litblogs.net aktuell http://www.litblogs.net/?bdprssfeed=1 BDP RSS Aggregator version 0.6.1 schwungkunst.blog : fünf vier http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=7120 http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=7120 („new no new age advanced ambient motor music machine“, „das lied schläft in der maschine“ – einstürzende neubauten)

drei, zwei und eins auf null: countdown! und wen’ger
als nach unendlich ist es nicht, das lied,
die fünf gefüßten verse: vier es biet’,
quartett den jahreszehenzeiten später.

und davon zwei, für kindheit, wachsen dann …,
der kleine tod am wendepunkt, ersehnt
in gegenwart und gegen jedes „wann?“
ins „jetzt!“ vielmehr, in diesen vers! – verschämt …

darauf verschwinden hinter text wie einst.
die verse jetzt ein flotter dreier eint,
der weiß, ach, um das leben, so beredt.

mit einem kuss nur möcht’ ich bei dir landen
die lippen stumm, weil scheu verliebt, erwählt,
auf fünf, vier, drei vereint mit dir zu tanzen.

… und die einstürzenden links aus jener nacht …:

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Wed, 17 Jan 2018 01:30:36 +0000
andreas louis seyerlein : particles : loop http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/3A7UIuUMbLg/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/3A7UIuUMbLg/ pic

foxtrott : 22.15 UTC – In einem Aufzug habe ich heute etwas Merkwürdiges erlebt. Ich wurde nämlich verdächtigt, mittels meines persönlichen Zeigefingerabdrucks gewisse Vorteile erzielen zu können. Der Aufzug erkennt sie, sagte eine empörte Frau, die überzeugt gewesen war, der Aufzug hätte eigentlich nach oben, wie von ihr gewünscht, nicht nach unten fahren dürfen. Die Frau hielt in diesem Augenblick ihrer Rede eine Schere in der Hand, sie war überhaupt äusserst schlecht gelaunt. Ich überlegte, ob ich ihr nicht eine Geschichte zur Beruhigung erzählen könnte, eine sehr kurze, spannende, eine überzeugende Geschichte. Ich lächelte sie an, atmete tief ein und aus, wie ich bemerkte, dass mir keine Geschichte einfallen wollte, außer diese Geschichte selbst. Ich sagte also: Stellen sie sich vor, ich habe heute in einem Aufzug etwas Merkwürdiges erlebt. – stop

Der Beitrag loop erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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Tue, 16 Jan 2018 21:12:33 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. : Pferde http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/pferde/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/pferde/ Ich schwang mich über die Hügel, wie selbstverständlich konnte ich fliegen, suchte die Pferde überall, konnte sie aber nicht mehr finden. Diese überempfindlichen panischen Pferde waren der Inbegriff der Flüchtigkeit all dessen, was mir entglitt. Nur für einen Bruchteil einer Sekunde fällt das Licht durch die vom Leben selbst bewegten Zweige auf dich. ]]> Tue, 16 Jan 2018 20:02:00 +0000 panAm productions : autofill http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/autofill.html http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/autofill.html Statt "Danke" kommt "Darmkrebs".
Und das in einem Ein-Wort-Mail.

#kommunikationstechnologie

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Tue, 16 Jan 2018 18:10:59 +0000
Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Wasserkrawall http://500beine.myblog.de/500beine/art/11005765 http://500beine.myblog.de/500beine/art/11005765

Montagfrüh, Regenwetter, Gesichter. Ich war mit dem Obus unterwegs, musste am Central umsteigen. Wer fremd ist in der Stadt und eine Kreuzung namens Central sucht oder das Hotel Tack am Central, der wird vom Navigationssystem zu einem unspektakulären Knotenpunkt zwischen den drei Stadtteilen Gräfrath, Mitte und Wald gelotst. Viel Lärm, eine große Versicherungsagentur, eine Kneipe, die früh um acht schon brechend voll ist, ein Hotel. Kaum Baum.

Da fällt mir ein: Wie der Herrgott einst die Natur erfand? Ich kann es euch sagen. Er liess einfach sein gesamtes Inventar über Nacht draußen und wartete ab, bis alles grün wurde. So machte er es immer. So ungefähr. Am Central hatte es nicht so gut geklappt. Ich meine, ein Baum..

Unweit des altehrwürdigen Hotel am Tack stieg ich aus dem Bus und spannte den Schirm auf. Die Regenböen trafen mich seitlich, ein kräftiges Westgeschäft, STURM, da konnte auch der begabteste Schirm nichts reißen. Also klappte ich ihn wieder ein und zog die Kapuze über. Im strömenden Regen wechselte ich die Strassenseite, und obwohl ich es eilig hatte, blieb ich auf dem Trottoir jäh stehen. Von der Dachrinne eines hohen Gründerzeitbaus prasselte das Wasser nieder, gebündelt zu einem langen Zopf schlug es hart aufs Pflaster. Ich drückte mich ein Stück der Hauswand entlang, bis ich lotgenau unter dem Wasserfall zum Stehen kam und ihm Gelegenheit gab, auf den – jetzt wieder entspannten – Schirm zu trommeln; ein Gehämmer wie von hundert Protzen, die sich vor der Pinkelrinne aufbauen und es krachen lassen.

Es blieb keine Zeit, auch wenn ich ein großer Fan von Geräuschen bin – ich musste den Bus nach Wald erwischen. Hinter mir hörte ich ihn schon herankriechen, den Strom kauenden Oberleitungsbus, los jetzt: bei Rot über die Fußgängerampel.

Nun war ich nicht der Einzige, der die Linie 2 noch kriegen wollte, in meinem Schlepptau wackelte ein xbeiniges Mütterchen über die vielbefahrene Straße und zwang den Berufsverkehr (und einen hochhackigen Freizeitjeep) zum Mitdenken, sonst wäre sie weg gewesen von der Bildfläche.

„Na, wir sind ja schöne Vorbilder“, schnaufte das Mütterchen, als wir an der Haltestelle ankamen. "Bei Rot über die Ampel.."

„Ja wie sonst“, keuchte ich.

Es stellte sich schnell heraus, dass es der falsche Bus war. Statt nach links Richtung Solingen-Wald bog er an der Kreuzung nach rechts ab, Richtung Solingen-Gräfrath. Es handelte sich um die Linie 3 statt Linie 2.

„Sind wir ganz umsonst bei Rot gegangen“, feixte die alte Dame, „hätten wir uns gar nicht sputen müssen.“

Ein bißchen ähnelte sie einer pumpenden Kaulquappe, aber das konnte auch an den nassen Umständen liegen. Ein kleines Persönchen, das sich trotz des hohen Alters linkisch bewegte, unfreiwillig akrobatisch.

„Das wird überhaupt nicht richtig hell heute“, sagte sie.

„Stimmt, seit Tagen nicht.“

„Ja stimmt. Seit Tagen nicht.“

„Nicht richtig hell.“

Ich schaute mich um. Wo ich stand, war geweihte Erde. Die Haltestelle war keine zehn Schritte entfernt von dem überwucherten Gelände, auf dem einst das Geburtshaus von Pina Bausch stand. Ein zuletzt baufälliges altes Fachwerkhäuschen, das gegen geringen Widerstand in der Bevölkerung abgerissen wurde, zu einem Zeitpunkt, als Pina Bausch noch lebte und kaum jemand in der Stadt wusste, wer Pina Bausch überhaupt war. Bis auf die Tanzinteressierten. Ein Jahr später war sie plötzlich tot, und plötzlich wusste die ganze Stadt, wer Pina Bausch gewesen war, die große Choreografin des Plötzlich, und alle wollten ihren Tod mitfeiern.

- Die Gräfin nahm mich 1989 mit ins Stadt-Theater zum Ballett. „Wie, Ballett?“ fragte ich. „Was soll ich im Ballett?“ „Nicht Ballett“, sagte sie. „Pina Bausch.“ Wir sahen uns "Nelken" an. Toller Abend. -

Am Central war ein Brachgelände aus dem historischen Ort geworden, wo Pina Bausch aufwuchs. Nahe Hotel Tack, unweit Cafe Müller. Wilder Weizen hatte sich ausgesät, buschige kleine Regentage, eine Landschaft ohne Zaun, mild und friedlich, wie von einem wohlmeinenden Regengott hingewürfelt, locker aus dem Handgelenk, Solingen-Central, zwischen Wald und Gräfrath.

Wo Pina als zehnjähriges Mädchen sonntags losgezogen ist, um Kuchen zu holen im benachbarten Cafe Müller. Die kleine Pina, immer in Bewegung, immer am tanzen, immer Schlange.

Solingen, am Central 1950.

„Stellen Sie sich vor, all der Regen der letzten Woche wäre als Schnee runtergekommen“, schlug das alte Mütterchen vor, tief unterm Schirm geduckt.

„Ja, dann wären wir jetzt eingeschneit, dann würden wir jetzt versinken“, sagte ich.

„Nach dem Krieg war ich mit meinem Bruder im Westerwald, mit dem Zug. Sei vorsichtig, wenn du aussteigst, hatte mein Bruder noch gesagt. Der Schnee liegt hoch, wenn du hinfällst, buddel ich dich nicht mit bloßen Händen raus. Und was tut die kleine Schwester? Springt einfach aus dem Zug. Klar, das konnte man von oben nicht sehen, wie hoch der Schnee lag. Und schwupps war ich weg, eingesunken bis zur Nasenspitze. Was hab ich geschrieen.. Ich dachte, ich ersaufe.“

„Und dann hat der große Bruder Sie ausgegraben?“

„Ja natürlich, dafür sind große Brüder doch da. Der war zehn Jahre älter als ich und einen Kopf größer. Du großer Blödmann, sagte ich immer. Und dann hat er mich ausgegraben. Mit seinen Spatenhänden. Da..! Unser Bus..“

Die alte Dame zog den Schirm ein und wankte beim Einsteigen wie ein Schiffchen im Sturm, ich folgte ihr, drehte mich aber kurz um und sah die kleine Pina, wie sie vom Cafe Müller kam, eine Papiertüte voller Gebäck in der Hand, über den Bürgersteig tänzelend, auf Zehspitzen "Von den blauen Bergen kommen wir" summend.

(Unser Lehrer ist genauso doof wie wir.)

Ich verzog mich ganz nach hinten, in die letzte Sitzreihe. Der Regen klopfte hysterisch gegen die Panoramascheiben. Ich sah den Nothammer, merkte mir die Position. Nur für den Fall.

Wasserkrawall. ]]>
Tue, 16 Jan 2018 10:48:35 +0000
der goldene fisch : Andreas H. Drescher : VERSCHLUCKTE KOMPASSE I http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13968 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13968 Als ob der Unterste im
Westen läge als
Zi
Garette
und
Zi
Tat
Oft beschrieben nur noch
Fronten
Fronten
Fronten
Bis ins Weißeste hin
Ein
Die Krümel auf dem Tisch
Ein
Not
Arzt
Wagen
Schießt auf den zentralen Kreisel

Zu

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Tue, 16 Jan 2018 10:44:14 +0000
rheinsein : Switzerland is full of these wild tales http://rheinsein.de/2018/01/16/switzerland-is-full-of-these-wild-tales/ http://rheinsein.de/2018/01/16/switzerland-is-full-of-these-wild-tales/ THE first view one gets of the Rhine in leaving Switzerland from the east is on his way from Zurich to Basle. Here, also, he takes his farewell look of the Alps. From the top of the Botzberg the whole range of the Bernese Alps rises on the view. Amid the scenes in which he has moved since he left their presence, the traveller almost forgot their existence, and as they here rise again on his vision, they bring back a world of associations on his heart. There they stand leaning against the distant sky, like the forms of friends he has left forever. Such were my feelings as I sat down by the road-side, under as bright a sky as ever bent over the vineyards of Italy, and looked off upon those bold peaks which had become to me objects of affection. A few days only had elasped since I was amid their terror and their beauty. I had seen the moonbeams glancing on their glaciers at midnight, and heard the music of their torrents lifting up their voices from the awful abysses. I had seen the avalanche bound from their precipices, and rush, smoking and thundering, into the gulfs below—and been wrapt in their storms and clouds. I had toiled and struggled through their snow drifts and stood enraptured on their green pasturages, while the music of bells, the bleating of flocks, and the clear tones of the Alp-horn made it seem like a dreamland to me. A mere dwarf in comparison, I had moved and mused amid those terrific forms. Now mellowed and subdued by distance, the vast, white, irregular mass, lay like a monster dreaming in the blue mist. Clouds resting below the summit slept here and there along the range, and all was silent and beautiful. I love nature always, but especially in these her grander and nobler aspects. The Alps had lain along the horizon of my imagination from childhood up. The desire of years had at length been fulfilled, and I had wandered amid the avalanches and glaciers and snow-fields and cottages of the Oberland, and now I was taking my last look. It was with feelings of profound melancholy I turned away from St. Peters and the Duomo of Milan, feeling I should see their magnificent proportions no more. But it was with still sadder feelings I gazed my farewell on the glorious Alps.
On this route, within half a mile of Brugg, is a lunatic asylum, once the Abbey of Koenigsfelden, (King’s field,) which the guide book informs you was founded in 1310, by Empress Elizabeth, and Agnes, Queen of Hungary, on the spot where the Emperor
Albert, the husband of the former and father of the latter, was assassinated. Leaving his suite on the opposite bank, he had crossed the river Reuss at this point, with only the four conspirators accompanying him. The principal one, John of Swabia, was the nephew of Albert, and was incited to this deed from being kept out of his paternal inheritance by his uncle. He struck first, and sent his lance through the Emperor’s throat. Bolm then pierced him through and through with his sword, while Walter von Eschenbach cleaved his skull in twain with a felling stroke. Wart, the fourth conspirator, took no part in the murder, and yet, by a singular providence, was the only one that was ever caught and executed for the deed. The others escaped, although the King’s attendants were in sight. Indeed the latter was so alarmed they took to flight, leaving their master to die alone, sustained and cheered only by a poor peasant girl, who held the royal dying head upon her bosom.

“Alone she sate: from hill and wood low sunk the mournful sun;
Fast gushed the fount of noble blood; treason its worst had done.
With her long hair she vainly pressed the wounds to staunch their tide:
Unknown, on that meek humble breast imperial Albert died.”

On the friends and families of these murderers the children of Albert wreaked a most bloody vengeance. The remotest relative
was hunted down and slain, and every friend offered up as a victim to revenge, till one thousand is supposed to have fallen. Queen Agnes was accustomed to witness the executions, and seemed actuated by the spirit of a fiend while the horrid butchery was going on. On one occasion she saw sixty-three, one after another slain, and in the midst of the bloody spectacle exclaimed, “Now I bathe in May-dew.” This convent of Koenigsfelden was en dowed with the confiscated property of these murdered men, and here she ended her days. But her religious seclusion, prayers and almsgiving were powerless to wipe the blood from her conscience. The ghosts of her murdered and innocent victims rose up before her guilty spirit, and frightened peace from her bosom. Revenge had been gratified, but she forgot that after it has been glutted with victims, it always turns round and gnaws at the heart which gave it birth. When she came to die, and the vision of that terrible and just tribunal that awaited her passed before her trembling spirit, she sent for a priest to give her absolution. “Woman,” he replied, “God is not to be served with bloody hands, nor by the slaughter of innocent persons, nor by convents built with the plunder of widows and orphans,—but by mercy and forgiveness of injuries.” Switzerland is full of these wild tales. They meet you at every turn ; and you often start to be told you are standing on the grave of a murderer.

Basle is the last town in Switzerland standing on the Rhine at the head of navigation. It contains a little over 21,000 inhabitants, and is well worth a longer stay than the thousands of travellers who yearly pass through it ever give it. It was once one of the strictest of the Swiss cities in its sumptuary laws. Every person on the Sabbath, who went to church, was compelled to dress in black; no carriage could enter the town after ten at night, and the luxury of a footman was forbidden. A set of officers called Unzichterherrn decided the number of dishes and the wines to be used at a dinner party, and also the cut and quality of all the clothes worn. Until fifty years ago, the time-pieces of this town were an hour in advance of all others in Europe. Tradition states that this curious custom had its origin in the deliverance of the place once from a band of conspirators by the town clock striking one instead of twelve. But the Swiss have a tradition to establish every custom. There is a curious head attached to the clock tower standing on the bridge which connects the two towns. The movement of the pendulum causes a long tongue to protrude, and the eyes to roll about—“making faces,” it is said, “at Little Basle on the opposite side of the river.” Since the Reformation Basle has been the principal seat of Methodism in Switzerland. Formerly the citizens exhibited their piety in odd mottoes and doggrels placed over their doors in the public streets. These, of course, no longer remain, and the people are any thing but religious. Two of these strange mottoes we give from the guide book as a specimen of the pious Methodists of that time :

“Auf Gott ich meine Hoffnung bau
Und wohne in der Alten Sau.”
In God my hope of grace I big,
And dwell within the Ancient Pig.

“Wacht auf ihr Menschen und that Buss
Ich heiss zum goldenen Rinderfuss.”
Wake and repent your sins with grief,
I’m called the golden Shin of Beef.

This was a queer mode of publishing to the traveller one’s religious opinions, but it shows to what ridiculous extremes fanaticism will carry a man. To the credit of the place I will say, however, that even now a carriage arriving at the gates of the town during church time on the Sabbath is compelled to wait there till service is over.
Here one begins to think of the Rhine, “the glorious Rhine.” It goes rushing and foaming through Basle as if in haste to reach the vine-clad shores of Germany. The traveller, as he sees its waters darting onward, imbibes a portion of their anxiety, and is in haste to be borne along on their bosom to the shore below, so rich in associations and so marked in the history of man.

(Joel Tyler Headley: The Alps and the Rhine. A Series of Sketches, New York 1845)

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Tue, 16 Jan 2018 08:46:41 +0000
andreas louis seyerlein : particles : = http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/ffw6Bq7hPrE/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/ffw6Bq7hPrE/ pic

ulysses : 18.10 UTC – h e r z a p f e l

ping

Der Beitrag = erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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Mon, 15 Jan 2018 13:42:37 +0000
isla volante : 35. palaver http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/lVk-_1bAewY/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/lVk-_1bAewY/

palavern!
heute mischen sich auch katharina vasces und der kobboi unter die menschen am strand.
kein ende ist in sicht.

der begriff palaver bezeichnet ein langwieriges und häufig eher oberflächliches gespräch. im deutschen ist der begriff im allgemeinen sprachgebrauch daher eher negativ belegt. in ethnologischen untersuchungen anderer länder kommt jedoch ein anderer sinn zum vorschein: das palaver dient dem zweck, das gegenüber vor den entscheidenden gesprächsphasen etwas näher kennenzulernen.

in der afrikanischen kultur entspricht das wort hierbei der bedeutung von „versammlung“. in großen teilen afrikas gehört das palaver zu den guten umgangsformen; umso länger, je wichtiger die angelegenheit und je höhergestellt die beteiligten sind.
wikipedia

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Mon, 15 Jan 2018 09:26:37 +0000
rheinsein : Rheingrau http://rheinsein.de/2018/01/15/rheingrau/ http://rheinsein.de/2018/01/15/rheingrau/ Deutschgrau oder Deutsches Grau: Farbe mit gegen unendlich tendierenden Nuancen. Neben dem Vierjahreszeitengrau das Grau der einzelnen Jahreszeiten: Wintergrau, Frühlingsgrau, Sommergrau, Herbstgrau. Das Grau der Monate, Wochentage, Wochenenden, das Grau der Tageszeiten und einzelnen Stunden (Achtuhrmorgengrau, Sonnabendgrau, Halb- und Ganztagsgrau). Das aus den Himmelsrichtungen dem Land eingespritzte Grau: Südwestgrau, Ostgrau. Belgisch Grau etc: aus den Nachbarländern herüberlappende Grauwerte. Neben dem Grau des Himmels das Grau der Flüsse: allen voran die rheingrauen Stadttöne: kölngrau, weselgrau, mainzgrau. Ein Wunder, dass es kaum Orts- und Städtenamen gibt wie Bad Grau, Grauhausen, Grauenstadt, Grau-Bauerndorf. Graurheindorf immerhin existiert. Graubrot zum Frühstück.

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Mon, 15 Jan 2018 07:44:46 +0000
der goldene fisch : Mirko Bonné : Shithole http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13965 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13965

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Mon, 15 Jan 2018 00:13:40 +0000
der goldene fisch : Tobias Schoofs : PARNELL http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13961 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13961 parnell zu einem jubler am straßenrand: irland
soll frei sein und du sollst deine steine klopfen

(nach W. B. Yeats)

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Sun, 14 Jan 2018 21:26:38 +0000
litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2018-01-13 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2018-01-13/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2018-01-13/
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  • https://t.co/yGBzBo3nav : turm #3 https://t.co/1ZU4JaOeq6 2018-01-07
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    Sat, 13 Jan 2018 23:24:09 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : eine alte schreibmaschine http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/EXJ9gtQok3g/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/EXJ9gtQok3g/ 9

    alpha : 22.02 – Dachte wieder an eine Schreib­ma­schine zurück, an eine besondere Schreibmaschine, an meine digitale Schreibmaschine, die jedes Zeichen, das ich notiere, im Moment der Spei­che­rung in eine Hiero­glyphe verwan­delt, so dass ich schreibe einer­seits, also einen Text spei­chere, ander­seits nicht sofort wieder­ho­lend lesen kann, was ich für mich oder andere aufge­hoben habe. Schreiben. Denken. Auf dem Wasser laufen. Eine vernünf­tige, das heißt, eine gute Schreib­ma­schine, ist nach wie vor mit dem Internet niemals verbunden. – stop
    ping

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    Sat, 13 Jan 2018 22:53:03 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : 22 Uhr 5 http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/G7PZr752sGc/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/G7PZr752sGc/ 9

    alpha : 22.02 – Seit einer halben Stunde das Wort K i e m e n t u l p e in meinem Gehör, warum? – stop
    ping

    Der Beitrag 22 Uhr 5 erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sat, 13 Jan 2018 21:03:30 +0000
    der goldene fisch : Christian Lorenz Müller : DREI APHORISMEN FÜR EHEPAARE http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13957 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13957 Nicht “in guten wie in schlechten Zeiten”
    sollte es heißen, sondern “bei guter
    wie bei schlechter Laune”.

    Im Hafen der Ehe liegen nicht nur
    Kreuzfahrtschiffe, sondern auch
    Handels- und Kriegsschiffe vor Anker.

    In jeder Ehehölle leben zwei Teufel,
    die gleichzeitig zwei gequälte Seelen sind.

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    Sat, 13 Jan 2018 12:21:04 +0000
    taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20180113) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20180113/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20180113/ * Nudelregen (Glückssymbol) dlvr.it/Q9v8YV / plötzlich diese übersicht. https://t.co/SQvBemb33y Jan 11, 2018 / * https://t.co/vIeTm8lyOs Lesezeichen 04/2017 https://t.co/teP0Dye4so https://t.co/z1WbAvpXfH Jan 11, 2018 / die besorgnisstruktur. Jan 10, 2018 / RT @literapedia_ub: verlag die brotsuppe / anonym. kollektiv: 13 Schundromane. #lb #cover #neuzugang #vitrine https://t.co/NAVgBaEdO5 Jan 10, 2018 / * 20130728 https://t.co/a1LX985alx https://t.co/xVuyGcRHKt Jan 10, 2018 / wo wir resident bj sein dürfen … https://t.co/Hzf5QdEWv4 Jan 09, 2018 / RT @ElioPellin: Text! Berner Literatur im Gespräch mit dem Journalisten und Autor Mirko Beetschen. Do, 25.1.2018, 18.00 Bibliothek Münsterg… Jan 09, 2018 / * Annotierte Bibliographie 2018.01 https://t.co/UN63KNtzhj https://t.co/5V4EFgFha0 Jan 09, 2018 / es gibt wieder gratis kakteenamputate. https://t.co/t838MTfMQh Jan 07, 2018


    (die besorgnisstruktur.)

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    Sat, 13 Jan 2018 10:37:46 +0000
    Nymphenbad : Wir hatten ja nur ein Pausenbrot... http://nymphenbad.blogspot.com/2018/01/wir-hatten-ja-nur-ein-pausenbrot.html http://nymphenbad.blogspot.com/2018/01/wir-hatten-ja-nur-ein-pausenbrot.html Doch jetzt sind wir wieder nach Haus gekehrt und fürderhin auch dort wieder präsent.

    Schneidering - Die Veranda im Schatten moribunder Texte.

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    Sat, 13 Jan 2018 09:47:10 +0000
    rheinsein : Struktur und Unfug http://rheinsein.de/2018/01/13/struktur-und-unfug/ http://rheinsein.de/2018/01/13/struktur-und-unfug/
    Der Handlauf eines Geländers am Kölner Rheinufer birgt Ansichten, die an Landschaften, prähistorische Malerei und Kartenwerk erinnern. Ihre Schönheit offenbart sich, von Witterung und Abgas freigesetzt, unterhalb der Lackschicht. Zwischen petroglyfenartigen Rankpflanzenschraffuren scheinen Tiere und Geister auf: aus Umweltvorgängen generierte Collagen im Nebelgrau bald vergessener Januartage.

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    Sat, 13 Jan 2018 07:38:32 +0000
    isla volante : 34. orden http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/8oasuSW57dE/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/8oasuSW57dE/

    wir lauschen den geschichten, die sich die strandgängerinnen erzählen.
    der wind trägt das gesagte über das meer
    die wellen geben den takt an.

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    Sat, 13 Jan 2018 07:07:08 +0000
    der goldene fisch : Andreas H. Drescher : EHEPAAR II http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13952 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13952 Möbel aus Tuff

    Auch die haben die Hochzeit nicht bestanden
    Die Kontur der Zwei im Ventilator

    Zuviel der Braut
    Im Lam
    I
    Nat
    Zuviel des Bräut
    I
    Games
    In der Polytour

    Manchmal wehen sie einander als
    Gewächse zu auf

    Möbel aus Tuff

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    Fri, 12 Jan 2018 17:09:14 +0000
    Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Auf:bruch http://taintedtalents.twoday.net/stories/1022643142/ http://taintedtalents.twoday.net/stories/1022643142/



    ich spüre grenzen, wo du keine hast
    und wo ich hinrühr, bist du längst gewesen
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    Fri, 12 Jan 2018 16:47:02 +0000
    isla volante : 33. fertig? nie? http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/XZG2F-GmfP0/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/XZG2F-GmfP0/

    zum glück geht es weiter
    in das ungewisse, was kommt
    in das vergessen, was war

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    Fri, 12 Jan 2018 07:30:35 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Nudelregen (Glückssymbol) http://www.abendschein.ch/nudelregen-glueckssymbol/ http://www.abendschein.ch/nudelregen-glueckssymbol/

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    Fri, 12 Jan 2018 07:26:56 +0000
    tempo.fugato : 3/18 – …zwischenzeitlich… http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/318-zwischenzeitlich/ http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/318-zwischenzeitlich/

    Und wo ich nicht hinreiche. Diese Selen. Sie wandern. Schweben sie nicht? Sind sie ewig? Und ihre Gründe? Vielleicht zählen wir zu viel, um zu wissen? Das Gras ist grün. Wir, Unbeteiligten? Was haben wir gefunden? Ein Alles und Nichts? Ein Vorübergehen? Etwas bleibendes Gebliebenes? Sanft. Sei sanft zu Dir. Du sollst von Dir ausgehen, nicht weggehen! Engel sind gütig!

    Vielleicht erfahren wir uns durch des Anderen Welten? Vielleicht verlieren wir uns in dessen Schlaufen? Ein paar Stufen weiter in Jedem und Allem, was wir zu sein sind? Wir erscheinen. Wir, in einer anderen Form und Gestalt. Was macht uns aus, mit diesen Jahren? Mit diesem Weiter? Gehen wir uns entgegen? Wir ziehen in Einem fort.

    Wir sind Schiffe, schwebende Altäre. Wir runden die Erde als unsere Welt, schreiben Karten, zeichnen Belege, rufen ein Jenseits an, das neben uns steht und flüstert, ” in uns”. Rufen wir uns? Denke ich, was mich in diesem Schwebezustand hält? Es schwebt sich ausgebreitet, das Land, das geschaffen ist und schläft. Dort sind wir ewig?

    Passagen: aus dem Projekt -tide- eine Rauminstallation: II

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    Thu, 11 Jan 2018 22:30:01 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : III, 356 - Merkwürdige Begegnung http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-356-merkwuerdige-begegnung/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-356-merkwuerdige-begegnung/ Seit einer Woche war die Wasserrechnung fällig und ich somit irgendwie gezwungen, doch noch das Postamt aufzusuchen. Gestern hatte ich hinunterspazieren wollen, aber es waren Arbeitsbestätigungen abzuwarten, vor allem eine recht heftige. Und die kam dann auch prompt. Was mir für die nächsten Tage kein geringes Handicap beschert (“Andy Capp”). 26 Seiten und ein Gemisch aus Kunstgeschichte und Kulturgütergesetzgebung, geschrieben von einer der oberen Ebenen der Gerichtsbarkeit. Man will etwas zurückhaben. Deadline: Montag “ora di pranzo”, wie es hier so schön heißt, meint “so zwischen Mittagessen und Verdauung, möglichst aber noch vor der Verdauung”.
    Hinzu kam eine morgige Deadline, an der noch herumzutricksen war und ist. Aber die Quelle habe ich mittlerweile ausgemacht, an der das entlanghangeln kann: EG-Maschinenrichtlinie, wo sich manches wiederfindet, was der Text enthält.
    Also Ende der Tage der Enthebung von aller fremdbestimmten Sorgfalt und Weckeraufmerksamkeit.
    Und fuhr dann hinunter mit dem Auto, erst zum Supermarkt, nein, nicht Coop, sondern zu dem einen etwas verborgenen gleich neben der Feuerwehr, wo mir neulich der Mond schien und eine Gloria eine einzige Zitrone wog.
    Auf dem Weg zwischen abgestelltem Auto und Supermarkteingang hielt ein Auto neben mir. Der Fahrer gestikulierte wild mit den Armen. Bis ich mich gezwungen sah, die Autotür zu öffnen. Ein völlig unbekannter Mensch. Wo ich denn gearbeitet habe so ums Jahr 95 herum? Naja, unter anderem bei Enel, der damals noch staatlichen Elektrizitätsgesellschaft. Und was das für eine Arbeit gewesen sei? Naja, Deutschunterricht. Und kam mit einem “Wie heißt du?” heraus. Ich beteuerte, ihn nicht zu kennen. Er bestand darauf, einer meiner Schüler gewesen zu sein. Das Ganze verdatterte mich nicht wenig, auch weil er sein Auto seitlich eingeparkt hatte, um mich zum Sitzen darin aufzufordern.
    Aber natürlich ein ‘Wie es mir gehe usw.’. Er sei mittlerweile in Mailand, mache in Lederwaren, sei in Terni gewesen, um Musterstücke aus der Produktion bei einer bekannten Bekleidungskette vorzustellen. Immer noch nichts, was mir bekannt vorgekommen wäre in dem Gesicht.
    Sprach von seinen Musterstücken, fragte mich, welche Größe ich trage. Fummelte mir im Mantelkragen herum und stellte fest: “L”, ließ mich seine Musterstücke befummeln: eine Mischung zwischen Lederjacke und -mäntelchen und ein Lederjäckchen. Die seien insgesamt über 1000 Euro wert. Er wolle sie mir geben. Denn er müsse noch heute Abend nach Mailand zurück.
    Ich war immer noch verdattert und hatte immer noch keine Ahnung - wie auch jetzt noch nicht -, wer da neben mir saß. Das einzige, was sich sagen läßt: einer, der mich wiedererkannt hat. Auch sein Name, den er nannte, sagte mir nichts.
    Welche Größe denn die Frau trage, denn er hatte auch eine weiße Damenlederjacke dabei. Nun, sagte ich, ich sei mittlerweile geschieden. Also wurde das Thema beiseite geschoben. Und er fuhrwerkte mir die beiden zuerst gezeigten Jacken in eine große Plastiktüte. Und überreichte sie mir. Aber einen kleinen Deal wollte er dann doch machen. Ich solle ihm doch wenigstens das Benzingeld geben. Wahrscheinlich für die Fahrt zum Flughafen. Und nahm mir dann 70 Euro ab. Also “einmal Volltanken und Autobahngebühr”.
    Er habe, wie er vorher beteuerte, die Musterstücke loswerden wollen, um nicht am Flughafen Mehrwertsteuer dafür entrichten zu müssen. Was ich allerdings nicht verstanden habe. Unbegreiflich auch, was er da bei dem entlegenen Supermarkt zu tun hatte. Ok, es gibt da einen Gebrauchtwagenhändler, der auch gebrauchte Motorräder verkauft. Aber danach zu fragen, war mir nicht eingefallen.
    Und so gab er mir die beiden Lederjacken, und ab dafür.
    Zuhause dann probierte ich. Die eine paßt und läßt sich tragen, das Jäckchen allerdings zu eng. Wäre zu verschenken. Unter den superschlanken Personen (bin ja selber nicht grad großleibig), die ich kenne, käme eigentlich nur eine in Frage.
    Merkwürdige Begegnung. 1995? 22-23 Jahre her! Und ich sehe immer noch so aus? Enel, Piazza Verdi, Viale Regina Margherita mit den Platanen und den Pollen im Mai, es schien immer, als ob es schneite. Und der Pollenschnee dann in den Straßenbahnschienen.
    III,355 <<<<

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    Thu, 11 Jan 2018 18:29:00 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Pott-leck, Pott-leck, Schwarzenbeck http://500beine.myblog.de/500beine/art/10974529 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10974529
    Pot-leg.

    Nachmittags trafen wir uns unten im Klauberg zum Fußballspielen. Mit seinen niedrigen Mäuerchen und Erdhügeln, die den großen Bolzplatz zu den Seiten abschirmten, war der Klauberg eine Art kleines Natur-Stadion. Und da es sich schnell herumsprach, dass hier eine Menge blutjunger Talente bolzten, saßen nicht selten zehn, zwanzig schreiende Frührentner um den Platz herum, die ihre missratenen Söhne anfeuerten.

    Da war dieser knorrige alte Pole, der bei jedem Wetter kam, um seinen untalentierten Bub zu unterstützen, der keinen Namen hatte, kein Wort Deutsch sprach und nur stur geradeaus rannte mit hochroter Birne, ohne je die Pille zugespielt zu bekommen. Eine tragische Figur. Der Vater.

    Der Sohn aber auch.

    Bevor es losging, mussten Mannschaften gewählt werden. Dazu wurden zwei Kapitäne bestimmt, in der Regel die beiden stärksten Spieler auf dem Feld. Wer von den beiden mit dem Wählen beginnen durfte - was ja nicht unwichtig war, schließlich konnte sich der Gewinner den nächstbesten Spieler sichern, oder den einzigen Torwart - das wurde mit einer Runde Pottleck ausgefochten.

    Pot-leg.

    Beim Pottleck standen sich die beiden Kapitäne gegenüber, im Abstand von einigen Metern, und marschierten abwechselnd einen Fuß vor den anderen setzend aufeinander zu.

    Also, erst ging A eine Fußlänge vorwärts, dann B, immer im Wechsel.

    Gewonnen hatte, wer als letzter einen Fuß setzen konnte, ohne sein Gegenüber an der Schuhspitze zu berühren. Je später der Nachmittag, desto ausgefuchster wurde gepottleckt. Vor allem in den Großen Sommerferien, wenn es erst spät am Tag dämmerte und schon mehrfach gewählt worden war, wurde die entscheidende letzte Fußlänge gestückelt:

    Wenn abzusehen war, dass es zuletzt zwischen den beiden Kontrahenten für eine ganze Fußlänge nicht mehr reichte, setzte man den Fuß eben schräg in die verbliebene Lücke, schon passte es. Manchmal blieben auch für den Gegner noch zwei, drei Zentimeter Platz: Genug für eine Schuhspitze, von oben in den Staub gedrückt.

    „Ballerinaaa!!!“ musste so ein Sieger vielleicht über sich ergehen lassen, aus dem Hals von zwanzig wütenden Frührentnern und einem knurrenden Polen, aber gewonnen war gewonnen, wen juckten da höhnische Rufe.

    Nur warum dieses Verfahren in unserer Strasse Pottleck hieß, oder Pot-leg, keine Ahnung. Interessierte auch keinen.

    Hieß eben so.

    2

    Jeder kennt es, diese Szenen aus der eigenen Kindheit, die in unregelmäßigen Abständen auftauchen, aber keinen erkennbaren Sinn machen. Wo man sich, mittlerweile erwachsen, fragt: Ach ja, und was soll das bedeuten, bitteschön!? Warum fällt mir ausgerechnet diese belanglose Szene ein? Hatte meine Kindheit nichts Spannenderes zu bieten!?

    Die Szene, die in meinem Kopf periodisch wiederkehrt, ohne erkennbar Sinn zu machen, spielt im Jahre 1972. Ich komme von der Schule heim und freue mich auf Fußball im Fernsehen: das Europapokalspiel zwischen Steaua Bukarest und Bayern München. Ein Nachmittags-Spiel, Europapokal der Landesmeister.

    So sehr ich Bayern München heute hasse, in den frühen Siebzigern hatte das Team ein Gesicht: Gerd Müller hatte ein Gesicht, Beckenbauer hatte eins, Bulle Roth, ja sogar Uli Hoeness, pfeilschnell und immer geradeaus rennend, hatte zumindest eine hochrote Birne. Und, nicht zu unterschlagen, der vierschrötige Vorstopper Katsche Schwarzenbeck, der wie eine Machete übers Spielfeld marschierte, um seinen Kollegen den Weg frei zu hauen.

    Fußball im TV war damals was besonderes. Am Samstag lief im Ersten die Sportschau um sechs, abends das Aktuelle Sportstudio im ZDF, ab und an gab es ein Länderspiel, und eben der Europa-Cup. Da Rumänien 1972 noch kein Farbfernsehen hatte, wurde die Partie aus Bukarest in s/w übertragen. Aber darum geht es gar nicht. Die rätselhafte Szene, die im Schnitt alle paar Monate in mir hochgespült wird, betrifft den Kinderfilm, der vor dem Fußballmatch ausgestrahlt wurde, ebenfalls in s/w, und von dem ich nur das Ende mitbekam, kurz bevor der Abspann einsetzte.

    Ein Junge, etwa mein Alter, sitzt auf einer betonierten Kaimauer und blickt hinaus aufs offene Meer.

    Man hört Möwengeschrei.

    Sonst nichts.

    Nur das Meer, der Hafenkai, der Junge. Genau dieses Bild. In schwarz und weiß.

    Kommt dauernd in mir hoch.

    Und jetzt kommt mir bitte keiner mit so Psycho-Kram à la: dieser einsame Junge, der da sitzt, das bist doch du!

    Schon klar. ]]>
    Thu, 11 Jan 2018 15:31:48 +0000
    der goldene fisch : Claudia Gabler : Vom Aufblühen in Vasen_-2 / BESTPREISGARANTIE http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13945 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13945

    * Die Medien berichten, wir seien von der Außenwelt abgeschnitten. ++ Die Medien berichten, die Lawinengefahr sei auf höchster Stufe. ++ Doch ängstigt euch nicht um uns, das Abgeschnittensein tut gar nicht weh, die Lebensmittelversorgung ist gut und wir sind im Paradies. ++ Stummer Gruß aus Saas-Fee / Bestpreisgarantie

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    Thu, 11 Jan 2018 11:53:08 +0000
    der goldene fisch : Claudia Gabler : Vom Aufblühen in Vasen_2 nach MAURICE BLANCHARD und JOHN ASHBERY http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13935 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13935 Der Westwind machte einen Augenblick Rast auf den
    Hügeln, Johnny toupierte erst seine Haare und zog dann
    wie in Zeitlupe eine Mütze an, die noch weißer war als
    *
    die Schneewand, die hinter ihm hing. Der Ober brachte
    Decken zum Schutz gegen die Wolken, die plötzlich
    doch leuchteten. Ihre Umrisse hingen über unseren
    *
    Köpfen wie Kronen. Johnny war auf Krawall aus, mit
    tierischen Bewegungen kreiste er seine Hüfte und
    klopfte auf unsere Helme. Der Westwind kroch in die
    *
    transzendierenden Gletscher, die Schaufensterscheiben
    der großen Geschäfte spiegelten sein wuchtiges Profil und
    die gewaltigen Kämme, die er für seine Haare benutzte.
    *
    Dann fiel wie in Zeitlupe und mit gewaltiger Lautstärke
    die Schneewand herunter. Die Nummer sah ziemlich
    echt aus und begrub den Großteil des Teams unter sich,
    *
    während der Westwind unter den Palmen dahinfuhr und
    einen stummen Gruß an alle ausrichtete. Erst jetzt sah ich
    die roten Lämpchen, die zwischen den Büschen brannten.

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    Thu, 11 Jan 2018 11:47:31 +0000
    rheinsein : Sohn und Vater http://rheinsein.de/2018/01/11/sohn-und-vater/ http://rheinsein.de/2018/01/11/sohn-und-vater/ Von der Kölner Südbrücke fotografierte unser Korrespondent Roland Bergère das abnehmende Hochwasser direkt am Hochwasserpumperk Schönhauser Straße. Dabei stachen ihm zwei Personen im Wasser ins Auge, die sich bei näherem Heranzoomen aufgrund ihrer in Pose verharrenden Reglosigkeit und Quadratschädel leicht als Skulpturen identifizieren ließen.
    In den vergangenen Jahren tauchten mehrfach Meldungen über wilde, menschenähnliche Skulpturen an den Rheinufern des Kölner Südens auf: artifizielle Menschenansammlungen im Gebüsch etwa, deren Anblick teils Furcht und Schrecken ausgelöst haben soll. Auch die Skulptur, die unser Korrespondent erblickte, gehört zu den wilden, ohne offizielle Genehmigung angebrachten, vom Kölner Kulturdezernat jedoch mit Duldungsattest versehenen Interventionen im öffentlichen Raum (wie etwa unser Sprechstein im Stadtgarten). Die Skulptur, die bei Normalpegel trockenen Fußes am Ufer steht, hält sich seit vorvergangenem Jahr an Ort und Stelle und trägt den Titel “Sohn und Vater”. Ihr Erschaffer verbirgt sich hinter dem auf dem Ensemble angebrachten Kürzel eXX99.

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    Thu, 11 Jan 2018 08:45:49 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Litblogs.net Lesezeichen 04/2017 http://www.abendschein.ch/litblogs-net-lesezeichen-04-2017/ http://www.abendschein.ch/litblogs-net-lesezeichen-04-2017/ Die Lesezeichen-Ausgabe 04/2017 erschien am 10. Januar 2018.

    In dieser Ausgabe:

    Alltagssinfonien, Bücher, die sich überall einmi­schen, Porzellan und Tauben, die Kreativität der Textauslöschung, Randzonen und Botanisiertrommeln, die Rache im Kühlschrank, herr tourtemagne kommt zu spät, Herr URZ wird Bundeskanzler, der Dauerzustand des per se Beauftragtseins, das Wort „ummeln“, Aachen lebt augenscheinlich, Rampensäue männlich und weiblich, Mysterien der Freihandaufstellung … uvm.

    ZUM INHALT …

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    Thu, 11 Jan 2018 07:45:55 +0000
    panAm productions : litblogs.net: Lesezeichen 04/2017 - 10 Jahre Herausgabe Abendschein/Zintzen http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/litblogsnet-lesezeichen-042017-10-jahre.html http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/litblogsnet-lesezeichen-042017-10-jahre.html



    Die traditionelle litblogs-Quartalsanthologie, das "Lesezeichen" (Ausgabe 04/2017), ist soeben erschienen.
    Die Kooperation der litblogs-Herausgebenden Abendschein/Zintzen (Bern/Wien) währt damit genau 1 Jahrzehnt.





    In dieser Ausgabe: Alltagssinfonien, Bücher, die sich überall einmi­schen, Porzellan und Tauben, die Kreativität der Textauslöschung, Randzonen und Botanisiertrommeln, die Rache im Kühlschrank, herr tourtemagne kommt zu spät, Herr URZ wird Bundeskanzler, der Dauerzustand des per se Beauftragtseins, das Wort "ummeln", Aachen lebt augenscheinlich, Rampensäue männlich und weiblich, Mysterien der Freihandaufstellung ... uvm.


    ZUM INHALT ...


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    Wed, 10 Jan 2018 22:48:00 +0000
    der goldene fisch : Mirko Bonné : Steg http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13932 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13932 Die Stühle sind angekommen!
    In Reihen stehen sie im Licht
    des Saals, als könnten sie sich
    unauffällig geben und davon-
    laufen, sobald jemand vergisst,
    die Tür zu schließen. Genauso
    wartet das Licht. Es sinkt auf die
    Stühle. Wer später darauf sitzt,
    weiß das dunkle Holz ebenso gut
    (ebenso wenig) wie irgendeiner
    sonst. Aber das ist ja zum Glück
    auch überhaupt nicht die Frage,
    du Stuhlforscher! Ahnen die Stühle,
    wer auf ihnen Platz nehmen wird?
    Ahnt es irgendeiner? Wer denn? Wo
    ist der Weg, der Steg aus Licht quer
    durch den Saal der ganzen Ignoranz?

    *

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    Wed, 10 Jan 2018 20:55:06 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : luftsprache http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/JEfgmo4DTJ4/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/JEfgmo4DTJ4/ pic

    alpha : 22.12 UTC – Im Haus der alten Menschen spazierte ich über Flure im Kreis wie mir schien. Da waren geöffnete Türen, und da schaute ich hinein in die Zimmer. Ich beobachtete einen alten Mann, der vor seinem Rollstuhl kniete, und eine alte Dame mit schlohweißem Haar, die lag wie ein Mädchen mit weit von sich gestreckten Armen und Beinen im Bett wie in einer Sommerwiese. Einmal beobachtete ich ein anderes Bett, in dessen Kissentiefe ein kleiner Mensch ruhen musste. Nur Hände waren von ihm zu sehen, die sich bewegten, die Schatten warfen, die spielten oder mit der Luft sprachen Stunde um Stunde, Tag für Tag, Jahr vermutlich um Jahr. – stop

    ping

    Der Beitrag luftsprache erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Wed, 10 Jan 2018 20:24:44 +0000
    litblogs.net - prozesse : Das Lesezeichen 04/2017 ist da! http://www.litblogs.net/das-lesezeichen-04-2017-ist-da/ http://www.litblogs.net/das-lesezeichen-04-2017-ist-da/

    Die Lesezeichen-Ausgabe 04/2017 erschien am 10. Januar 2018.

    In dieser Ausgabe:

    Alltagssinfonien, Bücher, die sich überall einmi­schen, Porzellan und Tauben, die Kreativität der Textauslöschung, Randzonen und Botanisiertrommeln, die Rache im Kühlschrank, herr tourtemagne kommt zu spät, Herr URZ wird Bundeskanzler, der Dauerzustand des per se Beauftragtseins, das Wort „ummeln“, Aachen lebt augenscheinlich, Rampensäue männlich und weiblich, Mysterien der Freihandaufstellung … uvm.

    ZUM INHALT

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    Wed, 10 Jan 2018 14:54:08 +0000
    litblogs.net - lesezeichen : Inhalt 04/2017 http://www.litblogs.net/inhalt-042017/ http://www.litblogs.net/inhalt-042017/

    Die Lesezeichen-Ausgabe 04/2017 erschien am 10. Januar 2018.

    In dieser Ausgabe:

    Alltagssinfonien, Bücher, die sich überall einmi­schen, Porzellan und Tauben, die Kreativität der Textauslöschung, Randzonen und Botanisiertrommeln, die Rache im Kühlschrank, herr tourtemagne kommt zu spät, Herr URZ wird Bundeskanzler, der Dauerzustand des per se Beauftragtseins, das Wort „ummeln“, Aachen lebt augenscheinlich, Rampensäue männlich und weiblich, Mysterien der Freihandaufstellung … uvm.

    INHALT:

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    Wed, 10 Jan 2018 14:53:41 +0000
    der goldene fisch : Andreas H. Drescher : EHEPAAR I http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13927 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13927 Die Betten ab
    gezogen dann ins Salz ge
    t
    auch
    t
    in den Fingergelenken das
    Geräusch des
    Was
    s
    er
    koch
    er
    s
    Auf der Zunge der Geschmack von Fenst
    er
    led
    er
    Schwer der Klostein schwer
    Warte
    bald kommen die Kinder nach Hause
    und bringen dich mit um dich aus dem
    Salz aus dem Leinen zu nehmen – Dort

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    Wed, 10 Jan 2018 13:14:23 +0000
    Nymphenbad : Auf der Suche nach der Otschkönigin http://nymphenbad.blogspot.com/2018/01/auf-der-suche-nach-der-otschkonigin.html http://nymphenbad.blogspot.com/2018/01/auf-der-suche-nach-der-otschkonigin.html
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    Wed, 10 Jan 2018 12:07:00 +0000
    glumm : Mutters Erde https://glumm.wordpress.com/2018/01/10/mutters-erde/ https://glumm.wordpress.com/2018/01/10/mutters-erde/ Wed, 10 Jan 2018 08:45:58 +0000 isla volante : ein kleiner gast http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/MBB1rXGYjCY/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/MBB1rXGYjCY/

    milla wandte sich um und erblickte das kätzchen:

    „ein tarik? warum ist das ein tarik?“

    „weil er anklopft! das ist die bedeutung des namens tarik: der an die tür klopft; besucher, der um einlass bittet – und auch der morgenstern heißt so im arabischen, weil er den karawanen und suchenden ein wegbegleiter ist, milla.“

    „ich kenne das kätzchen. es streift schon ein paar tage ums haus. ich habe den eindruck, dass es anschluss sucht.“

    „darf ich es reinholen?“

    „ich weiß nicht. wahrscheinlich gehört es zu jemandem und da möchte ich es nicht an mich gewöhnen.“

    „so wie mich?“

    „wie dich?“

    „ja. ich habe mich auch an dich gewöhnt und fühle mich bei dir wohl.“

    „danke schön!“ milla lächelte. dass der kleine junge zutrauen zu ihr gefasst hatte, schmeichelte ihr. sie trat ans fenster und betrachtete das kätzchen. tarik folgte ihr auf dem fuß und tippte mit den fingerspitzen an die scheibe, wo das kätzchen um einlass bat:

    „bitte! sie sieht auch sehr hungrig aus und so dünn ist sie …“

    in der tat hatte das kätzchen seit dem letzten besuch an millas backstubenfenster an gewicht verloren, wirkte geradezu dürr. das erkannte milla, doch zögerte sie.

    tarik schaute zu ihr auf: „sie braucht uns, milla!“

    millas hand lag auf dem fenstergriff.

    „milla, schau, sie ist so dünn! sie hat wahrscheinlich niemandem, der ihr hilft. und sie weiß, warum sie hier anklopft: weil du hier bist und hinter diesem fenster ist das paradies für eine kleine, einsame und hungrige katze.“

    milla öffnete das fenster und die katze schlüpfte mit kläglichem maunzen in die warme backstube. purrte und schnurrte um millas beine. tarik nahm sie auf den arm und blickte selig zu milla auf:

    „siehst du?“

    „was?“

    „sie ist glücklich!“

    „und du?“

    „auch.“

    ein schälchen mit milch war schnell geholt, etwas weißbrot mit leberwurst bestrichen und eingebrockt und schon bald lag die kleine katze mit prallem bäuchlein in tariks schoß. der war versunken in die betrachtung des kleinen besuchers, kraulte und wiegte ihn und sang leise lieder in einer milla fremden sprache. leise fragte sie:

    „singst du da lieder aus deiner heimat, tarik?“

    „lieder sind heimat, milla.“ tarik flüsterte. „sie mag dich.“

    „sie ist ein kater, tarik.“

    milla seufzte. erst der junge, dann der kater. und die torte sollte noch heute fertig werden. sie wandte sich wieder dem arbeitstisch und den nächsten arbeitsschritten zu.

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    Wed, 10 Jan 2018 07:57:15 +0000
    taberna kritika - kleine formen : 20130728 http://www.abendschein.ch/20130728-2/ http://www.abendschein.ch/20130728-2/



    die
    hexe bewegt sich
    kniend und im bademantel und isoliert die tröge ihrer bambussträucher mit luftpolsterfolien die überschwemmungen der loire sind nicht ihre folge und nicht die ausschweifungen der presse und die nichtachtung des sonn
    tags

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    Wed, 10 Jan 2018 07:01:06 +0000
    panAm productions : New Track | Transpositions http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/new-track-transpositions.html http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/new-track-transpositions.html |||

    110 bpm > 120 bpm > 115 bpm > 126 bpm > 110 bpm





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    Tue, 09 Jan 2018 21:05:10 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : von schatten http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/hIgo3u_RSWQ/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/hIgo3u_RSWQ/ pic

    nordpol : 22.08 UTC – Im Traum gehe ich im Haus der alten Menschen spazieren. Ich streife durch Flure, die nicht zu enden scheinen. In einem Zimmer kniet ein Mann vor seinem Rollstuhl, in einem anderen Zimmer ruht eine Frau auf ihrem Bett, Arme und Füße so von sich gestreckt, als würde sie, ein Mädchen, in einer Sommerwiese liegen. Immer wieder führt mich mein Weg an einem Zimmer vorbei, an einem Bett, in dessen Federn tief verborgen ein sehr kleiner Mensch zu Hause ist, von dem ich immer nur Hände sehe, die knöchern sind, die sich bewegen, die Schatten an die Wände werfen, seltsame Schatten. Einmal bleibe ich abrupt stehen. – stop
    ping

    Der Beitrag von schatten erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Tue, 09 Jan 2018 21:00:35 +0000
    glumm : Arme Leute müssen nicht geizig sein https://glumm.wordpress.com/2018/01/09/arme-leute-muessen-nicht-geizig-sein/ https://glumm.wordpress.com/2018/01/09/arme-leute-muessen-nicht-geizig-sein/ Tue, 09 Jan 2018 10:30:31 +0000 taberna kritika - kleine formen : Annotierte Bibliographie 2018.01 http://www.abendschein.ch/annotierte-bibliographie-2018-01/ http://www.abendschein.ch/annotierte-bibliographie-2018-01/ Unsere Abonnierenden dürfen sich jetzt schon über die neue Annotierte Bibliographie (Print-Ed., 52 S., Klebebindung, 19 x 12 cm) freuen, die sie als Gratis-Supplement mit der nächsten Lieferung erhalten. Alle anderen können diese gegen eine Schutzgebühr käuflich (Paypal, 2 Eur, inkl. Versand, Adresse angeben!) erwerben …

    Aber natürlich kann man sie auch kostenlos herunterladen oder man erhält sie bei einem Besuch in unserer Galerie.

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    Tue, 09 Jan 2018 07:21:25 +0000
    isla volante : 32. jetzt kommen sie http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/XzYcWrhn55c/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/XzYcWrhn55c/

    jetzt wo es so aussieht, als ob wir fertig wären.
    kommen sie von überall her und wissen genau was noch falsch ist, was noch fehlt.
    schon der anfang zeigte in die falsche richtung.

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    Tue, 09 Jan 2018 07:00:02 +0000
    glumm : Die Zettelfresserin https://glumm.wordpress.com/2018/01/08/die-zettelfresserin/ https://glumm.wordpress.com/2018/01/08/die-zettelfresserin/ ]]> Mon, 08 Jan 2018 17:26:08 +0000 glumm : Machen die auch Kabarett? https://glumm.wordpress.com/2018/01/08/machen-die-auch-kabarett/ https://glumm.wordpress.com/2018/01/08/machen-die-auch-kabarett/ ]]> Mon, 08 Jan 2018 17:18:44 +0000 panAm productions : rondo | wortstoff "o" http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/rondo-wortstoff-o.html http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/rondo-wortstoff-o.html


    trotzpotz
    hotspot
    robot
    solo
    torlos

    rotztrotz
    kotzprotz
    motzkopf
    kohlkopf
    offpost

    popvoll
    kopfklon
    motto
    rotor
    formlos

    vollrot
    foto
    phono
    folklor
    moron

    tollmost
    ostklotz
    vorkotz
    notstrom
    trostlos

    honor
    tonohr
    sonor
    sofort
    vollkorn

    mono
    loswort
    notton
    motor
    zoovolk

    motto
    hornochs
    lotto
    loko
    schoko

    rohstoff
    proporz
    lots of
    moortorf
    trotzpotz

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    Mon, 08 Jan 2018 15:31:50 +0000
    isla volante : 31. alltag http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/-Xh7kFeq2V4/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/-Xh7kFeq2V4/

    alles künstliche ist weg
    der alltag
    ist da

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    Mon, 08 Jan 2018 07:00:51 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : lund http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/KV2MncTkYRI/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/KV2MncTkYRI/ picping

    MELDUNG. Sören K., 68 Jahre, der für eine Winternacht lang das Schließfach 88 Söder [ H:615 T:930 B:472 ] des Stockholmer Hauptbahnhofes bewohnte, wurde um Zehnzwölf Uhr zur Entfaltung in eine Polyklinik verbracht. Angabe in Millimeter. Geboren in Lund. – stop

    Der Beitrag lund erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sun, 07 Jan 2018 21:13:22 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : ein regenschirm http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/5pbRGf7yx0s/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/5pbRGf7yx0s/ pic

    marimba : 22.03 UTC – Vor einer Woche erzählte mir Jose, er trage schwer an dem gläsernen Auge, das er rechts neben seiner Nase in seine Augenhöhle eingesetzt bekommen habe. Es sei nicht das Gewicht selbst, sondern vielmehr die Erfahrung eines Unfalls, eines Stolperns, die ihm sein Auge gekostet habe. Auf der Treppe sei er einerseits gestürzt, anderseits unglücklichst kollidiert mit seinem Regenschirm in der Hand. Er habe in den Minuten nach jenem entscheidenden Ereignis kaum einen Schmerz verspürt. Er glaube, der Schmerz sei so groß gewesen, dass sein Geist ihn aus sofort dem Bewusstsein gesperrt haben muss. Er höre noch immer den Schrei seiner Frau, als sie ihn sah. Nun ist das so, erzählte Jose, da springst Du ein Leben lang in der Welt herum und denkst nicht eine Sekunde daran, dass Du ein Auge verlieren könntest. Und jetzt wiege das Gewicht seines gläsernen Auges deshalb so schwer, weil er sich vor einem zweiten gläsernen Auge fürchte, er würde in diesem Falle über kein weiteres Auge verfügen, es wäre dann dunkel, und er wisse doch aus eigener Erfahrung präzise, dieser verdammte Regenschirm, erzählte Jose. – stop
    ping

    Der Beitrag ein regenschirm erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sun, 07 Jan 2018 20:12:29 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : im dunkel http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/urbAZGLkAvw/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/urbAZGLkAvw/ pic

    romeo : 12.05 UTC – Plötzlich war Dunkel geworden, der Himmel bedeckt, Strom ausgefallen, stockfinster. Viele Stunden Zeit vergingen. Ich saß auf einem Stuhl, den ich ertastet hatte, und wartete, dass das Licht zurückkehren möge. Es muss bald Vormittag geworden sein, aber noch immer dunkel, eine Dunkelheit als wäre sie gemalt. Auch im Kühlschrank kein Licht. Ich weiss, nicht wie ich auf die Idee gekommen war, im Kühlschrank könnte noch etwas Licht zu finden sein. Ich öffnete das Eisfach, Wasser stürzte heraus und etwas Weiches, daran mochte ich nicht denken, also machte ich den Kühlschrank wieder zu und kroch zurück zum Stuhl. Ich dachte, dass ich unbedingt sofort etwas Licht finden müsste, um sicher zu sein, dass ich nicht erblindet war. Auf den Knien arbeitete ich mich in Richtung der Wohnungstür, erreichte das Treppenhaus, hörte eine Stimme. – stopping

    Der Beitrag im dunkel erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sun, 07 Jan 2018 20:12:28 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : III, 355 - … und der Gürtel des Orion http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-355-und-der-guertel-des-orion/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-355-und-der-guertel-des-orion/ Epifania del Nostro Signore und Apertura Staordinario des einen Supermarkts - Coop. Seit dem ersten Januar war ich aus dem Stadttor nicht mehr herausgekommen. Ein paar Sicherheitshalber-Einkäufe insofern, die geringe Arbeit erlaubte dies. Zumal zu einer Zeit, in der kaum jemand unterwegs ist. Es war auch nur eine Kasse besetzt mit der Sonn- und Feiertagskassiererin, der ich tatsächlich eine “buon anno!” wünschte. Ein bißchen wundert sie sich, stellte aber fest, dass man sich im neuen Jahr noch nicht gesehen hätte. Ich hätte antworten können, dass das neue Jahr noch nicht einmal begonnen habe zu laufen. Jedenfalls für mich nicht. Und überhaupt, es müsse erst noch auf die Beine kommen. Aber das fiel mir wie meistens erst hinterher ein.
    Denn auf die Beine war ich ja schon gekommen am Abend davor. Und spürte das sogar heftig. In den Beinen nämlich. Eine Veranstaltung, zu der ich nicht eingeladen war (via fb) merkwürdigerweise. Dennoch die zufällige Entdeckung einer “Cantina del poeta”. Kam mir bekannt vor. Hatte ich auch mal, und der Mit-Initiator meiner Initiative damals war einer der Mitveranstalter dieser Initiative. Aber scheinbar war ich nur ein wilder Nebenzweig zu meiner Zeit, denn auch schon vor mir gab es Initiativen in dieser Richtung unter dem gleichen Titel. Also ein ziemliches Initiativengestrüpp, dem nun wieder Wasser zum Grünen eingegossen wurde.
    Nach der zufälligen Entdeckung blieben zwei Stunden, in denen ich rasch meine Ausdrucke durchblätterte und dann drei eigene Machenschaften und meine furiose Lebenslauf-Übersetzung (Hölderlin: che emozione allora, als ich’s unter Dach und Fach hatte, es brauchte den millionsten Teil der BER-Flughafenbauzeit, und Kosten durch Null lassen sich nicht teilen, wie auch nicht das Tränchen, das hinterher floß, als es fertig war).
    Sackte es ein in den schwarzen Mantel, den einst dort im Abruzzendorf der Schneider meinem Ex-Schwiegervater, der neben ihm wohnte, geschneidert, und ging tatsächlich hinunter. Mal sehen.
    Ein Trüppchen stand da schon. Und es wurde dann richtig voll. Anders als bei meiner Initiative damals. Lag wohl auch an der Mitveranstalterin. Eine, die edlen Schmuck herstellt. der Raum auch geprägt von solchen Sachen. Zwar sah ich sie schon öfter, aber einen Draht fand ich nie. Glattes blondes, manchmal ganz eng anliegendes Haar, makellos glatte Haut. Kein Stolpern möglich über Unregelmäßigkeiten. Quasi un impedimento.
    Kurz, ich las tatsächlich. Aber keine Sitzgelegenheiten. Es wurde langsam unbequem. Und selbst die Freude über den einen alten Herrn (70? 80?), der über eine Island-Reise in diplomatischen Angelegenheiten (?) und einer Begegnung mit einer Sigrud hoch auf ihrem Pferd in Versen erzählte und dabei Verse aus dem Gedächtnis zu rezitieren versuchte, die er damals geschrieben. Aber er bekam’s noch zusammen, ohne auch nur ein Stück Papier bei sich zu haben. Rezitieren einer nunmehr lückenhaft werdenden Erinnerung, reichte nicht, mich, meinen feststehenden Beinen Erleichterung zu verschaffen. Andere saßen auf dem Boden. Es wäre dito unbequem für mich gewesen.
    Also ging ich raus, mir die Beine zu vertreten. Und war auch nicht der einzige.
    Gestern >>> “Victoria”, Bier, Patatine fritte und eine Pizza Margherita zu fünft bei Valda, der Gürtel des Orion und dann allein noch etliche Versionen der Bach’schen >>> “Chaconne” (sehr sinnlich) bis tief in die Nacht.
    Pasolini steht auch noch auf dem Zettel, aber den hak’ ich ein anderes Mal ab. Denn hierfür wäre ein ganz anderer Denkschlenker notwendig (obwohl der Chaconne-Link schon in diese Richtung geht: “linguaggio dei corpi e dei capelli” (Petrolio, 337).

    III,354 <<<<

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    Sun, 07 Jan 2018 19:32:00 +0000
    der goldene fisch : Thorsten Krämer : Гегель http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13910 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13910 Was es zu wissen gibt über Gegel,
    kann dir ein Russe in fünf Minuten erklären.
    Aber in der Londoner Nacht
    ist kein Russe zur Hand.
    Und die Gespräche überkreuzen sich
    bis zur Unverständlichkeit.

    Gegel.
    Hēgeru.
    Hēigéěr.

    Es gibt einen Witz, dessen punch line lautet:
    “Everybody’s got to be somewhere.”
    Auch das hat mit Gegel zu tun.

    Schwarz.
    Gitter.
    Du.

    Ich schreibe nach dem Hören.
    Es gibt ja keinen Mangel an Sinn,
    nur den Überfluss der Zeichen.

    Gegel mit Gegel.
    Gegel ohne Gegel.
    Gegel gegen Gegel.

    Was sich zu verstehen lohnt,
    lässt sich nicht verstehen.
    Wer das sagt, ist kein Russe
    und hat keine Ahnung von Gegel.
    Aber in der Londoner Nacht
    liegt noch immer Mǎkèsī begraben.

    (für Isolda Mac Liam)

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    Sun, 07 Jan 2018 18:46:35 +0000
    rheinsein : Hochwasser in Köln http://rheinsein.de/2018/01/07/hochwasser-in-koeln/ http://rheinsein.de/2018/01/07/hochwasser-in-koeln/

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    Sun, 07 Jan 2018 14:15:10 +0000
    isla volante : 30. leuchtturm http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ckss4DVQzzg/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ckss4DVQzzg/

    auf einmal scheint alles klar zu sein.
    dabei wissen wir nicht mehr, als vorher.
    am leuchtturm kann es ja nicht liegen.

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    Sun, 07 Jan 2018 07:17:03 +0000
    schwungkunst.blog : turm #3 http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=7109 http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=7109 mein turm, durch jahreszeiten angeschau,
    ein hämmern an gerüsten und dort wehen:
    wenn tage gehen, und die nacht ins grau,
    werd’ ich dir an der seit’ und mauern stehen.

    er läutet mir tagnächtlich jede stunde,
    mein turm auf seiner sandversteinten wacht.
    er geht in seinem schacht die neue runde
    durch all’ die tage in die nächste nacht.

    mein turm in nach(t)barschaft so sehr vertraut,
    du wankst in bildern meiner kamera.
    denn wo der himmel nachts und tages blaut,

    steh’n du und dein geripp’, selbst wenn es graut.
    so geh’n die steine hin ad aspera
    wie ich, der dich in düst’ren wolken schaut.

    (180107)

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    Sun, 07 Jan 2018 03:48:03 +0000
    litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2018-01-06 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2018-01-06/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2018-01-06/
  • taberna kritika – kleine formen : @etkbooks twitterweek (20180106) https://t.co/ugGqaVkBi6 https://t.co/te84JXeIzb 2018-01-06
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  • der goldene fisch : Christian Lorenz Müller : ADE, DU SÜSSES SCHREIBEN! (Neujahrsvorsätze in Haiku) https://t.co/umhtHRvhHC 2018-01-02
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  • isla volante : 26. wir sind drinn https://t.co/Eph7g8pDUD https://t.co/sC0dAJ62Bk 2018-01-02
  • tempo.fugato : 1/18 – …zwischenzeitlich… https://t.co/NmBKj6sW96 https://t.co/qF6Q8KLMlz 2018-01-01
  • Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Wieso bist du eigentlich nicht Chef von der Welt? https://t.co/GtVgNHOUSU 2018-01-01
  • der goldene fisch : Christian Lorenz Müller : BLUMEN FÜR 2018 https://t.co/CvEjk9iTAJ 2018-01-01
  • panAm productions : Fraktalgeschichten | News Ticker 2017-2018 https://t.co/FQDgWujaXu https://t.co/FOAHe3dUes 2018-01-01
  • Die Dschungel. Anderswelt. : ANHs Traumschiff. https://t.co/0pD4t7L9ZK https://t.co/qtOIr8e1SM 2018-01-01
  • isla volante : 25. sprechen lernen https://t.co/xWfh8Tg9fl https://t.co/fMjPONd1AP 2018-01-01
  • der goldene fisch : Hendrik Rost : Spieltrieb https://t.co/rIxmak821L 2018-01-01
  • Die Dschungel. Anderswelt. : Trennung von der Löwin. Ein nicht nur Jahresabschluß-, nämlich Bewältigungsversuchsjou… https://t.co/DueAZv7ecw 2017-12-31
  • Gleisbauarbeiten : Jahresrückblick 2017 (random) https://t.co/Jz0xEANQpa https://t.co/16MrmlLqsJ 2017-12-31
  • andreas louis seyerlein : particles : montauk https://t.co/lrwAu4Cdvh https://t.co/flJjdBwCVc 2017-12-31
  • andreas louis seyerlein : particles : von den wörtern https://t.co/tW7uRINt33 https://t.co/VkHY9DPfAB 2017-12-31
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Auf die Liebe. https://t.co/llrPGP3qK7 https://t.co/bTNtIJCrt2 2017-12-31
  • rheinsein : Presserückschau (Dezember 2017) https://t.co/7rDf7qN3y7 2017-12-31
  • isla volante : 24. geklärt https://t.co/gRjDlKQ9lJ https://t.co/ifjKzMPXp9 2017-12-31
  • https://t.co/JU4nHY8Nqo – Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-12-30 https://t.co/KUZWksxHld https://t.co/ZkWHE7n2Uy 2017-12-31
  • tempo.fugato : 48/17- …zwischenzeitlich… https://t.co/2eB4x0seGC https://t.co/UkbHqPT4cD 2017-12-31
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    Sat, 06 Jan 2018 23:26:07 +0000
    isla volante : 29. gestrandet http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/jpFCEhXcsdQ/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/jpFCEhXcsdQ/

    dem strand entlang
    lang entlang
    entlang

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    Sat, 06 Jan 2018 08:06:03 +0000
    taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20180106) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20180106/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20180106/ * kk016: Himmel, Hölle, Fegefeuer https://t.co/cG3mL09jZk https://t.co/DFsX4al6OW Jan 04, 2018 / RT @derekbeaulieu: Konzeptuelle Arbeiten – my German-language volume representing an overview of the best of my visual fiction – remains av… Jan 03, 2018 / * 20130727 https://t.co/azSvoekVpv https://t.co/1oS7P51MiE Jan 03, 2018 / * Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 12/2017) https://t.co/uLvfFW33ah https://t.co/F3tknBd6vj Jan 02, 2018 / (die unflektierbaren.) https://t.co/jedpRrPza1 https://t.co/VHQufGPR5g Dec 31, 2017 / * tracks 2017 (2) https://t.co/m9qxZcAXM0 https://t.co/RKhDkhwkgD Dec 30, 2017 / * titel 2017 https://t.co/pJrMJLk9dm https://t.co/gKCXsuLETr Dec 30, 2017 / * F:hoerspiele 2017 https://t.co/jRt7XfKwtO https://t.co/kUjKCOGfhA Dec 30, 2017 / Christian de Simoni (@textmaschine_ch): B586D431 H376F845E56, Kryptolyrik. etkcontext 040, 2017. DOI: 10.17436/etk.… https://t.co/uEGJulWsQq Dec 29, 2017 / in der hitfabrik geht’s schon wieder los… https://t.co/IqCAQ4Cqfb Dec 26, 2017 / zoidberg https://t.co/sxoZZq6f9a Dec 24, 2017 / an weihnachten bekomme ich von meinem schwippschwager immer ein gif geschenkt. https://t.co/xFBMfVDCe5 Dec 23, 2017 / God is A Girl (Ernestyna Orlowska) https://t.co/11J6qZKWPj Dec 21, 2017 / matteo petruzzi Dec 21, 2017 / marc norbert hörler Dec 21, 2017 / https://t.co/B4N5pDUzac Dec 21, 2017 / https://t.co/OVYDFS8QWg Dec 21, 2017 / https://t.co/0jGgllrIaL Dec 21, 2017 / https://t.co/YFgemuhRVc Dec 21, 2017 / https://t.co/AnQd89St9X Dec 21, 2017 / https://t.co/LSnSSzmPBU Dec 21, 2017/ https://t.co/hudi0CeUyB Dec 21, 2017 / heute @dreiviertelart (19-22h): PerformanceABEND #vier – remember, remember the end of december. …… https://t.co/Fjhu3D6fJV Dec 21, 2017 / * kk015: Konrad Bayer spricht Konrad Bayer https://t.co/FN2uUR65Es https://t.co/3T3yJMuXaR Dec 21, 2017 / Einmal mehr geht ein Jahr zur Neige, und es ist mir ein grosses Anliegen, Ihnen bei dieser Gelegenheit meinen Dank… https://t.co/ExBsMMNxOV Dec 20, 2017 / * 20130713 https://t.co/cEk2mlpltR https://t.co/nnoQeqfWl3 Dec 20, 2017 / * 141 https://t.co/YGmt8BlqZb https://t.co/AhGG8Qd1QN Dec 19, 2017 / RT @NeinQuarterly: Dichter. Denker. Darker. Colder. Dec 17, 2017 / bei abwehrangeboten lachen alle. Dec 17, 2017 /


    (bei abwehrangeboten lachen alle.)

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    Sat, 06 Jan 2018 07:57:38 +0000
    isla volante : 28. wie entsteht ein comics http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/3ZXD0K1ClYo/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/3ZXD0K1ClYo/

    immerhin, da gibt es einiges zu finden: üben üben üben!

    am anfang ist es eine idee, ein satz oder eine skizze, die zu einer geschichte für einen comic führt. das endformat des comics wird bestimmt. wird es ein comicheft? ein manga? ein album? wie viele seiten soll es haben? wird es in s/w oder in farbe sein? welche leserichtung soll das comic haben?
    comiczeichner

    wird der comic als ein werk betrachtet, das man der sequenziellen bildenden kunst zuordnen kann, lassen sich die anfänge seiner entwicklung bis in die steinzeit zurückverfolgen.
    als eigentliche geburt des modernen comics gilt die veröffentlichung von hogan’s alley (später yellow kid) von richard f. outcault in pulitzers new york world ab juli 1895.
    wikipedia

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    Fri, 05 Jan 2018 07:00:21 +0000
    der goldene fisch : Andreas H. Drescher : http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13905 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13905 Heimatrecht in dieser Stadt hat
    Nur wer den Verstand verliert

    Zum Beispiel das Doppeln das
    Mit-Zwei-Köpfen-Lutschen

    Känguruspiel Matronen Mutter
    säcke Herren die sich glücks

    säuselnd drin verkriechen in
    diesem pflaumenblauen Rauch

    MYRI AD ISCH BEFINGERT
    E VERGNÜGUNGSPFL ICH T

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    Thu, 04 Jan 2018 08:22:38 +0000
    taberna kritika - kleine formen : kk016: Himmel, Hölle, Fegefeuer http://www.abendschein.ch/kk016-himmel-hoelle-fegefeuer/ http://www.abendschein.ch/kk016-himmel-hoelle-fegefeuer/ F: E: 016 BT: kk016: Himmel, Hölle, Fegefeuer S: BeM DT TonC 4.2 : 1 A: Bayer, Konrad, 1932-1964 V: [Zürich] : Schweizer Radio DRS J: 1994 M: 3 Tonband-kompaktkassetten TD: Himmel, Hölle, Fegefeuer / eine Produktion von Schweizer Radio DRS2 / 2nd Location: DT TonC 4.2 : 1 R: Item Desc: Kassette 1 SN: [005269661] MN: DSVN4824559 BS: 661 (1) / 191 (2) BE: 219 (2) ER: 1 – 6 – 6 -> 6 (400%) – 6 (2) – 1 (1/0.5) FN: kk_016_005269661_himmel_1.mp3 DA: 1:13

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    Thu, 04 Jan 2018 07:20:05 +0000
    isla volante : 27. wie entsteht kunst? http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/Ip_8TAnTNbs/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/Ip_8TAnTNbs/

    nicht einmal im internet finden wir eine schlüssige antwort auf die frage: „wie entsteht kunst?“

    künstler erforschen möglichkeitsräume jenseits der vorgefundenen wirklichkeit und machen ihre entdeckungen im kunstwerk für andere erfahrbar. erzeuger und adressaten von kunst nutzen dabei die kreativen und konstruktiven fähigkeiten ihrer gehirne.
    faz

    so gehören zu den ingredenzien ihrer künstler-werkzeuge neben „unsicherheit“, „ehrgeiz“, „obsession“ auch äußere faktoren wie der vertrag mit dem aussteller, die jeweilige raumsituation oder der „zufall“ ganz allgemein.
    welt

    kunst ist ein menschliches kultur­produkt, das ergebnis eines kreativen prozesses. das kunstwerk steht meist am ende dieses prozesses, kann aber seit der moderne auch der prozess selbst sein. ausübende der kunst im engeren sinne werden künstler genannt.
    wikipedia

    kreativität ist die chance, der vorgefundenen welt neue dimensionen hinzuzufügen. sie lässt uns lösungen finden und neue möglichkeiten austesten. deshalb müssen gehirne kreativ sein. aber kunstwerke werden nicht für den „fall, dass“ geschaffen. wozu denn?
    das gehirn

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    Thu, 04 Jan 2018 07:00:10 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : III, 354 - Neujahrsnacht e dintorni http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-354-neujahrsnacht-e-dintorni/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-354-neujahrsnacht-e-dintorni/ Das Jahr begann mit einer unvorgesehenen Autofahrt bzw. mit der Gewißheit, mir am Vormittag Zigaretten kaufen zu können, wie das auch Weihnachten möglich war, denn zumindest an den Vormittagen der Sonn- und Feiertage hält der “ho più di 80 anni”-Vater (sagte er mir neulich) des Tabaccaio den Laden 100 Meter weiter offen. Am Neujahrsmorgen indes nichts. Alles zu. Da ich nur noch eine Zigarette hatte, blieb nur eine sichere Möglichkeit: die Raststätte an der Schnellstraße Richtung Orte zu erreichen und gleichzeitig dort zu tanken. Denn soviel Sprit war da nicht mehr. So ein Dreißigkilometerspäßchen. Unterwegs stellenweise heftiger Regen.
    Zu dieser Sicherheit hatte mich am Vorabend der Gärtner bewogen: es fände nichts statt bei Tullia, sie sei woanders eingeladen, und er, der bei ihr mit der Japanerin untergebracht, wisse noch nicht so genau (somit durfte ich sicher sein: keine Feier, kein Zigaretten-Schnorren). Erstmal schlafen, meinte er. Sie, die Japanerin habe überhaupt ein wenig unter all dem “Kulturschock” gelitten (oder unter seiner Kultursorge? als sie beide am ersten Abend nach der Ankunft hier waren, schien das nicht so bei ihr (ich fürchte, er hat sie einfach nur überanstrengt mit der Reise nach Rom und zum Flohmarkt Porta Portese am Sylvestertag (alle paar hundert Meter sei eine Band spielbereit gewesen da in Trastevere - cool! (fand zumindest er)))). Wie lange sie denn schon bei ihm sei? Drei Monate. Direktemang aus Tokio zum Kaiserstuhl. Und dann die Reise jetzt nach Italien. Bereits am Tag davor, ich wollte zum Bioladen, standen sie vor dem Hofaufgang nach einem Spaziergang durch Amelia. Er schickte sie zum Ausruhen bei Tullia, begleitete mich zum Bioladen und saß noch ein Weilchen bei mir.
    Übertriebene Schutzgesten. Und irgendwie unheimelig und wie aufgedruckt der etwas sterile Lippenkuß vorm Fortschicken.
    Ein Zehntausendkilometerspäßchen? Auch Tullia, der ich gestern zum Neuen Jahr gratulierte, meinte, sie habe ihn nie so gesehen. Und sie kennen sich schon lange. Immer im Zimmerchen, die beiden. Und waren abgefahren, ohne sich verabschieden zu lassen.
    [Cavalcai] con intenzione sincera nei miei desideri, la quale / mi portava a speranze bugiarde che venivano dalla preoccupazione dell’animo. Ibn Hamdis : Reiten in der aufrichtigen Absicht, die mir Wunsch gewesen und falsche Hoffnungen mir eingab, die der Sorge des Herzens entsprossen. Oder so.
    Und landete dann an Sylvester lang nach der Essenszeit und wieder mal nach einigen Seiten mit Beschreibungen von Schwänzen (Penissen? Penaten? männlichen Geschlechtsteilen?) bei Pasolini (Dinner for One habe ich mir tatsächlich angesehen, aber das Kind ist nicht mehr in mir, das dabei lacht: Öde) beim ami belgique. Alles en famille. Ein Freund mit fünfjährigem Sohn noch dabei. Und Kindersprache üben. Die anderthalbjährige Tochter.
    Im Ostello gegenüber ebenfalls eine Feier. Überraschend diskret. Ganz ohne Beat. Merci!
    Heimgang gegen zwei Uhr nachts. Da hält an der Gärtner neben mir mit seinem Auto. “Zu Valda?” “Nur, um zu gucken.” Runter zu Valda. Anhalten. Ein Pulk junger Menschen davor. “Ich fahr’ wieder rauf.” Hatte nichts dagegen. Abschied mit einem “à demain” beiderseits, aber da kam niemand, also vorgestern. Dann die abschiedslose Abreise.
    La dissociazione è ordine. L’ossessione dell’identità e la sua frantumazione è disordine. Pasolini, Petrolio

    III,353 <<<<

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    Wed, 03 Jan 2018 18:43:00 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Auf den Feldern und im Park http://500beine.myblog.de/500beine/art/10919125 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10919125
    Oh, what a nice kräutergärtlein..!

    „Ich werde hier immer glücklich. Alles ist weit, alles ist möglich“, sagt sie. "Und der Wind, der hier oben weht, riecht nach Nordsee. Und das Geraschel in den Holundersträuchern nach Campingplatz.“

    „Ihr Bobtail ist aber schon alt“, meint ein dicker Mann, dem sie auf dem engen Feldweg begegnet, als der Regen aufhört und sie heim will.

    „Der ist nicht alt und auch kein Bobtail“, sagt die Gräfin,
    „und außerdem ist es eine Sie und kein Er.“

    „Na denn“, sagt der Alte missmutig.

    Frau Moll sitzt bettelnd vor ihm. Hunde sind kalte Genossen. Da kann die eigene Mutter totgeschlagen werden, und der Hund reicht dem Täter noch das Pfötchen: „Guten Tag. Haben Sie ein Leckerchen?“

    Bobtail ist natürlich Blödsinn. Frau Moll ist ein Hütehund, der im Dezember 2007 vier Jahre alt wird. Sie ist früh ergraut und allmählich wechselt ihre Fellfarbe ins Weiß: Anstreicherweiß. Und tropfen tut sie auch. Allerdings in rot.

    "HE, DU ALTE BLUTMASCHINE!!"

    Ich bin fassungslos. Ich meine, dass Frau Moll heiß ist, das ist nichts besonderes, so ist das, wenn man eine Hündin hat, tröpfelt sie eben ein paar Tage lang die Hütte voll und markiert draußen alle naselang geheime Stellen-Angebote: Rüde gesucht. Aber wenn ich mein Zimmer betrete, eine Art Kinderbüro mit Steuerfahnderschreibtisch und Rechner, möchte ich kein freches Aas mitten im Raum stehen sehen, das mir ihren heißen, nackten Hintern entgegenstreckt.

    "GRÄFIN! DIE BLUTMASCHINE BAGGERT MICH AN!"

    Zwar ist Frau Moll empfängnisbereit nur an ein oder zwei Tagen während der dreiwöchigen Hitze, es reicht aber um die Rüden der Nachbarschaft um den Verstand zu bringen.
    Gestern, auf dem dunklen Poussier-Weg in den Anlagen. Zunächst hat Frau Moll Mühe, den Beagle abzuwehren, der wie ein Totschläger hinter ihr her watschelt und beinah über die eigene Erektion stolpert, und gegen halb Acht kommt Müller um die Ecke. Müller, ein einjähriger Schäferhundmischling mit wildem schwarzen Fell, wie verfilzte Tischtuchbommel hängen die Haare an ihm runter.

    Eine Weile springen Frau Moll und Müller sich gegenseitig an, verspielten Bergziegen gleich, bis der junge Rüde plötzlich von Frau Moll ablässt und aufmüpfig Runden dreht auf der abendlich dahindämmernden Wiese. Schliesslich verlieren wir ihn aus den Augen. "MMMÜLLAAAH!!" ruft sein Frauchen besorgt, als ich hinter mir plötzlich ein Schnauben verspüre, und rumms!! rammt mir jemand seinen harten Sattel in den Schritt! Zack! Von hinten! Ich steh da. Verdattert, einen Tour de France- Rennsattel im Arsch.

    "Ist das normal jetzt?" steigt meine Stimme in Frequenzen hoch, die sonst nur Tieren zugänglich ist.

    "Irgendwo hat der Müller seine Schnauze immer drin!" giggelt sein Frauchen und packte ihn am Halsband. "Pfui, Müller! Das ist pfui!"

    Das hätte man aber auch netter sagen können, hör mal! ]]>
    Wed, 03 Jan 2018 17:50:54 +0000
    rheinsein : In der Zwischenzeit http://rheinsein.de/2018/01/03/in-der-zwischenzeit/ http://rheinsein.de/2018/01/03/in-der-zwischenzeit/
    Schwarzweißgraue Reminiszenz an Andreas Gurskys Rhein II und Abbildung der mählich tauenden Wegstrecke zwischen den Jahren: der offiziell namenlose und nur noch von wenigen so genannte Lokomotivengraben (im oberen Bildabschnitt) versorgte den Karlsruher Bahnhof einst mit Wasser aus der Alb. Heute dümpelt er vor sich hin, bildet Entengrütze und schluckt den Müll der Passanten. In der Dämmerung sahen wir gar einen Eisvogel (nicht auf dem Bild) aus den Wassern ins benachbarte Gestrüpp davonstürzen. rheinsein wünscht ein gutes neues Jahr, auch wenn uns der Glaube an Jahreszahlen allmählich abhanden kommt!

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    Wed, 03 Jan 2018 13:22:36 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Isola africana (1). Das Arbeitsjournal des Mittwochs, den 3. Januar 2018. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/isola-africana-1-das-arbeitsjournal-des-mittwochs-den-3-januar-2018/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/isola-africana-1-das-arbeitsjournal-des-mittwochs-den-3-januar-2018/
    [Mâconièrevilla Uno, Terrasse im Vormittagslicht
    10.32 Uhr
    Britten, Rhapsodie für Streichquartett]


    Das Netz hier ist wahnsinnig langsam. Die erste Villa steht landeinwärts vier Kilometer, also entfernt vom Meer; bei der zweiten wird es ähnlich sein, fürs Netz möglicherweise noch problematischer, da diese frei, fort von jeder Ansiedlung, direkt aus der Vulkanlandschaft heraus erbaut wurde: als ein, soweit ich bislang vernahm, architektonisches Kunstwerk, das auf die Landschaft antwortet. Dort sei das Internet allein über Satellit erreichbar, und wir möchten doch bitte darauf verzichten, größere Datenpakete hin- und herzuschicken. Aber schon hier dauert es und dauert, bis ich allein nur aus meinem flickr-Konto eine einzige Fotografie heruntergeladen habe – was ich soeben für dieses Arbeitsjournal tue. Der Emailverkehr hingegen funktioniert problemlos. Ich muß mich nur darauf einstellen., daß alles langsam, sehr langsam vonstatten geht. Doch entspricht dies durchaus meiner Verfassung. Denn dieses Arbeitsjournal, wie wahrscheinlich die nächstweiteren Journale ganz genauso, wird auch ein Trauerjournal sein. Weshalb, Freundin, >>>> wissen Sie ja.
    Da haben die langen Gespräche, die gestern seit meiner Ankunft und bis in die späte Nacht hinein die Mâconière und ich geführt haben, mehr als nur gepaßt - erwachsene Gespräche, die um leidvolle Erfahrungen und Prägungen kreisten und sicherlich weiter kreisen werden, zyklisch wieder und wieder liegen gelassene oder vorübergehend beiseitegestellte Motive an ihren offenen Enden wieder aufnehmend oder Dasselbe oder Gleiche aus anderer Perspektive betrachtend, miteinander dabei schonend im Umgang, zuhorchend, wobei ich Ihnen mehr, verehrte Frau, hier nicht erzählen möchte, denn darum hat die Mâconière mich gebeten. Sie war nach meinem Trennungstext erschüttert und verängstigt, so sehr, daß sie ihre Einladung fast wieder zurückgenommen hätte, jetzt aber froh ist, es n i c h t getan zu haben; auch ich selbst war bis direkt zum Abend vor der geplanten Abreise unsicher geworden, wobei es mir nun ganz genauso geht wie ihr. Es gibt eine Art Frieden im Einverständnis mit Leid ab dem Moment, da wir es als ein nötiges in uns integrieren, es also annehmen und dann schauen, auf uns zukommen lassen, welch eine Wandlung es in uns bewirkt.

    „Keine Worte“, schrieb mir die Löwin am Neujahrstage und wünschte mir ein Jahr, das mich tragen werde. Manchmal weine ich still und trocken vor mich hin. Ich habe einen Teil von mir selbst amputiert; das Messer aber war das amputierte Teil selbst: eine Hand, die sich selbst abschneidet, ein sich selbst entnehmendes Organ. Wahrscheinlich macht alleine dies, macht dieser Diese Umstand macht den Vorgang bemerkenswert, der ansonsten so banal wäre, wie es die meisten Trennungen sind. Daß etwas banal sei, bedeutet ja nicht, es sei nicht voller Schmerz; doch das nicht-Banale begründet eine Haltung und garantiert wahrscheinlich auf eine besondere Weise den Fortbestand der Liebe. Wir entfernen sie nur aus der Realisierung; sie entfernt sich von der Notwendigkeit, vorgezeigt zu werden; nun braucht sie keinen „Beweis“ mehr.

    Es ist dabei erstaunlich, daß ich ausgerechnet in dieser Zeit zu >>>> Steffens' Narbe griff, über dessen Buch ich nun auch anderswo, gewissermaßen zusammenfassend, schreiben möchte. Habe solch einen Text heute früh angeboten und warte nun ab, ob die Redaktion mag. Es hat sich, nebenbei bemerkt, ein Briefwechsel zwischen dem Philosophen und mir ergeben, der mit hoher Sicherheit fortgesetzt werden wird. Zugleich hat mein Arcoverleger für >>>> Gerd-Peter Eigners hinterlassenes Werk ein tiefe Leidenschaft entwickelt und sie in einem Brief an seine Rechtsnachfolgerin auf nahezu erschütternde Weise zum Ausdruck gebracht. Ich war, als ich – ins Cc gesetzt – ihn las, enorm bewegt.
    Ich las ihn am Meer, wohin wir vor dem Einkauf gefahren und worin ich entgegen meiner Vornahme nicht schwamm, sondern wir hatten ein Restaurantchen direkt am Ufer, davor eine kleine Promenade entdeckt, bekamen einen Tisch, aßen eine Fischplatte und sprachen langsam weiter, während wir aufs hier fast ungedünte Wasser blickten, das zunehmend zu einem Spiegel wurde, zusammengehalten als Milliarden Miniaturspiegel aus dem blendenden Schuppensilber Hunderter Nymphen, wenn deren Flossen sich ins Licht herauf heben und aber langsam wieder senken; nein, sie schlagen die Oberfläche nicht, es ist vielmehr dem Streicheln gleich, mit dem übers Wasser wie uns über die Haut der Wind streicht.



    Was ich hier nun tun werde außer weiterzusprechen, sicher auch hin und wieder etwas vorzulesen – der Mâconière wie mir, zur Selbstvergewisserung selbst? Vorrangig am Familienbuch der Contessa arbeiten, auch die Überarbeitung der alten Erzählungen wieder vornehmen, die beiden Rezensionen schreiben und gewiß viele Briefe schreiben. Ob ich tatsächlich tauchen werde, ist mir seit heute morgen fraglich. Denn ich habe das Glück geschenkt bekommen, arbeiten in der Sonne zu dürfen, unter freiem Himmel. Das möchte ich nicht für einen weiteren Terminplan gefährden. So ist meine Gastgeberin nun schon ans Meer gefahren, derweilen ich selbst mich in die Dichtungen versetze und Musik höre dabei (unterdessen Brittens Cellosinfonie). Allerdings hält mich gerade mal wieder der vermaledeite Unnetzzugang auf. Aus irgendeinem Grund wird nun auch mein mobiler Speedport nicht mehr erkannt, genauso wenig wie meine Bosereiselautsprecher von Bluetooth. Blöd das.

    Sonne, Freundin, immerhin. Und dieses dort ist der Leseplatz der Mâconière:


    Diesen, von ihr, werd ich zeigen dürfen.

    Ihr, in der Sonne Ruhe, traurig
    ANH

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    Wed, 03 Jan 2018 12:39:00 +0000
    taberna kritika - kleine formen : 20130727 http://www.abendschein.ch/20130727-2/ http://www.abendschein.ch/20130727-2/



    der
    montanoceratops
    eine aerodynamische nashornvariante der styracosaurus ein wannabe elch der struthiosaurus ein prähistorischer karnevalsprinz und 18 weitere karten auf der rückseite generell rote herzchen weisse herzchen wir schreiben etwas
    unter
    grad
    0

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    Wed, 03 Jan 2018 08:12:46 +0000
    isla volante : ein pflaumenbaum aus buttercreme http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/u4FqoZC-7Cc/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/u4FqoZC-7Cc/

    milla tanzte, einen ebenso leichtfüßig zirkelnden tarik im gefolge, beschwingt in ihre backstube. der biskuitboden war inzwischen ausgekühlt und milla schnitt ihn zu 3 lagen. sie bereitete mit gutem kakao einen weiteren biskuitteig und gab ihn in drei kleine, jedoch hohe backringe, deren böden sie mit backpapier verschloss. und dann noch einen weiteren teig, den sie in eine springform gab, der um etwas kleiner war als der zuerst verwendete. die backstube war erfüllt von einem köstlichen duft. der zog durch das leicht geöffnete fenster der backstube in den hof, auf die straßen und ließ die bewohner des dorfes wissen, dass milla cremeso wieder eine ihrer legendären torten zauberte. tarik rührte in den leise köchelnden pflaumen und milla zeigte ihm, wie er die pflaumen durch ein küchensieb passieren konnte.

    milla hatte eine idee, endlich eine idee – und diese idee drängte zur vollendung.

    aus weicher butter, einigen eigelb, etwas kokosfett und puderzucker rührte sie eine buttercreme an, schmolz dunkle und helle schokolade und gab davon zusammen mit etwas rum in je zwei teile der buttercreme. unter den dritten teil hob sie erdbeermarmelade, die sie im sommer selbst gekocht hatte, und frische, in stücke geschnittene und gezuckerte erdbeeren. tarik sah staunend zu und tunkte ab und an einen finger in die so entstehenden köstlichkeiten.

    „das werden die wurzeln, tarik!“

    aus den fertigen böden schnitt sie einen kreis aus.

    „warum machst du das, milla?“

    „hast du schon einmal einen baum ohne stamm gesehen?“

    „nein.“

    „also …“ lächelte milla und reichte tarik modellierfondant, den der junge kneten durfte. in die entstandenen tortenbodenringe passten die kleinen böden nicht genau. vielmehr blieb eine lücke von einem guten zentimeter.

    „milla, du hast zu viel weggeschnitten!“ tarik wirkte erschrocken.

    „nein, tarik, wart nur ab und schau zu, das wird schön!“

    milla schnitt auch die dunklen biskuitböden in passende scheiben.

    „ich denke, jetzt brauchen wir noch mehr schokoladen-buttercreme und dann, später: sahnecreme, mit pflaumen.“

    „schokolade – für den stamm?“

    „ja, tarik, den stamm. bitte reich mir von der dunklen kuvertüre, sahne und die schokoladenglasur, jetzt wird es ein wenig sonderbar.“

    milla ließ tarik die kuvertüre in der mikrowelle schmelzen und mit heißer sahne vermengen:
    „die brauchen wir später, das wird unsere ganache, ich habe noch welche in der kühlkammer, die werden wir jetzt ein wenig erwärmen.“

    dabei strich sie die mittlerweile geschmolzene kuchenglasur auf einen bogen backpapier, deckte einen zweiten bogen darüber und rollte die bögen samt der glasur darin zusammen.

    „ab damit in den kühlschrank!“

    „milla, schau! ein kleiner tarik!“

    tarik strahlte. zum garten hin hatte die backstube ein fenster zum garten. dort saß auf der fensterbank eine kleine schwarz-weiße katze, miaute und tupfte mit der pfote an die fensterscheibe.

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    Wed, 03 Jan 2018 07:00:39 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : linie 8 http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/MylNG4CoVuU/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/MylNG4CoVuU/ pic

    echo : 10.06 UTC – Nächste Haltestelle Max-Weber-Platz. Ich hab Weiß Ferdls Gesang noch im Ohr, wie er die Geschichte erzählt von der Linie 8, die durch München fährt zu einer Zeit, da ich noch nicht geboren worden war. Wie oft habe ich diese Aufnahme als Kind vielleicht gehört? Die Stimme des alten Münchner Kabarettisten ist mir heut Morgen vermutlich deshalb ins Gehör geraten, weil ich Informationen einer modernen Straßenbahn zuhörte, einer Stimme präzise, die von einem Computer erzeugt wird: Bitte in Fahrtrichtung rechst aussteigen. Diese Stimme, wie sie mir bewusst wurde, scheint sich bereits in viele weitere Städte fortgesetzt zu haben, es ist eine weibliche Stimme, die auch komplizierte Straßennahmen zu formulieren vermag. Manchmal dehnt sie Wörter in einer seltsam unbeholfenen Art. Das hört sich an, als würde eine Schallplatte für einen Moment beschleunigt, dann wieder abgebremst. Auch Kinder hören zu, oder Menschen, die gerade eben die deutsche Sprache lernen. Vielleicht, stelle ich mir vor, werden sich in dieser Weise beständiger Wiederholung nach und nach jene unbeholfen klingenden Sentenzen der Straßenbahnansagen in unsere alltägliche Sprache schleichen. Das ist denkbar. Ich muss das beobachten. – stop

    Der Beitrag linie 8 erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Tue, 02 Jan 2018 21:45:33 +0000
    tempo.fugato : 2/18 – …zwischenzeitlich… http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/218-zwischenzeitlich/ http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/218-zwischenzeitlich/
    Vielleicht. Manche Tage erfassen sich nicht. Sie bleiben eine Zahl ohne Namen. Vielleicht nicht einmal eine Zahl. Ohne Worte sind sie. Wie Schnee. Eine unendliche Reise in der Endlichkeit einer Zeit. Sie ist es, die alles hält und sich selbst verliert. Uns. Immerzu. Immer sich öffnend. Und doch bleiben wir verloren. Zwischenzeitlich finden wir uns in ihrem Wiederkehren wieder. Anders. Immer wieder dieses Andere, das sich ändert, das uns verändert, an den Rändern, die wir zeitlich sind und uns entlanggehen, umkreisend, übergehend. Einzigartig, einsam sind wir dort geblieben. Wir haben vergessen. Wir, die wir geworden sind. Eine Summe, die wir Wirklichkeit nennen. Über sie hinaus haben wir nicht gedacht. Vielleicht gefühlt? Dort ist es. Unendlich. Schweigend. Nichts ist so still, wie dieses Wirken, in das wir einkehren. Einmal und immer wieder. Zeitlos.

    Passagen: aus dem Projekt -tide- eine Rauminstallation: II

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    Tue, 02 Jan 2018 20:46:43 +0000
    panAm productions : denn die welt wartet nicht auf uns http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/denn-die-welt-wartet-nicht-auf-uns.html http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/denn-die-welt-wartet-nicht-auf-uns.html

    Die erste Einsicht dieses Jahres.
    Wir arbeiten weiter an der Transzendenz, die auch 2018 im Reich tätiger Erkenntnis liegt.





    Text © Angela Merkel - Edit + Sound: P.O.V.- Productions

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    Tue, 02 Jan 2018 18:38:49 +0000
    Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! : Wie ich Schriftsteller wurde https://nwschlinkert.de/2018/01/02/wie-ich-schriftsteller-wurde/ https://nwschlinkert.de/2018/01/02/wie-ich-schriftsteller-wurde/ Als Kind verbrachte ich eine Woche damit herauszufinden, ob ich an Gott glauben könnte. Nach Ablauf der angesetzten sieben Tage war die Sache für mich erledigt, denn gäbe es, so dachte ich, einen Gott, an den zu glauben wäre, so würde er sich doch wohl gemeldet haben. Ich muss etwa acht Jahre alt gewesen sein. Die mich umgebende Welt der Erwachsenen war mir derweil übrigens weitgehend unverständlich. Genau genommen ging ich davon aus, all die großen Menschen müssten mehr oder weniger dumm sein, denn meine häufigen Fragen, sei es nun bezüglich eines Gottes oder wo denn all die Vergangenheit geblieben sei, das Leben vor mir, von dem ja zum Beispiel ältere Häuser, Kirchen, Straßen und große Bäume zeugten, blieben entweder gänzlich unbeantwortet oder wurden mit den gängigen Stereotypen abgetan. Natürlich kannte ich damals das Wort stereotyp noch nicht, doch glauben Sie mir, ich habe dieses automatisch Dahingesagte schwer am eigenen Leibe erlitten, denn Sätze dieser Art dringen erbarmungslos in die Ohren des unschuldigen Kindes ein und verursachen eine Bitterkeit, die sich nicht nur vom Hirn aus bis in die Zehenspitzen ausbreitet, sondern sich auch im Gemüt festsetzt, einnistet. Ein jedes Mal, wenn etwa der Satz „das verstehst du noch nicht“ fiel und ich hätte denken, ja hätte sagen müssen, „aber eben deswegen frage ich doch“, durchfuhr mich eben diese Bitterkeit, gepaart mit der erwähnten Erkenntnis, wie dumm doch diese Leute alle sind. Dementsprechend fruchteten Versuche, mir so etwas wie Intelligenz, Sachverstand und Bildung vorzuspielen immer weniger, selbst Lehrer verrieten sich, indem sie mich nicht verstanden und stattdessen auf irgendetwas verwiesen oder zeigten, auf Texte, Bilder, Landkarten oder was auch immer. Hatte ich Gott noch eine Frist von sieben Tagen gewährt, sich mir zu erkennen zu geben, so gab ich den Sterblichen um mich herum immer öfter nicht mehr als ein paar Augenblicke, mich davon zu überzeugen, dass sie mir, wie es den Jahren nach hätte sein müssen, voraus sind. Es gelang keinem einzigen von ihnen, das sei gesagt, auch wenn ich nicht den Stab über sie brach. Das wäre ungerecht gewesen. Die an meine Zeitgenossen gerichtete Fragerei als solche gab ich indes, den Umständen entsprechend, nach und nach weitgehend auf, und heute frage ich sogar überhaupt nicht mehr, denn natürlich kann ich mir erstens alle möglichen Antworten selber ausdenken, und zweitens werde ich selbst gerne gefragt, was mich in die Lage versetzt eben das zu tun, was ich gerne tue, zu antworten nämlich. Genau genommen warte ich nicht einmal mehr auf die ganze Fragerei, sondern frage mich ganz einfach selbst, um mir dann, ganz meinem eigenen Wissensdurst hingegeben, in vorauseilendem Eifer selbst zu antworten. Und da ja nun jede Antwort wieder Fragen nach sich zieht, sie aufwirft, geradezu aufwühlt wie das Wildschein den Kartoffelacker, komme ich überhaupt gar nicht mehr aus dem Antworten, dem Erzählen heraus. Antwort folgt auf Frage und Frage auf Antwort. So also, Welt!, wurde ich, kurz gesagt, Schriftsteller, was noch immer, keine Frage, der schönste Beruf der Welt ist.

    Norbert W. Schlinkert, Alexander Graeff, 22.05.2016 in der Brotfabrik, Berlin Weißensee

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    Tue, 02 Jan 2018 15:50:01 +0000
    rheinsein : Griechischer Rhein (2) http://rheinsein.de/2018/01/02/griechischer-rhein-2/ http://rheinsein.de/2018/01/02/griechischer-rhein-2/

    Rheinansichten im Stile zeitgenösischer griechischer Imbissbudenmalerei: Rheinfront, Basilika St. Suitbertus und Mühlenturm, entdeckt und aufgenommen von unserem Korrespondenten Rainer Vogel im Eurogrill zu Kaiserswerth, das die Motive liefert.

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    Tue, 02 Jan 2018 13:45:05 +0000
    der goldene fisch : Andreas H. Drescher : LEGO-SCHWALBE http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13895 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13895 Lego-Schwalbe eigentlicher nie
    das größte Volk der Erde ruht
    in einer Spielzeugkiste vergisst
    sich knabbert Mandarinen dies
    er Nachmittag dehnt sich noch
    im Flug braucht keine Fliegen

    Das Rechteck der Wiese wird
    auf ihren Ruf hin bis an seine
    Grenzen über Haus gebaut win
    zig Fenster die zu schließen die
    zu öffnen sie vergessen haben
    Allein von ihrem Anblick schon

    in Obhut der genoppten Raserei

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    Tue, 02 Jan 2018 13:38:07 +0000
    der goldene fisch : Christian Lorenz Müller : ADE, DU SÜSSES SCHREIBEN! (Neujahrsvorsätze in Haiku) http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13888 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13888 - Bilder, Metaphern
    reduzieren. Maximal
    zwei, drei pro Gedicht.

    - Und keinen melan-
    cholischen Qualm mehr, keine
    tränenden Augen.

    - Dafür Bewegung.
    Der Nadaismus* sei mein
    neuer Fitnesstrend.

    Ade, du süßes
    Schreiben! Nun gilt das schlanke,
    gesunde Gedicht.

    *www.nadaproductions.at/img/pdfs/das%20BMN.pdf

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    Tue, 02 Jan 2018 11:57:34 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 12/2017) http://www.abendschein.ch/salzkristalle-trueffelpilze-auszuege-12-2017/ http://www.abendschein.ch/salzkristalle-trueffelpilze-auszuege-12-2017/ Moderne Mittelalterfrage: Kann Gott den Menschen bei einem öffentlichen Auftritt ohne Hypnose einreden, dass es ihn nicht gibt?



    Komme ich daher. Sind da drei Kinder, zwei Mädchen und ein Knabe. Der Knabe spricht mit verstellt hoher Stimme, aber sonst ganz normal. «Was tut ihr da?», frage ich. «Wir spielen Männerschaden: Rico hat Leitungswasser getrunken mit Frauenhormonen. Jetzt spricht er so ein Leben lang.» Was kann ich anders: Ich laufe weiter …



    Kommt, ihr Geister an der Wi-Wa-Wand!



    Er liebt sie so sehr, er will ihren Körper haben. Er verpflanzt seinen Geist in ihren Körper. So braucht er nur noch sich. Sie und sich.



    Ich möchte auch einen Gleitschräger.



    Zum Blog Salzkristalle & Trüffelpilze

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    Tue, 02 Jan 2018 08:48:45 +0000
    isla volante : 26. wir sind drinn http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/sHFLvl7-OMs/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/sHFLvl7-OMs/

    jetzt sind wir im bild
    und das gleich doppelt
    doppelt

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    Tue, 02 Jan 2018 07:00:23 +0000
    tempo.fugato : 1/18 – …zwischenzeitlich… http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/118-zwischenzeitlich/ http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/118-zwischenzeitlich/
    Wieviel Zeit ist ein Augenblick?

    Passagen: aus dem Projekt -tide- eine Rauminstallation: II

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    Mon, 01 Jan 2018 20:42:36 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Wieso bist du eigentlich nicht Chef von der Welt? http://500beine.myblog.de/500beine/art/10909549 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10909549
    Linie 683. Er steigt am Central zu, den Roller eingeklappt. Der Bus ist knackevoll, kein Sitzplatz frei. Nur in der Mitte, wo Kombikinderwagen, Sport-Buggys und die Doppelwagen schlechtgelaunter Postboten abgestellt sind, ist noch etwas Platz, wenn auch nur zum Stehen. Der Tretrollertyp quetscht sich zu mir durch, als wäre ich sein erklärtes Ziel, und lacht herzlich.

    „Was soll ich groß zu Fuß zu gehen, wa!“

    „Hm“, sag ich. „Sicher.“

    „Ist ein Cityroller. Mein kleiner Scooter.“

    Hallo Scooter. Ich wusste ja gar nicht, dass wir Freunde sind, dein Herrchen und ich. Neben uns drängeln sich zwei Frauen an den Halteschlaufen. Eine hat rotes Haar und schwärmt von diesem total süßen kleinen Thailänder in Elberfeld, wo sie gestern Abend zum Essen eingeladen war.

    „Aber so was von tootal lecker! Der Koch war am Singen in der Küche, konnte man bis an unseren Tisch hören! So Opern! So Arien! Das einzige, was störte, war Schloss Neuschwanstein an der Wand. Ich meine, bei einem Thai, also ehrlich! Geht gar nicht! Das Essen war so scharf, ich musste mir ein neues T-Shirt anziehen auf der Toilette. Aber so was von tootal leeckah!“

    In Elberfeld, Calvinstrasse, erste links. (Für Interessenten.)

    Kurz darauf gibt es einen lauten Knall, oben am Wasserturm, der Bus stoppt. Auf dem Fahrzeugdach hat sich eine der Stangen gelöst, mit denen der Strom von der Oberleitung abgenommen wird. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der Fahrer schaltet auf Batteriebetrieb und kriecht den Rest der Strecke mit 30 Stundenkilometern durch den Verkehr, oder er zieht sich Arbeitshandschuhe an und führt die sechs Meter lange Stange wieder ans Stromnetz heran. Er entscheidet sich für Arbeitshandschuhe. Ein Aufatmen schwappt durch die Reihen. Niemand will Batteriebetrieb. Niemand will mit 30 Stukkis durch die Lokalgeschichte zuckeln. Niemand will Zeit geschenkt haben zur unfreien Verfügung.

    Funkverkehr ist zu hören.

    „Hier Linie 3 Richtung Graf-Wilhelm Platz. Hab eben die Stange verloren, weil die 2 die Weiche nicht umgestellt hat. Da schreiben wir noch eine Meldung drüber.“

    „Das alte Schwein“, lacht der Tretrollertyp, er steht so nah, ich rieche sein Frühstück, „hat der seine Stange verloren.“

    Nachdem die Stromversorgung wieder gesichert ist, fahren wir bis zum Grafen und steigen gemeinsam aus. Er muss zur Sparkasse, ich auch, wir bleiben auf ein Viertelstündchen vor der Hauptfiliale stehen. Wenn ich jemand kennenlerne, lasse ich ihn reden, ich höre mir erstmal an, mit wem ich es zu tun hab. Dahinter steckt weniger Strategie als die Angewohnheit, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Eingreifen ist was für Macher, ich bin ein Lasser. Eine halbwegs funktionierende Gesellschaft setzt sich paritätisch aus Machern und Lassern zusammen, und darüber hinaus wird jede Person speziell zusammengestellt für ihr eigenes Leben.

    Es ist ja so heutzutage: Viele Leute, nein, die meisten Leute können nicht gut zuhören, weil sie dauernd Dinge im Kopf haben, die sie selber sagen wollen. Sie formulieren schon im Kopf, was sie gleich sagen werden, sobald sich im Gespräch eine erste Pause auftut. Ich habe meist nicht viel im Kopf, was ich zu sagen hätte, das ist ein Vorteil. Wenn ich doch mal was zu sagen habe, schreibe ich es auf und gebe es jemandem zu lesen.

    („Ehrlich gesagt, ich kapiere oft kein Wort von dem, was ich so alles denke am Tag. Am liebsten würde ich den Stimmen, die mich dauernd zuquatschen im Kopf, zurufen: MAUL HALTEN!“ – Die Gräfin)

    Wenn ich nicht gerade einen schlechten Tag erwische, schenke ich jedem Menschen, dem ich begegne, eine Viertelstunde. Ich staune immer wieder, was so alles in eine Viertelstunde reinpasst aus dem Graubereich zwischen den beiden großen Eckdaten unseres Daseins, zwischen Leben und Tod: Variationen von Wahrheit sowie Autounfälle, Skiunfälle, Unfälle. Ein Leben in Unfällen in 15 Minuten.

    Dass in Zukunft jeder 15 Minuten weltberühmt sein wird, wusste schon Warhol. Dass aber Nahrungswissenschaftler nachgewiesen haben, dass der Mensch nach einer Viertelstunde satt ist, egal, was und welche Mengen er vertilgt – das ist neu. Eine Viertelstunde reicht, um unseren Hunger zu stillen, eine Viertelstunde ist die Zeitspanne, die uns sättigt.

    „Nach dem Essen ist man erstmal eine Weile blöd. Etwa eine Viertelstunde lang. Weil der ganze Körper mit Verdauen beschäftigt ist, auch das Gehirn.“ (Die Gräfin).

    Der Tretrollermann, Baujahr 60, geschieden, hat einen 16jährigen Sohn und berufsmäßig zuletzt in Holz-Pellets gemacht, bevor der Unfall geschah.

    „Bevor mich der Pole überfahren hat.“

    „Ein Pole? In Polen?“

    „Nee, unten an den Schwarzen Pfählen. Ich hatte die Beine mehrfach gebrochen, die Hüfte gequetscht, ich war zwei Monate im Krankenhaus. Seitdem bin ich Frührentner, zu hundert Prozent. Willst du meinen Schwerbehindertenausweis sehen?“

    Unter Freunden? Nicht nötig. Er war mit dem Motorrad unterwegs an diesem Tag vor vier Jahren, als ein Pole ohne Führerschein ihm die Vorfahrt nahm in einem gestohlenen Wagen.

    „Zwei Jahre vorher hatte ich meiner Frau ein Haus gebaut. Ich baue nie wieder ein Haus mit Keller, Fußbodenheizung reicht. Einen Keller bauen, nur damit die Frau keine kalten Füße kriegt, ich glaub, ich spinne. Nee, die nächste Frau kriegt Fußbodenheizung, das muss reichen. Ich reiss mir für keine Frau der Welt mehr den Arsch auf, nur damit der Tante nicht fußkalt ist. Nach dem Unfall hat es kein halbes Jahr gedauert, ich musste noch mal ins Krankenhaus wegen dem Bein, da lernt sie diesen Kerl kennen, diesen Doktor Doktor. Soll ich dir was sagen? Der freut sich heute noch über mein Haus. Der lacht heute noch über mich.“

    „Wie? Wohnt der da?“

    „Ja klar wohnen die da!“

    Erst denk ich, oha, jetzt wird aber einer sauer, denn Grund dazu, sauer zu sein, hätte er. Das sind die schwierigen Momente für jeden professionellen Zuhörer. Es ist, als würde man einen Film gucken, wo man genau weiß, was als nächstes kommt, aber umschalten geht nicht, weil man im Kino sitzt. Und tatsächlich zieht er kurz und heftig vom Leder, („Was wir Männer heute alles sein müssen! Wir müssen Ficker sein, Papa, Mama, Geschäftsführer, Prokurist, LKW-Fahrer, Pilot, Flugkapitän.. und wenn man morgens aufwacht, was sagt die Frau als erstes? Na, bist du endlich Chef!? Hast du’s endlich geschafft? Warum bist du eigentlich nicht Chef von der Welt!?“)

    Aber er fängt sich schnell wieder. Es leuchtet sportlich in seinen Augen, als er von seinem fünfzehn Jahre älteren Bruder erzählt, einem Unternehmer in Bolivien, im Hochland, so richtig mit Pferderanch und Kaffeeplantage, ein gemachter Mann: vier Betriebe, vierzig Mitarbeiter, viertausend Stück Vieh.

    „Warum gehst du nicht auch nach Bolivien? Zu deinem Bruder?“

    „War ich doch schon! Schon vier mal!“

    „Na ja, ich mein, richtig da leben. Kannst du doch auf der Ranch deines Bruders arbeiten. Nicht nur Urlaub machen. Richtig da leben.“

    „Mach ich doch vielleicht! Nächsten Sommer fliegt erstmal mein Sohn rüber.“

    Da Ende des Monats ist, schleicht eine Menge Gesindel vor der Sparkasse herum. Abwechselnd verschwindet einer in der Filiale und schiebt die Karte in den Kontoauszugsdrucker, um zu schauen, ob Kohle schon drauf ist. Eine Menge übler Laune und verdruckster Sozialbilanzen schleicht Ende des Monats in den Innenstädten herum. Es mieft nach nicht gewechselter Wäsche, nach fehlenden Zähnen und billigem Essen. Ganze Gesichtsbereiche sind wie verödet.

    „Vor dem Unfall mit dem Polen bin ich jedes Wochenende Motorrad gefahren, alle Rennserien. Ich hab ein ganzes Zimmer voller Pokale. Sogar in der alten DDR hab ich 1989 noch einen Silberteller geholt, 2. Platz unter fünfzig Fahrern. Und zuletzt war ich in Schottland, Quad fahren. Mein Motorrad war mein Leben.“

    Vor der Sparkasse macht er den Scooter startklar. Drei schnelle Handgriffe. Klapp, klapp, klapp.

    „Am schönsten war meine Weltreise 1982, AROUND THE WORLD. Ich hatte ein Weltticket für dreitausendzweihundert Mark, damit konnte ich jedes Flugzeug besteigen, ein Jahr lang, weltweit. Ich war in Amerika, Australien, Asien. Und wenn ich Asien sage, mein ich nicht Thailand, sondern Indonesien. Die Inseln. Das ist für mich Asien.“

    Zuletzt flog er in die Südsee.

    „Bora Bora.“

    „Bora Bora..?“ sag ich. „Woher kenn ich das denn nochmal…? Ist das nicht die Insel, auf der Die Meurerei auf der Bounty gedreht wurde? Mit Marlon Brando?“

    Er trägt seine College-Kappe falschrum aufgesetzt, Blue Jeans, hat gute Zähne. Sein Gang ist beschädigt, vom Unfall mit einem Polen an den Schwarzen Pfählen. Die Hüfte steht ein Stück weit heraus, wie eine Schublade, die klemmt, die nicht mehr richtig zugeht.

    „Kann sein. Ist bei Tahiti, Bora Bora“, sagt er.

    „Ja, mit Marlon Brando.“ Jetzt laufe ich zu Form auf. Vielleicht keine Bestform, aber immerhin, jetzt bin ich mal im Erzählgeschäft – ein, zwei Sätze lang buttere ich meine Sozialbilanz.

    „Der hat doch bei den Dreharbeiten so ne Eingeborne kennengelernt und später geheiratet. War das nicht auf Bora Bora?“

    Er schüttelt den Kopf. Keine Ahnung, sagt die Geste.

    „Solange es irgendwie geht, flitzen Scooter und ich durch die Gegend. Ich muss nicht mehr in die grosse weite Welt, in der großen weiten Welt war ich schon.. So, machs gut. Schönen Tag noch, wa.“

    Hm.

    Ich schätze, das war ne andere Insel. Das war nicht Bora Bora. Oder? Ist doch egal. Wen juckt's.

    „Ist Kohle schon drauf?“ frag ich den Deutsch-Russen, der gerade aus der Sparkassenfiliale kommt. Eine Figur mit einer eigentümlichen Narbe im Gesicht, wie ein Fähnchen. Ich hab mich immer gefragt, von welcher Art Unfall solch eine Narbe stammen könnte, bis mich eine Landsfrau von ihm eines Tages aufklärte. Die Narbe wurde ihm im Knast zugefügt, es ist ein Zeichen, das unter Russen besondere Bedeutung hat: ich bin ein Zinker. Eine Hafenratte. Ich hab Kameraden verpfiffen. Ich bin mit Vorsicht zu genießen. Man darf mich töten.

    „Nee. Is noch keine Kohle drauf.“

    Na super. Da kann ich auch genauso gut nach Hause gehen. ]]>
    Mon, 01 Jan 2018 13:19:00 +0000
    der goldene fisch : Christian Lorenz Müller : BLUMEN FÜR 2018 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13884 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13884 Blumensträuße aus Licht,
    ein Bouquet aus weißen Explosionen.
    Rot aufzuckende Rosen,
    das gelbe Knallen
    unzähliger Narzissen.

    Hunderte von Gläsern werden befüllt,
    Vasen, fassen sie vielleicht
    den Augenblick.

    Alles welkt binnen Sekunden.
    Die verwesende Süße verschütteten Alkohls,
    der schmutzig getrampelte Schnee.

    Am Morgen überall
    die dürr gewordenen Stängel der Raketen,
    zu Scherben zerfallenes Grün
    das ein Betrunkener durchknirscht.

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    Mon, 01 Jan 2018 12:04:15 +0000
    panAm productions : Fraktalgeschichten | News Ticker 2017-2018 http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/fraktalgeschichten-news-ticker-2017-2018.html http://panamproductions.blogspot.com/2018/01/fraktalgeschichten-news-ticker-2017-2018.html

    Gewalt und Predigten
    Kommunikationskanäle






    Newsticker Welt 24 | 31.12.2017, 14:35 Uhr bis 01.01.2018, 10:30 Uhr*




    Abschiebestatistik: Forderung Dobrindt
    Abschiebung: Forderung Joachim Herrmann/minderjährige Kriminelle
    Alarmstufe Rot: UN-Generalsekretär Guterres (2)
    Angriff: Busfahrer, Messerattacke, stinkende Flüssigkeit, Sanitäter, Nachbarschaftsstreit
    Annektierung: Westjordanland/Israel
    Atomwaffen: Kim Jong Un/Nordkorea (4)

    Brand: Liverpool, Tatverdächtiger/Plauen, Wohnungsbrand
    Cohn-Bendit: GroKo
    Donald Trump: Twitter/Medienkritik (2), Internet-Sperre Iran
    EU-Ratspräsidentschaft: Bulgarien
    Festnahmen: Demonstranten/Iran

    Flamingo: Neues Einhorn?
    Flugzeug: Vogel/Cockpit/USA
    Flugzeugabsturz: Costa Rica
    Gottesdienst: Gedenken
    Kim Jong Un: Drohung (4)
    Kirche: Predigten

    Internet: Abschalten (Kongo)
    Internet: Sperre, Iran, Kritik/Trump, Aufruf/Bundesregierung
    Internet: Sperre/Instagram/Iran
    Max Ackermann: zurück
    Neujahrsbotschaft: Donald Trump, Kim Jong Un, Vladimir Putin,
    Papst Franziskus: Messe, Predigt (2)
    Neujahrsspringen: Deutsche Adler/Garmisch-Partenkirchen

    Protest: Iran, Kongo.
    Polizei, Angriffe auf: Leipzig (2), Denver,
    Polizei, Ausrüstung: Millionenhöhe
    Polizei, Beschlagnahme: illegale Silvesterböller
    Polizei, Festnahmen: Böllerräuber, Tatverdächtige/Frauenleiche (3),
    Polizei: Präsenz verstärkt, Deutschland
    Polizei: Räumung Domplatte, Köln
    Polizei: Schuß auf Bewaffneten
    Polizei: Vorgehen gegen Gaffer
    Schüsse: Schreckschuss- und Luftdruckwaffen
    Sexuelle Übergriffe: Berlin, Köln (3)

    Silvesterfeiern: Berlin, Köln, Samoa, Sydney, Pazifikinseln
    Sivesterfeiern: Australien, Regenbogenfeuerwerk,
    Silvesterlauf: Leipzig, Sieger

    Sperre: Bahnhöfe Krefeld und Stolberg
    Sperre: Bahnhof Zoo, Rauchentwicklung
    Star Wars-Film: 1 Milliarde $
    Touristen: Notunterkünfte/französische Alpen
    Turmleuchten Warnemünde: Ewig

    Überfall: Supermarkt Bremen
    UN-Tribunal Den Haag: Résumée, Suizid Praljak
    Unfall: Silversterfondue, gestohlener PKW, Sturz Balkon, Kind Friesoythe, betrunkene 80-Jährige, Fahrerflucht, Autobahn/Polizei gegen Gaffer, PKW gegen Laterne,
    Wärmerekord: Silvester, Deutschland (3)

    WhatsApp: Störungen weltweit

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    *Newsticker N24/Welt digital, Hg. von Stefan Aust, Ulf Poschardt, Oliver Michalsky, Axel-Springer-Straße 65, D-10969 Berlin, Marlene-Dietrich-Platz 5, D-10785 Berlin

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    Mon, 01 Jan 2018 10:57:46 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : ANHs Traumschiff. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/heute-erschienen-anhs-traumschiff-in-die-buchlaeden-heute-verlegt-von/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/heute-erschienen-anhs-traumschiff-in-die-buchlaeden-heute-verlegt-von/

    Foto und Fotografie des Buchumschlages
    (copyright): >>>> Jan Windszus


    Alban Nikolai Herbst
    Traumschiff
    Roman


    mare


    320 Seiten.
    Gebunden mit Schutzumschlag.
    Lesebändchen.
    22 Euro.


    >>>> Verlag.
    >>>> Bücher.de
    >>>> Amazon.

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    Mon, 01 Jan 2018 09:04:13 +0000
    isla volante : 25. sprechen lernen http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/JAxC0Tnuzrc/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/JAxC0Tnuzrc/

    also dann, reden sie.
    was?
    alles!

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    Mon, 01 Jan 2018 07:00:04 +0000
    der goldene fisch : Hendrik Rost : Spieltrieb http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13879 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13879
    Seit Jahren und heute betrachte
    ich den Kampf einer Wahrheit
    gegen eine andere. Jede mischt
    ihr Gift in den Zustand,
    bis er als Krankheit wirkt.
    Die Zähne haben sie
    der einen ausgeschlagen.
    Die andere muss damit leben,
    dass sie gesiegt hat.
    Das Beobachten entpuppt sich als blutig.
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    Sun, 31 Dec 2017 22:14:23 +0000
    Postkultur : schnell noch ein gedicht aus verzeichnis https://postkultur.wordpress.com/2017/12/31/schnell-noch-ein-gedicht-aus-verzeichnis/ https://postkultur.wordpress.com/2017/12/31/schnell-noch-ein-gedicht-aus-verzeichnis/ Sie gewähren Einlaß
    Meter für Meter
    an den Girlanden
    der See mich emporzuschieben.
    Ein Aal rutscht durch die Finger
    Meine frei schwingende Hand.
    Welch ein Empfang!

    O welch Ankunft. Dieses Land
    Ist ehrbar noch und wo
    steht eigentlich der
    Aschenbecher, Wein wird hier
    in kleinen Schlucken getrunken.
    Er liegt
    auf der Zunge als handle es sich
    um ein zärtliches Wort, das jeder
    hier kennt und auch ausspricht.

    Sie haben den immerwährenden
    Kalender längst
    umgedreht. Zu sehen
    ist eine Bauanleitung
    für angemessene Gedanken
    und Tafeln
    zur Berechnung ihrer Halbwertszeit.

    Ein Schnittmusterbogen
    Waren die schäumenden Landschaften
    schließlich real,
    und auch die Tür mit den neun Klinken
    war nicht meine Erfindung.

    Und sie standen in Mänteln
    standen vor einem Regal
    und behielten die Hüte
    gleich in der Hand.

    Bücher bandweise eingeschweißt. Das Brett
    Echtholzverschnitt. und Jahresringe
    unregelmäßig. Die Schilder
    die Fluchtwege
    und leeren Kleiderständer

    Manche jonglierten Bälle und lernten
    Gedichte zu schreiben dabei
    über die Vielfalt des Sterbens und gern
    auch zum Lob der Partei.

    Ein Querschläger trifft
    genau den Betrachter, und ich
    vermied es
    Mitglied zu werden
    dieser lässig aufstrebenden Kaste.


    Einsortiert unter:Allgemein ]]>
    Sun, 31 Dec 2017 15:54:40 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : Trennung von der Löwin. Ein nicht nur Jahresabschluß-, nämlich Bewältigungsversuchsjournal,... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/trennung-von-der-loewin-ein-nicht-nur-jahresabschluss-naemlich-bewaelt/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/trennung-von-der-loewin-ein-nicht-nur-jahresabschluss-naemlich-bewaelt/
    und jeder der Nahsten Verwundung,
    verwunden wir uns, mein Anderlieb,
    zeit unsres Lebens noch selber.

    Denn weh, da sich eines nicht schützte
    weh, mit verschlossenem Blick in Distanz.

    Das schlägt zurück. Auf die Knie Gestützte,
    auf unsere bloßen, sind wir nun ganz

    wie kleine sich kauernde Kälber
    verstört vor jedem nächsten Hieb
    und bitten vergebens um Stundung.



    [Arbeitswohnung, 8.44 Uhr
    Bach, Pariten für Violine solo, Shlomo Mintz]


    Es sollte, Freundin, ein Waschtag werden – der übermorgen beginnenden Reise wegen, die ich gestern allerdings nahe daran war abzusagen. Ich dachte, wie könne ich jetzt noch der Mâconièr ein angenehmer Gesprächspartner sein in meiner wie mein ganzes Werk so rizomhaft aufgesprießter Erschütterung? - nahe daran, meinen Willen zum Leben, der eine Lust an ihm ist, anheimzugeben, da nun dieser Verlust anzublicken, wirklich anzublicken ist, für den es zuvor, und schon lange, aber immer wieder die Drohung gab, eine Dräuung wohl eher, weil wir, die Löwin und ich, kultiviert genug sind und unsere Liebe auch groß genug war, ihr immer wieder die Innigkeit unseres Verbundenseins entgegenzu- nein, nicht -stellen, sondern entgegenzuleben. Es hat uns so vieles verbunden.

    Doch der Riß ist schon alt. Es sind zwei Risse, einer, der sich stets wieder schließen ließ und dennoch für sie, meine Löwin, permanente Verwundung war und der sich in dem Satz einer ganz anderen Freundin in die in ihm liegende Radikalität zusammenzieht: „Jede wahre Liebe will eine Frucht.”
    Die Löwin hat nie Kinder gewollt, es mir auch gesagt; ich hingegen ersehnte fast nichts mehr, als noch einmal Vater zu werden. Ihre Liebe zu mir war derart groß, daß sie dieses meines – nun für immer vergeblichen – Wunsches wegen die Pille absetzte. Aber da war es nicht nur schon zu spät, sondern es ist etwas anderes, ob eine Frau ein Kind ersehnt und dich als den Vater erwählt oder ob sie, weil d u es ersehnst, bereit ist, es für dich zu bekommen. Sie bekommt es für ihre Liebe (und wäre gewiß eine gute Mutter geworden), nicht aber, weil durch sie die Urgewalt der Schöpfung spricht.
    Es war auch aus anderem Grund zu spät: Da war jemand erschienen, >>>> aus Triest, war in meinem Leben aufgegangen einem plötzlich brennenden Pfingststrauß gleich, unvermittelt, ungesucht, einfach so da, daß ich gewußt hatte, auch wenn es unterdessen nichts mehr ist als die vergebliche Ahnung dieses Wissens, der Mutter meines zweiten Kindes begegnet zu sein. So sagte ich es nachts auch den Freunden und zitterte dabei: „Ich habe die Mutter meines zweiten Kindes getroffen, sie stand plötzlich vor mir und sah mich an.”
    Dies ist der zweite und wohl „eigentliche” Riß. Den die Löwin aber ertrug und ertrug. Selbst diesen ertrug sie – nicht zu vergessen, daß etwas mehr als ein Jahr zuvor auch schon Kirke in mein Leben getreten war, und auch da schon war von einem Kind die Rede gewesen, aber sie ergriff, verstummend und für Monate nicht mehr erreichbar, die Flucht. Bereits durch diesen Kummer hatte die Löwin mir geholfen, uneingedenk des eigenen Kummers, der ihr sagte, daß da andere seien, die für mich ihr etwas voraus. Ihre Liebe war – und ist es ganz sicher noch – so unfaßbar, daß sie ans Übermenschliche reicht. Eine Fähigkeit, ja Begnadung, die mir, wie sich nun zeigt, abgeht.

    Auch die Sídhe also verschwand aus meinem Leben wieder, wandte sich zu ihrem Mann zurück, „in guten und in schlechten Zeiten”, sagte sie mir, „ich habe es gelobt.” Ihr Brief liegt noch hier.
    Nachdem ich ihn gelesen, wußte ich, nochmals Vater würde ich nie mehr werden. Für mich begann damit das Altern, zudem ich, als hätte ich meinen Tod schon vorausgeschrieben, nein, falsch, das Sterben, in dem ich seither lebe, >>>> das Traumschiff vollendet hatte. Manchmal denke ich jetzt, durch dieses Buch eine solche Blasphemie begangen zu haben, daß alles, was nun folgte, eine Rechnung für sie ist, die Ziffer um Ziffer eingetrieben wird, Schlag für Schlag.
    Wie auch für etwas anderes die Rechnung eingetrieben wird, nämlich dafür, in meinem Leben Übertretungen begangen zu haben, die gleichfalls nicht konsequenzlos sind. Hieraus rührt ein dritter Riß, der eine Folge des zweiten ist. Wieso es so wurde, wieso es zu ihm kam, ja kommen mußte, weiß ich nun, nachdem ich Andreas Steffens‛ Buch gelesen habe:


    Die Erfahrung des Unglücks trennt das noch verbleibende Leben, seine Zukunft, von dem bereits geführten, seiner Vergangenheit. Trifft es einen in der Wendezeit des Lebens, in der es unabweisbar wird, mehr hinter als noch vor sich zu haben, geht es ums Ganze. (...) Leben wir weiter, werden wir es als andere als die, die wir waren, bevor wir an diese Grenze gerieten.

    Dies eben geschah mir, geschah mit mir.

    Die späte Liebe ist die gefährlichste, weil sie als immer unwahrscheinlichere die wichtigste wird. Steffens, S. 192


    Ich hatte immer – oder sehr oft – harte Sexualität gelebt, nicht im banalen (also normalen), sagen wir zotigen, kalauernden Sinn, der den Phallus meint, sondern in ihren Prozessen und Übertretungen – in ihren, wie die Szene es nennt, „Spielen” –, und ebensie hatten unsere, der Löwin und meine, Körperlichkeiten von Anfang an bestimmt. Doch nun, nachdem mir die Sìdhe begegnet und schon wieder verloren war, konnte ich ihnen nicht mehr entsprechen, ja zeitweise war es (und ist's noch immer) so, daß mir Sexualität-an-sich ferngerückt ist. Es ist fast, als bedeutete meinem Hirn der Umstand, nie mehr Vater werden zu können, die Sexualität-selbst zu verlieren, ein Grund übrigens, weshalb ich mit den >>>> Béartgedichten imgrunde nicht mehr weiterkomme, geschweige, daß ich heute noch so etwas schreiben könnte:

    Ich frage mich immer
    wenn ich diese Gazellen sehe,
    wie er es schafft, ihr Leib,
    derart gravid zu werden
    Sie gehen auf wie Teig -

    Von ihrer Triebkraft irr verzückt,
    bin ich an sie verloren
    bin so nach jedem Weib verrückt
    - mir würd, geläng‘s, all sie zu gären,
    ein ganzes Volk geboren!


    Zugleich war ich darüber verzweifelt, so nicht mehr zu sein. Ich versuchte es, wieder einmal, mit Pornographie, vergeblicher und vergeblicher. Imgrunde war ich impotent geworden, was ich in fast religiösem Sinn als Strafe empfand, als Buße, die mir auferlegt. Die Sídhe hatte ich deshalb, um zu büßen, verloren; dies schien hinter allem die Wahrheit zu sein – meine Hölle, wenn Sie, Freundin, so wollen. Es ist eine ähnliche Dynamik wie mein Gedanke, der bisweilen das schicksalhafte Ausmaß einer Überzeugung annahm, mein literarischer Mißerfolg beruhe auf meinem Erfolg bei Frauen: Ich war da stets so gesegnet, daß ich auf der anderen, meiner poetischen Seite nicht auch noch gesegnet sein durfte.

    Ich sehe es recht klar: ein tief internalisierter, höchstwahrscheinlich protestantischer Moralismus, der durchaus parallel zu meiner Vorstellung eines Primats der Leistung gewirkt hat, vielleicht auch noch weiterwirkt. Nur, etwas zu wissen (zu erkennen) und es zu fühlen, sind zwei verschiedene Socken, ja eines ist Handschuh, das andere Schal. Meine Impotenz (über die die Löwin immer lachte, und bisweilen bewies sie mir, daß von einer solchen nicht im entferntesten gesprochen werden konnte; kaum aber war der Akt geschlossen, nagte sie wieder an mir) – meine, jetzt in Häkchen, „Impotenz” also war für mich eine Folge all der sexuellen Übertretungen, die ich mir zuschulden hatte kommen lassen, seit ich etwa dreißig/fünfunddreißig war – eine Folge mithin meiner harten sexuellen Dominanz: ein „Herr” gewesen zu sein, der Dienerinnen erzog; ich habe später auch das Wort „Abrichtung” verwendet, und die Frauen, die mit mir umgingen, haben es geliebt. „Bitte richten Sie mich ab.” Ihre Orgasmen waren oft ungeheuer, wie die meinen, nachher, auch.
    Wohlgemerkt, ich spreche von BDSM, was gegenseitiges Einverständnis bedeutet. Wie die psychischen Strukturen „funktionieren”, habe ich andernorts beschrieben; hier gehört es nur hin, insofern klar werden soll, was geschehen ist. Weil diese Verhältnisse aber so sind, hat wiederum Steffens recht:

    Noch das Glück der Lust ist unpersönlich. (…) Je unpersönlicher die Umstände ihres Gewinns, desto intensiver kann ihr Genuß sein. (…) Die Hemmung vor der ganzen Lust mit der geliebten Person ist die Scham, mit ihr das Unpersönlichste überhaupt zu vollziehen. Steffens S. 97
    Es ist dies der Grund, weshalb kluge Devote und Dominante ihre Sexualität außerhalb der, diesmal nicht abwertend gemeint, „bürgerlichen” Lebensgemeinschaften leben, sie strikt von Herzensverhältnissen fernhalten.
    Die Löwin und ich haben dies nicht getan – ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht, von einer relativ kurzen Phase einer frühen Beziehung abgesehen, die aber auch daran schließlich kaputtging, nicht zuletzt deshalb, weil ein Kind, das geboren, erotische Rasereien fast naturhaft unmöglich macht. Wem diese dann dennoch fehlen, so, daß er oder sie nicht verzichten können, sucht notwendigerweise woanders – und findet.
    Man tut der Dienerin, die es will, an, was der Geliebten nie zumutbar wäre, selbst wenn sie wollte. Schon das ist Verhängnis. Wenn es indessen herauskommt, wird es dennoch das andere, das Liebesverhältnis, derart sehr erschüttern, daß eine Trennung unumgehbar wird.
    Die Verhängnisse sind tragisch - in antikem Sinn – – womit sich der Löwin und mir nun einmal mehr etwas realisiert, wovon ich immer wieder und gerade auch in meinen Büchern geschrieben habe. Auch hier waltet Gerechtigkeit.
    Zum Erwachsensein gehört, sie anzuschauen und sie zu bedenken, und zum Künstler, ihr eine Form zu geben, die sie uns lebbar macht. Poetisieren wir die Verhängnisse, haben sie nicht mehr uns, sondern wir sie – unabhängig von unserer in sie Geworfenheit. Mit anderen Worten: wir können sie nicht verändern, aber gestalten: So werden sie, wenn es gelingt, zu Lust. Genau das verstehe ich unter der perversen Bewegung.

    Also die Schuld, die ich empfand, also die „Strafe”.
    Es gibt eine furchtbare Szene, die den Zusammenhang und den Schmerz beider, der Löwin und meinen, in einen Brandherd fokussierte. Brennen tat er in ihrem Bett und Bauch, darunter ich in ihr steckte, auf ihr plötzlich erschüttert zusammenbrach, zu weinen anfing und sagte: „Ich bin unrein geworden.”
    Kaum eine schlimmere, in einer solchen allerintimsten Situation, ist als Verletzung vorstellbar. Ich habe sie der Löwin beigebracht, der ich selbst und weil ich – lange schon, sehr lange noch, nachdem die Sídhe gegangen – in den Flammen dieser Trennung stand, die eben auch das Symbol des Nie-wieder-Vater-Werdens war und ist, Flammen, die aus einem Schwelfeuer brachen, dessen ich wochenlang nicht gewahr war, das ich vielleicht sogar für gelöscht hielt. In dem dem Vaterwerden allernächsten Akt schoß es als Protuberanz wieder auf und verbrannte, was immer in der Nähe war und also, hier und jetzt, die mir objektiv Nahste; die Nähe zur Sídhe hingegen war längst Geschichte und nur noch für mich real: als Fiktion, nämlich als eine auf Ferne sublimierte Nähe. Darin freilich gegenseitig, nur nicht lebbar Haut auf Haut.
    Die Sídhe hatte den Wunsch nach einem Kind aufgegeben, so es mir auch geschrieben; ich selbst hatte ihn aufgeben müssen. Worunter die Löwin nunmehr, wie indirekt auch immer, mehr zu leiden bekam als jene und ich, die wir uns einzurichten begonnen. Jedenfalls ich nahm an, mich eingerichtet zu haben darein. Wie falsch diese Annahme war, bekam da die Löwin zu spüren. Es war, als hätte nun sie den Schmerz zu tragen, den der Sídhe Selbstversagnis und mein Entsagenmüssen uns hinwegsublimieren sollten. Sie können es, Freundin, die Widerkehr des Verdrängten in einem anderen als denjenigen Menschen nennen, die die Verdrängung vollzogen. So hatte sie, die Löwin, genau den Schmerz zu durchleben, dem die Sídhe durch freiwillige Entsagung und ich durch meine Impotenz entging, bzw. mein Impotenzideologem, das die Unmöglichkeit als Strafe interpretierte.

    Selbst aber diesen Schmerz hielt die Löwin noch aus, hielt ihn drei, fast vier Jahre aus. Unsere Nähe und Liebe blieb groß, auch wenn meine Liebe zur Sídhe ungebrochen währte. „Ich bin für Sie zweiten Ranges”, sagte deshalb die Löwin zu mir, sagte es mir mehr als einmal. Und bekam weiterhin zu spüren, wie wenig ich sie begehrte. Daß ich überhaupt niemanden sonst mehr begehrte, erotisch begehrte, spielt dabei eine nachgeordnete Rolle. Das kurze Zwischenspiel >>>> mit Ciane war von vornherein auf die Mitpräsenz der Löwin angelegt und verlief sich demzufolge schnell. Auch aber sie, Ciane, hatte meine „Impotenz” zu spüren bekommen: „Magst du nicht in mich hinein?” fragte sie, weil ich die Penetration vermied, ja fragte sogar: „Ist es dir unangenehm?”, worin ein bin i c h dir unangenehm? nicht nur mitschwang. Anders als der Löwin habe ich ihr von der Sídhe nie erzählt; doch instinktiv näherte sie sich der Löwin an oder versuchte es; von mir, so schrieb sie‛s mir auch, entfernte sie sich im selben Maß. Gleichsam tat sie‛s anstelle der Löwin. So groß war ihre Empathie. Das aber seh ich erst heute.

    Manchmal denke ich in letzter Zeit, daß auch die Sídhe vielleicht bei mir suchte, was der Löwin vorbehalten war, bis sie, die Sídhe, in mein Leben trat; vielleicht begehrte auch sie eine Form von Sexualität, deren Meister ich war, gewesen war – doch ihr konnte ich sie nicht geben, weil ich liebte wie ein Jugendlicher, als Jugendlicher: „rein”. Ich wiederhole hier Steffens:

    Die Hemmung vor der ganzen Lust mit der geliebten Person ist die Scham, mit ihr das Unpersönlichste überhaupt zu vollziehen. Steffens S. 97

    Liebe als Regreß. Und möglicherweise ist die Sídhe genau darum von mir gegangen, dieser „Reinheit” wegen, aus der sie herauskommen wollte, indes ich - durch sie - wieder in sie hineinkam -

    in der aber die Löwin auf keinen Fall wieder leben wollte, nach drei, fast vier Jahren der Entsagung. Nicht mehr leben k o n n t e. Sexualität ist die Quelle ihrer produktiven Arbeit. Sie kuratiert ja nicht nur; sie wollte nur nie, daß ich über das andere schrieb. Und lasse es deshalb als Andeutung stehen. Sie wäre ihrerseits kaputtgegangen, hätte sie sich nicht endlich, endlich nach jemandem anderes umgeschaut.

    Schöne Frauen finden immer, und zwar, wenn sie wollen, schnell. So auch sie.

    Sie erzählte mir davon. Ein neuer „Herr”. Ich akzeptierte, sprach ihr sogar zu. Weshalb sollte sie auf etwas ihr Lebensnotwendiges verzichten, wenn ich es ihr nicht mehr geben konnte? Solch ein Verlangen – sie hätte sich ihm, als meinem, ergeben – wäre unmenschlich gewesen. Ich wollte aber, daß sie v o l l blieb. Was ich nicht ahnte, damals, vor etwas mehr als einem Jahr, war, daß diese neue Verbindung ausschließlich werden würde, sexuell ausschließlich. Dabei liegt es in der Logik ihrer, der Löwin, Begehrensstruktur. Die ich wiederum kannte. Also ahnte ich es nicht, weil ich es ahnen nicht wollte – unfähig nämlich, irgendetwas zu ändern. Erektionen lassen sich nicht erzwingen.
    So lief die neue Verbindung nebenher, schnitt sich aber immer tiefer ins Sein der Löwin ein. Sie wollte darüber mit mir sprechen, mehrmals. Ich hingegen wollte so wenig davon hören wie ging; es hätte mich zu sehr mit meiner Unfähigkeit konfrontiert, der übrigens eine neuen Dichtens parallellief. So wenig ich noch vögeln konnte, um von harter Sexualität zu schweigen, so wenig konnte ich Neues schreiben. Sie können, Freundin, auch sagen: So wenig ich noch Vater werden konnte, so wenig auch Urheber neuer Dichtung. Tatsächlich weiß ich noch jetzt nicht, und bezweifle es sogar, ob ich noch einmal fähig sein werde, etwas anderes zu tun als das, was ich bislang vorgelegt, zu sichern, wohl auch zu überarbeiten, so daß nach meinem Tod wenigstens das erhalten bleiben, gesichert sein wird. Die anderen Projekte – außer vielleicht den schon so weit skizzierten, daß ich sie nur noch ausführen müßte (wozu mir aber der Antrieb gleichfalls fehlt; ich muß ihn mir erzwingen, empfinde es als Fron) – … die anderen Projekte also habe ich imgrunde aufgegeben. Aber egal.

    Nicht egal ist, was dann in Paris geschah, im vergangenen August. Schon da wäre ich fast nicht hingereist. „Ich weiß nicht, ob ich das mit ihnen noch kann”, sagte mir die Löwin in Facetime. In mir war die Rage wieder ausgebrochen, deutete sich jedenfalls an. Ich dachte: Erlösung!, der Bann sei gebrochen. Wirklich, es war, als hätte ich die Lähmung endlich abgeschüttelt. Und bebte vor sexueller Gier. „Aber kein Wort von B.!” forderte ich.
    B., so hatte sie ihren neuen Spielpartner genannt – erst sogar „Brando”, was meinerseits ich als Übergriff empfand, als einen auf eines meiner Idole. Ausgerechnet den so zu nennen! Ich wollte das Bild, das von ihm bei mir hängt (dem Brando in Apokylpse now), von der Wand reißen, hätte einen Teil meiner Jugend damit von der Wand gerissen:


    Die Löwin benannte den Mann sofort um.

    Ich erfüllte mir die Gier, in Paris, kaum daß ich durch die Tür getreten war. Die Löwin „gehorchte”. Ihr Orgasmus war explosiv.
    Ich hatte „Spiele” vorbereitet im Sinn, hatte ein ganz spezielles Geschenk im Sinn.
    Doch es kam nicht zu ihm, nicht zu ihnen. Schon die nächsten Tage wurden ruhig, schon, weil ich mir eine Grippe einfing und sie, meine Löwin, schwer psychosomatisierte. Einen Zusammenhang sah ich noch nicht. Wir feierten, empfand ich, unser Glück an der Seine, saßen am Ufer, sahen zur Notre Dame hinüber. Einen Monat später, sie in Wien und ich in Berlin zurück, nannte sie unser Beisammensein, also das erotische, eine Vergewaltigung. „Sie haben mich”, rief sie in Facetime aus, „vergewaltigt!”
    Nein, hatte ich nicht. Aber sie empfand es so. Weil sie dem anderen nun gehörte, sexuell wohlgemerkt, nicht anders. Sie ist, wie ich oben schrieb, klug geworden und trennt nun die sexuelle Gier von den übrigen seien es liebende, seien es familiäre Zugehörigkeiten. Damit auch von mir. „Ich weiß nicht, ob es jemals wieder möglich werden wird, mich Ihnen hinzugeben. Jetzt jedenfalls kann ich es nicht.” Jetzt ist nur B.
    Das Eisengatter war gefallen.

    Ich weiß es seit zweidrei Monaten. Seither kämpfe ich damit. Vor drei Tagen geschah die Klimax.

    Wir führten, abermals in Facetime, unser ritualisiertes Abendgespräch, das immer sehr innig ist, bei Malt und Cigarillo. Ein Anuf unterbrach das Gespräch, sie ignorierte es erst, aber der Anrufer war hartnäckig, schließlich, anstelle ihn wirklich wegzudrücken, drückte sie mich weg. Rief danach wieder an. „Es war B.”.
    So ist er nun allgegenwärtig, besonders auch deshalb, weil Sexualität der Löwin und mein Grund gewesen sind: meine rechte Hand auf ihrer Taille hatte genügt. Wir hatten uns gerade kennengelernt, sogar ihr Freund war dabeigewesen.
    Spätestens mit diesem Anruf – und der Löwin Unfähigkeit, den Mann um meinetwillen zu ignorieren – war dieser Grund durchgestrichen. Und weil ich, wer sonst so sehr?, genau weiß, was bei solch sexuellen Spielen gespielt wird, stehen mir Bilder und Szenen ungeheuer plastisch vor Augen. Ich wache jetzt nachts von ihnen auf, wenn ich denn vor ihnen überhaupt einschlafen kann. B. ist für mich das Urbild meines Versagens geworden, ja meiner Schande. Dieses Wort, Schande, bezeichnet am genauesten und zugleich bildhaftesten, was dieser Mann für mich ist – überdies, weil er nichts ist als ein Wiener Steuerberater - obendrein so fett, daß es mich ekelt -, verheiratet mit Kindern, völlig gesichert, eine zu mir komplette Gegenfigur. Das hat seine Logik, gar keine Frage, beide, die Löwin wie er, führen nun ein Doppelleben – etwas, das der perversen Bewegung einen, wie ich weiß, noch einmal besonderen Reiz verleiht. Ich könnte die Dynamik ausführen, aber darum geht es jetzt nicht. Sondern es geht darum, daß ich in der Schande nicht leben kann. Wie sehr ich die Löwin auch liebe.

    Es wäre kein Problem für mich oder nur ein recht kleines, hätte sie jemanden anderes als Liebhaber dazu. Sowas halte ich bei Fernbeziehungen für nicht nur normal, sondern vor allem auch für gesund. Also muß man damit umzugehen lernen. „Ich bin nicht auf der Welt, um klein zu sein”, hatte der Löwin Freund, als er von meiner Existenz erfuhr, seinerzeit gesagt. Für diesen Satz achte ich ihn bis heute. Es ist aber ein anderes, ob mir die Löwin etwas grundsätzlich versagt, wenn ich es brauche, es mir versagt, weil es einem anderen vorbehalten ist, der auf diese Weise zum Einzigen wird und damit über mir steht.

    Ich schreibe hier nüchtern, schreibe analysierend, aber ich rase. Nachdem ich dann vorgestern aufwachte, aufschrak, weil mich die Löwin geküßt hatte, im Traum, doch mir mit der Zunge seine, B.s, dieses fetten Steuerberaters... nein, ich sag hier nicht was, in den Mund schob, ich an mich halten mußte, um nicht aufs Klo zu rennen und zu kotzen – nachdem das über mich gekommen war, wußte ich, diese Liebe kann nicht mehr bleiben... oder bleiben, das schon, die Löwin wird für immer zu den wenigen Frauen gehören, die ich „meine” nannte, von jeder steht hier ein Bild, bisweilen sind‛s, etwa von ihr, sogar mehrere Bilder, deren keines, auch für eine neue Frau nicht, ich jemals wegstellen werde... bleiben also schon, wie denn auch anders? aber sie muß sich distanzieren und wird nach einigen Jahren, vor denen eine Phase kompletten Getrenntseins steht (bei लक्ष्मी währte sie fünf), in Freundschaft umgewandelt sein, in eine innige und verläßliche Bindung. Dann wird B., wie ich‛s schon für bald erhoffe, längst gestorben sein. Es stehe, wie ich hörte, um seine Gesundheit nicht zum besten. - Verzeihen Sie mir, Freundin, diesen zynischen Haßausbruch, aber ich fühle jetzt so. Daß er zu allem gar nichts kann, weiß ich ja selbst, siehe oben. Dennoch. Ich kenne mich und weiß, wozu ich fähig werde, sowie die Gewalt der Depression in Tätlichkeit umschlägt – die zwar ein Zeichen neuen Lebens, von Aufleben, ist, aber von furchtbarer Destruktivität. Auch deshalb ist diese Trennung jetzt erfordert, so daß mir nur noch bleiben wird, was eines Dichters immer war: Trauer in Schönheit zu verwandeln. Zwar er selbst hat davon nichts, oder nur wenig, und wird deshalb die nächste Trauer sofort suchen, aber die Welt: Sie wird reicher.

    Gegen die Löwin kein Wort, statt dessen jedes gegen mich. Sie ist nur dem gefolgt, was sie braucht. Als ich ihr sagte, ich würde mich trennen, zerfiel ihr Antlitz. Dieses Bild ihres erschütterten Gesichtes wird mir nun bleiben. Und das der >>>> Geparden im Landhaus, wie sie sich legen. Sowie die Serengeti, in der wir so >>>> oft in Zeiten gewesen, da wir noch Glückliche waren. Um von Paris zu schweigen und einem (untergegangenen) Buch, das dort Haut an Haut entstanden. Es ist imgrunde, um für die Löwin ein letztes Mal dieses Wort zu verwenden, u n s e r e s:



    Ich danke Ihnen, Löwin, für unsere Zeit. Wenn ich richtig rechne, waren es zehn Jahre.
    *
    Was bleibt jetzt zu tun? Es hängen hier noch Kleidungsstücke von ihr. Ich werde sie verpacken und in ihr Daheim schicken müssen, das meines nicht mehr ist; desgleichen ein paar Schuhe, ein paar Kleinigkeiten noch. Es gibt einen Vertrag, den wir einmal schlossen, sowohl ausgedruckt als auch als Datei. Den einen werde ich löschen, den anderen verbrennen; insofern gut, daß ich einen Kohleofen habe. Sie wird einen neuen geschlossen haben, mit B. Ich mag sie ja nicht in rechtliche Probleme bringen, zumal sich ein Steuerberater in denen auskennen wird.
    Er ist mir zuwider.
    Ich werde über diesen Ekel hinwegkommen; dann werden wir, sie und ich, uns auch wieder begegnen können. „Ich will nicht, daß Sie so von ihm sprechen!” Allein dieser Satz zeigt, wie nötig unsere Trennung ist.
    *


    Es sollte ein Waschtag werden, schrieb ich ganz oben. Ich hatte den Rucksack mit dem schmutzigen Zeug schon vollgestopft, war auch schon zum Waschsalon geradelt. Er war zu. Also radelte ich zu dem nächsten mir bekannten. Der war ebenfalls zu. So daß mir nichts andres übrig blieb, als unverrichteter Dinge zurück in die Arbeitswohnung zu radeln. Dort zerrte ich die schmutzigen Sachen aus dem Rucksack wieder raus und plazierte sie unter einem der Regale in der Küche – dort, wo auch die Isomatten liegen und die Tüten für die Reinigung. Dann bereitete ich mir den zweiten Latte macchiato und setzte mich für dieses Abschiedsjournal an den Schreibtisch.
    Wo dieser Tag, der letzte dieses Jahres, dann doch zum Waschtag wurde.

    Es bleibt bei den Zeichen.

    Wär ich die Farbe

    die Deine Lebensjahre dunkelte
    wäre die Hand auf den Strähnen

    schimmernd drängte dein Name darein
    Drohend der Kuß
    da er mich nimmt daheim

    Offen, wieder, das Fleisch
    Zeitvergängnislosigkeit

    Glanshaft, bevor wir sie buken
    als ich die Farbe noch war
    glänzten unermattbar Maronen:

    Lebensseelversprochenheit
    von Kindern, die noch glauben

    dem Währen, weil sie wähnen,
    es heile, was dem fernen Paar
    von früher, da

    im nahen Flur,
    unversehens funkelte


    Ihr
    ANH
    15.44 Uhr

    ]]>
    Sun, 31 Dec 2017 15:16:19 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : = http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/rkgFhb513-I/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/rkgFhb513-I/ pic

    echo : 18.05 UTC – a u g e n b o g e n

    ping

    Der Beitrag = erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

    ]]>
    Sun, 31 Dec 2017 14:26:07 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : waldbus http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/5GrO8LddHLU/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/5GrO8LddHLU/ 9

    delta : 18.01 UTC – Einmal spazierte ich an einem frostigen Tag im Schnee unterm Papierlichthimmel, als ich auf einer Lichtung im Wald stehend im Unterholz einen Bus von gelber Farbe entdeckte. Der Bus war da und dort von Moos bedeckt, auch von Blättern der Buchen, die in seiner Nähe wuchsen. Auf der Haube des Motors lag ein halber Meter Schnee, in der Mitte dieser Mütze von Schnee ein kreisrundes Loch, dessen Rand vereist zu sein schien. In dem Moment als ich mich gerade herumdrehen wollte, um weiterzugehen, beobachtete ich eine Blaumeise, die sich dem Bus näherte, sie verschwand im Schnee. Kurz darauf landeten ein Rotkehlchen sowie ein Dompfaff auf der Motorhaube des Busses und tauchten auf dem selben Wege wie die Blaumeise unter. Ich ging zurück und spähte in das Innere des Busses, ein erstaunlicher Anblick. Es war an einem späten Nachmittag gewesen. – stop
    ping

    Der Beitrag waldbus erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sun, 31 Dec 2017 14:26:06 +0000
    Gleisbauarbeiten : Jahresrückblick 2017 (random) http://gleisbauarbeiten.blogspot.com/2017/12/jahresruckblick-2017-random.html#comment-form http://gleisbauarbeiten.blogspot.com/2017/12/jahresruckblick-2017-random.html#comment-form Reisen
    Das Jahr begannen wir in Paris, kalt und schön. Liefen uns die Hacken ab im Nebel entlang der Seine, stritten uns in La Vilette, als ein Schiff nicht kam, schauten wieder einmal "An American in Paris" ("I got music..."), aßen üppig (Kartoffelbrei mit Käse!) in der "Ambassade d´Auvergne").

    Im April fuhren wir nach Brüssel. Morel fotografierte begeistert brutalistische Bauten und Comic Graffitis. Wir entdeckten das schönste Museum des Jahres, das mim (Museum für Musikinstrumente). Mir tat es die Hardangerfiedel an, ein mittelalterliches norwegisches Musikinstrument, das einer Geige ähnelt. Die alten Musikinstrumente werden im mim nicht nur ausgestellt, sondern man kann sie auch hören, an jedem Ausstellungskasten befinden sich Kopfhörer. Und außerdem natürlich: Rubens, Rubens, Rubens - der einfach der Geilste ist. Punkt. Dass Magritte so ein komischer + glücklicher Mensch gewesen ist, kann man im nach ihm benannten Museum erleben, besonders die Kurzfilme waren für mich neu und sehenswert. Wir tranken Himbeerbier (brr...), aßen Pommes (hmmm...) und fabelhafte Hausmannskost im "Les Brigittines". Bemerkenswertes Dessert: Karamellisierte Auberginen.

    Verregnet war der Sommer an der Ostsee, diesmal in Lübeck-Travemünde. (Morel meint: "Mit einem Rollator hätten wir besser ins Bild gepasst.") Sehenswert: Das Hansemuseum in Lübeck - wenig "echte" Ausstellungstücke, aber abwechslungs- und lehrreich präsentierte Handelsgeschichte. Ebenso spannend: Das Willy-Brandt-Haus, wo der Werdegang dieses mutigen, visionären, irrenden und schwierigen Menschen eindrucksvoll und mit vielen originalen Dokumenten (auch Ton und bewegtes Bild) nachvollzogen wird. (Von den Wahlkampagnen Willy Brandts könnte sich die SPD heutzutage auch strategisch und ästhetisch was abschauen.) In der Villa Mare aßen wir nicht, sondern speisten: U.a. Gänseleber 50 Grad mit Brioche. Großartig!

    Ende des Jahres waren wir zu Besuch bei Mastermind, der in Berlin ein Praktikum absolviert. Wir sahen "Bella Figura", ein Stück von Yasmina Reza, geschrieben für die Schaubühne. Brillante Schauspieler (u.a. Nina Hoss und Mark Waschke). Morel gefielen die existentialistischen Wortwechsel, Mastermind und ich konnten uns für die Figurenkonstellationen nicht erwärmen. Die Ausstellung "China und Ägypten. Wiegen der Welt" offenbarte mir vor allem meine Wissenslücken. Wir aßen zum Abschluss am Gendarmenmarkt im "Lutter und Wegner", Schnitzel halt. Normal, überteuert.

    (Verkehrsmittel: Bahn.)


    Lektüren 2017
    (unerwähnt bleibt alles, was einen Verriss wert wäre, wenn ich Verrisse schriebe)

    Ewald Frie: Die Geschichte der Welt
    Asne Stierstadt: Zwei Schwestern
    fortgesetzt: Emile Zola: Die Rougon-Marquart (z.Zt.: Ein Blatt Liebe)
    Robert Forster: Grant and I
    Edith Wharton: The Gods Arrive
    Ronald Paulson: Sin and evil
    Pierre Bourdieu: Die verborgenen Mechanismen der Macht
    G.R.R.Martin: A song of Ice and Fire
    J.D. Vance: Hillbilly Elegy
    Massum Faryar: Buskashi oder Der Teppich meiner Mutter
    Fatma Aydemir: Ellbogen
    Paul Collier: Exodus. Warum wir Einwanderung neu regeln müssen.
    Didier Eribon: Rückkehr nach Reims
    Sabine Scholl: Die Füchsin spricht
    Lyndal Roper: Luther
    Edith Wharton: Das Haus am Hudson River
    Edith Wharton: Der Prüfstein
    Jasna Zajcek: Kaltland. Unter Syrern und Deutschen
    Elena Ferrante: Die Geschichte der getrennten Wege
    Georgette Heyer: My Lord John
    Hedwig Dohm: Schicksal einer Seele
    Susanne Schröter: Gott näher als der eigenen Halsschlagader
    Nora Bossong: Rotlicht
    Cora Stephan: Ab heute heiße ich Margo
    Alec Ash: Die Einzelkinder
    Jami Attenberg: The Middlesteins
    Elena Ferrante: Die Geschichte eines neuen Namens
    Elena Ferrante: Meine geniale Freundin
    Irene Nemirovsky: Pariser Symphonie
    Samuel Schirmbeck: Der islamische Kreuzzug und der ratlose Westen
    Shumona Sinha: Erschlagt die Armen!
    Barbara Beuys: Helene Scherjbeck. Malerin aus Finnland
    Whit Stillman: Love and Friendship
    Hubert Fichte: Ich beiße dich zum Abschied ganz zart
    Christof Türcke: Lehrerdämmerung
    Bruno Preisendörfer: Als unser Deutsch erfunden wurde
    Francoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten
    Karen Krüger: Eine Reise durch das islamische Deutschland
    Celeste Ng: Everything I never told you
    Emmanuel Carrere: Das Reich Gottes
    Nancy Jo Sales: American Girls. Social media and the secret lives of teenagers
    Christian Rudder: Inside Big Data
    Bettina Stangneth: Böses Denken
    Hillary Mantel: The Assassination of Margret Thatcher
    Thomas Metzinger: Der Ego-Tunnel
    Eva Ladipo: Wende
    Hedwig Dohm: Die Mütter
    Silvia Bovenschen: Sarahs Gesetz
    Flannery O´Connor: The complete stories


    Sonst so
    Die Chiffre "Gott" hat für mich ausgedient. Die Mitgliedschaft in der Kirche wurde beendet. Es war der Abschluss eines Prozesses, der insgesamt ein Jahrzehnt umfasste, mit berufsbegleitenden theologischen Studien, einer vertieften Auseinandersetzung mit den abrahamitischen Religionen, Reflexionen zu meiner protestantischen Erziehung und Prägung, was letztlich - nach einem kurzen Aufflackern des alten "SchuldundSühne-Komplexes" - zu einer wachsenden Resignation gegenüber theologischen Fragestellungen und religiös begründeten Moralvorstellungen führte. Hinzu kam gelegentlich der Ärger über die geistige und geistliche Dürftigkeit des Denkens beim Führungspersonals "meiner" Kirche, z.B. Bedford-Strohm und Käßmann. Ich bleibe - selbstverständlich - "Kulturchristin".


    Ein Jahr beruflicher und gesundheitlicher Krisen war das auch, die einander mindestens beeinflussten, wahrscheinlich verstärkten. Der älter werdende Körper reagiert heftiger auf Infektionen und Entzündungen, alles heilt langsamer und weniger nachhaltig.

    Ich habe hier wenig geschrieben, vor allem, weil es von meiner Seite wenig zu sagen gab, mehr nachzudenken, abzuwägen, in Frage zu stellen. Denn die politischen Krisen der Zeit betrachte ich auch als die meinen, des Denkens und des Versagens jener Gruppierungen, denen ich mich - wie immer lose - zugehörig fühle, des von seinen Gegnern sogenannten "rotgrün-versifften Milieus". Der Aufstieg rechtsnationaler bzw. -radikaler Parteien und Personen, die schwierige und häufig auch scheiternde Integration von Migrantinnen und Migranten, der Umgang mit islamistischen Bestrebungen und islamistischem Terror haben in mir Zweifel an eigenen Überzeugungen und Strategien ausgelöst, anders als ich es in meinem Umfeld beobachte, wo ich einen rechthaberischen Trotz wahrnehme, eine moralisch übersteuerte Dauerempörung, kombiniert mit der Unlust Analysen und Überlegungen auch nur zu lesen, die das eigene Weltbild nicht bestätigen. Ich habe keine Antworten gegenwärtig, nur "random"-Fragen (zusammenhanglos, willkürlich, unausgegoren):
    - Wie die theoretische Fokussierung der Gesellschaftsanalyse auf Diskursanalyse mit der Konjunktur des Postfaktischen zusammenhängt?
    - Ob es eine neue Balance der Analyse von Symbolik und Materie braucht, eine Anstrengung von Natur- und Geisteswissenschaft, sich gegenseitig wieder stärker wahrzunehmen und auszutauschen?
    - Wie sehr "Intersektionalität" als Analyse- und Kampagneninstrument zu einer gefährlichen, Individuen und Individualität gefährdenden, "Identitätspolitik" beiträgt?
    - Wieso Teile der feministischen Bewegung Politik für und von Frauen als Teil von Minderheitenpolitiken ansehen und in diese integrieren bzw. diesen unterordnen wollen? (Was teilweise m.E. zu unerträglichen Allianzen mit Israelfeindinnen oder zur unreflektierten Befürwortung der Einwanderung überwiegend junger Männer oder zur Begeisterung für "Modest Fashion" etc.pp. führt) und: Wie dagegen zu argumentieren und zu handeln ist, d.h. auch: welche Allianzen noch möglich sind, welche gebrochen werden müssen?
    - Inwiefern eine Kritik des Subjektivismus Verantwortungslosigkeit befördert hat?

    Das ist alles - selbst in Frageform - noch sehr vage formuliert.

    Am Ende dieses Jahres fühle ich mich so unsicher in meinen Überzeugungen und Haltungen wie zu Beginn. Aber sicherer darin, diese Verunsicherung fruchtbar machen zu können, langfristig.

    Amazing und Mastermind, unsere Söhne, deren Erwachsenwerden in diesem Blog auch begleitet wurde, haben am Ende dieses Jahres ein 1. Staatsexamen in Jura bzw. einen Bachelor-Abschluss in Psychologie erfolgreich bestanden. Das macht mich froh und stolz. Mastermind wird seine Studien fortsetzen, Amazing ist in unsere Nachbarschaft gezogen (und damit auch zurück in seine Geburtsstadt) und wird sein Referendariat aufnehmen.

    Ich schreibe wieder, bald vielleicht auch hier. Keine politischen Essays wahrscheinlich, sondern literarische Experimente. Ich schließe nichts ab und nichts aus. Ich lerne.

    Offenbach, Alter Friedhof, Herbst 2017

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    Sun, 31 Dec 2017 14:20:00 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : montauk http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/htuimFtnuLA/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/htuimFtnuLA/ picping

    MELDUNG. Montauk, Point Lighthouse, 5. Etage, steinernes Zimmer : Kirsche No 378 [ Marmor, Makrana : 2.55 Gramm ] vollendet. – stop

    ping

    Der Beitrag montauk erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sun, 31 Dec 2017 13:31:21 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : von den wörtern http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/v1tjqmVbZno/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/v1tjqmVbZno/ 9

    marimba : 14.14 UTC – Mit den Menschen verschwinden ihre Schriften. Manchmal verschwinden Schriften vor den Menschen. Es ist dann, wenn man sich nicht länger vorstellen kann, die Hände der Menschen würden sich je noch einmal derart bewegen, dass Buchstaben auf einem Blatt Papier sichtbar werden. Aber die Wörter, die nicht mehr geschrieben werden, könnten noch einmal formuliert worden sein, leuchtende Wörter wie das Wort Apfelstrudel. – stop

    Der Beitrag von den wörtern erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sun, 31 Dec 2017 13:31:20 +0000
    Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Auf die Liebe. http://taintedtalents.twoday.net/stories/auf-die-liebe/ http://taintedtalents.twoday.net/stories/auf-die-liebe/




    Frohes Neues Jahr, allerseits!
    Phyllis ]]>
    Sun, 31 Dec 2017 12:50:00 +0000
    rheinsein : Presserückschau (Dezember 2017) http://rheinsein.de/2017/12/31/presserueckschau-dezember-2017/ http://rheinsein.de/2017/12/31/presserueckschau-dezember-2017/ 1
    Faule Vögel
    “Schon die Kraniche hatten sich in diesem Herbst viel Zeit gelassen. Die Zugunruhe, in die sich die Vögel hineinsteigern, wenn sie sich in Massen sammeln und die sich natürlich durch den Futterdruck verstärkt, wenn zu viele Schnäbel an der gleiche Stellen nach Nahrung suchen, hat auch einen Temperaturregler. Der Thermostat klemmt, und die Vögel sind sich unschlüssig. Statt mit einem großen Startschuss gemeinsam in gewaltigen Formationen aufzubrechen, die uns am Boden staunen lassen, tröpfeln sie in kleineren Marschkolonnen über Land. Da kommt auch beim Beobachter nicht das typische Fernweh und die Herbstwehmut auf, die die „Schneegänse“ früher auslösten. (…) Am Niederrhein überwintern vor allem die Blässgänse, die in der europäischen und sibirischen Tundra brüten. Die auch bei uns als Brutvogel eingesessenen Graugänse hingegen, die früher an den Guadalquivir, nach Tunesien oder Algerien verzogen, machen jetzt gerade noch die Tour bis Holland. Die Saatgans macht schon Pause an der Ostseeküste, verstärkt aber auch die großen Winterpopulationen in Holland und am Niederrhein. Man merkt an dieser Aufstellung schon, dass man bei uns eigentlich nur mit der Graugans rechnen kann, und die ist zugfaul geworden.”
    (Kölner Stadt-Anzeiger)

    2
    Schiffsunfall
    “Auf dem Rhein bei Duisburg hat ein Hotelschiff eine Autobahnbrücke gerammt. Fast 30 Menschen wurden verletzt (…). Während des zunächst unübersichtlichen Großeinsatzes hatte es zuvor unterschiedliche Angaben über die Zahl der Verletzten gegeben. (…) Die 129 Menschen an Bord des Hotelschiffs „Swiss Crystal“ stammten (…) mehrheitlich aus Benelux-Staaten. Demnach war das Schiff in Richtung Niederlande unterwegs. (…) Das Schiff wurde bei dem Aufprall am Bug beschädigt. Ein zweites Passagierschiff kam der havarierten „Swiss Crystal“ zu Hilfe und nahm die 26 Besatzungsmitglieder und 103 Passagiere an Bord. Der Unfall sei angesichts der vielen Menschen an Bord vergleichsweise glimpflich ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher in Duisburg.” (Handelsblatt)

    3
    50 Jahre San Bernardino-Tunnel
    “Vor fünfzig Jahren wurde der San-Bernardino-Tunnel eröffnet. Es war damals mit 6,6 km der längste Tunnel durch die Alpen. Er veränderte das Leben im Dorf Hinterrhein nachhaltig. (…) Augenzeugen erinnern sich an die siebenjährige Bauzeit und daran, wie das Verkehrsaufkommen ständig zugenommen hat. (…) Auch das Postauto verkehrte nun häufiger, und so war es möglich, mal nach Thusis zum Einkaufen oder nach Bellinzona in den Ausgang zu gehen oder im Nachbartal eine Lehre zu machen. (…) Doch schon nach wenigen Jahren wich die Begeisterung der Ernüchterung. Die Autobahn brachte nämlich auch viel Lärm und Gestank. Die meisten Reisenden brausten an den Dörfern vorbei auf dem Weg ins Tessin oder ans Mittelmeer. Besonders in Hinterrhein erfüllte sich die Hoffnung auf eine neue goldene Ära des Tourismus nicht. Denn dort führt die Autobahn unmittelbar am Dorf vorbei. Wer mit offenem Fenster schlafen will, braucht Ohrstöpsel. Das Bild des idyllischen Bergdorfs ging so verloren.” (SRF)

    4
    Rheinwald
    “Per 1. Januar 2019 werden die Gemeinden Hinterrhein, Nufenen und Splügen eine neue Gemeinde mit dem Namen Rheinwald bilden. An den (…) in den Gemeinden Hinterrhein, Nufenen und Splügen gleichzeitig stattfindenden Gemeindeversammlungen sagten die Stimmbürger sämtlicher drei Gemeinden Ja zur Fusion. Während in Hinterrhein 31 für und 7 Stimmberechtigte, bei einer Enthaltung, gegen den Zusammenschluss votierten, sagten in Splügen 70 Ja und nur zwei Nein. Sogar die mit Spannung erwartete Zitterpartie in Nufenen blieb aus, obwohl der Gemeindevorstand sich im Vorfeld der Abstimmung gegen eine Fusion starkgemacht hatte und in der Botschaft der Bevölkerung ein Nein zum gemeinsamen Weg empfahl. Nichtsdestotrotz sagte dennoch die Mehrheit der Nufner, nämlich 39:21, Ja zur Gemeinde Rheinwald.” (Südostschweiz)

    5
    Das einzige Dreiländer-Tram der Welt
    “Alles ging schnell an der Landesgrenze (…): Der Basler Baudirektor (…) und weitere Honoratioren durchschnitten das obligate blaue Band. Nebenan hinter Gittern schwenkten ein paar elsässische Autonomisten von “Unser Land” rot-weisse Fahnen; ein Transparent hiess “Willkomma em Elsass”. Und dann ging’s in drei Sonder-Trams über das jungfräuliche Schienenpaar auf Elsässer Boden weiter: Vorbei am sanften Schutzwall zur Reha-Klinik, wo auch Wachkoma-Patienten liegen, einer EBM-Energiezentrale, dem Lycée Jean Mermoz in eleganten Winkeln bis zum Bahnhof der Stadt St-Louis. Knallkörper, leuchtende Raketen, ein poetisches Stelzenballet grüssten die rund 300 Offiziellen, die bei der Einfahrt auf den Bahnhofplatz, wo sich die Wendeschlaufe befindet, von zahlreichen nostalgisch kostümierten Passanten und einer Seifenblasen-Kanone empfangen wurden.” (Onlinereports)

    6
    Gänseprobleme
    “Im Zusammenhang mit den Gänseproblemen an Rhein und Neckar haben sich jetzt auf Einladung der Stadt Ladenburg (…) Vertreter betroffener Gemeinden und beteiligter Behörden zu einem Informationsaustausch getroffen. (…) Auslöser der Problematik in Ladenburg, Hemsbach sowie in zahlreichen weiteren Städten und Gemeinden, ist eine Zunahme der Populationen invasiver Nil- und Kanadagänse und damit einhergehend eine Verkotung der Sport- und Freizeitanlagen sowie Fraßschäden auf landwirtschaftlichen Flächen mit zum Teil erheblichen finanziellen Auswirkungen. Dazu kommt noch die Verdrängung heimischer Wasservögel.” (Rhein-Neckar-Zeitung)

    7
    Echte Seilbahn
    “Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hat sich für eine Seilbahn zwischen Altstadt und Messe ausgesprochen. Ihr würde es gefallen, „wenn wir eine echte Seilbahn über den Rhein bauen würden“, sagte Reker (…). Neben einer weiteren Gondel-Strecke sei auch eine Fußgängerbrücke über den Rhein im Gespräch. Zwischen dem Kölner Zoo und dem Rheinpark auf der gegenüberliegenden Flussseite gibt es bereits eine Seilbahn. Im Sommer hatte sich dort eine Gondel verkeilt. 65 Menschen musste von Höhenrettern aus den stillstehenden Kabinen geholt werden. Seitdem ist die Seilbahn außer Betrieb.” (General-Anzeiger)

    8
    Ali-Kurt-Weg
    “Die Tat ist unvergessen. Sie war heldenhaft und endete tragisch. Mit letzter Kraft versuchte Familienvater Ali Kurt (47) die damals sechsjährige Claudette aus dem Rhein zu ziehen (…) – dafür bezahlte der Familienvater mit seinem eigenen Leben. Jetzt erinnert eine Straße, die zum Rheinufer führt, an das Drama und den selbstlosen Kölner, Vater von drei Kindern. (…) Fast vier Jahre nach dem tödlichen Drama, das gleich zwei Familien ins Unglück stürzte, wurde nun ein Teil der Wiesdorfer Straße zu seinen Ehren in „Ali-Kurt-Weg“ umbenannt.” (Express)

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    Sun, 31 Dec 2017 09:10:27 +0000
    isla volante : 24. geklärt http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/LWfRtvwrgtw/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/LWfRtvwrgtw/

    zum glück ist alles geklärt!
    alles?
    oh.

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    Sun, 31 Dec 2017 07:00:13 +0000
    litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-12-30 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-12-30/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-12-30/
  • Die Dschungel. Anderswelt. : III, 353 – Himmel : graublau mit Halbmondpuppe im Gewölk https://t.co/y8OK8rVo3R 2017-12-30
  • der goldene fisch : Christine Kappe : Bach würde zu ihr passen https://t.co/0zWZpWHZnL 2017-12-30
  • tempo.fugato : 47/17 – …zwischenzeitlich… https://t.co/fkm9VGGEY8 https://t.co/7MfKvCkDpQ 2017-12-30
  • taberna kritika – kleine formen : tracks 2017 (2) https://t.co/MwCmcIsUMY https://t.co/xYSzvwY1sk 2017-12-30
  • taberna kritika – kleine formen : titel 2017 https://t.co/UhwaLS869D https://t.co/PDFjbA6Tyz 2017-12-30
  • taberna kritika – kleine formen : F:hoerspiele 2017 https://t.co/rFZhSfc2u5 https://t.co/SHsPQg9G5t 2017-12-30
  • isla volante : 23. aufräumen https://t.co/N4CxSFGG84 https://t.co/9EDy3f7fIO 2017-12-30
  • Postkultur : Zwetajewa — Majakowski https://t.co/DZLvgpwm3O https://t.co/m4WLy5KxAN 2017-12-29
  • Postkultur : Zitieren https://t.co/Je48kXBBLW https://t.co/KEcanH1Cu4 2017-12-29
  • Postkultur : Die Tage nach Pound — Eine Erinnerung https://t.co/75defYxfnx https://t.co/BujQLEuCnh 2017-12-29
  • der goldene fisch : Mirko Bonné : Wulin https://t.co/xZwPzx0jIk 2017-12-29
  • Die Dschungel. Anderswelt. : Suizide aus Leid: Dem nächsten Jahr ein Herz Sonne entgegen. Das Arbeitsjournal des…… https://t.co/33UflIznEd 2017-12-29
  • isla volante : 22. zuviel https://t.co/1LYDw0JUp2 https://t.co/oTLKQQUko9 2017-12-29
  • tempo.fugato : 46/17- …zwischenzeitlich… https://t.co/JRIHqJxDu9 https://t.co/KqkLKzTgNK 2017-12-28
  • tempo.fugato : 45/17 – …zwischenzeitlich… https://t.co/m1twMT7i9b https://t.co/kDr3GFmE8T 2017-12-28
  • glumm : Raunacht https://t.co/jHLvnfB0RQ https://t.co/ju4Z7tuqXX 2017-12-28
  • der goldene fisch : Thorsten Krämer : I remember Finnentrop https://t.co/jFSy2OV4Gq 2017-12-28
  • isla volante : 21. nachher ist vorher https://t.co/CQuZgt7qkK https://t.co/OIjci3NAQs 2017-12-28
  • isla volante : ein pflaumenbaum, eine wolke und eine torte https://t.co/BTdkCMu1Dl https://t.co/fdV8wvSE25 2017-12-27
  • rheinsein : Köln (von Rose Ausländer) https://t.co/Ob3hQPv99y 2017-12-27
  • rheinsein : Rheinische Dinge und Biernamen https://t.co/EtEoUuarqR 2017-12-27
  • rheinsein : Loreley (von Paul van Ostaijen) https://t.co/I2CJ4WQsq7 2017-12-27
  • rheinsein : speak white https://t.co/vBHPZw1cS5 2017-12-27
  • rheinsein : Kölner Dom (7) https://t.co/M9YsxbuCjt https://t.co/XE1T8ezxNb 2017-12-27
  • rheinsein : Hans-Jürgen Rösner fährt durch Köln https://t.co/1d3HRc8kcF 2017-12-27
  • rheinsein : Die alten bösen Lieder https://t.co/nchJMQWqKm 2017-12-27
  • andreas louis seyerlein : particles : neufundland 08.10.12 uhr : zimt https://t.co/ZFYPqG3ABs https://t.co/Dv9HbuTLGl 2017-12-26
  • Die Dschungel. Anderswelt. : III, 352 – Absolute Stille https://t.co/qgPuOOh37T 2017-12-26
  • Postkultur : Roman https://t.co/HhWJFeO64m https://t.co/D0T0UEdeTF 2017-12-26
  • isla volante : 20. nicht denken https://t.co/mtNb8aO6sq https://t.co/1MoCHZyTZa 2017-12-26
  • Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Das Weihnachtskegeln https://t.co/H3pTOZrt9Q 2017-12-25
  • Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Das Weihnachtskegeln https://t.co/fxunNgobNl 2017-12-25
  • Die Dschungel. Anderswelt. : Heiligabend/Lichtfest 2017 https://t.co/fBfuunOMwP https://t.co/YHk3pCuqit 2017-12-25
  • isla volante : 19. verloren im detail https://t.co/NmOWNI09zK https://t.co/9PVpX5KpFt 2017-12-25
  • der goldene fisch : Tobias Schoofs : SPESSART https://t.co/Rt7xmp7Ji9 2017-12-24
  • isla volante : 18. eine idee https://t.co/Dy5zZ3QVDE https://t.co/97PI6W21dT 2017-12-24
  • https://t.co/JU4nHY8Nqo – Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-12-23 https://t.co/5D38kjLAoh https://t.co/dzEmKOXhhC 2017-12-24
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    Sat, 30 Dec 2017 23:23:51 +0000
    tempo.fugato : 48/17- …zwischenzeitlich… http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/4817-zwischenzeitlich/ http://mariannebuettiker.ch/tempo-fugato/4817-zwischenzeitlich/ Wie weit ist Wirklichkeit?

    Passagen: aus dem Projekt -tide- eine Rauminstallation: II

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    Sat, 30 Dec 2017 22:54:30 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. : III, 353 - Himmel : graublau mit Halbmondpuppe im Gewölk http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-353-himmel-graublau-mit-halbmondpuppe-im-gewoelk/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-353-himmel-graublau-mit-halbmondpuppe-im-gewoelk/ Eigene Vergangenheiten sind immer etwas Gestriges, anders als andere Vergangenheiten, die durchaus aktuell werden können. Denn Eines ist es, meinetwegen den Karl Kraus des Jahres 1899, wie jetzt, zu lesen, ein Anderes, sein eigenes, vom damaligen Jetzt infiziertes Schreiben von vor 13 und mehr Jahren zu sichten. Man begreift nur, daß es gut gewesen, es getan zu haben. Ich warte bei der Durchsicht nur noch darauf, daß es über das Jeweilige Jetzt hinausgeht. Die ersten fünf Monate Blog (einfach unten auf Bruno Lampe klicken) haben’s noch nicht wirklich drin.
    Ich fürchte aber, daß das wieder versanden wird, wenn der normale Trott wieder kommt mit seiner Brotarbeit. Wie schon geschehen mit der Durchsicht meiner Tagebücher, die im ‘August-Urlaub’ begann.
    Immerhin, ich schlaf’ bis in die Puppen. Für diese Puppen gilt nicht >>> “La puppet qui fait non”. Pas des puppets. Nur zuweilen in der Vorstellung. Je nun, ich komme direkt aus den Seiten, auf denen der eine Carlo bei Pasolini, der sich ein paar Seiten vorher stracks in eine Frau verwandelt, nachdem er am Bahnhof Termini im Jahr 1969 junge, über ihre Körper beschriebene Arbeiter auf Lastwagen hat vorbeifahren sehen, die ein rotes Tuch um den Hals trugen und Partisanengesänge von sich gaben, jungen Heranwachsenden auf einer Wiese bei Rom reihenweise seinen Mund darbietet und dabei minutiös das jeweilige Geschlecht und die Art beschreibt, wie jeweils die Schüchternheit zum Ausdruck kommt und überwunden wird.
    Mit Batailles ‘Ciel bleu’, den ich heute ausgelesen, konnte ich weniger anfangen. Morbide Schmerz- und Krankheitszustände, viele Tränen, am Ende eine furiose Vereinigung im Schlamm bei Trier am Rande eines Abgrunds, der wie mit Sternen von den Lichtern eines Friedhofs besät ist, der am Grunde des Abgrunds liegt. Vom Alkohol ganz zu schweigen. Von London geht es in ein Wien, in dem gerade Dollfuß ermordet wurde, in ein Barcelona, wo sich Bürgerkrieg ankündigt und ausbricht, um zu enden in Frankfurt und mit dem faszinierten Anhören von Hitler-Pimpfen, die vor dem Bahnhof trommeln und pfeifen. Und damit alles schon vorwegnehmen.
    Vorgestern lud mich die Ex-Schwägerin zum Mittagessen ein. Weihnachten geht das immer schlecht, da kommt nämlich an Heiligabend die Ex zur ihr, und sie mit den Neffen ist dann am Weihnachtstag bei der Ex. Immerhin kam mich am Tag davor der eine Neffe (was man so Nenn-Neffe und Nenn-Onkel nennt) vorbei: Gute Wünsche und Erkundigung nach meinem Ergehen.
    Die Ex-Schwägerin hatte während des Films ‘Cuori puri’, den ich jüngst erwähnte und verärgert verlassen hatte, neben mir gesessen. Erzählte mir dann die zweite Hälfte des Films: da die kirchlich angehauchte Mutter des Mädchens dito auf Keuschheit vor der Ehe versessen war (sie mit ihr sogar zum Gynäkologen gegangen, um sich ein intaktes Hymen bestätigten zu lassen), hatte das Mädchen ein Problem, weil der Freund eben doch wollte. Und sie dann nur auf sich selbst horchte, passierte es halt. Wie es aber der Mutter beibringen? Bis ihr dann einfiel zu sagen, einer der Zigeuner habe sie vergewaltigt.
    Meine “hm’s” blieben. Was klagt ein solcher Film an? Die Rückständigkeit der Italiener? Die falsche Humanität den Zigeunern gegenüber? Die Probleme, sich mit irgendwas über Wasser zu halten? Also eher ein essayistischer Film, der hier ein Stückchen, da ein Stückchen anschneidet, ohne auf den Punkt zu kommen? Daß das Leben eine Heuchelei. Und Altruismus, wie er betrieben wird, mitnichten auf Menschenliebe basiert, sondern immer nur sich selbst feiert. Denn anders wäre es wohl nicht möglich, einen Zigeuner anzuklagen für das, was einem als Schuldempfindung eingeimpft wurde. Der Zigeuner ist der, der auf einer niedrigeren Stufe steht. Dem so etwas zuzutrauen ist.
    An den bemerkte ich unwillkürlich eine Art Wachstum. Wie das? Ich fragte danach, da sie ja nun aus dem Wachstumsalter heraus sind. Die Oberkörper irgendwie mächtiger. Kunststück: Fitness-Center. Gewichte stemmen. Tatsächlich fragte mich der mich besuchende Neffe, ob ich nicht Gefallen daran finden könne, mich körperlich zu betätigen. Ich zuckte aber nur mit meinen schmächtigen Achseln. Nicht unbedingt. Und dachte an das Schieben des Rasenmähers damals auf dem Lande und wie ich ihn bergauf stemmte und bergab zu halten versuchte.
    Am selben Tag, als der Neffe kam, es war schon dunkel, kam der >>> Schönwetterbauer, mein hiesiger Vormieter (einst nannte ich ihn im Tagebuch als MM oder apostrophierte ihn als ‘Gärtner’), vorbei mit seiner neuen Frau, einer Japanerin. Er sagte, ich solle mal “Menschen und Märkte” in die Suchmaske eingeben. Ich tat’s. Nehme an, daß ich morgen dann den Sylvesterabend bei Tullia verbringen werde, wo die beiden untergebracht sind. Er verhieß eine Carbonara. Binnich, als Carbonara-Experte, kritik-süchtig allerdings gespannt.
    Guten Rutsch!

    Am Ende der schneeweißen neuen Brücke über den Tiber,
    fertig gebaut von den Katholiken, um die Faschisten nicht Lügen zu strafen,
    zwischen Friesen, Säulenstümpfen, falschen Fragmenten, unechten Ruinen
    eine Gruppe von Frauen, die in der Sonne auf Kunden wartete.
    Darunter auch Franca, eine, die aus Viterbo hierher gekommen war,
    ein Mädchen, aber schon Mutter, die war am schnellsten:
    lief rufend zur Tür meines Autos
    so selbstsicher, daß ich sie nicht mehr enttäuschen konnte:
    stieg ein, machte es sich bequem, fröhlich wie ein Junge,
    und führte mich Richtung Via Cassia: bogen dann ab und
    fuhren auf einer verlassenen Straße unter der Sonne
    zwischen Gipsbaustellen und tripolitanischen Häuschen
    und gelangten zu ihrem Platz: eine kleine Wiese
    unterhalb einer Anhöhe mit Moosflechten und Grotten.
    Ein altes braunes Pferd weiter hinten im feuchten Gras,
    ein leeres Auto inmitten der Büsche
    und nicht weit : hier und dort das Echo festlicher Böller:
    rings herum war es voller Paare, junge und arme Leute.
    In jenen Tagen waren mein Leben, meine Arbeit angefüllt,
    keine Unausgeglichenheit, keine Angst bedrohte mich:
    jahrelang war ich vorangekommen, zunächst durch die Gnade des Körpers,
    - Sanftmut, Gesundheit und Begeisterung, die mir die Geburt gab,
    dann durch ein Licht des Denkens, wenngleich noch unsicher,
    - Liebe, Kraft und Bewußtsein, die ich mir im Leben erwarb.
    Und doch, erstes und einziges ungeborenes Kind, es schmerzt mich nicht,
    daß du niemals hier sein kannst, auf dieser Welt.

    Pier Paolo Pasolini, A un figlio non nato


    Von >>>>hier

    III,352 <<<<
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    Sat, 30 Dec 2017 18:44:06 +0000