzudenken: Oft genug Zyniker, sind sie in ihren Äußerungen zu moralischen Fragen doch unwahrscheinlich konformistisch. Unsere Nachrichtensprecher, Moderatoren, Sportreporter haben sich zu Moralaposteln entwickelt; mühelos schwingen sie sich zu Verkündern einer typisch kleinbürgerlichen Moral auf, die bestimmen, 'was zu halten ist' von dem, was sie die 'Probleme der Gesellschaft' nennen (...) Dasselbe gilt für Kunst oder Literatur: Die sogenannten literarischen Sendungen, gerade die bekanntesten, fördern die etablierten Werte, den Konformismus und Akademismus oder auch das, was gerade hoch im Kurs steht, und zwar tun sie dies immer dienstfertiger."
    Pierre Bourdieu, Über das Fernsehen

    "Kräuselmeier war auch ein Weiberheld, und es ist ja nichts Neues, dass silberstrümpfige Buchhändlerinnen auf Intellektuelle eine spezielle Anziehungskraft ausüben."
    Schröder & Kalender: Kriemhilds Lache

    Stimmt, das Schmatz. Auch lange nicht mehr gesehen.


    Ein lang gezogener, offener Platz. Eine Bühne am Kopfende, umstellt von künstlichen Pflanzen. Betonkübel zum Sitzen. Keine Tauben. Ein altmodisches Glockenspiel, das an einer auf barock gemachten Fassade klemmte und stündlich die schräge Melodie eines antiquierten Arbeiterliedchens bimmelte. Der Schatten eines Hubschraubers, der sich langsam über das Pflaster bewegte. An den Flanken des Platzes herumbrausende Fahrzeuge. Menschen auf Rädern. Hotels in Reichweite, aber keine Touristen. Die Mitarbeiter stiegen aus und eilten auf ihre Positionen. Die anwesenden Bettler sprachen sie persönlich an. Sie nannten sie bei Namen. Sie sprachen Platzverweise aus.

    Eine wichtige Meldung folgte: Bitte filmen Sie auch die Gesichter der Menschen, die weinen.


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    Fri, 18 Aug 2017 10:08:20 +0000
    rheinsein : Min Mettmann http://rheinsein.de/2017/08/18/min-mettmann/ http://rheinsein.de/2017/08/18/min-mettmann/ Heute ist Welttag des schlechten Gedichts. Aus diesem Anlass öffne ich zögernd die Lade meines Schreibtisches und präsentiere ein zweistrophiges Hymnenfragment auf meine langjährige Heimatstadt Mettmann. Es ist in Altmettmanner Mundart gehalten, einem Dialekt, der 1849 im Zuge der bergischen Dialektreform abgeschafft wurde – neben dem Altvelberter Platt die einzige Mundart, der solch rigorose Behandlung zuteil wurde. Hintergedanke der Obrigkeit war, diese in gesprochener Form nahezu unverständliche Sprache als Medium konspirativer Verschwörungen unbrauchbar zu machen. Mit Erfolg: Man schätzt, dass nur noch 6 bis 8 Sprecher des Altmettmannischen existieren, die meisten davon in bedenklicher gesundheitlicher Verfassung, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann dieses besondere mundartliche Artefakt endgültig dem Vergessen anheimfällt. Die Abfassung dieser Hymne strengte meinen ohnehin stetig angespannten Geist derartig an, dass ich Ende der 90er Jahre in eine Nervenkrise verfiel, die mir das Dichten auf Jahre verwehrte. Als ich jedoch erstarkt aus der Krise zurückkehrte, hatte ich plötzlich die Kenntnis des Altmettmannischen verloren, so dass dieses Werk, welches als ultimate Preisung der Kreisstadt angelegt war, als schwächliches Amputat vor seine Leser treten muss.

    Min Mettmann
    (Fritz Geldmacher in Verehrung)

    Wu Batten on Plejsten seij tållen zem Groh,
    on flücke sig drejbert en frottlige Klåh
    wu dä Düssel sprillet en kwellnissem Blů
    on dä Kärpe strifft horpig dèm Angebäch zů:
    Då is min Geleiks, min Sprong on min Kosch,
    då hult jach min stäte Wins en Jebrosch -
    då wall jach mir strejgen em Mårg en em Krůh:
    Min Mettmann, min Mettmann wej mooch jach di sů!

    Dou bäss om dä Stirten dä grumpeste ned,
    häss Worken un Zullen mäd en Hülsten jemed,
    un em ůllerste Baasch kast do nämmer änglide:
    Dou stiihst sulch äm Befuu jappischlech nå ter Side!
    Konz äm Alfruhd näd dringe bi Moulen on Strehn,
    Moox däch hälder lufrig mäd dä Biesflappen drähn.
    Dou haaks king Jedräh ouver Kanz on Beschů:
    Min Mettmann, min Mettmann wej mooch jach di sů!
    (…)

    (Ein Beitrag von Martin Knepper)

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    Fri, 18 Aug 2017 08:52:09 +0000
    isla volante : 俳 http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ZeKSb3o6po4/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ZeKSb3o6po4/

    postbotenblick auf
    meine brust / aber er bringt
    kostbare bücher

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    Fri, 18 Aug 2017 07:50:54 +0000
    Nymphenbad : Ascension & Co http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/ascension-co.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/ascension-co.html Vor einem Jahr

    Eigentlich müsste man ja mal Klartext reden, so geht es doch nicht weiter, oder komme ich etwa zurecht, komme ich etwa zurecht, kann ich mir vielleicht endlich eine Antwort geben? Ich weiß nicht, die Pflanzen haben Durst, Eric Dolphy, Lee Morgan, Horace Silver, Oliver Nelson und wieder und wieder Trane, der Train, der Tschu Tschu der spirituellen Ekstase, Ex-Tasse. Gestern zum ersten Mal sein Ascension gehört, das hat mir ordentlich den Helm verdreht, und weil der Helm gut und gerne völlig rotieren darf, Crescent und Meditations hinterher, so dass ich beim Götterwerk A Love Supreme fast schon wieder runterkomme. Das ist schon der absolute Irrwitz, Herrschaften. Man möchte fast wieder rauchen und einen Liter Wodka trinken, aber das verträgt sich nicht mit den scheiß Haferflocken, die ich tagein, tagaus fresse. Ich muss schon fast kotzen, wenn ich etwas anderes rieche, außer Waschpulver, Waschpulver geht. Fuentes' Hautwechsel ist endlich da, schiebe ich zwischen die Wiederlektüre des Der obszöne Vogel der Nacht ("des Der", das ist doch ungeheurlich!) und darf nicht vergessen, an meiner eigenen Nacht weiterzumachen. Und das wunderbare Cover von Bill Evans & Jim Hall vom Album Undercurrent:


    Viel ruhiger quasi als diese Arschlochstraße, in der ich lebe, aber gibt es in Städten überhaupt irgendwo keine Arschlochstraßen, Lärmidioten, die mir auf die Nerven gehen mit ihren bekloppten Blechkarren. Das gälte es zu fliehen. Nur wohin fliehen? Wo bliebe ich verschont von diesem Ekel, der mich überall umgibt? Wenn ich jetzt stürbe, wer würde meine Leiche auf den Müll werfen? Zu all den Blechdosen und Plastikwindeln, Astronomy von Blue Öyster Cult als Begleitmusik, mein Göttinner, bin ich drauf, ich komme selbst fast auf den Gedanken, ich hätte was Schlechtes im Sprudel gehabt. Schlaftablette und raus aus dem Tag. ]]>
    Fri, 18 Aug 2017 07:16:57 +0000
    Nymphenbad : Im dunklen Trüb http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/im-dunklen-trub.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/im-dunklen-trub.html Früher eine Schänke, Quellen aus Mondlicht, ein Splitter der Ver­gangenheit. Hier wurde weder Licht noch die Luft selbst gelüftet, die Gäste sprachen Double Dutch, flüsterten laut, hatten sich nichts zu sagen und sagten sich nichts zum tausendsten Mal. Das Strand­gut eines Sommerplatzes: den Elenden gab man gastfrei. Sie stand in der Ecke und sah mich früher als ich sie, stand in meinem Rücken, die­ser weiten Fläche, ein Fächer für Blicke, weder die Kleidung, die man trägt, noch die Haut widersteht dem Stechen eines in Gedanken arrangierten Blickes. Sie stand da und stand verborgen, karge Mauern hüllten sie ein, Gedanken ohne Gestalt, ohne ein Wort, ein Bild. In der Mitte flackerte ein entsetzlich fun­zeliges Licht, das sich für eine Sonne hielt. Im Keller siechte das Wasser eines Brun­nens, darin keimte die Erinnerung wie in einem Aquarium Escheri­cha Coli, geisterhaft tauchte aus der Tiefe all das empor, was man längst kannte: sich selbst zu fassen bekam man sich nicht. ]]> Fri, 18 Aug 2017 07:00:00 +0000 Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Als Hutträger http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/als-huttraeger/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/als-huttraeger/ fiel mir auf, daß Hüte im Sommer zu tragen, nichts anderes als ein Zeichen masochistischer, nämlich insofern leerer Eitelkeit ist, als sie ihre Träger quälen. Sie schwitzen darunter, ohne daß der Schweiß aufgefangen würde – und wenn er es wird, verunschönt er das Material: hinterläßt Flecken auf dem Hutband, die nach dem Trocknen aussehn wie von Salz, das sich zudem nur schwer oder gar nie mehr ausbürsten läßt. Der Schweiß, wenn noch naß, staut sich zwischen Haut und Hut, bildet dort schließlich kleine Kanäle, durch die bei lockerem Aufliegen Tropfen auf Gesicht, Nacken und Schultern fallen. Die Haut selbst tut sich zu atmen schwer, und es wird drinnen wärmer noch als draußen. Sitzt der Hut aber fest, staut sich die Nässe, und es wird erst recht unangenehm.
    All dies nur, um zu gefallen oder Eindruck zu machen, sei es sich selbst, sei es den anderen. Um vorzugeben, daß man(n) wer sei. Wenn dies stimmt, und man ist es, kommt mir die leichte Qual ganz unnötig vor; ist man(n) es nicht, dann unsicher und schwächlich – wovon abermals der Hut ablenken soll.
    Mag sein, daß Strohhüte neben dem Vorschein, den ihre Eleganz vermittelt, tatsächlich die gute Funktion erfüllen, die Kopfhaut vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen; daß es darum aber wirklich geht, bezweifle ich aus Erfahrung. Denn das Problem mit einem Schweiß, der nicht kultiviert abgeführt wird, stellt sich auch unter Strohhüten ein – eine Erfahrung, die ich gerade erst auf der toscanischen Insel gemacht habe.
    Nun wußte ich alldies längst, aber mochte es mir nicht zugeben. Gestern abend indes wurde mir diese Erfahrung unangenehm. Ich sah, im Garten des Literaturhauses Fasananstraße sitzend, solchen Hutträgern immer wieder zu. Meist waren es Männer aufwärts fünfzig. Ihre hellen Hüte leuchteten, mehr indessen nicht. Zumal ist in unseren Breiten, besonders solch nassen Sommern wie diesem, ein Schutz vor Sonne ganz obsolet. Bei jüngeren Männern allerdings bin ich geneigt, bei solchen unter Dreißig, den eitlen Masochismus nicht mit Scham, sondern mit zärtlicher Ironie zu betrachten, da ich wieder den auffahrenden Jüngling in ihnen erkenne, der ich selbst einst gewesen.
    Etwas anderes übrigens ist es mit Tüchern oder Handtüchern, die um den Kopf geschlungen. Hier geht Eitelkeit mit Funktion ineins: Die Funktion lächelt sozusagen, sie verbindet Botschaft mit der objektiven Erleichterung, um derentwillen die Ausstaffierung erfolgt ist. Also drängt sich das Eitle nicht auf, sondern ist, was es sein sollte: Spiel.

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    Fri, 18 Aug 2017 05:25:33 +0000
    Nymphenbad : Unübersehn http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/unubersehen.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/unubersehen.html
    So kam es. Und nun ist es soweit. Weiß ich doch seit Wochen. Mit der Tschu Tschu geht's in die Pfalz. Mit nem großen grünen Stegosaurier zurück. Den Stego vermute ich mal, da ich nur die 'kleinen' Busse kenne, von dem, der ihn mir zur Verfügung stellt und wohl auch fährt. Obwohl ich das auch machen würde. Ich fahre ja hin und wieder der Arbeit wegen einen Bus. Hey Busfahrerin! Aber eben einen 'kleinen', der maximal 10-15 Personen fasst. Das wollte ich mal zu meinem Beruf machen. Ist noch gar nicht so lange her, da stand das zur Debatte.

    Hab' uns heute auf dem Viehmarkt nen 2-kg-Sack Zwetschgen gekauft. Zum Frühstück gab's Debreziner mit Kaisersemmeln und Senf. Die Zwetschgen brauchen noch, sind noch recht fest und sauer. Bis sie zart und süß sind, bin ich wieder da. Mit Fahrrad. Um in irgendeiner Weise wieder mobil zu sein. Das Fahrrad, mit dem ich, bevor ich zu dir kam, die letzten Tage zu meiner alten Arbeitsstelle geradelt bin, vorbei an Felder, Felder und noch mehr Felder. Du hast mich zu dir geholt. Bist Tschu Tschu gefahrn. Kamst an auf Gleis 2. Mich am Ohr.

    Wir übernachteten im Mannheimer Maritim-Hotel, in dessen Korridore wir uns immer wieder verliefen, das uns stark an das Overlook-Hotel erinnerte. Es schien auch genauso leer, wir beide waren um kurz vor Mitternacht die einzigen, die noch die Bar aufsuchten. Es war uns ein Haus mit einem ganz eigenem Willen, das einen vergessen macht, in welcher Stadt man ist, zu welcher Jahreszeit, zu welcher Zeit überhaupt. Solche Häuser wirken auf mich wie Uterushäuser. Die Welt herum versinkt ins Dunkel, ist nicht mehr existent, wandelt man durch solche Gänge, schläft und isst in ihnen. Abnabelung durch eine totale In-sich-Aufnahme. Wir spürten, dass wir absorbiert wurden. Waren wie in einer dickwandig ausgekleideten Blase, die die Welt nur als ein Innen kennt. Keine Sinne der Gewohnheit. Es war mir als ob ich ständig meinen eigenen Puls schlagen hörte. Meine Ohren waren wie nach innen gestülpt. Die Farben teilten sich in einer ganz anderen somatischen Sprache mit. Die Klänge hatten etwas Gedämpftes. Ähnlich: sich in eine Badewanne zu legen und die Ohren unter Wasser zu halten. Noch immer hört man etwas, aber es scheint ein Klang, eine Akkustik einer anderen Welt zu sein. Und wie Wasser mir hierfür ein Medium ist, war es auch dieses Haus, das wir beide vielleicht irgendwann in der Zukunft noch einmal besuchen werden. Doch dann mit einer Kamera.

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    Thu, 17 Aug 2017 20:40:00 +0000
    Nymphenbad : Hinter den Aufbauten der Welt http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/hinter-den-aufbauten-der-welt.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/hinter-den-aufbauten-der-welt.html
    Das Leben eines Geschichtenerzählers ist voller Eingänge, Durchgänge, Abgänge, geschlossener Türen und offener. Fenster, durch die man einsteigen kann, wenn man sich nur ein Herz nimmt. Manchmal auch Schaufensterfronten, auf denen fingerdick der Dreck von Jahren klebt. Dahinter stieren, zerlegt und durcheinandergeworfen, Kleiderpuppen mit leeren Gesichtern, auf denen schon vor langer Zeit die Beschichtung gerissen und abgebröckelt ist, direkt durch einen durch. Sie waren einmal weiß, aber mittlerweile hat die Sonne sie gilb gemacht.

    Es ist eine Passage, die man nur durchqueren kann, wenn man den verborgenen Zugang kennt. Oder durch Zufall entdeckt. Direkt neben der lebendigen Touristenhauptschlagader einer blühenden Weltstadt. Wenn einem das Ambiente gefällt, kann man sich zu den ausrangierten Plastikkörpern in der Auslage gesellen und leer auf die Straße starren. So tun, als gehörte man dazu. Zu allem.

    Das tausendstimmige Murmeln von draußen schwirrt durch die Stille dieses abgelegten Orts. Es kann etwas Befreiendes haben, ganz nahe an der Welt zu sein, und trotzdem unbemerkt. Man kann die Umgebung völlig ungeniert beobachten. Dabei den sommertäglich flirrenden Staub tief in den Brustkorb inhalieren und sich bewusst darüber sein, dass es die Reminiszenzen längst vergessener Tage sind, was einem da in der Lunge kratzt. Kleingerieben von unaufhaltsamen Äonen. Das anschließende Husten befreit. Macht den Moment nur umso wertvoller.

    An Tagen wie diesen, auf Stimmungsjagd, beim Pflücken von Hintergründen für seine Geschichten, beim Fremdsein in Geborgenheit, weiß man, was man daran hat, ein Mitteiler sein zu dürfen. Man wandert auf leisen Sohlen durch die Aufbauten und Verstrebungen hinter den Alltagskulissen und sucht sich geeignete Gucklöcher, um die Dinge aus ungewohnten Perspektiven wahrnehmen zu können. Man trägt den farbenprächtigen Strauß an Eindrucksblumen, den man sich in liebevoller Kleinarbeit zusammensucht, stets mit sich herum, um ihn bei jedem gegebenen Anlass hervorzuholen und stolz der Welt zu präsentierten.

    Nun gut, vielleicht nicht der ganzen Welt. Halt jedem, der ihn sehen will. Aber immerhin.
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    Thu, 17 Aug 2017 17:58:00 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus : Ein Foto ist die kürzest mögliche aller Geschichten http://500beine.myblog.de/500beine/art/10484101 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10484101
    „Am Kannenhof wohnen ist ein bisschen wie wild zelten“, meint die Gräfin, „nur eben nicht wild.“

    Wir schreiben das Jahr 1998. Sagen wir, ich schreibe das Jahr 1998, auch wenn man das niemals alleine tut. Was auch immer man tut, es sind andere Leute beteiligt. Selbst wenn man allein am Schreibtisch sitzt und sich Sachen ausdenkt, es sind andere Menschen beteiligt. Menschen, die den Tisch gezimmert haben, an dem man sitzt, zum Beispiel, ach nee, sind ja Maschinen, die das tun. Oder Menschen, die den Computer gebaut haben, an dem man schreibt, sind daran beteiligt, ach nee, sind ja Maschinen, die Computer bauen.

    Na schön, wie gesagt, ich schreibe das Jahr 1998. Immer sind andere Menschen beteiligt, was man auch tut. Selbst wenn man allein am Schreibtisch sitzt und sich Geschichten ausdenkt, sind andere Menschen beteiligt, nämlich die Menschen, über die man schreibt.

    So ist es besser.

    So stimmt's.

    Ich kam 1998 mit dem Rad aus der Innenstadt und bog in den Kannenhof ein. Mit dem Rad den steilen Kannenhof runter geht auf zweierlei Art: mit angezogener Bremse oder halsbrecherisch in voller Fahrt. Ich zog also gerade die Handbremse an, da blinkte etwas im Sonnenlicht, mitten auf dem Asphalt, wir schreiben das Jahr 1998. Sagen wir, ich stieg ab. Eine rechteckige Stofftasche lag auf dem Boden. Ich hob sie auf und war enttäuscht. Kein fettes Portmonee, wie ich im ersten Moment glaubte, wo die Hunnis rausquollen wie Salatblätter aus dem Big Mäc, nur eine hellgraue Kameratasche, aber mit Kamera drin.

    Ich öffnete den Klettverschluss. Rollei, Kleinbildkamera. Rollei Prego Zoom. Sechs Bilder verknipst. Ich rollte weiter den Berg runter, vorsichtig, dass ich mich nicht aufs Maul legte, nicht ausgerechnet jetzt, als frisch gebackener Berufsfotograf.

    Ich schoss das erste Foto, als ich in die Küche trat und die Gräfin am Tisch überraschte, vertieft in die Wochenendausgabe der Lokalzeitung.

    „Nicht..!“ rief sie.

    Zu spät. Mit Blitz. Obwohl ich das gar nicht wollte. Es blitzte einfach! Automatik!

    Sie stöhnte. „Wo hast du die denn her?“

    „Gefunden.“

    „Echt?“

    „Echt.“

    „Sieht so neu aus.“

    Danach lag das Ding erst mal jahrelang in der Ecke. 5 Jahre. Oder drei. Niemand interessierte sich zur Jahrtausendwende für eine analoge Kleinbildkamera. Erst 2001 fiel sie mir beim Aufräumen wieder in die Hände. Jetzt war sie nicht mehr neu. Jetzt konnte es losgehen. Ich bin ein großer Freund von abgehangenem Schinken. Fortan hielt ich das Leben um mich herum auf Fotopapier fest und klebte die Bilder ganz altmodisch in Foto-Alben ein. Ich machte fünf Alben voll, zehn, zwanzig, dreißig, ich machte fünfzig Fotoalben voll. Ich klebte Tausende von Fotos ein, und da waren ja noch die abertausend, die ich nicht einklebte, weil ich sie nicht so gut fand, weil sie verwackelt waren, weil ihnen weiss der Teufel was fehlte, weil sie scheisse waren.

    Das Einkleben der Bilder war wie Zen für mich, es konnte mich stundenlang beschäftigen. Ich fühlte mich in meine Kindheit zurückversetzt, als ich ganze Nachmittage am offenen Wohnzimmerfenster gesessen hatte und Matchboxautos über die Fensterbank schob. Einparken übte. Loopings.

    Kontemplation.

    Ohne Kamera ging ich nicht mehr aus dem Haus. Selbst auf dem Weg zur Mülltonne baumelte die Rollei griffbereit am Hals, ich wusste ja nie, wann sich ein Motiv auftat und ob die Lichtverhältnisse jemals wieder so perfekt sein würden.

    Auch unsere gemeinsamen Spaziergänge änderten sich, wurden langsamer. Wir kamen kaum voran, weil die Fotografiermaschine einen starken Eigengeruch hatte und dauernd in Betrieb war, wir gingen beim Spazierengehen unterwegs verloren. Wir verschollen zusehends.

    Das ist kein Gehen mehr, meinte Sanne, das ist relativ flottes Stehen.

    Wenn ich mal keine Landschaft fotografieren wollte, sondern Menschen, musste sie als Motiv herhalten, meine Muse. Anfangs reagierte sie genervt, wenn ich sie schon wieder im Sucher hatte, doch mit der Zeit gewöhnte sie sich an mein Geknipse. Und machte ich mal ein paar Stunden lang keine Aufnahme von ihr, wurde sie gleich stinkig.

    „Bin ich dir jetzt nicht mehr gut genug, oder wie!?“

    An meinem 44. Geburtstag leistete ich mir eine Minolta Spiegelreflex. Keine digitale, sondern eine analoge, die noch mit Silberfilm zur Arbeit ging. Auch wenn der Verkäufer mich bis zuletzt umzustimmen versuchte, er wollte mich zukunftsfest machen, blieb ich standhaft. Wenn 99 Prozent der Leute ihre alten Apparate, die noch gut ihren Dienst versahen, für kleines Geld verschleuderten, nur um die neueste Billionen-Pixel-Kiste zu ergattern, dann kaufte ich mir erst recht eine analoge und bunkerte auf Vorrat eine Tonne Silberfilm von Kodak.

    (Andererseits, weiß man wirklich, ob man nicht vielleicht doch besser der Herde gefolgt wäre..?)

    Bis zum Jahr 2006 zog ich Fotolieder pfeifend durch die Strassen, ich war der Fotoapparatstreuner mit Hund. Ich entwickelte Foto-Episoden, verrutschte Abendmärchen, düstere Hitzeflecken in der City.

    Es passierte, dass ich das superbste Motiv vor der Brust hatte, dass je ein Fotograf vor der Brust gehabt hatte, und dann blinkte auf dem Display der Minolta das Symbol für leere Batterien auf (nach tagelanger Warnung). Und eine Sekunde drauf war auch das Symbol erloschen; absolute Betriebseinstellung. Hektisch öffnete ich das Batteriefach und ließ die beiden kleinen Spezialbatterien in meine offene Hand purzeln, startete verzweifelte
    Wiederbelebungsversuche. Ich versuchte es mit Massage, mit zartem Rubbeln und Reiben, ich versuchte es mit dem Einhauchen warmer Atemluft, nur um den beiden Säufern noch ein klein bißchen Saft herauszukitzeln, genug für ein oder zwei Bildchen..

    Vergebens. Natürlich vergebens.

    Zuletzt wurde es wie immer. Wie immer, wenn mir einer Sache mächtig Spaß machte. Wurde Sucht daraus. Und die Langeweile glotzte auch schon um die Ecke. Weil ich das Gefühl hatte, immer das gleiche zu fotografieren, fing ich an, die Fotos in den Alben zu untertiteln. Ich schrieb hier einen Satz drunter, da einen Absatz in Großbuchstaben, zuletzt eine ganze Story. Ich schrieb so viel, dass kaum mehr Platz blieb für Bilder, also stellte ich das Knipsen von heute auf morgen ein. Da kannst du ja auch direkt schreiben, dachte ich. Und steckte fortan wieder das Notizbuch ein. Außerdem war die Kamera kaputt. Im Urlaub in Holland war Sand in die Elektronik gerieselt.

    Ich schleppte die Alben hoch auf den Speicher, und steckte auch die hundert schwarzen Filmdöschen mit verknipsten, aber noch nicht entwickelten 36er-Filmen in einen Karton, schrieb „noch nicht erledigt“ drauf, und zog los. Statt mit der Kamera wieder mit dem Notizbuch, dem Originalmaschinchen, wie damals, in den halsbrecherischen 80ern. ]]>
    Thu, 17 Aug 2017 17:37:34 +0000
    Nymphenbad : Uglier Joyce http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/uglier-joyce.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/uglier-joyce.html
    Joyce: Alle meine Babys, sagte sie. Den Löffelvoll Brei in den Mund, bevor sie die kleinen Würmer fütterte. Ah, das ist aber njmmnjmm. Hat sich die Hand gequetscht beim alten Tom Wall seinem Sohn. Seine erste Verbeugung vor dem Publikum. Einen Kopf hatte der, wie ein Preiskürbis. -- Ulysses
    Perkampus: Trippel trappel Mäuse klackern in den Ecken (Josefine, die Sängerin) hinterm Spülstein, Katzen wetzen schlanke Messer (vom Fressen auf den Schlachtfeldern: die Speisekarte - das blu­tigste Blatt das wir schreiben) schneller Marmortopf; Filme vom Fressen: der Projektor malt stümpernde Kochweisen an die Kü­chenwand. -- Sandsteinburg ]]>
    Thu, 17 Aug 2017 11:37:01 +0000
    Die Suche nach dem Glam : Die Waffe des austretenden Hundeführers http://renehamann.blogspot.com/2016/10/die-waffe-des-austretenden-hundefuhrers.html http://renehamann.blogspot.com/2016/10/die-waffe-des-austretenden-hundefuhrers.html
    Ich mache mir einen Kaffee und finde sie in der unteren Ablage. Eine Gelegenheit, sich die Kugel zu geben, ist mir diffus bewusst. Ein seltsames Gefühl. Aber ich fasse die Waffe nicht an.

    Der Radiosender spielt Heavy Metal Musik. Der Hundeführer ist von seiner Runde zurück und löst Kreuzworträtsel. Von der Musik fallen dir doch die Eier ab, sagt er nach einer Weile.

    Der schwule Kollege, der mich ablöst, oder den ich ablöse. Die versteckten Schmuddelhefte in der Ablage, in der eben noch die Waffe des austretenden Hundeführers war. Eingeölte Schwänze, gänzlich unerigiert. Ich bin Zeuge eines leeren Herzens, alles zieht.

    Ich frage mich, wen unerigierte Schwänze interessieren. Klar, es gibt da diesen Paragraphen, der die Gradzahl der Erektion reguliert. Aber so unerigiert?

    Bitte lehne dich doch da an den Baum.

    "Heavy Metal Drummer". Das Lied existiert ganz unabhängig von der persönlichen tragischen Geschichte, die ich mit ihm verbinde. Ich mochte es auch ohne die Geschichte.

    Thomas Melles neuen Roman zu lesen ist hart.

    Komplimentiert: Mund (von K.)
    Komplimentiert: Bekleidung (von Ch.)
    Komplimentiert: Ohr (von L.)

    In der S-Bahn neben Ch. mit einer Flasche Wasser in der Hand. Kurz ausgeübter situativer Witz: Ich simuliere einen Wet-T-Shirt-Contest. Seltsamer Moment.

    Plötzlich hereinbrechende Dunkelheit, und irgendwas ist ein paar Stehplätze von meiner Hängematte entfernt, in Richtung Kantine, aber so wichtig, dass ich da jetzt unbedingt hin muss.

    D. stand an eine Stütze gelehnt, unter einem Lautsprecher, und zog sich mithilfe einer im Licht glänzenden Pinzette etwas in die Nase. Die Mitarbeiter der Sicherheit beachteten ihn nicht, sie standen in den entsprechenden Jacken an der Seite des Platzes, der sich nur allmählich füllte, für ein größeres Publikum war das Programm entweder nicht ansprechend genug, oder irgendeine Desinformation, mögliche Drohnenangriffe betreffend, hatte für Verwirrung gesorgt.

    Es sollte seine Sorge nicht sein, für ihn war der Auftrag klar. Er schwitzte, wischte sich den Schweiß ab, machte ein ausdrucksloses Gesicht, gab sich lässig. Es gab einen Freiraum, während sich die Abläufe abspulten.

    Emma meldete sich. Ungünstiger Zeitpunkt. M. blinzelte in die Sonne, stotterte in sein Sprechgerät, schaute kurz Hilfe suchend in D.s Gesicht, aber da fand sich nichts. Emmas schreiende Einsamkeit kam ihm nicht unbedingt einladend vor, ihre abwartend aggressive Art, eine Einladung für den Abend auszustellen, leicht genervt sagte er zu.

    In diesem Moment schritt eine mächtige Schauspielerin vorbei und strebte in Richtung Bühne. D. blickte etwas neidisch, während er sich die Nasenflügel kratzte.


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    Thu, 17 Aug 2017 09:22:04 +0000
    Nymphenbad : Bruno Schulz http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/bruno-schulz.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/bruno-schulz.html
    Das Unwirkliche ist das, was man untereinander nicht teilen kann. Was auch immer aus dieser Gemeinsamkeit herausfällt, das fällt aus dem Kreis menschlicher Angelegenheiten, geht über die Grenzen des menschlichen Theaters, über die Grenzen der Literatur hinaus.

    Das Problem mit Bruno Schulz ist: jeder weiß, dass er ein Genie ist, jeder spricht über seinen enormen Einfluss, kommt es aber hart auf hart, bleiben diese Aussagen auf Banalitäten beschränkt, als wäre das Maß dichterischer Größe abhängig von einer Gemeinschaft populärer Entscheidungen. Auf der anderen Seite ist das auch nicht sonderlich überraschend.

    Schulz überfällt den Leser von der ersten Seite an und erlaubt ihm nicht, ein einziges Mal innezuhalten, erlaubt ihm nicht, seine Gedanken zu sammeln. Seine Niederträchtigkeit liegt in der Tatsache, dass er jeder Übersetzung widersteht, uns aber dazu ermutigt, zu imitieren, zu paraphrasieren und zu fälschen. Es ist einfacher in Schulz‘ Sprache zu sprechen als über Schulz zu sprechen. Lesen wir einen einzelnen Absatz, wissen wir sofort, das ist Schulz, obwohl wir nicht wissen, was wir über den gelesenen Absatz sonst noch sagen könnten.

    Bruno Schulz ist ein Magier, der mit der Exaktheit einer Traumsprache hantiert, ein geistiger Bruder Kafkas, mit dem er überraschende Lebensmomente teilt. Kafkas Texte sind Bleikristalle, während Schulz eine lyrische Phantastik schreibt, die dem Surrealismus und dem Expressionismus noch näher kommt. Die Vernichtung des Individuums aufgrund der Gleichschaltung durch die Massenindustrie sah er voraus. Ein Entkommen durch den Traum ist, wie wir heute wissen, unmöglich. Aber es gibt eine Schönheit des Zerfalls, die tröstlich ist. Scheitern, Vergeblichkeit – sind schließlich die Dinge, die wir haben.

    Bruno Schulz wurde in Drohobycz, das heute in der Ukraine liegt, in eine jüdische Familie hineingeboren. Die Gegend war damals Teil des österreichischen Kaiserreichs. Sein Vater besaß ein Stoff- und Kleidergeschäft, überließ die Leitung aber seiner Frau, weil es mit seiner Gesundheit nicht zum Besten stand.

    Schulz studierte Architektur an der Universität Lemberg und Bildende Kunst in Wien, spezialisiert auf Lithohraphie und Zeichnung. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt arbeitete er von 1924 bis 1939 als Kunstlehrer in der lokalen Turnhalle. Einer seiner Schüler erinnerte sich später daran, dass Schulz eine sehr merkwürdige Erscheinung besaß und man hinter seinem Rücken über ihn lachte. Er trug stets eine Flanell-Jacke und einen Schal um den Hals. Nachdem sein Freund Wladyslaw Riff an Tuberkulose starb, hörte er über Jahre hinaus auf, Prosa zu schreiben. Als die Kammer von Riff desinfiziert wurde, verbrannte man auch gleich alle Manuskripte und Briefe von Schulz, die dort gelagert waren.

    Schulz startete seine literarische Karriere erst in den 1930ern. Seine Rezensionen erschienen in der Literaturzeitschrift „Wiadomosci Literackie“ und er korrespondierte mit den polnischen Avantgardisten Witold Gombrowicz und Stanislaw Ignacy Witkiewicz, begab sich aber nie in literarische Kreise. Mitte der 30er verbrachte er Zeit in Warschau und Paris, stand in regem Kontakt mit der Dichterin Deboah Vogel und anderen Frauen, heiratete aber nie. 1939 erhielt er den Goldenen Lorbeer der polnischen Akademie für Literatur. Als 1939 Deutschland Polen überfiel und der Rest des Landes von der Sowjetunion besetzt wurde, lebte Schulz im von der Roten Armee okkupierten Gebiet, bis die Nazis auch die UdSSR angriffen und der braune Fäzes Drohobycz besetzte.

    1942 wurde Schulz auf offener Straße von den Nazis erschossen.

    Die Kurzgeschichtensammlung „Die Zimtläden“ (1934), gefolgt von „Das Sanatorium zur Sanduhr“ (1937) begründeten den Ruhm, den Schulz bis heute weltweit genießt.

    In seinen Geschichten entwirft Schulz eine mystische Kindheit, gepaart mit autobiographischen und fantastischen Elementen. Das Artifizielle dieser Prosa ist außerordentlich und spielt mit dem Ungesagten. Eine herkömmliche Entwicklung von Handlung und dergleichen gibt es nicht. Die Welt des Bruno Schulz folgt ihrer eigenen Logik, die Metamorphose ist ihr großes Thema. ]]>
    Thu, 17 Aug 2017 08:18:00 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Blatt 07.4 http://www.abendschein.ch/blatt-07-4/ http://www.abendschein.ch/blatt-07-4/

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    Thu, 17 Aug 2017 07:19:55 +0000
    Nymphenbad : Erstes surreales Märchen (als Dialog) http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/erstes-surreales-marchen-als-dialog.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/erstes-surreales-marchen-als-dialog.html M: Würdest du von goldnem Mottenstaub mich umringt wissen - wie wäre dann dein Vorschlag, unter rettende Trauben zu eilen? Oh, und start müsste es außerdem sein.

    A: Du würdest nicht wissen, wie dir geschieht! Es wär' dir, als bekämst du die Motten.

    M: Die mir, wie gehabt, unter den Biberpelz fahren, um die Kissen zu kitzeln, die ich einst unter meiner Haut versteckte? Aber kannst du mir nichts Bessres raten, als tatenlos die Falle zuschnappen zu lassen?

    A: Nein, von solchen Motten kann die Rede nicht sein! Ich sag dir, wenn ich's täte, du schnapptest nach mir, schnapptest mit den Händen hier und dort, schnapptest als wolltest du sie, die Motten, fangen, die dich streifen mit wimpernem Aug', hie und da, hie und da dich kitzeln, denn du sähest mich nicht. Doch ich nähme von dir das goldene Puder und knetete draus dir zwei Schuh, die dich windgeschwind ins Tal der Zwölfmittagsuhr bringen, zu den Wölflingswiesen und Käfermarien. Dort, wo der Schleierbaum steht. Denn nur unter diesem kann ich dir erscheinen.

    M: Dann ist Windeseile geboten, das Mopezoid aus dem Kerker zu holen und mit ihm - fusch - hinweg gerast, durchs Tal der drei Glocken (wo man einst eine Jungfrau hat Jungfrau sein lassen, bis sie dann als Jungfer starb), über die Hügel der glorreichen Witzschänke (die heute keinen Wirt mehr findet, des maroden Kellers wegen), und hin zum Schleierbaum, den ich mit dir zusammen doch in meiner Kindheit ersann (als ich noch nicht der Körper war, sondern nur ein Raunen unter Liebesfenstern.). Du wartest, ja?

    A: Ja hört's denn nicht zu?! Was will es faul die Räder mühen, der Stadt eine Küss-meinen-Staub-Wolke zu hinterlassen. Nein, der Staub muss zu Teig, der Teig zu deinen Schuhen werden, die dich zu mir bringen. Von meiner Hand zu deinen Füßen. Denn ohne das, bleibt Staub nur immer Staub. Und sei er noch so golden. Es vermengt sich nichts.

    M: Aber ich hatte doch nur geschwinde Winde im Sinn. Da muss ich gleich gestehen, wie mir die Sockpocken erst jüngst kuriert wurden, so dass ich vielleicht ignoriert habe, was da Gutes unter mich zu bringen sei. Aber ich will es noch einmal versuchen: trompete die Füße an und bewedel' sie dann mit Eukalyptuslikör. Und dann eile ich. Per pedes, versteht sich, so nämlich, wie mir geheißen! Ja.
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    Wed, 16 Aug 2017 22:53:51 +0000
    Nymphenbad : Nacht und Hegemon http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/nacht-und-hegemon.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/nacht-und-hegemon.html das letzte Licht geht aus
    die Stadt entkleidet sich
    trägt nur den Staub der dürren Tage
    Nylon reibt an Stein ein Stöhnen
    blinde Fenster blinzeln
    irritiert
    Hitze hält die dunklen Kreaturen
    in den finstren Ecken
    isoliert

    (2009)
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    Wed, 16 Aug 2017 19:34:31 +0000
    der goldene fisch : Christine Kappe : Am Ende der Straße http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13270 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13270 für Sylvia Geist zum Geburtstag

    die Geräusche, die in der Toreinfahrt hängenbleiben
    Kindergeplapper
    die Lieblingswörter der Jugendlichen
    die immer 9 oder 10 mal gesagt werden müssen
    und dann ist man bereits am Ende der Straße
    oder schon eingestiegen
    Ob der Regen wirklich so gefährlich ist, wie der italienische Autofahrer behauptet?
    Versuche, aus der Stadt rauszukommen, bevor es dunkel wird
    Irgendwas im Nacken, was wehtut

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    Wed, 16 Aug 2017 16:24:49 +0000
    Nymphenbad : Nymphentag 42 http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/nymphentag-42.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/nymphentag-42.html Wed, 16 Aug 2017 12:48:36 +0000 Nymphenbad : Vor uns der Kickertisch http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/vor-uns-der-kickertisch.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/vor-uns-der-kickertisch.html hinten im Eck beim Kickertisch –

    1 Spiel in der Spiel=Lunke, rotierende Stangen mit ›Manneken Pis‹ hinter dem Kachelofen, Geruch nach friedlich ausgelaufenem Bier, schlecht weggelappt, das Licht im Spiegel oder im Fensterglas humpelt, die Wirtin Erna uns zu Diensten, stapft uns Geld zu wechseln, humpelt uns Flasche um Flasche in den Nebenraum (Schaumbart x Schaumbart : laut juveniles Gedorf); pengt der Ball an die Kant Kantaten Kanten. Jetzt tickt die Tür, geht auf und es läuten alle Korken, jetzt sitzen wir bey Tisch, jetzt jetzt und sprechen : nichts Gehörtes. Im Erdenwall dort nebenan, dem Graben, den wir schufen (Nacht für Nacht) mit Spaten Schaufeln Kufen. Erdschlitten & der Ostermann (fanden die Leiche einer Kickermaschine neben 1 leeren Haus, neben puzzelierten Scheiben). Sekunden triefen von den Bäumen, aber wo sie auf die Erde fallen –

    1 trübes Bild : Stangen & Federn, 1 zugehäuftes Äschchen, 1 Münz­ monument, zwölf Bälle (für jeden Mond) : Halb=Ball, Voll=Ball, Neu=Ball, gingen wieder rein, verplemperten die Zeit der Wirtin im Keller, die 1 Fass zapft, wir in der Stube Fußzapfen sammelten, Fußzapfen vorzeigten und aus der Flasche tranken, auf gespannt die Gesichter an den Scheiben, die wir mieden / rieben (die es in den Träumen trieben mit Spucke als Ersatz), festgepint am Schaukelpferdchen, hübsch und vor=zurück verschwammen. Mal Mond mal nicht mal Mond mal Licht mal völlig ist die Dunkelheit. Wirtin piepst aus einem Wangenloch, schlägt den Schaum mit einem Schläger westwärts wo schon Kacheln quadern, Netz um Netz sich dadurch spinnt, dass sie nie trifft den Siphon. Eines Tages war der Kickertisch verschwunden– ]]>
    Wed, 16 Aug 2017 11:51:00 +0000
    Nymphenbad : Atlantis http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/atlantis.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/atlantis.html
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    Wed, 16 Aug 2017 10:33:00 +0000
    Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Warten II http://taintedtalents.twoday.net/stories/warten-ii/ http://taintedtalents.twoday.net/stories/warten-ii/ ]]> Wed, 16 Aug 2017 09:07:00 +0000 Die Suche nach dem Glam : 5. Oktober http://renehamann.blogspot.com/2016/10/5-oktober.html http://renehamann.blogspot.com/2016/10/5-oktober.html Stromableser, Künstlersozialkasse, Finanzamt. Behörden, die Geld wollen.
    Du kannst dich nicht entscheiden, sagte sie. Ich hatte Glück, sagte ich. Ich habe mein Herz im Koffer vergessen.

    Der überklebte Andruck.
    Der Boiler surrt wie ein Fön.

    Zwei zu schreibende Bücher:
    Sophie im Wendland, Kinderbuch. Unter schönen Frauen, Roman.

    Eine lange Autofahrt, eine winterliche Nacht auf einem Doppelstockbett in einem Sechsbettzimmer, Lübeck im Februar. Reste von Schnee. Das Meer irgendwo unsichtbar im Hintergrund. Das hatten wir uns anders gedacht. Wir machten Liebe auf diesem Stockbett, oberes Geschoss, etwas seltsam, aber innig und bewegt. Ich dachte bei dem guten Frühstück unten im Café, dass ich einer Verschwörung aufgesessen war. War ich auch. Ahnungslos. Wir fuhren wieder ab, wollten das Meer woanders suchen. Noch ein Foto vom Autor als jungen Mann vor dem Holstentor, mit dem Buch "Der Tod in Venedig" in der Hand, dann los.

    Er wollte, dass sie mich verlässt
    Ich wollte, dass sie ihn verlässt
    Sie wollte, dass er wollte, dass sie ihn verlässt
    Sie wollte, dass ich mich verlasse
    Ich wollte, dass er sie verlässt

    Er, Sie, Es


    Macht hat uns noch nie interessiert, sagt der Regieassistent, wir sind der Macht immer ausgewichen, und ich nicke seinen Satz ab, denke aber gleichzeitig: Ja, aus dieser Gedankenwelt komme ich auch, mit diesem Theweleit/Kristl-Zitat im Kopf, »auf dass die Macht den Menschen eines Tages langweilig werde« oder so ähnlich, aber die Wahrheit ist, neben all der Machttheorie, die um diesen Satz eingreifen wollend herum schwebt, dass der Satz so nicht mehr zutrifft, denn natürlich interessiert uns die Macht, hat uns bereits früh interessiert, nur in einer Form negativer Übertragung, also als Macht, die wir spürten, weil wir sie selbst nicht hatten, wofür wir die Macht verachtet haben; wir haben die Macht dafür verachtet, dass sie sich anderswo, bei anderen, von uns aus gesehen minderen Menschen sammelte, falschen Menschen, Menschen mit den falschen Ansichten, auch zur Macht selbst, usw. – Also, die Macht hat uns schon damals interessiert, als Abwesenheit, als Leerstelle, die dann endlich zu füllen war. Das gilt auch für den Regieassistenten selbst: Auch er hat eine Macht, wenn auch eine vergleichsweise kleine, und er hat sie auf welchen Wegen auch immer bekommen, und will sie möglichst behalten, und so möchte auch ich meine Macht bekommen, meinen Raum, der mir zusteht. Der innere Raum, der fehlt. Das erklärt auch die endlose Suche – nicht nur die nach der verlorenen Zeit (meine Finger wollen »verloren« mit F schreiben: »Die Suche nach der ferlorenen Zeit«), sondern nach dem verlorenen, vielleicht nie gehabten Raum. Ein Raum für mich. Ein Raum, der mir gehört. Ein Raum, in dem ich sprechen kann. Ein Raum, dessen Wände mir zuhören. Ein heiliger Raum.


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    Wed, 16 Aug 2017 09:03:01 +0000
    taberna kritika - kleine formen : 20130629 http://www.abendschein.ch/20130629-2/ http://www.abendschein.ch/20130629-2/

    mit anagrammatikerethik den nerdism
    bewegen oh gott die ganzen stränge von
    denen man niemals nicht etwas geahnt hötte hötte im substantiv als hilfsverbvertipper wird geschwätzig wird aber honoriert mit einem buch

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    Wed, 16 Aug 2017 06:26:07 +0000
    isla volante : anfang http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/7GX1UeS2mKc/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/7GX1UeS2mKc/

    anfang
    verwahrlosung
    aufblühen
    verlust
    freiheit
    einschnitt
    verdrängung
    feststecken
    loslassen –
    bis glockenschlag
    am totenbett
    immer geliebt

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    Wed, 16 Aug 2017 06:00:17 +0000
    Nymphenbad : Von der fellmantelblauen Blume http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/von-der-fellmantelblauen-blume.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/von-der-fellmantelblauen-blume.html
    Oblasn hat mich auf die letzten Meta ja nix. Hab mich nur selbst inspiriad.

    : Dich vorgefunden : Schwer mit Nacht behangen. Gehst jedes Mal mit mir in die Borke, habe ich diese Schäferinstunden. Muss dann stets an das Großmutterhäubchen denken, das der Wolf sich aufzog, bevor er sich, nachdem er sie verschlungen hatte, in ihr Bett legte. Müdigkeit behäubt mich. Das ist ganz schön, ist es mir möglich die Gelegenheit wahrzunehmen, direkt in die Federn zu gehen, um in den Schlaf zu steigen: rise, rose, risen: besonders dann, wenn die Glutrose den Himmel durchprankt. Zuvor ging es für mich aber noch unter unsere Edenfalls, die Borke abzuwaschen. Und dann: endlich eingedrungen, spazierte ich mit dir durch eine mitternachtsblaue Mondlandschaft mit Bergen, die uns umgaben. Wir liefen an weiten Weizenfeldern vorbei, die Schritte später dem Meer gewichen waren, das, liegend zu unserer Linken, kaum, aufgrund des Lichts, von der restlichen Mondlandschaft zu unterscheiden war.

    Was soll ich auch scheiden?!

    Ich entdeckte eine blaue Blume am Wegesrand. Erkannte sie sofort als eine mir bekannte. Ich zeigte sie dir. Sie war heller als das dunkle Blau der Mondlandschaft. Ich dachte fast an Aquamarin, du aber meintest: Preußenblau. Ihre vielen kleinen Blüten, die Augen glichen, waren von einem feinfelligen Mantelblatt umgeben.

    Wir sprachen beide viel miteinander. Liefen und liefen. Ich drehte mich um 180 Grad, spazierte weiter mit dir, lief nun aber rückwärts. Ließ mich langsam in der Manier einer sterbenden Schwänin mit geschlossenen Augen in Zeitlupe nach hinten. Schwerkraftlos, bis ich fast den Boden berührte. Ich sah, wie es dich verängstigte, du standest daraufhin diagonal im Raum, berührtest den Boden nicht mehr, ein Ausdruck des Erschreckens hielt sich in deinen Gesichtszügen. Auch du warst nun in Zeitlupe. Ich hob mich schnell wieder auf, dich zu beruhigen. Ich hatte dir wohl spielerisch etwas gezeigt, das dir Angst machte. Und so verstand ich selbst erst in diesem Moment, was für eine Gebärde ich da vollzog. Eine, die ich auch nur durch den Vollzug selbst als eine Übersetzung des Sich-gewahr-Werdens der Endlichkeit eines Lebens mit dir begriff. Denn an einem anderen Ort, jenseits des Schlafs, würden wir in dieser vielleicht doch nicht viel mehr als eine Akrobatin entdecken.

    Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir ein Gespräch, in dem wir uns über das Sterben unterhielten. Wir beide sind der Ansicht, ich sollte nicht vor dir sterben. Du wünschst dir, vor mir gehen zu können. ]]>
    Tue, 15 Aug 2017 21:27:40 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 319 - Repeat that, repeat http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-319-repeat-that-repeat/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-319-repeat-that-repeat/ Ab diesem Moment wird’s wohl nicht mehr so sein, daß ich in der Stille die Kühlschrankgeräusche im Kopf zu Trommeleien oder gar zeitweise in eine Joni-Mitchell-Weise umwandle: Gehörhalluzinationen. Denn zumindest mit dem Trommeln ist’s vorbei für dieses Jahr. Und die Stille ward nun unterbrochen durch Pink Floyd, was jetzt zwei Stunden so fortgehen wird (irgendein Konzert in Montreux, ganz leise und fast schon subliminal wie üblich im Supermarkt der nach Worten suchenden Bilder, die an den Regalen entlangwandern (Cheap Oooze to Operate Proposals (zu deutsch: Koof mich))).
    Normalerweise hätte es gestern heißen sollen: Weiße Nacht (aber nicht im Sinne von Dostojewskis Белые ночи (wieso habe ich die Verfilmung von Visconti nie gesehen? (nachher mal bei YouTube schauen (das mir neulich sinnreich die Nacht des hl. Lorenz von den Gebrüdern Taviani beschert))) im Sinne von Remmidemmi in allen Gassen und der Unmöglichkeit, vor drei Uhr nachts ins Bett zu gehen. Nun haben sich aber hierzulande die Sicherheitsvorschriften verschärft und die Pro Loco und die Stadt standen eh’ vor leeren Kassen.
    So kam es ziemlich kurzfristig zu privaten Initiativen (‘privat’ insofern, als es sich um private Bar- und Restaurantbetreiber handelte). Und so sorgten dann doch insgesamt sieben Bands für den gehörigen Lärm. Das Schöne daran: aber nicht in der Oberstadt.
    Ich sagte gerade: es sei alles vorbei. Da ertönte auch schon der Singsang einer Prozession, als ich mich kurz der Tür zum Hof näherte: Mariä Himmelfahrt!
    Aber die Ruhe (die Ruhe) war dann doch nicht da, ‘gemütlich’ ‘zu Hause’ ‘zu sitzen’ und Leseblüten zu zupfen: ich lieb’ mich, ich lieb’ mich nich’, ich lieb’ mich, ich lieb’ mich nich’. Zumal ja auch die Whips angekündigt waren, deren Sängerin ich schon zweimal bewundert hier in Amelia, die da recht ‘erfolgreich’ sich sogar an Janis Joplin versucht.
    First thing I did: Richtung Valda, naserümpfend vorbei am Baronetto, dem Terrassen-Restaurant, aus dem es recht schwofmäßig schallte. Aber bei Valda noch alles still. Sie saß gerade draußen auf ‘meiner’ Bank und machte Zigarettenpause neben einem, dem ich mal kurz vorgestellt wurde vor langer Zeit, einem Engländer mit langem schütteren Haar: Pittore.
    Ließ mir von ihrem Sohn ein Weißbier zapfen. Und setzte mich neben den Engländer. John. Wir kamen ins Gespräch, irgendwann sprachen wir nur noch auf Englisch. Ich freute mich darüber, daß es tatsächlich noch klappt. Und mit ihm machte ich dann meine Runde.
    Hier ein Bier und da ein Bier. Zunächst Easy&Deasy in der Gartenanlage, der Sänger und auch die Anderen hatten tatsächlich die Gabe, eine ACDC-Atmosphäre ziemlich gut nachzuahmen. Also saß man da länger. Er indes schickte Bilder davon an seinen Sohn in “northern England”, der ihm im Vergleich zu ihm doppelt geraten. Handschlag mit den Neffen.
    Dummerweise wurde es dann doch immer schwieriger, in dem Schwurbel sein Englisch zu verstehen. Und ich ‘sagte’ oft einfach nur stumme und affirmative Kopfgesten. Und wechselten zum nächsten Bier in front of the Whips. Dies im Stehen, aber nichts Neues unter dem Mond. Es sei, sagte ich zu ihm, wie in dem Gedicht von Emily Dickinson… Dickinson? Ich sagte Dickinson. “Repeat that, repeat” und muß nun entdecken, daß es von >>>> Hopkins stammt. Die Erinnerungsscherbe spiegelte den Schein einer dieses Mal falschen Sonne. Womit ich meinte, die spielten alles immer nur noch nach. Denn auch die Whips wußten nur mit Eurythmics, David Bowie und Freddy Mercury usw. aufzuwarten. Ein bißchen eine Enttäuschung.
    Das Repertoire von vor dreißig Jahren ungefähr. Die eine Band dazwischen, die nichts als versöhnliche Discomusik zu bieten hatte, ließen wir sowieso links liegen. In der Zwischenzeit hampelten drei Amerinerinnen hinter uns im Schlepptau des einstigen Hasenlieferanten, der dann aber verschwand. Mein Englishman ständig im Plausch mit der einen, der nicht wirklich Schöneren der Drei.
    Es wurde beschlossen, durchs Tor zu fünft hinaufzugehen. Auf halber Strecke dann Blues&Rock: Repeat that, repeat. Nice. Noch ein paar Begrüßungen, ein paar hippe Verrenkungen zur Musi’ mit den drei - in sich hineintanzend die Eine mit dem auffälligeren Körper, die Schultern rhythmisch zuckend die Andere, mit der mir dann noch ein Take Five gelang (die kühlen Hände!), den Annäherungen des Engländers sich Entziehende die noch Andere - verharrenden, aber wie ich nichts erwartenden -Innen.
    Oben dann gegen zwei, auf um zehn.

    III,318 <<<<

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    Tue, 15 Aug 2017 19:15:31 +0000
    Nymphenbad : Die Mondmacher http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/die-mondmacher.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/die-mondmacher.html Promethisches Geschöpf (ich) Feuer=Mit=Stehler (auch) hermetischer Mit=Rinderdieb, Originalsünder, fleischlustiger Innen­schenkel-Zwicker Ziffer nicht Zahl (sifr) die Form einer geschlos­senen Muschel bei den Maya, Sunya der Inder Zephirum die Null (universelle Gebärmutter) meine Einkaufszeit die ich immer sehr fürchte lege ich sehr früh in den Morgen, stürze ins Geschäft hetz­te durch die Straßen der Verpackungen der frisch zu kaufenden Müllhalde mit wohldosierten Industrieabfällen zumbeispiel men­schenzurechtgemachte Milch ihr gekalbten Kälber kalbt (yo) Kälber kalbt (schon Kuh noch Kalb?) spurte schleunigst wieder hin­aus in einer Seitengasse verschnaufen / Au reboirs : würde mit ei­ner Kutsche anfahren wollen Flaubert besuchen (oder Emma) ma­laise mystérieux in einer Kutsche mit Bang & Olufson CD=Wechs­ler darin Scriabin-Sonaten ein roter Zylinder der auf den Kopf passt Handschuhe schneeweiß wie manche Schwäne singen Fleischkugeln in einer Muskat=Brandy Beize (Liebe & Traum : die beiden bedeutendsten ästhetischen Phänomene) noch zu besor­gen : Dahlien Typ Mystery Day, einen Olivenbaum. Jene runden Türme sind entdeckt in welchen der Vollmond Mondnatt für Mondnatt gegossen wird mit einem großen Katapult in den Him­mel geschossen (geworfen) die Mondmacher am Werk, ihre chy­mische (Hochzeit) Mixtur der Mond erkaltet unter der Erde wird fest in den Tiefen Basalt und Eisen. Wollt ihr, ja oder nein, alles aufs Spiel setzen, einzig und allein um der Freude willen, tief unten am Grun­de des Schmelztiegels, in den wir unsere armselige bürgerliche Bequemlich­keit, den Rest unseres guten Rufs, unsere Zweifel, das radikale Bewusstsein unserer Ohnmacht, die Albernheiten unserer angeblichen Pflichten, kunterbunt mitsamt den feinen, zarten, zerbrechlichen Gläsern werfen wollen, jenes Licht aufleuchten zu sehen, das nie mehr verlöschen wird ? / Breton ich habe heute Nacht eine Muschel gefunden, in der Gespräche aufgezeichnet wurden, die man vor 17 Millionen Jahren in einer Höhle führte und festgestellt, dass dies nicht nur sehr verblüffend ist, sondern dass die Kommunikation auf Poesie beruht den Weg weiter runter legt sich zur rechten Seite eine Um­friedung in die Landschaft, in der sich ein öffentliches Bad befin­det, eine Installation die Mädchen hüpfen nach dem Volley sandig und Pärchen beugen sich übereinander da am Zaun die Menschen die aus dem Wasser stammen dort steckt die Erinnerung dort vi­sionierte ich. ]]> Tue, 15 Aug 2017 15:35:10 +0000 Die Suche nach dem Glam : Soldier of Love http://renehamann.blogspot.com/2016/10/soldier-of-love.html http://renehamann.blogspot.com/2016/10/soldier-of-love.html Dauerstrom, Ader kaputt

    Aufruhr der Haushaltswaren
    Ich will eine fertige Welt

    Das Recht auf ein karriereloses Leben, kurz gesagt
    Bürgerablage, jenseits von Totenzahlen

    Stauraumschiffe, versoffene Sonntage
    Das Gemachtsein der Welt

    Wir sind ohne Nachricht, da gibt es
    eine Aussageschere, blattmacherisch

    Wir ließen das Forsthaus zurück. Zwei Bilderbuchfamilien ersetzten uns. Eine Zwölfjährige hatte noch von ihrer ersten E.-A.-Poe-Lektüreerfahrung erzählt. Es ging um Kannibalismus, glaube ich. Während dieser paar Tage hatte ich ständig Verdauungsprobleme. Zwei warme Mahlzeiten pro Tag und der übliche Feierabendunsinn. Ich habe auch mal wieder ein Kilo zugenommen. Ich habe seit Tagen in keinen Spiegel gesehen.

    Mir gelang ein Foto. Kirsten Dunst setzte sich auf mein Gesicht. Wie eine Wespe. "Zu nackt fürs Vaterland." Später richtete sich ein ganzer See nach ihr (sie war als Einzige im Wasser). Man liest ihren Namen auf Barkassen, auf Gedenktafeln. Diskretionen vs. Quäkquellen. Als wir flach im Kornfeld lagen, ordentlich bekifft, und Änderung so möglich schien, ein Indieluftsprengen der dörflichen Welt. Daran erinnerte ich mich. An Narrenkappenträger in den Nachtbars in der Sommerzeit. Damals, bevor uns die Maschinen kriegten.

    "Die Maschinen stehen woanders."

    Über der Kleinstadt ging ein Gewitter herunter, während wir unter dem Dach der kleinen Bushalte saßen und auf den Rufbus warteten, der dann ein Taxi war und uns für zwei Euro zum Bahnhof brachte. Dem Fahrer fehlten Kleingeld und ein guter Blick für die eigene Körperpflegebedürftigkeit. Wir sahen dem wackelnden Wald zu und schwiegen die Fahrt über. Wir fuhren zurück, endlich. Hinter Angermünde öffnete sich der Himmel. Wir fuhren zurück, in eine Stadt voller Taxis.

    Die Welt ist groß, aber kleinteilig.



    Es fehlt eine Geschichte. Die von der Amnesie nach der durchrauschten Nacht. Eine weitere Nacht mit vielen Intoxikationen, eine Nacht in einer Bar ohne Filter, mit Sternschnuppen, mit gedämpften Frühlingsgefühlen. Jedenfalls, zu merken war nicht viel, viele Gläser, viel Gespräche, ein Zucken in den Augenlidern, ein Blick wie aus einem Wäschekorb, und irgendwann stand ein Taxi an der Straße.

    Die Lichter der Großstadt, die über die Heckscheibe wandern. Ein französischer Film. Eine bewusstlose Nacht. Am nächsten Morgen klingelt das Telefon. Ein Körper, der die Decke zur Seite schlägt und Schritte macht. Eine Tür wird geöffnet. Ein Gespräch angenommen. Der ideologische Staatsapparat ist dran. Zu hören sind nach ein paar Floskeln und Formeln weiter nichts als ein Rums und das Geräusch des Auflegens. Und dann fiel die gesamte Gedächtnisleistung aus. C'est pas vrais, doch, genau so.

    Erst jetzt entdeckt: Stefan Schmitzers Sammelrezension von Literatur-Quickie-Heften, darunter "Der Silberpudel". Hier.




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    Tue, 15 Aug 2017 14:05:56 +0000
    Nymphenbad : Der Fall Sissi http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/der-fall-sissi.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/der-fall-sissi.html Der Traum vieler Mädchen, eine Prinzessin zu sein, lässt sich leicht mit der von Romy Schneider selbst gehassten Rolle der jungen Kaiserin, die sie im gleichnamigen Gummi-Film von 1956 spielte, in Verbindung bringen. Ein strammes Korsett hat die leibhaftige Kaiserin ja tatsächlich bis zu ihrer Ohnmacht hin geschnürt.

    Ob Elisabeth hingegen etwas mit Magenta und rosarotem Plüsch anfangen konnte, bezweifle ich. Dazu war ihr Leben viel zu tragisch. Wie das aber bei Tortenbauern und Zuckerschmieden so ist, liebt man das glitzernde Süß über alle Verhältnisse hinweg, und wenn dann in der Familie die cinemascopische Legendenbildung mit den vielleicht persönlichen Vorlieben, Puppen an- und auszukleiden, eine genetische Tatsache darstellt, hat man den Salat, beziehungsweise das prunken=trunkene Gebäck.
    Ist nicht schlecht, sieht nur so aus, weil
    der Wind weht

    Das Töchterlein huscht dem Vater in den Hobbykeller nach und zwingt ihn, das kleine Modell eines Wirtshauses anzufertigen, rosarot bitte, denn wenn ich einmal groß bin, dann werde ich Kaiserin sein! Und wenn du's nicht tust, trage ich nur noch Bubenklamotten und spiele Fußball mit der versauten Dorfjugend, die gern Frösche anpinkelt.

    Der Schock wird tief sitzen beim Papa, der sich fortan mit Herzog Max Joseph anreden lassen muss, vor allem, weil er es nicht fertigbringt, seiner Tochter zu sagen, dass er im Hobbykeller nicht mit Holz herumplauscht, sondern Zuckertürme spachtelt. Aber - Heißa! - da hat er die Idee! In Kempten wird bald eine Kneipe frei, die sich ja ganz leicht in ein Café verwandeln lässt. "Wir zerfetzen einfach deine Unterwäsche und hängen sie dort an die Decke, bekleistern die Theke damit und du wirst schon sehen! Die rosarote Scheißhausbrille nehmen wir von hier, Mutti kann das Ding ohnehin nicht leiden."

    "Eines Tages werden wir einen Gast haben, der kommt von einem anderen Stern. Eigentlich ist er ja Dichter, aber seine Frisur ist auch nicht schlecht."
    Dann plötzlich, eines Tages, möglicherweise schien der Mond, war es dann so weit. Man lief so über den Rathausplatz, man lief so über den St. Mang-Platz ... und hielt inne, ging wieder zum Rathausplatz zurück, um sich zu vergewissern: in der Tat: ein Magenta-Plüsch-Café hatte dort seine rosawattigen Pforten eröffnet. Es gab Rätselraunen, was denn mit "Sissi" gemeint sein könnte. Die junge Kaiserin etwa oder ein auf gleiche Weise bezeichneter Tuntenclown, der sich gerne auf den Knien sieht, in Strapsen, Nylons und Stöckelschuhen, während ihm seine, zugegeben, leicht dominante Partnerin einen Besenstiel ins Röselein schiebt? Der Fall findet seine Auflösung während eines Besuchs. Guten Kaffee gibt es dort, und auch den Joseph, die Elisabeth und eine Menge leckerer Torten.

    Man darf nichts verschweigen: auch das "Gemusste" findet seinen liebreizenden Platz.
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    Tue, 15 Aug 2017 09:15:53 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus : 1972, Mittagszeit http://500beine.myblog.de/500beine/art/10474753 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10474753
    „Was die Frau wohl an dem Zwerg findet“, wunderte sich Mutter.

    Mittags kam ich aus der Schule. Mit meinen schreiend blonden Locken und den femininen Gesichtszügen machte ich ersten Eindruck auf Schwule, eine nervende Geschichte, die ihren Höhepunkt erst erreichte, als Drago, der verrückte schwule Kellner, für mich tanzen wollte, für einen kleinen Kuss, da war ich 25. Danach war Schluss. Danach begehrten mich Schwule nur noch vereinzelt. Schwule mögen keine älteren heterosexuellen Herrschaften.

    Ich wollte gerade die Klingel drücken, da ging die Haustüre auf. Der kleine Mann stand im Flur, er war genauso erstaunt wie ich.

    „Na, so ein Zufall“, sagte er.

    Die Tür zur Erdgeschoßwohnung stand offen. Ob ich mal eben anfassen könne. Er müsse ein Sofa transportieren. Zu zweit wäre das kein Problem.

    „Dauert nicht lange, Junge.“

    Wir hatten noch nie miteinander gesprochen, mal abgesehen von Guten Morgen vielleicht. Meinem ersten Impuls folgend wollte ich ablehnen. Ich wollte ihn stehen lassen, wollte einfach weitergehen, die Treppe rauf bis zum Dachgeschoss, doch dann dachte ich, was soll passieren. Wir wohnten im selben Haus, er hatte eine Frau. Was sollte schon passieren.

    Er spürte, dass ich ihm nicht traute. Nur auf einen Sprung, sagte er. Er versuchte ein Lächeln, doch es wurde verdeckt von der riesigen Nase.

    „Hilfst du mir? Dann geht’s ganz schnell.“

    Seine Stimme war kratzig, wie Schurwolle. Es war eine tiefe kratzige Zigarettenstimme. Ich weiß noch, dass ich das Gefühl hatte, da stimmt was nicht. Wo soll das Sofa denn hin? Nach draußen? Aber ich fragte nicht. Ich war zwölf Jahre alt. Ich wollte nett sein. Er überrumpelte mich. Ein Mann mit Lebenserfahrung und einer Nase wie aus Grimms Märchen überrumpelt 12jährigen Jungen, der zur Mittagszeit aus der Schule kommt.

    Im eigenen Haus. (Später dachte ich: Mann, hat der Nerven gehabt.)

    Er ging vor ins Wohnzimmer. Die Wohnung war exakt so geschnitten wie unsere Wohnung unterm Dach. Ein merkwürdiges Gefühl, diesen langen Flur zu begehen, von dem die gleichen Räume abgingen wie bei uns oben, doch mit anderen Möbeln. Es war ungefähr so, als würde ich mich im Spiegel betrachten, mit Klamotten am Leib, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Er bot mir etwas zu trinken an. Ich sagte nein.

    „Limonade?“

    Ich schüttelte den Kopf.

    „Setz dich“, sagte er. „Du hast keinen Durst? Du möchtest doch bestimmt eine Cola. Jungs in deinem Alter wollen immer Cola. Ich hab kalte Cola..“

    „Nein. Danke.“

    Es war Mittagszeit. Ich war hungrig. Ich wollte die Sache hier hinter mich bringen.

    "Setz dich, Junge."

    Ich hörte einen Vogel in der Wohnung. Ich nahm Platz. Er setze sich sofort zu mir. Er war klein und drahtig, und da war diese große strenge Nase. Seine Haut wirkte aus der Nähe wie grobes Sackleinen. Wir saßen auf einem Sofa. War es das Sofa, das wegmusste?

    „Wo soll es denn hin?“ fragte ich. Ich hörte den Vogel zwitschern. Ich hoffte, er flog nicht herum. Ich mochte keine frei fliegenden Vögel in Wohnungen. Mein Onkel hatte einen Sittich, wenn der durchs Zimmer flog, landete er jedes Mal auf meinem Lockenkopf und begann ein Nest zu bauen, worauf ich Panik bekam und der Vogel auch. Die flatternden Flügel verfingen sich in meinem Schopf, bis mein Onkel ein Einsehen hatte und dazwischen ging. Jeder Besuch bei meinem Onkel war eine Tortur. Ich war immer froh, wenn es vorbei war und der Vogel im Käfig.

    Er rückte an mich heran. Ich sah das Pochen seiner Schläfen, alles an ihm war Schneid und Energie. Als ich unvermittelt seine Hand auf meinem Schenkel spürte, schoss die Hitze durch meinen zwölfjährigen Körper, einem Blitzschlag gleich, und ich dachte, Scheiße.

    Erwischt.

    Grobe knochige Männerfinger begannen meine Schenkel zu streicheln, zu bearbeiten, zu massieren, ungeduldig, fordernd. Ich hörte ihn schnauben. Der Vogel schrie, von irgendwoher in der Wohnung. Bei uns oben wäre der Schrei aus der Küche gekommen. Ich löste mich aus meiner Erstarrung und sprang auf, schnappte die Schultasche und rannte los. Ich wusste, wo ich hermusste. Ich war Sportler. Ich kannte den Grundriss. Ich flog durch den langen Flur zur Etagentür, drückte die Klinke runter. Als ich merkte, dass die Tür aufging, dass sie nicht abgeschlossen war, machte mein Herz einen Satz.

    Im Erdgeschoß gab es noch eine zweite Wohnung. Da wohnte die nette Frau Linnert. Im Hausflur blieb ich kurz stehen, überlegte, ob ich bei ihr klingeln sollte oder gegen die Tür bollern, doch es war so still im Haus – alles war wie immer, das hinderte mich daran, etwas zu tun, das außerhalb der Hausordnung stand.

    Ich sprintete die Treppe hoch, erster Stock, zweiter Stock, 58 Stufen, die ich so oft gezählt hatte, wenn ich von der Schule nach Hause kam und kleine Spielchen in meinem Kopf spielte. Oben angekommen, klingelte ich Sturm. Ich war nicht mal außer Puste, so aufgewühlt war ich.

    Ich hörte das Schellen, doch Mutter hörte es nicht. Ich war zwölf, ich hatte noch keinen eigenen Schlüssel. Wenn ich mittags aus der Schule kam, war Mutter daheim. Jetzt war sie in der Küche, bis in den Hausflur hörte ich ihr Küchenradio plärren. Im Erdgeschoß schlug die Türe zu, Schritte näherten sich, hallten durchs Haus. Ich klingelte wie verrückt. Tap, tap, tap – er folgte mir tatsächlich. Der ist verrückt, dachte ich. Endlich hörte ich Mutters Schritte, Mutter öffnete.

    Am liebsten wäre ich ihr um den Hals gefallen. Stattdessen blieb ich still. Ich war verwirrt. Ich fühlte mich schuldig. Ich lief direkt ins Kinderzimmer, ich war wie versteinert. Warum war ich ihm auch in die Wohnung gefolgt? Ich hätte nie und nimmer mit ihm in seine Wohnung gehen dürfen. Ich sagte kein Wort. Nicht an diesem Tag, nicht am nächsten Tag. Ich sagte niemals auch nur ein einziges Wort zu irgendwem, in all den Jahren nicht, ich behielt alles für mich. Ich war schuld. Ich hätte den Vorwand erkennen müssen, mit dem er mich ins Unglück locken wollte.

    Das Paar zog wenig später aus, es passte nicht in die Nachbarschaft, doch den Mann sah ich noch öfters. Er lief mir in den folgenden Jahren immer wieder über den Weg. Er erkannte mich nicht, wenn er mir entgegenkam, oder jedenfalls tat er so, als wüsste er nicht, wer ich war, doch jedes Mal, wenn er mir auf irgendeinem Bürgersteig begegnete, stur an seiner Kippe saugend und meinem Blick ausweichend, wurde mir heiß, mir fuhr der Schrecken in die Glieder.

    Noch mit Dreißig ist mir das passiert, als ich ihn längst um Haupteslänge überragte und mühelos hätte umhauen können. Ich bin schuldig bis heute, dass ich es nicht getan habe. Dass ich ihm nicht die riesige Nase zu Brei geschlagen habe. ]]>
    Tue, 15 Aug 2017 08:40:51 +0000
    rheinsein : Dem Erbprinzen von Weimar, als er nach Paris reiste. In einem freundschaftlichen Zirkel gesungen. http://rheinsein.de/2017/08/15/dem-erbprinzen-von-weimar-als-er-nach-paris-reiste-in-einem-freundschaftlichen-zirkel-gesungen/ http://rheinsein.de/2017/08/15/dem-erbprinzen-von-weimar-als-er-nach-paris-reiste-in-einem-freundschaftlichen-zirkel-gesungen/ So bringet denn die letzte volle Schale
    Dem lieben Wandrer dar,
    Der Abschied nimmt von diesem stillen Thale,
    Das seine Wiege war.

    Er reißt sich aus den väterlichen Hallen,
    Aus lieben Armen los,
    Nach jener stolzen Bürgerstadt zu wallen,
    Vom Raub der Länder groß.

    Die Zwietracht flieht, die Donnerstürme schweigen,
    Gefesselt ist der Krieg,
    Und in den Krater darf man niedersteigen,
    Aus dem die Lava stieg.

    Dich führe durch das wild bewegte Leben
    Ein gnädiges Geschick!
    Ein reines Herz hat dir Natur gegeben,
    O bring es rein zurück!

    Die Länder wirst du sehen, die das wilde
    Gespann des Kriegs zertrat;
    Doch lächelnd grüßt der Friede die Gefilde
    Und streut die goldne Saat.

    Den alten Vater Rhein wirst du begrüßen,
    Der deines großen Ahns
    Gedenken wird, so lang sein Strom wird fließen
    Ins Bett des Oceans.

    Dort huldige des Helden großen Manen
    Und opfere dem Rhein,
    Dem alten Grenzenhüter der Germanen,
    Von seinem eignen Wein.

    Daß dich der vaterländ’sche Geist begleite,
    Wenn dich das schwanke Brett
    Hinüberträgt auf jene linke Seite,
    Wo deutsche Treu vergeht.

    (Friedrich Schiller)

    ]]>
    Tue, 15 Aug 2017 07:20:24 +0000
    taberna kritika - kleine formen : R154E65 R399 M946L614: T865U84, O85E65n http://www.abendschein.ch/r154e65-r399-m946l614-t865u84-o85e65n/ http://www.abendschein.ch/r154e65-r399-m946l614-t865u84-o85e65n/ „T765 S57 I25R281 A919e Z93m J92, U54d L346 S57 S57 P988/41; V659L525C426t G541A251Z41
    S57 N757, D231 M266 S57 F949E65 Z97E34 K72E63F288 V473K21F288 K75E59t. …“
    (B928C426N443, W837yZ41k)

    „H432, B917b ! S111 R111 R111 R111!“
    ( … W797P975 M334 D229 K51d A918m A727)

    :„D229 L213m D229
    I87 V872m AnF199g D427 W464.“ :

    A461 G886nD916sM834 V473F418I24t:
    D427 S291A175t /
    S291N733: D235E65

    … F949E65’n A919’nB627I17, E83W312
    W642 B814L791e / -S291R481ft, D229
    : Z93 T197T289D278, D229 SE33’n

    D229 F949E33L563 V953 A919E56,
    D427 B648nD278 I31 P426G184O58
    (M679 R149N443)

    „K75mm M499 B917b! W312
    D559 L433U89 W864“ …


    G727 S775E83T289 / F949E65 A919E56.
    A918…

    ]]>
    Tue, 15 Aug 2017 06:45:58 +0000
    Nymphenbad : An nichts Böses denkend http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/an-nichts-boses-denkend.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/an-nichts-boses-denkend.html
    Wäre ich doch …?

    Aber nein. Abends noch Freund N beim Umzug innerhalb der kleinen Stadt geholfen, dabei, die Gasse zuparkend, von einem offenkundig entnervten Taxifahrer angehupt, bis das Be- und Entladen ein Endegut Allesgut gefunden hatte.

    Hätte ich doch das Zeichen gesehen …?

    Aber nein. Nach vollbrachtem Umzug das Gut eingeräumt. N schließt, wie es sich gehört, als erstes den Plattenspieler an. AC/DC, Elvis und Beatles sowie vier Bier später entschließe ich mich zum Aufbruch. „She’s got a ticket to ride“, raten mit John und Paul.

    Hätte ich den fünfzig Jahre alten Hinweis doch übersetzen können …?

    Aber nein. Zwei Kreisel und eine Abbiege später sehe ich den blauweißen Daimler im Innenspiegel. Also Strich fünfzig fahren, innerhalb. Blaues Blinken und rotes, pointiliertes STOP belehren mich, dass solches nicht immer ausreicht. Wegen des verdammten blinden Scheinwerfers links halten die beiden mich an. Tausenzweihundert Kilometer war ich mit „Odin“, wie ich ihn seit dem Befall mit Scheinwerfer-Star scherzhaft nenne, gefahren, aber jetzt halten sie mich an! Er ungefähr in meinem Alter, mit meiner Frisur und meinen Dreitagebart, dafür mit Brille. Und einer der charmant-belehrenden Goschen, die dieser Landstrich mit unverwechselbarem Dialekt versieht. „Was hebbe Sie davoo, wenn a entgegekummdes Auto Sie firra Motorrad helt? – Nix.“ Wo er wahr hat, hat er recht.
    Sie, Mitte zwanzig, blondgesträhnt, pferdegeschwänzt und im homerischen Sinne kuhäugig, will Papiere sehen. – Gern doch. – Woher wohin? … Alkohol? – „Ein paar Bier.“
    Wenn eine junge Frau einen alten Mann zum Blasen auffordert, ist die Welt verrückt geworden, schießt mir – völlig unpassend – durchs Hirn, während meine Lungen alles geben. 2,9 mal zwei, damit bin ich „drüber“, sehe ihm bedröppelt nach, wie er Odin wendet und einparkt, während sie nach Messgeräten „auf der Wache“ telephoniert. Zuvor: „Die Tasch packeSe in de Kofferraum, ich weiß ja net, was Sie so mitführe. Messer oder was.“ Da lache ich. Und Abtasten, von ihm allerdings, ist auch mit dabei, denn „Sie könnde der netteste Mensch sei oder a totaler Asi. Ich weiß es net, ich kennSe net.“ Soso. „Totaler Asi“ murmle ich missgestimmt, während Kuhauge mir zuraunt: „Mir sage ja nit, das Sie’S sind.“ – Über den „Asi“ ruminiere ich noch, während die Ohren merken, dass sie kein Testgerät findet. Er erklärt natürlich: Werden alle drei Jahre geeicht, und zwar alle auf einmal. „Des könnde gut fir Sie sei, wenn wir weiter fahre misse. Oder schlechter, wenn’mer Blutabnahme mache misse. Dann zahleSe nemlich auch de Arzt.“ Puh, denke ich und antworte „Vor zwei Stunden.“ Auf ihre Frage nämlich, wann ich das letzte Bier getrunken hätte. Wie jeder gute Staatsbürger, der alkoholkontrolliert wird, verschweige ich die drei Pflaumenwein, die der Blitzjunge N mir noch eingeschenkt hat vor dem „ticket to ride“, das ich so missachtet habe. Und sie lächelt schmal: Dann könnte ich, bis sie zum nächsten Messgerät gefahren sind, noch ein paar Promille abbauen.
    Tatsächlich geht es in die Nachbarstadt, auf ein Revier, wo er nach eigenem Bekunden noch nie gewesen ist. Zu finden mit der Daimler-Navigation, denn streckenkundig in die Fremde sind beide nicht. Und so befahren wir drei die Autobahn: die Strecke, die ich einst hundertmal gefahren bin, als ich noch in S***heim wohnte. Und auch das eine Mal, viel zu schnell, als Kollegen meines Pärchens mir das Vierteljahr Fahrverbot aufbrummten.

    Ein böses Omen? Aber nein. Nicht dran denken.

    Autobahnpolizei mitten im Nirgendwo, S***heim bei S***heim. „Ihr kriegt aach nie Besuch“, begrüßt er den Wachhabenden. Das über Funk avisierte, stationäre Messgerät hockt schon bereit in einem kahlen funktionsgebauten Zimmer, dessen Inventar seit den Siebzigern gut gepflegt wird. Werden muss, denn die Polizei hat’s auch nicht leicht. Umgebungsluft wird geprüft, Mundstück angewärmt, Nullpunkt ermittelt, an dem ich vielleicht in wenigen Minuten sein werde. Star Wars, schießt es mir – abermals unpassend – durchs Hirn, während die Lungen schon wieder, und nochmal, alles geben, um Sterne reihenweise wegzupusten. Beim zweiten Mal klappt’s perfekt. „Ich bin also noch steigerungsfähig.“ Er lacht meckernd, sie schmunzelt. –––– 2,3 mal zwei, also wieder „drunter“! „Sie kenne jetz gern tanze“, bemerkt er, während er den Bericht über die erfolglose Jagd auf den Trunkenbold tippt. Sie scheint plötzlich sehr gelangweil von den vierhundert Euro, die ich gerade eingespart habe. Der Steigerungsfähige hat also abgebaut. Ich freue mich innerlich, nur um den Aufwand tut es mir leid. Und ein langer Tag war es auch. Für die beiden wohl nicht minder. Also bringen sie mich wieder zu Odin. Obwohl sie das nicht müssten, wie er mich belehrt, denn ein polizeilicher Grund für meine Beförderung besteht ja nicht mehr. „Un die Wage sind net haftpflichtversichert fir sowas. Wenn jetz was passiert, wer zahlt des?“ Ich erkundige mich angelegentlich nach Beamtenverhältnis und Versicherungsmodalitäten. In der Tat: Die Polizei hat’s nicht leicht.

    2:45 Uhr: „SchaldeSe Fernlicht aa.“ – „Da bin ich garnicht drauf gekommen.“ (1200 Kilometer lang nicht) – „Darum sin Sie ja Akademigger un kei praktischer Polizist.“

    Den Erfolg gönne ich ihm, versichere beide meines ehrlichen Mitgefühls für ihre Mühen, aber sie nehmen’s sportlich. „Wenn Ihne des eine Lektion war …“ und „Aber nach L*** müsseSe noch durch zwee annere Reviere.“ – „Na, das wäre der Hauptgewinn!“ Papier, Schlüssel, Tasch aus dem Kofferraum, und der blauweiße Daimler ab.

    Wer an nichts Böses denkt, der kann was erleben. ]]>
    Tue, 15 Aug 2017 03:02:50 +0000
    rheinsein : Loreley im Regen und Deutsches Eck bei Nacht http://rheinsein.de/2017/08/15/loreley-im-regen-und-deutsches-eck-bei-nacht/ http://rheinsein.de/2017/08/15/loreley-im-regen-und-deutsches-eck-bei-nacht/ Petersberg, Drachenfels,
    Rolandseck und Oberwinter,
    gegenüber Unkel.
    Belgisches Frachtschiff “Pecunia”
    flußaufwärts nördlich von Remagen, um 16 Uhr 40.
    Bad Breisig rast vorbei (IC 2027).
    Bei Strom-km 618 ein grauer
    Hanomag-Trecker mit roten Rädern.
    Namedy ca. zehn vor fünf. Roter
    Barth-Traktor auf der Bundesstraße.
    “Hotel Leyscher Hof” in weißen Großlettern
    an die Uferbefestigung von Leutesdorf gepinselt.
    Turm und Kirche von Andernach lassen sich
    soeben erblicken, eh ein Güterzug
    auf dem Gleis der Gegenrichtung
    dazwischeneilt.
    Weizen vor der Stadt Weißenthurm.
    RWE-Kraftwerksturm, davor winzig wirkende Bagger.
    In die Luft ragende Sand- und Kies-Verarbeitungsbänder
    und Sand- und Kiesberge. Gemüsefelder,
    gelbe Gleisreparaturfahrzeuge.
    In Koblenz Hbf umgestiegen in den
    RE 4298, Abfahrt 17 Uhr 26, Dieselzug, der nur sonntags fährt,
    via Bingen mit Endhalt in Karlsruhe.
    Schlösser am Hang,
    Kirchen auf Hügeln,
    Burgen auf Hügeln
    (In den Tagen des Raubrittertums
    mussten die Mädchen um ihre Unschuld fürchten,
    umso mehr achteten darauf die Kirchen).
    Rhensersprudel. Marksburg mit 3 Schornsteinen dahinter
    (Blei- und Silberhütte Braubach).
    Stromversorgung von Hausdach zu Hausdach.
    Grüne Weinberge,
    grüne Hügel,
    angegrauter Himmel.
    Km 574, der Rhein kurvt
    südwärts nach links.
    Dann Windräder auf Höhen,
    eine Seilbahn am Hang,
    kurz vor Boppard, genannt die Perle am Rhein.
    “Bitte den Türbereich freigeben, damit wir abfahren können.”
    “Einsteigen, bitte!”
    “Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund von Kundenverhalten wird
    sich unsere Abfahrt verzögern. Wir bitten, dies zu entschuldigen.”
    Vor Stadtmauerresten die Bopparder Stadthalle. Tennisclub Rot-weiß.
    Rechtsrheinisch ggü. weißgetüncht auf Ufermauer “Hotel/ Cafe Rheinkönig”.
    Im Blickbereich Strom-km 567 zwei Burgen auf zwei Hügeln rechtsrheinisch.
    Minuten später die Burgen Katz und Maus und Rheinfels.

    Ausstieg in St. Goar.
    Letzte Rückfahrmöglichkeit nach Koblenz um 00 Uhr 40.
    Kurz vor 18 Uhr kreist ein ADAC-Hubschrauber
    über St. Goarshausen, landet vor der Kirche.
    Außengastronomiegäste in St. Goar filmen es mit ihren Smartphones.
    Eine Mutter, ihr Kleines auf dem Arm, erklärt,
    was ein Hubschrauber ist.
    Der Schaufelraddampfer Goethe, 2013 Hundert Jahre
    geworden, legt linksrheinisch an.
    Beim Ablegen echoschallt
    der schwere Schiffshornton vom Berg über
    der Kirche St. Goarshausens wieder.
    Vier ergraute ZZ Top-Fans.
    “…Sitzplatzkarte übern Comjuter. Dat is jar nich’ jut. Ich hab’n
    neues Hüftjelenk und muß mich viel bewegen.”
    Drüben hebt der Hubschrauber ab, landet
    wenige hundert Meter nördlich auf einer Wiese.
    Die Goethe hat auf dem Rhein gedreht und
    legt nun auch in St. Goarshausen ab.
    Mit der Fähre Loreley VI übergesetzt, wobei man ein
    rotes Armband bekommt als Nachweis, dass
    die Rückfahrt bereits bezahlt ist (zus. 3,60 €).
    Nach der Überfahrt einen vor einem Cafe sitzenden
    Herrn gefragt, was los gewesen sei – Hubschrauber.
    “Do is aner kollabiert, an der Fähr’.
    Wor abä net so schlimm.”
    Buslinie 535 Shuttlebus Loreley, wobei man ein zweites,
    blaues Armband erhält, zum Nachweis, dass die Rückfahrt
    bezahlt ist (in summa 5,50 €).
    In den Berg rauf, vorbei an Hermannsmühle, Wasserwerk St. Goar,
    ein Schild kündet vom kühlen Grunde.
    Zwei Polizeikontrollen, 2 x 2 Streifenwagen, lässig stehen
    ältere Beamte und eine Beamtin in der Landschaft.
    Schon Western-mäßig.
    Oben erstmal zu Fuß zur Felsspitze.
    Bei Strom-km 554.
    193,14 Meter über Normalnull und
    125 Meter über dem Rhein, laut Schild.
    Exotisches findet sich vor dem Eingang zur Freilichtbühne:
    “Jeju Dolharbang”, von der Stadt Jeju in Korea (wohl Süd-?), welche der
    “Region Loreley”, so der Gedenkstein, das “Kultursymbol”
    “Dolharbang” schenkt, am 28.11.2009,
    zwei steinerne Figuren, ein “Paar” aus
    Zivilbeamten und “Militäroffizier”, die
    zusammen die “Funktion eines Schutzgottes” hätten,
    “der ein Dorf bewacht”. Unterzeichnet vom Bürgermeister in Jeju.
    Die Figuren sind auch auf den zweiten Blick identisch.
    Zu einem dritten bleibt keine Zeit,
    da auf der Bühne Status Quo ihren Auftritt beginnen.
    Also rein, um meinen Eindruck von vor 31 Jahren zu überprüfen.
    Schon 1986 wippte ich, sechzehnjährig, mit, weil das
    bei ihrer Art von Rock`n`Roll kaum zu vermeiden ist,
    blieb aber eher beeindruckungsfrei. Ich respektiere sie.
    Viele verehren sie.
    Mit “Rockin’ all over the world” macht man auch alles richtig.
    Gestandene Männer mit grauen Haaren und Halbglatze spielen
    beseelt Luftgitarre.
    Die jüngere Generation leicht in der Unterzahl.
    Eher vereinzelt Mobiltelephone über die Köpfe gereckt
    zwecks Videodokumentation.
    Smartphonefilmen scheint eine Erinnerungstechnik
    der Jüngeren zu sein, bis etwa Mitte 40.
    Nicht, dass die Älteren keine Smartphones hätten, der Unterschied:
    sie bleiben eher in der Tasche.
    Mein Anwesenheitsgrund beginnt
    staubtrocken
    mit
    “She got me under pressure,
    she got me under preeesure”.
    SWR 1 überträgt / zeichnet auf.
    Mehrfach fallen mir dunkelhäutige Damen in
    den T-Shirts des texanischen Trios auf.
    ZZ Top spielen 12 Songs,
    bis es weiter südlich überm Rheintal heftig blitzt.
    Natürlich dabei “Gimme all your lovin’”
    und “I’m bad, I’m nationwide”.
    Irgendwann singt Billy F. Gibbons
    “I’m shufflin` in Texas sand, but my head`s in Mississippi
    on Loreley”
    Gitarrentechniker Elwood Francis kommt als Gastmusiker
    mit steel guitar auf die Bühne zu einem Song,
    den Gibbons als “real country” ankündigt und als
    “back to the real USA”.
    (Nach Januar 2017 bedarf das kaum weiterer Worte.
    Gerade ja auch wertkonservative Republikaner
    hadern mit der Personalie der aktuellen Präsidentschaft.)
    Bei “Sharp dressed man”,
    es sind um die 15 Songs nun,
    rücken die Blitze bedenklich näher.
    “Legs” (“She’s my baby, she’s my baaaby”),
    mit jeweils in weißen Plüsch gekleideten Bass- und Gitarrenkorpus
    geht noch. Dann verschwinden die Musiker hinter
    der Bühne, was als das übliche Ritual zwischen Gig und Zugabe
    interpretiert werden kann.
    Die Light Show imitiert sinnig das Wetterleuchten.
    Die meisten wollen more,
    nicht wenige strömen ob des einsetzenden Regens zum Ausgang.
    Die Zugabe ist, natürlich, “La Grange”.
    Allein dafür hat sich die Reise gelohnt.
    Die Musiker kommen nicht dazu, sich zu verabschieden.
    “Danke, ZZ Top. Sie hätten gern noch mehr gespielt.
    Räumt jetzt bitte das Festivalgelände. Es kommt ein bißchen was.
    Geht in Eure Fahrzeuge. Es geht um Eure Sicherheit.”
    Wer nun automobil- bzw. wohnmobilfrei ist,
    hätte gut daran getan, Schirme oder Regenzeug mitzubringen.
    Die Schlangen vor den Shuttlebussen triefend nass.
    Einer will mir meinen Taschenschirm (dm-Standard) abkaufen.
    Für einen mittleren zweistelligen Betrag,
    Freundlich lehne ich ab.
    Letztlich verläuft alles geordnet.
    Da ich Zeit habe (die Anschlusszüge nach Wuppertal
    gehen erst morgen früh und ich bin auf eine Nachtwanderung
    am Koblenzer Rheinufer eingerichtet),
    erstmal raus aus der triefenden Menge.
    In der Nähe untergestellt.
    Eine auf freundliche Weise alkoholisierte Besuchergruppe
    mit deren Smartphone fotografiert.
    Einem gut abgefüllten Altrocker mit grauer Mähne
    und Rauschebart war aufzuhelfen – er ist mit einer
    Bierbank umgekippt.
    Einige fliehen in eine Art Almhütte mit Ausschank,
    der ob des Ansturms das Bier ausgeht.
    Ein Tisch gröhlt los: “Wir lagen vor Madagaskar…”,
    ein anderer Tisch stimmt lautstark ein.
    Maßkrüge donnern auf Holz.
    In die vermutlich viertletzte Shuttlebusfahrt
    springe ich gerade noch, bekomme auch
    die Fähre nach St. Goar.
    Bei Regen nachts übern Fluss gesetzt.
    Die Fährleute gelassen:
    “Schiebt e bißchen. Mir wolle los.”

    Den letzten Zug nach Norden bekommen.
    Nachts um halb drei am Deutschen Eck
    im Regen und das freiwillig.
    Poetischer Reichtum.
    Die wahre 1%-Gesellschaft.

    (Ein Berichtgedicht von GrIngo Lahr vom 09. Juli 2017, exklusiv für rheinsein.)

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    Mon, 14 Aug 2017 22:52:14 +0000
    particles : ein aquarium http://andreas-louis-seyerlein.de/air/ein-aquarium/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/ein-aquarium/ 9

    tango : 22.02 UTC – Bob erzählt von einem Aquarium, keinem gewöhnlichen Aquarium, vielmehr einem Aquarium, das ihm einerseits gehören, andererseits sehr weit entfernt sein soll, nämlich beinahe auf der anderen Seite der Welt, in Thailand in einem Vorort der Stadt Bangkok in einem Café neben einer Tankstelle mit Garten, in welchem Orchideen auf Bäumen wachsen. Auch Vögel sollen dort im Garten zahlreich leben, und Kinder spielen, weil sich in der Nähe eine Schule befindet. Er selbst, erzählt Bob, sei in diese Schule gegangen, habe Englisch gelernt und Mathematik, gerade in Mathematik soll er sehr gut gewesen sein. Jetzt lebt er also in Europa und besucht eine Universität, um die Sprache der Computermaschinen zu studieren. Das Café, das meiner Mutter gehört, und auch ein bisschen mir selbst, läuft gut, sagt Bob, wir können von unseren Einkünften gut leben. Ich brauche ja nicht viel Geld hier, kleines Zimmer. Er holt sein Telefon aus der Hosentasche, tippt ein wenig auf dem Bildschirm herum, dann reicht er mir das kleine, flache Gerät über den Tisch. Schau, sagt er, das ist mein Café, das ist meine Mutter in Echtzeit, es ist gerade früher Morgen, sie bereitet sich auf erste Gäste vor, die kommen bald. Tatsächlich erkenne ich auf dem Bildschirm eine ältere Frau, die auf einem Brett von Holz irgendwelche Pflanzen zerteilt. Bob nimmt mir das Telefon kurz aus der Hand, tippt noch einmal auf den Bildschirm. Nun sind Fische anstatt seiner Mutter zu sehen. Das ist mein Aquarium, sagt Bob, leider nur in schwarzweißer Farbe. Sie sind ziemlich bunt. Zwei von ihnen habe ich selbst gefangen im vergangenen Winter. Es ist ein Salzwasseraquarium. Gleich wird meine Mutter die Fische füttern. Solange können wir warten. – stop
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    Mon, 14 Aug 2017 22:25:10 +0000
    Nymphenbad : Die Geister im Keller http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/ich-wei-von-einemkeller-den-es-nicht.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/ich-wei-von-einemkeller-den-es-nicht.html
    Ich weiß von einem Keller, den es nicht mehr gibt. Beziehungsweise existiert er wahrscheinlich zwar noch, aber er ist nicht mehr zugänglich. Er lag unter einem Lokal, in einer Straße, auf der ich schon lange nicht mehr gegangen bin. Bis heute. Obwohl ich eine ganze Weile in dieser Gegend gewohnt, gelebt und gearbeitet habe, kehrte ich ihr irgendwann – fast erleichtert – den Rücken. Aber das ist lange her. So lange, dass man fast schon vom Anfang sprechen kann. Der Beginn von was auch immer.

    Ich sagte, ich wäre erleichtert gewesen. Das trifft es wohl am ehesten, wenn ich an meine Abkehr von diesem Ort denke. Dabei wirkte die Gegend, von der ich hier spreche, auf den ersten Blick eigentlich wirklich nett. Ruhige Gassen auf denen man im Abendgesäusel friedlich lächelnde Leute beim Flanieren zwischen golden beschienen Hausfassaden begegnen konnte. Oben. Aber unter den Häusern lagen die Keller. Rochen muffig und hatten meist nur mit baufälligen Stufen ohne Geländer und willkürlich funktionierenden Lampen aufzuwarten. Das kann man als Passant natürlich nicht ahnen. Aber wenn man dort wohnte, dann entdeckt man sie bald, in den Hinterhöfen und Séparées – die Türen, die in das untere Stockwerk führen, und aus denen einem schon beim Näherkommen die klamme Zugluft entgegenschlug.

    Es waren steil abwärts führende Stufen, die man niemals betreten würde, hätte man die Wahl. Aber manchmal stellt sich einem diese Frage einfach nicht. Und ebenso wie an alles andere im Leben, gewöhnte man sich auch schnell an den Anblick da unten, wenn man ihn erst einmal oft genug gesehen hatte. Dann fielen einem die aufgebogenen Fußbodenbretter und die abgeschälten Tapeten nicht mehr auf. Man fühlte die Feuchtigkeit nicht mehr, die in allen Ritzen hauste, und einem das Atmen schwer erscheinen ließ. Und die Geister – die fahlen, durchlässigen Gestalten, die mit hängenden Köpfen zwischen den kleinen Pyramiden herumirrten und sich Gutenachtgeschichten gegen ihre Einsamkeit ausborgen wollten – sie wurden zum Alltagsgeschäft, bei dem man sich schon bald abgewöhnte, ihm direkt in die Augen zu schauen.

    Dieser eine, bestimmte Keller, dieser Limbus, von dem ich weiß, er wurde offenbar verschlossen. Dort, wo sein Zugang war, ragt heute die glatt verputze, weiße Hinterwand eines piekfeinen, jungen Architekturbüros auf. Drinnen sitzt gut gekleidetes, erfolgreich wirkendes Personal – Sorte High End Businessmaterial. Sie warfen mir heute Vormittag seltsame Blicke zu, als ich zu lange an ihrer spiegelnden Glasfront stand, und mit plattgedrückter Nase versuchte, einen Blick auf den vermeintlichen Kellerabgang zu erhaschen. Aber niemand kam heraus, um mich zurechtzuweisen. Vielleicht wussten sie ja, wonach ich Ausschau hielt. Vielleicht wollten sie daher jedes Tamtam vermeiden.

    Irgendwann gab ich es auf und ging weiter die Straße hinab. Versuchte, mich wieder auf die netten Fassaden zu konzentrieren. Den Keller wieder Keller – oder bessergesagt – jetzt sauber verputze Hinterwand sein zu lassen. Dabei tat ich mir aber schwer, den Gedanken an die Geister beiseitezuschieben, die man vielleicht für immer im Keller eingemauert hatte. Ich fragte mich, ob es die kleinen, schiefen Pyramiden des Videoshops da unten noch gab.
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    Mon, 14 Aug 2017 18:06:00 +0000
    isla volante : bist du traurig? http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/1H4HBCG1J9I/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/1H4HBCG1J9I/

    vom gartenzaun her grüßte ein junge. hatte die arme über den spitzen der haselstecken verschränkt und sein gesicht ruhte auf diesen braun gebrannten, dünnen armen. milla musterte ihn. dunkle hautfarbe, schwarze locken, kohlrabenschwarze augen. könnte zu diesen flüchtlingskindern gehören, die seit geraumer zeit im ort untergebracht waren. einige mit, andere ohne ihre eltern. vielleicht sieben jahre alt. woher nur beherrschte er ihre sprache?

    „hm …“
    milla war nicht nach reden zumute.

    „ich komme, mich zu bedanken.“

    „wofür?“

    „den zwetschgenkuchen, den gespendeten.“

    „war der gut?“

    „köstlich! wenn ich davon abbiss und die augen schloss, war mir, als ob ich nach hause käme.“

    seltsamer junge. über ihren pflaumenkuchen hatte milla noch niemanden so reden hören. sie bat den wunderlichen gast zu sich auf die stufen ihrer backstube, wo er bereitwillig platz nahm.

    „ich habe noch welchen, magst du ein stück?“

    leuchtende augen.

    sequenz 2 von 3 der serie milla cremeso
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    Mon, 14 Aug 2017 15:33:30 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus : Die Sachbearbeiterin der Ortskrankenkasse http://500beine.myblog.de/500beine/art/10473613 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10473613
    „Was kann ich für Sie tun?“

    Während ich mein Anliegen kurz erläutere, stiert sie routiniert auf den Bildschirm. Sie hat ein Kaugummi in Arbeit. Oder Reste vom Frühstück. Knusper, knusper. Die soll sich bloß vorsehen. Mich haben schon ganz andere Kaliber nicht bemerkt. Und hinterher ist das Geschrei groß!! Dabei bin ich heute ganz besonders reizend gekleidet. Ein Geschenk für die Damenwelt. Eine Offerte. Weißes Hemd, frisch gewaschen, dazu die dunkelgrünen Jeans, die mir mein jüngerer, gutverdienender Bruder überlassen hat, nachdem er Vater geworden ist von zwei Buben und zwanzig zusätzlichen Kilogramm. Der passt da nicht mehr rein in die grüne Hose.

    „He, Glummi! Was siehst du so schick aus?“ hat am Morgen schon ein Bekannter gerufen, er war auf der anderen Straßenseite. „Gerichtstermin?“

    „Nee. AOK.“

    Ich brauche neue Zähne. Einen ganzen Satz. Eine Brücke. Venezianisch vielleicht? Modell Rialto mit kleinen Kunststoff-Gondolieri, die im 6/8-Takt durch die Backen gondeln und Touristen aus Übersee europäische Zahnheilkunde präsentieren: „Linke Seite siehte man alte dicke Backezahn, stehte unter Denkemaleschutz, auch wenne scho halb kaputt.“

    „Herr Glumm..?“ (Räuspern.)

    „Mh..?“

    „Sagen Sie, haben Sie ihre Mitgliedskarte dabei?“

    „Ja, natürlich“, sag ich und reiche das Kärtchen rüber.

    Jedes Mal, wenn die Sachbearbeiterin aufsteht und zum Kopierer geht, sie ist trotz Pumps kaum grösser als eins Sechzig, streicht sie ihren Rock glatt. Das ist auch der Grund, warum ich die Unterlagen nur stoßweise und nach und nach herausrücke. Damit ich was zu sehen kriege für mein Geld.

    Welches Geld eigentlich?

    „Die Karte brauche ich aber zurück“, sage ich mit Nachdruck.

    „Natürlich, die kriegen Sie ja auch zurück."

    Sie blickt griesgrämig in den Raum und streicht sich beim Weggehen den Rock glatt. Ich verfolge ihre Beine. Ihren Gang. Von wegen, man soll seinem Gegenüber zuerst in die Augen blicken. Oder auf die Hände. Den Hintern. Oder hier, die Titten. Was auch immer. Alles Humbug. Entscheidend ist allein der Gang. Am Gang sollst du sie erkennen.

    Die Gräfin hat mal bemerkt, ich würde beim Gehen meine O-Beine in die Welt werfen, als wären es Sensen, die hohes Gras suchen, um darin Unfrieden zu stiften. Oder eine Revolution anzuzetteln. Oder was anderes. Hauptsache was mit Zetteln. Das kann schon sein. Man selber weiß es ja nicht. Man geht eben. Man macht einen Schritt und dann noch einen. Woher soll man da wissen, wie das von Außen aussieht.

    „Deine Beine gehören auf die Erde“, sagt sie. „Dass du mit Raumschiff Enterprise und Käptn Kirk nie was anfangen konntest, wundert mich nicht. Du bist kein Typ für Science Fiction.“ Und: „In Zukunft wird sich die Menschheit aufteilen. Da sind die einen, die auf der Erde bleiben wollen, um unsere Schöpfung zu bewahren, das sind die Konservativen. Und die anderen schippern ins Universum, besiedeln einen Planeten und fangen noch mal bei null an, das sind die Revolutionäre", sagt sie. "In Zukunft muss sich jeder Mensch entscheiden, zu welcher Gruppe er gehören will. Ich will zu den Sternen.“

    „Ich bleib hier“, sag ich.

    Die kleine Sachbearbeiterin dagegen hat sich noch nicht entschieden. Sie geht nicht durch die Welt, nein, sie rollt auf nudeldicken Knien durch das Großraumbüro der Ortskrankenkasse. Aber die Gelassenheit, mit der sie keine Minute später zurückkommt und in ihren Drehstuhl fällt – ich muss schon sagen, für eine Sachbearbeiterin, allerhand.

    An den hinteren Service-Tischen telefoniert eine andere AOK-Tante in einer Lautstärke, man kriegt jedes einzelne Wort mit. Ihr Gesicht, länglich und viereckig wie ein Besteckkasten, ist mir schon beim Reinkommen aufgefallen - es kam mir irgendwie bekannt vor. Als hätte ich mir da heut Morgen schon ein Messerchen rausgeholt, aus dem Besteckkasten. Fürs Frühstück.

    „BITTE..? WAS WOLLEN SIE..??!“ ruft die Mitarbeiterin entgeistert in den Telefonhörer. Die Person am anderen Ende der Leitung scheint eine renitente Person zu sein. „SIE WOLLEN GELD, KLAR. DAS WOLLEN ALLE, DIE HIER ANRUFEN, LOGISCH. ABER WELCHES GELD WOLLEN SIE?“

    Fast könnte man glauben, der Anruf käme von einem der drei stadtbekannten Rocketta-Brüder: einfach mal bei der lokalen Krankenkasse anklingeln und nach ein paar Scheinchen fragen. Kann ja nicht schaden.

    „WIE BITTE?! WAS WOLLEN SIE, FLIEGERGELD?? WAS SOLL DAS DENN SEIN – FLIEGERGELD!?“

    Meine persönliche Sachbearbeiterin, die mit den Knien, die gerade Zahlenkolonnen eintippt, die irgendwie mit mir zu tun haben, schaut sich neugierig zur Kollegin um. Die tippt sich wiederholt an die Stirn, für alle Anwesenden gut sichtbar. Ihr Mund formt tonlos das Wort FLIEGERGELD. Plötzlich drückt sie ihr Kreuz durch.

    „MOMENT.. ODER MEINEN SIE ETWA PFLEGEGELD?! NATÜRLICH! SIE BRAUCHEN PFLEGEGELD! ICH VERBINDE..“

    Während ich fast Beifall bekunden möchte, so froh bin ich, dass sich die Sache zum Guten gewendet hat, scheinen andere anwesende Versicherte der Ortskrankenkasse von dem ganzen fernmündlichen Disput kaum etwas mitgekriegt zu haben, man ist zu sehr ins eigene Leid verstrickt.

    „Fräulein, mir geht es nicht gut. Ich habe die Seuche.“

    Meine Sachbearbeiterin schmunzelt. Ihr kleiner, aber voluminöser Mund schiebt sich in die Breite, als wäre er ein Schiffchen, das in die Welt will. Ehrlich gesagt, mir egal. Hauptsache, meinem Antrag auf Kostenübernahme wird soweit entsprochen.

    „Wann ist die Kohle auffem Konto?“ frag ich.

    „Wird noch heute angewiesen.“

    Super Sache.

    „Darf ich dann noch um das Bonusheft bitten?“ fragt sie, ohne den Blick zu heben.

    „Das.. Bonusheft?“ Ich wusste es, der Pferdefuß kommt noch.

    „Ja, Bonusheft. Für die letzten Jahre. Haben Sie es nicht dabei?“

    Es gibt Antworten, auf die muss selbst eine Sachbearbeiterin der Ortskrankenkasse lange warten, doch wenn sie dann kommt, schwingt sie einem entgegen wie ein dampfendes Weihrauchgefäß im Dom, eine wahrhaft kathedrale Antwort.

    „Nee.“

    Beim Rausgehen klapse ich mir ungezwungen auf den Hintern. Soll die Tante ruhig sehen, was sie verpasst hat: einen schönen männlichen Körper, der ein einziges klitzekleines Manko hat: dass ich es bin, der drinsteckt. ]]>
    Mon, 14 Aug 2017 14:39:00 +0000
    particles : = http://andreas-louis-seyerlein.de/air/32069-2/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/32069-2/ 9

    tango : 12.35 UTC – l u n g e n b l u m e
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    Mon, 14 Aug 2017 14:28:47 +0000
    Die Suche nach dem Glam : Unter Schmerzen http://renehamann.blogspot.com/2016/10/unter-schmerzen.html http://renehamann.blogspot.com/2016/10/unter-schmerzen.html
    Einteilung der Töpfe, und immer die Angst, dass die Brüste nicht richtig sitzen. Aber nein, sie hat eine gute Figur. Ich wende mich wieder K. zu. Woran denkt sie, wenn sie mir schreibt, sie denke an mich? Denkt sie an Sätze, die ich gesagt habe? Denkt sie über mögliche Abenteuer nach? Oder an das Jahr, in dem wir nicht miteinander geschlafen haben? Worüber schreibst du, möchte sie jetzt wissen. Ich schreibe über eine Zukunft, die wir nicht miteinander haben, könnte eine mögliche Antwort sein. Eine traurige Zukunft. Das sage ich dann. Weil, das könnte interessant klingen. Wie ein Science Fiction. Unendliche Langsamkeit, Raumschiffe in Zeitlupe. Ein kalt durchseeltes Weltall. Aber vielleicht ist es die Gegenwart, die ich meine. Wart und Gegenwart. Denn auch nach vorne, in die Zukunft gewandt, ist diese Zeit von Bedeutung. Hier und jetzt würde sich alles entscheiden. Von dieser Passage würde alles abhängen.

    She's a goer. Sie genehmigt sich einen 15-Dollar-Cocktail. Im Anschluss nimmt sie einen für zwölf. Während sie neben mir sitzt, nähert sich auf den Straßen der Vorstadt der Verehrer, den sie per SMS und Fort/Da-Taktik hergelockt hat. Die Ablösung. Nur wird dann doch zu oft versucht, das Bein zu tätscheln. Da sie mit nackten Beinen herumläuft, schaue ich mir von meinem Barhocker aus ihre Kniekehlen an, als sie in den hinteren Bereich verschwindet.

    Die Situation ist immer noch dieselbe. Da kommt sie von der Toilette und lächelt sich ansatzlos wieder ins Gespräch zurück.


    Kranke Musik. Wilco: Yankee Hotel Foxtrot. Weezer: Pinkerton. Das Loch stopfen. Die Grundkenntnis ist gefunden: Da ist ein Loch, und es wird niemals zu stopfen sein. Immerhin weiß ich das jetzt. Und kann zusehen, das Parallelloch, die Lochkopie im Realen zu stopfen.

    "Sie stolpern von einer Verliebtheit in die nächste. Wenn Sie ein wenig Diplomatie gebrauchen, wird ihr Liebesnetz halten", sagt das Horoskop.

    Thomas Melle:
    "Dieser megalomanische Boulevard der Superstars (...) offenbart natürlich eine Fixiertheit auf Berühmte und Prominente (...) Eine seltsame Eitelkeit spricht daraus, eine Sehnsucht auf Zugehörigkeit und Größe.
    In der Jugend standen in meiner unmittelbaren Umgebung zunächst keine Vorbilder zur Verfügung, es war einfach alles eng und klein und furchtbar, also mussten sie aus der Ferne herbeigeschafft werden, die Vorbilder, die Stars (...) und das Ferne in den Büchern war ein Versprechen, eine Wette auf die Zukunft, ein Raum, der mir offenstand, ein Weg aus der Enge dieser Unmittelbarkeit. Denn die Künstler hatten aus ihren Schwächen und Beschränktheiten doch selbst etwas anderes, etwas Öffnendes, über sich selbst Hinausweisendes gemacht..."

    Ich gehe auf Wasser herum, ich mag nicht, wenn Leute einsteigen.

    "When in hole, stop digging."

    So dilatorisch.

    Die Übertragungswagen glänzten in der Mittagssonne. Die Frequenzen waren klar und rein. Ein Duft nach Kaffee und Brause zog über den Platz. Die Mikrofonierung wurde per Handzeichen für abgeschlossen erklärt.

    Sendeminuten verstrichen. Dann trat die Schauspielerin in einem purpurroten Kleid und in dunkelroten Schuhen mit Absätzen das Podium und verlas eine Erklärung des Ministeriums für Aufklärung. Sie verlas sie mit Schauspielerinnenstimme. Ein glitzerndes Fahrzeug hielt auf Höhe der Bühne, umringt und freigestellt von Uniformierten, eine Tür hob sich. Es wurde kurz etwas hektisch, die technischen Mitarbeiter machten Handzeichen, die M. nicht lesen konnte, er beendete das Ferngespräch mit Emma, die Übertragung fand längst statt. Die Schauspielerin beendete ihre Rede, lächelte ins Ungewisse, matter Applaus erklang, dann kam von irgendwoher Musik.

    Der Himmel war klar und ungetrübt, als Frederic erschien und auf die Bühne zulief, während sich ein ranghoher Funktionär aus dem Glitzerfahrzeug schälte und eine behandschuhte Hand nach draußen hielt, die von einer Funktionärin geschüttelt wurde. Frederic ließ sich nicht beirren, jetzt war er dran, sein Gesicht war versteinert, sein Schritt entschlossen wie der eines wütenden kleinen Jungen. Er rauschte an dem Funktionär vorbei und betrat die Bühne, um ein offenes Wort aus, wie er sagte, dem Munde eines Geschäftsmanns und Mitarbeiters der städtischen Börse auszusprechen.

    "Die Ausbeutung ist total", sagte er, dann folgte eine Kaskade von Sätzen, die kaum jemand verstand.


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    Mon, 14 Aug 2017 12:46:43 +0000
    Nymphenbad : Trolle & Barstukken http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/trolle-barstukken.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/trolle-barstukken.html Die Erinnerung ist aus den Gegenständen herausgeblasen, ihre Be­deutung leer. Es scheint für alles einen Zwilling zu geben, jeder real existierende Gegenstand ist gleichzeitig das Requisit eines Traumes. Diese Regale hier unten sind müde Bretter, aus einem toten Forst gebrochen, verwandelt, unseren Knochen so ähnlich, wenn sie zerstoßen, zermahlen, genagelt oder verschraubt die Flaschen Wein umkrallen, im Kellerstaub auf Nachschub warten, denn es sind noch Plätze frei.

    Der Mond leuchtet den Wichteln, Trollen, Barstukken, leuchtet je­nen, die selbst nicht glühen und in ihrer hölzernen Hand keine La­terne mitspazieren lassen. Stock und Stein, Wurzeln, Farne: leuch­tet der Prozession hinunter ins Dorf! Wölfe küssen feucht.

    »Was ist mit den Räubern?« Sie lercht, lächelt nicht in ihren Gum­mistiefeln, die ihr bis knapp unter die Knie reichen; sie bie­gen sich noch kaum, starren um ihr schmales Gesöck herum, stempeln die halbtrockene (halbnasse) Erde, ritzen Dagewesenes hinein.

    Und dann gibt die Erde nach; sie stampft noch etwas tiefer, blickt mit gemarterten Augen auf zu den Gesichtswipfeln, die vor einem aschfahlen Himmel wippen, Bärte daran gekauert.

    In der Nacht wollte sie die Erinnerungen zähmen. Am Tage, sagte sie, gelänge ihr das nicht, weil sie ständig in die Einsamkeit hin­einsehen müsse, die sie zwischen zwei Menschen entdecke. Sie sagte, sie suche gern Dinge oder Orte, mit denen sie einen Pakt zur Animation ihres persönlichen Dramas geschlossen habe, wieder auf.

    »Ich spiele Vergänglichkeit. Ich mache sie mir bewusst und ge­nieße ihren süßen Schmerz. Derselbe Bahnhof, immer wieder der gleiche Abschied. Oft sitze ich nur auf einer Bank und starre auf die Geleise, sauge die eigentümlich lauten Geräusche in mich. Ein Bahnhof könnte gar nicht ohne diese makaberen Hallen, ohne die zurückgeworfenen Echos auskommen. Ich rauche eine Zigarette, aus der sich auch zwei machen lassen. Ich schlendere die Wege noch einmal entlang, die ich mit jemand spazierte, der etwas in mir auslösen konnte. Ich bin ganz verschoben in der Zeit. Es stört mich, wenn etwas verändert wird, ein Haus nicht mehr steht oder in einer anderen Farbe angestrichen wurde; wenn es einen be­stimmten Laden nicht mehr gibt.«

    Den Pakt mit den Dingen, von denen sie sprach, kennen wir alle. Gerüche, Lieder – diese unvergesslichen Begleiter.

    Landfluchten, Fassaden, manchmal auch nur das Licht in ei­nem bestimmten Winkel. Das ist die Liebe zur Kulisse. Man stellt sich gerne ein zweites Mal auf die Bühne und blickt auf den leeren Zuschauersaal. Hier kann man sich einige Aussetzer leisten, zum Beispiel die Hälfte des Textes vergessen, sich ungehobelt kratzen. Hier kann man Sätze halblaut nachsprechen – und niemand hält einen für zu lang an der Sonne spaziert.

    Ich komme aus den Städten der Menschen. Alles brennt, sie sind verrückt geworden in ihrer globalen Entwurzelung, Techno­kraten sie alle. Ich frage euch: wohin können wir fliehen? Die Zivi­lisation fällt, und sie fällt weit. Ihr Schatten bedroht bereits die ganze Welt. Kein Geist ist mehr unter ihnen zu finden. Sie sterben le­bend, und was wir alle gemeinsam wussten verödet in den Hirn­kammern. Ihr Herz ist eine Ölpumpe. ]]>
    Mon, 14 Aug 2017 12:15:00 +0000
    panAm productions : New Music Track: East West Astronaut http://panamproductions.blogspot.com/2017/08/new-music-track-east-wet-astronaut.html http://panamproductions.blogspot.com/2017/08/new-music-track-east-wet-astronaut.html Finished 2day. No Autotune inside. (Hört man, *grins*).





    My left-handed, autodidactic approach to Logic X and proTools painstakingly continues.



    ✩✩✩✩✩



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    Mon, 14 Aug 2017 09:26:00 +0000
    Nymphenbad : als Schakal; Geboren http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/als-schakal-geboren.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/als-schakal-geboren.html * als Albera ihre Zähne putzte

    Aber ja, wir sind in die Köpfe eingedrungen, wir fanden die Klamotten
    Unserer Vorgänger unter den schwarzen Trauben, ihrer Kultur längst beraubt.
    Dennoch warten sie geduldig auf die Pflücker, die eines Tages fratzenhaft
    Aus dem Gebüsch schreiten, schief, aus Gründen eines Opfers für Chac Mool,
    Liegt erwartungsvoll in Schale. Und sie harren dem Ende der Zeit. Und er
    Liegt und harrt dem Neubeginn. Die steinerne Finsternis verheißt ein Leben
    In Ewigkeit, in den Erinnerungen, in den unbedachten Gedanken, die
    Abschmieren wie ein Seifenkahn. Die gestiefelte Keramikschüssel, aller
    Dämpfe beraubt, allem Unglück ein Zeuge. Woher stammst du, Jungfernrebe?
    So wild schüttelst du deine Gifte und stolzierst rankend hinauf zu den
    Erschütterten Vulkanen, zu den Schakalen, die mich stolz bewachen. ]]>
    Mon, 14 Aug 2017 07:50:32 +0000
    Nymphenbad : Kühleborn, ein Quantenpoet und eine Ogerin im Elfenkostüm http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/kuhleborn-der-gottkonig-einer-dynastie.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/kuhleborn-der-gottkonig-einer-dynastie.html
    Ich hatte Schwarzertd seit über einem Jahr nicht mehr gesehen, nur hin und wieder mit ihm telefoniert. Und nun, da er sich gerade aus beruflichen Gründen in München aufhielt, hat er die Gelegenheit genutzt, uns zu besuchen. Seine Stimme hörte sich zum ersten Mal anders für mich an, was nur daran lag, dass er die letzten Tage beim Schreiben viel geraucht hat. Wie ein Schlot wohl. Was in früheren Zeiten doch eher mein Part war. Früher. Denn ich rauche ja nicht mehr. Brenne nur noch. Früher. Das meint Heidelberg, als wir uns kennengelernt haben. Ich erinnere mich, wir nahmen beide den selben Bus. Ich saß hinten. Er stand am Fenster in der Mitte. Schaute mich länger an, lächelte. Ich hingegen, ich war aus irgendeinem Grund, den ich nicht mehr erinnere, bräsig, schaute böse zurück. Dumme Nuss! Aber zum Glück gab das Schicksal mir eine zweite Chance. Denn kurze Zeit später stellte sich heraus, wir besuchten die gleiche Gastvorlesung. Und so sprach er mich noch einmal an, als wir im Anschluss mit anderen noch eine qualmten. Andere. Das meint eine kleine Gruppe, die wir später den harten Kern nannten. Sonstige habe ich vergessen. Was wohl sehr daran liegen mag, wie ich mein Studium verfolgt habe. Heidelberg. Das erinnert mich an diese Freundschaft, die eine tiefe ist. An lange Tage und Nächte mit Schwarzertd. Verbrachte Zeit: nicht selten bis in den morgendlichen Duft der Bäckerstuben hinein.

    Und so waren wir heute für ein paar Stunden zu dritt. ]]>
    Sun, 13 Aug 2017 21:14:00 +0000
    Nymphenbad : Nymphentag 39 http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/nymphentag-39.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/nymphentag-39.html
    Ich bin nun nicht derjenige, der viel besucht oder Besuch empfängt (meine Einsiedelei ist notwendiger Bestandteil meiner Existenz), auf Schwarzertd war ich allerdings mehr als gespannt, schließlich hat mir Albera von Beginn an eine Menge von ihm erzählt. In der Vergangenheit hatte ich mit Germanisten meine liebe Mühe, aber Schwarzertd ist alles andere als ein gewöhnliches Exemplar dieser Spezies. Und ich selbst bin alles andere als ein gewöhnlicher Dichter. Die Arbeitsklause in Keselround ist zudem vollgestopft mit Büchern, Pflanzen und Manuskripten (Manusprikte nannte Frau Goethe das ihrerzeit). Zu sagen hatten wir uns vom Start weg eine Menge und ich konnte nach Herzenslust in allen literarischen Bildungsgewässern fischen. ]]>
    Sun, 13 Aug 2017 18:46:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 318 - Im Apogäum http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-318-im-apogaeum/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-318-im-apogaeum/ Bei FB hatte ich mich vorgestern auf meiner privaten Seite (es auf die Gruppenseite der Ameriner zu setzen, hätte mich einer Steinigung ausgesetzt) darüber beschwert, daß die Leute, die diese vielen Tavernen in der Oberstadt betreiben, wohl der Meinung seien, sie, die Oberstadt, sei unbewohnt. Dazu schrieb mir einer, der selbst hier gelebt und nunmehr zwischen Apulien und Kolumbien hin- und herpendelt: “Die Altstadt Amelias gehört denen, die außerhalb der Stadtmauern leben und dort in der Altstadt noch vor 20 Jahren lebten, eine Art genetisches Erbe, und all diejenigen, die von außerhalb gekommen sind und seit 20 Jahren in der Altstadt leben, werden nie als Mitbürger angesehen werden.” Ich antwortete, nachdem ich dem ‘historischen Umzug’ zwangsläufig beigewohnt, denn die Trommeln hallen in der Wohnung grad so wie auf der Gasse: “Stimmt, denn als ich die ernsten Gesichter sah, die vor kurzem am Umzug teilnahmen, fühlte ich mich in eine extra-amerinische Umlaufbahn geschossen… und schaute mir die Erde von Weitem an.” Soweit zur Amelia-Chronik. Es bereitet sich ein weiterer Umzug vor. Am frühen Nachmittag aus dem Ostello gegenüber lang anhaltendes Jungmännergröhlen.
    Ein anderer versuchte, den Unmutgrund schlicht zu schwichten. With a’ ‘e stuff they’ve dünn. Jedenfalls ganz verfangen im Singsang eines “Tomorrow, and tomorrow, and tomorrow”: slowly creeping days. Aber doch schon sehr urlaubig und erlaubnisfroh, was Schlendrian betrifft.
    Nur so das normale Nebenbei dieser Tage. Also ziemlich niefel.
    Besser: nimm und lies! Augzausendes. Wenn Lesen lohnend arebeit. Gras, das man äst als bovin-, nicht jedoch als joviner Leser, wie bedeckt mit weiß- und schwarzen Flecken auf der Leselandkarte, welche die Haut, auf die nicht immer alles geht. Aber man kann sich immer über den Rand der weißen Flecken beugen und ins Schwarze schauen, bis man es trifft: ein trifftiger Text. Das in die Natur wabernde Jahr. “Zeichens einer Sehsucht nachzugehen, die bildern sind, soviel Aussicht, soviel Fluchten.” (Egger, Herde der Rede, 63).
    Und trommeln sich jetzt wieder hinab, diesmal zum endgültigen Ringlein-Stechen auf Pferderücken.
    >>>> Egger im letzten Jahr für mich entdeckt zu haben, ist tatsächlich ein Glücksfall. Ich finde nie sofort hinein, strauchele, aber dann kommt er schon, der Rede Fluß.
    Jetzt wird’s auch noch dudelsackmäßig schottisch! Aber Röcke tragen sie dennoch nicht.

    ich will mir girr sein, und eigen (ebd., 50)

    There’s something on my fingertips. Ein Geruch. Und würde ihn gern lassen, der herrührt von einer scheinbar einen Knoblauchzehe mit ihren dann vielen Kemenaten. Man wird leicht liebestoll, wenn Finger tentakeln. Franziska und Dän.
    Manchmal synkopieren sie ja auch ganz nett, die immer noch Trommelnden. Nee, rausgehen kommt heute nicht in Frage. Mondaufgang ist für nach 23:00 angesagt, sofern ich mich als Mann im Mond auffassen wollte: siehe oben.

    III,317 <<<<

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    Sun, 13 Aug 2017 16:22:00 +0000
    Die Suche nach dem Glam : Endloser Beginn http://renehamann.blogspot.com/2016/10/endloser-beginn.html http://renehamann.blogspot.com/2016/10/endloser-beginn.html

    Prominente sollten keine Kinder bekommen, denn sie sind auf immer gezeichnet. Wayne Carpendale wird nie etwas anderes sein als der Sohn von Howard. Am Schlimmsten ist es, wenn die Promisöhne und die Promitöchter aussehen, wie ihren Eltern aus dem Gesicht geschnitten. Man denke nur an die Söhne von Helmut Kohl.

    Wann hast du aufgehört zu erröten, wenn du dich mit deinem Pseudonym vorgestellt hast?
    Der endlose Beginn. Verlassene Kirchen. Vielleicht sollte ich aufhören, Nachrufe zu lesen.

    "Frantz": der beste Ozon, seit es ihn gibt. Schöner Film, der mich auch über eine Reise nach Quedlinburg nachdenken lässt. Es gäbe viel mehr dazu zu sagen, aber das braucht Zeit.

    Er lag neben einer leibhaftigen Kuh. Die Kuh atmete. Sie schlief. Sie war wulstig und feist. Oder war das noch ein Teil des Rauschs? Unklar.


    In Evidenz nehmen. Es gab eine Situation, da hätte ich am liebsten das Display meines Handys fotografiert. Ging aber nicht.

    "Es macht mich traurig, dass ich nicht mit Ihnen vögeln darf."
    "Bleibt zusammen, bis ihr euch versteht und liebt."

    "Sehen Sie, Richard ist nicht allein - er lebt in einer Welt voller Aufsteiger, in der man sich wie ein Versager fühlt, wenn man nicht ebenfalls aufsteigt. In einer Welt, in der es nur um Reputation geht. Sie sind ein älterer Mensch (...) und Sie wissen nicht, wie es ist, heutzutage jung zu sein. (...) Es ist wahrscheinlich lange her, dass Sie Kontakt mit Menschen hatten, die noch nicht fest in ihrem beruflichen Leben verankert sind. Sie wissen nicht, wie es ist, wenn man in einer Welt, in der Reputation alles bedeutet, seine Reputation noch nicht gefestigt hat."
    Ph. Roth: Exit Ghost, S. 133

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    Sun, 13 Aug 2017 10:21:41 +0000
    Nymphenbad : Das Faustische der Immermenschen http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/das-faustische-der-immermenschen.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/das-faustische-der-immermenschen.html Auf Balkonen existieren, ihr Hauptgrund in der Luft,
    Zu manchen Stunden Garten, dann käme das dem Frevel gleich,
    Uns nicht von Antlitz zu Antlitz gegenübertreten zu wollen,
    Ein Bedenken, das in keiner Maschine haust. Die vielen Hinweise,
    Die unsere Hände erschaffen, führen durchaus in luftige Höhen -
    Und das Panorama kann genauso zugeschaltet wie auch
    Andere Farben ausgewählt werden können, nur ist dann ein Filter erforderlich,
    Der wie Essig schmeckt. Verlassen wir die Stadt, erkennen wir
    Die wirkliche Rundung unserer aufgetakelten Erde, die mühsam versucht,
    Uns in ihre Kimme zu schütteln, Flöhe, die am Rand des Sumpfes
    Ihren Zirkus gründen und sich dabei die falschen Fragen stellen:
    Wohin führt?, wie funktioniert?, warum habe ich? Es kann
    Der Nebel kaum gelassener an uns vorüber ziehen,
    Sein Innerstes ist sicher. Sicher. ]]>
    Sun, 13 Aug 2017 08:40:07 +0000
    litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-08-12 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-08-12/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-08-12/
  • Nymphenbad : Leibspeisen https://t.co/hOqKrcQvqo 2017-08-12
  • Nymphenbad : Indianerweisheit https://t.co/iUzPDsMQmz 2017-08-12
  • Nymphenbad : Fraen Sie ruhig https://t.co/pQClxk5TaA https://t.co/oYlOEaVytt 2017-08-12
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  • Nymphenbad : Bitte bringen Sie eine Kottüte mit https://t.co/s2CuloSy7b https://t.co/rWJYSbMByp 2017-08-12
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    Sat, 12 Aug 2017 22:53:57 +0000
    Nymphenbad : Leibspeisen http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/leibspeisen.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/leibspeisen.html Schnitz. Das ist eine Gemüse-Fleisch-Suppe, wie ich sie das ganze Jahr in mich hineingießen könnte, dörrte mich die Sonne nicht, wie sie es die letzten Monate immer mal wieder tat. Und begriffe ich sie nicht auch als Lebensspenderin, würde ich mich vielleicht wie eine Hänselin im Suppentopf der alten Blenderin fühlen. Dann gäbe es: Suppe Blond mit Weißfleisch und blauen Augen. Wie würde das schmecken? Wie, diese Frage stelle ich mir gerade ernsthaft, würde ich schmecken, äße ich mein eigenes Fleisch? Und denke gerade wieder an meinen sirenenroten Gesundheitspass aus Kindertagen, den meine Mutter mit einem Abziehbild von Gretel versah, die einen Lebkuchen isst und dabei krümelt. Was wiederum einen Raben zu ihr lockt, der ihr auf Schritt und Tritt folgt. Über Stock und Stein, Gebein und Gebälk von Jahrtausenden. Lebkuchen. Dieses mir heute wunderbare Wort hatte mich als Kind geschockt. Darin war mir ein Horror verborgen, der mir, je älter ich wurde, einem Verständnis wich, von dem ich noch heute zehre.
    Jedenfalls: Lebendigen Kuchen soll(t)e ich essen. Das erinnere ich noch. Es war mir grausam. Grausam, Lebendiges zu essen. Doch tun wir es. Tagtäglich. Entwickeln gar Vorlieben und Abneigungen. Kulturspezifische. Wir züchten, greifen ins Erbgut ein, halten, mästen, schlachten. Produzieren Rieseneuter, die vor Milchmengen schier platzen. Ein Horror ein Schmerzleben lang so auf Hufen zu stehen. Denke wieder an das Schwein, von dem ich träumte, dem man die eigene Haut ab- und überzog, es darin vernähte.

    Sie riskieren. Tatsächlich und buchstäblich. Die eigene Haut. Wer tut das schon auf eine aktive, entschiedene Weise?! Wenige. Manchmal Künstler. Solche, die man daher auch als Marsyaner bezeichnen könnte.

    Sich gegenseitig ansonsten Verzehrende sind entweder Kannibalen oder Liebende. Oder es sind Katatzen:

    “Dann reit’ halt auf mir!” sagte die Katatze missmutig. Der Treklin hatte sie nämlich mit einem Gedicht betört und wer etwas über Katatzen wissen wollte, der müsste schon ein Dichter sein. Daher traf es sich gut, dass bei den Treklinen der Gesang neben den Festereien als eine sehr geachtete Kunst galt, die noch über dem Bäumeschütteln rangierte. Die Katatzen waren alles andere als zahm, ganz dem zugegen waren es wilde Geschöpfe und auch so verrückt in ihrem Liebesspiel, das ihnen als die höchste Freude galt, die es auf dieser Welt nur zu finden gab, dass sie sich einander aufaßen, was ihnen dann nachher leid tat, denn etwas, das man gerade aufgegessen hatte, konnte man nun nicht mehr weiterlieben. So setzte regelmäßig der Liebesschmerz ein und so voller Trauer glitten die schmerzvollsten Töne durch die Nacht, dass einem selbst ganz blümerant zu Mute wurde. Nach etwa zwei Wochen aber war der größte Kummer abgeklungen und man fand die Katatzen wieder beim gegenseitigen Betören, bevor einer der beiden Kandidaten dann erneut geliebt und selbst liebend, im Magen des anderen verschwand. Liebe hieß den Katatzen essen. (von Michael Perkampus)

    Denn wirklich gefressen sind wir erst dann:

    Kein Märchen heute, nur die Neige Nacht

    Überrumpelt, die Hex',
    ihr Körper taubengrau,
    liegt unter einer Eibe.

    Der Hahn ist tot,
    das Gras ist schwarz,
    rückst keinem mehr zu Leibe,
    jubelte Hänsel, jubelte Gretel.

    Da war es dann ganz still im Walde,
    so tranken beide bang noch Nacht.
    Ihre Bürde war die Neige.
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    Sat, 12 Aug 2017 19:41:00 +0000
    Nymphenbad : Indianerweisheit http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/indianerweisheit.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/indianerweisheit.html Der Spaten fährt hinab, verfehlt nur um Haaresbreite den Maulwurf, der sich im letzten Augenblick unter der Erdscholle verkriechen konnte. Am Leben. Noch.

    Die Tomaten an den Büschen faulen vor sich hin. Im Sommer waren sie süß, jetzt hängen nur noch Nachzügler an den Büschen. Grünbraun, Orange und gelblich Rot. Die Disteln in den Wiesen sind riesig, wie bedornte Kelche, die versuchen, vom Himmel zu trinken. Regen, tagelang Regen, Stunden wie Wasser, durch das man zu tauchen versucht. Nicht ein trockener Knochen mehr im Leib. Aber schön langsam, alles schön langsam. Wir wären wie Wolken dieser Tage, würden wir schweben, würden wir weinen. Still und grau und fern. Wir zerlaufen zu Schlamm, wie die Blätter am Boden, flüchten uns in die Erde und träumen vom Schlaf, der mit dem Frost kommt. Der Winter scheint unser Erlöser, die Sonne der Feind, der uns hinterging, und wir, wir sind die Versehrten aus dem letzten Krieg. Zerschlissen und einsam. Wir sind fertig mit kämpfen.

    Der Erdhügel vor mir wächst und mit ihm mein Erregung. Ich teile den feuchten Grund mit dem Spaten, mit den Würmern, mit den Wurzeln, mit niemand anders als mir selbst. Ich denke an die bemooste Marie-Luise, die ich gesehen habe, als ich gerade mal acht war. Ich denke an ihre tiefen, schwarzen Augen, ihre fleischlosen Lippen und das breite Grinsen, das mit dem Tod gekommen ist. Die meisten der Cowboys sind weggelaufen, konnten den Anblick ihrer Zukunft nicht ertragen. Christian, Kurt und ich sind geblieben. Wir waren Indianer. Mit Taubenfedern im Haar und Kriegsbemalung aus überreifen Erdbeeren im Gesicht. Wir waren frei, an diesem Tag. Den ganzen Tag lang. Frei.

    Marie-Luise lag im Wald, wo sie gefallen war, friedlich. Sie war der Wald. Oder bessergesagt, sie wurde Wald. Über ihr rauschten die Blätter, neben ihr tummelten sich Käfer. Ein halber Hase verschwand hinter einer Kiefer, kam auf der anderen Seite nicht mehr hervor. Wir begrüßten Marie- Luise, und huldigten ihr mit offenstehenden Mündern und glänzenden Augen. Wir waren keine Kinder an diesem Tag, wir waren uralte Wesen, in unserem Verständnis um die Dinge, in unserem frei sein, mit unseren Stöcken, mit denen wir Marie-Luises Gliedern neues Leben schenkte, mit unserem Atem, der „Ah“ hieß, zuerst, und „Oh“. Wir waren was wir sein sollte, wozu wir bestimmt wären, wenn wir lange und tief genug in uns hinein hörten. Bis die Cowboys wiederkamen, mit Männer mit Hunden und uns Marie-Luise nahmen. Sie zudeckten, als wäre sie furchtbar, als müsste sie sich schämen, für das, was sie war, wozu sie geworden ist. Wir waren traurig, traurige Indianer, als unsere Eltern uns holten.

    Wenn der Wurm klug ist, sehnt er sich nach dem Spatenstich, sehnt sich nach dem kurzen Schmerz, der den langen ablöst, der der Einsamkeit ein Ende bereitet. Er wird mehr als die Summe seiner Teile, so wie Marie-Luise, mehr!

    Den viereckigen Himmel betrachtend denke ich an Peter. Der Spaten, der in Marie Luise fuhr. Nur weil er es konnte, weil es in der Natur des Spaten liegt herabzufahren. Sonst wäre er zu nichts nütze. Während die Erde von den Kanten krümelt und ich knietief liege, warm und feucht, denke ich auch daran, wie Peter mich angesehen hat, als ich ihn letztlich sah. Nach all den Jahren, die ein Leben waren. Mit seinem Altmännergesicht und den stumpfen Augen. So ähnlich, wie ein Wurm gucken würde, wenn er Augen hätte. Wie er den Hals einzog, als er aus der Trafik kam und die Straße hinabwanderte. Als würde er auf Schläge warten. Als wenn es jeden Augenblick damit beginnen könnte, Steine zu regnen.

    Der Himmel ist blau. An manchen Tagen lohnt es, solche Dinge festzustellen. Der Himmel ist blau und ich kralle meine Hände in die dunkle, klamme Erde, beobachte die Wolke, die zuerst nichts ist. Dann ein Berg, ein Baum, ein Haus mit Garten, ein Teich, eine ganze Stadt, ein Ballonfahrer auf dem Weg nach Westen. Und dann wieder nichts. Fetzen und Knäul, Nebel und Schwaden.

    Peters gebeugter Rücken will mir nicht aus dem Kopf. Peter, der auch mein Spaten hätte sein können wenn ich damals nicht so schnell gewesen wäre, wenn ich die Lücke im Zaun nicht gekannt hätte, durch die ich mich geschlängelt habe, seine Hände hinter mir zurücklassend. Seine nikotingelben Finger nach mir grabschend, heischend, flehend. Ich floh mit meinem Herz in den Armen, und dann war alles vergessen, waren da wichtigere Dinge, als Peter, der vielleicht nur spielen wollte, weil er sonst keine Freunde hatte. Außerdem ist da noch immer Marie-Luise, die die Lücke im Zaun wahrscheinlich nicht gekannt hatte, Marie- Luise, die Heilige, die für einen kurzen Augenblick zu unserem Tempel geworden ist, zu unserem Schlachtfeld, auf dem wir glorreich siegten. Und wichtiger wurde als Pausenbrottausch und Sommerferien, bedeutender als die wahre Liebe zu finden und seine Träume leben. Schicksalsträchtiger, als sich zu verwirklichen, sich selber treu zu bleiben und niemals aufzugeben. Schwerwiegender als jede Schlacht. Endgültiger als jene Marie Luise, die sie gewesen ist, bevor sie zu dem wurde, was wir im Wald fanden.

    Je unwichtiger die Dinge werden, die einem eigentlich immer so wichtig waren, desto klarer dämmert es mir. Das Wissen aus dem Wald kehrte irgendwann wieder, kämpft gegen die Langeweile, gegen die Abgestumpftheit und schlussendlich gegen diese ganzen anderen, verfeindeten Wichtigkeiten. Die Ahnung wandelte sich zu etwas Neuem. Zu altem Indianerwissen, das mich schon einmal verließ, nur um nun erstärkt wiederzukehren. Zur uralten Religion. Die Kenntnis darum, dass der Tomatenstrauch sich nicht darum sorgen muss, dass es keinen Sinn macht, jetzt noch Früchte zu treiben, die niemals reifen können. Es ist dem Strauch egal. Warum also sollte es mich kümmern?

    Ich beginne zu singen, in dem Loch, in dem ich liege. Es klingt dumpf. Der Maulwurf, streckt überrascht seinen Kopf aus der Wand neben mir und stimmt ein, in das alte Lied, das keine Sprache kennt, das nicht nur mit dem Mund gesungen wird, sondern mit allem was man ist. Mit den Augen und den Ohren, mit Haut und Gliedmaßen und Eingeweiden. Sogar mit den Zähnen und dem Haar und den Nägeln. Das Lied, das von allem handelt. Von allem, was da ist. Und von mir. Selbstverständlich auch von mir.

    (ERA 2009)
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    Sat, 12 Aug 2017 17:54:34 +0000
    Nymphenbad : Fragen sie ruhig http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/fragen-sie-ruhig.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/fragen-sie-ruhig.html
    Wenn wir es schaffen, unseren Kopf zu heben, uns auf unsere Umgebung zu konzentrieren, dann sehen wir die Wunder, die uns tagtäglich umgeben. Es ist durchaus lohnend, sich diese Tatsache regelmäßig ins Gedächtnis zu rufen. Kann ich Armeen aus der Erde stampfen? Wächst mir ein Kornfeld aus der Hand?*

    Erinnerungen können trügerisch sein. Meistens wissen wir schon bald Erlebtes und Traum nicht mehr zu unterscheiden. Der Schatten, der mich vorhin verfolgte, war er echt? Oder war es bloß die Zeit, die hinter mir ging und versuchte, mich nervös zu machen, mich schneller voranzutreiben? Der korpulente, bärtige Mann, der sich in der Umkleidekabine des städtischen Bads auf die Bank neben meinem Kästchen setzte und mehrmals beiläufig um Hilfe bettelte, war er mein schlechtes Gewissen? Warum hat er dann dankend abgelehnt, als ich ihn nach den Ursachen fragte? Er lächelte mir verschwörerisch zu, als wüsste er genauestens bescheid. Worüber wollte er aber partout nicht verraten. "Fagen Sie ruhig.", hat er verkündet. Ich bin mir nicht sicher, ob es mir gegolten hat. Dann ist er wieder aufgestanden und einfach gegangen.

    Ich fühle Sehnsucht nach dem Fremden Land in mir keimen. Ich freue mich auf die Arbeit am nächsten Roman. Die Gestade, die ich darin anlaufen werde – war ich wirklich da? Wenn sich die Reiseberichte aus meinen Fingern schlängeln, über die Seiten krabbeln und zum euphorischen Marsch durch scheinbar vertraute Gefilde sammeln, kann ich dann sicher sein, woher sie stammen?
    In Wirklichkeit spielt es keine Rolle.

    Ich versuche, meine Spaziergänge weiß und leer zu halten. Unberührt wie die Seiten, die ich mit meinen Geschichten zu füllen gedenke.

    *„Die Jungfrau von Orleans“, Friedrich von Schiller
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    Sat, 12 Aug 2017 16:00:19 +0000
    Nymphenbad : Fraen Sie ruhig http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/fraen-sie-ruhig.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/fraen-sie-ruhig.html
    Wenn wir es schaffen, unseren Kopf zu heben, uns auf unsere Umgebung zu konzentrieren, dann sehen wir die Wunder, die uns tagtäglich umgeben. Es ist durchaus lohnend, sich diese Tatsache regelmäßig ins Gedächtnis zu rufen. Kann ich Armeen aus der Erde stampfen? Wächst mir ein Kornfeld aus der Hand?*

    Erinnerungen können trügerisch sein. Meistens wissen wir schon bald Erlebtes und Traum nicht mehr zu unterscheiden. Der Schatten, der mich vorhin verfolgte, war er echt? Oder war es die Zeit, die hinter mir ging und dabei versuchte, mich schneller voranzutreiben? Der korpulente, bärtige Mann, der sich in der Umkleidekabine des städtischen Bads auf die Bank neben meinem Kästchen setzte und mehrmals beiläufig um Hilfe bettelte, war er mein schlechtes Gewissen? Warum hat er dann dankend abgelehnt, als ich ihn nach den Ursachen fragte? Er lächelte mir wissen zu, als wüsste er genauestens bescheid. Worüber wollte er aber partout nicht verraten. "Fagen Sie ruhig.", hat er verkündet. Ich bin mir nicht sicher, ob es mir gegolten hat. Dann ist er wieder aufgestanden und gegangen.

    Ich fühle Sehnsucht nach dem Fremden Land in mir keimen. Ich freue mich auf die Arbeit am nächsten Roman. Die Gestade, die ich darin anlaufen werde – war ich wirklich da? Wenn sich die Reiseberichte aus meinen Fingern schlängeln, über die Seiten krabbeln und zum euphorischen Marsch durch scheinbar vertraute Gefilde sammeln, kann ich dann sicher sein, woher sie stammen?
    In Wirklichkeit spielt es keine Rolle.

    Ich versuche, meine Spaziergänge weiß und leer zu halten. Unberührt wie die Seiten, die ich mit meinen Geschichten zu füllen gedenke.

    *„Die Jungfrau von Orleans“, Friedrich von Schiller


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    Sat, 12 Aug 2017 15:06:04 +0000
    rheinsein : Rheinmündung bei Katwijk (3) http://rheinsein.de/2017/08/12/rheinmuendung-bei-katwijk-2-2/ http://rheinsein.de/2017/08/12/rheinmuendung-bei-katwijk-2-2/
    Diese aktuellen Bilder von der Mündung des Oude Rijn bei Katwijk schickt unser Korrespondent Rainer Vogel.

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    Sat, 12 Aug 2017 10:07:35 +0000
    Nymphenbad : Rumor XVI http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/rumor-xvi_12.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/rumor-xvi_12.html
    Wüste zu überleben.


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    Sat, 12 Aug 2017 09:59:49 +0000
    Die Suche nach dem Glam : Casamicciola http://renehamann.blogspot.com/2016/10/casamicciola.html http://renehamann.blogspot.com/2016/10/casamicciola.html
    Posh holidays. Jacuzzi im Garten. Blick auf abgehende und ankommende Fähren.
    Junge Italiener, die im Auto dreimal um die Insel fahren - nichts geht hier ohne Auto, anscheinend, eine feste Autokultur. Unser Gastgeber will uns vom Hafen abholen und zum Restaurant fahren, das zwanzig Minuten fußläufig entfernt ist.

    Meine Kamera macht Flecken.

    "Dieses Geklimper, ist das Chopin?"
    "Chopin, klar. Geklimper ist immer Chopin."


    Die Maschine sieht hellgrau aus, ich erkenne sie von weitem, sie deckt sich mit dem Himmel, sie trägt eine Leuchtschrift an der Seite, die ich aus der Entfernung natürlich nicht lesen kann. Ich steige aus dem Taxi und senke den Blick. Ich betrete die Flughafenhalle und verhalte mich unauffällig. Ich sehe ein Szenemädchen, das auf ihrem Koffer sitzt. Einchecken, Passkontrolle, neue Leuchtschrift, gleichfalls unleserlich. Kurz vor dem Flug suche ich die Toiletten auf. Stechende Spiegel, unerbittliches Licht, dabei ungut bedudelt werden, Bob Dylan als Orchestermusik, Musik für Flughäfen. Die Schönheit der Schrift und die Schönheit eines Flugs. Der Geruch nach Kerosin. Die Förmlichkeit einer Flugbegleitung. I can see it's raining, singt mir Edith Frost ins Ohr, während der Paxenbus durch den Wüstenbeton zur Maschine schleicht.


    Regentagsfrauen Nr. 12 & Nr. 35. Natürlich kramt jetzt jeder seine Lieblingsstücke von Bob Dylan raus. Ich saß am Telefon, bereit für DeLillo eine schnelle Seite in den Rechner zu kloppen, und dann das. Die schwedische Akademie im Livestream, und das erste, was ich hörte, war eine blasse Frauenstimme, die den Namen "Bob Dylan" sagt. Von sich gibt. Was hat Bob Dylan mit Literatur zu tun? Sollen wir jetzt alle wieder verstärkt auf Songtexte achten? Vielleicht keine so schlechte Idee, lautet mein zweiter Gedanke dazu. Aber führt das nicht irgendwie auch zum Nobelpreis für Nick Cave? Zum Friedensnobelpreis für Bono? Aber ich würde mich nicht mehr so allein fühlen, alle sollten gesteinigt werden, jetzt erst recht.

    Spaziergang, Busfahrt, ich habe mir Espandrillos gekauft, mit denen ich sehr glücklich bin.
    Therme, Therme, überall Therme. Aber: Badekappenpflicht. Autos, kleine, vollgestopfte Linienbusse. Deutsche mit Nordic Walking Stöcken, die sich doch als Italiener entpuppen. Verlorene Ehepaare, verlorene Ehen mit vollen Schweigestunden und festen Absprachen.
    Am Strand war ich nu auch schon - und ich habe jemanden schwimmen gesehen.
    Tag 2 von 11.




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    Sat, 12 Aug 2017 09:40:36 +0000
    Nymphenbad : Bitte bringen Sie eine Kottüte mit http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/bitte-bringen-sie-eine-kottute-mit.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/bitte-bringen-sie-eine-kottute-mit.html Cambodunum war bereits eine Weltstadt als es noch gar keine Welt, geschweige denn eine Stadt gab. Der ewige Streit mit Trier, welche Stadt denn nun wirklich die älteste Deutschlands ist, kann sich sehen lassen, ist aber unbegründet. Kempten macht selbstverständlich das Rennen. Auch wenn man sich, um den Streit zu schlichten, fragen muss, auf welche Quelle man sich bezieht, kann man doch ganz leicht Folgendes ins Feld führen: Ich lebe in der ältesten Stadt Deutschlands. Ich lebe in Kempten. Ergo ist Kempten die älteste Stadt Deutschlands. Wer das komisch findet, der versteht nichts von den alten Griechen; und wer nichts von den Griechen versteht, wird wohl auch nichts von den Römern wissen. Aber die gab es (nachzulesen in jedem Asterix-Heft). Und sie hatten echt Bad. Thermen nannten sie das; Hitzelinchen. Kaugummi hatten sie nicht, aber sie waren trotzdem Imperialisten. Wie oft steht man auf einem Hügel und denkt: "Mensch, hier!" Hier haben die Kelten 50 vor moderner Zeit herumgesiedelt, bis 14 vor moderner Zeit Tiberius anrauschte und das Allgäu römisch wurde. Man muß aber sagen, daß die keltischen (und alamannischen) Einflüsse heute noch recht umtriebig vorhanden sind, von den Römern sind nur noch überteerte Straßen und Steinwälle da. Und Bad, denn - yes - die Römer hatten echt Bad!


    Der Archäologische Park ist für einen Erstkontakt mit der antiken Welt nicht uninteressant. Es gibt Gewürzwein, Steine, mehr Steine, und Toiletten, auch wenn man auf der Webseite gebeten wird, Kottüten mitzubringen. Es gibt vermutlich zwei Gründe dafür: erstens, man führt sein Hündchen mit und das kackt dann vor die Statue des Hercules, oder man hält es vor lauter Spannung selbst nicht aus, pillert und bollert für sich selbst, während man sich gar nicht von der Aussicht trennen kann, und hat dann was für die Vitrine daheim: eine Tüte voller besuchtem Cambodunum! ]]>
    Sat, 12 Aug 2017 08:04:00 +0000
    isla volante : erinnerungen http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/Ff8RBbMaLUo/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/Ff8RBbMaLUo/

    winde und wellen fördern immer wieder neue geschichten zur isla volante.

    aus längst vergangenen zeiten und aus der zukunft.

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    Sat, 12 Aug 2017 07:07:38 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus : Nein. http://500beine.myblog.de/500beine/art/10468825 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10468825
    Übrigens auch mit der Musik, die anderen gefällt.

    Die haben sich das auch nicht ausgesucht, die anderen, was ihnen gefällt, genausowenig wie du, die machen das auch nicht extra, dass sie Hansi Hinterseer lieben. Dass sie zwanghaft mitträllern, wenn der Hansi im Fernsehen Stimmung macht. Das muß man akzeptieren. Möglicherweise wäre diesen Leuten ja sogar wohler in ihrer Haut, hörten sie statt Hansi Hinterseer lieber knochentrockenen Old Skool Speed Metal, kann schon sein, man sucht sich das nicht aus, was einem gefällt.

    Es sind die Ohren, die befehlen, was dir gefällt, die Horchposten deiner Seele, du hast nur zu gehorchen, du bist bloß Sklave deiner Hörzellen. Mehr ist es nicht.

    Hau ab. ]]>
    Sat, 12 Aug 2017 07:07:20 +0000
    taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20170812) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20170812/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20170812/ RT @derekbeaulieu: POETS: do something no one else will; propose the impossible; do whatever other poets say is unpoetic or unsustainable.… Aug 10, 2017 / * Blatt 07.3 https://t.co/Swe6WfI34l https://t.co/3apDMvrncC Aug 10, 2017 / das gelochte, belochte unreadable. https://t.co/cjSxQ34kSf Aug 09, 2017 / * J62H243 W859A581 V945 G599H432: L693E15 U48 L693E15, S929nd U48 S929nD278 https://t.co/zN0gchYrrZ https://t.co/JpZtzyjUlr Aug 09, 2017 / Roland reissues Roland Reuss. Aug 08, 2017 / * Kassationsliste Kassetten https://t.co/VwfZdp12t3 https://t.co/k9RWWA5DG8 Aug 08, 2017 / Interfaces to bern. https://t.co/uumNBNXXKf Aug 07, 2017 / RT @parasitenpresse: ein kleiner film über die parasitenpresse – mit dank an walter fabian schmid und alle beteiligten https://t.co/uS8yEecAug 07, 2017 / das ausgeschnittene, durchgestrichene, annotierte und bemalte unreadable. https://t.co/egF1iIzVXb Aug 07, 2017 / @bsartorius 3 punkte sind 3 punkte. nehme an, die hb war mit integrierten screens. Aug 06, 2017 / Montag, 07.08., 19h. VERNISSAGE: Anna Tolkacheva / Bern of words and passing times. Videoarbeiten @dreiviertelart.… https://t.co/p0C5qpfAfw Aug 06, 2017 / das herbarium unreadable. https://t.co/jmvRkfEwhL Aug 05, 2017 / publikation einer dokumentation sowie ausstellung / vernissage voraussichtl. nov. / dez. Aug 04, 2017 / hast du eine unreadable-idee, dann sende uns deine adresse. wir schicken ein arbeitsexpl. deadline ist allerdings schon ende august. Aug 04, 2017 / in loser folge zeigen wir naechstens die ergebnisse des unreadable fernworkshops und bündeln in diesem moment: https://t.co/a5AaOreDrD Aug 04, 2017 / das zugenagelte unreadable. https://t.co/SxB4ZUTnW4 Aug 03, 2017 / lebt denn der alte holzmichl noch? Aug 02, 2017 / * Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 07/2017) https://t.co/l7KijtlaAt https://t.co/TOyEaS0ypa Aug 01, 2017 / RT @derekbeaulieu: Konzeptuelle Arbeiten“ is available for purchase from @etkbooks : https://t.co/sVxx6qngQ7 https://t.co/veUmoIhxW5 Jul 31, 2017 / das hustensaft unreadable. https://t.co/bLJbKSbhEk Jul 31, 2017 / xy wäre heute z jahre alt geworden. kauf meine meinung! Jul 31, 2017 / buecher zunageln. buecher grillen. herbarien anlegen. diese ferien sind top! Jul 30, 2017 / Willst du tanzen? https://t.co/aKUXbBozY0 https://t.co/XsBVUS1DiV Jul 29, 2017 / das ganze taschengeld für tapes im @OyeStoreBerlin liegengelassen. #check Jul 27, 2017 / es folgen 2 wochen berlin und wilen. metapher und metonymie. Jul 22, 2017 / @lele_kaj @clemensetz word! Jul 22, 2017 / @clemensetz @lele_kaj prima. passt. wann dürfen wir mit dem ms rechnen? Jul 22, 2017 / wir sind auch retroadditiv. Jul 21, 2017 / * Delay+Reverb https://t.co/iaMI9Y1ptE https://t.co/djboaj0rP9 Jul 21, 2017 / * Blatt 07.2 https://t.co/eL4dEmh47f https://t.co/ZSzeteFqdo Jul 20, 2017 / stairwell electronica https://t.co/xge9R7rPud Jul 19, 2017 / * https://t.co/vIeTm8lyOs Lesezeichen 02/2017 https://t.co/lwXs1cBX5B https://t.co/y8SX9XCvJQ Jul 19, 2017 / * E65st J22dl: F954fT315 S457n https://t.co/yBFFeFyKMH https://t.co/SWlYF6zRQw Jul 18, 2017 / bilder einer ausstellung. https://t.co/QlMAcpqKtA Jul 15, 2017 /


    (das hustensaft unreadable.)

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    Sat, 12 Aug 2017 07:00:40 +0000
    particles : regenzeit http://andreas-louis-seyerlein.de/air/regenzeit-4/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/regenzeit-4/ 9

    alpha : 20.15 UTC – Tiefseetauchbücher, von der NASA zur Prüfung astronautisch Reisender entwickelt, werden ab sofort als Regenbücher gehandelt. Sie sollen sich in tropischen Gegenden sehr gut verkaufen. Haben Sie schon einmal mit E.E.Cummings Selected Poems gebadet, mit Hemingways Fiesta oder Dorothy Parkers The portable? Weitere Werke werden folgen: Homer, Beckett, Carson McCullers. – stop

    ping

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    AndreasLouisSeyerlein?d=yIl2AUoC8zA AndreasLouisSeyerlein?d=dnMXMwOfBR0 AndreasLouisSeyerlein?d=qj6IDK7rITs
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    Fri, 11 Aug 2017 19:53:49 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III.317 - In die leere Hülle gesprochen http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii317-in-die-leere-huelle-gesprochen/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii317-in-die-leere-huelle-gesprochen/ Sich abwechselnd gegenüber sitzen, heißt seiner leeren Hülle, die man gerade noch ausgefüllt. Um dann wieder die Plätze und die Hüllen zu wechseln. Zumindest ein Stündchen am frühen Nachmittag, wenn die Libation beginnt. Denn gegenüber liegt seit langer Zeit wieder aufgeschlagen (das dicke Ding schaute mich immer so vorwurfsvoll an) ZT von AS. Ein, abgesehen von Poe, durch und durch BRD-Buch.
    Dennoch war’s auch an den (in den?) letzten beiden Abenden irgendwann mit der Sitzruhe vorbei, die sich mit dem Beginn der Taverna langsam in eine Sitzunruhe derart steigerte, daß ich und mein Gegenüber kurzerhand die Wohnung und den Hof verließen. Vorgestern direktemang zu Valda, die aber nicht da war. Ließ mir (das Gegenüber mittlerweile abgeschüttelt habend) also von ihrem Sohn eine Mumme zapfen und setzte mich wie sonst auf die Bank draußen. Himmelsphänomene waren nicht zu beobachten, aber zu belauschen war ein Gespräch auf englisch in der nach draußen offenen Halbnische rechts, die in den anderen Innenraum führt, der, wenn man durch den Haupteingang die Pizzeria betritt (etwa im Winter) über ein Treppchen links hinter der Theke zu erreichen ist, die auch (rechts) zum WC führt, im Sommer aber offen steht und eine Art möblierten Nebeneingang bildet). Schon beim Hinuntergehen hatte ich zumindest sie erkannt, die mich jedoch nicht bemerkte, obwohl ich mich ein paar Sekunden lang wie einer verhielt, der es auf ein Bemerktwerden abgesehen hat.
    Auf der Bank sitzend blieb sie mir verborgen, nur ihr Gegenüber, ein junger Mann mit Dutt, war voll sichtbar. Aber so blieb mir wenigstens ein Dabeisitzen erspart und wer weiß wieviel dummes Jungmenschenzeugs. Etwa so Fragen nach Sinnhaftigkeiten. Ich weiß, ich bin voller Vorurteile und also lieber: mummes Straßrauf- und Straßruntergucken und dem Englisch-Palaver lauschen, eher auf isolierte Worte denn auf irgendwelche Zusammenhänge. Als ich ausgemummt und bezahlt, ging ich dann doch auf sie zu. So schäbig bin ich ja dann doch nicht. Ob sie nicht die Kopenhagenerin sei usw. usf. (die da mal im Hof an einem Hasenschmaus teilgenommen). Klar, sie war’s. Wie damals rigoros schwarz (Klamotten) und weiß (die Haut). Tatsächlich mußt’ ich mich nach meinem “You’re looking good” auf Sprüche einlassen wie “I mean what I say.” und “I say what I mean”. Was auch schon wieder gelogen war, weil ich keine Meinung habe. Ich hätte also eher ein Denken einflechten sollen, dieses Dickicht der Vorstellungen von dem, was einen den Herzlichkeitspfeil abschießen läßt. Und wieder hinauf. Wäre sie noch offen gewesen, ich hätte mir abermals auch dort von der Oberstadtbar noch ein Bier reingezogen. Gegen Mitternacht Jungmännerchöre.
    Gestern führte der Weg hinauf zum Dom. In der Hoffnung auf frische Winde. Sie waren aber nur lasch und lau. In den Fernen des Kopfes eine etwas unhaltbare Sternschnuppenillusion. Denn dafür war’s trotz >>>> San Lorenzo wegen der Lichter sowieso zu früh. Stand also nur da an die Mauer gelehnt. Eine ältere Dame mit Hündchen (hatten wir neulich schon mal) zog ihre Kreise. Kam in die Nähe, sagte etwas übers Hündchen. Es entspann sich ein Gespräch. Nun sei sie hier schon vier Monate, ihr Sohn habe nämlich eine von hier geheiratet, sie aber sei aus Mailand (“e Milan l’è Milan”). Würde gern wieder zurück, aber der Sohn scheine das verhindern zu wollen, aber Mailand sei eben Mailand. Ob ich das und das kenne. Ich mußte zugeben, die Stadt nur sehr oberflächlich zu kennen, zumindest, was den visuellen Aspekt betrifft. Sicher, ich sei das eine Mal dem Dom durchaus aufs Dach gestiegen. Aber sonst. Nicht mal Leonardos Abendmahl. Aber das wäre eh wurscht, denke ich jetzt. Ich habe vierzehn Jahre in Rom gelebt und nie die Sixtinische Kapelle gesehen. Auch das denke ich jetzt nur. Aber mindestens zweimal übersetzend beschrieben. Sagte indes andere Dinge von mir und sie von sich. Ob wir uns nicht mal den Platz neben dem Dom ansehen sollten, der von der Terrasse nicht einzusehen war, denn vorher war mit Trommelbegleitung ein Pferd (das Adjektiv “schön” wäre unpassend, weil redundant: Pferde sind schön) am Dom vorbeigeführt worden. Aber vom Pferd war nichts mehr zu sehen. Der einzige und schrecklichermaßen übliche Anblick: ein Platz voller vollbesetzter Tische, die von rasch hin- und herlaufenden jungen Menschen mit speisenbeladenen Tellern vollgestellt wurden. Sie führte mich auch noch in die Eingeweide der Zubereitungsräume, die sich hinter einer sonst verschlossenen Tür am sonstigen Parkplatz recht mäandrig öffneten. Warum sie das tat, weiß ich nicht. Ich ging der Höflichkeit halber mit.
    Zurück bei mir hatte ich immer noch diesen Alte-Damen-Geruch in der Nase und mußte lange warten und viel Achtziger-Jahre-Zeugs mit guter Lautstärke bei offenen Fenstern anhören, bis er endlich weg war und ich ins Bett gehen konnte. Diese Taktik führte auch dazu, daß niemand mehr grölte, weil sie gemerkt hatten, daß ich mithalten kann, wie Trump gegen Kim Jong-un, wie ich mir einbildete.
    Die Einbildung aber ist die vergegenwärtigte Illusion der Wünschelrute im scheinbaren Gewand der Realität. Und schlief bis gegen zehn Uhr des heutigen Vormittags, frühstückte aber nicht so unanständig wie die Pink Floyd in ihrem >>>> Breakfast in Los Angeles, die jetzt grad zufällig laufen. Ich löffelte bloß meinen Yoghurt und trank meinen Tee.

    III,316 <<<<

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    Fri, 11 Aug 2017 18:23:31 +0000
    Nymphenbad : Delokation http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/dies-sind-die-tage-dergroen-korrektur.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/dies-sind-die-tage-dergroen-korrektur.html
    Dies sind die Tage der großen Korrektur. Ich muss zugeben, ich fühle mich derzeit hin und wieder etwas verloren. Daher tut es gut, mich selber in den Worten zu suchen. Und meistens auch zu finden. Es ist nicht zu unterschätzen, welcher Balsam die Überarbeitung seiner Geschichten auf die geschundene Autoren-Seele sein kann, die so knapp vor der anstehenden Veröffentlichung natürlich regelmäßig von Selbstzweifeln heimgesucht wird. Die Arbeit am Werk hilft dagegen definitiv. Auch wenn nach den langen, intensiven Sitzungen die Finger steif, der Rücken krumm und die Augen entzündet sind. Hauptsache die Seele jubiliert.

    Es sind stille Tage, an denen ich es genieße, in den wenigen Minuten, die ich nicht dem Monitor entgegengebeugt verbringe, zu schweigen und für kurze Zeit nicht nach Worten suchen zu müssen. Vielleicht ist es auch gerade das, was man als Schreibender an seiner Arbeit so unheimlich zu schätzen lernt. Das alles, was man zu sagen hat, seine Zeit und seinen Ort hat. Der ausdruckslose Frieden dazwischen ist redlich verdient.

    Der Sommer ist heute gebrochen. Wieder einmal. Der Regen fiel ab Mittag im seltsamen Stakkato. Er schien sich nicht richtig mit den Wolken abgesprochen zu haben. Zumindest ließ sich für mich die meiste Zeit über aus den Himmelsformationen keine genauen Rückschlüsse über sein Kommen und Gehen herbeiführen. Ich habe einen Regenbogen dabei beobachtet, wie er sich zwischendurch über die teilnahmslosen Köpfe der Passanten auf der Einkaufstrasse aufschwang. Sogar er selbst wirkte vom Timing etwas irritiert. So, als hätte er eigentlich gar nicht damit gerechnet, und dadurch prompt seinen Auftritt verpasst. Aber so fühle ich mich derzeit auch, wenn ich über die Straße wandere. Als wäre jede Häuserecke, jeder Straßenzug, jeder geschotterte Weg durch den Park, eine kleine, abgekapselte Welt für sich selbst, die es separat zu durchqueren gilt. Ich habe sogar sicherheitshalber meinen Pass eingesteckt, falls ich unterwegs in eine Kontrolle geraten sollte.

    Irgendetwas ist ganz klar erkennbar in Bewegung. Ich fühle deutlich, wie sich das Bild um mich herum verschiebt und erwarte gespannt und auch ein bisschen entkräftet das Endresultat.

    „…Oft begreifen wir das letzte Mal im jungen Alter, vor allem weil wir da noch über genügend Ruhe verfügen, dass die essentiellen Dinge meist im entsprechenden Licht betrachtet werden wollen. Die Jahreszeiten, zum Beispiel, sind nicht nur Begleiterscheinungen unseres, später einmal viel zu rasch vorbeiwehenden, Lebens. Nein, tatsächlich sind sie vielmehr große Portale, die uns alle gemeinsam durch eng aneinanderliegende Welten tragen. Es sind ja auch sämtliche Anzeichen dafür vorhanden, wenn man weiß, worauf man achten muss. Jede Menge Wasser zum Beispiel, in Form von Regen und Schnee, das uns durch die Übergänge zwischen den einzelnen, saisonalen Ebenen trägt. Oder auch unser Erstaunen, wenn wir erst einmal dort angekommen sind. Man denke nur daran, in welche trostlose Ebene uns immerwährende Dürre im Gegensatz dazu verbannen würde. Ein weiteres Indiz für eine allgemeine Delokation durch den Jahreszeitenwechsel ist auch die Verwirrung, die ein allzu schneller Übergang mit sich bringen kann. Alleine dadurch, dass wir diese unterschiedlich beschaffenen Abschnitte der Zeit durchlaufen, werden wir so zu Reisenden zwischen den verschiedenen Dimensionen der Erde, auch wenn wir das als Erwachsene oft belächeln und gerne als unsinnig abtun würden. Das Wetter, ein stetes Zusammenspiel der Elemente, ist und bleibt zeitlebens einer unserer wichtigsten Anker in der allgemein gültigen Gemeinschaftsrealität. Ob wir das nun wollen und glauben, oder eben auch nicht. Aber wehe denen, die beim Übergang ihren Weg verlieren….”

    Aus meinen Phasen der Furcht, über die ich eigentlich nur schreiben kann, weil ich sie meistens bereits abgelegt habe. Wenn man älter wird, gewinnt ja oft ein gewisser Phlegmatismus die Oberhand.

    Der Abend lockt mich heute bereits frühzeitig mit seinem Sonnenuntergang. Die Tage werden kürzer. Das ist ein Geschenk. Ich suche mein Tor nach morgen nun mit einem Buch auf dem Schoß und Melvin selig zusammengerollt an meiner Seite.
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    Fri, 11 Aug 2017 18:22:00 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus : Cortina d'Ampezzo http://500beine.myblog.de/500beine/art/10466089 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10466089
    Die Serviererin mit den X-Beinen hat jedenfalls ihren Spaß.

    "Erzähl doch mal den, hihi, du weißt schon, du altes Schwein, wo der immer nur einmal im Jahr, hihii..!"

    Ich kriege immer nur den lauten Witzanfang mit, weil zum Ende hin getuschelt wird. Aber na schön, ich geh ja nicht ins Cortina der Pointen wegen, sondern wegen dem italienischen Kaffee. Der ist eine Klasse für sich. Ich hab noch einen Rest Spekulatius, den tunke ich in die Tasse und lehne mich zufrieden zurück.

    Freundlichkeit überall in meinem Gehirn.

    Das Cortina ist ein Museum. Es stammt noch aus den frühen Siebzigern, als es modern war, ein Eiscafé wie die zweite Klasse einer Regionalbahn auszustatten, mit knautschledernen Bänken in ochsenblutrot.

    Im Abteil vor mir nimmt ein älteres deutsches Paar Platz. Die Frau beginnt sofort mit ihrem Mann zu schimpfen. Er sagt kein Wort. Nicht einen Ton. Er ist ganz leise, auch in seinen Bewegungen und Gedanken. Sie hat ihn zu lebenslänglich Klappehalten ohne Bewährung verdonnert. Vielleicht ist es auch ihr ältester Sohn. Schwer zu sagen. Er sagt ja nichts.

    Dann, aus den Ohrenwinkeln, italienisches Palaver. Als ich mich umdrehe, sehe ich fünf Ragazzi am Tisch sitzen, keine sechzehn Jahre alt. Schmierige Vespa-Finger, deutsche Pimmel-Witze.

    Was soll's, ich hab den Kaffee sowieso auf.

    Draußen ist dichter Nebel aufgezogen. Ein schidderig Kerlchen, wie der Solinger sagt, ein schmächtiges Kerlchen mit Buckel und prallgefüllter Plastiktüte kommt die Treppe hochgelaufen, aus der unterirdischen Ladenpassage. Mit dem Spazierstock stößt es in die Luft.

    "Is dat Nebel hier, oder is dat Gas?!"

    Erst denke ich, der Alte macht nur Spaß, doch dann blicke ich mich um und mir wird mulmig: was, wenn das plötzlich wirklich Gas wäre.. Als ich nach oben blicke, aber untenrum weitergehe: Koordinationsprobleme.

    Komische Stadt. Hundertzweiundsechzigtausend verschiedene Einwohner. ]]>
    Fri, 11 Aug 2017 10:55:33 +0000
    Die Suche nach dem Glam : Castiglione http://renehamann.blogspot.com/2016/10/castiglione.html http://renehamann.blogspot.com/2016/10/castiglione.html
    Für eine Weile lief uns ein Hund hinterher. Rote Halskette, aber ein sogenannter wilder. Irgendwann gab er es auf. Katzen wenige, aber mit wilden Hunden scheint es ein kleines Problem zu geben hier.

    Mit dem Bus einmal um die Insel herum: spilling guts. Vollgepackte Busse, die Schlangen von Taxen hinter sich herziehen, die ganze Insel ist nicht auf den Beinen, sondern auf vier Rädern unterwegs, überholen ist eher schlecht. Am Straßenrand später: Katzenleiche. Kaum Pools, aber die Insel hat sich auf Thermalbäder spezialisiert. Die Frage ist, was war zuerst da. Das eine Thermalbad, das dann Metastasen bildete. Oder die Nachfrage der Touristen. Oder die findige Idee eines Tourismusministers.

    Wir haben irgendwann aufgehört, schon recht schnell, unser Ticket zu entwerten.

    Please respect our decadence. Dort, wo es reich sein will, ist es nur "reich": alles sieht nach der kitschigen Idee von Reichtum aus, den Nicht-Reiche (um nicht Arme zu sagen) haben. Aber die sozialen Unterschiede sind nicht so krass hier. Niemand hat Pools. Und jede 500m wartet ein Thermalbad. Mit Meerwasser oder ohne.

    Die Toten, die Todesfälle stehen hier nicht in der Zeitung, sondern werden plakatiert. Gilt nicht für Katzen. Auch nicht überliefert ist, ob die Katzen oder wilden Hunde dann als Roadkill auf den Grills landen.

    Hafenrestaurant. Auf gleicher Ebene mit dem Wasser.
    Frauen, die ihre Pumps nur vom Taxi bis zur Yacht tragen (können).
    Über die Hafenreling suppendes Wasser, weil wahlweise Vollmond oder Sprungtide oder Wind, der das Wasser in den Hafen drückt, oder zu schwere Pötte in demselben.
    Sascha Hehn kommt die Gangway herunter, natürlich mit dem Pullover über dem Hemd zusammengebunden.
    Mann schaut der Begleitung kühn in den Ausschnitt, Begleitung ist auch nur ein viertel so alt. Der Gitarrero, der Hafenbarde, der Sänger mit der Klampfe singt über übertragbare Geschlechtskrankheiten und Analsex, weil, versteht ja eh keiner.
    Cazzo di ferro!
    Der Tintenfisch (polpo) war leider etwas schuhig. Chewy, that is.
    Das Posche wurde mit dem Banalen verbunden: Das angus beef habe ich mit Pommes Frites bestellt, Extrateller mit Majonäse- und Ketchup-Tütchen inklusive. In jedem Sinne medium.



    Wer hat in meinen Kaffee gespuckt? Wer hat das Filmmaterial gesichtet, die Hardware? Die Geräusche stimmen nicht. Es ist mir nicht möglich, ein normales Gefühl zu ihnen zu gewinnen. Das Leben kommt mir dazwischen. Es ist eine Art Brunnen, ein Strudel, durch den man durch muss, um in eine andere Erlebniswelt, an die Küste, ins Wildwasser zu geraten. Aber wir sitzen immer noch und vergleichen unsere Einkäufe. Schönes, frisches Plastik, das gut riecht. Und draußen stehen die anderen, musikverstöpselt, mit sturmfreien Frisuren. Menschen an den Bushaltestellen des Weltbürgerkriegs, ohne Reibungsverluste, mit den richtigen Parastrukturen, weil sie ja alle vorher an den richtigen Stellen lachen, und warten alle auf den Bus wie auf den Messias. Da kommt auch schon eine neue Busladung Intensivleserinnen, die sich auf offener Straße von ihren Freunden getrennt haben, und nach der bekannten Sechs-Blöcke-Regel im Umkreis von einem Kilometer nichts Negatives über sie sagen dürfen. Bemalte Frauen, die Akkordeonordner unter die Arme geklemmt. Mein Begehren hat Löcher. Es ist Herbst im August, jemand hat den Sommer gestohlen. Ein Mann, Halbglatze, circa 50, mit kleinem Wohlstandsbauch, aber der Körperhaltung eines kleinen, unschuldigen Jungen, steigt aus dem Bus. Er trägt ein schwarzes T-Shirt, auf dem in weißen Lettern »Post-Nothing, Pre-Everything« steht. Ein Junge, vielleicht 12, folgt ihm. Auf seinem T-Shirt steht in noch größeren Buchstaben: »Goals don't lie«. Recht haben beide.


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    Fri, 11 Aug 2017 10:42:20 +0000
    der goldene fisch : Christian Lorenz Müller : SCHAUST HINEIN, HINAUS http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13267 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13267 Wasser glast in der der Gumpe.
    Die Forelle kratzt
    zwischen den Steinen
    und dem gestürzten Stamm.

    Die Sonne im Rücken
    steigst du durchs Fenster,
    durch sichtige Kühle.

    Ein Gedicht muss sich nicht öffnen,
    hat vielleicht keinen Griff
    und wenn du hineinblickst
    schaust du hinaus,
    schaust hinaus, wenn die Strömung
    die schwarze Gardine vorzieht,
    den Schlamm.

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    Fri, 11 Aug 2017 08:44:20 +0000
    Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Warten http://taintedtalents.twoday.net/stories/warten/ http://taintedtalents.twoday.net/stories/warten/ ]]> Fri, 11 Aug 2017 07:46:47 +0000 particles : caracas http://andreas-louis-seyerlein.de/air/caracas/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/caracas/ picping

    MELDUNG. Tiefseeelefanten, 202 hupende Rüsselrosen, im karibischen Meer kurz vor Caracas gesichtet. Man befindet sich in zirkulierender Bewegung. – stop
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    Fri, 11 Aug 2017 06:58:10 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Fire and Fury http://www.abendschein.ch/fire-and-fury/ http://www.abendschein.ch/fire-and-fury/

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    Fri, 11 Aug 2017 06:27:00 +0000
    Nymphenbad : Mumpenzimmer (Mummenschanz in großen Hallen) http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/mumpenzimmer-mummenschanz-in-groen.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/mumpenzimmer-mummenschanz-in-groen.html So schwer die Träne haftet an den Antlitzen der Statuen,
    Gewöhnlicher war ich nie; und fand Novemberkälte
    Und fand den Winterschmerz in den großen Hallen der Masken,
    Die von einem zum andern wechseln, von der Scham keine Spur
    Zwischen Riffeln und Reue, zwischen Schaum und Kontrast,
    Der die Niederungen hebt wie ein stolzes Gebirg. Geklopft wird
    Lange nicht mehr an die Tore des Mumpenzimmers,
    An den Holzstock, der die Friese ersetzt. Die Schwelle,
    Durch Raunen zum Stillstand gebracht,
    Die Gesellschaft in Bewegung erfrorn.
    Könnte doch jemand wie ich durch die Lustwiege schreiten,
    Es wäre mir all meine Gesichter wert. ]]>
    Fri, 11 Aug 2017 04:55:00 +0000
    Nymphenbad : Die Muschelgewölbe von Syrinx http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/die-muschelgewolbe-von-syrinx.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/08/die-muschelgewolbe-von-syrinx.html Auch Ideen, die dem Lärm der Existenz kein Jawort gaben;
    Nie hat der Staub der Galaxien gewagt, sich für immer niederzulegen,
    Die Flut einer kosmischen Decke nur über einem einzigen Nullpunkt zu legen.
    Eingedenk der Röhren, die sich nur dann mit anderen kreuzen,
    Wenn der Zufall aus dem Allschlaf wuchert und Platz beansprucht,
    Wo die Mathematik der Urzellen sich in neuen Zellformen erschließt,
    Die keine Dimensionen scheuen, bleibt über,
    Was in den Muscheln haust, die dort mit dunkler Intelligenz
    Und nicht ganz zu erschließendem Dasein tiefer rutschen.
    Die Hocke ist ihre natürliche Haltung; der Kristall ist
    Ihr einziger Wunsch, doch sie können sich kaum von den Wänden lösen. ]]>
    Fri, 11 Aug 2017 04:43:00 +0000