litblogs.net aktuell http://www.litblogs.net/?bdprssfeed=1 BDP RSS Aggregator version 0.6.1 schwungkunst.blog : schlummer-filet 19: zu zart http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=7192 http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=7192 er wird nicht gehen, wenn sie nicht kommt. er wird bleiben, wenn sie geht. denn wenn sie geht, dann kommt sie in den augenblick – er sagt, zu ihm. sie sieht ihn an und schweigt ins lächeln, wenn er redet, wenn er live auf ihre brust hin hat gedichtet, herz gezeichnet, wenn er sich echauffiert, wenn er glimmt und brennt für sie, wenn er sagt ihr (wie all die and’ren flüsterer), dass er sie „genauso“ liebt.

sie kennt das: männer sagen, dass sie lieben, weil sie meinen, dass sie dann in sie hinein dringen könnten. bei ihm, das merkt sie, ist es anders. er sei dafür „zu zart“, sagt sie. für all das, was ihr angetan. da gäb’ es videos … er möcht’ sie sehen. sie sagt: „du bist zu zart dafür.“

er aber fühlt, wenn er sie küsst am hals, an der schlagader, am ohr, wo ihr duft ist intensiv, wenn er dort ganz irr wird davon, sich vergisst, dass sie noch zarter ist. doch gewandt mit den gewalten der gewaltigen, der „wichser“, „ficker“. sie ist erfahren, gefangen, spürt er, mädchen noch, doch lang und oft genug schon frau.

sie beide nenn’n das „streicheln“, wenn sie in ferner nähe sich’s einander machen. ihr blowjob ist zu geübt, als dass er davon absehen könnte, wie sie sich dabei streichelt, zweifingergewandt. und als er’s sieht, kann er nicht kommen, er muss gehen in den traum von ihr.

er fasst sie an, ganz vorgesichtig, mit seinen fingern hin und weg unter ihr kleid. sie sieht ihn an dabei, flüstert „oh gott!“ er fragt, ob sie nachhaus’ gehen sollten. sie sagt ja, ich will, ja. auf dem weg ist sie ganz verwirrt von lust und angst. zuhause ziehen sie sich aus. sie haben keine zeit, schon gar keine ewigkeit, die jetzt, als kleine zumindest, notwendig wäre. sie sind schnell, sie kommt schnell, wenn er sie leckt, mehrmals. er nicht, er kann’s nicht so. und dennoch ist’s sein großes, tiefes glück.

als sie hernach sitzen, wo ihr kind leibesübungen macht, die sie bewundern, fasst sie wie zufällig seine hand. niemand sieht’s. sie ist vorsichtig und wie er „zu zart“ für diese große, große liebe. doch sie fasst seine hand, streicht darüber. und in dem moment hätte er ihr einen heiratsantrag gemacht. er hält sich zurück, er darf nicht überborden. doch er sieht sie an als braut, sieht ihren schleier – über ihren füßchen, die sie wissend ihm gezeigt und zeigt.

später im zug zurück, dichtet er. und schreibt ihr. lang ist sie nicht online. sein ewiges „ich liebe dich“ beantwortet sie nicht. denn er ist zu zart dafür. aber sie hat ihm etwas mitgegeben, was nach ihr duftet. aus der parfümerie – und ihrer scham.

er schnuppert d’ran, heimlich noch im zug, dann ist er sich gewiss: ich werd’ sie nie aus meinem herz mehr lassen. er schreibt ihr diesen satz nicht. er ist zu kitschig. wenn auch so wahr, so duftend nach ihr – wahr.

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Wed, 23 May 2018 23:00:59 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. : III, 379 – Ossessioni https://dschungel-anderswelt.de/20180523/iii-379-ossessioni/ https://dschungel-anderswelt.de/20180523/iii-379-ossessioni/ Ja, und gar nicht mal direkt… schrieb ich gestern, nachdem ich irgendwo zugegeben hatte, mir die Royal-Wedding-Zeremonie tatsächlich angeschaut zu haben, das ganze habe es bei youtube dann am Abend gegeben. Das seien so Momente, die mir passieren, wie neulich, als ich mir das Finale des im Großen und Ganzen lächerlichen European Song Contests reingezogen habe (es gebe, schrieb ich, einen Zettel mit Anmerkungen zu allen „Songs“ (nuja… irgendwann werde er, schrieb ich, im Papierabfall landen)). Bei gewissen Fußballspielen gehe es mir ähnlich, aber die seien oft ohne Bezahlung mittlerweile Luxus, sozusagen ein Luxusmanko. Was, stöhnte ich, gäb‘ ich drum, Liverpool gegen Madrid zu sehen! Das habe natürlich nichts mit Sozialismus zu tun (der Umstand, daß sich niemand geäußert habe zur Royal-Wedding-Zeremonie, hatte im kommentierten Originalbeitrag eine Sozialismus-Assoziation hervorgerufen). Den es scheinbar auch überhaupt nicht mehr gebe.
Diese, schrieb ich, Sehnsucht nach Rührseligkeit sei immerhin zu reflektieren. Im Grunde handele es sich darum, daß dabei Tränchen kullern wie bei gewissen Filmen. Aufgehobensein? Vielleicht (um mich in der Begrifflichkeit nicht allzusehr festzulegen, schreib’ich). Die Welt für eine gewisse Zeit als außen liegenden Falle, während die Innenfalle mit Serotonin-Speck locke. Also Theater, und was Theater halt so mache: es ent-setze. Nicht wirklich auf eine entfremdende Weise, denn bei game over gelte allemal: Game Over. Hinterher sitze man wieder wohlbestuhlt, zwar momentan übel zugerichtet von all den gesehenen Gesichtern (dies ist, schreib’ ich, die eigentliche Katastrophe bei solchen Konfrontationen mit einer gar nicht mal Menschheit), aber doch noch heil, wahrscheinlich gerade wegen all der gesehenen Gesichter. Insofern seien die Tränchen das Waschen des Gesichts, damit es heil und ganz bleibe.

Also keine Ossessione, dieser in gewissem Sinn überraschende erste Visconti-Film, den es am Samstag gab, nachdem ich am Nachmittag mir im Bioladen bei der gelegentlichen Märchenstunde die italienische Version von ‘Rumpelstilzchen’ angehört hatte, woran sich ein Gespräch darüber anschloß und abschließend Tee und Kuchen. Ich muß jetzt, wo ich es schreibe, fast darüber lachen. Erst als es, das Rumpelstilzchen (im Italienischen ein Name, an den ich mich mehr erinnere), ums Feuer tanzte, dämmerte es mir, in welches Märchen ich geraten war. Aber auch diesmal wieder: zu sehr im Vordergrund das, was man so Message nennen würde. Education, find your way in the right way.

Das Wort Krähen und das Aufschreien der Krähen und das Schwarz der Krähen sind alles, was du empfindest…

Bernhard, Amras. Weshalb ich sagte, daß dieses Märchen in meinem Kopfe nur als die Figur Rumpelstilzchen überlebt hat und natürlich in den Versen: “Ach wie gut, das niemand weiß…”. Die ganze Vorgeschichte wußte ich nicht mehr. Das zu Gold gesponnene Stroh. Sagen wir mal, es hatte mich ein zweites Mal in die Obhut der grau-weiß behaarten Märchentante gezogen, die den Namen eines japanischen Prinzen trägt: Genji (ich las die Geschichte vor ein paar Jahren (überhaupt die Beschreibung der Briefschreibesitten!)).

Achja, Visconti. Als ich ankam, eilte auch schon Steins Frau dem Eingang und den Treppen zu. Es seien, sagte sie, englische Untertitel vorgesehen. Was ihr wichtig schien, denn da sei ein Gast aus dem Ausland, der kein Italienisch könne. Woher, wollte sie dann aber doch nicht sagen. Aber denken konnte ich es mir schon. Der saß dann neben ihr, hatte ein merkwürdiges Profil, daß mich an die Zeichnung des Turm-Hölderlins mit nach vorn gebeugten Kopf erinnerte. Nein, nicht erinnerte, sondern sich mir als Assoziation aufzwang (wahrscheinlich deshalb, weil ich neulich wieder Bruno Ganz in Hitler-Uniform ihn, Hölderlin, rezitieren hörte (auch so eine Ossessione)).

Ich weiß nicht, ob ich in den Film reinkomme. Gezeigt wurde er auch nur, weil ein gewisser Massimo Girotti, der Hauptdarsteller (was für Draufgängeraugen!), sein Centenaire feierte bzw. andere für ihn. Nie gehört, nie gesehen. Als würde man ein Hans-Albers-Centenaire begehen. Stein kam auch, war aber nur am Anfang zu sehen. Später hatte er sich in Luft aufgelöst. Die englischen Untertitel waren tatsächlich nützlich. Dieses da in der von Außenaufnahmen geprägten Poebene (Ferrara da irgendwo) genuschelte Italienisch war oft schwer verständlich. Ja, ich glaube es waren die Außenaufnahmen, die mich vor allem beeindruckten. Aber auch Szenen, die ans Groteske heranreichten: Opernliedsingwettbewerb in einer Kaschemme in Ancona. Und während ihr dickleibiger Mann auf der Bühne singt, macht er, der Draufgänger ihr eine Liebeserklärung. Ansonsten tragische Verstrickungen auf der Grundlage von “The Postman always rings twice”, der tatsächlichen Vorlage des Films. Aber dennoch als Film ein Meisterwerk. Auch wenn R. am Ende nörgelte: “Zu lang!” Länger jedenfalls, als die bei youtube zu sehende Version (vor ein paar Tagen gab’s noch eine, heute nicht mehr, drum kein Link).

Ossessione? Sich bauschende Arbeit (Datenschutz-Nachzügler (wie ich), aha! selbst die Eisenbahn wackelt via Agentur mit dem Kopf: Dringend!), sich bauschendes Näherkommen von Gästen (dás noch, dás noch und dás noch).

Umschalten in den Antipaniklampemodus. Und mich ärgern über Ninno, der zwei Wochen lang so getan, als sei er pünktlich, um mir alle Bedenken hinsichtlich seiner Verläßlichkeit zu benehmen, nun aber doch schon wieder so weit ist, daß ich ihn wegen der Damigiana morgen telefonisch zurechtweisen muß.

Nun gut, Übergang zu Pascoli, Myricae:

Nel ciel dorato rotano i rondoni.

Et c’est vrai.

III, 378 – Come and go

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Wed, 23 May 2018 19:53:32 +0000
Die Veranda : David Mitchell / Slade House https://veranda.michaelperkampus.net/20180523/david-mitchell-slade-house/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180523/david-mitchell-slade-house/ Quelle

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Wed, 23 May 2018 13:06:20 +0000
Tainted Talents : Hektor hat Angst https://taintedtalents.de/2018/05/23/hektor-hat-angst/ https://taintedtalents.de/2018/05/23/hektor-hat-angst/ Es fällt ihm heute schwer, sich zu vergegenwärtigen, was er empfindet. Sicher gibt es einen Experten? Hektor wendet sich an sein TV. Es gibt immer Experten. Sie treffen sich in Runden und lassen ihn zuhören. Nonstop.
„Man unterscheidet sechs Basisemotionen“, erläutert einer von ihnen gerade. „Diese sechs sind nicht erlernt, sondern genetisch bedingt.“
Hektor, drinnen im Wohnzimmer, neigt verständig den Kopf.
„Sie werden kulturübergreifend bei allen Menschen in gleicher Weise erkannt und ausgedrückt“, fährt der Mann fort. „Es sind Wut, Trauer, Freude, Überraschung, Ekel und Angst. Die bestimmen uns von ganz unten.“
Gottseidank, denkt Hektor. Es gibt also eine Liste.
„Ist das nicht ein wenig zu übersichtlich?“, fragt der Moderator, der nur Moderator ist.
„Aber ja“, erwidert der Experte kühl. „Es gibt ja noch Verachtung. Und dazu Scham, Schuld, Verlegenheit und Scheu.“

Plausibel, findet Hektor.
Er selbst hantiert erratisch mit seinen Gefühlen. Die meisten Challenges auf Arbeit lassen sich besser erledigen, wenn er nicht weiß, welcher Motor ihn gerade antreibt. Wenn man voll in Fahrt ist, muss das Ding laufen. Fertig. Und die Karosserie muss sitzen. Den Unterbau zu zeigen kann Hektor sich nicht leisten. Plötzlich wäre er exponiert. Nicht ausgeschlossen, dass die Experten dann über ihn talken würden. Aber eben nur über ihn.

– Ob er dann verlegen wäre? Hallo? Es ist kein Zuckerschlecken, ein Beispiel zu sein! Man müsste hart trainieren, um damit umgehen zu können. The biggest Looser.
Hektor überlegt, ob er das Programm wechseln soll, bleibt dann aber am Ball.

Angst und Scham sind seine ältesten, verlässlichsten Gefühle. Spürt er nicht immer eher seine Bedrohungen als seine Möglichkeiten? Der Wert seines So-Seins würde ihn nicht davor schützen, unter die Räder zu kommen.
(Oder?)

Es kommt auf dich nicht an, raunt der Experte. Du hast keine Bedeutung und es gibt keinen Schutz. Tu’, was angesagt ist, und geh’ danach in Deckung, bevor dich jemand angreift. Das ist die verfickte Challenge. Versau’s nicht.

(- Hat der das eben wirklich gesagt?)

Ratschläge finden in Hektors Leben nur wenige statt, seitdem er kein Kind mehr ist. Die kommen durchweg von Männern und zielen darauf ab, ihn zu optimieren. Frauen finden ihn meistens super, aber die sind einfach zu nett, um wahr zu sein. Befürchtet er.
Er streckt die Oberschenkel, die vom langen Sitzen ein wenig krampfen.

Wie er sich dafür schämt, sich als wertlos zu empfinden! Nach allem, was er geleistet hat! Nach der Anerkennung, die ihm immer wieder gezollt wird!
Ge-zollt!
Wie kommt es, dass all die Likes ihn nicht vor sich selbst schützen können? Ist er etwa dumm? Beschädigt? Schwach? Machtlos?
Der alte Loop.

Hektor schließt die Augen. Fast unmerklich sinkt seine rechte Hand in seinen Schritt.
Und jetzt,
endlich,
darf er kriechen.
Unten sein.
Die Challenge ist vorbei.

Er sollte sich schämen für seinen Gehorsam, doch tatsächlich ist der jedes Mal wie ein Sieg. Seinen Wert bestimmen nun die Experten. Was für eine ungeheure Befreiung, dafür nicht mehr zuständig sein zu müssen! Wie könnte er sie nicht lieben, ihnen nicht verfallen? Er und die Experten sind eins, sind die gleiche Person: Hektor macht sie zu vollständigen Menschen. Und sie ihn.
Er legt den Kopf nach hinten.

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Wed, 23 May 2018 10:59:35 +0000
glumm : And the band played on https://glumm.wordpress.com/2018/05/23/and-the-band-played-on/ https://glumm.wordpress.com/2018/05/23/and-the-band-played-on/ Wed, 23 May 2018 09:57:40 +0000 panAm productions : fotografie analog | Ein Fenster aus Licht https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/fotografie-analog-ein-fenster-aus-licht.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/fotografie-analog-ein-fenster-aus-licht.html


Licht - und was es gestaltet.

Aufnahme aus einem Lebensexperiment jenseits der Bücher
in einer Landschaft, die den Büchern vorausgeht
und sie doch sämtlich in sich birgt:
Mykene, Sparta, die Argolis.

Armenhaus Europas, jetzt.


||| Geoloc: Pera Meleana
Griechenland

Aufnahme OM02, 400 ASA Herbst 2002

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Wed, 23 May 2018 06:19:01 +0000
taberna kritika - kleine formen : 20130812 http://www.abendschein.ch/20130812-2/ http://www.abendschein.ch/20130812-2/

gegen den roman
für die sendung mit der maus die ordnung der vögel ein landeskundliches lernen mit gedichten stammt aus dem mund meiner schwiegermutter die ich sehr für ihre ichphilosophie lobte mit proustscher empfindsamkeit kombinierte was man hätte
ja verlinken kön
nen

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Wed, 23 May 2018 06:06:29 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. : Das Wiener Lektoratsjournal № 1. Am Dienstag, den 22. Mai 2018. https://dschungel-anderswelt.de/20180522/wiener-lektoratsjournal-elvira-m-gross-arco-verlag-das-ungeheuer-muse-prater-wien-christoph-haacker-parallalie-merrell-barfussschuhe-septime-verlag/ https://dschungel-anderswelt.de/20180522/wiener-lektoratsjournal-elvira-m-gross-arco-verlag-das-ungeheuer-muse-prater-wien-christoph-haacker-parallalie-merrell-barfussschuhe-septime-verlag/ Verlagshaus Arco, Schreibtisch gegenüber dem Verleger, 19.04 Uhr
Boris Blacher, Erstes Klavierkonzert (1947)]

Gestern intensives Lektorat – wobei meine Lektorin diesmal kaum etwas beanstandet, aber w e n n, dann fällt sofort das gesamte Gedicht und wird ausgesondert. Ich habe bewußt nicht gezählt, doch dürften es bislang acht oder neun gewesen sein. Nur daß etwas „ganz in Ordnung“ ist, reicht nicht. Ähnlich werden wir auch bei den Gesammelten Erzählungen für Septime Frühjahr 2019 vorgehen, die also nicht den Anspruch der Vollständigkeit haben werden, sondern eine jede soll enormen Zug haben; nette Dahingeschriebenheiten fallen bei Elvira durch, ebenso wie übrigens Erklärungen, die ich bisweilen eingebaut habe, wenn ich davon ausgehe, daß bestimmte Hintergründe nicht bekannt sind. Das leidige Bildungsthema. Sie hat für sowas keinen Sinn; jeder könne nachschlagen, Bildungsinhalte sind schneller abrufbar als sie es jemals zuvor waren, selbst bei ausgesprochen speziellen Sachverhalten.
Sie ist streng, meine Lektorin, und ich selbst habe es bei mir noch nie zuvor erlebt, auf Einwände derart zu hören; während unserer ganzen bisherigen Zusammenarbeit – sei es beim Traumschiff, sei es bei der Aeolia oder jetzt dem Ungeheuer Muse – wogte in mir nicht ein einziges Mal auch nur die Spur des mir eigenen und mir also ziemlich bekannten Trotzes. Es ist gerade für einen wie mich ein riesiges Glück, solch eine Autorität gefunden zu haben. Nicht einmal nachher, wenn ich, wie heute, die bereits erledigte Arbeit durchsehe, regt sich Widerstand. Allerdings speichere ich die gefallenen Gedichte in einem neuen Ordner ab, um sie vielleicht später noch einmal zu bearbeiten, nicht freilich mehr für den neuen Gedichtband, sondern für irgend einen späteren. Aber auch nur sehr vielleicht.
Und dann gibt es noch Gedichte, denen zwar Elviras Wohlgefallen gilt, die ihr aber für speziell dieses Buch nicht zu passen scheinen. Solche Texte haben wir provisorisch beiseitegelegt. Wenn es – was eine der Hauptarbeiten dieser Woche sein wird – um die An- und Zuordnung der Gedichte innerhalb des Bandes gehen wird, kann es nämlich sein, daß sich manche von jenen als Kippstellen oder Übergänge gut eignen. Das ist derzeit noch nicht zu sagen; in diesem Fall wird auch der Verleger dazu etwas zu sagen haben.

So verbrachte ich den heutigen Tag erst einmal mit der Übertragung der Lektoratskorrekturen; bei zwei Gedichten brauche ich einen Einfall, der mir noch nicht recht zurhand sein wollte. Doch dafür kann auch die umbrische Zeit bei Parallalie, ab dem Sonnabend, gutsein – der Flug nach Rom geht am Freitagmittag.

Schon zog es mich h i n a u s: laufen, laufen, im P r a t e r laufen! Und tatsächlich: Welch ein Laufgrund! Kaum zu erzählen, wie schön er ist… kilometerlang über Wald- und auf Pferdepfaden… rasend weich unter den Füßen – der Erinnerung nach der überhaupt schönste Laufgrund, den ich kenne. Dazu meine neuen Barfußlaufschuh: als hätten sie gejubelt vor Glück!
Und fast gleich zu Anfang kreuzte eine enorm große Blindschleiche meinen Weg, wunderschön in ihrem eleganten Bronzeglanz; seit Jahrzehnten hatte ich keine mehr zu Gesicht bekommen, geschweige denn ein solches Exemplar.
13,3 Kilometer lief ich einfach durch, hätte auch noch weiter laufen können, aber hatte mich verfranst und ging dann, mit Googlemaps Hilfe, die knapp vier Kilometer hierher zurück. So will ich am Donnerstag, wenn ich Zeit für das nächste Training habe, die gesamte Strecke durchlaufen.

[Blacher, Hamlet – Poema sinfonico (1940)]


Morgen der Tag ist terminlich zu gefüllt, um mir Sportzeit nehmen zu können, – aber gut gefüllt. Unter anderem werde ich Ilse Dick treffen, die stilistisch so großartige Peixoto-Übersetzerin – eine Begegnung, auf die ich enorm gespannt bin. Den Klang ihres wirklich ausgesuchten Deutschs im Ohr, war ich, als wir vorhin telefonierten, impulshaft amüsiert, ja hätte fast aufgelacht, weil sie, wenn sie spricht, es eben als Wienerin tut. Klar, logo, wie denn sonst? Außerdem mag ich das Weanerische ja sehr. Und dennoch. Daß es spontane Irritationen gibt, deren Substanz der pure H u m o r ist, war mir, scheint mir, neu.
Ich habe ein Traumschiff für sie dabei. Vielleicht ist mein Gefallen an ihrer Sprache nicht nur einseitig; vielleicht, daß sie auch meine Arbeit mag – also Elviras und meine. Denn schon das Traumschiff ist ohne diese begnadete Lektorin nicht einmal denkbar.

Mein Verleger schläft momentan. Es ging lange gestern nacht, zudem ich selbst da fast ungehemmt Wein in mir hineinkippte, obendrein Mirabellengeist – den ich heute morgen ziemlich spürte. Auch seinetwegen war zu laufen geradezu wichtig: „Siehst du, jetzt hat er“ (wieder) „ein g u t e s Gewissen.“ So hieß es uns Lenor in meinem fünfzehnten Jahr.

Ah, und eben kommt er aus seinem Zimmer… „Ich brauch ’n Kaffee…“: also schlurft sein Bariton.
Wahrscheinlich werden wir nachher schon mal die bearbeiteten Gedichte durchsehen – und haben auch noch weitere Projekte im Sinn. Zu, Freundin, denen indessen jetzt noch nichts.

Sein Sie mir gegrüßt:
von Ihrem ANH

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Tue, 22 May 2018 18:19:03 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. : Wiener Lauftraining (1): 22. 5. 2018 https://dschungel-anderswelt.de/20180522/wiener-lauftraining-1-22-5-2018/ https://dschungel-anderswelt.de/20180522/wiener-lauftraining-1-22-5-2018/ Praterlauf.

13,3 km in 1h 31 Minuten durchgelaufen (10 km / 1h 04 Minuten), danach 2,4 km „ausgegangen“. Mit An- und Rückweg insgesamt 16,2 km. (Vom Verlag sind es zum Prateranfang, einem „Vorprater“ quasi, nicht mehr als 500 Meter. Ideal.)

[Geloggt mit Smartrunner]

[Mit Anweg 1166 kCal]

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Tue, 22 May 2018 14:48:29 +0000
glumm : Das musste endlich mal gesagt werden https://glumm.wordpress.com/2018/05/22/das-musste-endlich-mal-gesagt-werden-ii/ https://glumm.wordpress.com/2018/05/22/das-musste-endlich-mal-gesagt-werden-ii/ Tue, 22 May 2018 12:50:25 +0000 glumm : The Cutels 2. Shooting https://glumm.wordpress.com/2018/05/22/the-cutels-2-shooting/ https://glumm.wordpress.com/2018/05/22/the-cutels-2-shooting/ Tue, 22 May 2018 09:44:16 +0000 panAm productions : WienFotografie | Rollbalken | Wiener Grenzen https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/wienfotografie-rollbalken-wiener-grenzen.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/wienfotografie-rollbalken-wiener-grenzen.html



Dem Phänomen der Rollbalken begegnete ich erstmals im Wien der 1970er Jahre. Zu dieser Zeit waren diese oft schiefen, meist schwergängigen Sperrvorrichtungen bereits weit davon entfernt, jene patentierte Geräuschlosigkeit an den Tag zu legen, die der österreichische Generalvertreiber Leopold Robicsek in den 1880er Jahren angepriesen hatte.

In Deutschland, am Dorf, hatte es keine solch grimmigen Schließvorrichtungen gegeben. Der Augenschein einer solchen Absperrung, Abschliessung, Aus-, Ein- und Wegschliessung ist für mich seither intrinsisch mit dem Phänomen "Österreich" verbunden.

Seit ich fotografiere, schnüre ich solchen Rollbalken, Zäunen, Mauern entlang und versuche mit Hilfe der Kamera zu verstehen. Zu verstehen, was "Grenze" sei und woraus "Grenze" recht eigentlich besteht.



Quelle



||| Geoloc
1150, Äußere Mariahilfer Straße (Fleischerei)
1070, Nelkengasse (Installateur)


Aufnahmen 2003, analog, S/W

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Tue, 22 May 2018 07:49:46 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. : JAMES JOYCE CHAMBER MUSIC / KAMMERMUSIK. In Original und Nachdichtungen von Helmut Schulze und ANH. https://dschungel-anderswelt.de/20180522/joyce-chamber-music-kammermusik-herbst-schulze-arco/ https://dschungel-anderswelt.de/20180522/joyce-chamber-music-kammermusik-herbst-schulze-arco/



James Joyce
Chamber Music / Kammermusik

Gedichte
In Original und Nachdichtungen von
Helmut Schulze und Alban Nikolai Herbst

Arco

88 Seiten, gebunden.
20 Euro.

>>>> Verlag.
>>>> Amazon.
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Tue, 22 May 2018 07:16:00 +0000
Die Veranda : Die gefütterten Gebirge https://veranda.michaelperkampus.net/20180522/die-gefuetterten-gebirge/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180522/die-gefuetterten-gebirge/ Quelle

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Tue, 22 May 2018 07:13:43 +0000
Die Veranda : Bald zum Comic-Salon https://veranda.michaelperkampus.net/20180522/bald-zum-comic-salon/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180522/bald-zum-comic-salon/ Quelle

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Tue, 22 May 2018 07:09:19 +0000
isla volante : zuhörer http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/wdTTttPNXsg/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/wdTTttPNXsg/

der heimliche zuhörer – nun auf dem trockenen – übt sich darin, den letzten gehörten satz zu behalten.

gegen mittag, nichts als glatte see und ein dunstiger horizont, läuft er in den ort. er braucht eine karte. vielleicht gibt es eine insel irgendwo, nah genug, dass das boot sie angelaufen hätte.
außerdem könnte er mit dem buchhändler worte tauschen. ob er sich an die polizei wenden solle.

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Tue, 22 May 2018 06:08:27 +0000
andreas louis seyerlein : particles : manhattan http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/Q6H8VlEdM0Y/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/Q6H8VlEdM0Y/ picping

MELDUNG. Manhattan, Lexington Avenue 822, 28. Etage, steinernes Zimmer : Kirsche No 2028 [ Marmor, Carrara : 1.08 Gramm ] vollendet. – stop
ping

Der Beitrag manhattan erschien zuerst auf andreas louis seyerlein : particles.

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Mon, 21 May 2018 17:11:23 +0000
Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! : Claus Heck im Gespäch mit Norbert W. Schlinkert, Freitag, 25. Mai 2018, 19 Uhr, Künstlerhaus Edenkoben https://nwschlinkert.de/2018/05/21/claus-heck-im-gespaech-mit-norbert-w-schlinkert-freitag-25-mai-2018-19-uhr-kuenstlerhaus-edenkoben/ https://nwschlinkert.de/2018/05/21/claus-heck-im-gespaech-mit-norbert-w-schlinkert-freitag-25-mai-2018-19-uhr-kuenstlerhaus-edenkoben/ „Über Wolken“, der Stipendiat Claus Heck im Gespäch mit Norbert W. Schlinkert

Claus Heck

Claus Heck, 1966 geboren und in Essen aufgewachsen, lebt seit 1987 in Berlin. Nach einem Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie war er mehr als zehn Jahre in einem Berliner Unternehmen beschäftigt, zuletzt als Director of Sales & Marketing. Seit 2009 ist er freiberuflicher Schriftsteller. Er schreibt und publiziert unter dem Künstlernamen „Aléa Torik“ („Das Geräusch des Werdens“, „Aléas Ich“).

Förderungen (Auswahl): Literaturstipendium für Berliner Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Stiftung Preußische Seehandlung (2012), Stipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen (2014), Arbeitsstipendium des Berliner Senats (2016).

www.aleatorik.eu (seit 1.5.2009) mit mehr als fünfhundert Einträgen zur Literatur.

Im Künstlerhaus liest Claus Heck aus einem noch unveröffentlichten Manuskript mit folgendem Inhalt: „Die Ereignisse finden unmittelbar vor dem Post-Kyoto-Protokoll im Jahr 2100 statt. Ein Wissenschaftler hat offenbar eine Möglichkeit gefunden, eines der zentralen Probleme der Zeit – die Beschränkung physikalischer Datenspeicher – zu lösen, indem er Datenpartikel in Wassermoleküle einbringt. Aufgrund der verschiedenen Zirkulationssysteme der Atmosphäre würden diese sich innerhalb kürzester Zeit im gesamten Wasservorrat des Planeten verteilen und das Verdunstungsverhalten des Wassers erheblich verändern. Von verschiedenen Seiten wird versucht, dieses Projekt zu befördern oder zu verhindern.“
Moderiert wird die Veranstaltung von Norbert W. Schlinkert.

Eintritt: 7 Euro/4 Euro (ermäßigt für Schüler und Studenten)

Freitag, 25. Mai 2018, 19 Uhr, Künstlerhaus Edenkoben, Klosterstraße 181
67480 Edenkoben

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Mon, 21 May 2018 15:30:18 +0000
der goldene fisch : Tobias Schoofs : IN GOD WE TRUST http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/14425 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/14425 sagt er und zeigt auf einen franklin
sagt sie in einem auto das nicht fährt
du musst schon irgendwem vertrauen
sonst stehst du bald alleine da

die beiden kratzen alte schrammen
starren ins leere und sie sitzen zur
verschrottung reif im müll wie soll
das weitergehen fragt man sich

und knutscht herum im autokino
aus dem man sich im auto fort
bewegt das aber wie bereits
erwähnt nicht fährt

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Mon, 21 May 2018 13:54:09 +0000
glumm : The Cuhtels https://glumm.wordpress.com/2018/05/21/the-kuhtels/ https://glumm.wordpress.com/2018/05/21/the-kuhtels/ Mon, 21 May 2018 12:51:06 +0000 Die Veranda : Als Dichter vorbeugen https://veranda.michaelperkampus.net/20180521/als-dichter-vorbeugen/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180521/als-dichter-vorbeugen/ Quelle

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Mon, 21 May 2018 08:50:38 +0000
panAm productions : WienFotografie | Stadtbahnstation Währinger Straße | Otto Wagner und die Betriebsmusik https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/wienfotografie-stadtbahnstation.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/wienfotografie-stadtbahnstation.html


Otto Wagners Stadtbahnstation, heute U-Bahn-Station, Währinger Straße / Volksoper. Das 1898 in Betrieb genommene Bauwerk gestaltet sich entlang der Motive "Portal" (auf die Fahrgäste bezogen) und "Schleuse" (auf den Zugverkehr bezogen); im Kontext mit der Hochtrassenführung der Stadtbahn wird hier - rund 50 Jahres nach Anlage der Wiener Ringstrasse - ein weiterer Ring gezogen, die Grenze zwischen "Stadt" und "Vorstädten" symbolisch und praktisch neu akzentuierend (Bauordnung von 1890!).

Das für ein unvorbereitetes Auge erstaunliche Schild der "Musik Bauleitung" stammt aus dem Jahr 1925, als bei Eröffnung der nun elektrisch betriebenen Stadtbahn dem bestehenden Betriebsorchester ein weiterer Klangkörper hinzugefügt wurde. Heute bildet das Orchester der Wiener Linien eine Sektion des Kultur- und Sportvereins.

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Geoloc: Währinger Straße 133
1090 Wien

Aufnahmen: 04 10 2003

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Mon, 21 May 2018 06:50:00 +0000
Die Veranda : Bewegte Bilder https://veranda.michaelperkampus.net/20180521/bewegte-bilder/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180521/bewegte-bilder/ Quelle

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Mon, 21 May 2018 06:29:04 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. : Lauftraining: 20. 5. 2018 https://dschungel-anderswelt.de/20180520/lauftraining-20-5-2018/ https://dschungel-anderswelt.de/20180520/lauftraining-20-5-2018/ Friedrichshainpark.

11 km in 1 h 13 min durchgelaufen, davon 10 km in 1 h 6 min – was wieder eine Bestzeit ist.
Dann Crunches (je dreimal Bauchmitte, Bauchseiten) plus einem Dreiersatz Liegestütz.
833 Meter locker ausgelaufen.

[incl. Rad An- und Rückweg 978 kCal / 71,4 kg]

(War ein ausgesprochen leichtes Laufen heute; innere Stimmungen scheinen auch auf Sportleistungen zu wirken. Nun aber, der Reise wegen, in die Sportpause. Jedenfalls generell; im Prater will ich ja einzweimal laufen, und jetzt sieht es so aus, als würde ich morgen sogar schwimmen können. Badehose ist eingepackt.)

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Sun, 20 May 2018 18:58:40 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. : Reisetagsvor. Im Arbeitsjournal des Pfingstsonntags, den 20. Mai 2018. Darinnen auch zum neuen Datenschutzgesetz der EU: nötige Anpassungen – nicht ohne Heinrich Heines Spott. https://dschungel-anderswelt.de/20180520/wien-amelia-elvira-m-gross-arco-verlag-benjamin-stein-turmsegler-datenschutz-katharina-schultens-die-wiederholung-lied-von-der-erde-mahler-heinrich-heine/ https://dschungel-anderswelt.de/20180520/wien-amelia-elvira-m-gross-arco-verlag-benjamin-stein-turmsegler-datenschutz-katharina-schultens-die-wiederholung-lied-von-der-erde-mahler-heinrich-heine/ [Arbeitswohnung, 15.16 Uhr: Mittags-Espresso.
Mahler, Lied von der Erde, Fischer-Dieskau, King, Wiener Philharmoniker, Bernstein]

Ein Tag der Reisevorbereitung, fast nun ist der Rucksack schon gepackt. Das Ungeheuer Muse mußte erstmals ausgedruckt werden. Ein paar Gedichte sind noch in, ich sach ma, status nascendi, da werd ich in Wien-direkt dranmüssen. Bücher waren für die Lektorin einzupacken, ein weiteres Buch für den Verleger sowie zwei für mich selbst, auch etwas für Parallalie, zu dem Cristofer Arco und ich ab kommenden Freitag reisen werden. Auch war kurz mit der Contessa zu konferieren.
Dann, abermals meinen Dank an Benjamin Stein, mußte Die Dschungel für das neue Datenschutzgesetz scharfgemacht werden, damit nicht irgendwelche Anwälte in den Abmahnzirkus einreiten können. Sie finden, liebste Freundin, das Impressum jetzt da und die Datenschutzerklärung dort; rechts unter „Meta“ habe ich beides sichtbarst verlinkt.
Vorher Briefdialoge, zum einen wegen der Werkschau auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin im September, zum anderen wegen einer Lesung aus dem Ungeheuer Muse und vielleicht auch der neuen Aeolia in Frankfurt am Main. Und n o c h vorher kam die Nachricht, daß die neue „Wiederholung“ jetzt erschienen sei, darin mein Aufsatz zu Katharina Schultens‚ neuem Gedichtband.

Ich bat darum, mir die Ausgabe erst nach meiner Rückkehr zuzuschicken, ansonsten sie möglicherweise, bei verstopftem Briefkasten, an den Absender zurückgehe. Das soll aber keineswegs Sie davon abhalten, sich die Ausgabe bereits jetzt zu bestellen; ich habe unter der Abbildung sehr absichtsvoll verlinkt:

So bin ich zum Laufen nun noch gar nicht gekommen, werde gegen 17 Uhr in den Park aufbrechen. Ist ganz gut derart spät; der Abstand zum gestrigen Krafttraining ist dann größer, außerdem wird der Abend lauschig werden. Außerdem habe ich gestern gesündigt, und zwar lustvoll. Ein herrlicher Nachmittag mit लक्ष्मी einmal wieder, bei einigem Wein auf dem Wochenmarkt des Kollwitzplatzes, schließlich noch am Helmi in Vorbereitung auf Österreich, bzw. Wien. Leichte, einander verbundene Gespräche. Als wir je heimgingen, schwankten wir b e i d e.
Ich schlief ungewöhnlicherweise bis 7 Uhr durch, dann circte mich das Sonnenlicht. Welch ein Pfingsten nämlich! Und morgen soll es sich in Wien so fortsetzen. Amelia sieht ähnlich aus; noch wärmer als hier, wie ich gehofft hatte, sei’s dort aber nicht. Also mußten eine Bluejeans und die schwere Lederjacke mit ins Gepäck. An sich hatte ich nur mit hellem Anzug, heller Shorts und heller Baumwollhose reisen wollen, dazu leichte kurzärmlige Hemden. Nun jà; unterm Strich habe ich meine 23 erlaubten Kilos immer noch nicht im entferntesten „voll“; so darf in Rom noch was dazukommen.

Und plötzlich bin ich volle Lust, die Béartgedichte wieder aufzunehmen, neue hinzuzuschreiben. Diesen Impuls hatte ich lange nicht mehr. Abschied vom Abschied nehmen, wieder frech vorausschauen und sehen, welche Arme sich um mich vielleicht wieder einmal legen werden. Schluß mit Altersgedichten. Deshalb höre ich gerade die Abschiedsmusik an sich. Ja, die Muse läßt sich bitter bezahlen für die süßen Eingebungen; ich weiß. Doch auch sie ist nur Frau, egal ob Vampirin, also Lan-an-Sídhe, ob sonstiger Naturgeist. Auch sie läßt sich locken. Ein Ja ist kein Ja, manchmal kann’s ein Nein sein und manches Nein ein Ja. Den normierend regulierenden Unfug als das sehen, was er ist: normierender Unfug. Dagegen den Spott zu schleifen gilt’s. An Heinrich Heine denken, als er noch im Saft:

„Teurer Freund! Was soll es nützen,
Stets das alte LIed zu leiern?
Willst du ewig brütend sitzen
Auf den alten Liebes-Eiern?

Ach, das ist ein ewig Gattern,
Aus den Schalen kriechen Küchlein,
Und sie piepsen und sie flattern,
Und du sperrst sie in ein Büchlein.“

Buch der Lieder, Die Heimkehr, 42

Ansonsten an zwei Gedichten herumgewurstelt, die sich nicht fügen wollen, und wo sie sich fügen, klingen sie, hätte Mahler über der Partitur notiert, schleppend. Eines habe ich schon mal rigoros zusammengestrichen, kann aber nicht ganz in es hineinfallen, weil noch so viel anderes zu tun ist. Vor allem geht es jetzt zum Laufen los. Und zwischen 21 und 22 Uhr, spätestens, muß ich ins Bett: denn um viere aufzustehen heißt es. In Wien werde ich morgen bereits um 7.50 Uhr landen. Allezeit weht mir, seit mittags, die ausgedruckte Bordkarte vom Mitteltisch zu. In der Tat scheint sie sich für eine Fahne – na, sagen wir: einen Wimpel – zu halten, die im Winde der Zuversicht flattert.

Haben Sie noch ein wundervolles Fest.

Ihr ANH
[Mahler, Lied von der Erde, Abschied, Fischer-Dieskau, Philharmonia Orchestra, Kletzki]

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Sun, 20 May 2018 14:16:13 +0000
Die Veranda : Am alten Holzplatz https://veranda.michaelperkampus.net/20180520/am-alten-holzplatz/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180520/am-alten-holzplatz/ Quelle

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Sun, 20 May 2018 13:10:46 +0000
glumm : 40 Jahre Das Model https://glumm.wordpress.com/2018/05/20/das-model/ https://glumm.wordpress.com/2018/05/20/das-model/ Sun, 20 May 2018 10:50:54 +0000 Die Veranda : Wieder „Letzter Hand“ https://veranda.michaelperkampus.net/20180520/wieder-letzter-hand/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180520/wieder-letzter-hand/ Quelle

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Sun, 20 May 2018 10:36:03 +0000
panAm productions : Plant Structures | Paeonia | Pfingstrose https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/plant-structures-paeonia-pfingstrose.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/plant-structures-paeonia-pfingstrose.html



knospe
prallt bricht
auf


Gattungsname Paeonia erstmals in Carl von Linné "Species Plantarum" (1753) nach dem Götterarzt Paian | Paion | Paieon (Paeon's Priest!).

Radix Paeoniae gegen Fieber, bei Zahnung, gegen Epilepsie:

"Unt wenn ein Mensch den Verstand verliert, so als ob er nichts wüsste und gleichsam in Ekstase läge, tauche Päoniensamen in Honig und lege sie auf seine Zunge, so steigen die Kräfte der Päonie in sein Gehirn empor und erregen ihn, so dass er rasch seinen Verstand wiedererlangt". Hildegard von Bingen


||| Geoloc: Augarten
1020 Wien


Aufnahmen 20. 05. 2018


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Sun, 20 May 2018 09:39:00 +0000
Die Veranda : Dämmer wird sich finden https://veranda.michaelperkampus.net/20180520/daemmer-wird-sich-finden/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180520/daemmer-wird-sich-finden/ Quelle

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Sun, 20 May 2018 08:13:05 +0000
isla volante : verbucht http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/BC7Sn1dPevY/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/BC7Sn1dPevY/

hoffentlich findet er wieder den weg aus den büchern, zurück in die realität, bevor er zuweit hinaus auf das meer abtreibt.

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Sun, 20 May 2018 06:30:42 +0000
litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2018-05-19 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2018-05-19/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2018-05-19/
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  • andreas louis seyerlein : particles : = https://t.co/N5Nlv6otBf https://t.co/Eg0No9pGzW 2018-05-14
  • der goldene fisch : Konstantin Ames : Iranlied R Auf die Krawatte meiner U-Bahnfahrerin https://t.co/jrrkBHeINY https://t.co/SWQsPXkWj1 2018-05-13
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  • panAm productions : Fotografie | BildSprache | Hinter Gittern https://t.co/K4zrZKTajv https://t.co/RiNz2SODCP 2018-05-13
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    Sat, 19 May 2018 22:53:46 +0000
    Die Veranda : Grand Accord https://veranda.michaelperkampus.net/20180519/grand-accord/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180519/grand-accord/ Sat, 19 May 2018 21:05:30 +0000 der goldene fisch : Hans Thill : Zettel http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/14420 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/14420

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    Sat, 19 May 2018 20:21:27 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Krafttraining: 19. 5. 2018 https://dschungel-anderswelt.de/20180519/krafttraining-19-5-2018/ https://dschungel-anderswelt.de/20180519/krafttraining-19-5-2018/ Studio John Reed.

    12 min Stepper /2,o4 km / 148 kCal.
    Ganzkörpertraining; insg. ca. 1 h 20 min.

    [Außer dem Stepper Kalorienzahl nicht ermittelbar; Fahrrad hin und rück 104 kCal plus die 148 am Stepper / 71,4 kg]

    (Etwas Probleme mit wahrscheinlich Sehnen zwischen rechtem Ellbogen und rechter Handwurzel; in der Hand hatte ich sie ich schon mal genauso, noch bevor ich den Sport wieder aufnahm – wahrscheinlich wegen einer bestimmten, ständig repetierten Bewegung am Trackball des Laptops, die ich fast durchweg mit dem rechten Mittelfinger, mit dem ich auch tippe, ausführe. Die kommende Zweiwochenpause wird in jedem Fall ganz gut sein; wiederum morgen das Laufen wird das Problem nicht beeinträchtigen.)

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    Sat, 19 May 2018 13:52:08 +0000
    taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20180519) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20180519/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20180519/ RT @rittinergomez: Neu in der Bibliothek @etkbooks https://t.co/xqtMuSjvqy May 17, 2 / sie hat mir ein @TheRealYLT tshirt mitgebracht. https://t.co/75YMk3g8i3 May 17, 2018 / * AS 10-42 https://t.co/mZJyNZlnMQ https://t.co/jhwrzakobU May 17, 2018 / * 20130811 https://t.co/68Ue7odPp7 https://t.co/IvBs66FUo2 May 16, 2018 / do the strand. May 14, 2018 / transzendenz und pragmatismus. May 12, 2018 / RT @MatzeHagedorn: KUNO empfiehlt den Band „Die Suche nach dem Glam“ von René Hamann, erschienen in der verdienstvollen edition taberna kri… May 12, 2018


    (do the strand.)

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    Sat, 19 May 2018 07:02:44 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Soeben neu erschienen: THETIS. ANDERSWELT. Zweite Auflage als Ausgabe Zweiter Hand. Bei Elfenbein. In jeder guten Buchhandlung. https://dschungel-anderswelt.de/20180519/soeben-neu-erschienen-thetis-anderswelt-zweite-auflage-als-ausgabe-zweiter-hand-bei-elfenbein-in-jeder-guten-buchhandlung/ https://dschungel-anderswelt.de/20180519/soeben-neu-erschienen-thetis-anderswelt-zweite-auflage-als-ausgabe-zweiter-hand-bei-elfenbein-in-jeder-guten-buchhandlung/

    903 Seiten, gebunden
    Mit Schutzumschlag und Lesebändchen.
    Elfenbein Verlag, Berlin 2018
    ISBN 978-3-941184-22-0
    39,– Euro
    >>>> Bestellen

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    Sat, 19 May 2018 06:16:21 +0000
    Die Veranda : Hintermir, Vordermir https://veranda.michaelperkampus.net/20180519/hintermir-vordermir/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180519/hintermir-vordermir/ Quelle

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    Sat, 19 May 2018 05:52:41 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Looking back over the years https://500beine.myblog.de/500beine/art/11604265 https://500beine.myblog.de/500beine/art/11604265

    Ist gut jetzt, Glumm. Es reicht. Noch nicht ganz. Einen noch. Hier, der hier:

    Alone again, Gilbert O'Sullivan

    Es war der Rest der unschuldigen Zeiten, Mitte der Achtzigerjahre, später Biedermeier. Wenn wir uns ab und zu, sozusagen auf Käptn Zufall, wie der schöne Dirk es gern nannte, ein Briefchen Heroin besorgten - Bubbles gab es damals noch nicht - zogen Karlos und ich im Laufschritt nach Hause. Wir legten tatsächlich den Eilboten-Gang ein, wir kicherten wie die Schulmädchen, in Vorfreude auf die nächsten Stunden, die ins Haus standen, und mit jedem Schritt, den wir uns dem Zuhause näherten, wurden wir noch schneller.

    Ich meine, wir hatten wirklich ein ziemliches Schoss raus, Karlos und ich. Als hätten wir ein Tütchen Puppenstuben-Heroin gekauft, um uns auf unsere Zeit als Junkie vorzubereiten. Auf all das, was da noch kommen sollte in späteren Jahren, ff.

    Wir gingen grundsätzlich zu mir nach Hause zur Schillerstrasse. Zu Hause holte ich den Handspiegel aus dem Bad. Wir schütteten das braune Pulver aus, hackten und mörserten es mit Rasierklinge und Geldkarte bis es endlich fein genug war für die Nase, und zogen zwei lange Linien.

    Während wir nun die Lines snieften, beobachteten wir uns im Spiegel. Ich dachte damals schon, Junge, hast du alte Haut um die Augen. Siehst du verbraucht aus. Da war ich 25. Was würde ich erst heute denken. Heute denke ich nichts mehr. Denken hat sich erledigt mit 57.

    Mir wurde übel, wenn die Chemie die Kehle runterlief, bitter & warm & langsam ins Herz sickerte, es einpackte wie eine Scheibe Morphin beim Puppenstuben-Metzger. Ich legte Gilbert O’Sullivan auf. Zur Überbrückung, bis die Wirkung einsetzte. Das Album Big Hits, A-Seite, die erste Nummer. Immer nur die erste Nummer, immer zwei Mal hintereinander: Alone again.

    Ein Ritual.

    Oder dreimal. In meiner Erinnerung war stets Sommer, wenn wir uns ein Briefchen Heroin kauften und teilten, immer lief das sonderbar entspannte und altmodische Alone again und immer haben wir alles ausgekotzt, was es mittags bei den Eltern zu essen gegeben hatte. Scheiße, das Zeug ist doch viel zu stark, dachte ich. Zu stark für uns. Doch Gott in seiner Gnade gewährte uns freie Hand, so hatte er entschieden und wir nickten seine Entscheidung ab. What do we do. Dann eben Morphin. Am Ende zahlt man immer die Zeche, und zwar genau die, die man eigentlich prellen wollte. Wir lehnten uns zurück und harrten der Dinge. ]]>
    Fri, 18 May 2018 21:58:14 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Auf dem Koks-Run https://500beine.myblog.de/500beine/art/11594917 https://500beine.myblog.de/500beine/art/11594917

    "Du kannst mich mal an meinem klapprigen Hühnerarsch lecken!" meinte Selle gut gelaunt.

    Er trug eine merkwürdige Cordhose mit Schlag und diese cognacfarbenen Lederslipper. Ich schaute sie mir genauer an.

    "Was ist denn da los?" lachte ich. "Was soll das denn geben?"

    Sein Onkel war plötzlich gestorben, erfuhr ich, und hatte ihm einen Stapel Klamotten hinterlassen. Da beide von ähnlicher Statur waren, trug Selle das Zeug nun auf, doch es handelte sich um Kleidung, die er sich selbst niemals gekauft hätte. Viel zu piefig, das Zeugs. Das ist der Zwiespalt bei geschenkter Kleidung. Sie mag passen, doch in 99 % aller Fälle käme man selbst niemals auf die Idee, solch einen Mist zu kaufen. Einfach, weil man einen anderen Geschmack hat. Weil jeder andere Sachen in der Welt gut findet.

    Es waren 20 Paar Schuhe, Jacken, Reisestrümpfe, Chinos und Leinenhosen, Blousons, Designerjeans und eine Million Gürtel. Selle sah aus wie der kleine Gatsby an dem einen Tag und wie ein zorniger Hering am nächsten Tag. Sein Outfit war nichts halbes und nichts ganzes.

    "Ich seh voll kacke aus, wa?" strahlte er.

    Er hatte etwas Nordisches an sich, mit seinem blaffend roten Haar. Er erzählte von einem Kerl, mit dem er in Amsterdam die Nächte durchgekokst hatte.

    "Das war der durchgeknallteste Koks-Junkie, den ich je kennengelernt hab. Wir teilten uns ein Zimmer in einer billigen Absteige und taten vierzehn Tage nichts anderes als uns zuzuballern. Er hatte diese coole Panama-Connection, das Koks war von 80prozentiger Reinheit, das ist heute gar nicht mehr vorstellbar. Jeder glaubt, ich binde ihm einen Bären auf, wenn ich das heute erzähle."

    "Ein Kerl wie ein Schrank und voll okay, aber wenn er sich Koks geschossen hatte, wenn er auf dem Koks-Run war, drehte er völlig ab. Dann zog er sich splitternackt aus, nur die Cowboystiefel behielt er an, und sagte Dinge zu mir wie, he, guck mal, da krabbeln tausend Würmer aus mir raus! Guck doch mal! Nee, das sind keine Würmer, versuchte ich ihn zu beruhigen, aber ich war selbst im Stress. Versuch mal ne intakte Vene zu finden, wenn du schussgeil bist auf dieses super-ungestreckte Amsterdam-Koks der Achtziger, und neben dir tickt ein Knabe wegen irgendwelcher unsichtbaren Würmer aus."

    "Der ließ nicht locker, der fing immer von neuem an. Da ist jemand an der Tür! schrie er und schnappte sich sein Butterfly-Messer. Darin war er echt ein Meister, mit dem Butterfly-Messer konnte er umgehen wie ein Zirkus-Artist, das machte wirklich was her, wenn er da mit dem Messer hantierte. Dann riss er die Zimmertür auf und sprang auf den Gang, ein pudelnackter Kokser in Westernstiefeln, der wild mit dem Messer rumfuchtelte und wirres Zeugs schrie, Riese, war der durchgedreht, ich mein, der hatte das Limit wirklich überschritten."

    "Eine halbe Stunde später mussten wir den Zug nach Köln kriegen. Wir hatten die letzte Kohle in diese zwei Tickets investiert, aber es musste dieser eine bestimmte Zug sein, den wir kriegen mussten, sonst wären die Karten verfallen. Ich seh uns noch in höchster Eile oben der Gracht entlang stolpern, zugekokst bis unter die Schädeldecke, ich mit meinem klapprigen Hühnerarsch, LOS JETZT am schreien, und der Irre in seinen Westernstiefeln, den Pimmel halb aus der Hose fliegend.. Dass uns keiner verhaftet hat an diesem Tag, begreife ich bis heute nicht."

    aus: IS OKAY, RIESE! ]]>
    Fri, 18 May 2018 21:58:13 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Bringen Sie uns, was Sie haben, für fünf Mann https://500beine.myblog.de/500beine/art/11464045 https://500beine.myblog.de/500beine/art/11464045

    Im Juni lief mir am Grünewald der Mitsubishi Boy über den Weg. Er war seit einer Woche draußen. Fast zwei Jahre hatte er abgesessen, wegen dieser dummen Sache beim Grenzübertritt von Holland nach Deutschland, als ein Kilo Haschisch auf dem Beifahrersitz lag, einfach so, wie Weintrauben. Und weil der Motor seines goldenen, nah am Kolbenfresser operierenden Toyotas plötzlich so brutal laut gurgelte, winkte der Zoll ihn raus. Niemand hatte je daran gedacht, Öl nachzufüllen, nicht bei dieser alten Gangsterkutsche.

    “Ja, bist du doof? Ich mein, ein Kilo.. einfach so auf dem Beifahrersitz..? Und dann noch so ne Karre unterm Arsch..”

    “Na, weißt du, doof.. das ist ein hartes Wort, Bruder. Guck mal, es war ein superschöner Ostersonntag. Ich am Flöten, tausend Mark Kurierlohn in Aussicht und voll der Rückreiseverkehr, Scheiße, wer konnte ahnen, dass die Säcke ausgerechnet mich rauswinken..”

    Ausgerechnet ihn, mit Blues Brothers-Sonnenbrille, Ry Cooder im Tapedeck und unrasierter Pulvervisage. Ausgerechnet ihn, mit sterbendem Motorenlärm und fettem Soundsystem. Ausgerechnet ihn, mit handgestrickter Mütze aus Nepal, mit Bommeln dran. Na, so gesehen, stimmt auch – kommt eigentlich niemand drauf. Außer zwei, drei Zöllnern vielleicht. So Säcken.

    Ort der Säckeglückseligkeit war der Grenzübergang Emmerich; 33 Monate ohne Bewährung. Zwei Drittel musste der Mitsubishi Boy absitzen. Zwei Drittel, die er mit dem Studium philosophischer Texte abbummelte, von Charles Bukowski über "Die Straße der Ölsardinen" von Steinbeck bis zur hoffnungsvoll versoffenen Margarete Dumas.

    „Ich hab noch nie so viel gelesen wie in der scheiß Kiste. Ein Buch nach dem anderen, bis ich alleine nicht mehr denken konnte. Alles kam nur noch in Zeilen gepresst bei mir an. Ich glaub, ich war buchstabenabhängig.“

    Weil er sein Entlassungsgeld noch nicht ganz auf den Kopf gehauen hatte, ließ er eine Pulle weißen Rum springen, die wir im Stadtpark leermachten. Komischerweise war ich nicht mal halbbetrunken, auch Mitsubishi war eher ein bisschen noch cooler als sonst schon. Dass er 22 Monate Bau hinter sich hatte, merkte man ihm nicht an. 22 Monate in einem Tresor, auf einer Leerfläche, im toten Winkel. 22 Monate das Gerassel der Schließer und Erbsenpüree. Er war nicht mal besonders grau geworden im Gesicht, auch vom gefürchteten rastlosen Auf- und Ablaufen war nichts zu spüren. Nein, er saß cool auf seinem Hintern wie früher auf dem Bananensattel.

    Ich seh ihn noch vor mir, als Knirps auf dem Bonanzarad, mit hochgezogenem Lenker und wuschigem Fuchsschwanz, im Stadtpark hinterm Haus der Jugend. Fahren sah man ihn eher selten, meist lungerte er an irgendwelchen Ecken herum, den Hintern lässig auf dem King Size-Bananensattel. Die coolste 13jährige Sau der ganzen Stadt. Ein Killer.

    Der Killer berichtete Erstaunliches. Als Mitsubishi nach zwölf Monaten in eine andere Haftanstalt verlegt werden sollte, verbrachte er genau eine Nacht in der JVA Duisburg, als Zwischenstation. Und mit wem teilte er sich dort die Zelle? Mit Pepe. Ausgerechnet Pepe… der selbst gerade auf dem Weg in eine andere JVA war und in Duisburg für eine Nacht zwischengeparkt wurde.

    "Zufälle gibt’s.. aber vielleicht haben die Schließer auch gesehen, dass wir beide aus derselben Stadt kommen und wollten uns eine Freude machen, die Wichser, hahaa!! Vor allen Dingen wollten die uns ne Freude machen. Na,auch egal. Ich hab ihn beim Freigang im Hof gesehen und dachte, das gibt's doch nicht, der Pepe, wie er leibt und lebt! Er schien irgendwas zu checken, er hatte sofort den Überblick und die Connections, obwohl er genau wie ich erst ein paar Stunden hier war. Ich mein, er kannte ja keinen, hat aber direkt was klargemacht. Wir haben die ganze Nacht geraucht, gelacht und von alten Zeiten gequatscht, bis die Sonne aufging.“

    Mitsubishi nahm einen letzten Schluck weißen Rum.

    „Pepe müsste auch bald draußen sein. Vielleicht zwei, drei Monate noch.“

    Pepe, der alte Sonnyboy, saß wegen Heroinhandel, der übliche Kleinkram. Er hatte mir lange Briefe aus der Kiste geschrieben. Den letzten zu Weihnachten. Darin schilderte er minutiös einen Traum, in dem Karlos und ich ihn in einer halsbrecherischen Helikopter-Aktion aus dem Knast befreien. Am Ende stürzen wir alle über einem Puff in Köln ab und er wird wach.

    Mitsubishi und ich verließen den Stadtpark und liefen die Einkaufszone hoch, landeten im Mumms. Nachmittags war grundsätzlich tote Hose, nur hinten beim Flipper hockten ein paar Leute, darunter Meckenstock und Harry.

    „Harry“, sagte ich.

    „Glummmann“, sagte Harry.

    Er sagte immer Glummmann. Er hatte ein charmantes Grübchen und war sehr verlässlich, er arbeitete seit tausend Jahren in der selben Großhandelsbude auf dem Büro. In einer abschließbaren Schreibtischschublade lag stets ein gesatteltes weißes Pferdchen bereit für einen kleinen Ausritt: der Flachmann. Harry war ein Trinker. So wie Meckenstock, der sich in eine Spendierlaune reinsteigerte. Er warf eine Runde nach der anderen und strahlte. Er hatte den Mitsubishi Boy fast zwei Jahre nicht gesehen. Meck war ein bisschen in ihn verliebt. Nicht, dass er das zugegeben hätte. Es war ihm unangenehm, schwul zu sein. Er hätte alles dafür gegeben, um nicht zufällig schwul zu sein.

    Eine Frau, die ich vage vom Sehen kannte, stellte sich zu uns, als sie was zu trinken bestellen wollte.

    „Mann, bist du dünn geworden“, meinte sie zu mir.

    „Echt?“ sagte ich. „Liegt vielleicht am Schnäuzer, der ist weg. Dann wirkt man direkt schmaler.“

    „Hast du ihn dir wegrasiert?“

    „Nee, weggesoffen.“

    Blöde Frage. Fertige Männergesellschaft am Nachmittag, aber die beteiligten Frauen waren irgendwie auch nicht die Hellsten. Meckenstock orderte ein Taxi.

    „Los, wir gehen was essen. Ich lad euch ein.“

    Wir landeten in der Chinesischen Mauer am Zwillingswerk, dem größten Chinalokal in der Gegend.

    „Bringen Sie uns, was Sie haben, für fünf Mann!“ (Meckenstock).

    Die Kellnerin lächelte, machte aber einen leicht gekränkten Eindruck, so als fühlte sie sich veralbert. Verkackeiert. Meckenstock spürte das und versuchte seine flapsige Ansage zu präzisieren.

    „Sagen wir, bisschen Rindfleisch, ein Happen Ente und Huhn, paar Schüsseln klätschigen Reis, Gemüse, Sie wissen schon.. alles für fünf Mann. Und Sekt im Kübel.“

    Meck war ein undurchsichtiger Bursche. Obwohl er keiner Arbeit nachging, war er stets flüssig und spendabel. Eine Weile jobbte er in einem Autohaus als Verkäufer, Harry hatte ihm die Stelle besorgt. Innerhalb weniger Monate entwickelte sich Meck zur Verkaufsgranate Nummer 1. Dann geriet er in eine Verkehrskontrolle. Tagsüber. Fast drei Promille. Lappen weg, Job weg, Karriere ade. Nur die Kleidung blieb. Er sah immer noch aus wie ein Businessman, der Popcorn-Maschinen und bunte Las Vegas-Partyzelte verlieh und damit einen Haufen Schotter machte.

    Ein hagerer Bursche, kein Gramm Fett zu viel. Vom Saufen war seine Bauchspeicheldrüse schwer angeschlagen, und weil nun jedes nächste Schnäpschen den Tod bedeuten könnte, mied er harte Sachen und soff konsequent Altbier mit einem Alibi-Schuss Malz und Sekt, dem er durch ständiges Rühren den Sprudel entzog und somit zur Plirre herunterstufte, wie er glaubte. Den speziellen Eislöffel zum Umrühren, extralang und in feines Anstecktuch gewickelt, trug er stets bei sich. Zum Plirre anrühren.

    Meckenstock war voller Marotten und Tics. Ständig musste er Mauern und Wände berühren. Anfassen. Man spazierte mit ihm durch die Stadt, runter zum Chinesen am Zwillingswerk, und Meck blieb alle Nase lang stehen und spürte mit den Fingern der Hauswand entlang. Der Litfaßsäule. Ganz leicht nur, mit Fingerspitzen und einem Lächeln, so selig, als hörte er eine feine Zement-Arie.

    Der chinesische Kellner tischte nacheinander sechs verschiedene Platten auf, mit Ente, Huhn, Rindfleisch und gläsernem Gemüse. Wir kifften Purpfeifen und kleine Sticks am Tisch, was bei den exotischen Gerüchen nicht weiter auffiel. Und wenn schon. Nur der Mitsubishi Boy verdrückte sich mit meiner Purpfeife, der Roten Zora, runter aufs Klo, er hatte noch acht Monate Bewährung offen. Das war ihm zu heikel. Am frühen Abend jedoch war ihm das auch wurscht.

    „Drei Vater unser und die Sache ist erledigt!“ blökte er ins Blaue hinein, ohne dass irgendwer wusste, was damit gemeint war.

    Ein Walkman machte die Runde, mit Soul und langen Liedern in e-Moll. Ich futterte wie ein Schwein. Ich war hackebekifft.

    „Auch ein schönes Lied!“ (Harry).

    „Kannste noch einen bauen, Glummmann? Oder reicht dat nich mehr?“

    „Klar. Hier, roll du einen.“

    Die Stimmung war ausgelassen und sprang sogar auf die Nachbartische über, Gelächter und Gejohle an Tisch 10.

    „Hörst du die dahinten?“ raunte Mitsubishi mir zu, so leise, als würde er Stille Post spielen. „Die lachen, die haben Recht.“

    „Genau. Die machen weiter.“ ]]>
    Fri, 18 May 2018 21:58:12 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Aus ihrer Haut heraus kommt nur die Schlange https://500beine.myblog.de/500beine/art/11439877 https://500beine.myblog.de/500beine/art/11439877

    Ich mag Menschen, die einem das Gefühl vermitteln, die Ruhe der ganzen Welt würde sich in ihnen breitmachen.

    Nicht, dass ich einen kennen würde.

    *

    "Wie lange ist Scheiblettenkäse denn haltbar..?"

    Wir hatten vor einiger Zeit Heißhunger auf Hawaii-Toast, dafür brauchte es unbedingt Scheibletten-Käse, doch mehr als die Hälfte der Packung blieb übrig und steht sich seither im Kühlschrank die Beine in den Bauch.

    "Ach, der ist ewig haltbar", sag ich. "Ich schätze sowieso, das sind Restbestände aus alten Louis de Funes-Filmen aus den 60ern, die heute noch im Supermarkt verkauft werden."

    "Dann hält er sich noch, meinst du?"

    "Ja. Der hält noch."

    *

    Ist ja kein teurer Charakterkäse, der schnell in Arsch geht.

    *

    Den alten Notizbüchern meines Vaters haftet ein lockerer Schweißgeruch an, wie original abgefüllt von kanadischen Holzfällern, die von vier Wochen Jahresurlaub die letzten dreieinhalb Stunden in Baton Rouge auf den Kopf hauen.

    *

    Aaahh.. die Welt geht unter! Genau!! Da blühen die Geschäfte!!!

    *

    Das Herz einer Fledermaus schlägt 1000mal in der Minute. Das Herz einer Fledermaus ist ein sehr leises Schnellfeuergewehr, Fledermausblut ist seine Munition.

    *

    Aus ihrer Haut heraus kommt nur die Schlange.

    *

    Ich habe in der Nacht zufällig einen schönen iranischen Spielfilm gesehen, „Das Lied der Sperlinge“ aus dem Jahre 2008. Es war wie im Märchen, die Bilder aus der Großstadt Teheran, wo Zehntausende von Motorradfahren in den Straßen unterwegs sind, ohne Helm, mit flatterndem Hemd. Bilder, wie es sie hierzulande noch in den Siebzigern gab. In Belgien sogar noch 2007. Hab ich genau gesehen, aus dem Auto heraus. In einem kleinen Kaff namens Nazareth. Aber in Belgien. Flatternde adidas-Hose, dickes Moped, weit und breit kein Helm.

    *

    Da war dieses strenge Blumenkind mit langem dünnen blonden Haar, das ich aus der Teestube an der Kasernenstraße kannte. Ein ungemein blasses Geschöpf, nahe am Albino. Sie hatte einen Freund, der war ziemlich klein und hatte dünnes langes schwarzes Haar und fuhr Moped. Er also vorn mit dem flatternden dunklen Haar, sie auf dem Sozius mit ihrem flatternden blonden Haar und ihrem flatternden Maxi-Rock. Die langen Haare wie Seidenvorhänge im Wind, beide Rücken gerade durchgedrückt, die Matten geapfelshampoot.

    *

    Was auch immer in meinem Leben geschieht, es tritt mit Verzögerung ein. Wenn Eric Clapton der Mister Slowhand des britischen Bluesrock ist, bin ich der Herr Langsamstift an den Buchstaben.

    „Red nicht. Du bist das Faultier unter den Schreibkräften“, sagt sie.

    *

    Worte wie Modul und Cluster gehen mir auf den Sack, Worte, denen Coolness anhaftet und die doch nichts bedeuten, die keinen Inhalt haben, nicht wirklich jedenfalls, die irgendwann gegen die Wand fahren und abgelaufen sind, Worte, wie in den Nullkorridor der deutschen Sprache gedrückt.

    *

    „Wie heißt das noch..?"

    "Was meinst du..? Wie heißt was?"

    "Na, was die meisten Menschen haben.. die haben doch eine… eine…. na, wie nennt man das noch mal.. diese Memoryschleife.. also alles, was bisher geschah… ist eine…?“

    „Hm..? Vergangenheit?“

    „Genau! Eine Vergangenheit!“

    *

    Samstagabend. Es ist dunkel. Auf dem Spielplatz sitzt ein einsamer Teenager auf der Schaukel und schaukelt. Das Handy klopft an. Das bläuliche Licht des Displays schwingt in der Finsternis vor und zurück wie ein betont höfliches UFO, das JETZT keine Fehler machen will. Nicht beim Schaukeln.

    *

    Es gibt Dinge auf Erden, die sollten einem klar sein. Etwa die Tatsache, dass auch das teuerste und exklusivste und prominenteste Captains Dinner der Welt am Ende nichts anderes ist als der Vorläufer einer dicken fetten Portion Fäkalien, die in die Kloschüssel klatscht und stinkt.

    *

    Die Heizperiode geht los. In den Heizkörpern grollt und bläst die Luft, wie im Straflager. Allerdings nicht in unseren. Der Heizkessel ist nämlich kaputt. Er gibt keinen Mucks mehr von sich. Ein neuer muss eingebaut werden. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. „Wir haben brutal viel zu tun“, stöhnt der zuständige Klempnermeister, den ich kontaktiere. Der Schornsteinfeger ist ebenfalls involviert in den Neu-Einbau. Er hat gute Zähne. Vielleicht fällt das Weiß seiner Zähne auch nur deshalb so brutal gut auf, weil alles andere an ihm kohlrabenschwarz ist. Ein cleveres Bürschchen.

    *

    Ich: „He! Es ist schon viertel vor zehn!“

    Sie: „Bei dir vielleicht, du Penner.“ ]]>
    Fri, 18 May 2018 21:58:11 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Wenn der Schrottkerl kommt https://500beine.myblog.de/500beine/art/11435545 https://500beine.myblog.de/500beine/art/11435545

    Auf der Suche nach Altmetall durchpflügen immer öfter Schrottkerle unser Viertel. Angekündigt werden sie stets von den gleichen Rattenfängermelodien, via Megaphon abgesondert, klebrig wie Schneckenschleim.

    In endlosen Schleifen tönt es aus blechernen Lautsprechern, die oben auf der Fahrerkabine angebracht sind, damit auch der letzte Anwohner Bescheid bekommt: Der Schrottkerl ist da. Der fahrende Altmetallhändler, der kostenlos dein Metall abholt und entsorgt, egal, ob es am Straßenrand zur Abholung bereitsteht oder im Keller erst mühsam freigeschaufelt werden muss. DER LUMPENSAMMLER IST DA. Ihr werdet euren Schrott los und wir verdienen Geld.

    Je höher die Preise für Altmetall steigen, desto mehr alte Pritschenwagen schleichen durch unser Viertel, fast alle von außerhalb. Sie kommen aus dem Ruhrgebiet, tragen Autokennzeichen aus Essen und Oberhausen und Duisburg, und je mehr alte Pritschenwagen und demolierte VW-Busse und Ford Transits durch die Straßen pirschen, desto mehr blechernes Jahrmarktsgeorgel ist zu hören.

    Elvis und Beatles. Es ist die Pest. In Schrittgeschwindigkeit. Einer spielt ohne Ende den Refrain von „Muss i denn zum Städtele hinaus“, ein anderer ALL YOU NEED IS LOVE. Man hört Panflöten und 70er-Jahre-Softporno-Soundtrack ("Bilitis"), man hört den Refrain von „O when the saints go marching in“ und, als Dauerbrenner, "Amazing Grace". Und alles klingt nach Ricky King in der Dose.

    Obwohl man die Endlosschleifen als gewöhnlicher Anwohner nur wenige Minuten ertragen muss, bis die Eisenkerle die Bürgersteige und Vorgärten nach verwertbaren Gegenständen abgegrast haben und kehrtmachen zur nächsten Siedlung, zu den nächsten Vorgärten, zum nächsten Eisenhaufen, geht einem das ganze Gejaule zunehmend an die Nerven und erfordert Geduld.

    (Ich komme trotzdem nicht drauf, welche Melodie das sein soll, die meine Nerven gerade auf die Probe stellt. Irgendein alter Grand-Prix-Kram, den jeder mitpfeifen muss, mit 60erjahre-Grandezza.)

    „Wenn ich einen Schrotthändler kommen höre, muss ich immer an dich denken“, sagt die Gräfin, „selbst wenn du direkt neben mir stehst. Diese furchtbaren Melodien.. ich weiss auch nicht. Das ist wie früher, wenn wir auf Hahneköpper-Feste gegangen sind und uns kaputtgelacht haben.. Der Schrottkerl, das sind du und ich – das sind wir beide.“

    „Das ist schön, wie du das sagst. Aber welches Lied der da gerade spielt weisst du auch nicht, oder?“

    „Nee. Weiss ich nicht. Ist doch egal.“

    Hm. Ich hab schon "Yellow Submarine" vermutet, doch als ich den Refrain von "Yellow Submarine" ansatzweise vor mich hin summe, merke ich schnell, Freunde – das haut nicht hin. Das sind nicht die Beatles, das ist was anderes. Auch "Oh when the saints go marching in, oh when the saints.." passt nicht, meine zweite Vermutung. Wie frisch von der Blechwalze schwappt der Refrain rüber, und je näher der Leierkasten-Kraftwagen kommt, desto lauter und selbstvergessener flötet man als Anwohner den Ohrwurm mit. SCHWEINEREI.

    Endlich erreicht der Wagen unser Haus.

    „Die arme Sau da drin muss doch bekloppt werden“, sag ich zur Gräfin.

    „Was? Wer?“

    „Na, der Fahrer da drin..! Ich mein, tagein, tagaus When the Saints goes marching in in den Ohren, da wird man doch bekloppt, oder nicht..“

    „Wieso, stimmt doch gar nicht. Manchmal läuft auch Muss I denn zum Städtele hinaus, und du mein Schatz bleibst hier.. Ausserdem sitzen da zwei Männer im Fahrerhäuschen, nicht einer. Da sitzen immer zwei drin.“

    „Na und? Ist doch egal. Dann werden die eben abwechselnd bekloppt“, sag ich. "Aber bekloppt werden die. Die können ja nicht mal eben aussteigen und weghören, das geht nicht. Das einzige, was sie machen können, ist die äh Musik ausschalten. Aber dann weiß niemand, dass der Schrottkerl kommt."

    Der Pritschenwagen, zwei Lautsprecher auf dem Dach der Fahrerkabine, fährt die Sackgasse runter bis zum Hippergrund, dreht um und kehrt langsam zurück, im Schritttempo. Beladen mit ausrangierten Kühlschränken, aus denen Kühlflüssigkeit läuft, irgendwelchen rostigen Metallgittern sowie einem bunten Strauß Karabinerhaken, Regenrinnen, dünnen Kupferdrähten und armdicken Industrieroboterschrauben. Ein echter Fang ist selten darunter, wie man hört. Mal eine ganze Schrottimmobilie oder ein Containerschiff zum Ausschlachten, das schon.

    Kein Thema.

    Der Moment der Kontaktaufnahme ist dann ein schöner. Der Pritschenwagen schiebt sich gemächlich an unserem Haus vorbei. Downtown, ich erkenne Downtown von Petula Clark aus dem Lautsprecher, als Instrumental freilich. Es sind immer Instrumentals, es ist immer der Refrain, den Text muss man sich denken. "Bist du allein, von allen Freunden verlassen, dann geh in die Stadt - Downtown.." Jetzt reicht's. Ich geh raus auf die Strasse, gebe Handzeichen und halte den Wagen an.

    Während die Lautsprecher weiter Downtown vom Dach knarzen, spreche ich ins Führerhaus.

    “Sagt mal.. was ich schon immer wissen wollte.. Werdet ihr eigentlich nicht bekloppt, wenn ihr den ganzen Tag dieses Geeire ertragen müsst?”

    Der jüngere der beiden Eisenkerle schnellt überrascht vom Beifahrersitz hoch, ein hagerer Bursche, der aussieht, als hätte man ihm in der Schweiz die Haare geschnitten, aber oben auf dem Berg, wo's dunkel ist. Er strahlt mich an, als wäre ich der Exklusiv-Vertreter von Seltenen Erden, auf den er so lange schon gewartet hat. Damit es endlich vorangeht in Essen-Altenessen.

    “JA KLAR! ” ruft er heiser und lupft die Mütze Gott zum Gruße. “ICH BIN SCHON TOTAL LANGE BEKLOPPT DAVON!”

    Heilfroh, dass das endlich einmal jemand goutiert. ]]>
    Fri, 18 May 2018 21:58:10 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Konsequent Weltklasse https://500beine.myblog.de/500beine/art/10681777 https://500beine.myblog.de/500beine/art/10681777

    Man braucht zwei Leben.

    Eins, um zu kapieren, was richtig ist und was nicht, und ein zweites, um sich gelegentlich danach zu richten.

    *

    Es wollte sich mit mir treffen, das junge Frl. Weiden. Es jobbte als Zimmermädchen im Turmhotel. Es war keine zwanzig, schätzte ich, und trug gern luftige Sommerkleidchen. Es war in seiner ganzen Erscheinung keinem bestimmten Jahrzehnt zuzurechnen, das Fräulein Weiden, die Zeit hatte es irgendwie links liegen lassen, das muss kein Unglück sein. Im Gegenteil. Eine gewisse Nichtbeachtung zur rechten Zeit fördert das Flüggewerden.

    Das flügge Frl. Weiden hatte etwas Unschuldiges an sich, doch dahinter verbarg sich ein Früchtchen, so jedenfalls meine Vermutung, in Einklang mit meiner knapp 25jährigen Lebenserfahrung.

    Was ein Haufen!

    Es war viertel vor sieben in der Früh an diesem Sonntag, wir standen in der Hotelküche nebeneinander, füllten frisch gekochten Kaffee in Thermoskannen um und schauten aus dem Fenster des 11. Stockwerks.

    Meine Schicht als Nachtportier neigte sich für heute dem Ende entgegen, ihre Frühschicht hatte just begonnen. Es duftete nach Röstkaffee und kandierten Früchten, nach Kokos, das kam vom Rummel, der unten am Weyersberg gastierte, und von der nackten Haut, die das Frl. Weiden zeigte, der aufgetragenen Lotion.

    "Nachmittags treffe ich mich immer mit meinen Leuten im Karstadt-Cafe", sagte sie. "Hast du vielleicht Lust, mal zu kommen? Heute Nachmittag oder so? Wir sitzen immer am selben Fenster.. Wir machen viel Unsinn. Wir lachen viel."

    Ich starrte sie an. Meinte sie das ernst? Wen glaubte sie vor sich zu haben? Ich war ein Trinker, ein Kiffer, ein Acid-Head, ich lebte in einer anderen Welt, ich war auf dem besten Wege, mich in den Club 27 einzubringen. Und Frl. Weiden? Auch wenn sie nur einige Jährchen jünger war als ich, sie kam mir vor wie ein Kind. Mit den Attributen einer Frau.

    Ihre Worte, ihre Unschuld, ihr ganzes Auftreten erinnerte an die Fünf Freunde von Enid Blyton. Das Frl. Weiden blätterte sozusagen im Abenteuerbuch, wenn es mich einlud, es zu treffen. Im Beisein der Freunde. Im Karstadt. Im Cafe. Ein Abenteuer in den großen Ferien.

    Sie hatte schöne lange bleiche Beine und eine wechselnde Note. Mal Karamell, mal Kokos. Immer frisch. Ihre Stimme zitterte ein bisschen. Es war ein Versuch gewesen, ihre Einladung ins Cafe, sie hatte etwas gewagt. Sie wollte sehen, ob ich auf ihren Vorschlag einging. Wie ich reagierte. Ob ich überrascht war.

    Eine Viertelstunde noch, dann würde die Chefin eintrudeln, sie kam stets Punkt 7, wenn sie Frühdienst hatte. Je länger das Zimmermädchen neben mir stand, desto stärker wurde das Verlangen, das Zimmermädchen zu küssen. Frauen wollen Männer kennenlernen, Männer wollen Frauen küssen. Würde es mir gelingen, Frl. Weiden in die Wäschekammer zu lotsen?

    Sonntagmorgen. Der Frühstücksraum war leer um diese Uhrzeit, die Sonne schien hinein, man sah Staubflusen im Gegenlicht auf-und niedersteigen, wie Seepferdchen. Das Frühstücks-Buffet war noch nicht aufgebaut, es wartete im großen Kühlschrank, die Kaffeekannen waren abgefüllt. Wir warteten auf den Chinesen, der jeden Morgen Punkt zehn vor Sieben in die Küche marschiert kam und die bestellte heiße Milch abholte. Für ihn und seine Kollegen im 13. Stockwerk. Dampfende Kuhmilch, 2 Liter.

    "Wir trinken Kaffee, auch mal eine Limonade, und Gerti kann Witze erzählen, soo gut, das musst du hören", so Frl. Weiden. "Wir lachen uns schlapp. Wir treffen uns um fünf. Wenn du Lust hast.."

    Ich kannte ihren Vornamen nicht. Die Chefin hatte sie mir lediglich als Fräulein Weiden vorgestellt. Die Morgensonne strahlte ihr gelbes Kleid an, momentan war alles war gut, alles war frisch. Als der Chinese einmarschierte, fünf vor Sieben, kurz vor der Chefin, verschwand Frl. Weiden Richtung Wäschekammer. Ich folgte ihr, blieb aber auf Distanz. Ich beobachtete sie. Das Zimmermädchen zog einen Stapel Handtücher aus dem Wäscheregal und füllte den Wagen auf.


    *

    Unter diesem Haufen Dilettanten und Geldabschneidern wird es zunehmend schwierig Leute zu finden, die ihren Job gern machen, die motiviert sind, denen man vertrauen kann, dass sie das, was sie tun, nicht nur des Geldes wegen tun, sondern weil sie es können. Warum das so wichtig ist? So entscheidend? Weil der Mensch, der vor dir sitzt an der Supermarktkasse, auch dein Notarzt sein könnte.

    *

    Woran man spürt, dass man allmählich ältere Herrschaft wird? Wenn im Gespräch mit Gleichaltrigen zunehmend Floskeln auftauchen wie „Ja klar, das ist Verschleiss, da kann man nix machen“. Oder hier, der: "Der Arzt sagt auch, ich soll mehr trinken."

    Da wünscht man sich manchmal, man hätte noch die Kraft, die man mit Mitte zwanzig hatte, auf seinem Höhepunkt, als man selbst vollgeschissen noch gut aussah, von hinten.

    Wir waren exakt Mitte vierzig, (also vor 10 Jahren), als die Gräfin mir von diesem Traum erzählte. Sie hatte von einem Mann und einer Frau geträumt, die sehr bedächtig auf einer Parkbank saßen und uns erklärten, dass sie genug hätten von diesem albernen Leben. Dass es an der Zeit sei, endlich ernsthaft zu werden.

    „Wir haben genug gelacht in diesem Leben.“

    Eine Traumsequenz weiter saß dasselbe Pärchen in unserer Wohnküche und demonstrierte geduldig, wie man sich gegenseitig die Finger bricht. Eine überraschend mühelose Angelegenheit. Ein leichtes Knicken nur. Als wären es Federn, keine Finger.

    „Altwerden ist nichts anderes als das Wegbrechen von Flügeln, an deren Stelle nichts nachwächst“, sagte die Frau im Traum. "Aber wer nicht mehr fliegen kann, hat automatisch mehr Zeit für den Erdboden.“

    *

    Ich möchte noch mal zwölf Jahre alt sein und nachmittags von der Schule heimkomme. In der Kinderstunde läuft Pan Tau, Mutter macht mir einen Becher warmen Kakao zum Essen, aber nicht diesen fair gehandelten Bio-Kakao, sondern Kaba.

    Oder elf.

    *

    Aufwachen am Morgen Immer noch am Leben: Sein Welch ein Privileg Welch Ungeheuerlichkeit & womöglich scheint noch die Sonne DIE SONNE Konsequent Sonne Konsequent Weltklasse

    *

    ("DU GLAUBST AUCH ALLE LEUTE GEHEN MIT DEINEN AUGEN DURCH DIE WELT!")

    *

    Ein Evergreen, gespielt und gesungen von JJ Cale:

    Â The old man and me, JJ Cale ]]>
    Fri, 18 May 2018 21:58:09 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Daily Coffee https://500beine.myblog.de/500beine/art/11316529 https://500beine.myblog.de/500beine/art/11316529
    „Oh..!“ sagte ich, und zog irritiert den Fuß aus seinem Bauch.

    Ich weiß auch nicht, aber irgendwie sah das unanständig aus, wie er da unten auf den Fliesen lag, im Neonschein des Bahnhof-Cafés, und wie der Fußabdruck sich allmählich zurückbildete und wieder Risikobauchfett wurde.

    Dann geschah alles gleichzeitig.

    Die drall überschminkte Servicekraft reichte einen Becher schwarzen Kaffee über die Theke, und der gut gekleidete Herr, der neben mir stand und alles beobachtete, wollte schon zulangen, „Ist der für mich?“, „Nee, für den jungen Mann neben Ihnen!“ Also blickte ich hoch, um mich zu vergewissern, ob sie mich damit meinte, (bin ich denn immer noch jung? ein Mann? hört das denn nie auf?) und griff hastig nach dem Becher, wobei etwas Kaffee über den Rand schwappte, genau in den offenen Kittelkragen des armen Klempners.

    „Ja isses denn bald gut!??“ schnaufte er genervt.

    „Jo“, erwiderte ich, aber ehrlich gesagt: Das war auch nicht mehr als eine bloße Vermutung. ]]>
    Fri, 18 May 2018 21:58:08 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Natürlich, Männer machen dumme Dinge mit ihrem Schwanz... https://500beine.myblog.de/500beine/art/11232397 https://500beine.myblog.de/500beine/art/11232397

    15. Mai 1986

    Was für eine Nacht. Um 24 Uhr hat sie angerufen und wollte eigentlich nur gute Nacht sagen, eine Stunde später kommt sie im grünen Simca vorgefahren und holt mich ab. Auf einen Kaffee in die Hütte nach Ohligs. Der Laden heißt wirklich so, Hütte, und gehört ihrem neuen Macker.

    „Unsinn, die Hütte gehört ihm nicht, er hat sie nur gepachtet“, rückt Lina zurecht.

    „Aber ein Kerl ist er schon, dein Chef, oder?“

    Sie pfeift durch die Schneidezähne. „Aber hallo.“

    Blöde Kuh. Wir sitzen eine Stunde rum in dem dunklen Schuppen, ich nehme noch zwei Bier, dann bringt sie mich wieder nach Hause. Sie will noch auf einen Sprung reinkommen, weil sie pissen muss, und bleibt bis halb fünf.

    Wir sitzen zusammengekauert vorm Nachtstromspeicher in der Küche und sie tut mir die Klamotten rein, KLAMOTTEN DER WAHRHEIT. Dass sie es nicht mehr mitansehen könne, wie ich ohne Perspektive und ohne Knete und mich auf die Loyalität meiner Freunde verlassend in den Tag hineinlebe. Dass sie das früher an mir geliebt habe, meine lässige Art, „jetzt hängt es mir zum Hals raus! Und weißt du auch, warum? Weil nichts passiert in deinem Leben. Weil du immer ein kleiner Arsch bleiben wirst, wenn du dich nicht endlich aufraffst und irgendwas probierst!“

    „Probieren? Was denn?!“

    Sie wird zur Furie. „SOLL ICH DIR DAS ETWA AUCH NOCH SAGEN??!“

    Dabei habe ich das nur gesagt, um sie zu provozieren, um dem Affen Zucker zu geben und um zu sehen, was mit einem Affen passiert, bei einer Überdosis Zucker. Wie ich mir das überhaupt vorstelle, meine Zukunft, so als größter Drückeberger der Welt, fragt sie mit all ihrer geballten nächtlichen Energie, und da muss ich passen. Da muss ich jedes Mal passen, wenn sie auf der Zukunft rumreitet. AUF MEINER ZUKUNFT. Zukunft, das ist wahrscheinlich das Denken über den Tag hinaus, doch ich bin immer nur verstrickt im Jetzt, im Transport: DAS JETZT IST IMMER TRANSPORT, treibe ich die Worte vor mir her, doch damit kann man ihr nicht kommen, damit punkte ich nicht, nicht bei ihr.

    Ich lege noch einen drauf und sage, dass man keine Zukunft nötig habe, bloß die Gegenwart, “die macht genug Rückenwind, wenn man sie nah genug heranlässt.”

    “Ach, du immer mit deinen... Sätzen!”

    Sie schleudert meine Worte in einer schnellen Geste über ihre Schulter, wie ein Gläschen Wodka, das man leergesoffen hat, weg damit. Außerdem sei ihr etwas aufgefallen, sagt sie, nämlich dass ich beim Schreiben niemals ein Semikolon setzen würde.

    „So ein Ding, weniger als ein Punkt und mehr als ein Komma, das Zeichen, das signalisieren soll, Leser! Jetzt kommt etwas Neues, in Anlehnung an das Alte, oder so ähnlich.“

    Und dass ich immer ihr Traummann war, so vom Charakter her, als Mann, und dass ich der auch bleiben werde..., wenn ich doch nur endlich was auf die Reihe kriegen würde und für mich selbst sorgen könnte. Nein, sie will weg, sie hat die Nase voll. Ich hindere sie an ihrer Entwicklung. Sie ist einundzwanzig und will andere Männer ausprobieren. Verständlich sogar, wäre nicht ich der Angeschmierte in der ganzen Geschichte. Ist doch klar, würde ich sonst sagen. Muss doch. Geh deinen Weg.

    Sie ist noch nicht fertig. Dass es ja wohl ein Armutszeugnis darstelle, dass ich mit 25 noch jeden Monat Geld von meinen Eltern kriege, um die Miete aufbringen zu können, und dass ich das doch hätten kommen sehen müssen, dass sie sich von mir abseilt nach all den Jahren, wenn ich ihr keine Zukunft biete.

    Heute Mittag, ich bin bei meinen Eltern drüben, habe ich dann bei ihr angerufen und gemeint, dass sie natürlich Recht habe von wegen faules Schwein und so, aber ob wir nicht doch irgendwie zusammenbleiben könnten. Lacht sie: Doch klar kommen wir wieder zusammen, aber lass uns nichts überstürzen. Außerdem willst du dir ja doch nur eine Absicherung holen, ich kenne dich doch. Du sollst dich jetzt aber ganz alleine auf dich verlassen, ohne mich.

    „Mach was draus.“

    Gut, okay, sag ich. Aber was ich nicht einordnen kann ist die Tatsache, dass wir uns kaum noch küssen, dass Sex keinen Spaß mehr gemacht hat in letzter Zeit und so Sachen, aber da gibt sie keine befriedigende Antwort drauf, eigentlich gar keine Antwort, und ich habe sowieso das Gefühl, dass das wichtigste unausgesprochen bleibt. Auch wenn ich selbst nicht weiß, was das sein sollte, das wichtigste. Während wir telefonieren, liegt die dicke Samstagsausgabe der Lokalzeitung aufgeschlagen vor mir, die Stellenangebote.

    (Männl. Aushilfe/vormittags 813058)



    18. Mai 86

    Wenn ich bloß wüsste, wie die Kleine heißt, die hier übernachtet hat. Anja..? Braver Name für eine abgewichste Nummer. Die Sache im Bett beschränkte sich gleich aufs wesentliche. Keine Küsse, kein Abtasten. Ich lutsche an ihren dicken Titten, sie greift nach meinem Schwanz. Ich lege eine Cassette mit Soul-Balladen auf. Womack and Womack. Ich höre es mir an, während sie an mir rumnuckelt. Erst wollte ich mein Ding noch waschen, weil sich da im Laufe eines Kneipentages eine Menge ansammelt, aber da war es schon zu spät, da war ich schon in ihrem Mund. Freitagnacht, und der Stolz geht den Bach runter. Nicht mal baden geht der Stolz. Nur den Bach. Runter. Ich lege meinen Kopf zwischen ihre Schenkel und schaue zu, wie sie es sich selbst macht. Das ist das Beste, was du tun kannst, Mädchen. Es dir selbst besorgen. Ich bin viel zu betrunken, um außer Blasen Sex zu spielen. Den Finger in ihrer Arschritze. Ich lecke sie, feure sie an, spritze ihr übers Gesicht.

    Und dann, im finstersten Teil der Nacht, fängt sie an zu schnarchen. SCHNARCHEN! Das macht mich wahnsinnig. Ich werde wach, sie schnarcht. Möglicherweise hat sie vorher schon geschnarcht, ich weiß nicht, da habe ich geschlafen, da juckt mich das Geschnarche nicht. Aber jetzt bin ich wach und neben mir schnauft und ackert ein alter Traktor. Ich remple sie an, bis sie endlich Ruhe gibt. Während sie ruhig weiterschläft, führe ich ihre Hand an meinen Sack.

    Am Morgen hänge ich ihr gleich wieder an den Titten. Sie bläst gut. Diesmal spritz ich mir selbst über den Bauch. Ich erkläre ihr den Fußweg in die Stadt.

    „Mach’s gut.“

    Sie grinst zum Abschied, als ich ihr vom Fenster aus nachschaue. Aber meine Augen werden schlechter. Vielleicht ist das gar kein Grinsen, sondern was anderes. Vielleicht kotzt sie im Gehen. Mittags gehe ich rüber zu meinen Eltern. Es gibt Rindsgulasch. Mutter macht ein göttliches Rindsgulasch.

    Natürlich, Männer machen dumme Dinge mit ihrem Schwanz, aber wenn Frauen einen Schwanz hätten, sie würden ungefähr das Gleiche tun - jede Wette.

    (Ich weiß nicht, wie es in zwanzig Jahren sein wird, aber ein 25jähriger Mann, der mit einer Morgenlatte wach wird, hat das Gefühl, auf einem Motorboot loszureiten, kaum dass er die Augen aufschlägt..)

    (Als die Gräfin zum ersten Mal ein erigiertes Glied sah, hielt sie es für ein inneres Organ, das sich verlaufen hat.)

    Als ich das erste Mal ein erigiertes Glied sah, war ich acht oder neun. Wir spielten Ende der Sechzigerjahre gern auf den zahllosen Baustellen der Hasseldelle, wo eine Hochhaussiedlung entstand, eingerahmt von Bungalows und Reihenhäusern. All die Rohbauten gaben großartige Spielplätze ab. Nichts ist spannender als kaputte Leitern und Gummiwannen voller Mörtel. Und urplötzlich liegt

    Dieter Rillenhauer splitternackt im Kellerschacht und strahlt uns an, mit einem riesigen erigierten schneeweißen Glied. Jedenfalls kam es mir damals riesig vor, obwohl das kaum sein kann, denn Dieter Rupp war genauso alt wie ich, aber früher reif. Ich für meinen Teil kannte das jedenfalls noch nicht, eine Latte. Ich hatte das an mir noch nicht gespürt.
    Wer über das männliche Genital schreibt, hat ein Problem:

    Nenn ich es Pimmel oder Latte, Rohr oder Schwanz, Lümmel, Penis oder Riemen, medizinisch oder Schweinkram, es bleibt eine schwierige Entscheidung – bis auf den Fall von Dieter Rupp, 1969, nackig im Neubauschacht an der Hasseldelle, da war die Sache sonnenklar. Was uns da anblitzte im Frühlingslicht, war ein eins a schneeweißes Glied, durchzogen von blauen Adern und erstaunlich stramm für sein Alter und ohne ein einziges Haar am Sack.

    Dieter ist schon lange verheiratet, hat zwei Kinder, arbeitet bei der Stadt. Neulich haben wir uns kurz unterhalten, der übliche Mist, wie teuer und doof alles geworden ist, aber innerlich habe ich den Hut gezogen, aus Respekt, ja, aus Ehrerbietung für den ersten weißen Hai, der mir je über den Weg gelaufen ist, live und in Technicolor ]]>
    Fri, 18 May 2018 21:58:07 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Eine Hürriyet, Meister! https://500beine.myblog.de/500beine/art/11189077 https://500beine.myblog.de/500beine/art/11189077

    Samstagmorgen bei Mustafa.

    So winzig-klein und bis unter die Decke mit Alltagskram und orientalischem Nippes vollgestopft ist sein Kiosk, dass sich der bullige kleine Türke meist draußen auf dem Trottoir aufhält und auf Kundschaft wartet. Immer noch besser als drinnen zu ersticken. Die Kulisse erinnert an Paris oder St. Pauli, wo Koberer vorbeilaufende Passanten für den Besuch einer Sex-Show zu animieren versuchen, nur dass mit Mustafa der Besitzer selbst draußen an der Front steht und süß-saure Schnüre feilbietet, türkische Gazetten und Rauchwaren.

    Während ich drinnen meinen Tabak kaufe, bleibt die Gräfin vor Mustafas Etablissement stehen und wartet auf mich. Kommt ein schidderig Kerlchen daher. Mitte Fünfzig, verschossene Jeansjacke, Trinkernase. Die Art Typ, die früher als Stielkamm-Luigi durchging, die in Oberhausen-Eisenheim eine Anderthalbzimmerbude bewohnte.

    “Mensch, dahinten kommt meine Ex..”, ruft er erschrocken. “Und das am Samstagmorgen!”

    “Ach, du Scheisse”, pflichtet die Gräfin ihm bei.

    “Obwohl, na ja, ist ja nicht meine erste Ex. Das ist meine zweite Ex.”

    “Na, dann gehts ja”, meint die Gräfin.

    Er winkt ab. “Siehst du den Kerl neben ihr, den Brocken?”

    “Ist ja nicht zu übersehen.”

    “Der wollte mich letztens vermöbeln, glaubste nich?”

    “Wenn du das sagst.”

    “Der wollte mich richtig.. vermöbeln! Komm ich nichtsahnend aus der Kneipe, unten aus dem Jägerstübchen, kennste? Nee? Na, egal, steht der da an der Ecke. Ich denk noch, Mensch, was macht der denn hier, was steht der denn hier so blöd rum..? Der geht doch sonst nie ins Jägerstübchen..! Und wie ich das so denke, läuft der Arsch schon hinter mir her. Verfolgt mich richtig, glaubst du nich? Wie im Kino, voll auf Speed! Ja, hör mal, wie soll ich mich denn gegen so ein Biest wehren? Das ist doch ein Tier, oder nich! Ich kleines Männeken! Ich hab doch die Beine kaputt.”

    Er zeigt beiläufig nach unten, auf seine Füße.

    “Ich hab 80 Prozent Schwerbehinderung! Mich grüßt jeder Busfahrer! Die kennen mich alle!”

    Ich verabschiede mich von Mustafa und trete mit frischem Tabak an die Sonne.

    “.. dabei wusst ich gar nicht, warum der mich vermöbeln wollte, da konnte ich mir keinen Reim darauf machen. Aber ich kleines Männeken darf auch mal Glück haben. Oder nich. Denn wie ich da so stehe, wer kommt da plötzlich um die Ecke..? Na..??”

    Pause.

    “Der Maik!”

    Pause. Sonnenschein. Ratlosigkeit.

    “Sag bloß, ihr kennt den Maik nich..!?”

    Die Gräfin blinzelt zu mir rüber.

    “Den kleinen Streifenpolizisten?” frag ich.

    “Ja, genau! Der Maik! Der immer Streife läuft!”

    “Ja, kenn ich”, sag ich, “vom Sehen. Klar. Und?”

    “Na, das Tier will mir gerade eine reindonnern, die Faust steht praktisch in der Luft wie ein Fallbeil, fertig zum Runtersausen, da glotzt der Maik um die Ecke..”

    Ja, sehr schön, aber das hatten wir schon.

    “.. und ruft: Mensch, Roland! Was machst du denn hier?”

    “Och!” sagt die Gräfin. “Und wer ist Roland? Du?”

    “Ja klar! Ich bin der Roland! Halllooo!?”

    “Und dann?”

    “Na ja, meine Ex stand ja auch dabei, also im Hintergrund, und wie sie den Maik sieht, zieht sie ihren Kerl schnell weiter. Klar, die wollte keinen Ärger haben, meine Ex..”

    “.. deine zweite Ex”, stellt die Gräfin richtig.

    “Wa?”

    “Das war doch die zweite Ex, oder nicht? Nicht die erste.”

    “Klar. Die zweite Ex. Danke, gut aufgepasst. Die erste ist tot. Hör mal, ich trink seit fünfzehn Jahren keine Kurzen mehr, nur noch Bier. Keine Kurzen mehr. Seit fuffzehn Jahren. Damit komm ich prima klar. Ungelogen. Nur die Füße..”

    “Mama, seit wann gibt es denn das Büdchen wieder?” erkundigt sich ein vorbeikommendes Mädchen bei seiner Mutter, während Mustafas bulliger Kopf aus dem Kiosk äugt wie ein zu groß geratener Kuckuck.

    Roland klopft ihm freundlich auf die Schulter.

    “Morgen, Meister! Eine Hürriyet!”

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    Fri, 18 May 2018 21:58:06 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Ich möchte Hilfe schreien, doch ich sage hallo https://500beine.myblog.de/500beine/art/11179501 https://500beine.myblog.de/500beine/art/11179501

    Es ist ein ständiges Vabanquespiel, den richtigen Ton zu treffen im eigenen Leben.

    „Es ist doch nicht mein Mund, der die falschen Worte wählt, es ist dein Ohr, das mich falsch versteht..!“

    „Sehr poetisch“, spottet sie.

    *

    Ein bisschen merkwürdig ist das schon, wenn einem im Backshop eine alte Bekannte über den Weg läuft, die man lange nicht gesehen hat. Das Wiedererkennen dauert seine Zeit. Es ist, als habe man einen Duft in der Nase, den man zwar irgendwie kennt, aber nicht einordnen und benennen kann. Lediglich die Richtung, aus der der Duft kommt, ist bekannt: früher.

    Weit weit früher.

    Dann, als es klick macht, ist man verstört, wie sehr das Alter diesem Gesicht zugesetzt hat, wie brüchig die Haut den Hals runterkrümelt und sich in Jahresringen ablegt, die, grob überschlagen, vier Dutzend ausmachen müssten, wenn ich richtig rechne, doch es dauert keine halbe Minute bis die Schlacke sich allmählich lichtet und das Gesicht, das man von früher kennt, aus den Goldenen Tagen, sich aus dem Trott der Jahrzehnte herausschält und wieder jung wird. Wieder SIE wird. Jung und frisch und schön = reich.

    Peggy.

    Sie hat in den 80ern als Flugbegleiterin gearbeitet und sie arbeitet immer noch als Flugbegleiterin. Aktuell hat sie einen Mordshusten aus Vancouver mitgebracht. Sie hüstelt ununterbrochen, während wir uns am Back-Shop unterhalten, es klingt nicht gut. Es klingt wie eine Serie von zuschnappenden rostigen Mäusefallen.

    "Und morgen muss ich für drei Tage nach Austin, Texas. Weißt du, wie heiß es da ist? Da ist 38 Grad."

    Und das bei ihrem Husten.

    "Im Moment verfällt oben in der Luft alles in Hysterie, wegen Ebola", ächzt sie. "Es reicht, wenn ein Fluggast aus Afrika kommt und aussieht, als kriegte er gleich Nasenbluten, schon verschanzen sich alle Kolleginnen in der Bordküche."

    Sie starrt auf das Handy in ihrer Hand.

    "Ich versuche gerade mit einer Kollegin zu tauschen. Irgendwie muss ich aus der Austin-Nummer rauskommen. 38 Grad, das geht gar nicht..."

    Sie fliegt seit dreißig Jahren für die Lufthansa, sie hat die Faxen dicke.

    "Ich bin so dermaßen abgeflogen..!" stöhnt sie.

    Sie ist berühmt gewesen für ihre spitze Kleopatra-Nase, die noch spitzer war als die von Uderzo gezeichnete Kleopatra-Nase im Asterix-Heft. Peggy war blond und ein wenig unfreundlich, kratzbürstig. Eine Künstlerin eben. Sie trug gern schwarze Klamotten und zeigte gern eine kalte Schulter. Dabei war sie gar keine Künstlerin. Sie tat nur so. Aber sie tat es perfekter als die meisten Künstlerinnen, die ich später kennenlernen sollte und die entweder eingebildet waren, obwohl sie keinen Deut Talent erkennen ließen, oder die sich zu klein machten, trotz ihres Talents. Peggy war eine Frau mit spitzer Nase und einem festen Willen, sich im Leben zu holen, von dem sie glaubte, dass es ihr zustand, also alles, worauf es ankam. Und durch die Welt fliegen ist schon mal ein Anfang, dachte sie am Anfang.

    Im Back-Shop des Discountermarktes, wo die Kamerafallen lauern, die automatischen Dokumentarfilmer, die Aufzeichner, da treffe ich sie wieder. Wie ins Bild geplumpst stehen wir uns gegenüber.

    Überrascht.

    „He..! Gut siehst du aus“, sagt sie, eine Spur zu schnell, um als aufrichtig durchzugehen.

    „Ja. Du auch“, lüge ich.

    „Was machsten so?“ fragt sie.

    „Ich? Äh.. Ich lass mich treiben.“

    „Von der Masse?“ grinst sie

    „Nee. Von Einzelnen.“

    So cool ich auch wirken mag, (sicher bin ich mir da nicht), ich bin arg nah am Schockmoment. Es ist ihre Nase. Die Nase ist nicht mehr spitz. Sie hat an Spitze verloren. Die Nase ist total entspitzt. Die ganze Frau ist ohne ihre frühere Spitze. Sie ist eine runde Geschichte geworden. (Uderzo wäre entsetzt.) Sie ist um die Welt geflogen, hunderte Mal.

    Ich will Hilfe schreien, doch ich sag Hallo. ]]>
    Fri, 18 May 2018 21:58:05 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Lauftraining: 18. 5. 2018 https://dschungel-anderswelt.de/20180518/lauftraining-18-5-2018/ https://dschungel-anderswelt.de/20180518/lauftraining-18-5-2018/ Friedrichshainpark.

    12 km in 1 h 24 min durchgelaufen, davon 10 km in 1 h 10 min.

    [incl. Rad An- und Rückweg 989 kCal / 71,6 kg]

    (Wegen der Wien/Romamelia/Olevano-Reise heute aufs „Intermezzo“ der Crunches und Liegestütze verzichtet: Morgen will ich statt des eigentlich anstehenden Pausentags noch mal ein insgesamtes Krafttraining einschieben. Bin deshalb besser ein wenig länger am Stück gelaufen. Die zwei Wochen Abwesenheit von Berlin werden ja fast durchgehend Trainingspause sein, abgesehen von vielleicht zwei Läufen im Wiener Prater.
    Allerdings merkte ich das gestrige Krafttraining durchaus in den Beinen, war wohl darum auf 10 km zwei Minuten langsamer; vielleicht lag’s auch an der magenhalber etwas unruhigen Nacht und der nochmaligen kleinen OP heute vormitag.)

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    Fri, 18 May 2018 14:06:07 +0000
    Die Veranda : Das Spukhaus https://veranda.michaelperkampus.net/20180518/das-spukhaus/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180518/das-spukhaus/ Quelle

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    Fri, 18 May 2018 07:00:16 +0000
    isla volante : leser http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/UD-5rGvtfQM/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/UD-5rGvtfQM/

    wird er aus seinen büchern wieder herausfinden?

    paulina und piratin

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    Fri, 18 May 2018 06:40:43 +0000
    panAm productions : UPDATE: Scintillating Water: Video Re-Edit | @ vimeo https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/scintillating-water-video-re-edit.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/scintillating-water-video-re-edit.html Update: @ vimeo, in geeigneter Komprimierung, kommt das Video besser:



    Scintillating Water from Chris Zintzen on Vimeo.




    Habe nun auch dieses Video überarbeitet.*

    Vektorhaftigkeit, Rhythmus, Interferenz, Refraktion: Wasser, Akustik, Musik, Metropole in Timelapse. Nachdenken über Metaphern und Tautologien, die unsere Wahrnehmung und unsere intellektuellen Auffassungen steuern.

    Soundcloud https://bit.ly/2wOq1Mz




    *Die Verpixelung der Wasseroberfläche nach Upload auf Youtube ist ärgerlich.
    Update: Hatte das Video im .mov-format abgespeichert. Muss es in .mp4 konvertierten. Probiere es gleich mal per Upload @ vimeo aus ...

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    Fri, 18 May 2018 05:37:00 +0000
    Flaneurin : DIE MONSTER VON BOMARZO http://www.flaneurin.at/2018/05/18/die-monster-von-bomarzo/ http://www.flaneurin.at/2018/05/18/die-monster-von-bomarzo/ Ein mit Löwen kämpfender Drache, ein weit das Maul aufreißender Wal, eine riesenhafte Schildkröte, ein Pegasus, ein dreiköpfiger Zerberus, Sphinxe, Giganten und zahlreiche andere bizarre Figuren bevölkern den „Sacro Bosco“. Dieser „Heilige Wald“, der oft auch – durchaus passend – „Parco dei Mostri“, „Park der Ungeheuer“, genannt wird, ist ein verwunschen wirkendes Wäldchen unweit der kleinen Stadt Bomarzo, rund achtzig Kilometer nördlich von Rom. Der im 16. Jahrhundert entstandene Skulpturenhain ist ein groteskes Kunstwerk, das in seiner Symbolik und seinen mythologischen und historischen Bezügen bis heute viele Rätsel aufgibt.

    Nahe dem Eingang zum „Park der Ungeheuer“ befindet sich dieser Kopf des Meeresgottes Glaukos.

    Es war Vicino Orsini (1523–1585), Spross einer einflussreichen römischen Adelsfamilie, der den „Sacro Bosco“ anlegen ließ. Orsini war eine schillernde Persönlichkeit (was später dann den argentinischen Schriftsteller Manuel Mujica Láinez zu dem 1962 erschienenen Roman „Bomarzo“ inspirieren sollte). In seiner intellektuellen Haltung war Orsini einerseits beeinflusst vom liberalen Geist Venedigs, wo er einige Zeit zugebracht und enge Kontakte zu Dichtern und Philosophen geknüpft hatte – und andererseits geprägt von jenen Erfahrungen, die er im politischen Umfeld des Papstes machte. Denn dort herrschten Machtgier, Intrigen und Nepotismus, was für Orsini derart abstoßend war, dass sich der knapp über Dreißigjährige desillusioniert in seinen ererbten Palazzo in Bomarzo zurückzog.

    Der Palazzo Orsini

    Der „Sacro Bosco“ liegt in einem Tal unterhalb des auf einem Hügel errichteten Palazzo Orsini. Die Gestaltung des Parks begann in den 1550er Jahren, und bis in die 1580er wurde die Anlage immer wieder erweitert und verändert. Vicino Orsini war bis zu seinem Lebensende intensiv damit beschäftigt – nirgendwo sonst habe er sich wohlgefühlt, notierte er wenige Jahre vor seinem Tod sinngemäß in seinem Tagebuch: „Et nun mi resta altro refrigerio, che non il mio boschetto“.
    Bis heute ist sich die Fachwelt nicht darin einig, wer die Architekten, Bildhauer und Steinmetze waren, die Orsinis Ideen in diesem Kunst- und Wundergarten umsetzten. Fest steht, dass die Anlage mit ihren grotesken, irritierenden und oft aller logischen Ordnung widersprechenden Elementen eines der bedeutendsten Beispiele für die Stilrichtung des Manierismus ist.

    Das Schiefe Haus

    Zu den Kuriositäten im Park des Fürsten Orsini gehört die „Casa Pendente“, das „Schiefe Haus“, das, von außen gesehen, nach hinten kippt und in dem alle Wände und alle Böden schief sind, was beim Besuch im Inneren des Gebäudes unweigerlich den Gleichgewichtssinn verwirrt und Schwindelgefühle hervorruft. Diese Reaktion ist beabsichtigt – denn in einem derartigen Zustand ließe sich, so meinte Vicino Orsini, der sonderbare Garten am besten ergründen.

    Der Gott Neptun

    Die Vorherrschaft des Exzentrischen, Fantastischen und Geheimnisvollen im „Sacro Bosco“ war eine Rebellion gegen allen nüchternen Rationalismus. Mit der Betonung vorchristlicher Symbole und den Skulpturen antiker Gottheiten wollte Vicino Orsini, so wird es vielfach interpretiert, auch seine Abkehr vom römischen Papsttum deutlich machen. Vor allem aber ging es ihm darum, die Besucher des Parks in Staunen und Verwunderung zu versetzen. Darauf verweisen auch die Inschriften, die er an zahlreichen Skulpturen anbringen ließ – so etwa an der sogenannten „Etruskischen Bank“: „Voi che pel mondo gite errando vaghi / di veder maraviglie alte et stupende / venite qua dove son faccie horrende / elefanti, leoni, orsi, orchi et draghi“ – „Ihr, die ihr durch die Welt irrt, begierig / große und staunenswerte Wunder zu sehen, / kommt hierher, wo es schaurige Gesichter gibt, / Elefanten, Löwen, Bären, Orken [Götter der Unterwelt] und Drachen“.

    Die Etruskische Bank. Die Benennung ist ein Verweis darauf, dass die Stadt Bomarzo auf eine etruskische Ansiedlung zurückgeht.

    Nach dem Tod von Vicino Orsini geriet der Park in Vergessenheit, die Skulpturen wurden von Pflanzen überwuchert, die Anlage verwilderte. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der „Sacro Bosco“ wiederentdeckt. Zu den ersten prominenten Besuchern zählten der Maler Salvador Dalí, den die Anlage mit ihren monströsen Skulpturen ebenso inspirierte wie den Schriftsteller André Breton. Beide empfanden die Gestaltung des Parks und die Skulpturen als Vorläufer ihrer eigenen surrealistischen Kunst. Wie der „Sacro Bosco“ zu jener Zeit aussah, zeigt die 1950 von Michelangelo Antonioni gedrehte, knapp zehn Minuten lange Dokumentation „La villa dei mostri“ (im Internet zu finden).
    Auch die Bildhauerin und Malerin Niki de Saint Phalle besuchte Bomarzo und bekannte, dass „das Träumerische der Gärten“ auf ihr Werk „abgefärbt“ habe, und der Schriftsteller Günter Kunert gab einem 1978 erschienenen Band von Reisegedichten den Titel „Verlangen nach Bomarzo“.

    Der Orkus, durch dessen Schlund gemäß der römischen Mythologie der Weg in die Unterwelt führt.

    „Der Heilige Wald von Bomarzo ist ein ausgeklügeltes Wahnsystem im besten Sinne des Wortes. Nach dem Willen seines Schöpfers Vicino Orsini vereinigt es die Weisheit der ganzen Welt und kann also wirklich mit ‚nur sich selbst und nichts anderem‘ verglichen werden, ein Anspruch, der gleichsam zwangsläufig darauf hinausläuft, dass sich an diesem Ort Weisheit und Wahnsinn kongenial vereinen.“ Das schreibt die Wiener Kunsthistorikerin Renate Vergeiner in der Einleitung zu ihrem Buch „Bomarzo. Ein Garten gegen Gott und die Welt“. Der reich bebilderte Band, erschienen 2017 im Birkhäuser Verlag, ist eine detailreiche Studie über den „Sacro Bosco“ und dessen Schöpfer und kann als Standardwerk zum Thema empfohlen werden.

    Kampf der Giganten

    Informationen zur Lage des Parks, zu den Öffnungszeiten und den diversen touristischen Einrichtungen finden sich auf der Website des „Sacro Bosco“.

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    Fri, 18 May 2018 04:00:06 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : III, 378 – come and go https://dschungel-anderswelt.de/20180517/iii-378-come-and-go/ https://dschungel-anderswelt.de/20180517/iii-378-come-and-go/ Seine fünf Reisejahre betrachtet Schefer als seine “Lebensuniversität” So in Klaus Völkers Nachwort zu der Schefer-Ausgabe der Haydnischen Alterthümer. Es ging nach Wien, nach Triest, nach Italien, nach Griechenland, nach Konstantinopel. Nicht wirklich mehr ganz jung. Der ganz Junge lebte eher zurückgezogen. Einsiedlerisch. Misogyn fast. Ganz auf seine eigene Ausbildung bedacht. Als Denk-, nicht als Wissenschaftsmensch. Da aber, auf dieser Reise, glaubt man den Andeutungen, lebt er auf. Liebschaften noch und nöcher. In den Nebensätzen des Nachwortes. Schon die Reise mit Hermann von Pückler-Muskau nach England, um Parklandschaften zu studieren, gingen wohl in diese Richtung, der Fürst war diesbezüglich sowieso veranlagt. Schefer selbst entdeckte so sich und sein Menschsein, aber durchaus auch in seiner Zurückgezogenheit. Später wurde er Pückler-Muskaus Verwalter und – wie ihn die mitverwalteten Wenden nannten – “Junger Vater”.

    Seine Geschichten umspannen den Globus: von Kanada bis Tasmanien und hin zu einer phantasierten magen- und mithin hungerlosen Südsee, spielen in Konstantinopel, Rom und Paris, in der heimischen Lausitz. Tasmanien und Kanada als Phantasien über verlorene Heimat und eventuelle Auswanderung, aber doch immer auch Gesang an die Natur. Herrnhuter kreuzen die Wege, Zinzendorf taucht auf. Ein unorthodoxes Nachdenken über die Sünde. Kann man die der anderen auf sich nehmen?

    Welten des Glaubens, Welten des Glückes im Glauben, Welten des Verrücktwerdens im Glauben, Welten des Scheiterns des Glaubens. Und Glauben immer auch als ein Andersglauben. Anderswelten, die sich im Glauben suchen, vor allem aber im Nachdenken über das, was Mann-Frau-Liebe bedeutet. Kleist und Arnim waren da pragmatischer beim Reflektieren über ihre einzugehenden Liaisons. Allemal ernsthafte Gedanken, ohne weiteres, damals. Es hieß, einen Haushalt zu errichten.

    Ich selbst bin ja dankbar für meine “Reisejahre”, d.h. die drei-vier Wochen pro Jahr, die ich von sechzehn bis einundzwanzig per Anhalter erlebte. Nur die Richtung war vorgegeben. Alles andere ergab sich. Hatte in einem Fall auch langjährige Brieffolgen. Alles andere aber ist fotografisch stark eingeprägt, weil es auch dramatische Momente mit sich brachte. Oder einfach nur Glück. Wie das Schlafen auf einem menschenleeren Strand. Oder das Gefühl, am Fels in der Brandung die Kraft gehabt zu haben, nicht von ihr hinabgerissen zu werden, während etwas weiter entfernt der eine Engländer seine Engländerin zum x-ten Mal in ihrem Schlafsack vögelte und ich nahbei, so tat, als tanzte ich.


    Welt ist.

    Die späteren Reisen zusammen mit meiner Ex geben nur einen Bruchteil von so etwas wieder, denn sie hatte immer ihren Reiseführer dabei. Dem galt es, gerecht zu werden. Sehr viel weniger Freude. Abhaken. Wenige Ausnahmemomente. Etwa das Staunen meinerseits vor einer in Stein gehauenen Madonna in Brügge. Sie lief in der Kirche herum. Ich kehrte immer wieder zu dieser Madonna zurück. Die sei, sagte sie mir dann, von Michelangelo.
    So erkennt man die Welt.

    In the room the women come and go
    Talking of Michelangelo
    .

    So entsteht meinethalben Dankbarkeit.

    III, 377 – Hypochondrium

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    Thu, 17 May 2018 22:19:31 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : seite zweiundfünfzig http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/N-qzLW2u94k/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/N-qzLW2u94k/ 2

    himalaya : 0.10 – Ich entdeckte ein Algebra-Buch meines Vaters, in dem er arbeitete als er noch jung gewesen war. Das Buch war ein Buch, das im Grunde aus einem weiteren Buch bestand. Mein Vater hatte nämlich zahlreiche Bemerkungen an den Rändern der Buchseiten hinzugefügt, auch Zettel waren da dort eingelegt, Ziffern, Zahlen, Wörter, die ich nicht lesen konnte, weil sie mit einer sehr kleinen Schrift mit einem spitzen Bleistift in das Papier eingeritzt worden waren. Ich holte aus seinem Schreibtisch, der noch immer auf ihn zu warten scheint, eine Lupe und folgte den Zeichen eine Weile. Da stieß ich auf eine Bemerkung, die ich entziffern konnte: Paulinchen 8557345. Natürlich ist diese Geschichte vollständig erfunden. – stop

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    Thu, 17 May 2018 22:15:27 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : ramin http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/tXh24wzG9Pk/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/tXh24wzG9Pk/ 2

    charlie : 7.55 – Theodor erzählte, er sei mit einem jungen Mann befreundet, der in Isfahan im Iran geboren wurde. Er heisse Ramin und lebe seit zehn Jahren in Europa, einmal für vier Jahre in Rom, dann zwei Jahre lang in Genf, immer an der Seite seiner Eltern, Mutter wie Vater Sprachwissenschaftler. Zur Zeit nun lebt Ramin in Hamburg. Volljährig geworden wollte er im vergangenen Jahr, im Winter präzise, nach New York reisen, ein großer Traum, einmal über die Brooklyn – Bridge spazieren hin und zurück, leider habe er keine Einreiseerlaubnis erhalten. Das könne länger dauern, habe man ihm gesagt, dass er nicht einreisen könne, er solle sich keine Hoffnungen machen, es handele sich um eine politische Entscheidung, er sei gefährlich geworden von einem Jahr zum anderen Jahr. Seither erfindet Ramin die Stadt New York, indem er kleine Geschichten über sie notiert. Er hatte bemerkt, dass ihm Freude mache, Filme, die in New York aufgenommen worden seien, zu inspizieren. In China Town nahe dem Collect Pond Park habe er angefangen, von dort aus arbeite er sich weiter nordwärts voran von Straße zu Straße, sammle Fotografien, Ansichten der Google Earth Anwendung, so entstünde eine Art Spaziergang, hochauflösend, nordwärts in Richtung Central Park. Er mache sich quasi ein Bild aus Bildern oder sehr kurzen Filmen, und irgendwann werde er dieses Bild überprüfen, wie es riecht, sobald er persönlich nicht mehr gefährlich sein wird. – stop

    ping

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    Thu, 17 May 2018 18:29:13 +0000
    Die Veranda : Neugefundenes Altertum https://veranda.michaelperkampus.net/20180517/neugefundenes-altertum/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180517/neugefundenes-altertum/ Quelle

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    Thu, 17 May 2018 15:24:21 +0000
    glumm : König Alkohol und Heroin, Eure Lordschaft https://glumm.wordpress.com/2018/05/17/koenig-alkohol-und-heroin-eure-lordschaft/ https://glumm.wordpress.com/2018/05/17/koenig-alkohol-und-heroin-eure-lordschaft/ Thu, 17 May 2018 15:12:27 +0000 Die Dschungel. Anderswelt. : Krafttraining: 17. 5. 2018 https://dschungel-anderswelt.de/20180517/krafttraining-17-5-2018/ https://dschungel-anderswelt.de/20180517/krafttraining-17-5-2018/ Studio John Reed.

    12 min Stepper /2,1 km / 163 kCal.
    Ganzkörpertraining; insg. ca. 1 h 20 min.

    [Außer dem Stepper Kalorienzahl nicht ermittelbar; Fahrrad hin und rück und vorher zur Fußpflege: ca. 150 kCal plus die 163 am Stepper / 70,6 kg]

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    Thu, 17 May 2018 14:25:08 +0000
    Die Veranda : Iden https://veranda.michaelperkampus.net/20180517/iden/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180517/iden/ Quelle

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    Thu, 17 May 2018 09:04:45 +0000
    panAm productions : fotografie | Wüste | Texas - New Mexico | Vom Sprechen, vom Schweigen, vom Schreiben https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/fotografie-wuste-texas-new-mexico-vom.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/fotografie-wuste-texas-new-mexico-vom.html


    Die Wüste, der Raum, the land, spiegelt dem introvertierten Menschen sein Inneres. Hier endlich findet er landschaftlich jenen Freiraum wieder, den er in sich trägt. Hier endlich vermag er auch die Stille zu finden, die er zum Denken und zum Sein und zu diesem ständigen inneren Fortschreiten benötigt. Denken und Nachdenken erfährt er als aktive Tätigkeit, raumgreifend und raumverschlingend der körperlichen Rastlosigkeit ähnelnd.

    Die Freiheit von Wüste und vermeintlicher Leere besteht auch in der Freiheit und in der Befreiung vom gesprochenen Wort. Wenn das Getöse von Konversation, Plappern, Plaudern verstummt, öffnet sich endlich der Raum für ein Denken, welches seinen verbalen Ausdruck womöglich erst Monate, Jahre, Jahrzehnte später zu finden vermag.

    Viele schreiben, kommt mir vor, weil sie eigentlich gerne sprechen möchten. Ich schreibe, weil ich nicht gerne spreche. Ich schreibe, um mir meine Sprache zu sichern und zu retten aus Lärm und Logorrhoe der konkreten und medialen Umgebung. Schreiben sortiert mir die Welt. Im Schreiben denkt sich mir die Welt.

    Die Wüste als leeres Blatt. Die Wüste als Buch ohne Lettern. Die Wüste als unbelichteter Film, als unbespieltes Tonband.

    Die Wüste als Chance.


    (Ich begegnete ihr erstmals 1991 anhand der Mojave und suche sie seither - auch in den Randzonen Wiens - immer und immer wieder auf.)


    ||| Geoloc: Route 66, Texas Panhandle, NM (zwischen hier und hier)


    Aufnahme: 24/25. 07. 2007

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    Thu, 17 May 2018 08:11:09 +0000
    taberna kritika - kleine formen : AS 10-42 http://www.abendschein.ch/as-10-42/ http://www.abendschein.ch/as-10-42/

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    Thu, 17 May 2018 06:36:01 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Soeben neu erschienen: THETIS. ANDERSWELT. Zweite Auflage als Ausgabe Zweiter Hand. Bei Elfenbein. In jeder guten Buchhandlung. https://dschungel-anderswelt.de/20180517/soeben-neu-erschienen-thetis-anderswelt-zweite-auflage-als-ausgabe-zweiter-hand-bei-elfenbein-in-jeder-guten-buchhandlung/ https://dschungel-anderswelt.de/20180517/soeben-neu-erschienen-thetis-anderswelt-zweite-auflage-als-ausgabe-zweiter-hand-bei-elfenbein-in-jeder-guten-buchhandlung/

    903 Seiten, gebunden
    Mit Schutzumschlag und Lesebändchen.
    Elfenbein Verlag, Berlin 2018
    ISBN 978-3-941184-22-0
    39,– Euro
    >>>> Bestellen

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    Thu, 17 May 2018 03:07:28 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : minutengeschichte http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/r9JDRchLonw/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/r9JDRchLonw/ 2

    echo : 0.02 – Im Haus der alten Menschen in einem Flur steht ein Rollstuhl. Eine sehr kleine Person sitzt in diesem Stuhl, so klein ist sie, dass von hinten her nur ein Hut von ihr zu sehen ist, der sich nicht bewegt, weil die kleine Person, eine alte Dame, eingeschlafen ist. Auf einem Sofa in ihrer unmittelbaren Nähe hockt ein Mann, ihr Sohn. Der Sohn schaut zum Fenster hinaus, es blitzt, ein Regen beginnt, der die Luft hell werden lässt, und dann donnert es, und die alte Dame wird wach. Mit ihren mageren Händen, die zittern, nähert sie sich ihrem Sohn. Er lächelt sie an, und sie sagt zu ihm: Komm hilf mir, ich möchte aufstehen und gehen. Und der Mann antwortet: Mutter, du kannst nicht gehen, Du bist seit einem Jahr nicht auf eigenen Beinen gestanden, Du bist schwer gestürzt, Du bist auf Deinen Kopf gefallen, Deine Beine sind so dünn, dass ich sie je mit einer Hand umfassen könnte. Und da sagt die alte Dame zu ihm: Ich kann gehen, ich weiss das, komm hilf mir, ich bin immer gegangen. Warum willst Du mir nicht helfen! Und sie sieht ihn an, er kennt diesen Blick. Und es donnert und blitzt da draussen vor dem Fenster, ein wunderbares Gewitter, ganz wunderbar. – stop
    ping

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    Wed, 16 May 2018 19:28:56 +0000
    Die Veranda : Omphalos https://veranda.michaelperkampus.net/20180516/omphalos/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180516/omphalos/ Quelle

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    Wed, 16 May 2018 15:20:24 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Lauftraining: 16. 5. 2018 https://dschungel-anderswelt.de/20180516/lauftraining-16-5-2018/ https://dschungel-anderswelt.de/20180516/lauftraining-16-5-2018/ Friedrichshainpark.

    11 km in 1 h 15 min durchgelaufen, davon 10 km in 1 h 08 min.
    Intermezzo: je drei Crunches- (Bauchmitte & Bauchseite), sowie drei Liegestützsätze.
    Noch einmal 860 m leichtes Auslaufen (Rundenabschluß).

    [incl. Rad An- und Rückweg 978 kCal / 70,6 kg]

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    Wed, 16 May 2018 14:19:28 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Podcast auf SWR2: Kreuzfahrten im Gespräch. Mit Hansjörg Kunze, Dirk Schümer und ANH. Gesprächsleitung: Burkhard Müller-Ulrich. https://dschungel-anderswelt.de/20180516/hansjoerg-kunze-aida-ms-astor-dirk-schuemer-burkhard-mueller-ulrich-kreuzfahrt-swr2-traumschiff-roman/ https://dschungel-anderswelt.de/20180516/hansjoerg-kunze-aida-ms-astor-dirk-schuemer-burkhard-mueller-ulrich-kreuzfahrt-swr2-traumschiff-roman/

    >>> D o r t.

    Hansjörg Kunze – Vice President Communication & Sustainability, AIDA Kreuzfahrten, Rostock
    Dirk Schümer – Journalist (Die Welt), Venedig
    ANH, Traumschiff
    Gesprächsleitung: Burkhard Müller-Ullrich

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    Wed, 16 May 2018 09:09:44 +0000
    Die Veranda : Das U-förmige Gehege https://veranda.michaelperkampus.net/20180516/das-u-foermige-gehege/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180516/das-u-foermige-gehege/ Quelle

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    Wed, 16 May 2018 08:30:17 +0000
    panAm productions : fotografie | Wüste | Ras Gharib https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/fofotgrafie-wuste-ras-gharib.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/fofotgrafie-wuste-ras-gharib.html






    Allgemeine Annahme ist: Wo wenig sei, gerate noch das Geringe zur Attraktion.
    Allerdings gibt es die Suche nach dem Sein im Wenigen, um Wahrnehmung und Wahrnehmungsfähigkeit überhaupt erst wieder zu finden.

    Die Sehnsucht nach der tabula rasa. Manche nennen es Erlösung, Befreiung, redemption. (Soteriologie des Christentums, Selbsterlösung des Buddhismus.)

    ||| Geoloc: Ras Gharib, Ägypten


    Aufnahmen 29. 12. 2000

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    Wed, 16 May 2018 07:24:00 +0000
    isla volante : der blinde passagier http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/G42bVr1YMwQ/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/G42bVr1YMwQ/

    der blinde passagier verstand nichts von booten, vom rudern oder segeln. als der alte im boot von den skulls murmelte und die sollten auf die ruderbank, bildete sich ein seltsames bild in seiner phantasie. ein boot voller schädel. hing er da an einem totenboot.
    den kopf über den rand zu heben und zu schauen traute er sich nicht. blinder passagier eben. es wurde windiger. ein höherer wellengang. der strand verkleinerte sich. und so ließ er los und schwamm dem ufer zu.

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    Wed, 16 May 2018 07:02:06 +0000
    taberna kritika - kleine formen : 20130811 http://www.abendschein.ch/20130811-2/ http://www.abendschein.ch/20130811-2/

    gold
    die verwerdung allen seins
    steht die kunstwissenschaft gegen die wissenschaftskunst geht es immer um ein täglich herausragend normales ereignis so die morgenstund das blei der arsch pfeifen pfiff gepfufft und weiter im textplan über die eigene schwammwerdung zu
    schreiben oder wollt ihr den
    totalen kindergarten

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    Wed, 16 May 2018 06:43:46 +0000
    panAm productions : Pure beauty : Stehende Welle https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/pure-beauty-stehende-welle.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/pure-beauty-stehende-welle.html


    By Phrood, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17186517

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    Tue, 15 May 2018 15:13:35 +0000
    Die Veranda : Die Herberge https://veranda.michaelperkampus.net/20180515/die-herberge/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180515/die-herberge/ Quelle

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    Tue, 15 May 2018 15:13:03 +0000
    Die Veranda : Das Bielehaus https://veranda.michaelperkampus.net/20180515/das-bielehaus/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180515/das-bielehaus/ Quelle

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    Tue, 15 May 2018 13:15:05 +0000
    tempo.fugato : 22/18 – … try to be an island | http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/2218-%e2%80%93-%e2%80%a6-try-to-be-an-island/ http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/2218-%e2%80%93-%e2%80%a6-try-to-be-an-island/
    I try again with the times and lose them, they lose me. We are not looking for each other. Here we are endless. I am standing on the street where no bus goes. The fern circling at the wayside. The grass is dripping wet from the rain. I have designed small flying carpet. The sheep looked at them closely. Now we are friends and they do not run away from me anymore. I am the restlessness myself and restless in this silent silence among the hills. No messengers arrive here. It’s the winds. In the hills it stays alone. The river rushes. The little lambs are waiting for their mothers. I scare myself about my steps and the crackle when a branch brushes my shoulders. I still wear two sweaters on top of each other and a cap. It is now May. The evening takes a long dusk. The blackbird sings in the rain. Here she knows how to sing short sequences. The variations in the sounds she learns are not many. The perception of events is not linear. The words float and drift. They come and go before they arrive and leave again. I am shy and every day is a risk.

    Ich versuche es erneut mit der Zeit und verliere sie, sie mich. Wir suchen einander nicht. Hier sind wir endlos. Ich stehe an der Strasse auf der kein Bus fährt. Das Farn kringelt sich am Wegrand. Das Gras ist triefend nass vom vielen Regen. Ich habe kleine fliegende Teppich für die Feen ausgelegt. Die Schafe haben sie genau betrachtet. Jetzt sind wir Freunde und sie laufen nicht mehr von mir weg. Ich bin die Unruhe selbst und rastlos in dieser schweigenden Stille zwischen den Hügeln. Hier kommen keine Boten an. Es sind die Winde. In den Hügeln bleibt es sich allein. Der Bach rauscht. Die kleinen Lämmern blöcken nach ihren Mütter. Ich erschrecke mich selber über meine Schritte und dem Knistern, wenn ein Ast meine Schultern streift. Ich trage immer noch zwei Pullover übereinander und eine Mütze. Inzwischen ist es Mai. Der Abend nimmt sich eine lange Dämmerung vor. Die Amsel singt im Regen. Hier weiss sie kurze Sequenzen zu singen. Die Variationen der Geräusche nach denen sie lernt, ist nicht vielzählig. Die Wahrnehmung der Geschehen nicht linear. Die Worte schweben und triften. Sie kommen und gehen, bevor sie ankommen und wieder gehen. Ich bin scheu geworden und jeder Tag ist ein Wagnis.

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    Tue, 15 May 2018 11:42:33 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : H u f e. Eine Kurzgeschichte. (Entwurf). https://dschungel-anderswelt.de/20180515/hufe-erzaehlung-kurzgeschichte-alban-nikolai-herbst-entwurf/ https://dschungel-anderswelt.de/20180515/hufe-erzaehlung-kurzgeschichte-alban-nikolai-herbst-entwurf/ Ich hatte gleich gemerkt, daß etwas nicht stimmte… allerdings nicht, was es war. Irgend etwas hatte sich verändert. Ich sah es, kaum daß ich aus meiner Friedenauer Beletage auf die Fregestraße hinausgetreten war. Besonders in der Hedwigstraße kam mir einiges komisch vor. Ich weiß noch, daß ich es abschütteln wollte, wie man einen Wasserklatscher abschüttelt, der einem von irgend einem Balkon auf den Kopf knallt. Ich war fast genau so erschrocken. Obwohl es bereits vormittags so überaus warm und stickig war. Eigentlich war mir jede Erfrischung willkommen. Aber das? Etwas klebrig Zähes, ich wurde es einfach nicht los. So atmete ich auf, als der um diese Zeit von Scharen Arbeitswilliger belebte S-Bahnhof in Sicht kam. Das ziemlich fröhliche Gewimmel ließ mich meinen heiklen, weil so konturlosen Eindruck tatsächlich vergessen. Doch nicht für lange. Schon auf der Friedrichstraße ging es wieder los, kaum hatte ich die S1 verlassen, kaum war ich die Treppe hinauf

    Schon in der Halle: Hier ist etwas ganz furchtbar anders… Nur, was? Ich kam nicht drauf, den gesamten Tag über nicht und nicht abends, als ich mich zum Grübeln statt zum Schlafen legte, und nicht am nächsten, noch nicht einmal am übernächsten Tag. Der ein Sonnabend war. Eigentlich hatte ich vorgehabt, mit einem Freund in sein Wochenendhäuschen zu fahren. Sagte dann aber kurzfristig ab.

    Das Eigenartige normalisierte sich, blieb indes wie eine hintergründige Drohung erhalten, weil dieses Fremde kein neues Fremdes, sondern, das wußte ich von Anbeginn, seit jeher dagewesen war; ich hatte es bloß immer übersehen. Niemand hatte mich je auf die doch grundlegende Differenz aufmerksam gemacht. Vielleicht, um mich zu schonen. Aus übergroßer Liebe meine Eltern, gewiß, aus einer Art Mitleid alle übrigen.
    Hatte ich Mitleid denn nötig? Ich stand gut da in der Welt, geschieden sind auch andere Leute. Ich beglich pünktlich meine Steuerschuld, zahle meine Miete pünktlich, bin nicht nennenswert verschuldet, gehöre drei Vereinen und den Grünen an, trage meine Verantwortung, war schon mal Schöffe. Nicht einmal mein Arbeitsplatz ist gefährdet. – Nun aber diese Erkenntnis! (War es denn eine?)

    Mittlerweile war Sonntag, ein strahlender, sehr warmer Morgen, dem sich schon der Hochsommer anmerken ließ. Bürgersteine und Wege übersät mit herabgefallenen altrosa Kastanienblütchen, ein intensives Süß kitzelte die Nase.
    Ich hatte mich auf den kleinen Perelsplatz vor der Schule in die Grünanlagen gesetzt, beobachtete nervös die johlenden Kinder und ihre sich ihrer selbst gewissen Eltern. Ganz genau so war auch ich noch vor vier Tagen gewesen, unzerfallen mit meiner Stadt, meinem Lebensweg, der Welt. Nun indes trennte mich etwas Ungeheures von den Menschen, etwas, das
    sichtbar war, auch wenn sich mir gegenüber niemand etwas anmerken ließ, auch wenn alle so regulär taten, so landläufig, auch wenn sie bisweilen, sobald sich unsere Blicke trafen, freundlich lächelten oder sogar grüßten. Für sie war wohl auch wirklich nichts ungewöhnlich. Menschen verfügen über eine enorme Fähigkeit zur Verdrängung, man kann ihre Nase auf die Dinge drücken, bis sie schmerzt, sie sehen dennoch durch die Wahrheit hindurch. Vielleicht, dachte ich da auf der Bank und denke ich manchmal noch jetzt, haben sie den Unterschied zwischen uns so sehr vergessen, daß sie ihn wirklich nicht oder nicht mehr wahrnehmen können. Vielleicht sahen sie ihn ja nie? Die Leute waren vielleicht besten Herzens gut zu mir? Soweit ich mich erinnere, haben selbst Gegner und Konkurrenten mein…. mir fällt das Wort Stigma ein… jedenfalls: das niemals gegen mich ins Feld geführt. Sogar Heinrichson war in dieser Hinsicht so dezent gewesen, daß ich es jetzt kaum fassen konnte: – ein Mann wie er, der vor keiner Schweinerei zurückscheute, wenn es um seine Karriere ging.
    Noch einmal, hier auf dem Perelsplatz, zogen mir unsere jahrelangen Reibereien und Intrigen vor den Augen vorbei; ich hatte schließlich gesiegt, die Filiale war meiner Leitung unterstellt worden, er endlich mir untergeben. Er hatte, da er seinen Stolz nicht schädigen wollte, nur noch kündigen können; tapfer, so muß ich ehrlich sagen, bei der gegenwärtigen Marktlage. – Das liegt nun ein dreiviertel Jahr zurück, soviel ich weiß, bekommt er nicht einmal Arbeitslosengeld. Weshalb also hat Heinrichson nicht ausgesprochen, was ihm gegen mich gewiß jeden nur denkbaren Vorteil gegeben hätte? War mein Makel so furchtbar, daß man ihn nicht einmal nennen darf? Trug ich an mir ein Tabu? Konnte ich es deshalb nicht erkennen, sondern nur permanent fühlen und spüren, wie sehr ich isoliert war?
    Ich sah mir meine Hände an, streckte sie von mir, verglich sie mit Händen anderer Müßiger, die ihren Sonntag genossen, Zeitung lasen oder einfach nur in die Wärme blinzelten, ihren Kindern Ermahnungen zuriefen oder mit ihnen tollten. Waren es meine Arme vielleicht oder, schlimmer, lag etwas Fremdes in meinem Gesicht? Der Brustkorb? Die Schenkel? Ich wußte genau, daß es sichtbar, daß es geradezu öffentlich war; es ging nicht um einen psychischen Defekt. Meine Konstitution mochte nervös sein, das ist wahr, aber schlimmer gefährdet war meine Geisteskraft nicht. Dessen war und bin ich mir eben der Sichtbarkeit wegen so sicher, die mein Anderssein so unterstreicht, obwohl offenbar ich der einzige bin, der es bewußt zu sehen vermag.

    Denn ich sehe es jetzt. Ich sah es zum ersten Mal auf dem Perelsplatz. Es gelang meinem Blick, den nebelhaften Schleier zu durchstoßen, der mir bislang jede deutliche Aussicht auf mich selbst verwehrt hatte. Seither nenne ich ihn, diesen Blick, den Perelsblick.

    Er erfaßte zuerst die anderen. Die Kinder. Auf was liefen die da herum? Waren es neue Fortbewegungsmittel, so, wie vor einigen Jahren die Scateboards aufgekommen waren, dann die Rollerblades, die Longboards, schließlich die silbernen, schmalen, auf dem Pflaster furchtbar ratternden Metallroller? Aber diese Dinger hier funktionierten auch im tiefen Sand. Man ging auf ihnen, wenngleich ich daran abgesehen davon keinen Vorteil erkennen konnte, daß sie das Schuhwerk unnötig machten. Wenn es denn nicht selbst eine Art von Schuhwerk war. Die Leute trugen aber noch Schuhe darüber, quasi Gamaschen.
    Keine fünf Meter von mir entfernt band soeben ein Vater seinem ungefähr Zweijährigen die Schuhchen auf, und auch hier – zumal, nachdem auch die Socken abgestreift waren – kamen diese konisch geformten, harten grauen Dinger hervor, die wie Hufe aussahen. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, weshalb man sie anzog; aber vielleicht waren bei Kleinkindern die unteren Extremitäten noch sehr empfindlich, noch unausgehärtet wie die Schädelschalen um die Fontanellen Neugeborener. Aber alle anderen hatten diese Hufe a u c h, nein, nicht nur die Kinder- sämtliche Menschen trugen diese Rundum-Gamaschen.
    Ich war anfangs mehr fasziniert als erschreckt. – Hatte auch ich Hufe?
    Nein.
    Ich hatte Füße, ganz deutlich, meine Schuhe waren langgestreckt und schmal, die Gamaschen der anderen wulstig, kurz und knöchelhoch.
    Es fiel mir wie eine partielle Blindheit von den Augen: Hufe verlangen einen anderen Gang als Füße, über die abgerollt werden muß. Wirklich hoppelten die Leute ein wenig, oder sie hatten, wenn sie gingen, etwas Steifes im Rücken, vielleicht war tatsächlich auch ihr Rückgrat anders als meines, schon aus Gründen der Federung. Je mehr ich mich darauf konzentrierte, desto deutlich wurde unter meinem Perelsblick die Differenz. Seltsamerweise fiel meine Nervosität, fiel auch das Unbehagen, das mich in den letzten Tagen so begleitet, ja mein ganzes Selbst grundiert hatte, völlig von mir ab und machte, leider nur vorübergehend, einer enormen, fast ausgelassenen Neugier Platz. Konnte es sein, daß ich unter Marsbewohner geraten war, die diesen Sonntag dafür nutzten, sich in Friedenau unerkannt ein wenig umzutun? Vielleicht lag die Verschiedenheit, deren Empfinden mich latent gequält hatte, gar nicht an mir? Vielleicht liefen anderswo wirkliche, vertraute, üblichere Menschen herum?

    Als ich aufstand, um zur S-Bahn zu gehen und mich zum Kudamm fahren zu lassen, hatte ich nicht einmal den Eindruck, besonders vorsichtig sein zu müssen, also nicht auffallen zu dürfen. Niemand nahm tatsächlich auch nur Notiz von meinen Füßen. Dabei wurden sie mir selber, als ich an mir hinuntersah, ein wenig fremd… Ich meine, wenn alle anderen Hufe hatten, war ja wohl das das Normale.
    Wie war ich zu diesen seltsamen Schuhen gekommen, also zu Schuhen überhaupt? Hatte ich sie mir eigens anfertigen lassen müssen? In den Schuhgeschäften, deren Auslagen ich nachher besah, waren immer nur Hufgamaschen drapiert: vorne geöffnete, geschlitzte, solche mit Plateausohlen oder ganz
    ohne Sohlen, Gamaschen aus Stoff, aus Nappa- und genarbten Ledern, bordeauxfarben, blau, besonders feine Verarbeitung der Umschläge an Damengamaschen. In einigen Schaufenstern lagen sogar Hufeisen, niedliche, verzierte, am vorderen Rand stuckbesetzte. Wirklich hatten auch die Kudammbummler sämtlichst Hufe, nicht mal ein Tourist hatte Füße wie ich.
    Menschen hatten gar keine Füße, unsere ganze Art hat keine. Wie hatte mir das die gesamten dreiundvierzig Jahre meines Lebens entgehen können? Wieviel Vorbereitung, wieviele Umstände, wieviel an perfektionistischer Verstellungskunst bedarf so etwas! Ja, darf ich von „unsere“ überhaupt noch schreiben, unsere Art?

    Ich beschloß, meinen Vater anzurufen. Immer hatte ich den Eindruck gehabt, daß er der mir vertrauteste Mensch von allen sei, meines Wissens hat er mich niemals belogen. War er denn aber mein Vater? Ich meine, wenn ich das mit den Hufen nie gesehen hatte, konnte es doch gut möglich sein, daß ich bis heute auch in allen anderen Lebensbereichen irre gegangen, bzw. genarrt worden war.
    Es war vielleicht das Schlimmste an meiner Entdeckung, daß ich nunmehr alles und jeden anzuzweifeln begann. Ich konnte einfach nicht mehr glauben, weder einer Annonce noch Straßenschildern, nicht der Farbfolge von Rot auf Grün an den Ampeln und nicht dem Fahrplan der Buslinie 109, sondern schien mich fließend unter lauter auf- und abhüpfenden, trabenden, irgendwie hypermotorischen Amplitudengeschöpfen zu bewegen, die zunehmend menschenunähnlich wurden.
    Eine Zeit lang war das komisch. Dauernd mußte ich kichern, doch holte mich schließlich mein Unbehagen wieder ein. Denn bei klarem Denken ließ sich nicht von der Hand weisen, daß ich selbst es war, der sich ein Mensch nicht wirklich länger nennen ließ.
    Ich war anomal.
    Woher war ich gekommen? War ich E.T., ein E.T.?
    Vielleicht war ich ausgesetzt worden. Man hatte mich gefunden und aufgenommen, hatte mich liebevoll aufgezogen und mir die Fähigkeit verliehen, mich für einen ganz normalen Menschen einfach nur zu halten. Welch eine Leistung! Ich meine, eine ganze Gesellschaft von Lehrern, Freunden, Bekannten, Cousinen und Cousins, und zwar von den kleinsten Kindern bis zu den Ältesten, denen bisweilen der Tod schon zuzwinkert, hatte es vermocht, mich mein Anderssein nicht einmal spüren zu lassen. Welch ein erstaunliches Geschlecht! – ich meine die Menschen. Nur ihrer Zugeneigtheit, ja Liebe halber und wegen ihrer Achtung vor dem Fremden hatte ich keinen Schaden genommen. Wie durchwogte mich, da ich über den Kudamm spazierte, die allerwärmste Dankbarkeit, sogar ein mir zuvor nicht gekanntes Glück. Es ließ mich im selben Maß lächeln, wie doch zugleich das Unbehagen von unten, von meinen Füßen her, abermals hoch in mir stieg. Denn so aufgenommen ich auch war, wie immer auch akzeptiert, – der Unterschied ließ sich jetzt nicht mehr leugnen. Er forderte Aufklärung. – Ach, wie gerne hätte ich mir da den Schleier meiner Unwissenheit vors Gesicht zurückgezogen! Doch war er zerrissen. Er taugte nicht mehr.

    Fast drei Stunden trieb ich mich zwischen Lietzenburger, Leibnitz- und Budapester Straße herum, sah den obdachlosen Bettlern zu – auch sie behuft -, den Eisverkäufern in ihren am Bürgersteig geparkten VW-Bussen, den japanischhufigen Reisegruppen, den Bus- und Fahrradfahrern, deren letztere statt der bekannten Pedalendstücke untersetzerähnliche Trittmulden nutzten, in denen ihre Hufe Halt finden konnten. Abermals packte mich fasziniertes Erstaunen über mein Gehirn. Welch eine Leistung, daß es, um nicht wissen zu müssen, sogar Pedale erfindet, die es in der Welt doch nirgendwo gibt! Was würde das fortan für mein tägliches Leben bedeuten? Auf was war überhaupt noch Verlaß? – Nein, ich riefe meinen Vater ganz sicher nicht an, meine Mutter erst recht nicht. Ebensowenig würde ich mit „Freunden“ sprechen. Das nämlich waren sie nicht mehr. Plötzlich waren sie Gönner.
    Insgesamt sei es das beste, beschloß ich, über meine Entdeckung zu schweigen, – einerseits aus Großmut, andererseits aus Dankbarkeit: Wäre es nicht nur recht und billig, mich gegenüber den Menschen ganz ebenso dezent zu verhalten wie diese zu mir? Wäre es nicht unsensibel gewesen, ihnen daran die freudvolle Lust zu nehmen, daß sie mich zu schützen verstanden hätten und es auch weiterhin verstünden? – Und dann fragte ich mich … meine Güte! mein S o h n…
    Ich hatte doch einen? – Hatte auch er Hufe? Oder hatte er Füße wie ich und nötigte die Menschen seines Umgangs, ihn ähnlich nachsichtig und besonders zu behandeln wie seinerzeit und ja immer noch mich? Welch eine Last dann auch er für die anderen wäre!
    War meine – um es euphemistisch auszudrücken – Veranlagung
    auf ihn vererbt… war er ein Mischling, hatte deshalb vielleicht zwei verschiedene Extremitäten? Falls ja, sollte ich nicht meinerseits, wie die anderen mir gegenüber, nun ihm gegenüber schweigen? Er war noch so jung, keine acht, wie müßte eine solche Erkenntnis anders furchtbar für den Kleinen als für mich sein! – Nein, ich mußte schweigen.
    Klarheit aber wollte ich.

    Ich kam zum Kudamm zurück. Ein innerer, doch wirklicher, wirklicher Kampf tobte in mir. Vielleicht war meine, ja: Entstellung auch einfach nur ein Atavismus, so, wie extreme Behaarung, ja Befellung bei manchen Neugeborenen? Oder hatte sich wirklich ein Fremdes in mein Genmaterial gemischt, ein Fremder, eine Fremde – ein Alien, wie man sagt? – Wie hinderlich, daß ich nicht einfach danach fragen konnte, ohne mich gleich insgesamt zu verraten! Vielleicht waren ja auch nur Komplikationen während der Schwangerschaft aufgetreten.

    Doch dringlich war allein die Frage, ob meine Verwachsung auf meinen Jungen übergegangen, ob die Veranlagung rezessiv war. Vielleicht war ich ja gar nicht der erste in meiner Familie, der unter so etwas litt… War womöglich schon immer darüber geschwiegen worden? Lag ein Familienfluch vor, etwas von ganz früher?
    Tatsächlich meinte ich, mich zu entsinnen, in meinen Fotoalben fast immer nur Füße gesehen zu haben, ja eigentlich nie
    mals Hufe. Die Erinnerung gab mir einen spontanen Energieschub, füllte mich plötzlich mit Zuversicht. So nahm ich den Bus nachhause, obwohl ich eigentlich hatte noch etwas essen gehen wollen. Doch war mein Appetit eh nicht sehr groß.
    Ich rannte fast die Stufen hinauf, riß die Folianten aus dem alten, von meiner Oma geerbten Eckschrank… und wirklich: Füße.
    Nur Füße. Nicht ein einziger Huf. Was hatte nun wieder das zu bedeuten? Doch meine Entdeckung beruhigte mich nicht. Denn nun dachte ich, wie seien stehengeblieben, meine ganze Familie sei in der Menschenentwicklung stehengeblieben, während sich die anderen fortentwickelt hatten.
    Aber was besagte das?

    Allmählich wichen Achtung und Beschämung einer zunehmend rumorenden Wut. Hatten die Anderen mich wirklich für so schwach gehalten, der Wahrheit nicht ins Auge blicken zu können? Rücksicht auf jemanden zu nehmen, kann wohl mindestens zweierlei heißen, ist auch durchaus beleidigend.
    Ich schlug die Alben zu, verstaute sie wieder in dem Eckschrank, lief ein paarmal aufgescheucht durch die Zimmer. Dann fiel mir ein, daß ich irgendwo noch alte Klamotten von Kevin aufbewahrt hatte, noch aus seiner Babyzeit, aus Sentimentalität, gewiß. Da waren doch bestimmt Schuhchen dabei. Ingrid hatte die Sachen seinerzeit weggepackt, dennoch fand ich die Schachteln sofort. Sorgsam waren Anti-Motten-Papiere über Seidenpapier gedeckt. Hemdchen und Höschen nahm ich in die Hand, auch die alten Strampler. Und dann merkte ich, wie mir etwas durch die Zähne pfiff: Gamaschen. Es war wie eine Erlösung. Ganz deutlich Gamaschen für – wenn auch sehr kleine – Hufe. Und ich dachte: Er ist frei. Mein Sohn also war frei.
    Was mich unendlich erleichterte, ja er versöhnte mich, mein Sohn, nahezu sofort. Es kam auf mich selbst gar nicht an. Was immer mich entstellt oder einfach nur besondert hatte, ihn beträfe es nicht.

    Ich weiß, was ich erkannt habe. Ich weiß, was ich sehe. Doch war es fürs Leben nun ohne Bedeutung. Ich würde darüber nie sprechen, behalt es tatsächlich für mich.

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    Tue, 15 May 2018 09:27:21 +0000
    Die Veranda : Dem man brachte https://veranda.michaelperkampus.net/20180515/dem-man-brachte/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180515/dem-man-brachte/ Quelle

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    Tue, 15 May 2018 08:51:42 +0000
    glumm : Die Dame gegenüber vom Obi https://glumm.wordpress.com/2018/05/15/die-dame-gegenueber-vom-obi/ https://glumm.wordpress.com/2018/05/15/die-dame-gegenueber-vom-obi/ Tue, 15 May 2018 08:38:19 +0000 Die Veranda : Frikative Labiale https://veranda.michaelperkampus.net/20180515/frikative-labiale/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180515/frikative-labiale/ Quelle

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    Tue, 15 May 2018 07:52:03 +0000
    panAm productions : fotografie | Randzone | Erfurt, Vita Cola https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/fotografie-randzone-erfurt-vita-cola.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/fotografie-randzone-erfurt-vita-cola.html


    Erfurt im Zeichen des WM-Finalspiels Deutschland : Brasilien am 30. Juni 2002. Die Niederlage der Deutschen (0:2) mindert nicht den Belagerungszustand der Stadt durch grölende, hupende und fahnenschwingende Fans.


    Die für die Gegend charakteristische Stille und Leere kehrt mit dem ersten Julitag gespenstisch zurück. Zeit steht still hier, wieder.

    ||| Geoloc: Erfurt


    Aufnahme 01.07.2002

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    Tue, 15 May 2018 07:46:00 +0000
    glumm : Variationen von England https://glumm.wordpress.com/2018/05/15/variationen-von-england/ https://glumm.wordpress.com/2018/05/15/variationen-von-england/ Tue, 15 May 2018 03:49:08 +0000 andreas louis seyerlein : particles : vom gehör http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/4w3G5tx-V5c/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/4w3G5tx-V5c/ 9

    romeo : 0.12 – Ich stelle fest, ich habe zwei Ohren. Mit zwei Ohren schon bin ich zur Welt gekommen. Meine Ohren hörten demzufolge von der Welt, noch ehe ich angekommen war. Ich hörte von der Welt da draußen, und ich hörte, so wurde erzählt, das Herz meiner Mutter schlagen, das war nicht fern. – Erstaunlich. – stop

    Der Beitrag vom gehör erschien zuerst auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Mon, 14 May 2018 22:33:03 +0000
    der goldene fisch : Andreas H. Drescher : ÖZILS KAMPFHUNDE VERTAGT http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/14415 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/14415 Die angreifbare Waldwand
    Erst hinter dem Saum der Windeinfall
    Dreißigvierzig Schritte erst
    Dort rückt die Blechlichkeit sich ein
    Als beknopfte Maschine als
    Knirschendes hackendes Harken derer
    die das für dich weiterdenken

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    Mon, 14 May 2018 20:45:49 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Lauftraining: 14. 5. 2018 https://dschungel-anderswelt.de/20180514/lauftraining-14-5-2018/ https://dschungel-anderswelt.de/20180514/lauftraining-14-5-2018/ Friedrichshainpark.

    11 km in 1 h 16 min durchgelaufen, davon 10 km in 1 h 08 min.
    Intermezzo: je drei Crunches- (Bauchmitte & Bauchseite), sowie drei Liegestützsätze.
    Noch einmal 831 m leichtes Auslaufen (Rundenabschluß).

    [incl. Rad An- und Rückweg 968 kCal / 72,1 kg]

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    Mon, 14 May 2018 18:20:39 +0000
    panAm productions : Echo trouvé: Neues Video https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/echo-trouve-neues-video.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/echo-trouve-neues-video.html
    Habe das Video überarbeitet.







    Echo trouvé: Beginn einer Spurensuche in Richtung Basic Code, Granlab und anderen Spielweisen der frühen Nuller Jahre: Sensibles Understatement voll Skepsis gegenüber geglätteter Consumer-Ästhetik. (Reset the Preset.)
    Wasser - als Liquid, als Element, als Generator faszinierender Naturalrhythmen, aber auch als mentaler Flow - bleibt die fundamentale Materialmetapher für eine Reihe weiterer Arbeiten.
    April 2018


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    Mon, 14 May 2018 13:56:00 +0000
    Die Veranda : Das Privatgespräch https://veranda.michaelperkampus.net/20180514/das-privatgespraech/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180514/das-privatgespraech/ Quelle

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    Mon, 14 May 2018 12:03:15 +0000
    Die Veranda : Ungesehene Winkel https://veranda.michaelperkampus.net/20180514/ungesehene-winkel/ https://veranda.michaelperkampus.net/20180514/ungesehene-winkel/ Quelle

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    Mon, 14 May 2018 11:33:00 +0000
    panAm productions : New Track: LoinOrage | AbstractTempest #nimimal tech #experimental https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/new-track-loinorage-abstracttempest.html https://panamproductions.blogspot.com/2018/05/new-track-loinorage-abstracttempest.html #nimimal tech #experimental


    LoinOrage, AbstractThunder: Improvisation als Ereignis, das eines Rahmens bedarf. Subjektivität und Impressionismus als Ursachen und als Unruhe einer materialabtastenden Improvisation übersetzen sich im Verlauf der Soundbearbeitung in ein kompositorisches Framework. Psychologische und ästhetische Aspekte von „Stimmung“ resp. „Gestimmtheit“ werden in der Auseinandersetzung mit Phänomenen der Übersteuerung (Override) reflektiert.
    Mai 2018




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    Mon, 14 May 2018 07:00:38 +0000
    isla volante : ins boot gezogen http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/mVpePGLk4VU/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/mVpePGLk4VU/

    die skulls hatte der alte mann ins boot gezogen und auf den ruderbänken abgelegt. dort lag auch ein schlichter mast bereit, eingedreht in ein geflicktes segel. die ebbe hatte eingesetzt und zog das boot aufs meer hinaus, und schon bald erfasste die hier parallel zur küste verlaufende strömung die hölzerne nussschale und nahm sie mit sich. unbeirrt las der alte aus dem buch. wenngleich der wind in seinen ohren flatterte und drängte, so hörte er deutlich den wellenschlag an der bordwand aufspritzen, glucksend und plitschernd ein häwelmannsches „mehr! mehr!“ gurgeln. von der sehnsucht nach dem meer las er der dünung vor, die ihn und sein boot wiegte, und davon, wie aus dieser sehnsucht heraus schiffe gebaut und geschichten geschrieben werden.

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    Mon, 14 May 2018 06:27:44 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : = http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/_tPa0XLPKrk/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/_tPa0XLPKrk/ 2

    tango : 0.02 – a u g e n d e c k e l
    ping

    Der Beitrag = erschien zuerst auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sun, 13 May 2018 22:24:29 +0000
    der goldene fisch : Konstantin Ames : Iranlied R Auf die Krawatte meiner U-Bahnfahrerin http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/14405 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/14405 Nein, ich duze sie nicht. Und bald wird sie tot sein.
    So wie alle Untergrundbahnfahrerinnen dieser Welt Berlin
    ist im Grund nett und hat keinen Schimmer von Z… G… P…
    (Schweiß auch nicht mehr. Morgen Gestalt beim Termintherapeuten annehmen.)
    Ihr Finanzgebären ist nicht risikofreudig und hat wenig Volumen, gar noch weniger

    Volumen als mein Haar, es ist automatisch geschrieben worden, mein
    Haar. Ihr kennt solche Romanpoesie, Vorlagen für Mattscheiben. Aber
    das wahr früher. Und nicht jetzt. Jetzt ist eine elekrifizierte Höhle. Da sitzen
    Eklektiker. Innen eine Zierde. Sei mal außen vor. Kannst du das? Weißt du
    dämlicher Spatz überhaupt noch, wie das geht? Das sind wohl so die Gedanken
    meiner U-Bahnfahrerin über mich. Sie kann die Spur nicht verlassen.
    Ihre Krawatte schmiegt sich an den Kragen, halboffen, fast nicht da.
    Außer einer Fallhöhe. Konsequent unterlaufen.

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    Sun, 13 May 2018 17:16:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Kraftraining: 13. 5. 2018 https://dschungel-anderswelt.de/20180513/kraftraining-13-5-2018/ https://dschungel-anderswelt.de/20180513/kraftraining-13-5-2018/ Studio John Reed.

    12 min Stepper /2,13 km / 155 kCal.
    Ganzkörpertraining; insg. ca. 1 h 20 min. Deutliche Kraftsteigerung bereits vor allem im Bauch- und Brustmuskelbereich. Jetzt beim Steigern aufpassen: Die Sehnen entwickeln sich nicht genauso schnell; ich hatte, erinner ich mich gut, bzw. schlecht, bereits zweidreimal eine Entzündung, einmal sogar des gesamten Schultergürtels, die mich dann für einige Zeit lahmlegte.

    [Außer dem Stepper Kalorienzahl nicht ermittelbar; Fahrrad hin und rück: ca. 100 kCal plus die 155 am Stepper / 72,7 kg]

    Daß ich ins Studio fuhr, war wegen des herrlichen Wetters ein bißchen schade; allerdings wäre ich im Park ohnedies wieder durch eine Grillrauchschwade nach der anderen gelaufen: ’s ist ja Sonntag … Und mein Plan bestimmt entschieden, einen Tag laufen, den nächsten Krafttraining, dann wieder laufen, dann einen Tag Pause. (Gehtsich in der kommenden Woche für die anstehende Wien/Rom/Amelia-Fahrt prima aus; die Sonnabendpause werde ich für den Waschsalon nutzen.)

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    Sun, 13 May 2018 15:22:52 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Wenn die Party zur Ruhe kommt http://500beine.myblog.de/500beine/art/11621137 http://500beine.myblog.de/500beine/art/11621137
    Der kleine Wiegand war mit 14 Jahren der jüngste, er war Messdiener in einer katholischen Gemeinde. Er hatte noch nie eine Zigarette geraucht oder ein Bier getrunken, er lehnte strikt jede ungesunde Lebensweise ab. So wie es mit 14 schon mal sein kann, bevor es losgeht. In Frankreich hatte der kleine Wiegand zum ersten Mal Sex in seinem Leben. Mit der süßen Lucienne. Die mit der kleinen Locke, die wie ein Flämmchen vom Kopf stand, die mit dem anschmiegsamen Akzent. Spätestens wenn Lucy ein bisschen herumalberte und Wiegands Vornamen flüsterte, "Volkärrr", schmolz der Knabe dahin.

    Als wir drei Wochen später zurück in Deutschland waren, wollte der kleine Wiegand kein Messdiener mehr sein.

    „Jetzt war ich ja Ficker.“

    Is klar, Volker. Logisch.

    *

    Wir laufen uns heute noch gelegentlich über den Weg, der kleine Wiegand und ich. Er ist immer gut für eine Story. Kürzlich hatte er zwei Ratten zur Pflege. Sie gehören Pauli, einem Kerl mit langem dünnen Zopf, der dafür bekannt ist, mit zwei Farb-Ratten auf der Schulter durch die Gegend zu zockeln. Er wird meist nur Ratten-Pauli gerufen.

    Was der kleine Wiegand nicht wusste, worüber er aber bald Bescheid kriegen sollte: Die Tiere sind schwere Alkoholiker. Also alle drei, die zwei Ratten nämlich und Pauli.

    Ratten-Pauli tränkt die Ratten mehrmals täglich, und zwar direkt an seinem Mund. Für die Ratten ist Paulis Maul sozusagen eine Wasserstelle, doch da dieser Mund hauptsächlich von Jägermeister dominiert wird, sind die Ratten schwere Trinker geworden, wie ihr Herrchen. Sie leben quasi parasitär.

    „Die sind das so gewöhnt zu saufen. Es gibt ja auch Papageien, die darauf gedrillt werden, ihrem Herrchen direkt vom Mund zu fressen. So ist das bei den beiden Ratten auch, nur dass in Paulis Fresse eben Jägermeister drin ist und keine mundgerechten Apfelstückchen."

    Als der kleine Wiegand die beiden Tiere ein paar Stunden bei sich hat, bekommt er einen Anruf aus Wuppertal, wo Ratten-Pauli in der JVA eine nicht bezahlte Geldstrafe absitzen muss.

    „Du musst den Viechern Alk zu saufen geben“, so Ratten-Pauli, bevor er hinterm Knast aus dem Wagen eines Bekannten steigt, um die 30tägige Haftstrafe anzutreten.

    „Na vielen Dank auch, dass ich das erfahre..“

    Wiegand versuchte die Tiere langsam zu entwöhnen. Gab ihnen statt hartem Schnaps leichtes Bier zu trinken, jeden Tag ein bisschen weniger. Einer der beiden Nager kam ganz gut damit zurecht, der andere weniger bzw. gar nicht. Er wurde zunehmend aggressiv. Nach knapp einer Woche verbiss sich diese zweite Ratte beim Füttern in Wiegands Hand und liess nicht mehr los.

    Es war wie bei einem Kampfhund. Wenn ein Kampfhund ein Opfer einmal in der Mache hat, kennt der in der Regel auch keine Gnade. Dann gibt’s Saures. Dann wird sich verbissen.

    Der kleine Wiegand, aufgewachsen unter acht Geschwistern, versuchte in Panik das Tier abzuschütteln, tänzelte durchs Zimmer wie ein Hammerwerfer durch den Ring und versuchte, den Hammer loszuwerden, doch das Tier liess nicht locker. Es war, als hätten sich die kleinen scharfen Zähne der Ratte in Wiegands Armfleisch verkeilt, es tat mörderisch weh.

    „Das Viech war total durchgedreht, quiekte wir irre!“

    Wiegand sah nur noch eine letzte Möglichkeit und zerschmetterte die Ratte mit aller Wucht auf der überstehenden Kante der Fensterbank, brach ihr das Genick, und endlich löste sich das Gebiss.

    „Ich stand aber so unter Adrenalin, ich war so wütend, dass ich mir auch die zweite Ratte geschnappt und aus dem Fenster geworfen hab: RENN UM DEIN LEBEN hab ich hinterhergebrüllt! Na schön, ich wohnte Erdgeschoß, war jetzt nicht so krass. Jedenfalls war eine Ratte tot, die andere über alle Berge.“

    „Und du?“ fragte ich, außer Atem vom Zuhören. „Was hast du gemacht? Bist du sofort zum Doc? Ne Tetanusspitze geholt?“

    Der kleine Wiegand guckt blöd - ja, ich möchte sagen: ausnehmend blöd.

    "Tetanus, hm.. wieso? Hätte ich das tun müssen...?“


    *

    Wenn alles gesagt ist, und meines Erachtens ist alles gesagt, was es zu sagen gibt, was soll man dann noch sagen - außer auf Hochdeutsch.

    *

    Nach dem Sonntags-Frühstück verstecke ich mich noch etwas im Bett. Ein Bett ist das perfekte Versteck am Sonntag. Ein Versteck ist das perfekte Bett.

    *

    Woran man merkt, dass man alt geworden ist? Wenn man auf eine Party geht und sofort die Küche aufsucht, wo die Party zur Ruhe kommt. ]]>
    Sun, 13 May 2018 12:10:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Anselm Kiefer in der Galerie Bastian Berlin. Das Arbeitsjournal des Sonntags, den 13. Mai 2018. Darinnen auch schon, und zwar anfangs, Johannes Pichts Psychoanalyse & Musik. https://dschungel-anderswelt.de/20180513/anselm-kiefer-weltzeit-lebenszeit-galerie-bastian-johannes-picht-psychoanalyse-und-musik/ https://dschungel-anderswelt.de/20180513/anselm-kiefer-weltzeit-lebenszeit-galerie-bastian-johannes-picht-psychoanalyse-und-musik/ [Arbeitswohnung, 9.16 Uhr
    Leevi Madetoja, Sinfonie 2 (1916/18)]

    Aussagen, die ihren Wahrheitsanspruch auf Übereinstimmung mit Sachverhalten gründen, treten zurück zugunsten einer Rede, die nicht über ein Geschehen, sondern aus einem Geschehen heraus spricht, die sich nicht mehr über den Prozeß erhebt, sondern in ihn eingefügt und in ihm wirksam ist. Die Wahrheit eines solchen Sprechens bemißt sich nicht danach, ob etwas so ist wie behauptet, sondern danach, ob es etwas eröffnet, was zuvor verschlossen war.

    Hören trennt nicht zwischen innen und außen, Hörbares ist immer schon in uns; wir finden dazu keine Distanz. (…) Als Hörende sind wir keine Subjekte.

    Das ist der Stoff der Psychoanalyse: Es ist ihre Eigenart, die an ihr Beteiligten in eine offene Zukunft zu versetzen, die über das Antizipierbare hinausreicht, und zwar so, daß beide darauf hören können.

    Johannes Picht, Musik und Psychoanalyse hören voreinander

    Die beiden Bände werden mich noch sehr beschäftigen; in Frankfurtmain hat Do sie mir als Dankeschön für meine Hilfe geschenkt. So lese ich nun gleich drei Bücher parallel, Ruoffs Apatit, Millhausers schöne Erzählungen (ich kann aber nicht s c h o n wieder über ein Septime-Buch schreiben) und dieses; hinzugekommen ist außerdem noch Botho Straußens Fortführer, auf den mich Ralf Schnells Rezension gebracht hat und von dem ich spüre, auch mir habe es so viel zu sagen, daß ich selbst drüber schreiben wollte. Leider war für Volltext Felix Philipp Ingold schneller; so habe ich erst einmal bei Faust nachgefragt. Meine Beziehungen zum Rundfunk sind ja leider sämtlichst verloht, was sicher auch etwas mit dem neuen Generationenwechsel zu tun hat. Ich schaue bisweilen ein bißchen wehmütig zurück, lasse das Faktum aber nicht wirklich an mich heran. Der Funk war ja eine der wenigen Möglichkeiten, mit meiner Arbeit Geld zu verdienen; Faust zahlt nichts und Volltext nur wenig. Auch meinen langen Aufsatz zu Katharina Schultens habe ich honorarfrei geschrieben. – Die Realität der allermeisten Autor:inn:en.

    Gut, es finden sich andere Wege, haben sich gefunden, um über die Runden zu kommen, nun ist’s, neuerdings, sogar ein ebenso witziger wie auch poetischer Pfad, den ich grad zu beschreiten beginne, über den ich öffentlich aber noch nicht sprechen will. Immerhin, ökonomisch bin ich bis September gesichert, auch wenn sich Sprünge, um von „großen“ zu schweigen, nicht machen lassen. Eine Sommerreise mit der Familie muß dieses Jahr deshalb entfallen; doch mein Sohn hat diesmal ohnehin ganz Eigenes, mit Freunden, vor, wofür er sich sein Geld grad erjobbt – als, hà!, Gelatiero:

    Gestern „nach dem Kiefer“ radelte ich zum zweiten Mal hin, und wir zwei Männer legten eine kleine Rauchpause vor der Eisdiele ein, um ein wenig zu plaudern. Dann radelte ich auf ein nächstes Schwätzchen weiter zu Broßmann, schließlich heim, um endlich etwas zu essen. Vom Kiefer war ich noch ganz voll – lächelnd voll. Denn er hatte mich mit etwas erwischt, auf das ich bei diesem für mich und meine Arbeit so entscheidenden Künstler (er hat mir seinerzeit erlaubt, eines seiner Bilder für Der Engel Ordnungen zu verwenden) absolut nicht vorbereitet gewesen:

    mit

    – H u m o r :

    Gaga Nielsen, die ich dort auch zu treffen hoffte, hatte mich auf die Eröffnung in der übrigens hinreißenden Galerie Bastian aufmerksam gemacht, einen für ihre Zwecke architektonisch perfekten Ort gleich gegenüber dem Pergamonmuseum. Ich werde ganz gewiß nicht zum letzten Mal dort gewesen sein,

    kam wie immer früh, das heißt unberlinisch pünktlich an, da stand indes ums Eck schon eine enorme Schlange Wartender. Doch da ich aus andrer Richtung hingeradelt und sich direkt vorm Eingang Menschen auch locker verteilt, verteilte ich mich locker m i t und durfte dann zum ersten Schub gehören, der eingelassen wurde.
    Perfekt nämlich auch die Organisation: Es wurde immer nur ein Teil des wartenden Publikums in die Räume gelassen, so, daß sie zwar voll, nie aber überfüllt waren; besonders bei kleinen Objekten – etwa den im schmalen Nebensaal auf einem Tisch ausgestellten, in nach Blei wirkenden, doch dünnblechenen Rahmen gefaßten Vitrinen – sowie bei sehr großen wie dem „Weltzeit-Lebenszeit“-Bild ist es nötig, verschiedene Abstände einnehmen zu können, um, was wir sehen, überhaupt zu erfassen. Und die Einlaßprozedur wurde mit höchstem Stil geradezu rituell umgesetzt, ebenso höflich wie freundlich dabei, gleichzeitig entschieden, etwa bei der „Frage“, ob Taschen mit hereingenommen werden durften; auch kleine Rucksäcke mußten abgegeben werden – eher nicht, weil Diebstähle befürchtet wurden, sondern schlichtweg, weil auch sie einen Raum beanspruchen, der die Kunstbetrachtung stören kann.
    Zu meiner Überraschung war es erlaubt zu fotografieren; jedenfalls gab es kein Eingreifen, wenn es jemand tat; so nahm auch ich die beiden Bilder auf, die ich hier zeige – ich tu’s, um Sie ganz unbedingt zum Besuch der Ausstellung zu verführen; „offiziell“ werden diese Arbeiten Kiefers, die ich teils noch nie gesehen, vom 17. Mai bis zum 28. Juli zu sehen sein.

    Kichernd, wirklich kichernd – anfangs – gingen wir herum. Was auch zu unversehenen Kontaktaufnahmen, erst der Augen, dann auch verbal, der Menschen führte. Auch das hatte ich tatsächlich noch nie in einer Galerie oder einem Museum erlebt. Kaum jemand, der nicht wenigstens ein Lächeln mit sich herumtrug, sowie diese Daphne gesehen, sowie Die Prinzession von Sibirien oder gar Die fromme Helene; schon das Wortspiel „Manna“/“Mana“, ein anderes Objekt, hat es in sich.
    Selten habe ich in einer Ausstellung derart viele Notate niedergeschrieben; es ging mir aber wirklich um Präzision des Ausdrucks: Wie fasse ich, was ich sehe, in Wortgebilde? Etwa in „Kirke“s Vitrine, worin, umgeben von bräunlichem Laub, zwei bräunlich-rostige Halbkäfiggitter, die wie auseinandergebrochen, ein Schweinchen auf der Seite liegt, oder das quasi Mädchenbild der schon erwähnten sibirischen Prinzessin, ihre Ballettschuhchen also, die langen Schnüre quasi gespreizt, dazwischen Eiswürfel… Oder wie in einer nächsten Vitrine aus zwei Spielfilmprojektoren unvermittelt Panzer werden, die Filmstreifen unten, zu große, zeigen Pflanzen, doch keine verwelkten; die Filmstreifen oben, kleinere Bilder, universitäre Seminarsituationen. Wiederum böse die Vitrine der „mater inviolata“; auf der Rückwand das angedeutete Aquarell eines halb auf dem Bauch liegenden Frauenaktes, zentral davor ein mittelalterlicher Keuschheitsgürtel, dessen Schloßstück furchtbar nach eingeführtem und genau dafür absichtsvoll-brutal viel zu breitem Metallheft wirkt… inviolata, „unangetastet“ fürwahr. Da erstirbt denn das Lächeln. Oder wie aus Thors Hammer eine Axt wird, aus also Mjölnir, – und was er und wie zerschlug, sehen wir unter dem aufgehängten Hemd, das Kiefers Arbeiten seit langem begleitet, meist in der Mehrzahl und oft (Lilith am Roten Meer) als Levitationen. Wobei insgesamt deutlich ist, wie eng sich Kiefers Arbeiten ineinander verschränkt haben, so auch Das Goldene Vlies den Einfluß Robert Fludds wieder aufnimmt, denken Sie an die Orden der Nacht. Tatsächlich neu aber, jedenfalls für mich, ist das humorvolle Spiel, das zwar mit, in weitem wie engem Sinn, Vergänglichkeit stets konnotiert bleibt, aber ihr die unbedingte, sagen wir mal „deutsche“ Schwere nimmt.

    Dennoch, das mich am meisten … ja, treffende Bild wurde zunehmend jenes, das der gesamten Ausstellung den Titel gestellt hat (selbstverständlich gibt mein Knipsversuch nicht im entferntesten wieder, in was ich hier tief, tief hineinfiel):

    Immer immer wieder mußte ich hin. Es lohnt sich gerade hier, sich auch mal auf Nasenspitze zu nähern, um die feinen Strukturen zu erkennen, die sämtliche Reden über Kiefers „Gigantomanie“ der ausgesprochen groben und einer wahrscheinlich intentiösen Fehlwahrnehmung überführen; im Gegenteil gehen bei ihm mikroskopische Feinteiligkeit mit gleichzeitiger Gesamtschau ineins. Eben das hat für mich die Faszination seines Werk niemals ausdünnen lassen.

    Übrigens ist zur Ausstellung ein neuer Katalog erschienen, den der Galerist selbst bei Schirmer/Mosel herausgegeben hat:

    Ich hätte ihn sofort mitgenommen, allzugerne, habe aber derzeit nicht das Geld. Die Qualität der Drucke ist hinreißend – ähnlich gut habe ich bisher fast nur Ausgaben von Beyeler gesehen.

    Wenn Sie also, Freundin, Ihr Weg einmal wieder nach Berlin führen sollte, noch in diesem Sommer, verabsäumen Sie den Besuch der Galerie Bastian auf gar keinen Fall. Ah, und gerne würd ich Sie begleiten; Sie müssen halt nur – fragen.

    Lächelnd, Ihr
    ANH

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    Sun, 13 May 2018 09:30:07 +0000
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    Note: Bemerkenswerte optische Täuschung
    qua Rasterung/Perspektive, die eine deutliche
    Schiefstellung des Bildes suggeriert.
    "Perspektivisches Moiré".

    BildSprache: Aus dem fotografischen Dialog mit Julian Schutting, 2002-2003.

    ||| Geoloc
    Tierschutzhaus Vösedorf
    1123 Wien


    Aufnahme: 12. 01. 2003


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    Sun, 13 May 2018 08:17:44 +0000
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    Sat, 12 May 2018 23:08:01 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : ewige kamera http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/75BNJZVpVRk/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/75BNJZVpVRk/ 9

    papa : 0.01 – Das merkwürdige Gefühl in der particles – Arbeit beobachtet werden zu können in „Tagesechtzeit“. Oder die Vorstellung einer Verpflichtung: Ewige Kamera in der Stirn. -stop

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    Sat, 12 May 2018 19:59:44 +0000
    Psittacos : Danke! http://www.lisaspalt.info/danke/ http://www.lisaspalt.info/danke/ Rühren wir mit Hilfe des Unsinns die Menschheit, wo der Sinn dazu bisher keinen nennenswerten Beitrag leisten konnte. Der Unsinn, den wir treiben, schenkt uns die Empfindung eines erfüllten Lebens. Nun, nicht, dass das bereits bewiesen wäre. Aber unser Weltenbürgermeister, Mr. The Cramp, bemüht sich sehr, dieser witzigen Behauptung von mir zum Durchbruch zu verhelfen. Er ist es, der wissenschaftliche Seriosität als Übereinstimmung von Erkenntnissen mit dem Willen des Volkes definierte. Ich bin ihm für diese – wenn auch mehr symbolische – Unterstützung meines Unternehmens dankbar.

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    Sat, 12 May 2018 13:49:15 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Lauftraining: 12. 5. 2018 https://dschungel-anderswelt.de/20180512/lauftrainig-12-5-2018/ https://dschungel-anderswelt.de/20180512/lauftrainig-12-5-2018/ Friedrichshainpark.

    11 km durchgelaufen, davon 10 km in 1h 08 min.
    Intermezzo: je drei Crunches- (Bauchmitte & Bauchseite), sowie drei Liegestützsätze.
    Noch einmal 800 m leichtes Auslaufen (Rundenabschluß).

    [Incl. Rad An- und Rückweg 966 kCal / 72,3 kg]

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    Sat, 12 May 2018 13:26:01 +0000
    tempo.fugato : 21/18 – … try to be an island http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/2118-%e2%80%93-%e2%80%a6-try-to-be-an-island/ http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/2118-%e2%80%93-%e2%80%a6-try-to-be-an-island/
    Tides // In what kind of presence, I make the decision to reach the existence, in the here and there, at the same time, I stand at both waters and look, in the collecting word.

    Gezeiten // In welcher Gegenwart, treffe ich die Entscheidung, das Dasein zu erreichen, im Hier und Dort, zur selben Zeit, an beiden Wassern stehe ich und schaue, in das sich sammelnde Wort.

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    Sat, 12 May 2018 10:20:44 +0000