litblogs.net aktuell http://www.litblogs.net/?bdprssfeed=1 BDP RSS Aggregator version 0.6.1 Glumm : Bürgermeisterin rettet Küken https://glumm.wordpress.com/2017/11/20/danke-dasein-danke/ https://glumm.wordpress.com/2017/11/20/danke-dasein-danke/ ]]> Mon, 20 Nov 2017 08:27:53 +0000 Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Die Adler fliegen durchs Arbeitsjournal des Montags, den 20. November 2017, in der... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/die-adler-fliegen-durchs-arbeitsjournal-des-montags-den-20-november-20/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/die-adler-fliegen-durchs-arbeitsjournal-des-montags-den-20-november-20/ [Arbeitsjournal, 7.20 Uhr
Krähen krächzen unter dem Dach,
das keines Himmel jemals gewesen]

An, liebste Freundin, >>>Parallalie, soeben geschrieben und mit fast der Geschwindkeit des Lichtes gegen Novembers Lichtnot verschickt:
>>>> Toller Text Bruno Lampes heute morgen (also gestern nacht) - er hat mich sofort entzündet, so daß ich eben >>>> ein Kommentarchen schrieb, das Michele Malaise (was ein Name!) über Paul und Kleist auf einer Brücke Gottfried Kellers mittemang, wie der Berliner sagt, und auch die Berlinerin tut es, mit Der Dschungel verbindet, der schließlich Rudyard Kipling ihren Namen, jedenfalls Teilnamen, gab. Dabei sah ich, daß der amerinische Schulze >>>> mit Ibn Hamdîs sehr weit gedieh; ich weiß gar nicht, wie nun dort noch Anschluß finden. Vielleicht geht es darum aber auch gar nicht. Sondern Ideen drängen gleichwie in ihre Vollendung, die eben des Körpers bedarf als eines Objektes (!), und sei es ein Buch. Der reine Text ist bei Gott, also nicht, der Körper bei den Menschen (den Tieren, den Pflanzen, der Erde).
Ich bin und bleibe Pantheist. Die Urheberschaft ist beliebig. „Und da begriff ich es: Alles Sprechen oder Schreiben ist nur ein vergeblicher Versuch, eine Leere zu füllen, die unerschöpflich ist, der Versuch” - was jetzt folgt, ist der Titel >>>> Morgeneckers heute: - „einen See zuzuschaufeln, dessen Grund unausgelotet bleibt.”
Ein Pantheist wird notwendigerweise Sexist sein, auch weil er zwar vielleicht Götter, nicht aber EInen GOtt hat; so wurde auch Aragon >>>> die Stadt Paris zum Land und mancher Laden zum stehenden See, in dem sich die „Spazierstöcke sanft hin und her wie See­gras” wiegen:


Aus jeder Mietshauswandnische hör ich Kobolde wispern und das rhythmische Trapptrapp von hohen, hohen Elbenpumps, wenn, zu Villanellen, die Rundtänze einstudiert werden, auf die schließlich Entgrenzung folgt. Überall Schwänzchen, meine Güte, überall zuckende Mös‛chen: les grottes sont les moniches de l‛ombre, et j‛y jouis So wieder Aragon, genau s o sah ich gestern, in einem Nachflug meines Vorgesterns Schweifens, eine glückhaft lüsterne Frau, die versank und auftauchte und wieder versank, es gab keinen Halt mehr außer den Händen, die sie hoben und drehten. Ah ihr Gesicht! (Es ist immer das Gesicht). Keine Lust ist als Erfüllung, wo nicht die ihre.
(...) c‛est la vie qui fait apparaître ici cette divinité poétique à coté de laquelle milles gents passeront sans rien voir, et qui, tout d‛un coup, devient sensible, et terriblement hantante, pour ceux qui l‛ont une fois maladroitment perçue. „... die sie dummerweise einmal wahrgenommen haben” und kosteten von dieser, Freundin, Mütter Kuchen. - „Mütter” ist eine Allegorie, geschlechtlich bis ins Mark und also ebenfalls sexistisch.

Wetterwechsel, mein Ofen stinkt; wahrscheinlich muß ich auch nur den blechernen Aschekasten leeren.
Soeben getan, 9.01 Uhr.
Der Himmel hißt die Sonne. Verhaltener Jubel des endlich gewordenen Tages.
Zweiter Latte macchiato.
Erster Morgencigarillo, bei dem es erstmal bleiben muß: Mein Vorrat hat sich erschöpft. So werde ich nachher hinaus -

- wenn der erste Arbeitsgang erfüllt ist. Die Contessa schrieb mir gestern zur Nacht: „Du gehörst zu mir. Das steht fest.” Und ich gehöre zu meiner Familie, zu लक्ष्मी, dem Sohn und den Zwillingskindern, gehöre desgleichen zur Löwin – und Ihnen, Freundin, gehöre ich auch. Unsere Vorstellung von, sagte ich gestern dem nun Warschauer Freund, einer Familie, einer Frau, einem Mann ist verderblich und falsch, weil monotheistisch zutiefst. Sollst keinen haben neben mir: Ach, verehrteste Freundin, was haben wir noch zu lernen!

Ihr
heute Pan

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Mon, 20 Nov 2017 08:14:01 +0000
isla volante kunstprojekt : gipfel http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ySewJZ1mGkE/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ySewJZ1mGkE/

der kobboi hat es tatsächlich geschafft.
frische gipeli und kaffee, und alles ist gut.
war doch gar nicht so schwer, aber dass er jahre vergingen, vom ersten gedanken, bis zur ausführeung, dass verschwieg er.
katharina vasces muss, das buch für eine weile weglegen.

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Mon, 20 Nov 2017 07:00:31 +0000
rheinsein : Zen http://rheinsein.de/2017/11/20/zen/ http://rheinsein.de/2017/11/20/zen/ “Wenn der Wind günstig steht an einem klaren Herbsttag, und das stete Rauschen des Autostroms wie auch das Tuckern der Rheinschiffe für einige Zeit zum Verstummen kommt, kann ich, wenn ich auf die Terrasse trete, das Geräusch der Blätter hören, wie sie auf Gras und Granit niederfallen. Das ist dann wie Zen, ein wenig traurig, ein wenig zum Kotzen.” (Martin Knepper)

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Mon, 20 Nov 2017 06:45:18 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 20. 11. 2017. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-20-11-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-20-11-2017/
6.05 Uhr
Aufstehen, Latte macchiato, DTs etc.
Die Dschungel:
Morgenlektüre Ecker, DTs, Arbeitsjournal, Bruno Lampe
Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.

8.05 – 13 Uhr
Contessa-Arbeit:
„Familienbuch”, Transkription der Interviews, ab 03.55.14

13 – 14 Uhr
Mittagsschlaf

14 – 21 Uhr
Thetis-Überarbeitung (34 S. ab TS 390)

ab 21 Uhr
Lektüren, Béart, offen

Dazwischen
Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.),
Einkaufen, Lektüren

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Mon, 20 Nov 2017 06:22:18 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 343 - Ka http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-343-ka/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-343-ka/ Um diese Zeit gibt es normalerweise keinen Insektenverkehr mehr, also etwa Brummfliegen, Bienen, Wespen, die sich an Fensterscheiben fast schon zerschmettern, hinter denen Sonnenlicht lockt, um sich in es als Freie zu begeben. Es geschah jetzt aber vor wenigen Minuten, daß etwas Käferbeiniges auf der Seite mit der peruanischen Hochzeit (sie 42, er 39, beide geschieden) sich krabbelnd zeigte. Zweimal überlebte es meinen Finger, nach dem dritten Mal blieb es neben dem Wort “decalcomania” liegen. Abziehbild. Obwohl wahrscheinlich Kopien gemeint sind. Mein steinernes Herz.
Wie es ja auch die Herzskarabäen sind, nämlich aus Stein bzw. bestenfalls aus grünem Jaspis. Und so liegt er nun, allerdings ziemlich ungrün, da bis wahrscheinlich morgen früh, denn ich bin umgezogen into the livingroom. Wenn ich den Rest der peruanischen Hochzeit amtlich ins Reine bringen muß.
Weg von dem Toten, das mich an meinen Tötefinger gemahnen könnte. O, ich begrub auch mal feierlich Marienkäfer als Kind, die durch mich ein solches Begräbnis erforderlich machten. Denn:
En général, on réserve le nom de scarabées de coeur aux gros scarabées porteurs du chapitre XXX B ou XXX (gemeint ist das ägyptische Totenbuch), adjurant le coeur de ne pas se montrer hostile envers le défunt lors de la psychostasie, et qui étaient placés plus ou moins dans la région cardiaque de la momie. Michel Malaise, Les scarabées de coeur dans l’Egypte ancienne (Bruxelles 1978).
Sterben sei schließlich nicht verboten, schrieb ich neulich, bevor mir die hawaiianische Hauptinsel auf dem Unterarm (ich schrieb neulich über diese dort sich insular gebärdenden Flecken) unversehens durch das zufällige Berühren einer Kruste eine Blutlava bescherte, “das Ziel schon ins Auge fassend, das Allem was Leben athmet gesteckt ist” (Kleist, Zweikampf). Nichts hatte darauf hingedeutet, denn aus der Wäsche gucken sonst nur Hände, Kopf und Füße (je nun gelegentlich auch die Beine und auch sonst die restliche Landkarte, aber vieles Reisen macht mich eigentlich überdrüssig).
Ich klebte drei Pflaster darauf, wand einen Seidenschal darum, den Ihre Hand mir mal beschert, aber so altherrlich aussieht, daß ich ihn fast nie meinem Hals anvertraut. Seitdem schläft er wie der Vesuv, den ungern ich weckte.
Denn Reisefaule unterliegen leicht den Vulkanen, die über ihnen sich erheben wie Finger, die einem Käferlein “durch einen voreiligen Sterb” (Jean Paul, Nachlese - Saturnalien) den Garaus machen. Es erfuhren so etwas die Pompejaner.
Auch fast so, wie das Heben und Senken der Finger auf der Tastatur, um in der Übersetzung den Originaltext mählich sterben zu lassen. Im Grunde versuchen wir immer, etwas totzuschlagen, und sei’s die Zeit. Somit wären auch für die Zeit Herzskarabäen vonnöten, um ihr zu zeigen, man sei ihr, der toten Zeit, nicht böse.
Was aber auch hieße, man könne durchaus der lebenden Zeit und überhaupt den Lebenden böse sein. Tatsächlich glaube ich, gestern lächelnd böse gewesen zu sein. Sogar zweimal. Weil ich etwas abwegig auf Einladungen reagierte, die eine für eine Ausstellung von Grottesken-Fotografien, die mir der dann wohl Vortragende machte und bei der ich dann auch nicht gewesen bin, die andere für ein immerhin noch ‘eventuelles’ Abendessen, dem Lust keine Blüte treiben wollte. In dem einen Fall sagte ich “vielleicht” und meinte “eher nein”, in dem anderen, sie möge mir eine Einladung per Einschreiben schicken und dito dasselbe.

o cör de ma meer, o cör de ma meer, o herzmusculus meiner wandlungen, zeuge nicht gegen mich, widersetz dich meiner nicht vor dem gericht, zeig nicht feindschaft wider mich vor dem wächter der waage, denn du bist mein ka ...


Von >>>>hier

III,342 <<<<
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Sun, 19 Nov 2017 20:30:45 +0000
der goldene fisch : Tobias Schoofs : ESTOU ALÉM http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/8415 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/8415 wieder versinkt ein ort
im gedächtnis ein name
der dröge ersatz für die stimme
die leiser wird
und endlich verklingt

der bleistift kratzt
eine farblose spur aufs papier
die nirgendwo hinführt
sich windet und abbricht
ohne dass etwas gesagt wär

sie · die hand auf der schulter
des gitarristen · singt:
não consigo dominar
und ich warte mit ungeduld
dass die stimme nun leiser wird

(für Marifá)

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Sun, 19 Nov 2017 19:15:46 +0000
andreas louis seyerlein : particles : 18 Uhr 21 http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/xxrmJbO7qlw/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/xxrmJbO7qlw/ 9

himalaya : 18.21 – Seit einer halben Stunde das Wort Ambranuß in meinem Gehör, warum? – stop

ping

Der Beitrag 18 Uhr 21 erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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Sun, 19 Nov 2017 18:47:52 +0000
Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Einmal geübt, schon gekonnt - revival http://taintedtalents.twoday.net/stories/einmal-geuebt-schon-gekonnt-revival/ http://taintedtalents.twoday.net/stories/einmal-geuebt-schon-gekonnt-revival/

Das allererste Bier meines Lebens. Gestern. Fragen Sie mich nicht warum - ich hatte meine Gründe : ) ]]>
Sun, 19 Nov 2017 15:04:00 +0000
Nymphenbad : Das Haus der letzten Dinge http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/das-haus-der-letzten-dinge.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/das-haus-der-letzten-dinge.html

Dorn und ich – wir entdeckten das Kerzenlicht nach Mitternacht im oberen Eckfenster, und in einem kurzen Moment die flüchtige Gestalt hinter der schmierigen Scheibe. Das unheimliche Ambiente gemahnte uns zur Vorsicht, denn uns war klar, daß wir zum ersten Mal in unserem Leben einer Geistererscheinung gewahr wurden. Das ruppige und wildwuchernde Gelände durch eine der morschen Zaunlatten zu betreten, wagte wir nicht, denn auch wenn das Gespenst da oben nicht am Fenster schwebte, wäre das Gebäude immer noch als baufällig zu bezeichnen. Als wir da standen und sannen, was zu tun sei, geschah es, daß sich das Fenster öffnete und das im trüben Weiß illuminierte Wesen einen Nachttopf ausleerte. Die Geisterscheiße schwebte nahezu wie eine Feder zu Boden, hob also die Naturgesetze nicht auf, sondern bestätigte, daß auch die Bewohner einer Zwischenwelt sich an gewisse Regeln unseres Planeten zu halten haben.


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Sun, 19 Nov 2017 12:27:34 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Orpheus und der Sirenengesang, den Kinski hörte wie er. Das Arbeitsjournal des Sonntags,... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/orpheus-und-kinskis-sirenengesang-das-arbeitsjournal-des-sonntags-den/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/orpheus-und-kinskis-sirenengesang-das-arbeitsjournal-des-sonntags-den/ [Arbeitswohnung, 9.59 Uhr
Der Ofen bollert, das Oberlicht steht auf:
Kühle, die in die Wärme zieht.]

Der gestrige Tag lief, Freundin, völlig aus dem Ruder. Geschafft habe ich quasi nichts und muß heute „nachholen”.
Es war einfach so, na ja, „einfach”... war so, daß der Unterleib ausbrach und mich durch den Tag trieb, was heißt: durchs Netz. Und fang ich damit einmal an, komm ich nicht mehr los. Einen „realen” „Ausweg” habe ich derzeit ja nicht, das Herz, wie Sie wissen, schlägt weit fern, zumal die Löwin, unterdessen, ihr Begehrnis mit jemandem anderes stillt - a n jemandem ist, denk ich, präziser.
Und Chats, diese imaginäre Onanie zu zweit? Die Zahl 62, bald 63, erlaubt sie nicht mehr oder macht sie doch zeitweise unerquicklich. Ich fiel aus dem Raster; das Netz ist unerbittlich. Mich jünger zu nennen, als ich‛s bin, dazu bin ich zu stolz. Es wäre schlichtweg Kapitulation.
So seh ich zurück, den Wunsch, noch einmal Vater zu werden, aufgegeben, und lebe in Beziehungen, die, wie fest und innig sie immer sind, an den Rändern flimmern – oder, ecco, flirren wie >>>> meine Poetik. Selbst schuld, also, sage ich mir und taumel unter Geistern.
Die ich rief und über die gestern Peter H. Gogolin >>>> Treffliches schrieb.

Und dann aber dieses Gedicht! Ja, Freundin, die zweite Kleine Poetik >>>> steht jetzt drin; ich hab doch gesagt, daß Sie Geduld haben müssen, mit einem wie mir ja sowieso. Doch als wär‛s noch nicht genug, dies tote Vögelein, spielt heut >>>> mein täglicher Morgenecker mit Wittgenstein herum: „Über die Jahre entsteht natürlich der Verdacht, daß der Block nichts enthält oder etwas ganz anderes, als die Legenden erzählen.” Das eigentliche Erbe ist eine diesmal sogar nur eine Dreiviertelseite kurze Erzählung, deren „Anleitung” nach ihrem Zusammenbau vernichtet zu werden habe, „verbrannt”, schreibt Ecker und ergänzt, es sei sogar so, daß sie, die Anleitung, nach ihrer, der Erzählung, Vollendung sich von selbst entzünde.
Hätte ich die Geschichte geschrieben(, hab ich aber nicht), hätte ich aufs Feuerbild verzichtet und wäre grausamer gewesen und diese Anleitung sich selbst s c h r e d d e r n lassen; das hätte in den Köpfen noch mehr Knicke gemacht, vor allem auf die Romantik verzichtet, die sich bei Ecker in Tonscherben, Rubinspindel und Silberhelix synthetisiert:

Ecker Andere Häfen (amazon)

Abends Freund Broßmann, wie aßen und aßen, dummerweise hatte er zwei schwere Rotweine mitgebracht. Für mich ist Rotwein nicht gut, ich brauche klare helle Gebirgsbachweine, sonst wird mein Kopf sehr schwer und fühlt sich, wenn ich morgens erwache, wie ein Pappkarton an, auf den man bumpernd einklopft. Das ist nicht schön.
Wir aßen und sprachen. Und wieder warn wir bei Frauen.
Ich erzählte ihm von meiner Pornossee (Pornos See) & Odyssographie, den Äolsböen, den Circes, die mich zum Wildschein verwandeln, und von all den Sirenen, gegen die ich das Wachs nicht kenne... denn die Wahrheit ist, daß ich Musik nur deshalb so besessen höre, so lautstark, weil sie ihr, der Sirenen, Gesang übertönt und ich doch gleichzeitig weiß, daß sie, die Musik, sein eigentlicher Ausdruck ist. In den Pornos allerdings ist sie nur seltenst zu ertragen: Sie singt da einfach falsch. Stell ich aber den Ton ab, hör ich die Sirenen wieder und bin nun doppelt verloren.
Um den Druck loszuwerden, den nun aber i c h besinge, muß ich genau das auch tun, und zwar in dem ich ihm Form geb: gestalteten Inhalt. - Nein, Freundin, k e i n e Sublimation! Es ist vielmehr Verwandlung.

Übrigens war der Freund ganz froh, mich wieder getrieben zu finden. „Du und ohne sinnliches Erleben... das wirkt auf mich befremdlich, ja unangenehm.” So oder ähnlich drückte er‛s aus und verzehrte - als Nachtisch . fast einen kompletten Camembert, aß auch das Schälchen Guarcamole noch leer und fast die ganze Trüffelwurst auf. Dazu dieser Rotwein, die beiden Flaschen waren schnell innen trocken, ich holte Weißwein aus dem Kühlschrank.
Jetzt sind nur zwei Cigarillos noch da. So war mir der Unterleib erst in den Magen, dann in die Lunge gestiegen, und endlich,, als Rauch, stieß ich ihn aus.

Jetzt werd ich, Freundin, wieder Geist, genötigterweise.Komm! amoktoller Mohn!
Komm! lustbesautes Bett!
Ich bin dein letzter fortgepeitschter Sohn!
Komm! beiß mir in den Mund!
Komm! wildes Farbentrinken!
Komm! fiebre mich gesund!


Klaus Kinski,>>>> Orient
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Sun, 19 Nov 2017 11:07:29 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Hab im Dünenschutt der Stunden. Kleine Poetiken (2): Uwe Dick. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/hab-im-duenenschutt-der-stunden-kleine-poetiken-2-uwe-dick/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/hab-im-duenenschutt-der-stunden-kleine-poetiken-2-uwe-dick/ Hab im Dünenschutt der Stunden
Einen Vogelleib gefunden,
und das Köpfchen, augenleer,
abgetrennt, lag nebenher.
Schau mich, Mädchen, nicht so an,
weil ich’s nicht ertragen kann.
Manchmal kommen einem Gedichte von einer restlos unheimlichen, weil höchst grausamen Naivität unter: Auch der Charakter manches Volksliedes trägt sie, vieles Märchenhafte oder deren Mischung wie in Des Knaben Wunderhorn... einfachkecke Reime oft, die gleichermaßen schnippisch wie arglos selbst auf die Monstrosität von Augenleere reimen, ja im launigen Tanzschritt, der auf den Fußspitzen mindestens trippelt, und immer geht es mit einer so überraschenden, wie einfachen Findung einher oder mit einem Begebnis: Ich habe einen Vogelleib gefunden, ein totes Körperchen, das lag vor meinem Fuß. Und als ich mich bückte, war es nur ein Torso, der filigrane Kopf war abgeschnitten und hatte keine Augen.
Es ist diese unbedingte materielle Gegenwart des Todes, was die Eingangsformulierung „Dünenschutt der Stunden“ nicht als den abstrakten Lyrismus erleben läßt, der er eigentlich wäre, sondern sie zu der lebendigen Metapher einer leisen, phlegmatischen Einsamkeit macht. Stundenlang bist du durch die Dünen gestrichen: verwehte Hügel, auf denen allenfalls etwas Ginstriges wächst und trocknes Gras wie Stroh. Die Dünen wandern den Stunden nach, als wären sie, diese wie jene, Schutt.
Eines Tages werden sie‛s sein.
War ich zu zweit? War ich allein?
Ich weiß es nicht mehr, weiß nicht mehr, wem ich’s gesagt hab, dies „Schau mich, Mädchen, nicht so an“. Wahrscheinlich sind wir miteinander geschritten und wußten nicht, was und o b es denn würde. Ein jedes in seinen Gedanken, die zueinander wollten, es nicht konnten, vielleicht es nicht durften. Erst der kleine tote Vogel hat unsere Finger ineinander verschränkt.
Stumm standen wir da und sahn auf diesen Leib hinab, für den der Tod Katastrophe gewesen, erbarmungslos, verstümmelnd, aber für uns gemildert in menschliches Maß: Weil er so klein war, ließ sich ihm begegnen. Selbstverständlich ein Trug. Doch jetzt, jetzt konnt’ ich dich ansehen, zumal... plötzlich... dein Blick!
Die Maden sah ich, eine zehntelsekundenschnelle Vision, den spitzen starken Schnabel, der in die Augäpfel hackte: einmal zweimal – und wieder. Erst des Gedichtes Messer schnitt den Halsansatz vom Vogelrumpf.
Blatt und Heft finden sich in einem Zyklus, der bescheiden „Ansichtskarten aus Wales“ heißt und von einem auf das absichtsvollste vergessenen Dichter stammt, der allerdings noch lebt... und wie! Mit seinen Geschichten, Gedichten und Pamphleten reist er unermüdlich herum, um all jenen die Leviten zu lesen, die ihn ebenso unermüdlich aus den Literaturbetrieblichkeiten löschen. Kaum ist noch der Name >>>> Uwe Dicks bekannt... aber stöbern Sie ein wenig in den Antiquariaten. Wenn Ihnen die „Sauwaldprosa“ unterkommt oder das „Echo des Fundamentschritts“, dann... - ja dann, Freundinnen, Freunde, zögern Sie nicht... Amazon, seh ich grad, ist er >>>> noch einen Cent wert.
Ach Mädchen, was war’s, das ich in deinen Augen sah?!
Und was sahst du in den meinen?
Hab im Dünenschutt der Stunden
Einen Vogelleib gefunden,
und das Köpfchen, augenleer,
abgetrennt, lag nebenher.
Schau mich, Mädchen, nicht so an,
weil ich’s nicht ertragen kann.



Uwe Dick
Das Echo des Fundamentschritts
Dichtungen 1968 – 1980
Wilhelm Heyne Verlag, München 1981
Kleine Poetiken 1 <<<<
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Sun, 19 Nov 2017 08:14:00 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 19. 11. 2017. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-19-11-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-19-11-2017/
7.45 Uhr
Aufstehen, Latte macchiato, DTs etc.
Die Dschungel:
Morgenlektüre Ecker, DTs, Arbeitsjournal, Kleine Poetiken (2)
Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.

9.45 – 13 Uhr
Contessa-Arbeit:
„Familienbuch”, Transkription der Interviews, ab 03.36.31

13 – 14 Uhr
Mittagsschlaf

14 – 21 Uhr
Thetis-Überarbeitung (30 16 S. ab TS 374)

ab 21 Uhr
Lektüren, Béart, offen

Dazwischen
Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Lektüren

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Sun, 19 Nov 2017 07:43:53 +0000
litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-11-18 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-11-18/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-11-18/
  • parallalie : Ibn Hamdîs, Diwan, XVI https://t.co/tKePePQeJf 2017-11-18
  • andreas louis seyerlein : particles : von hohen frequenzen https://t.co/SAQu5izKQS https://t.co/1AbmQQTfv2 2017-11-18
  • Nymphenbad : Äquinoktien https://t.co/VY9oFgi1as https://t.co/0mf9muiQ0r 2017-11-18
  • isla volante kunstprojekt : nur meer https://t.co/KrVPeejnH2 https://t.co/VxyEZEforX 2017-11-18
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Der Pickel zur Akne. Das Arbeitsjourn… https://t.co/fRN3VdSjyi 2017-11-18
  • taberna kritika – kleine formen : @etkbooks twitterweek (20171118) https://t.co/X6ANbt1hxW https://t.co/qvmaya3eoM 2017-11-18
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  • der goldene fisch : Konstantin Ames : Lyrisches Ich, Tag nach der Steinzeit https://t.co/exRGYZ4A10 2017-11-17
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  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 15. 11 .2017 https://t.co/x9GjM10GmP 2017-11-15
  • der goldene fisch : Julia Trompeter : liebe https://t.co/bI3SKEjMJB 2017-11-14
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  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Bruno ‡ . Das Arbeitsjournal des Dien… https://t.co/XA5bVhZFCs 2017-11-14
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 14. 11. 2017 https://t.co/ipieLGBnBm 2017-11-14
  • taberna kritika – kleine formen : Editorische Notiz https://t.co/F0mNYqsdJ5 https://t.co/98mQkI2NQT 2017-11-14
  • andreas louis seyerlein : particles : ewig https://t.co/bALDrZCaqX https://t.co/QUHcyPLSvu 2017-11-13
  • Glumm : Ich blick nicht mehr durch https://t.co/eLfb3z7yzT https://t.co/0eTEjbgUEl 2017-11-13
  • isla volante kunstprojekt : auf das meer https://t.co/Ehc6hKATIG https://t.co/fRNTGxc8Wd 2017-11-13
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Von insch‛allahner Ergebenheit. Das A… https://t.co/qp3EI0WbuW 2017-11-13
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 13. 11. 2017. https://t.co/gcUBfyjU8W 2017-11-13
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    Sat, 18 Nov 2017 23:24:42 +0000
    parallalie : Ibn Hamdîs, Diwan, XVI http://parallalie.twoday.net/stories/1022638547/ http://parallalie.twoday.net/stories/1022638547/ Morgens bin ich heiter und zufrieden;
    das Glas beschert dem Jüngling Wonne.

    2
    Sieh die Kecke dort, deren Wange vor Scham
    sich wie Klatschmohn gebärdet.

    3
    Sie trägt am Busen ein hohles Instrument, mit einem Hals
    an einem Rücken, der einem Buckel gleicht.

    4
    Sie streckt die Hand danach aus, und wenn sie darauf spielt,
    wird hinfällig, was man sonst so Obhut nennt.

    5
    Als spielten sie, die Hand und ihre Schwester,
    mit Fingern auf dem Rechenbrett und reichten dem Ohre das, was zählt.

    6
    Und ich: “Schaut doch das Wunder! Sie zettelt einen Zauber
    und bringt das Holz zum Sprechen.”

    7
    Der Wein im Glas: als zuckte flammend
    ein Blitz aus der Wolke.

    8
    So alt, als habe Zeit sein langes Leben
    ihn zum Hort ihrer Jahre erwählt.

    9
    Korallenwasser, das aufschäumt, und dir
    sind’s Perlen, was als Bläschen darin aufsteigt.

    10
    Trunken schon macht ihn sein Geruch, wie erst wird
    dem Trunkenen, der davon trinkt?

    11
    Da stößt ein Andrer Seufzer aus, in den Gemütern will Mitleid
    sich regen, das dann bezaubert ihnen unterliegt.

    12
    Ein Spielmann ist’s, dessen Finger Melodien hervorlocken
    aus den Löchern, die der Pfeife er beigebracht.

    13
    Er bläst ins Mundstück seinen Atem,
    daß aus dem Rohr als Klang entweicht,

    14
    dessen klare Töne sich anhören,
    als quietschte in den Angeln des Paradieses Tor.

    [Ibn Hamdîs, Diwan, XV] ]]>
    Sat, 18 Nov 2017 20:43:00 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : von hohen frequenzen http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/rq8OV5wcIC0/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/rq8OV5wcIC0/ pic

    sierra : 16.02 – Vor dem Rollstuhl, in dem die alte Dame hockte, kniete ein Mädchen im Alter von 6 Jahren. Die alte Dame erzählte dem Mädchen irgendeine Geschichte. So leise war die Stimme der alten Dame geworden, dass sie kaum noch zu hören war, manche der leisen Wörter waren nur in Gedanken zu vernehmen, waren Vermutung. Je mehr der Vermutungen sich in den laut ausgesprochenen Wörtern der Erwachsenen, die links und rechts des Rollstuhles stehend in gebückter Haltung lauschten, aneinander reihten, desto strenger wurde der Blick der alten Dame, sie schien unzufrieden, vielleicht sogar verzweifelt zu sein. Plötzlich sagte das Mädchen: Ihr hört nicht richtig zu! Die Tante sagt, dass sie an Weihnachten immer den Gottesdienst in der Kirche St. Paul besuchte. Sie sagt überhaupt gar nichts über das Wetter morgen. Unverzüglich begann die alte Dame zu lächeln. Sie winkte das Mädchen zu sich heran und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Ja, sagte das Mädchen, das stimmt, ich kann sehr gut hören, ich glaube, ich kann auch Fledermäuse hören, wenn sie bei uns im Garten herumfliegen. Die alte Dame flüsterte etwas weiteres in das Ohr des Mädchens, sofort stand das Mädchen auf und schob den Rollstuhl der alten Dame auf den Flur hinaus. Im Flur vor einem Fenster hockte eine weitere alte Dame in einem einem Rollstuhl, sie schien zu schlafen. Schnee fiel vor dem Fenster, dichte, große und sehr runde Flocken. Bald saßen nun zwei alte Damen Seite an Seite in ihren Stühlen. Und das Mädchen ging vor den Damen in die Hocke. Sie weckte die schlafende alte Dame und sagte mit ihrer hellen Stimme: Du, du wolltest heut Morgen meiner Tante etwas erzählen. Ich bin jetzt ganz Ohr! – stop
    ping

    Der Beitrag von hohen frequenzen erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sat, 18 Nov 2017 20:26:11 +0000
    Nymphenbad : Äquinoktien http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/aquinoktien.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/aquinoktien.html

    Erzähle mir, wie es den Glocken gelang,
    sich in meinem Keller einzuquartieren,
    wo doch meistens die Tür abgeschlossen ist.

    Die Stadt hat Ruh, doch unser Keller
    bebt. Da waren noch alte Sessel, die ich
    gerne mit einer Firnis überzogen hätte,

    einem Tran aus Unschuld und Hingabe;
    dort säßen wir gut, wenn die Tage
    kürzer werden. Sie tun es jedoch nicht.


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    Sat, 18 Nov 2017 11:09:54 +0000
    isla volante kunstprojekt : nur meer http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/NgAY7_y_wuk/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/NgAY7_y_wuk/

    meer, meer, meer…
    katharina vasces ist vertieft in den roman „die kleine stadt“ von heinrich mann, genau das richtige kontrastprogramm.
    der kobboi versucht einen blätterteig herzustellen.
    kaffee und gipfeli, das wär doch was.

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    Sat, 18 Nov 2017 09:25:19 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Der Pickel zur Akne. Das Arbeitsjournal des Sonnabends, den 18. November 2017, widmet... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/der-pickel-zur-akne-das-arbeitsjournal-des-sonnabends-den-18-november/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/der-pickel-zur-akne-das-arbeitsjournal-des-sonnabends-den-18-november/ [Arbeitswohnung, 7.05 Uhr
    Erster Latte macchiato, eCigarre]

    Hat sich gestern schnell gelöst, mein Musikcomputer-Audioproblem. Irgendetwas - (:weshalb dieses Wort zusammengeschrieben wird, kapiere ich bis heute nicht) - hatte die Software, wohl besonders den Treiber, meiner externen Soundcard zerschossen; kurzfristig fiel auch mein wohnungsinternes Netzwerk aus. Hilfe schufen ein Update des Betriebssystems, die Deinstallation der Treiber„reste” und Installation einer zu der Soundcard gehörenden ganz neuen Firmware, na jà: eine relativ neuen, da die Card selbst keine wirklich neue ist.
    Ich gebe, Freundin, zu, versucht (gewesen) zu sein, meine TASCAM durch eine professionellere von Edirol auszutauschen; die Kosten wären momentan aufzubringen, ja imgrunde müßte ich fürs Finanzamt eigens welche schaffen. Nun gut, bis Ende Dezember ist dafür noch Zeit.
    Das Problem zu lösen, ging so unerwartet schnell, daß auch die weiteren Arbeitsvorhaben wie am Schnürchen flutschten. Nun ist für die Contessa nur noch knapp mehr als eine Stunde Tonprotokoll zu übertragen, und mit der Durchsicht von >>>> Thetis nähere ich mich der Hälfte: 426 der 895 Buchseiten sind geschafft – Sie erinnern sich: >>>> Elfenbein will im Dezember setzen, damit zum Frühjahr kommenden Jahres die Zweite - dannmehr (: statt „nunmehr”) neu durchgesehene - Auflage im Buchhandel vorliegen kann. Es gibt, hörte ich, bereits Vorbestellungen. Ebenfalls dann wird die Neuausgabe der - (hà!): ebenfalls ebenfalls - vergriffenen Aeolia bei >>>> Arco da sein.
    Insoweit, Freundin, Kontinuität. Immerhin.
    Auch für die vielen noch nicht als Buch erschienenen Gedichte gibt es ein Licht, und zwar diesseits meines Jenseitsimpulses, sie „einfach” selbst und dann unter einem Untertitel zu verlegen, der gleichermaßen ironisch wie aggressiv die Vorbehalte gegen sie bezeichnet: „Unmoderne Gedichte” oder mit Bezug auf Nietzsche „Unzeitgemäße Gedichte”, was aber gerade des Bezuges wegen zurechtgeschönt wäre. Beim Titel selbst allerdings soll es bleiben:

    Derelvelieder

    Auf den ersten Blick zu ungewöhnlich vielleicht, möchte ich von einer Bindestrichlösung absehen, die ich fast immer als unelegant erlebe, also „Derelve-Lieder”; möglich wäre allerdings die Andersweltlösung: „Derelve.Lieder” - eine ähnliche Bewegung, die auch für meinen kleinen New-York-Roman vollzogen wurde, dessen Untertitel, nämlich die Gattungsbezeichnung, den Spielort in sich mit hineinnahm: „Manhatten Roman”. Das wiederum kam von Aragon her: >>>> „Théatre/Roman”:


    Er freilich zog die Gattung hinauf in den Titel; „In New York” spiegelt es quasi nach unten.

    „Nach unten”:
    Ästhetik, letztlich, d.h. erstlich die >>>> Lehre von der Oberfläche, wird zur Reise in die Tiefen. Höhlen und Schächte (metaphorische Bilder des Unbewußten) als Spiegel und zugleich Widerparte des Schönen, das aber nicht nur, dies mit Adorno, im Ausgesparten bleibt – er nennt es das Negative –, sondern entgegen der moralischen Nachkriegsdoktrinen sich auch tatsächlich zeigt.
    Nur ist Wohlklang nicht Wohlklang, der Kitsch nicht Kunst, wiewohl sie einen Anteil des Kitsches auch haben muß. Sonst zieht sie an den Herzen vorüber und wird ihrerseits pur Ratio, so daß der Kitsch nun erst recht, weil ein Vakuum entstand, in die Herzen hineinzieht. Zugleich machte dann Kunst die patriarchale Bewegung fort von der Erde in einen „reinen” Geist mit, der auf der Lebensfeindlichkeit fußt (Sexualfeindlichkeit, Feindlichkeit gegen Natur usw. - mitsamt allen ökologischen Folgen, gegen deren Unheil wir uns – oder viele von uns – seit nun schon Jahrzehnten wenden). - Kunst, nein, ist nicht notwendigerweise politisch, aber ihre Strukturen und Gestaltungsprinzipien sind es, und insofern sie‛s sind, muß sie – durchaus in auch religiösem Sinn – Erscheinung sein (womit wir, Freundin, wieder beim Wortursprung wären: αἴσθησις), doch t a k t i s c h zugleich, ja strategisch. Kunst ist Kampf genau wie Verführung.

    Zweiter Latte macchiato, Cigarillo, 8.16 Uhr.

    Schriftstellerdarsteller, soso, liebste Freundin, >>>> nennen sie mich, manche meiner Gegner. So daß man sie berechtigt Feinde nennen muß, wiewohl ich nichts anderes tat, als in einigem anderer Meinung zu sein, also als sie, und dies auch zu vertreten. Man kann mich nicht vereinnahmen, weder von „links” noch von „rechts”, noch von der „Mitte”; nämlich deshalb der Vorwurf. „Schriftstellerdarsteller” sagt, daß ich gar keiner sei, sondern nur „so tue”, als ob ich es wäre. Angesichts meiner Bücher ist er absurd, ja bizarr.
    Dennoch, er wirkt. Alleine darum schmerzt er mich, wurmt mich, und weil dem so ist und sie, die Gegner, es spüren, stechen sie nach, wann immer sich Gelegenheit findet. Dabei werden die Bücher vom Tisch gewischt, wie auch Die Dschungel, wann immer mächtigerseits von Blogs die Rede ist, so gut wie gar nicht erwähnt wird, geschweige, daß ich eingeladen würde. Zur Ignoranz gehört die Verleugnung wie der Pickel zur Akne.
    Daß jemand freies Denken fordert und nicht nur das – es sich gestattet, ist nach wie vor Skandal, schon gar, wenn er sich so auch verhält, skeptisch gegen Moden, skeptisch gegenüber dem Mainstream, skeptisch gegenüber der Entkörperung, skeptisch gegenüber „gender”-Ideologemen, skeptisch gegenüber dem verleugneten Eros – und darum, gegenüber jeder Häme auf Schönheit, ein Jünger der Schönheit.
    Angesichts der Schrecken der Welt dürfe Kunst nicht mehr schön sein, so der moralisch geschwungene Hammer. Doch wie?! Die häßliche Kunst verdoppele nicht, also vermehre nur den Schrecken? O Teufelshörner der Mimesis!
    Wohl wahr, daß das Schöne nicht gut und das Gute nicht wahr, diese Erkenntnis sitzt tief schon bei Goethe, und also sollte gerettet sein „das edle Glied / Der Geisterwelt vom Bösen”; besser drum weg mit dem Kleist an den Wannsee. Der Penthesilea Schönheit, Küsse, Bisse, daß sich das reimt, es war nicht zu ertragen. Ist's meinen Gegnern immer noch nicht.
    „Ist die Erkenntnis einer drohenden Gefahr”, heißt es heute >>>> im Morgenecker, „unabwendbare Gewißheit geworden, muß dem Schrecken kaltblütig entgegengetreten werden”, so daß schließlich, als Ecker und Frau seine Eltern besuchen, ihre Schwiegereltern also, der Garten hinterm Haus von lauter in der Erde befestigten Kisten bedeckt ist, auf jeder derer eine Sonnenuhr liegt. „Zu Hause angekommen, schrieb ich diese Geschichte. Ich werde sie Vater nicht zeigen. Und ich will und werde nie wieder eine Geschichte schreiben, denn Geschichten sind Kisten, weiß ich nun, die man über Stellen stülpt, die niemals ein anderer betreten darf.”
    Was mich nun direkt auf meine heutige Kleine Poetik bringt, die ich im Lauf des Tages einstellen werde. Wenn‛s soweit ist, sage ich Ihnen bescheid. Bringen Sie, Freundin, für mich die Geduld auf, die ich auch für Sie habe, und die Zuversicht, die mich Ihnen zuträgt:

    Ihr ANH

    P.S., 10.36 Uhr
    Ich habe eingeheizt, liebste Freundin:

    Nun ward‛s auch mir zu kühl. Und meine strenge stille Muse, den Wolpertinger auf dem Schoß, hat ihren Winterplatz neu eingenommen, denn auf dem Ofen weiter | wär nicht gut sitzen mehr.

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    Sat, 18 Nov 2017 08:24:08 +0000
    taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20171118) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20171118/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20171118/ nach hermann nitsch in der heiliggeistkirche jetzt gut durchgerüttelt für buriers. #saintghetto https://t.co/j32gwAU2Od Nov 16, 2017 / am samstag und sonntag ist die buchlust in hannover … mit unseren novitäten … https://t.co/hElbkOrSFV https://t.co/Xyh7HejSqp Nov 16, 2017 / * kk010: Der Ton https://t.co/i2j8Y3Mt0h https://t.co/iLf8rodIw8 Nov 16, 2017 / unreadables! – reihe showcase. bis 1.12. im https://t.co/GtTiUhzzi5 https://t.co/CA3552K2MS Nov 15, 2017 / * etkbooks & hartmut abendschein @literaare herbstlese 2017 https://t.co/XjMgbdWk1S https://t.co/fLieO7JQnp Nov 15, 2017 / hooke – der hephaistos des winzigen. Nov 14, 2017 / RT @literaare: Am kommenden Samstag, 18.11.: Herbstlese @literaare in Thun mit @sonOhrFestival @culturescapes @RomanaGanzoni @rashaAbbas @e… Nov 14, 2017 / Metaschlitz® Nov 14, 2017 / * Editorische Notiz https://t.co/rLPhskQxww https://t.co/5zhTPKEsAI Nov 14, 2017 / kleptolyrik. Nov 13, 2017 / ron orp schreibt dazu … https://t.co/AncQrkhgfx Nov 13, 2017 / „unreadables!“ – vernissage. heute ab 17h im https://t.co/GtTiUhzzi5 … publikation / über: https://t.co/HfZlX9nlI7 https://t.co/s1v7vYjKbe Nov 13, 2017 / 18. November 20 Uhr, Alte Feuerwache, Köln: Ein Abend der Uraufführungen mit dem SprachKunstTrio „sprechbohrer“ in… https://t.co/B9yEZAFs9g Nov 12, 2017 / heute ist plattentag. https://t.co/E1XV74l55W Nov 12, 2017 / – f*** you! – no, f*** you! – shut the f*** up! #nzz Nov 11, 2017


    (kleptolyrik.)

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    Sat, 18 Nov 2017 07:36:35 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 18. 11. 2017. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-18-11-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-18-11-2017/
    6 Uhr
    Aufstehen, Latte macchiato, DTs etc.
    Die Dschungel:
    Morgenlektüre Ecker , DTs , Arbeitsjournal

    Danach komplett aus dem Ruder gelaufener Tag.

    , Kleine Poetiken (2)
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.

    9 – 13 Uhr
    Contessa-Arbeit:
    „Familienbuch”, Transkription der Interviews, ab 03.36.31

    13 – 14 Uhr
    Mittagsschlaf

    14 – 18 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 374)

    18 - 20 Uhr
    Überarbeitung der Erzählungen für Septime ff


    ab 20 Uhr
    Lektüren, Béart, evtl.
    Treffen mit Broßmann: Essen, hier.

    Dazwischen
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.),
    Einkaufen, Lektüren

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    Sat, 18 Nov 2017 06:31:31 +0000
    der goldene fisch : Konstantin Ames : Lyrisches Ich, Tag nach der Steinzeit http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13720 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13720 O Eure ostige Melankolie.
    Ich weiß, Schweiß darf nicht aus geringen Gründen fließen.
    Dass. Würde mich (geleert).

    Ey Olifant! Der Pharao hat Gicht.
    Mir platzt der Spind im Gesicht.
    Marderbisse klingen wie das Piepsen an den Kassen.

    «Genau.» sagen sie, statt zu sagen: «Halt’s Maul!»
    Ich bin der Welt Abseitsfall,
    der Welt Langschläfer, pff.
    Oi Pöbel! Willst’s doch auch.

    Dasselbe und als wärst du selbst nichts als neuverliebte Eltern.
    Die abgespielte CD. Zirpt.
    Eine Grille. So geht das, Sieger.

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    Fri, 17 Nov 2017 21:03:51 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : An Frau Venus, Hörselberg Thüringen, Belle Étage. Das Arbeitsjournal des Freitags,... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-arbeitsjournal-des-freitags-den-17-november-2017-mit-giuseppe-sino/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-arbeitsjournal-des-freitags-den-17-november-2017-mit-giuseppe-sino/
    [Arbeitswohnung, 10.29 Uhr]
    Gestern abend, Freundin,

    brach am Musikcomputer das gesamte Audio zusammen; wahrscheinlich hat ein Treiber was abgekriegt, ohne daß ich aber wüßte, wovon und weshalb. Damit muß ich mich heute morgen beschäftigen. Da der Freund nach Warschau aufbrach, hektisch, habe ich vier Tage Ruhe; weshalb er es tat, erzähle ich nicht.
    Dann eben, ich hocke schon an dem Audioproblem (immerhin geht das interne Netzwerk wieder, das gestern nacht ebenfalls gesponnen hat), meldete sich die Contessa und bat um die Idee für ein Logo; für was, sag ich hier öffentlich auch nicht, schon weil sie abergläubisch ist, und ich bin‛s also mit ihr.
    Literarische Arbeit wahrscheinlich erst wieder nach mittags

    während mein >>>> Morgeneckermann uns eine Erzählung unterschiebt, die in Wahrheit eine Rezension ist, nur daß sie mit dem irren Satz endet, er habe die Folgebände der Trilogie nicht gelesen. - Verstehen Sie, Freundin, das Problem in dem Satz? Nur daß schon die Familie des ersten Bandes, also von dreien, in einer Gemüseabteilung „biwakiert (…), die sich nach allen Seiten bis zum Horizont erstreckt”, und es in dem Kaufhaus schließlich zugeht fast wie in Nach Centaurus A, dem Intermezzo in >>>> Thetis. Allerdings ist die Generationenfolge nicht gar so biblisch; es werden überhaupt „Kataloge” vermieden, statt dessen nicht mehr zu unterscheiden ist, ob Rotten wilder Tiere oder Waren die Heldenfamilie bedrohen, die im dritten Band bereits eine Sippe ist. Und alles das auf 1 ¾ Seiten:


    Sei man in dem einen Genie, so schrieb ich eben der Contessa, dann in dem anderen a u c h – und fügte derart allerbescheidenst hinzu, daß ich's „demütig” besser hätte genannt, es stamme der Satz nicht von mir, sondern von dem Jahrhundertdirigenten Giuseppe Sinopoli. Er hat ihn 1986 in einem Interview nach seinem Bayreuther Debüt gesagt.

    Ihr

    Tannhäuser

    (der in den >>>> Hörselberg aber wieder hineinwill)

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    Fri, 17 Nov 2017 10:38:27 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 17. 11. 2017. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-17-11-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-17-11-2017/
    7.50 Uhr
    Aufstehen, Latte macchiato, DTs etc.
    Die Dschungel, DTs, Arbeitsjournal
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.
    Morgenlektüre Ecker.

    9 – 13 Uhr
    Musikcomputerproblem lösen:
    Audio/Soundcard zusammengebrochen (hinbekommen)

    13 – 14 Uhr
    Mittagsschlaf

    14 (oder schon vormittags) – 17 Uhr
    Contessa-Arbeit:
    „Familienbuch”, Transkription der Interviews, ab 03.10.04

    17 – 20/21 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 344)

    21 Uhr - offen
    (Béart, Lektüren )

    Dazwischen
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Lektüren

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    Fri, 17 Nov 2017 09:14:00 +0000
    rheinsein : Rolandseck (von August Kopisch) http://rheinsein.de/2017/11/17/rolandseck-von-august-kopisch/ http://rheinsein.de/2017/11/17/rolandseck-von-august-kopisch/ Von Spanien kam die Kunde, wie jener Held von Stahl,
    Roland, gefället worden im Thal von Roncesval.

    Da nahm den frommen Schleier die schöne Hildegund,
    Gelobte Gott die Seele mit todesbleichem Mund.

    Doch bald viel andre Kunde sandt’ aus der grüne Rhein:
    Kein Schwert konnt’ ihn besiegen, die Liebe nur allein!

    Es ward die schärfste Lanze ihm durch das Herz gerannt,
    Als Hildegund, die Schöne, er Gott vermählet fand!

    Auf hohem Felsen thät er sich eine Klause baun,
    Von da zu ihrem Kloster im Rhein hinab zu schaun.

    Da scholl von grüner Insel der Nonnen Sang empor:
    Die holde Stimme wähnt’ er zu hören aus dem Chor.

    Wie Blumenseim die Biene, sog er den süßen Schmerz.
    Bis Minne ihm gebrochen das tapfre Heldenherz.

    (aus: Rolands-Album, herausgegeben von Ferdinand Freiligrath, Köln 1840)

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    Fri, 17 Nov 2017 08:49:12 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Zusammenhangsdurchstoßung. Das Arbeitsjournal des Donnerstags, den 16. November 2017,... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/zusammenhangsdurchstossung-das-arbeitsjournal-des-donnerstags-den-16-n/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/zusammenhangsdurchstossung-das-arbeitsjournal-des-donnerstags-den-16-n/
    [Arbeitswohnung, 7.50 Uhr]

    Es wurde gestern, Freundin, nicht gar so spät, spät ward es halt aber doch. So kam ich um halb sieben erst hoch. Der Freund möcht‛ seinen Aufenthalt noch um eine Woche verlängern; da ich, wie Sie gut, ach so gut wissen, nur ein einziges Zimmer habe, bedeutet sein Entschluß, daß ich weiterhin meinen gewohnten Arbeitsabläufen nicht strikt genug nachkommen kann, um nicht ein schlechtes Gewissen zu haben. Nur ein Zimmer mehr, und es wäre anders; er schläft ja hier auf dem am Boden vor dem Mitteltisch aufgeschlagenen Vulkanlager; stehe ich in der Frühe auf und schalte das Licht an, weck ich ihn mit – erst recht, wenn ich für den Latte macchiato das Küchenlicht angehen lasse. Es fällt ihm dann voll aufs Gesicht. Ist er aber wach, dann wird halt gesprochen, während ich in meinen Gedanken still verfangen bleiben will und, um mich auf die Gleise meiner Arbeitspläne zu schieben, auch muß, und um dann schwungvoll loszurollen. Manchmal schwingt auch ein Traum nach, der sich als Pforte nutzen ließe oder gar eine ganze neue Erzählung eröffnet. Wenn Sie da noch drin sind und sagen aber selbst nur: „Ich brauche noch einen Moment für mich”, ist er weg.
    Andererseits, wieviele Millionen Menschen leben genau so, anderswo? Unser „westlicher” Anspruch auf Raum ist gegenüber ihnen von enormem Luxus, ja Anspruch ist Ansprüchlichkeit – zumal ich mein gestriges Pensum tatsächlich übererfüllt habe, sogar mit der Thetis-Überarbeitung liege ich wieder im Zeitschnitt. Also ging ich sehr beruhigt in den Abend, wir aßen, wir tranken, wir lasen vor, es war schon in den Nächten zuvor die Idee eines neuen Buches durch den Humus gebrochen, und das Pflänzchen hat schon immer mehr Blätter bekommen. Eine Reihe dieser Texte war über die fiktionäre Website zugänglich, quasi meinem öffentlichen Archiv; die wurde nun aber vom Netz genommen, weil der Hoster aufgab. Für Sie, liebste Freundin, ist das nun alles verloren. Deshalb werde ich die Texte nach und nach hier einstellen, und dann eben wird es, wie‛s aussieht, auch ein Buch davon geben. Der Freund ist ganz berauscht von ihnen. Kleine Poetiken möchte ich‛s nennen – ganz wie die Sendereihe hieß, die ich seinerzeit für den NDR konzipiert hatte und auch füllte. Und heute also, fünfzehn Jahre später, >>>> dort die erste dieser kabinettstückhaften poetischen, sagen wir, Betrachtungen.

    Die Berauschung des Freundes tut mir gut, und so ist‛s auch gut, daß er hierbleibt – nicht nur, weil sie mich selbst sammelt, sondern weil auch zusammenkommt, was in den Äther verdampfte. Wobei ich zugleich höchst ambivalent bin. Denn die Betonung meines Vermögens, über andere Dichterinnen und Dichter zu sprechen, legt sich, fühle ich, wie ein Schleier über mein eigenes Werk, auch wenn der Freund behauptet, diese Fähigkeit sei selten und nur bei denen zu finden, die ihrer Dichtung sicher sind. Das ist ein schöner Satz – ob wahr aber, bleibt dahingestellt. Tatsächlich ist es, dieses Vermögen, der Ausdruck einer Penetration, der erotischen Wahrnehmung nämlich, böse gesagt: abermals eines Sexismus, also des meinen, der in das Fremde eindringt und es, so oder so, überwältigt.
    Benns Wort der Zusammenhangsdurchstoßung fällt mir sofort ein. Der harte Begriff ist völlig am Platz, auch wenn Verführung ein schönerer wäre, nur daß sie meinen Leser:innen geschieht, nicht der Dichtung. Sie wird, ob ich in sie eindringen dürfe, gar nicht gefragt. Der Zauber, der dann leuchtet, ist die Verschmelzung ihres Eies mit meinem Samen; auch er, der Zauber, fragt nicht. Selbst wenn mich die fremde Dichtung nicht will, empfangen tut sie d o c h.
    Heikle Gedanken, Freundin, in einer heiklen Zeit. Denn ganz ohne Frage protokollieren die Berichte der ob faktisch genötigten, ob „nur” belästigten Frauen – der neue STERN gibt >>>> #metoo dreizehn (!) erschütternde Seiten – eine unerträgliche Verfaßtheit von Männern und einen so ekelhaften, machtbesessenen, über-, bisweilen im Wortsinn, -griffigen, nämlich betatschenden Dünkel, daß ich mich schämen muß, diesem Geschlecht anzugehören. Der, in der Tat, ist nicht zu ertragen.
    Dennoch läßt sich Geschlecht nicht verleugnen; egal in welchen Rahmen: Ich nehme erotisch wahr. Auch erotisch, selbstverständlich, doch soll ich dieses, die Wahrheit, verschweigen, beginne ich, moralisch zu verdrängen und steck‛ schon im Sumpf der Doppelmoral. „Nein ist ein Nein” ist falsch. Es kann eines sein, selbstverständlich, kann aber auch „Jain” sein und sogar „Ja”. Was es ist oder sein wird, läßt sich nicht normativ bestimmen, sondern allein im Geschlechtsspiel, das allerdings den Regeln der Höflichkeit, des Stils und der gegenseitigen Achtung folgen muß. Sonst ist es kein Spiel mehr, kein lustvoller Kampf der Geschlechter, sondern ein asymmetrischer Krieg, den bislang all jene asymmetrisch führten, die sowieso schon die Kriegsgewalt hatten. Für Zwischentöne, wie Schnitzler sie nannte, gibt es bei diesen Männern keinen Platz, doch auch in den Regulationen nicht mehr, die den Unerträglichkeiten abhelfen sollen. In dieser Dialektik stecken wir fest, jedenfalls derzeit. „Im Hotelzimmer”, heißt es >>>> heute bei Ecker, „zog ich die Vorhänge zu, legte mich etwa eine halbe Stunde ins Bett und danach, erfrischt von dem Schläfchen, machte ich mich daran, das Mobiliar zu zertrümmern.
    Sofort war ich geheilt.”

    ANH

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    Thu, 16 Nov 2017 09:55:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Euch täuschten Rosen nicht. Kleine Poetiken (1): Luis de Góngora. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/euch-taeuschten-rosen-nicht-kleine-poetiken-1-luis-de-gngora/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/euch-taeuschten-rosen-nicht-kleine-poetiken-1-luis-de-gngora/ Der Mund, der süß zu schlürfen muß verführen
    den Saft, der köstlich zwischen Perlen quillt,
    den Neid um Jupiters Getränk gar stillt,
    mag’s ihm, von Ganymed kredenzt, gebühren,

    an den, wollt liebend leben, dürft nicht rühren;
    in Lippen, die Versuchung farbig schwillt,
    sitzt Amor, der mit Gift die Waffe füllt:
    in Blüten ist die Schlange nicht zu spüren.

    Euch täuschten Rosen nicht, sagt ihr, euch schien,
    daß Blütenstaub und Duft sind nur Genuß,
    Aurorens Purpurschoß entsprängen sie in Reine;

    nicht Rosen, Äpfel sind`s des Tantalus,
    den, der erst angelockt sich sah, sie fliehn –
    und von der Liebe bleibt das Gift alleine.

    „Nur das Schwierige ist anregend“, schreibt der Kubanische Dichter Lezama Lima in seiner so klassisch gewordenen wie für die deutsche Literatur unmaßgeblich gebliebenen Essay-Sammlung >>>> „Die amerikanische Ausdruckswelt“: Nur das Schwierige sei anregend, denn allein der uns herausfordernde Widerstand könne unser Erkenntnisvermögen „geschmeidig krümmen und in Gang halten“. Und bezieht sich in seiner seinerseits vorgeblich dunklen Metaphorik auf den vorgeblich dunkelsten aller spanischen Poeten, den Barockdichter Luis de Góngora, dessen nach ihm in „Gongorismus“ benannten manieristischen Stil noch der gegenwärtige Brockhaus verunglimpfend „gewollt schwierig“ nennt... germanistoid, läßt sich das nennen, und lebensfeindlich sowieso innerhalb einer akademischen Doktrin, die jedes Adjektiv der Überflüssigkeit verdächtigt und wie ein böser calvinistischer Priester – wie ein Studienrat halt - das Leben so ausgedünnt wie möglich haben will: Texte ohne Gerüche, Gedichte, in denen es keinen Saft gibt und schon gar nichts monatlich blutet. Dabei schrieb doch Proust – er allerdings, vielleicht seiner weichlichen Filigranität wegen, auch von deutschen Rezensentlern geschätzt -, es vermöge nur die Metapher, dem Stil eine Art Ewigkeit zu geben.
    Luis de Góngora ist ein Wahnsinniger der Metapher gewesen, - und da er zugleich jede Form erläuternder Erklärungen auf das stolzeste abwies, galt er auch im eigenen Land über zweihundert Jahre lang als unlesbar, geschmacklos, widersinnig. Es ist ohnedies immer verdächtig, wenn ein Dichter weiß, was er tut. Es war die Moderne, die ihn wiederentdeckte, und kein geringerer als Federico Garcia Lorca ist dann glühender... ich kann es zeitgenössischer nicht sagen: Fan geworden. Lezama Lima wiederum, dessen Roman Paradiso zu den literarischen Wundern des 20. Jahrhunderts zählt, folgte ihm in der Metaphernwut sogar noch nach. Die deutsche Germanistik (welch eine Wortverbindung!) hat davon freilich kaum etwas mitbekommen; sie favorisiert halt noch immer ihr Ghetto, und von draußen darf niemand da rein. Okay, paar Dichter aus den USA, aber auch das nur wegen Bündnistreue und weil sie sich so freundlich Robert Luis Stevensons Verdikt unterstellen, der gute Dichter meide Adjektive. Zu einem Satz indes wie dem folgenden ist der Engländer, so sehr ich ihn schätze, niemals vorgestoßen: „In Blüten ist die Schlange nicht zu spüren“. Er hätte auch nicht die Kraft besessen, eine Grotte das „melancholische Gähnen der Erde“ zu nennen, geschweige daß ihm, um einen unter der mediterranen Sonne verdunstenden Morgentau zu beschreiben, die Gnade der folgenden Formulierung zuteil geworden wäre: „Und kaum daß ihre Zunge drüberzuckte.../beginnt’s zu trocknen...“ So etwas bringt einem erst das Wagnis ein und die begeisterte Perversion, in der bewunderten Schönheit, die dir gegenübersitzt, bereits das helle höhnische Lachen zu ahnen, mit dem diese Frau dich verlassen wird – und dennoch ihre Schönheit zu preisen, das Leben zu preisen, „den Saft, der köstlich zwischen Perlen quillt“ – eine glückhafte, geradezu obsessive Lust an Speichel, dem der Dichter seinen Mund wie einen Kelch öffnet, in den interessanterweise Ganymed einschenkt – unversehens wird die homosexuelle Konnotation deutlich – und m e h r: Ganymeds „Saft“ reicht an die Lust nicht heran, die einem der Speichel dieser jungen Dame gewährt – so groß ist die sinnliche Gewalt solcher Schönheit, daß selbst der Schwule konvertiert – „mag’s ihm,“ – Jupiters Getränk – „von Ganymed kredenzt, gebühren“: Möge es also bei Jupiter bleiben, beziehungsweise wo der Pfeffer wächst!
    Wobei selbstverständlich der „Kelch“ auf einen anderen deutet, auf ein anderes Gefäß, das wie der Gral ist, ein Motiv, das dasjenige der „Rose“ dann aufnimmt und im „Purpurschoߓ verstärkt, zumal in der Farbe der Morgenröte, fleischfarben also: Keine Frage mehr, daß es sich hier um ein pornographisches Gedicht im Gewande der Mythologie handelt. Post coitem omne animal triste, eine ästhetisch hochgradig perfekte Erinnerung aus der Perspektive der Vorausschau. Sämtliche Männer- und Schwulenängste verstecken sich drin: Daß Amor in der Möse sitzt und mit Gift die Waffe fülle, nimmt die vagina dentata – ich meine den Begriff, nicht die Furcht – um drei Jahrhunderte vorweg, und die lebensfeindliche Männerfantasie von Jungfräulichkeit – „Aurorens Purpurschoß entsprängen sie in Reine“ - koppelt die symbolische Rose an den symbolischen Apfel – der übrigens ein Granatapfel war und anders als u n s e r e Herbstfrucht wirklich bluten kann; schneiden Sie ihn einfach einmal auf... - All dies hast du gewußt, all dies hast du an dich gezogen, all dies hast du beiseitegewischt und hast vom Speichel der Schönen getrunken. Sie hat dich gelockt, sie hat dich genommen. Nun steht sie auf und lacht und geht. Zu lieben bedeutet, die Liebe zu verlieren, geliebt zu haben nämlich: „y sólo de el Amor queda el veneno“. Das höchst ambivalente spanische Wort- und Bedeutungsspiel, aufgespannt zwischen Amor als der Liebe und Amor als dem Gott, wurde leider ins Deutsche nicht mitübersetzt, - ich weiß auch gar nicht, ob es geht.
    Der Mund, der süß zu schlürfen muß verführen
    den Saft, der köstlich zwischen Perlen quillt,
    den Neid um Jupiters Getränk gar stillt,
    mag’s ihm, von Ganymed kredenzt, gebühren,

    an den, wollt liebend leben, dürft nicht rühren;
    in Lippen, die Versuchung farbig schwillt,
    sitzt Amor, der mit Gift die Waffe füllt:
    in Blüten ist die Schlange nicht zu spüren.

    Euch täuschten Rosen nicht, sagt ihr, euch schien,
    daß Blütenstaub und Duft sind nur Genuß,
    Aurorens Purpurschoß entsprängen sie in Reine;

    nicht Rosen, Äpfel sind`s des Tantalus,
    den, der erst angelockt sich sah, sie fliehn –
    und von der Liebe bleibt das Gift alleine.



    Luis de Góngora, >>>> Sonette
    Übersetzt von Sigrid Meurer
    Karl H. Henssel Verlag, Berlin 1960

    >>>> Kleine Poetiken 2

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    Thu, 16 Nov 2017 09:05:52 +0000
    taberna kritika - kleine formen : kk010: Der Ton http://www.abendschein.ch/kk010-der-ton/ http://www.abendschein.ch/kk010-der-ton/ F: E: 010 BT: kk010: Der Ton S: BeM DT VT D0.2 : 3a A: Rico Peter V: Aarau : AT Verlag J: 1981 M: 1 Tonband-Kompaktkassette TD: Der Ton: Dialektmusik : der tönende Teil : Beitrag zur Klärung des Begriffes „Dialektmusik“ : 90 Min. Information mit 32 musikalischen Illustrationen R: (Enzyklopädie der Schweizer Volksmusik / Bd. 3, Kassette) SN: [000996305] MN: – BS: 305 (1) BE: 330 (1) ER: 5 – 0 – 3 (D2) FN: kk_010_000996305_derton_1.mp3 DA: 4:01 ]]> Thu, 16 Nov 2017 07:31:28 +0000 Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 16. 11. 2017 http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-16-11-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-16-11-2017/
    [Sondersituation: Freundesbesuch]


    7.30 Uhr
    Aufstehen, Latte macchiato, DTs etc.
    Die Dschungel, DTs, Arbeitsjournal, Bruno Lampe
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.
    Morgenlektüre Ecker.

    9.30 – 13.30 Uhr
    Contessa-Arbeit:
    „Familienbuch”, Transkription der Interviews, ab 03.00.13

    13.30 – 14.30 Uhr
    Mittagsschlaf

    14.30 – 20 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 327; nur 20 S. geschafft)

    20 Uhr - offen
    (Béart, Lektüren)

    Dazwischen
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.) , Arztbesuch (um 15.20 Uhr: Kontrolle) , Lektüren

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    Thu, 16 Nov 2017 06:45:00 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : im schatten http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/A7b337HpEuQ/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/A7b337HpEuQ/ pic

    ulysses : 20.02 – Vergessen wie verstecken, oder aber löschen, für immer vergessen, oder nicht dran denken, also wissen, dass etwas da oder nah ist, an das ich nicht denke. – stop

    Der Beitrag im schatten erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Wed, 15 Nov 2017 22:39:26 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : abendkerne http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/UCg_Ta1Mlig/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/UCg_Ta1Mlig/ pic

    delta : 18.52 – Ob vielleicht Ohren existieren, deren Hörvermögen so fein ist, dass sie in der Lage sein könnten, die Geräusche arbeitender Rechenkerne zu vernehmen? – stop
    ping

    Der Beitrag abendkerne erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Wed, 15 Nov 2017 22:08:54 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 342 - Were Wereld http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-342-were-wereld/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-342-were-wereld/ Einen Aufhänger suchte ich für den heutigen Tag nach der langen Pause, die wegen der ‘Überstunden’ beim Anfertigen von Gebrauchstexten wenig Zeit für anderes ließ, auch die Lektüre litt. Dunkel entsann ich mich einer Tieck-Novelle: Der 15. November. Beim Herausholen aus dem Regal riß fast ganz der Rücken des Pappbandes ab. Rütten & Loening Verlag, Potsdam, ohne Jahreszahl, aus der Reihe ‘Trösteinsamkeit. Eine Sammlung deutscher Meistererzählungen’. Aus ihm heraus fiel sogleich ein Fünf-Mark-Schein (Staatsbank der DDR, 1975, Seriennummer JI 620623) mit dem Porträt des Thomas Müntzer.
    Es stieg herauf ein Nachmittag bei der einen, sagen wir mal zweitärmsten Familie des Dorfes, gleich dahinter folgte gleich die sehr viel kleinere Behausung der ärmsten Familie, man nannte sie wohl auch die Fußballmannschaft, denn die hatten elf Kinder und lebten auf engstem Raum, so sehr, daß einmal einer von ihnen in einer Dorfschulpause versuchte, an mir, also an meinem Körper vorzumachen, wie der Alte auf die Alte steigt.
    Wie man später hörte, hatte er es dann tatsächlich bei einer Frau nachmachen wollen, ohne allerdings groß zu fragen. Eine Art Dorfgespräch zu seiner Zeit. Was tatsächlich daraus geworden, habe ich nie erfahren. Ingwald hieß er. Man sah ihn nie wieder. Auch bekamen die Kinder aus der Familie die meisten Rohrstockschläge in der Dorfschule.
    Jedenfalls war ich da einmal hängengeblieben als Knabe bei der zweitärmsten Familie. Die hatten einen Fernseher. Und da lief ein Film über Thomas Müntzer, wahrscheinlich DDR-Fernsehen. Eine vage Erinnerung, daß mich der Film rührte.
    Gerd hieß der Sohn, mit dem mich etwas verband: wir saßen nebeneinander in der Dorfschule. Es gibt ein gestelltes Foto davon: beide lächeln, haben ein Heft vor sich und einen zugeschraubten Füllfederhalter in der Hand, die nur so tut als ob sie schriebe, dahinter die Tafel. Es gibt ein weiteres Bild, wo ich als junger Parademarschbegeisterter ihn parademarschierend hinter mir her ziehe beim Schützenfest, zum Amüsement vor allem der Zuschauerinnen.
    Ihn, den Gerd, rief man irgendwann aus der Schule heraus, seine Mutter sei gestorben. Sie hatte mit Tabletten Selbstmord begangen.
    Beide Familien verschwanden irgendwann. Und der ganze Echoraum, den das jetzt hervorruft, reicht hinab bis zu einem gewissen Bubi und seinem Sprachfehler, d.h. ihm gelangen keine D- und T-Laute (er sei, hieß es, als Kind auf den Kopf gefallen), der ebenfalls zu dieser zweitärmsten Familie gehörte.
    Gleichviel, Tiecks ‘15. November’ erzählt von einer Sturmflut. Der Name, der zuerst auftaucht, wird nicht umsonst “van der Winden” sein. Ein solches regnerisches und windiges Wetter verleitete mich auch am Nachmittag hier, wo all dies sehr unwahrscheinlich ist, was Sturmflut betrifft, dazu, den vor zwei Tagen gereinigten Ofen doch mal wieder zu heizen.
    Die Erzählung allerdings beginnt mit Tulpen und Hyazinthen.
    Aber sie endet in einer Katastrophe: Begebenheiten, Rettungen, seltsame Anblicke, Wracks, Licht und Finsternis, Sturm und Brandung, alles wechselte so schnell, das Boot schoß mit Eile dahin, immer neuen Gegenständen vorüber, neue Gegenstände ihnen vorbei, so daß die so wunderbar Erhaltenen nicht zur Besinnung kommen konnten.
    Daß mich der Tabaccaio wieder mal mit ‘Auschwitz’ begrüßt und daß gestern wieder mal auf einen Post von mir, der einem Kommentar zum Debakel der italienischen Fußballnationalmannschaft des Sinnes, daß dies sein Analoges in der politischen Lage der Nation habe (Berlusconi nun auch schon wieder! um Himmels willen!) und so auch in deutschen Zeitungen zum Ausdruck kam, in diesem Sinne recht gab, aber eben doch wieder einen Kommentar einheimste, daß nämlich ihm, dem Kommentator, die Deutschen eh schon immer unsympathisch gewesen, stell’ ich mal so hintan.
    Der willkommene Raum der Nichtargumentation, die sich festhält am Nichtdenken und einfach nur botanisiert. Allerdings: Rassismus, der gegen Rassismus nonchalant aufbegehrt. A rose is a rose is rose.
    Es klopfte an der Tür, nachdem ich mein Süppchen gelöffelt. Herein stürmte V., der Ukrainer, fing an, von Fußball zu reden, vom Trainer der italienischen Nationalmannschaft, dessen Namen ich heute zum ersten Mal gesehen und gleich wieder vergessen habe. Von Hintergründen, politischen und überhaupt allen Komplotten offenen Argumenten. Ich verstand überhaupt nichts mehr.
    Bis er auf sein Hauptanliegen kam, er habe sein Auto in der Werkstatt und müsse morgen seinen Sohn nach Narni bringen, wofür, weiß ich nicht mehr. Wir verabschiedeten uns, er mit meinem Autoschlüssel in der Hand und ich mit einem Wunsch für eine Stuhlreparatur.
    Wirre Welt.

    III,341 <<<<

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    Wed, 15 Nov 2017 19:48:00 +0000
    isla volante kunstprojekt : etwas mit pflaumen http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/nI_Snsfh0vE/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/nI_Snsfh0vE/

    dem paar fiel auf, dass sich zwischen millas augenbrauen eine falte aufwarf und sie sich mit beiden händen übers gesicht fuhr, als könne sie diesen ihre aufmerksamkeit störenden gedanken fortwaschen.

    „sind sie müde?“

    „nein, ist schon gut, nichts …“

    vergeblich hatte milla auf die ihr vertrauten bilder von früchten und aromen gehofft, die sich ihr bei derlei gesprächen zu einer ersten idee für eine dem paar und seiner liebe entsprechenden torte fügten.

    „was halten sie von pflaume?“

    „pflaume?“

    „der geschmack von pflaumen. als zentrales thema. um diesen geschmack, dieses thema ließe sich eine torte aufbauen und …“

    „ich weiß nicht“, fiel die junge frau ihr ins wort, „was pflaumen mit uns beiden zu tun haben sollten.“

    „liebes“, der junge mann legte den arm um ihre schultern, „lassen wir uns doch überraschen. frau cremeso ist die tortenfee und wird schon wissen, warum sie bei uns an pflaumen denkt.“

    „wir sind doch keine pflaumen!“

    hart wie ein stein fiel die junge frau aus der romantischen stimmung, löste ihre hand aus der des mannes.

    milla zweifelte. stützte die handflächen auf den tisch und erhob sich von ihrem stuhl.

    „ich bin mir selbst nicht so sicher, doch habe ich da so eine idee, die ich noch weder in worte fassen, noch zu einer torte werden lassen kann. geben sie mir bitte etwas zeit.“

    das paar war ebenfalls aufgestanden und wandte sich zum gehen.

    „abgemacht!“ der mann ergriff die hand, die milla ihm bot und half dann seiner zukünftigen verlobten in den mantel, öffnete die ladentür: „so machen wir das! ich bin schon gespannt, was für eine torte sie für uns machen werden. gibt es …“

    „ja“, milla lächelte, „eine kostprobe gehört selbstverständlich dazu. ich melde mich bei ihnen. für wann, sagten sie, haben sie die feier geplant?“

    „in vier wochen ist es soweit. dann reisen ihre eltern an, um meine kennenzulernen.“

    „bis dahin werden wir schon eine passende torte gefunden haben, auf wiedersehen!“

    „auf wiedersehen!“

    leise schob milla die ladentür ins schloss. noch von draußen hörte sie die junge frau:

    „pflaumen, wir sind doch keine pflaumen …“

    ]]>
    Wed, 15 Nov 2017 12:38:51 +0000
    Glumm : Der rote Luftballon https://glumm.wordpress.com/2017/11/15/der-rote-luftballon/ https://glumm.wordpress.com/2017/11/15/der-rote-luftballon/ ]]> Wed, 15 Nov 2017 11:35:19 +0000 der goldene fisch : Andreas H. Drescher : BRUNNEN http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13678 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13678 Die Strähnen eingefasst in ihre erste
    Raute wo sie leuchtet angesungen
    dieses Säusel-Dur noch einmal auf
    gerichtet Hände dieser Tastatur
    über der Hülle Tod und Mädchen
    also Touchpad einzeln wo es einzeln
    werden will der Dreitür vor den
    Buchenschatten unter Wolken
    Lindenholm und ein verschlossner
    Sekretär Bücher im Perpetuum
    des Falls ein Bad in Weiß und
    wieder Weiß vor Fächern und
    vor Blättern das Geheimnis dass
    auch Schatten sich bewegen Kind
    heiten vorverlegt in ihren Ernst
    wo er noch glücklich macht und
    formt vier rechte Winkel formt
    aus Armen ohne Aus Glissando
    dieser Lampe eine Lippe die den
    Kopf des Instruments berührt und
    einlöst also heiser vorgestellt das
    rechte dann das linke Bein Finger
    beeren über Saiten in im Scroll
    langsamer als der Tanz wo er
    beginnt wo er noch raut die auch
    noch nicht sich selbst umblättert
    eingeklungen der Akzent in A

    WIEPERSDORF-TRIO 1 ///
    KOMPOSITION UND GEIGE:
    ELISABETH PAULUS,
    KOMPOSITION UND PIANO:
    JONATAN FIDUS BLOMEIER

    ]]>
    Wed, 15 Nov 2017 09:14:02 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : In das Land geschritten. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/in-das-land-geschritten/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/in-das-land-geschritten/ Ich habe mich entfernt, bin in das Land geschritten, worin die Krähen Himmel säen. Ben öffnete die Wolken, und ich fiel an seiner Hand. Sein Gesicht entzweit, lag ihm meines auf der Schulter.
    Nicht weit von uns fingen die Krähen Nasen in ihren Schnäbeln, indessen mir die Ohren zweier vorsintflutlicher Tiere wuchsen, die niemals einen Namen hatten. Diesen Segeln hielt Ben die Leinen so gestrafft, daß wir scharfe Fahrt aufnahmen.
    Dem Wind war zu trauen, Pilze sprossen aus den Samen der Krähen. Es ging unfaßbar plötzlich, immer wieder wichen wir ihnen aus, indem Ben rechts oder links an den Leitleinen zog, auf daß ich je nachdem den Kopf wenden mußte.
    Wir surften über die Kämme, es kostete gar keine Kraft. Ich war das Medium seiner Sehnsucht und weich wie eine Schwalbe, bevor sie die Krähe verschlang. Das Blut, in einzelnen, wunderbar konturierten Tropfen, betupfte den Himmel bis zum Horizont, aus dem das Kleid der Schöpfung wurde, in dem wir beide hinabrauschten.
    Aber ach Ben! Weshalb ließest Du mich landen? Weshalb denn meine Brüste an die Kufen deines kleinen Flugzeuges legen, da du zum Wasser rittst? Momentlang spürte ich Furcht. Doch mein Schoß, in dem dein Wille steckte, hob meinen Leib überm Kreuz an. Wir glitten leicht in die Dünung. So zerfiel ich unter dir. Schmal, Ben, schmal! Aber so weit auch und frei.
    Wie ich mich dehnte, war ich das Wasser selbst, damit du in ihm schwammst. Dafür bin ich gemacht. Ich war deine Luft, war dir Essenz wie aller, die mich atmen. Ihr seid mir die Form, die mich schützt, wenn ich ins Innere tauche.
    Gib mir noch einen Schluck. Bitte! Dann werd ich dir Mantel und Heim.
    Nutz mich, doch gib mir, ich weiß von den Sternen. Mein Blut ist ein nährendes Netz. Denn ich bin die Flüsse der Erde. Ich bin das Meer, und sieh, wie es leckt, die Pfütze von diesem Tisch leckt. Aber halte die Leinen, damit ich nicht stürze. Da ich so tanz zuleib.
    Und dann laß mich schlafen, Freund, ach schlafen: wie ich müde bin.

    ]]>
    Wed, 15 Nov 2017 09:00:31 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Sehnsuchtslied - oder „... die ganze Nacht, und lauschte”. Das Arbeitsjournal des... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/sensuchtslied-oder-die-ganze-nacht-und-lauschte-das-arbeitsjournal-des/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/sensuchtslied-oder-die-ganze-nacht-und-lauschte-das-arbeitsjournal-des/ [Arbeitswohnung, 6.52 Uhr]
    Eckers heutiger>>>> Morgentext lebt von einem einzigen Bild – und davon, wie sich die Familie in es ergibt. Stellen Sie sich, Freundin, vor, Ihre Wohnung sei von einem in jedem Zimmer wie Dampf, doch zähen Schaum von Boden bis Decke und bis in jede Ecke komplett aufgefüllt; reglos umschließt und bedeckt er alles. Sie können zwar hinein und hindurchgehen, auch atmen, sofern Sie vor Nase und Mund eine Hand fächeln lassen. Doch ganz ohne Einfluß auf Ihr Gemüt ist es nicht, schon weil Sie nicht weiter sehen können als bei sehr dichtem Nebel. Offenbar dämpft die Substanz auch Geräusche und Klänge; deshalb ist die Musik nur wie aus einer gleichsam anderen Dimension zu vernehmen, die der heimgekehrte Vater vermittels der Fernbedienung eingeschaltet hat, nachdem er sich unmittelbar auf die Treppenstufen direkt vor der Wohnung zu seiner dort schon harrenden Familie gesetzt hat. Man kann nicht einmal sagen, daß sie ausharren würde. Was geschah, wird hingenommen wie ein Wetterwechsel, über den sich vielleicht etwas seufzen, den man aber nicht ändern kann. Vielleicht wird die Substanz nunmehr bleiben, vielleicht auch, nachdem ihr ein wenig langweilig ward, wieder gehen. >>>> Insch‛allah.

    Der Freund blieb gestern den ganzen Tag, quasi, fort, jedenfalls ab Mittags, war, um zu helfen, zur Geliebten geeilt, hatte sich vorher noch mit >>>> meiner Impresaria getroffen, mit der er befreundet, kehrte nachts erst, da schlief ich schon, in sein interimes Nachhause zurück. So kam ich heute einerseits wieder um sechs hoch, verscheuchte aber, andererseits, den Freund, weil es hier ja nur ein einziges Zimmer gibt, von den Nutzräumchen abgesehen, er sowieso, was ich seit etwa halb fünf in meinerseits nicht ruhigem Schlafen mitbekam, sich schon alle Zeit auf dem von mir für ihn vorbereiteten Vulkanlager wälzte, auch immer wieder stöhnend, als stemmte er sich gegen eine Last. Jedenfalls war ihm auch sogleich nach Sprechen, worauf ich nicht antwortete oder nur gelegentlich, „ich brauche morgens einfach meine Gedanken”, so daß er dann mit aufstand und zu seinen Eltern aufbrach, bei denen er hier in Berlin ein Zimmer. Derweilen ich den Morgen und die wartende Arbeit besann, auch immer wieder an Triest denken mußte, wohin ich am 28. reisen werde, um mir den liegengebliebenen Roman zu vergegenwärtigen, all >>>> die antwortlosen Briefe dorthin, an die fünfhundert Buchseiten werden‛s schon sein.
    Und wie um mich an sie konkret zu erinnern, fand ich gestern – als ich meine kleine Poetik zu Uwe Dick suchte, die tatsächlich nicht als Datei vorliegt und die ich aber in den staubigen Bergen alter Typoskripte mit anderen solcher Poetiken aufstöbern konnte; wie gut, daß ich nie etwas weggeworfen habe; selbst die Briefe, die ich mit sechzehn oder siebzehn tippte, sind alle noch da, oft als Durchschläge, für die es damals sogar ein eigenes, ein sehr dünnes Papier gab: Durchschlagpapier; zwischen Originalbrief und dieses wurde ein sogenannte Kohlepapier gelegt – – fand ich gestern zwei Prosastücke, an die ich überhaupt keine Erinnerung mehr gehabt hatte. Eines werde ich gleich >>>> in Die Dschungel eingestellt haben, sandte es aber erst einmal an meine Lektorin, einfach weil ich sie t e i l e n wollte. Wobei er in Der Dschungel schon schon steht, nämlich >>>> im Arbeitsjournal eines, vor sechs Jahren nämlich, sechsten Oktobers. - „... suche einen Text über Uwe Dick, finde nicht den, aber Prosastücke, an die ich nicht einmal mehr eine Erinnerung hatte; fast schockhaft, sie zu lesen”, schrieb ich ihr. „Eines muß ich Dir sofort vorlesen (…, ...) aber vielleicht geht es ja nur mir so: etwas von mir selbst, aber Fremdes so sehr, daß es fast schon Kristall ist.”
    Dieses Kristallene hat auch der zweite Text, den ich abends noch hinterherschickte, nachdem Elvira auf den ersten reagiert und meinen Eindruck bestätigt hatte. Bei dem zweiten vermag ich nicht einmal zu erfassen, ob er denn abgeschlossen sei. (Wie ich >>>> dort jetzt sehe, steht auch er in Der Dschungel bereits. Nunmehr werde ich ihn in die zu überarbeitenden Erzählungen für >>>> Septime übernehmen – wie als ein Etwas, das ich selbst - das mein Selbst - nie geschrieben. Sondern das sich mir schrieb.)

    Den ganzen Tag über war ich von dieser Fremdheit mehr als bedrückt und habe keine Ahnung, wie viele solcher Stücke n o c h sich finden, finden, finden werden,

    muß aber mit der Contessa-Arbeit vorankommen; ich sitze noch immer an der schriftlichen Übertragung des Tonprotokolls. Immerhin bin ich mit zwei Stunden vierzig jetzt „über den Berg”. Thetis hingegen blieb liegen; die Aufteilung halb/halb will nicht klappen, schon gar nicht eine Dreierteilung, wenn ich die Überarbeitung der Erzählungen a u c h noch vorantreiben will. Dadurch, daß der Freund heute bis zum Abend unterwegs sein wird, habe ich allerdings Luft.

    Auf dem kleinen Grab des Meerschweinchens unterm Baum des drübigen Hinterhofes blieb eine Kerze stehen; ihr Leuchten drang durch einen Stern. Die Kinder lernten (sahen, spürten), daß man die erste Erde mit der Hand auf das Dahingegangene gibt, nicht etwa vermittels einer Schaufel; man behält auch nicht die Handschuhe an. Berührung mit der Erde, Haut zu Erde zu Haut.
    Dann standen die Zwillingskinder vor uns, wir drei Erwachsenen hinter ihnen. Da legte der Bruder den Arm um die Schwester. Still und den Hut in den Händen sah ich die beiden Rücken an.
    „Und wenn einer von uns vorher geht?” Für Zwillinge ein ganz besonders unfaßbarer Gedanke. Er hatte die zwei die ganze Nacht durch, erzählte mir लक्ष्मी, beschäftigt. „Wir kommen allein, wir gehen allein”, hat meine Mutter bisweilen gesagt. „Alles übrige sind Provisorien auf Zeit.” Sie, anders als ich, hat zu Illusionen niemals tendiert. >>>> V ö l l i g anders als ich.
    Aber, Freundin, das wissen Sie ja. Alleine einzuschlafen, nüchtern, ohne also Ihre Wärme verschmolzen mit meiner, wie sollte das gehen? Wer schliefe denn dann - oder gar, daß er träumte?
    Daß ich vom Bett nicht rollte,
    nicht vom Moos! Ich lag am Hang
    die ganze Nacht und lauschte
    auf Deinen Schlaf und tauschte
    in jeder Körperdrehung bang,
    gleich, ob der meinen oder Deinen,
    den meinen dankbar für ihn ein.

    ANH

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    Wed, 15 Nov 2017 08:00:49 +0000
    taberna kritika - kleine formen : etkbooks & hartmut abendschein @literaare herbstlese 2017 http://www.abendschein.ch/etkbooks-hartmut-abendschein-literaare-herbstlese-2017/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-hartmut-abendschein-literaare-herbstlese-2017/ wir sind am samstag, 18.11., mit büchertisch und veranstaltung an der literaare herbstlese in thun und freuen uns über euren besuch.

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    Wed, 15 Nov 2017 07:01:15 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 15. 11 .2017 http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-15-11-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-15-11-2017/
    [Sondersituation: Freundesbesuch]


    6 Uhr
    Aufstehen, Latte macchiato, DTs etc.
    Die Dschungel, DTs, Arbeitsjournal
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.
    Morgenlektüre Ecker.

    8 – 13 Uhr
    Contessa-Arbeit:
    „Familienbuch”, Transkription der Interviews, ab 02.41.20

    13 – 14 Uhr
    Mittagsschlaf

    14 – 20 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (ab TS 272)

    18 – 20 Uhr
    Überarbeitung der Erzählungen für Septime.


    20 Uhr - offen
    (Béart, Lektüren)
    Essen und Gespräche mit dem Freund, u.a. "Kleine Poetiken"

    Dazwischen
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Lektüren

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    Wed, 15 Nov 2017 06:08:16 +0000
    der goldene fisch : Julia Trompeter : liebe http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13672 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13672 muse, schöne weiche wilde
    frau auf dem bett luken hintern
    nichts als blaue stunde, lust
    oder laune oder kaffee
    muse, schöne sanfte hügelige
    landschaft aus gischt oder doch nur
    lose verliebt oder doch nur

    schöne wilde weiche muse
    hintern bett luken frau auf dem
    nichts als blaue lust, stunde
    oder kaffee laune oder
    muse, schöne sanfte hügelige
    gischt oder doch nur aus landschaft
    nur lose verliebt oder doch

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    Tue, 14 Nov 2017 16:48:32 +0000
    rheinsein : Aachen (3) http://rheinsein.de/2017/11/14/aachen-3/ http://rheinsein.de/2017/11/14/aachen-3/

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    Tue, 14 Nov 2017 13:25:33 +0000
    Nymphenbad : Der Mann im Regen http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/der-mann-im-regen.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/der-mann-im-regen.html

    Ein Mann läuft im Regen herum,
    Zwischen Hammerschlägen der Dunkelheit eingefaßt.
    Alles ist vage, der Nebel ist vage und schwarz.
    Tropfen fallen seitwärts aus der Öffnung,

    Vorgesehen, der Zukunft zu entkommen.
    Andere Schritte gibt es nicht, nicht jene,
    Die lautlos schleichen, auch nicht jene, die
    Auf dem Tablett geliefert werden,
    Auf dem er Nahrung zu sich nimmt wie Licht.

    Die Stadt mehrt sich durch Spiegelung,
    Schließt nahtlos dort an, wo alles endete,
    Wo jetzt eine ausgeweidete Tanne auf ihre
    Beerdigung wartet, Luftschlangen sich

    Tarnen als Tang. Die Lippen sind
    Fürchterlich anzusehen, geöffnet in einen
    Stillen Bereich hinein; dort kam es niemals
    Zu einer Begegnung zwischen dem Wunsch,

    Das Richtige zu tun, und dem Taxifahrer,
    Der den Pfützen ausweicht, der die Welt
    Aus Bilderbüchern kennt, deren Texte
    Ausradiert wurden, um damit

    Anzudeuten, es sei egal.
    Ein verbündeter der Schnecken und der
    Lokomotiven. Im abgestorbenen Gras
    Vergnügen sich die Mücken damit, einen

    Kadaver zu besiedeln, eine neue Metropole aus
    Dem Nichts oder aus einem gebrochenen Schädel
    Heraus. Es wird Zeit, eine Pause zu machen,
    Den Hut zu wechseln, die Schuhe allein

    Weiter gehen zu lassen. Der eigene Schatten
    Überfällt dich in einer unbelebten Seitenstraße
    Dieser Welt. Ein Klingelschild läßt ahnen,
    Wer einst hier sein Domizil suchte,

    Dann aber doch nicht einzog. Der Blitzableiter
    Am Bett wehrt manche Träume ergebnislos ab.
    Es regnet hier in der Küche durch das Loch im Kamin.
    Schwarze Tropfen, die du als Tinte verwenden
    Wirst, wenn du eines Tages aufschreibst,
    Was das alles soll.


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    Tue, 14 Nov 2017 10:17:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Bruno ‡ . Das Arbeitsjournal des Dienstags, den 14. November 2017 http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/bruno-dagger-das-arbeitsjournal-des-dienstags-den-14-november-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/bruno-dagger-das-arbeitsjournal-des-dienstags-den-14-november-2017/ [Arbeitswohnung, 9.43 Uhr
    (Die „Sondersitiuation”, die eben auch das späte
    Aufstehen, erklärt wie begründet, habe ich ins
    >>>> DTs geschrieben)]

    Tränen, Freundin,

    viele Tränen gestern, Kindertränen – Kinderwut aber auch, der Zwillingsbuben, der die Ärztin anschrie: „Sie Mörderin! Und lassen sich für den Mord noch bezahlen..!” Womit er aus der Praxis stürmte und sämtliche Türen schlug. Nur daß er a u c h noch rief: „Gebt mir doch auch eine Spritze!”
    Das Zwillingsmädchen war in ihren Tränen gefaßter, in denen es schwamm. Rief mich frühmittags nassen gebrochenen Stimmchens an: „Kannst du bitte kommen?” Die Mama war mit dem Bruder zu einem Elterngespräch in die Schule geladen.
    Morgens hatte Bruno in seinem Hauserl gelegen und war nicht vorgekommen. Als das Mädchen ihn herausholte und ganz vorne vor die Tür legte, rührte er sich nicht. Sein Bruder, Flecki, starrte ihn mal an, mal lief er hektisch hin und her.
    Die Ärztin sah keine Möglichkeit, hatte das Tier, das nicht aß und nicht trank, über den ganzen Vormittag in einem Wärmezelt. Die Zwillinge waren gleich nach der Schule noch einmal hingeeilt, da konnte die Ärztin noch nichts sagen. Dann rief sie an.
    „Flecki hat nicht einmal mehr Abschied nehmen können, er hätte doch wenigstens dabeisein müssen!” So der Junge wieder, bevor er auch daheim aus dem Zimmer stürzte und Türen schlug. „Ich bin schuld, ich bin schuld!”
    Es brauchte Ruhe, geduldiges Sprechen auch über das, was der Tod sei, um ihn leidlich zu formen, wieder – vor allem darüber, was es bedeute zu trauern.
    Die Mama stumm, immer wieder liefen ihr die Tränen. Da ging das trauernde Mädchen zu ihr, umfaßt ihre Hüften und – tröstete. Ein unglaubliches Bild: daß wir Linderung finden, wenn wir sie einer anderen, einem anderen geben.
    Wenn ein Haustier stirbt. Wenn von den Kindern, um es psychoanalytisch zu sagen, ein Übergangsobjekt hinfortgeht. Wohin geht es? Und die uralte Frage, was ist die Seele.
    Heute nachmittag werden wir das kleine Tier beerdigen, im Hinterhof unter dem Baum, in den vor zwei Wochen der Blitz fuhr. Er hat sich gespalten in einen, der noch steht, und einen, der jetzt wie ein Dach quer über dem gesamten Areal liegt, aber lebt, weiterlebt: ein neues Zuhause für Hunderte Spatzen, die sich fast sogleich eingefunden haben. Sie können jetzt von den Fenstern der einen Wohnung schräg hinüber zu denen der andere spazieren. Wobei, wenn sie nicht flattern, hüpfen sie mehr: kleine knappe Sprünge, jeder ein Schritt.
    Unter dem Baum ruhen bereits eine Eidechse, ein Skink und noch eine Eidechse. Sie alle haben auf dem kleinen Balkon der Wohnung gelebt, die auch den Meerschweinchen Heim war. Flecki wird einen neuen Gefährten bekommen, „doch”, sagte ich zu dem Buben, „laß auch ihm die Trauerzeit.”
    Er trauerte tatsächlich, ich hätte das nicht geglaubt, suchte die Nähe der Menschen, barg seinen Kopf an ihrem Bauch und... anders kann ich es nicht ausdrücken, weinpiepste unentwegt. Anders als uns sind ihm, das Leid aus den Augen zu spülen, keine Tränen.

    *

    Auch bei >>>> Christopher Ecker stirbt heute wer, indes nach einem Unfall. Die Frau ist schon tot, der Erzähler liegt auf dem Bett im Notfallwagen. Der Bernhardiner – es ist ein Sanitäter – spricht ihm zu und erzählt von fünf oder sechs Wegen jenseits der Schwärze. Für einen von denen müsse man sich entscheiden, nur daß der Erzähler nicht versteht, was er meint. „Es war, wie wenn man fliehen will und sich die Füße nicht vom Boden heben.” Sie seien, diese Wege, nur noch nicht begehbar, erklärt der Bernhardiner, sondern erst dann, wenn man sich hinter der Schwärze befinde, „als ginge ein lang vergessener Plan in Erfüllung”.

    *

    So sprachen und lasen uns vor der Freund und ich bis abermals vier Uhr; im Sommer wäre es da schon hell geworden.
    Erst las ich Manfred Hausmann vor:
    Ob mein Blick auf dein Gesicht
    noch so lange niedersieht,
    das Geheimste sieht er nicht,
    das in dir geschieht.
    Später, nach vielen vielen weiteren seiner Gedichte und nach >>>> meiner Erzählung über unsere Begegnung - des schon sehr alten Dichters und meine , der da noch gar keiner war - las ich aus >>>> Der Engel Ordnungen:


    Und dann erzählte ich von den Dichterinnen und Dichter, die mich geprägt, suchte erfolglos meine Ausgabe der Gedichte Uwe Dicks, irgendwo zwischen den Buchstapeln, denn im Lyrikregal, wo sie hingehört, steht sie nicht mehr, und er, der Freund, erzählte von seinen Dichtern, und der Abend, der Spätabend, die Nacht wurden selbst immer dichter. Bis ich schließlich noch mein >>>> Hörstück zu Daniela Danz uns anhören, es uns erlauschen ließ, und er, der Freund, der von Frau Danz noch niemals etwas gelesen, sank, in Wogen Glückes ohnedies, ins Wörtermeer des Glücks.

    Dieses, Freundin, mochte ich Ihnen, nachdem ich anfangs vom Traurigsein schrieb, endlich ganz ebenso schreiben

    und endlich unendlich nimmt Sie in den Arm, Freundin, Ersehnte, Sie Fernesoferne... - :

    ANH

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    Tue, 14 Nov 2017 10:03:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 14. 11. 2017 http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-14-11-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-14-11-2017/
    [Sondersituation: Freundesbesuch]


    8 Uhr (!)
    Aufstehen, Latta macchiato, DTs etc.√
    Die Dschungel (Arbeitsjournal usw)√
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.√
    Morgenlektüre Ecker.√

    10.30 – 13.30 Uhr
    Contessa-Arbeit:
    („Familienbuch”, Transkription der Interviews ff: ab 02.19.19)√

    13.30 – 14.30 Uhr
    Mittagsschlaf√

    14.30 – 16 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 272)
    Contessa-Arbeit:
    („Familienbuch”, Transkription der Interviews ff: ab 02.19.19)√

    ca. 16 Uhr
    Bruno, des Meerschweinchens der Kinder, Beerdigung
    danach – 19.30 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 272)
    Contessa-Arbeit:
    („Familienbuch”, Transkription der Interviews ff: ab 02.19.19)√

    20.30 – offen
    Wahrscheinlich mit dem Freund Gedichtlektorate
    (übersetzte Fremdtexte)


    Dazwischen
    Korrespondenzen, Einkaufen, Telefonate (auch Whatsapp etc.),
    Freundesgespräche√


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    Tue, 14 Nov 2017 09:32:09 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Editorische Notiz http://www.abendschein.ch/editorische-notiz/ http://www.abendschein.ch/editorische-notiz/ In Bibliotheken ist die Cutter-Sanborn-Tabelle eine wichtiges Hilfsmittel zur Verschlüsselung von Autorennamen oder Stichwörtern. Mithilfe dieser Tabelle wird etwa aus dem Namen „Meier“ die Chiffre „M511“. Die Codierung soll wohl dazu dienen, Platz zu sparen, indem der Nachname abgekürzt und standardisiert wird. Sie erlaubt zudem das schnelle Auffinden, das Erfassen des Bestands und dessen Einordnung.

    Die Cutter-Sanborn-Codierung ist aber auch eine Metasprache, die Sprache der Verwaltung von Büchern. Sie dient deren Profanierung als Katalogware oder deren Einverleibung in einen Wissensmoloch. Der Autorenname wird zu einem von vielen verschiedenen Codes – etwa der Thematik, des Fachgebiets, der Textsorte. Diese Codes setzen ein Buch in Zusammenhang mit anderen Büchern, mit einer Tradition oder Strömung, einer Fachrichtung oder schlicht einem bestimmten Regal.

    In der vorliegenden Sammlung wurde das Cutter-Sanborn-System dazu benutzt, Gedichte aus verschiedenen Zeitaltern, verschiedener Herkunft und unterschiedlicher formaler Schulen silbenweise zu codieren. Dabei wurde versucht, wenn möglich ganze Wörter zu übersetzen. Buchstaben, die von der Codierung nicht erfasst werden konnten, stehen lose daneben oder verbindend dazwischen. Manchmal war es nötig, ein Wort in einzelne Silben aufzuspalten; in Ausnahmefällen war keine Codierung möglich, da die entsprechende Buchstabenkombination in der Tabelle fehlte.

    Lyrik kann charakterisiert werden als eine Textgattung, die sowohl formal als auch inhaltlich einer Codierung unterliegt. So sind – je nach Schule und Epoche – etwa das Versmass, der Reim oder die Anzahl Zeilen pro Gedicht zwingende formale Vorgaben. Auf Inhaltsebene wird gerne mit Metaphern, Symbolen oder Zitaten und Anspielungen gearbeitet. Lyrische, stark verdichtete Texte (eben: Gedichte) erzeugen in knappen Platzverhältnissen eine Mehrdimensionalität, indem sie auf formaler, inhaltlicher und Klangebene auf Traditionen und Konzepte Bezug nehmen.

    Was geschieht nun, so die Grundfrage des vorliegenden Korpus’, wenn man diese bereits mehrfach codierten Texte zusätzlich in einen zweckentfremdeten, aber neutraleren Biblio-thekscode übersetzt? Zunächst einmal bleiben die Gedichte als Gedichte erkennbar, auch wenn man sie nicht mehr (oder noch weniger) versteht. Bereits die Anordnung in Strophen und Verse reicht, um Texte als Lyrik auszuzeichnen. Dabei liest sich indes zum Beispiel auch das Inhaltsverzeichnis zu diesem Buch – vielleicht nicht ganz zu Unrecht – selbst als Gedicht.

    Durch die zusätzliche Codierung wird also zunächst insbesondere die Struktur der Gedichte, deren Visualität in Strophen, Versen und regelmässigen Zeilenumbrüchen, betont. End- und Stabreime lassen sich auch in der Codierung nachvollziehen. Grundsätzlich werden zwei Qua-litäten lyrischer Texte sichtbar: Ruhe und Exaltiertheit. Die Wiederholung, das Muster, das Ordnungsprinzip – und deren Durchbrechung. Sie treten vielleicht sogar noch deutlicher hervor, während die inhaltliche Dimension nahezu vollständig unterdrückt und unverständlich wird. In den Hintergrund treten auch die verschiedenen Epochen; zwischen Rammstein und Goethe lässt sich codiert kein signifikanter Unterschied mehr ausmachen.

    Im besten Fall entsteht durch die Codierung ein „freistehender Signifikant“, ein von semanti-schem Überschuss befreiter Bedeutungsträger, der selbst keine Bedeutung mehr enthält und doch auf zahlreiche Bedeutungssysteme verweist. Systeme, die vielleicht als solche entlarvt und ein wenig blossgestellt werden.

    Bern, September 2017
    Christian de Simoni

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    Tue, 14 Nov 2017 06:55:55 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : ewig http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/tov-zUuf7S8/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/tov-zUuf7S8/ pic

    sierra : 22.12 – Im Haus der alten Menschen beobachtete ich eine 94 jährige Frau, die an einem Tisch saß und notierte. Ich hörte, sie schreibe seit Jahren Tag für Tag, Stunde um Stunde lange Listen in Notizhefte. In diesen Listen, erzählte sie einmal, würde sie vermerken, was noch zu tun sei im Leben. Als ich mich leise näherte, bemerkte ich tiefe Furchen in den Seiten des Heftes, keine Schriftzeichen jedoch, weil sich in der schreibenden Hand der Notierenden, ein Kugelstift befand, der längst leer geschrieben war. – stop
    ping

    Der Beitrag ewig erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

    ]]>
    Mon, 13 Nov 2017 21:33:23 +0000
    Glumm : Ich blick nicht mehr durch https://glumm.wordpress.com/2017/11/13/ich-blick-nicht-mehr-durch/ https://glumm.wordpress.com/2017/11/13/ich-blick-nicht-mehr-durch/ ]]> Mon, 13 Nov 2017 17:04:27 +0000 isla volante kunstprojekt : auf das meer http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/cntHli12m64/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/cntHli12m64/

    raus auf das meer hilft fast immer.
    das boot bewegt sich nur langsam durch die endlosen wassermassen.
    die insel ist am horizont verschwunden.
    möwen ziehen vorbei.

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    Mon, 13 Nov 2017 14:16:33 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Von insch‛allahner Ergebenheit. Das Arbeitsjournal des Montags, den 13. November... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/von-inschallahner-ergebenheit-das-arbeitsjournal-des-montags-den-13-no/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/von-inschallahner-ergebenheit-das-arbeitsjournal-des-montags-den-13-no/
    [Arbeitswohnung, 10.22 Uhr]
    Momentan, liebste Freundin,

    laufen meine Arbeitspläne ziemlich aus dem Gerück. Der Freund, bevor er am Donnerstag abreisen wird, übernachtet immer hier, was zur Folge hat, daß wir nachts noch stundenlange Gespräche führen, so auch gestern nach dem Fest bei US. Da waren wir überhaupt erst gegen halb zwei Uhr nachts zurück und lagen nicht vor kurz vor vier – mit der Folge, daß ich, der Freund war da bereits neu unterwegs, einen halben Ruhetag einlegen mußte, den ich, mich wieder hingelegt, mit Figaros Hochzeit verbrachte und irgendwann nicht mehr wußte, was geträumte und was „reale” Musik war. Mittags riß ich mich dann zusammen und setzte mich zumindest an die Contessa-Arbeit, mit der ich auch tatsächlich gut vorankam.
    Mir dann einen Sugo nero di seppia bereitete, ihn für mich allein, doch mit Penne gegessen, dazu ich >>>> Hydra, einen in Dortmunds Rechtsradikalenmilieu spielenden, aber auch unabhängig davon hochpolitischen Tatort, nämlich mit Peter Faber sah, mit dem ich mich, stellte schon einmal die Löwin im Gespräch fest, „gehörig identifiziere”, auch wenn meine eigenen soziopathischen Züge eine nicht ganz so starke Ausprägung haben und meine Konfektionswahl schon prinzipiell anderen Grundsätzen folgt. Ich bin halt, modisch gesehen, Aristokrat.
    Das hängt mir schlimmer an als >>>> dem Herrn Hartmann Götz George.
    Morgens nämlich noch hatten der Freund und ich über die problematische Stellung gesprochen, die ich, ganz offenbar auch und vielleicht sogar vor allem des „Ribbentrops” wegen, in diesem vermaledeiten Betrieb habe; die meisten Menschen, denen ich davon erzähle, glauben es anfangs nicht; oft braucht es dreivier Jahre, bis sie mitbekommen, daß ich keineswegs wahnhafte Befürchtungen hege. Jedenfalls las ich ihm die Erfahrungen >>>> Gogolins vor (man muß sie sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen), von denen er >>> vor zweieinhalb Jahren ziemlich konkret in Der Dschungel schrieb. Es ist ganz gut, sich dies als Beleg bewußt zu machen. „Insofern”, sagte ich dem Freund, „ist es für jeden gerade kleinen Verlag ein wirkliches Sicherheitsrisiko, sich auf meine Arbeit einzulassen, gerade wenn die Kapitalkraft nicht da ist, Durststrecken durchzustehen”, insofern es auf die Bücher-”tatsächlich” eben nicht ankommt, es einfach wurscht ist, ob sie gut oder schlecht sind. Sie werden erst gar nicht gelesen. Man will sie nicht, weil man mich nicht will; jede(r) andere hätte mit ihnen längst reüssiert, wäre auch und gerade mit Der Dschungel längst im Kanon.
    Immerhin quält mich dieser leidige Umstand nicht mehr. Statt dessen – wie am Sonnabendabend auf dem Fest in einer Diskussion über Sexismus – begreife ich, daß er mir die Freiheit gibt, Positionen zu vertreten, die nicht unbedingt piecie sind, und sie auch hart zu vertreten, selbstbewußt und stolz: auf Akzeptanz aus, nicht auf Gefallen.
    Jedenfalls war Fabers scharfe Durchdringungskraft eben nicht nur kriminalistischer Fragestellungen gerade erst damit fertig geworden, alle um ihn herum vor den Kopf zu stoßen, als der Freund zurückkam; ich hatte noch nicht mal mein Gedeck abgewaschen. Und erneut sprachen wir bis in nächtlichste Nacht. So daß abermals nicht daran zu denken war, um sechs in der Frühe aufzustehen, sondern ich um halb neun meinen Kater treten mußte, damit er mit mir aus dem Bett kam. Besonders tierfreundlich war das nicht.
    Und hinke jetzt bereits selbst meinem modifizierten DTs hinterher. Das bedeutet aber nicht, auch meinen täglichen Ecker aufzugeben.
    Diesmal („Der Schacht”) führt er uns in sein, des Erzählers, Inneres, führt uns sogar „ein”, zusammen mit Metermaßen und Apfelbutzen (: was ein schönes Wort ist, übrigens), mit Papiertaschentüchern und Besenstielen, die alle in ihm auf eine Ewigkeit verschwinden, die der Unendlichkeit des Weltalls entspricht. Ewigkeit, so begreifen wir, ist die zeitliche Seite des Unendlichen, ihr zeitlicher Ausdruck, wie eben Unendlichkeit der räumliche Ausdruck von Ewigkeit ist. Daß die Körperstelle, da diese beiden sich auftun, eine pikante ist, tut imgrunde nichts zur Sache, sondern entspricht jener kalauernden Abwehr, die, solang wir‛s noch können, dem Fürchterlichsten widersteht, es zumindest bannt. Es ist die insch‛allahne Ergebenheit, eine, möchte ich sagen, melancholische Stoik, was uns am Leben hält; Ecker selbst spricht von „melancholischer Nachdenklichkeit”:


    So auch die Liebe, übrigens. Alle Erfüllung ist bedingt - ganz wie die Wahrheit, die aufschießt, und schon ist sie fort. Und wenn ich bei Walter Benjamin nun schon mal bin, kann ich, liebste Freundin, diesen Brief auch mit einem Zitat* von ihm abschließen:
    In den Gebieten, mit denen wir es zu tun haben, gibt es Erkenntnis nur blitzhaft. Der Text ist der langanhaltende Donner.
    ]]>
    Mon, 13 Nov 2017 11:00:48 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 13. 11. 2017. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-13-11-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-13-11-2017/ [Sondersituation: Freundesbesuch]

    8.30 Uhr (!)
    Aufstehen, Latta macchiato, DTs etc.
    Die Dschungel (Arbeitsjournal usw)
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.
    Morgenlektüre Ecker.

    10.30 – 13.30 Uhr
    Contessa-Arbeit:
    („Familienbuch”, Transkription der Interviews ff: ab 02.00.44)

    13.30 – 14.30 Uhr
    Mittagsschlaf

    14.30 – 21 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 272)
    Contessa-Arbeit:
    („Familienbuch”, Transkription der Interviews fff)

    21 – 4 Uhr
    Wahrscheinlich mit dem Freund Gedichtlektorate
    (übersetzte Fremdtexte)
    : Über Lyrik. Manfred
    Hausmann, ANH, Daniela Danz (Hörstück)

    Dazwischen
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Freundesgespräche

    ]]>
    Mon, 13 Nov 2017 09:49:00 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : vom stempelwald http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/RNnWwShJbH8/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/RNnWwShJbH8/ pic

    alpha : 22.10 – Andrej erzählte, er habe beobachtet, wie er, sobald er in Gedanken versunken arbeite, die Welt der Zeichen auf Papieren mit der Welt der digitalen Zeichen auf Bildschirmen in unmittelbare Verbindung setze. Sobald er lange Zeit auf einem Bildschirm mit den Werkzeugen der Bildschirme an einem Text gearbeitet habe, würde er, wenn er sich Zeichen auf Papieren zuwende, den Versuch unternehmen, auch dort Wörter, zum Beispiel mittels dehnender oder ziehender Bewegung zweier Finger zu vergrößern, oder aber Wörter durch Berührung zu unterstreichen oder aber auszuschneiden, was zunächst ungeduldige, sogar heftige Wiederholung seiner Gesten zur Folge habe, bis er endlich begreife, dass er sich an gestempelten Wörtern versuche. – stop
    ping

    Der Beitrag vom stempelwald erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

    ]]>
    Sun, 12 Nov 2017 20:47:15 +0000
    parallalie : manchmal ist es ja ... http://parallalie.twoday.net/stories/1022637943/ http://parallalie.twoday.net/stories/1022637943/ auch der wind
    der gegen die tür tritt
    niemand sonst

    sie wutentbrannt
    zu öffnen wäre
    eine enttäuschung
    nichts zeigte sich

    und wie immer
    mariechen mariechen
    in ihrer kemenate

    singt ein kommt ein
    vöglein geflogen

    und läßt auch noch
    die anderen türen

    von ihren tritten
    widerhallen ]]>
    Sun, 12 Nov 2017 20:24:00 +0000
    rheinsein : Aachen (2) http://rheinsein.de/2017/11/12/aachen-2/ http://rheinsein.de/2017/11/12/aachen-2/

    ]]>
    Sun, 12 Nov 2017 12:48:01 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 12. 11. 2017 http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-12-11-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-12-11-2017/
    vormittags
    R U H E

    _______
    (Mozart
    Il nozze di Figaro)

    ***

    [Sondersituation: Freundesbesuch]


    14 – 17 Uhr
    Contessa-Arbeit („Familienbuch”, Transkription ff der Interviews ab 01.35.01)

    17 – 20 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 268) (aber nur 4 S. geschafft)

    abends
    offen

    Dazwischen/darinnen:
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Lektüren

    ]]>
    Sun, 12 Nov 2017 10:34:41 +0000
    litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-11-11 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-11-11/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-11-11/
  • andreas louis seyerlein : particles : = https://t.co/v7C78eodA8 https://t.co/WBIb8q6f3L 2017-11-11
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Zu Mantel & Teilung Martini. Das Arbe… https://t.co/cbPYJW2hJu 2017-11-11
  • taberna kritika – kleine formen : @etkbooks twitterweek (20171111) https://t.co/UtJxZryvmN https://t.co/8ur1N1lUf4 2017-11-11
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 11.11.2017 https://t.co/JP8wa34Kvd 2017-11-11
  • andreas louis seyerlein : particles : pappelkarminköder https://t.co/NUj8CTNrZc https://t.co/HIIKK4vLrs 2017-11-10
  • parallalie : ich hüft' mich auf … https://t.co/Pna8hJNkIp 2017-11-10
  • Nymphenbad : Die wütende Stimme https://t.co/ekKA87jZPw https://t.co/cGPsBNxKe3 2017-11-10
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Die verschwundene Windin. Das Arbeits… https://t.co/NI5WxaTKnx 2017-11-10
  • taberna kritika – kleine formen : Nudeln nach Zahlen https://t.co/BA42jmxP12 https://t.co/vce2H3HDag 2017-11-10
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 10.11.2017. https://t.co/MNfS2WyIqv 2017-11-10
  • der goldene fisch : Hans Thill : Guillaume Apollinaire zum 99. Todestag https://t.co/wgTvIReTTs 2017-11-10
  • Psittacos : Sitzlotion https://t.co/6ZnSFtLapx https://t.co/87lCEOkHjv 2017-11-09
  • Glumm : Man kann nicht alles haben – nur einen schönen Batzen https://t.co/qNJfLyPYIW https://t.co/ORa6hbZpNE 2017-11-09
  • taberna kritika – kleine formen : @etkbooks twitterweek (20171104) https://t.co/wkHVE090Df https://t.co/rMjP2VCyIu 2017-11-09
  • taberna kritika – kleine formen : kk009: Intercom https://t.co/lsGfKXYzFV https://t.co/XB6tj5B8Z0 2017-11-09
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Der Astronaut im gynäkologischen Stuh… https://t.co/5CpbvNo8dJ 2017-11-09
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 9.11.2017 https://t.co/C5Qqae0bUI 2017-11-09
  • andreas louis seyerlein : particles : halsposaune https://t.co/rBfGzJrruK https://t.co/pkbYwp6XAb 2017-11-08
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Ähnlich einer heilenden Hand. Das… https://t.co/jNUJzPfEvu 2017-11-08
  • Nymphenbad : Allerlei zu versuchen https://t.co/pDu9QkL6GM https://t.co/m8Sg2qElFe 2017-11-08
  • taberna kritika – kleine formen : 20130708 https://t.co/pDEmsACSE8 https://t.co/wnKbMgYPQA 2017-11-08
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 8.11.2017 https://t.co/v8zgyw3tkg 2017-11-08
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 341 – der spitzfünd’ge… https://t.co/82ZPLlgFLg 2017-11-07
  • der goldene fisch : Christian Lorenz Müller : UND WENN DU HINAUSGEHST https://t.co/mmDw0xJ6I2 2017-11-07
  • rheinsein : Die drei Quellen des Vorderrheins https://t.co/lSmmq9aDXV 2017-11-07
  • Nymphenbad : Kultmaker: Albera Anders sieht The VVitch https://t.co/jyDq4i6U2P https://t.co/uhApDXDXnf 2017-11-07
  • Nymphenbad : Eine ganz andere Form https://t.co/AlsFEA0nDx 2017-11-07
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Er schafft‛s nicht in die Oberstadt.…… https://t.co/LfVmTqh4C6 2017-11-07
  • Nymphenbad : Feston https://t.co/hLn098KxmN https://t.co/OcmBvdWdIG 2017-11-07
  • taberna kritika – kleine formen : T585 B496: #B677E56 https://t.co/z4oA8dheKv 2017-11-07
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 7. 11. 2017. https://t.co/JebMGZS1G0 2017-11-07
  • andreas louis seyerlein : particles : k.a.i.r.o https://t.co/cfBBsI7rJz https://t.co/LaEVJOX9GG 2017-11-06
  • Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Ballroom Blitz https://t.co/iYGdjbaD4G 2017-11-06
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : So streifen junge Kater. https://t.co/0alpzIZGUX 2017-11-06
  • isla volante kunstprojekt : ein junges paar https://t.co/EJLQnpWdZz https://t.co/NvlE4T7XED 2017-11-06
  • taberna kritika – kleine formen : Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 10/2017) https://t.co/xRnuGXwNoK https://t.co/oxCvrj1dTO 2017-11-06
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 6.11.2017 https://t.co/Kq6puFFdL2 2017-11-06
  • Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Frau und Mann nebeneinander https://t.co/zJDCFFEkGl 2017-11-06
  • andreas louis seyerlein : particles : elefanten in der schnellbahn https://t.co/lWuM2KsVWY https://t.co/3DYWSSE7mq 2017-11-05
  • Glumm : Wenn man älter wird und die Körperfehler kommen https://t.co/QexLrHsepX 2017-11-05
  • Gleisbauarbeiten : GOOD BYE DARKNESS MY OLD FRIEND. Eine romantische Männerfreundschaft https://t.co/oRE0aDfSs3 https://t.co/spJLQ6kKSx 2017-11-05
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Teebaumöl. Im Arbeitsjournal des…… https://t.co/MTgf9vF3SN 2017-11-05
  • panAm productions : Fraktalgeschichten | Friseurschere https://t.co/bWrYViPX72 https://t.co/1O8L2MkGot 2017-11-05
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 6.11.2017 https://t.co/NseAeWQuqt 2017-11-05
  • https://t.co/JU4nHY8Nqo – Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-11-04 https://t.co/sfkd47yjwa https://t.co/og9wn7Z19k 2017-11-05
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    Sun, 12 Nov 2017 00:08:12 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : = http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/YT617yx9Mxg/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/YT617yx9Mxg/ pic

    himalaya : 0.08 – z u n g e n b l ü t e
    ping

    Der Beitrag = erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sat, 11 Nov 2017 13:25:19 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Zu Mantel & Teilung Martini. Das Arbeitsjournal des Sonnabends, den 11 November... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/zu-mantel-teilung-martini-das-arbeitsjournal-des-sonnabends-den-11-nov/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/zu-mantel-teilung-martini-das-arbeitsjournal-des-sonnabends-den-11-nov/ [Arbeitswohnung, 7.34 Uhr
    Auf dem Vulkanlager schlafender Freund]
    Die Gans wird überschätzt.
    Thomas >>>> Erdelmeier

    Dieser n i c h t so sehr heilige Thomas, geehrteste Freundin, mag recht haben. Also Erdelmeier. Dennoch ist die eine Ursprungsgeschichte des Martinessens, zu dem man nicht Martin, sondern die Gans ißt, ausgesprochen erwähnenswert. Eine solche nämlich habe, in Menge zumal, eine Messe gestört. Der watschelnde Trupp, >>>> so las ich soeben, sei schnatternd in den Kirchraum eingefallen, worauf man die Gänse verhaftet und, wie sich‛s für Lästrer gehört, dem Richtblock zugeführt habe. Da aber Tiere nun bekanntlich ohne Seele, seien die Leichen unbestattbar gewesen. Auch war‛s wohl draußen empfindlichst kalt und würde, den Winter nah vor der Tür, noch sehr viel empfindlicher werden. Da ist es gut, bißchen Fett anzusetzen. Ich meine, die wenigsten Hütten hatten schon Heizung. So fuhren die ohnedies nicht vorhandenen Seelen der Vögel zu Magen, statt in den Himmel zu fliegen. Immerhin waren's genug, um es, wie Gänsen es auch ansteht, in Formation zu tun.
    Aber auch die andere Ursprungsgeschichte, die >>>> der Mantelteilung, ist bemerkenswert, weil das Brauchtum eine Sachbeschädigung militärischen Eigentums allerzünftigst beschlemmt – ein so gesehen volksanarchischer Akt, der ohne auch ordentlich gefüllte Humpen nicht wirklich befriedigend abgehen kann, allein schon aus Gründen der Digestion. Da paßt denn der erst in jüngster Zeit hinzugekommen Starttag des Karnevals passend hinzu. Er läutet die, christlicher Überlieferung nach, bis Weihnacht reichende Fastenzeit ein, wobei der Gänseschmaus tatsächlich,, jedenfalls sehr viel wahrscheinlicher, auf den mittelalterlichen Zehnttag zurückgeht; die kirchliche Besatzung dieses für die frühen Landwirte ganz sicher wenig erfreulichen Tages, seine, könnte man sagen, kanonische Interpretation, sei erst eine Zutat aus dem Jahrhundert der Nationalbildung, mithin der anhebenden bürgerlichen Zeitalter. Woraus wir unschwer ersehen, daß die Christianisierung auch hier Hand in Hand mit der Bluttat geht, wenn auch in diesem - einem freilich seltenen Fall - allein gegen Gänse. Bei der Menschenfischerei aber blieb es; ihren einstweiligen Höhe-, nämlich Tiefstpunkt fand sie kaum ein knappes Jahrhundert danach. So hätt man‛s wohl besser beim Zehnten belassen.

    Was alles so lernt, wer sich erkundigt! Denn, herrliche Freundin, das Laternelaufen unserer Kleinen, halt ebenfalls am Martinstag, geht wohl auf einen Heischebrauch zurück (sich etwas erheischen); die Nähe zu Samhain läßt einen Zusammenhang mit Erntedank und also, dies meine Formklammer, zum oben genannten Zehnttag vermuten: der Sommer ist gegangen, die Gänslein müssen hangen, die Sternlein hell und klar, was für den besonders Berliner November ganz gewiß nichts ist als der Ausdruck einer Hoffnung, die über den Winter - einen heutzutage hierzustadt komplett durchgezogenen ebenfalls-November - hinweghelfen soll, es damals aber unbedingt mußte. Um der nun die nötige Nahrung zu geben, schlug man sich den Wanst voll
    Nunmehr den Wanst so gefüllt, darf ich aber nicht vergessen, das mit dem Martinsessen unbedingt verbundene Gänsegedicht aufzusagen; da dieses am Tisch hatten Kinder zu tun – und nicht etwa, um Phyllis Kiehls aus tierischer Allgemeinsicht schwer ungerechterweise >>> allein auf das Schaf fokussierte Zoologie etwas, verzeihen Sie, Freundin, die doppelte Lottung, ähm, Mopplung, entgegenzukontern –, will ich‛s auch im Kinderton halten:


    ‛ne Gans in einem Gänsechor
    trat einmal rampengänsig vor
    zu tröten statt zu schnattern
    So wollt‛ sie Ruhm ergattern
    Worauf all' Säu' im Stall, entsetzte,
    quiekt‛ auf, bis sich ein Messer wetzte
    an das sie Kopf und Kropf verlor.

    *
    Wir saßen bis spätnachts, der Freund und ich, über Gedichten, deren Übersetzung zu lektorieren war, doch hatten freilich erst einmal - nachdem mein >>>> Arco-Verleger gegangen war, bei dem eben diese Gedichte erscheinen sollen, weshalb auch er mit ihm ein enges Verhältnis hat - an dessen, des Verlegers, mitgebrachtem W e i n e weitergearbeitet. Er wär sonst schlechtgeworden oder er hätte Schimmel angesetzt, dieser tiefdunkle, für Haacker typisch gute, aber dummerweise auch schwere Tropfen; der Schimmel hätt ihn nicht leichter gemacht.
    Jedenfalls setzte sich der Freund endlich an den Mitteltisch, ich mich an meinen Arbeitsplatz, um beide noch etwa zu tun, woraufhin aber Frage nach Frage mich bewog, mich gleich zu dem Freund hinzuzusetzen.
    Um halb elf dann, also nachts, mußte mindestens noch gekocht werden, ihm wie mir hing der Magen auf halb eins. Wir aßen, dann lektorierten wir weiter. Irgendwann konnt‛ ich nicht mehr, ich las noch ein Béartgedicht vor, dann baute ich ihm das Vulkanlager, wie ich es früher für meinen Sohn so oft getan.
    Sehr, sehr vertraut, daß jemand dort schlief.

    Hoch um sechs, der Freund in tiefem Schnarchen. Nicht einmal das grelle, aus der kleinen Küche auf sein Gesicht fallende Licht vermochte ihn zu wecken, auch nicht der alleine mir vertraute Lärm der Kaffeemahlmaschine. (Meiner Nachbarin wegen habe ich immer ein kleines schlechtes Gewissen, wenn ich das Ding so frühe am Morgen losrasseln lasse).
    Und an den ersten Arbeitsgang.

    Ein Einfall dann gleich, weil eine Leserin mir von Tattoos geschrieben. Imgrunde eine >>>> Ecker- Idee, Sie wissen ja, meine Morgenlektüre. Jemand läßt sich ein Menschengesicht auf den Arm oder noch besser den Rücken tätowieren, das mit ihm altert: das ehemals strahlend glatte Gesicht bekommt allmählich tiefer und tiefer sich einschneidende Falten, das Tattoo verliert erst einen Zahn, dann schon zwei Zähne, dann dreie, sein Haar wird lichter und lichter... - Meine Leserin hatte sich nämlich gefragt, wie die Tattoos später aussehen würden, werde die Haut, was doch nicht ausbleibt, sich runzeln. Nun jà, habe ich geantwortet, ziemlich ernüchternd: auch ohne Tattoos werde sie nicht ihre Seide bewahren, da käm es auf jene nicht an. - Nur daß heute Ecker, also tatsächlich, eine Geschichte >>>> wieder aufnimmt, die ich am Dienstag gelesen habe, Kopf an Kopf mit Maria Furtwängler (ihr Duft, ihr Duft!). Es sind die je ersten beiden Sätze, die den Ort und den Umstand beschreiben, aus dem sie entstanden, vollkommen gleich, doch führen irritierenderweise in die Geschichte,>>>> die ich vorgestern las, als ich, proktologisch gesehen, noch nicht Astronaut war.
    Kein Zweifel, derselbe Porzellanknauf. Nein, beste Freundin, ich täusche mich nicht. Nur findet sich die unheimliche Tür nun nicht in der Küche, sondern in dem Edinburgher Hotelzimmer, Sie wissen schon, nahe am >>>> Kirkyard. So daß auch Bobby wieder auftaucht, der treuselig Hund, der nun aber lebt - meine Güte, er l e b t! „und sah ihn”, also Christopher Ecker, „so erwartungsvoll an, wie es ein Mensch niemals tun könnte.”
    Jetzt lautet freilich die Frage, wo Eckers Frau geblieben sei, die in der ersten Geschichte noch da war. Mag sein, daß eine spätre Erzählung Aufschluß darüber gibt. Es mag aber a u c h sein, daß wir uns nicht ganz zu Unrecht an >>>> die gestrige Geschichte erinnern. Doch dieses, Freundin, nur nebenbei und ausgesprochen vorsichtig, ja heimlich - im Stil eben Christopher Eckers - erwogen:


    *

    [10.15 Uhr]
    Der Freund ist soeben gegangen – auf einen sehr schweren Weg, der seine Einsamkeit ganz sicher nicht entlasten, sondern einige kummervolle Zeit lang deutlich noch beschweren wird. Ich weiß genau, wie er sich fühlt, und bin, soweit in diesem Zusammenhang ein solches Wort erlaubt ist, „froh” darüber, daß wir abends im klugen Kreise andrer beisammen sein werden, dort, wo abermals Literatur im Zentrum stehen wird, freilich auch Pop, dessen, für den deutschsprachigen Kulturraum, wahrscheinlich >>>> wichtigster Interpetator unser Gastgeber ist. (Daß mein Link auf ein englischsprachiges Buch geht, sehe er mir als den ironischen Einwand des Popgegners nach. Ich mach es >>>> auch gleich wieder gut.)

    Heute wie gestern fange ich mit der Contassa an; Thetis, wieder, folgt ab dem Mittag. Wobei mir grad peinlich zumute wird, weil ich, schönste Freundin, „schönste Freunden” nicht länger schreiben darf, denn es ist schon sexistisch. So las ich heute früh >>> bei Katja Thorwarth. In Ihrer, Freundin, Funktion als Briefempfängerin – etwas, um das Sie mich obendrein niemals gebeten haben, sondern sozusagen zwinge ich es Ihnen auf – als „schön” bezeichnet zu werden, obwohl dies für Ihre Funktion gar nicht notwendig ist, ist gerade als Kompliment, das es ist, sogar ein ganz besonders abgefeimter Sexismus. Ach bitte, sehen Sie mir ihn nach – oder wie‛s bei Mozart heißt, und da Ponte:

    Perdono, Perdono! Contessa, perdono!
    (wobei nicht „meine” Contessa gemeint ist).


    Ihr
    Ihre Schönheit und Eleganz preisender
    und aber zugleich, unglaubwürdigerweise, ich weiß,
    Ihren Geist >>> admirarender
    Il Sessista

    _________
    [15.27 Uhr]
    Extrem wichtiger Artikel von >>>> Benedikt Erenz auf ZEIT.online zur deutschen Demokratiegeschichte. Ach, möchten die Menschen doch hören! Aber Vergessenheit paßt zu gut ins Konzept der „freien” Marktwirtschaft und ihrem Begehr nach Wurzellosig-/Geschichtslosigkeit, Vergessenheit schmiert den Betrieb – das „schmieren” in b e i d e n seiner Bedeutungen verstanden.

    Doch, Freundin, sei es! Ich rufe, mit Wader, "Trotz alledem!” weiter:


    ]]>
    Sat, 11 Nov 2017 11:09:40 +0000
    taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20171111) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20171111/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20171111/ andreas louis seyerlein : particles : pappelkarminköder dlvr.it/Q0JvTP / * Nudeln nach Zahlen dlvr.it/Q0BSjg / * kk009: Intercom https://t.co/XFJtgUN8J1 https://t.co/3EK9gIN3U2 Nov 09, 2017 / RT @literaare: Hartmut Abendschein @etkbooks tritt an der Herbstlese @literaare vom 18.11. um 17.30 auf dem Marktplatz auf https://t.co/4evNov 08, 2017 / und der andere nicht ganz klar und die Jungs auch schon um den 25.5 herum liegen haben aber nicht nur den Kopf im A… https://t.co/8lng2PE032 Nov 08, 2017 / * 20130708 https://t.co/5StpRsQdwO https://t.co/wxVdEGwm80 Nov 08, 2017 / Florian Neuner: Die Lage der Wörter im Donaugebiet. Zu Elisabeth Wandeler-Deck: Das Heimweh der Meeresschildkröten.… https://t.co/xEZowzzmZu Nov 07, 2017 / * T585 B496: #B677E56 https://t.co/sitd3vbwnj Nov 07, 2017 / ohne dringlichkeit keine aura. Nov 07, 2017 / * Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 10/2017) https://t.co/lwKwltQLUw https://t.co/R8FsVHS2Sn Nov 06, 2017 /


    (ohne dringlichkeit keine aura.)

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    Sat, 11 Nov 2017 08:31:17 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 11.11.2017 http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-11112017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-11112017/
    [Sondersituation: Freundesbesuch]


    6 Uhr
    Aufstehen, Latta macchiato etc.
    Die Dschungel, DTs, Arbeitsjournal
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.
    Morgenlektüre Ecker.

    10 – 17 Uhr
    Contessa-Arbeit („Familienbuch”, Transkription ff der Interviews ab 01.23.10)

    13 – 14 Uhr
    Mittagsschlaf

    14 – 18 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 268)

    (Contessa-Arbeit ff

    19 Uhr
    Aufbruch, mit dem Freund, zu USchs Geburtstagsfest

    Dazwischen
    Freundesbesuch ff, Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Lektüren

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    Sat, 11 Nov 2017 06:32:13 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : pappelkarminköder http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/oSig8gVhiNE/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/oSig8gVhiNE/ pic

    alpha : 10.12 // A 4 J Y v D e 2 x H Q x L Y L T q T 2 M I j W X o D N s A w 9 l n Q s H X q O R v v l F 4 O e T k J X r w g 1 n F T + Q l e 7 z R 3 p L q 1 l p c R 5 I X f 8 A 1 h s B Z G p O Z 0 N T P N t 7 T 6 W g L D P m c + s s i H t 5 Q B Z H H e 0 R d N t E O y f 9 y D 2 b z z 5 S Y b m f 7 A e 4 D + d 4 o 6 u b T K A e z E 5 r J s T 8 X z T 9 q E X g M 6 U + 6 5 Q 1 q c n P k W V + o M c R n n 1 s S v u C J R V O 0 4 L Y r m g l U Z D M + 4 u i w e o 4 4 7 + X k c 9 E + N V V D W H D U v 3 w q z G d K L S J x D J w 0 + C o Q o B j z X L M Q Q e N y l h b U l O X W A X K f s 9 y b T 8 j B u 0 0 + c i T Z + a z g u G G Q 2 g O z l c 5 o c f A 2 1 0 7 M A u N r L 2 7 Z O j I 4 U C k D n B f Z y l 2 U 2 7 c Q Y 8 L B 5 t B P 5 x f F j t A n C c Q 9 9 P B 5 d b n I d u v 2 Z h 8 6 d Q S + h d w q 8 Z x A y v j S c A o O k Y E 9 p E 0 A R S k 0 X N S V u E L a X v O S p t S s U I w d I 5 o m I s H Y j I W E 1 + B O 0 6 Z k v 8 y Q 2 4 W K H C x S + Z k R T J 0 u 8 O i q 2 Q K v p 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f t y w N U 3 R a s h p A Z Z i Q w p a I I 4 U 2 g p T X k O n 1 4 0 D M Q R s A x E R m L n E H j 1 B + 9 C g V 9 K k z v f A b T + m C Y P I i R u b W w j X G Z U D Y 1 A q F 8 q p e 0 M 4 3 h d Z 9 N t 6 4 Y 1 6 J q T 6 O w 5 y F q 6 E O R F 7 w I 1 G C e o A + m 5 q z m I J X h M U J h Q I O y E g p I X l j P w n U 0 r h I g C t m H X F B c O q w N 7 Y 4 e 4 T m l j 2 X 2 Z 8 T S e k 9 j 6 4 + V H 8 C K Q u p g H 4 + k 6 T 3 i u q e h 6 I V M u F u O L Y t Q d T U v Q w g 3 0 i b k W 6 0 w u S U u M 1 l T y N u C n T 6 j V f V L 6 f VU s 0 t a 0 C w n e S O S Q Z 3 3 + F H L 0 H X L n X 1 7 C p H b q R n K f + T n 5 l T 0 1 k l U l 6 G X n S + g Xj b n 5 c k 3 o V U s B I c j y p 6 8 L t 6 d h T K 1 6 w z W q 4 C + I S L v x A d r G J N V + O H j M z c Q K w S n m Y d K y Da+ Y 7 B + Q i q B c n g T M D l V 7 f f 8 Z M z f Z 1 R M f G a W y D o S r O 9 X r r S G Z H c s P L Y o u F q W M + F Z e R x f + t k F p M 0 D r W m t 8 F q h t Z F L n x V b b k r w r c R o I U 0 B 1 a 2 d M b 0 b 7 a Z Q f e X e k q l z x D f N v 9 M m r p Q 8 k A + J r + 9 + s T 2 P l 3 Z me J q 0 t o L 1 D + S x g l N L N 3 J t 5 9 T K P S U O W U j b g j 3 R Y q j c t T R a j V y v r 6 C F y F H t R z b H q J 2 E + q F 1 L F S P i 8 V z P w Q p V q 9 p r 3 I 7 q c x r X X X V 7 g s g a 2 5 7 S Y E 6 V G j f o f s 0 r g h L 6 N 6 k U F 2 l D w w + m v v K + f t d f e j 6 p b H J v m X 5 W 2 K v a w 8 E v b k E Y n I f t o f 5 a O E D N K i O R u E F Z m 2 x b 4 g K K D t k J u S G J K 3 q U R w H z W I T D L g p U f d Z d N x v 3 2 K l p P d r 0 y F u 7 9 c G G c q p v T t b k p I w 4 A h U 4 L 8 R F 4 U 2 i 0 X g M m F q F e s T U p H R C L z e i s o v J 8 f r w 6 n z I l Q P X 8 c r C K J z q W y j a J V T Q B C z o v c t p v B F F i 6 9 8 g r 0 Q x e b z m W 0 V O w Z P H e u B A z t 4 H T L C w P r Y z t C s 2 4 b J M l w G v P 7 I 6 1 K B v K 3 f Q F b g h q j 7 o Q = l i l l i p u t f m i O 0 G X U 1 K 9 n k G s E h T 5 S V E 3 C 0 e z I V D p i W W Q c z n M g s 7 S T B Z 4 P m r d e u d P U m 4 R vD O q v 1 p U z / M R c i i N d C h k 1 8 U p P G 8 O n A c P 4 V R R Z g p + C f f c 7 t / H Y I S A d B n 4 T e l + Z a P l J A 1 I k 9 k P S B 2 T R P U C 1 N f E x 0 G J + T W o 0 Y m 3 X u x m 9 M d v M j n P A U B J f P z Q o M 8 l N C 6 q 7 6 C U t G i 0 l L n 0 p 4 L Z F O F k K D 5 t p 2 b m 7 L T W H l a H J F i A d K 9 Q Z M t L T i B 4 M g n W V 6 a Y c s 9 e i 7 z p G q a F 1 P 1 t P W Q C + I s c 3 n b D K A 7 S B p S o 8 t C v n G T a i s B w n k 1 U v Y = / – stop

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    Fri, 10 Nov 2017 21:42:25 +0000
    parallalie : ich hüft' mich auf ... http://parallalie.twoday.net/stories/1022637821/ http://parallalie.twoday.net/stories/1022637821/ das hüftgebein!
    nur schein sei mir
    die straߒ - ihr hüft’
    entlang ich und
    warte auf das
    ‘p’ im ‘hüft’
    und denke, daß
    ich geh’, es sei
    ein sehr wahrschein-
    lich wort dieses
    ‘senfgelb’ an der
    hauswand gegen-
    über: mostrich?
    und stell’s mir vor
    dieses gehen
    da hübschet es
    leicht lächelnd im
    ‘üb ein gesicht!’
    hupt sich an der
    ampel in die
    zweite (dritte?)
    lautverschiebung
    von peerd zu pferd
    und pflutscht und lutscht
    bis stiel ihm bleibt
    es ärgert ihn
    nun leidliches ‘e’ ]]>
    Fri, 10 Nov 2017 20:40:00 +0000
    Nymphenbad : Die wütende Stimme http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/die-wutende-stimme.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/die-wutende-stimme.html

    Der Mann am Nebentisch fiel ihm auf. Er paßte überhaupt nicht in das Bild, das er von diesem Restaurant hatte. Verrückte sollten hier keinen Zutritt bekommen. Aber Verrückte bekamen Zutritt. Der Beweis saß an diesem Tisch, eine große Schüssel Austern vor sich, sie er so laut schlürfte, daß sich auch andere Blicke auf ihn setzten. Ein austernschlürfendes Schwein. Was soll's. Was geht es dich überhaupt an? Die Stimme in seinem Inneren wurde lauter, rabiater: Was geht es dich eigentlich an! Seit wann sind wir unter sie Spießer gegangen?! Ein feiner Mensch mit einem noch feineren Urteil bist du, was?! Etwas Besseres! Etwas ganz Besonderes! Laut sagte er: »Moment mal!«

    Und auch ihn taxierten jetzt die Blicke der Gäste, denn: Mit wem redet der da eigentlich? Das Schwein mit den Austern? Okay. Man gewöhnt sich an das Geräusch. Ein ordinärer Mensch, zugegeben - aber vielleicht hat er ja ein Problem mit seinem Rachen. Da sollte man nicht zu schnell mit einem Urteil sein. Aber der da ... der hört Stimmen. Sieht man ihm an, unabhängig von seinem kleinen Ausrutscher eben. Die Stimme in Jarolin jedoch steigerte sich bis zum nackten Zorn. Sie beschimpfte ihn jetzt in einer Lautstärke, daß er die Austern nicht mehr schlotzend in dieser tintenfischartigen Höhle verschwinden hörte. Sie brüllte ihn an, daß er ein Versager sei, schon immer gewesen; ein armseliger Wicht, ein Gnomus, ein Einzeller, ein Wirbeltier! Aber damit begnügte sich die Stimme nicht, war jetzt in Rage, zerriß sein Hemd und schlug auf ihn ein, erwischte ihn hart am Unterkiefer. Jarolin glaubte für einen Augenblick, ohnmächtig zu werden, bevor der nächste Schlag ihm die Nase zertrümmerte. Das Blut spritzte in Zeitlupe, dicke Rotzklumpen klatschten auf den Boden.

    Erst nachdem Jarolin mit eingeschlagenem Schädel dalag, stand der Austernschlürfer auf, beugte sich mit einem Taschenmesser zu ihm hinunter und schnitt ihm die Leber heraus. Wäre die Kamera geblieben, würden wir Zeuge eines weiteren Festmahls.


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    Fri, 10 Nov 2017 10:01:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Die verschwundene Windin. Das Arbeitsjournal des Freitags, den 10. November 2017. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/die-verschwundene-windin-das-arbeitsjournal-des-freitags-den-10-novemb/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/die-verschwundene-windin-das-arbeitsjournal-des-freitags-den-10-novemb/ [Arbeitswohnung, 6.53 Uhr]

    Meine Lektorin sucht ihre Ausgabe der Aeolia, die ich ihr vor drei Jahren im Herbst, fast genau vor drei Jahren, nach Wien mitgebracht und mit einer Widmung versehen hatte. Nun rätselt sie, die Lektorin, über des Buches Verbleib.
    Normalerweise verschwinden Bücher, wenn man sie verleiht („Verleihe nie ein Buch, denn du weißt, wie deine eigene Bibliothek entstanden ist”); in diesem neuen Fall ist das aber ausgeschlossen; persönlich gewidmete Bände verleiht nicht frau noch man.
    Nun lag ein Umzug allerdings zwischen seinerzeit und heute, und manch ein Ding macht ihn nicht mit, sei es, daß es an Türmen hängt, sei es auch sonst an der Aussicht. Über den Willen der Dinge ward längst anderswo geschrieben - eine Seele der Dinge, die nur auf ersten Blick sich mitbestimmen läßt und aber sich in Wahrheit verliert, wenn wir - ihre, wofür wir uns halten, „Eigner” - anders handeln, als ihnen entspricht.
    Ich beginne eine neue phantastische Erzählung, merken Sie‛s, Freundin? Das Geschehen anders zu sehen, nämlich „nüchtern”, wie gerne, verdächtig gerne gesagt wird, oder gar „analytisch”, würde profan und brutal. Wobei Einbrecher, die Bücher stehlen, durchaus schon wieder etwas Poetisches haben, aber natürlich auch Irres, weil man sie – etwa über amazons Modernes Antiquariat – oft schon für Pfennige, ich meine natürlich: Cents, fast nachgeschmissen kriegt. Etwa bekommen Sie dort meinen kleinen, schon lange vergriffenen New-York-Roman >>>> für 69 cents:


    Da schluckt man als Autor denn s c h o n. Allerdings Thetis kostet unterdessen >>>> nahezu das Fünffache seines ehemaligen Ladenpreises. Wenn es stimmt, daß auf dem freien Markt Angebot und Nachfrage die Preise bestimmen, hätte mein erstes Andersweltbuch tatsächlich Bedeutung.
    Der höchste Preis, den ich - vor der >>>> Wiederfreigabe - für >>>> die Originalfassung von Meere sah, lag bei 650 Euro; vielleicht ist ein ähnliches Schicksal auch der >>>> Galerieausgabe meiner Stromboligedichte vergönnt, wenn sie nächstes Jahr neu >>>> bei Arco herausgekommen sein werden, neu auch durchgesehen von meiner Lektorin und mir. Denn wenn es irgend geht, halte ich es mit zweiten Auflagen ganz wie Jean Paul – ein, für Verlage, nicht angenehmer Kostenfaktor, weil sich die alten Druckvorlagen nicht mehr verwenden lassen, seien es wie ehemals Platten, seien es Dateien, sondern neu gesetzt werden muß, zumindest partiell.

    Erster Morgencigarillo, zweiter Latte macchiato.

    Gestern der Tag lief aus dem Gerück, dennoch habe ich meine Arbeitsvorhaben erfüllt. Dies freilich „nur”, weil US das abendliche Treffen absagen mußte, heftiger Schmerzen offenbar wegen. Wir haben jetzt auf die nächste Woche oder den Anfang des Dezembers verschoben. Ich fand es dennoch schade. Andererseits wird er auch geahnt oder hier gelesen haben, daß ich noch immer nicht heize, was sich im Dezember sicher geändert haben wird. Denn लक्ष्मी, als sie gestern vormittag ganz unvermutet vorbeikam, hat doch ziemlich gefroren. Aber sie mußte mit jemandem sprechen, der ihr vertraut ist und dem sie vertraut, der sie vor allem versteht.
    Das ließ das DTs schon mal wanken. Gleich hernach kam wieder ein Telefonat mit dem leidenden Freund. Ich weiß, was Liebeskummer ist, der ihm zu rasender Not geworden.

    Ui, guck an: Soeben hat mir >>>> Maxim Biller die Anfrage einer Facebook-„Freundschaft” herübergefunkt. Normalerweise guck ich mir sowas gleich an und entscheide. In diesem Falle zögere ich. Als ich seinerzeit die Persische Fassung von Meere erst anbot, dann herauskommen ließ, warf er mir vor, in die Knie gegangen zu sein. Daß es mir nie darauf ankam, unbedingt, zumal so persönlich, recht zu behalten, hat er wahrscheinlich bis heut nicht begriffen – daß es mir alleine auf poetische Wahrheit ankommt und ich nicht das allergeringste Interesse habe, eine überdies mir Nahe und Liebe zu verletzen.
    Mit den >>>> Triestbriefen ist es geradezu dasselbe, deren geplanter Fortgang aus Gründen ganz besonders heikel werden wird, eventuell, über die ich öffentlich nicht sprechen mag. Es sei denn, ich schiebe noch einen ganz anderen, völlig neuen, Roman dazwischen. Ich hatte ja neulich eine Idee.
    Doch insgesamt bin ich zur Zeit vor allem damit befaßt, die „alten” vergriffenen Bücher wieder neu auflegen zu lassen. Das hat etwas von Nestpflege. Die Väter werden, solange sie leben, für ihre Kinder da sein, auch wenn die längst über dreißig sind. Wirklich allein in der Welt stehen wir erst nach dem Tod unsrer Eltern; vorher kann niemand davon sprechen, erwachsen geworden zu sein.

    Um sechs bin ich auf, zum ersten Mal wieder seit längerer Zeit ohne Wecker, allein aufgrund meiner inneren Uhr. Ich verstand es gar nicht, als ich erwachte, dachte, das ist wieder diese häßliche Juckerei. Doch da | sah ich auf mein Ifönchen.
    Der November ist gräßlich; es sang nicht ein einziger Vogel und, wie auf dem zweiten Hinterhof sonst immer, zeterte auch keiner.

    Die Muscheln hatte ich nachts alleine verspeist. Dann rief der Freund an, wollte eventuell gleich noch hierher, bei mir übernachten, eine völlig bizarre Idee, weil seine Eltern ihn vom Flughafen abholen würden. Dann erst zu denen, danach zu mir, er wäre vor Mitternacht nicht hiergewesen. „Schlaf dich dort aus”, sagte ich. „Verdammt nochmal, nimm eine der Tabletten.”
    Jetzt rechne ich damit, daß es jeden Moment klingelt. Na gut, zehn wird es wohl schon werden. Also schnell an die Arbeit. Die ich heute „umdrehen” will: Zuerst jene für die Contessa und erst am Nachmittag die Thetis-Überarbeitung. So habe ich‛s >>>> im DTs auch vermerkt. Wenn der Freund erscheint, wird viel, sehr viel gesprochen werden; die Contessa, deshalb, geht vor. Denn ihr verdanke ich meine ökonomische Ruhe. Außerdem will mein Wiener Arco-Verleger hereinschauen, der zur Zeit ebenfalls in Berlin ist. Da geht es um die Windin dann auch – indessen uns >>>> Christopher Ecker heute sein Rezept zur Zubereitung eines weiblichen Unterarmes verrät (ein junger muß es sein, damit nicht zu zäh); nur eines: Den anderen friert er nämlich ein.

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    Fri, 10 Nov 2017 08:10:41 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Nudeln nach Zahlen http://www.abendschein.ch/nudeln-nach-zahlen/ http://www.abendschein.ch/nudeln-nach-zahlen/

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    Fri, 10 Nov 2017 06:32:30 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 10.11.2017. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-10112017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-10112017/
    [Sondersituation: Freundesbesuch]


    6 Uhr
    Aufstehen, Latta macchiato, DTs etc.
    Die Dschungel, DTs, Arbeitsjournal
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.
    Morgenlektüre Ecker.

    10 – 13 Uhr
    Contessa-Arbeit („Familienbuch”, Transkription ff der Interviews ab 01.14.10)

    13 – 14 Uhr
    Mittagsschlaf

    14 – 19 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 264,
    geschafft wegen des Besuches nur bis TS 268)

    18 – 20.30 Uhr
    Überarbeitung der Erzählungen für Septime.

    20.30 Uhr - offen
    Béart


    ab 19 Uhr bis 1 Uhr
    Gespräche und Gedicht(lektorats)arbeit

    Dazwischen
    Über den Tag wahrscheinlich Verleger- und außerdem Freundesbesuch
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Lektüren

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    Fri, 10 Nov 2017 05:48:00 +0000
    der goldene fisch : Hans Thill : Guillaume Apollinaire zum 99. Todestag http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13660 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13660 Wir trinken den weißen Schlamm der Felder, tragen uns über Mauern
    aus Reisig und Tarnseide. Im Hof der Pioniere kauen wir Getreide,
    Musik aus Menschenhaut und ein Hund spricht objektiv. Ein Kopf
    redet von den Mörsern und zerschossenen Kiefern. Die Knochen
    reden. Ein Kopfverband im Wilhelmjubel. Wir blättern weiter
    zu dem Zeigefinger über Züri. Wir blättern weiter zu den Arimaspen
    über der Schampann. Die (kurze) Zeit heißt plötzlich ich und hat
    bei eins schon ausgezählt. Es geht ein bißchen rauf, es geht
    ein bißchen runter. Dazwischen liegt der tote rote Fluß.
    Babel. Die Affen verlassen die chemische Fabrik, ein ganzer
    Wald geht da nachhause. Ein Zeigefinger, der wandert, hängt
    am Faden einer Maus. Ich lege meinen Leib neben die Marquise.
    Ihr Schoß ist weich wie ein Turnschuh. Ich bin der Kosack
    eines umzäunten Reichs aus Holz und Kohle. Ich bin
    ein Sack Mehl auf dem Maultier nach Montmartre.
    Die Marquise öffnet den spitzen Schirm, der eine Kirche ist
    In einer Garage hinter festem Draht und Zucker bäckt sich
    kyrillisches Latein, der Magen liest sich lieber satt mit Maggipulver.
    Nieder mit Wilhelm, à bas Guillaume, in dieser Nacht waren beide eins
    und zwei. In dieser Nacht fiel es ab von mir wie Gips, der einmal
    Stein war. Ich lag versteckt im Hof des Kalahari, der damals Bischöfe
    buk zu kühlem Brot. Es gab (wir aßen) Algen aus Algeciras,
    Äpfel aus Baumwolle. Im Hof der Pioniere lagern die Tiere

    Aus: Museum der Ungeduld

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    Thu, 09 Nov 2017 21:50:00 +0000
    Psittacos : Sitzlotion http://www.lisaspalt.info/sitzlotion/ http://www.lisaspalt.info/sitzlotion/ Nimm dir ein Beispiel an Heinz von Foerster, der 1938 mit seiner jüdischen Frau nach Deutschland übersiedelte, weil er wusste, dass die Nationalsozialisten das von jüdischen Menschen nicht erwarten würden. Vermeide die Parolen der Aluhutträger nicht, sondern anagrammiere sie! Ozon, Asiatin, Linz in toto, Ananas, Alias-Nation, Sozialstaat Nil, Sitzlotion, Lolita, Nato-Allianz, Anis-Attila, Stalin-Aal, Altzion, o Lazio und Asozialnation!

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    Thu, 09 Nov 2017 17:42:10 +0000
    Glumm : Man kann nicht alles haben – nur einen schönen Batzen https://glumm.wordpress.com/2017/11/09/man-kann-nicht-alles-haben-nur-einen-schoenen-batzen/ https://glumm.wordpress.com/2017/11/09/man-kann-nicht-alles-haben-nur-einen-schoenen-batzen/ ]]> Thu, 09 Nov 2017 13:55:03 +0000 taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20171104) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20171104/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20171104/ was will der mind flayer? / * EINLADUNG // reihe showcase: unreadables! (13.11., ab 17h) dlvr.it/Pz0Bgs / alternative sorgen. Nov 02, 2017 / RT @literapedia_ub: Die Auflage Jg. 2017 von Literapedia Bern in print ist erstellt. Ihr könnt sie hier bestellen: https://t.co/RsYYCGtNzPNov 02, 2017 / * kk008: Bewegungen zur Gehirn-Körper-Integration https://t.co/qdsYUpKxk1 https://t.co/UWXtBEdY2u Nov 02, 2017 / (in der ddc ist die welt noch in ordnung.) https://t.co/d7DZt9fEt0 https://t.co/XUVBZNrYch Nov 01, 2017 / * 20130707 https://t.co/YodEelSRJU https://t.co/0SxXR0hQxn Nov 01, 2017 / fragt nicht. https://t.co/lENjWnJ0N2 Oct 31, 2017 / RT @everycolorbot: 0x5a97fb https://t.co/ifM6XlYCYK Oct 31, 2017 / * C475 S588I15: E73T315 S693M552T125 https://t.co/albuj1U5dw https://t.co/8hDtrM2CGO Oct 31, 2017 / covfefe monday. Oct 30, 2017 / * 140 https://t.co/MswS5fEZ8G https://t.co/v9JeSsjCVa Oct 30, 2017 / farblich korrekt, aber die autos stören. https://t.co/pEDbTtY5NM Oct 28, 2017 / 1 hauptschal, 2 nebenschals, 2 symbolschals. Oct 28, 2017 /


    (alternative sorgen.)

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    Thu, 09 Nov 2017 10:34:22 +0000
    taberna kritika - kleine formen : kk009: Intercom http://www.abendschein.ch/kk009-intercom/ http://www.abendschein.ch/kk009-intercom/ F: E: 009 BT: kk009: Intercom S: BeM NAC 2 A: Olivier Barlet, Gudrun Penndorf V: Hueber Verl. J: 1992-1993 M: 1 Tonband-Kompaktkassette TD: Intercom : communication et correspondance commerciales en français / Ismaning : Max , 3 Bände, 1 Tonband-Kompaktkassette + 1 Begleitheft, 2nd Location: ZB RAC 784 R: (Sprachen der Welt) SN: [001083789] MN: BM1023395 BS: 789 (1) / 120 (1) BE: 151 (1) ER: 9 (-6.0 / 0.3 / 0 / 5) – 8 (0 / 40/ 4.0) – 7 FN: kk_009_001083789_intercom_1.mp3 DA: 2:02 ]]> Thu, 09 Nov 2017 07:49:44 +0000 Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Der Astronaut im gynäkologischen Stuhl. Das Arbeitsjournal des Donnerstags, den 9.... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/der-astronaut-im-gynaekologischen-stuhl-das-arbeitsjournal-des-donners/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/der-astronaut-im-gynaekologischen-stuhl-das-arbeitsjournal-des-donners/ [Arbeitswohnung, 6.25 Uhr
    Latte macchiato, Morgenpfeife]
    Zwei Zettelnotate:
    1) Scham bedeutet Unterwerfung.
    2) Endlichkeit verstehen; manche früher, manche später.
    Ich gehörte stets zu den Schnelleren.
    („Die Menschen
    sind so langsam!” rief beinah gequält, als er vor Jahren mal
    hiersaß, >>>> Peter H. Gogolin aus.)

    Ah ja: N o c h eins:
    Das schönste Kompliment, das mir neulich
    jemand machte: „Sie kochen wie ein Bauer.”

    Mein Schreibtisch liegt voll solch handschriftlicher Zettel, manche sind jahrealt und wurden (werden) irgendwann aneinandergetackert. Dann sind es schmale Häufchen und, wenn auch sie noch aufeinandergelegt, Türmchen mit quadratischem Grundriß. Ich müßte mir Zeit nehmen, die ich nicht habe (oder nicht fühle), sie durchzusehen und zu verwerfen oder präzis formulierend abzutippen, um sie unter den >>>> Notaten oder >>>> Paralipomena einzustellen. Bis eben habe ich das schon begonnene Projekt der „Fröhlichen Wissenschaft” vergessen, für das >>>> Broßmann eine eBook-Lösung erarbeiten wollte; er hat es wohl ebenfalls vergessen. Ich war auch unwillig geworden, weil ich Die Fröhliche Wissenschaft, also Nietzsches wundervollen, weil seinerzeit noch frechen Titel, längst anderswo aufgenommen fand. Dieser Bezug ist mir jetzt schon entwendet (ich war früher, siehe obenst, als die anderen, halt aber nur in Der Dschungel).

    Die Nacht war besser als die letztvorigen, auch wenn ich das Medikament, das mir durch sie hindurchhelfen soll(te), gestern nicht mehr bekam. Ich radelte von Apotheke zu Apotheke, niemand hatte es vorrätig; schließlich gab ich es auf und bestellte. „Morgen früh um neun.” Doch wann ich‛s nachher abhol, ist eigentlich wurst, da ich die Direktive mitbekam: Nur für die Nacht. „Eine weitere also schlaflose wieder”, murmelte ich, erneut in meiner Stammapotheke gelandet. Aber der Seufzer war imgrund schon ironisch. Mich füllte ein Siegergefühl.
    Nämlich, Freundin, kein Krankenhaus. Und nicht nur nicht das. „Ich kann nichts mehr sehen. Da ist gar nichts mehr.” So beschied der Arzt, als ich...
    nun jà, ich hatte zum ersten Mal das Vergnügen, auf einem gynäkologischen Stuhl zu sitzen. Deshalb hattest du, dachte ich spontan, diese Infektion! Damit ich auch dieses einmal erlebte, ein Frauengeheimnis. So also fühlt man sich, also frau, wenn frau da aufgespreizt liegt. Wobei „liegen” ein ganz falscher Ausdruck ist. Frau schwebt halb, ist halb nach hinten gekippt. Bei den proktologischen Stühlen kommt hinzu, daß auch unterm Hintern das Polster wegsurrt. Diese Art, dort zu liegen, ist ein wenig unirdisch; etwas ähnliches habe ich vor Jahrzehnten erlebt, als ich in einen in jede Richtung drehbaren, kippbaren, stürzbaren Astronautenstuhl geschnallt war. Ich genoß es, genoß es damals, genoß es gestern. Hemmnis war einzig das Gefühl der Scham: derart aufgeblößt zu liegen. Weshalb ich im Kopf schon notierte, was dann daheim auf das Zettelchen kam.
    Der Arzt – sympathisch, ein Junger, sachlich freundlich genau – guckte und guckte und tastete und drückte auseinander und guckte. Worüber wir nicht sprechen können, macht uns klein.
    Filme liefen in meinem Kopf ab. Frauen, die nach Vergewaltigungen schweigen, zum Beispiel, wiewohl sie an ihr ja keinerlei Schuld. Dennoch schämen sie sich. Nicht zu fassen, wie beengt wir gemacht worden sind! Wie klein, wie gepreßt in eine moralische Anthropologie, über die wir uns längst erheben sollten. Was mich auf diesen Stuhl gebracht hatte, war da so völlig nebensächlich.
    Es gibt zweierlei Sorten von Scham. Die eine ist berechtigt und menschlich: die darüber, etwas getan zu haben, das meiner eigenen Handlungsmoral widerspricht, oder es unterlassen, mithin ein Unrecht begangen zu haben, für das man sich schämt. Die andere ist ein internalisierter Unterdrückungsmechanismus und setzt bei der intimen Körperlichkeit an; letztlich speist sie sich aus hartrepressiver Sexualmoral.
    Beide sind deutlich zu trennen. Als meine Großmutter starb, weigerte ich mich hinzufahren, denn ich ertrug nicht, daß es sie fortan nicht mehr gäbe. Hierfür schäme ich mich bis heute. Ich bin sogar noch nie an ihrem Grab gewesen, weiß nicht mal, wo ich es finde. - Als meine geliebte Sancha starb, mit vierundzwanzig Jahren, die Kätzin, die mich begleitet hatte, aber nach Berlin nicht mitgekommen war, weil sie den Umzug nicht überlebt hätte, denn alte Bäuminnen soll man(n) nicht verpflanzen, ließ ich nicht etwa alles stehen und fallen und fuhr zu ihr nach Frankfurt am Main, wo sie nun starb, weil es mich für sie nicht mehr gab – nein, ich überließ die letzten Gänge Do. Auch dafür schäme ich mich, schäm ich mich sogar ganz besonders und ganz besonders zurecht. Und spreche ungern darüber, eben weil ich mich schäme. Hier ist die Herrin, unter die ich mich beuge, meine eigene und, als solche, begründete Moral.
    Doch schäm ich mich für eine Krankheit, schäme mich für ein an mir begangenes Unrecht, schäme mich gar für Körperregionen, die ich also nicht nenne, beuge ich mich unter ein von Menschen aus Gründen des Machterhalts ergangenes Gesetz, das sie gerne „von Gott” kommen lassen, also eben derjenigen totalen Fiktion, die selbst Völkermorden jeden nur denkbaren Raum läßt, in allen Formen der Vernichtung. Sie, diese Fiktion, setzt nicht ohne Grund genau an dem an, was unsere Art erst ermöglicht und sie weiters am Leben hält: Sexualität und Stoffwechsel. Als es noch Götter & Göttinnen gab, in der Mehrzahl, war dies anders.
    „Da ist gar nichts mehr”, sagte der Arzt und schob meine Gedanken wie eine Gardine zur Seite. „Sie haben ganze Arbeit geleistet.”
    Sein Ton war dennoch skeptisch.
    „Sowas hab ich noch niemals gesehen. Die Haut dort ist völlig verätzt, ganze Partien sind es.”
    Schrieb ich Ihnen, Freundin, nicht, >>>> eine Schlacht geschlagen zu haben „mit Messer und Schneide und Schrapnells”, überdies halbblind, weil ich dort doch kaum hingucken konnte?
    „Da können wir jetzt nur abwarten, das muß von selbst wieder heilen. Nein, keine medizinische Salbe mehr, keine Lösungen, nur Panthenol.”
    „Aber vielleicht was für die Nacht, damit das Jucken aufhört? Wissen Sie, tagsüber ist es zu ertragen, da konzentriere ich mich. Aber nachts, wenn das Bewußtsein sich auflösen möchte, läßt einen dieses Jucken wahnsinnig werden.”
    „Gut, aber nur für die Nacht. Doch überhaupt muß man sich fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, das Problem unter Betäubung mit ein paar Schnitten zu lösen, als jetzt diese Verätzungen zu durchleiden.”
    „Dann hätte ich einen Monat warten und, da die Stellen nicht einsehbar sind, jedenfalls nicht unter normalen Bedingungen, fürchten müssen, daß sich die Dinger noch ausbreiten - noch in mich tief hinein. Das wollte ich auf keinen Fall riskieren.”
    Tatsächlich füllte mich ein Triumphgefühl: geschafft, auch wenn der Boden da umher ein Verdun war, Dezember 1916. Nicht mal, Fahrrad zu fahren, machte mir nachher was aus. Und was ich in der Apotheke schließlich befürchtete, trat schlichtweg nicht ein. Sondern ich habe prächtig geschlafen.


    (>>>> Bildquelle)

    Nur noch pflegen also. Und, was mir nun nicht mehr schwerfällt, Geduld haben. Lächeln. Ich bin zurück im Lebens-, mithin im Liebesspiel

    und ging als erstes Muscheln kaufen, auch zwei Austern. „Wenn alles gut geht”, hatte ich der Löwin gesagt, „eß ich nachher Muscheln.”
    Also zu >>>> Mitte Meer, noch v o r den Apotheken. Genuß geht vor Leid. Auch an Calamari war mein Vorrat neu zu bestücken, ebenfalls an Gamberi.
    Ich brodelte vor ADHS.
    Zum Arbeiten kam ich nun nicht mehr, meine Contessa wird‛s mir verzeihen. Denn die Muscheln – es war, als ich heimkam, spät geworden; bis ich beim Arzt drangekommen war, war reichlich Zeit verstrichen – wollten geputzt, vor allem wollte der Sud vorbereitet werden – viel zu viele Muscheln übrigens, der Verkäufer gibt mir zum Verlangten immer ein zwei Schippen hinzu, so daß ich

    auch für h e u t e abend noch habe, worauf ich freudig vorausschau. Auf einem Verlagsfest zur >>>> Messe nämlich war jemand, den ich bewußt nur mit Anagramm nenne, für etwas, das ich auch nicht nenne, jedenfalls noch nicht, sondern erst, wenn es spruchreif ist, nennen werde, --- war also US auf mich zugetreten und hatte gesagt: „Verzeih, ich habe mich gerade erst kundig gemacht. Du hast unterdessen ja ein richtiges Werk! Und da hatte ich den Einfall, es ... dann und dann ... herausgehoben … - Dürfte ich? Wärst du bereit? Darf ich Dich anfang November zum Essen einladen, und wir besprechen‛s?” „Aber nur”, sagte ich, „wenn >>>> meine Lektorin a u c h...” „Wo ist sie denn?” Sie war noch nicht da, hatte anderswo ein Gespräch, kam dann erst nach zehn, also abends, bzw. nachts, und war von US beinah schon dringend erwartet; ich hatte so sehr geschwärmt. Nun sie auch anseh‛nd, schmolz er, was Wunder, dahin.
    „Ich rufe dich an nach der Messe.”
    Den heutigen Termin machten wir über Facebooks Messenger aus.
    „Was hältst du davon, hierher zu kommen, in die Arbeitswohnung? Zu Käse und Wein? Da läßt sich‛s doch viel besser sprechen als in irgendeinem Lokal.” Und nun auch zu Muscheln, sofern er die mag. Mit den Austern hingegen werde ich, ich allein, mich mittags einspeisen – sowie die erste heutige >>>> Arbeitsvornahme abgehakt ist.
    Auch Musik will ich wieder hören: gewaltig und laut

    doch aber auf Christopher Ecker nicht vergessen, das nächste Stück >>>> der Anderen Häfen. Diesmal geht es um eine Tür in der Küche, die der männliche Protagonist der beiden, von denen erzählt wird, jahrelang nicht wahrgenommen hat. Jetzt fällt sie ihm auf. Allerdings ist sie auch der Frau neu. „Wieso ist da eine Tür?” fragt sie.
    Gemeinsam erkunden sie das Dahinter. Eine weitere Tür, eine Stiege. Die nimmt nur e r. Tritt unten auf die Straße. Alles dort ist nun ähnlich, doch anders.
    Auf normalem Weg, durch den gewöhnlichen Hauseingang also, kehrt er zurück. Wahrscheinlich ist das ein niemals zu korrigierender Fehler. In den Andersweltromanen habe ich ihn >>>>> bis in die letzten Konsequenzen gestaltet.


    Aufgestanden, liebe Freundin, bin ich heute um Viertel vor sechs. Durstig nach Taten bis hinter die Stirn und von dort drinnen die ganze Wirbelsäule runter.

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    Thu, 09 Nov 2017 07:43:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 9.11.2017 http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-9112017br-center/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-9112017br-center/ 5.45 Uhr
    Aufstehen, Latta macchiato, DTs etc.
    Die Dschunge, DTs, Arbeitsjournal
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.
    Morgenlektüre Ecker.

    10 – 13.00 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 232)

    13.00 – 14 Uhr
    Mittagsschlaf

    14.00 – 15 Uhr
    Zur Apotheke (Med. abholen), Einkäufe für den Abend

    15 – 18.30 Uhr
    Contessa-Arbeit („Familienbuch”, Transkription der Interviews; ab 01.00.40)

    ab 19 Uhr
    Besuch von US:
    Vorgespräch für ein Projekt bei Käse, Muscheln und Wein
    (Anderswelt, Meere, Aeolia & Béart, insgesamt ANH;
    ebenfalls Schulzes und ANHs Joyce-Nachdichtungen)

    zahnschmerzhalber abgesagt

    Dazwischen
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Lektüren


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    Thu, 09 Nov 2017 05:21:00 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : halsposaune http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/ONGGbpThvqo/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/ONGGbpThvqo/ pic

    alpha : 15.12 – Es ist Freitag. Seit einer halben Stunde verharrt der Hilfspolizist Thomas Liebermann an der Centralstation vor dem Gleis 8 völlig bewegungslos, weil ihm ein sehr kleiner Mann begegnet war, der über Fähigkeiten verfügte, die Herr Liebermann nicht vorhersehen konnte. Es war nämlich so gewesen, dass er diesen kleinen Herrn kontrollieren, das heißt präzise, den kleinen Mann aus der Halle des Bahnhofes entfernen wollte, weil der kleine Herr sehr ärmlich gekleidet war und außerdem schmutzig und verletzt durch eine Wunde an der linken Wange, die nicht sehr gut, vielmehr äußerst schrecklich wirkte. Sie bewegte sich nämlich, irgendetwas in der Wunde bewegte sich. Nun ließ sich der kleine Herr, der einen schäbigen, blauen Koffer auf den Boden abgestellt hatte, nicht bewegen in Richtung des Ausganges zu gehen. Er sah Herrn Liebermann stattdessen mit einem festen Blick entgegen, weil er der festen Überzeugung gewesen zu sein schien, dass er sich nicht oder nicht auf Befehl hin auf den Weg machen würde hinaus in die Kälte. Kurz darauf öffnete der alte Mann seinen Mund. In diesem Augenblick erkannte Hilfspolizist Thomas Liebermann, dass er etwas Außergewöhnliches erlebte. Denn in den Rachen des Mannes tief im Schlund war, nunmehr gut sichtbar, der Klangtrichter einer kleinen Posaune eingelassen. Von dort her war unverzüglich ein sonorer Ton zu hören, der die Halle erbeben ließ, sowie Herrn Liebermann in einen Zustand der Erstarrung versetzte. Das war vor einer halben Stunde gewesen, aber das erzählte ich bereits. Auch drei Tauben ließen ihr Leben. – stop
    ping

    Der Beitrag halsposaune erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Wed, 08 Nov 2017 21:21:24 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Ähnlich einer heilenden Hand. Das Arbeitsjournal des Mittwochs, den 8. November 2017. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/aehnlich-einer-heilenden-hand-das-arbeitsjournal-des-mittwochs-den-8-n/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/aehnlich-einer-heilenden-hand-das-arbeitsjournal-des-mittwochs-den-8-n/ [Arbeitswohnung, 7.24 Uhr
    Latte macchiato, Morgencigarillo]

    Ich solle auf jeden Fall viel Zeit mitbringen und nicht später, wiewohl die „Akut”-Sprechstunde erst um 16 Uhr beginne, dort ab Viertel nach drei sein. So werde ich dazu kommen, ein längeres Stück >>>> in der Jos zu lesen. Dann hat der Besuch auch sein vordergründig Gutes; über das Hinterngründige sprech ich hier nicht oder nur soviel, daß ich nun doch nervös bin. Zahnarztbesuche, immer, stecke ich mit Links weg, bekanntlich; nicht der Schmerz ist es, vor dem ich mich fürchte. Aber nicht zu sehen, nicht bei Bewußtsein zu sein. Sie wissen, Freundin, wie ich >>>> seinerzeit bei der Leisten-OP darauf bestanden habe zuzugucken; in den OP-Raum ließ ich mich auf dem Schiebebett sitzend schieben. Ich wollte mir, das Ziel ins Auge nehmend, jeden Gang einprägen, durch den ich da, kann man das sagen? fuhr? und im Blick nicht allzeit nur die Decke haben, mit ihren kalten Lampen. Selbstbestimmung solange wie möglich.
    Meine ganze Angst vor der Kindheit. Noch heute ist mir schleierhaft, wie man sie sich schönreden kann. Es war, unterm Strich, die beklemmendste Zeit meines Lebens, auch wenn sie rauschhafte Phasen hatte, nämlich immer dann, wenn ich in meine inneren Welten floh, die ich nach außen aber projezierte und also wirklich durchstreifen konnte – ob es ein Wald war, ob‛s das damals noch Urgestrüpp des Braunschweiger Franzschen Feldes oder das Wehr an der Oker waren oder die seinerzeit die Stadt durchziehenden Brachen und Ruinen, die ich mit Geisterwesen belebte. Die Wahrheit ist: S i e belebten mich.
    Daß ich als Erwachsener einen, wie immer auch „postmodern”-komplexen, >>>> Elfenroman schrieb, also Elbenroman, wen wundert‛s? Sehr möglicherweise stammt meine Gegnerschaft zum literarischen sogenannten Realismus aus derselben Quelle, meine Neigung zur Phantastischen Literatur sowieso.
    Einerseits bin ich also nervös, mit einer Spur von Furcht darin, andererseits aber auch froh, daß diese Angelegenheit nicht weiter nur immer auf der juckenden, nässend-schmerzenden Stelle tritt, auf den Stellen, Mehrzahl, also. Wobei die Furcht (vielmehr ein Instinkt) sich auf meine Ahnung bezieht, daß mich der Arzt ins Krankenhaus einweist. Nämlich die Nacht war schlimm. Doch Krankenhäuser sind Orte der Ohnmacht.
    Um drei nahm ich endlich einen Rat der Löwin an. Im Kühlschrank liegt seit längerem eine Kompresse, die sie einmal besorgt hat. Ich klemmte sie zwischen die Arschbacken, und wirklich, die Kühlung schenkte mir zwei Stunden Schlafs. Sie hatte sogar etwas Liebevolles, ähnlich einer heilenden Hand, die sich auflegt. Das, für irgendeine Szene eines spätren Romans oder einer Erzählung, unbedingt vermerken. Die Hand einer Geistin, herausgeholt aus der Banalität von Kompressen.
    Ich schlief wie umarmt.
    Es ist ohnedies nicht menschlich, alleine zu schlafen; wenn ich gesund bin, schlafe ich immer zu zweit, auch wenn die Nähe, in die ich, wenn alleine, mich bette, nach wie vor eine elbische ist.

    Nach den Erfahrungen allerdings mit meinen eigenen Kindern mag ich, was ich über Kindheiten schrieb, doch gerne modifizieren; nur haben halt s i e eine लक्ष्मी zur Mutter, und einen Vater, der‛s sein will, auch. Zudem sind insgesamt die Zeiten andre geworden, der politisch-erotische Korrektheitswahn nun hin oder her. Ich finde sogar den musikantischen Mainstream erträglicher als die verklemmte Schlagerunseligkeit meiner frühen Jahre. Auch tut die Freiheit einiges hinzu, die uns das Internet gibt; für jede Neigung gibt‛s ein Zuhause, für eine jede Sehnsucht. Imgrunde ist das Netz ja selber ganz elbisch; es ist nur konsequent, daß es auch Dunkelalben gibt. Zensieren und/oder regulieren wir sie, dimmen wir gleichfalls das Licht.
    Und noch eines muß ich relativieren. Wenn ich krank war, war ich auch als Kind aufgehoben, jedenfalls bei meiner Großmutter, indes meine Mutter auch dann nicht wirklich Zeit hatte, aber notgedrungenermaßen, Sie wissen schon: eine geschiedene Frau in den Endfünfzigern, frühen Sechzigern, mit zwei Kindern, allein... gesellschaftlich eine Hölle. Zu deren Herrin sie sich aufschwang, einer zumindest, allein durch ihre Leistung. Wie sehr mich das geprägt hat, weiß ich erst seit meiner Analyse. Ihr allein, meiner Mutter, wahrscheinlich ist es zu verdanken, daß meine Schreiberei (die eskapistisch Geschwärme gewesen) zu einem Werk werden konnte. Gefallen freilich hat es ihr nie. Zu wenig production, also Geld... und das öffentliche Ansehen? - Nun jà, Freundin, Sie wissen, wie es darum bestellt ist.
    Jetzt habe ich dreimal hintereinander das Wort „allein” geschrieben. Allein, allein, allein. Soviel zur Kindheit, der meinen. „Schauen Sie nicht immer zurück”, sagt die Löwin. „Bilanzen zieht man, wenn überhaupt, erst mit achtzig.” Da springt >>>> meine Morgenlektüre ihr bei:

    :

    „Die erste Bilderreihe zeigte, wie er ein Handtuch mit kaltem Wasser befeuchtete und seinen heißen Leib darin einwickelte. Die zweite zeigte, wie er mit beiden Händen sehr flüssigen Kot von den Schenkeln wischte und unter fließendem Wasser durch das Siphonsieb des Zimmerwaschbeckens drückte.” Genau das tut, wer Bilanz zieht.
    Dennoch, interessant bleibt der Gedanke, aufgehoben zu sein, wenn man krank ist. Ich kann von Glück sagen, daß sich mir das nicht als Muster eingeprägt hat; für Hypochonder geradezu ein Erklärungsschlüssel. Es stand halt, liebste Freundin, mir | stets eine Elbin zur Seite.


    Ja, man muß diesen Satz rhythmisieren.

    *

    Auch ein andrer Satz hallt nach. Es sind aber zwei.
    In den beiden Stunden tiefen Schlafs, von denen ich erzählte, träumte mir ein gutes Gespräch. Ich weiß aber nicht mehr, ob es mit (von?) einer Frau oder einem Mann geführt wurde. „Sie haben jetzt Ihr Werk hingestellt, das bleibt unverrückbar. Kümmern Sie sich j e t z t darum, reich zu werden.” - Es war dies eine insofern spannende Einlassung, als es umgekehrt nicht funktioniert hätte (oder funktionieren würde; o b es funktionierte, sei für diesen Gedanken einmal „ganz außen vor”). Auch Rimbaud wäre nicht zuerst Waffenhändler geworden und ein Dichter erst nachher. Ich spreche von Dichtern, Dichterinnen, nicht von Schriftstellern, die mehr oder minder von faktischen Realien leben. Wir hingegen leben von den Elben, die gerade mir schon >>> im Vornamen sitzen; nein, die Freunde, die mich benannten, haben das nicht gewußt. Die Dinge lassen uns, schreibt, als er jung war, Benjamin, ihre Namen geben. Ist es ein solcher, also Name (und nicht etwa „Begriff”), seien sie bei s i c h, ganz so wie wir. - Übrigens ist „Alb”, las ich eben, auch das alemannische Wort für „Alm” gewesen.

    Weiter mit Thetis. Und wenn ich vom Arzt zurückkommen werde, geht‛s wieder an das Tonprotokoll für das Familienbuch der Contessa.

    Die Sonne, schönste Freundin, scheint.
    ANH

    P.S.: Jemand, die nicht genannt werden möchte, rief wegen >>>> Maria Evans v. Krbek an. Mein kleiner Nachruf lege nahe, sie sei von eigener Hand aus dem Leben geschieden. Das sei mitnichten wahr; ein „abgelegter Freund” habe es so in Umlauf gebracht. Sie, die Anruferin, glaube vielmehr, Maria sei ermordet worden. Doch lasse sich das nicht beweisen. In jedem Fall möge ich umformulieren. Dran werde ich gleich etwas kauen.

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    Wed, 08 Nov 2017 08:14:00 +0000
    Nymphenbad : Allerlei zu versuchen http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/allerlei-zu-versuchen.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/allerlei-zu-versuchen.html

    achja asfaltschleim, eine bitumie
    bergteer, satanspech gegen aller
    lei gebrechen (sie gingen die end
    lose allee entlang unter den
    schwarzen platanen) musik ála
    zingarese betäubte die ohren in
    ihrem halfter, zum schumann'schen
    rotationstachistoskop, mit dem
    der umfang der aufmerksamkeit
    gemessen werden soll

    ist nicht so / daß wir kühlen könnten
    ist nicht so / daß wir ober=räubern
    abrammen, umtafeln, um tafeln
    herum : waffeln / daß wir
    ohnsägliches gespür, entrinnen
    mimenzwecke im spiegelfleisch
    hören wir bitteren fuchsjagden zu


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    Wed, 08 Nov 2017 08:03:00 +0000
    taberna kritika - kleine formen : 20130708 http://www.abendschein.ch/20130708-2/ http://www.abendschein.ch/20130708-2/

    eine sprachverarmung
    bei jedem todesfall als zeichen von trauer die abschaffung eines wortes nicht zu sparen sondern vorzusorgen aus dem quelltext der praktischen vernunft zu bett gegangen aufgewacht und es war weihnachten fest der lichter und der abwesenden
    im schein

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    Wed, 08 Nov 2017 07:54:03 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 8.11.2017 http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-8112017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-8112017/
    6 Uhr
    Aufstehen, Latta macchiato, DTs etc.
    Morgenlektüre Ecker.
    Die Dschungel, Arbeitsjournal , Bruno Lampe etc.
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.

    9 – 13 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 225) (aber nur 7 S. geschafft)

    13 – 14 Uhr

    Mittagsschlaf

    15.15 Uhr - ???
    A r z t (Chirurg)
    Lektüre (Nina Jos) während der Wartezeit

    ??? – 21 Uhr
    Contessa-Arbeit („Familienbuch”, Transkription der Interviews)
    [bis 01.00.40]

    (Nur Arzt, Apotheke usw.)

    Dazwischen
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Lektüren

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    Wed, 08 Nov 2017 06:41:37 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 341 - der spitzfünd’ge Lehrbegriff der Freiheit http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-341-der-spitzfuendge-lehrbegriff-der-freiheit/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-341-der-spitzfuendge-lehrbegriff-der-freiheit/ Nachrichten aus der Welt. Vorvorgestern. Um 17.54 sei geboren Eva Marie. So kommt nach dem Großneffen auch die Großnichte. Und der Großonkel doppelt sich und überlegt, ob er nicht doch mal wieder nach R. fahren sollte. Und es rührte doch irgendwie. Der Name selbst ein Echoraum.
    Einen solchen gab’s auch vorgestern, ein Tag, der sich zumindest tagsüber gewittrig gebar und dem Tag die Hänge vorzog. Einen Moment das Gefühl, ich müsse das Modem vom Netz nehmen, aber das Zählen der Sekunden zwischen Blitz und Donner verschob die Gefahr in sichere Ferne.
    Am Tag davor noch rief mich F. an, der Römer, der halb im norwegischen Bergen, halb hier in Amelia lebt. Sonntag abend seien Freunde von ihm hier bei Valda, um Jazz zu spielen. Es regnete nicht mehr, es blitzte nicht mehr, die Welt war trocken genug. So daß ich hinunter ging. Das Betreten der Pizzeria kam dem Verlassen meiner Behausung gleich. Ich hatte Pink Floyd gehört, und hörte beim Betreten Pink Floyd. The Allhologlobesounds der derzeit Allabende. Aber in diesen Compilations wird Ummagumma ziemlich verschwiegen zugunsten des Erlauschbareren. Des in seinen gängigen Rhythmen sich Ergehenden.
    Rhythmen. Das waren auch diese drei aus Rom gekommenen Freunde des F. (er habe, deutete er mal an, gar irgendwann das Dante-Institut in Norwegen geleitet (mittlerweile schreibt er Artikel auf Norwegisch fürs Lokalblatt)), die er von seiner römischen Jugend noch kenne, als sie noch 14 oder wer weiß wie alt waren. Auf jeden Fall die Generation der kurz vor dem Ende des WK II oder kurz danach Geborenen.
    Und die spielten den Jazz der 20-30-40er Jahre. Schlagzeug, Keyboard, Klarinette. Und begriffen sich tatsächlich als eine Art Konservatorium dieser Art von Rhythmen. War im recht intimen Kreis sehr angenehm. Bewirkte unwillkürliches Lächeln. Eine Art Klangmuseum. Bei einem der letzten Stücke sagte ich zu F., es fehle hier nur noch die Stimme von Armstrong.


    Fra i clandestini nel locale di Valda
    >>>> Foto (c.): Valda Coco; Bruno Lampe sitzt ganz links.

    Unwillkürlich kam mir jetzt (aber jetzt war gestern) Pavese dazwischen wegen R. und der neuen Großnichte, deretwegen mich sogar die nunmehr Doppeloma, also meine Schwester, vorgestern anrief. Es ging um seinen Heimatbegriff und seine, in dessen Zusammenhang, Auffassung von Mythos. Damals an der FU hätte es schon eine Arbeit werden können, wäre nicht das Unbehagen gewesen, mich in einer Umgebung zu bewegen, in der Selbstverständlichkeit herrschte, wo bei mir nur ein Fremdsein wie ein Tu-More dem Tu-Wat sich entgegenstellte.
    Beim Blättern in Paveses ‘Handwerk des Lebens’ diese dick unterstrichene Stelle gefunden (mit Bleistift daneben ein Hinweis auf Stifter, wahrscheinlich - während der Olympischen TV-Spiele in Moskau geschrieben - aus der Zeit einer Seminarbeit über ihn, für die ich bloß eine ‘vier’ bekam, hatte mich aber auch allzusehr an Schmidt dabei verbissen (man erinnere sich seiner Landschaftszeichnungen im stifterschen Sinne: links ein Schenkelchen, rechts ein Schenkelchen, und dazwischen strömt der Bach hervor))):
    “Der mythische Ort ist nicht der individuell einzigartige, vom Typ des Heiligtums oder ähnlichem [....], sondern vielmehr der mit gewöhnlichem, allgemeinen Namen, die Wiese, der Wald, die Grotte, der Strand, die Lichtung, der in seiner Unbestimmtheit alle Wiesen, Wälder usw. beschwört und alle mit einem Symbol-Schauer belebt.”
    Solange ein Wort wie ‘Zissen’ nicht eingebracht werden kann, weil dieser Flurname für mich nicht mehr genau zu verorten ist, bleibt es bei solchen Worthülsen. Oder der ‘Malloh’, die Fahrt einmal auf verschlungenen Waldwegen von R. nach Knesebeck. Das Wissen um diese Waldwege. Als Kind begleitete ich meine Eltern zu verwunschenen Stellen im Wald, an denen haufenweise Bickbeeren wuchsen. Die blaue Zunge, die man herausstreckte.
    Die Vorderen wußten sich damit noch verwachsen.
    >>>> Eggers Arbeit, dessen ‘Val di Non’ ich nun auch gelesen, geht in diese Richtung, aber ungeheuer weit darüber hinaus.
    Dieweil auch weiter im Kleist, dem eine gewisse Komik selbst in den desperatesten Situationen nicht abzusprechen ist, in der Herrmannschlacht, im Prinzen von Homburg, im vor einer Stunde ausgelesenen Michael Kohlhaas, subsumiert meinetwegen darin:
    “der spitzfünd’ge Lehrbegriff der Freiheit” (Prinz von Homburg).
    Oktoberrevolution: das Ding an Sich wird zum Centenaire. Um jetzt festzustellen, daß der ‘Hundertjährige’ von Obaldia sich nicht unter O in der Bibliothek zeigen will. Mögte eventuell dem Zettel gleichzusetzen sein, den der Kohlhaas im Angesicht des Kurfürsten von Sachsen verschlingt. Was sind schon Weissagungen einer Oktoberrevolution. Klar, es begeistert allemal, den Chor der Roten Armee singen zu hören. Pathos. Keine Ahnung, wo der Obaldia gelandet ist. Wahrscheinlich in irgendeinem Haufen, der wahllos um sich schießt, um mich von ihm abzuhalten, weil es der Hundertjährige möglicherweise verboten hat, ihn an einem solchen Tag zu zitieren. Soweit ich mich an den Text erinnere, wäre es ihm wahrscheinlich lieber, sich zum hundertsten Geburtstag der Monroe zu äußern. Hm, das wäre in neun Jahren der Fall. Erleb’ ich vielleicht noch. Aber bis dahin ist unbedingt der ‘Centenaire’ wiederzufinden.
    “der spitzfünd’ge Lehrbegriff der Freiheit” (Prinz von Homburg).

    III,340 <<<<
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    Tue, 07 Nov 2017 20:28:00 +0000
    der goldene fisch : Christian Lorenz Müller : UND WENN DU HINAUSGEHST http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13655 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13655 Langsam verlanden die Farben,
    das Jahr zieht sich zurück.
    Schlickiger Nebel,
    Tage ohne festen Grund.
    Hie und da nur
    zappelt ein Sonnenstrahl
    in einer Pfütze.
    Irgendwo, ganz fern,
    das Rauschen der Stadt.

    Du wohnst in einem
    kantigen Leuchtturm
    mit blinder Linse.
    Wenn du hinausgehst
    muscheln Silben im Laub.

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    Tue, 07 Nov 2017 17:39:15 +0000
    rheinsein : Die drei Quellen des Vorderrheins http://rheinsein.de/2017/11/07/die-drei-quellen-des-vorderrheins/ http://rheinsein.de/2017/11/07/die-drei-quellen-des-vorderrheins/ “Auf dieser Platte stellt sich das Schauerliche des Gegenstandes besonders dar. Wenn man das Auge nicht sehr hoch richtet, so sieht man keine Luft; ein auffallendes Gegenstück zu einem Anblick der offenen See, wo man nur Himmel und unbegränzte Wasserfläche sieht. In dieser geheimnisvollen Abgeschlossenheit, in dieser Felsenkammer, die den Wanderer, wie in einer Werkstätte der Natur, die erste Anlage ihrer Werke schauen läßt, wird das Gemüth wunderbar ergriffen. – Fettes, üppiges Grün auf der schmalen Ebene, die die Bäche durchschneiden; zwischen kahlen, nackten Steinen Schnee im heissen Sommer, neben dem Schnee einzelne Halme, weiter oben sparsam mit Moos bedeckte Felsenmassen. – Drey Bäche beleben dieses Bild durch ihr dumpfes Rauschen, mächtiges Brausen, und sanftes Rieseln. Jener Bach, gegen die Mitte hin, arbeitet sich geheimnissvoll aus der Tiefe hervor, und heisst aua (aqua) de Toma. Der zweite stürzt von der Höhe herab – aua del Parlet, der dritte rinnt bescheiden über die Fläche daher – aua del Badus. – In diesen drey verschiedenen Arten, sich zum Ganzen zu verbinden, liegt wohl manches Bedeutungsvolle des mächtigen Stroms. – Welch ein Genuss, das Grosse, Herrliche und Liebliche der Natur zu schauen, zu fühlen, und zu verstehen! -”
    (Bildbeschreibung zu Johann Georg Primavesi: Die drei Quellen des Vorderrheins, Kupferstich, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Autor des Textes ist unbekannt.)

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    Tue, 07 Nov 2017 13:35:30 +0000
    Nymphenbad : Kultmaker: Albera Anders sieht The VVitch http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/kultmaker-albera-anders-sieht-vvitch.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/kultmaker-albera-anders-sieht-vvitch.html
    The VVitch.


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    Tue, 07 Nov 2017 13:00:08 +0000
    Nymphenbad : Eine ganz andere Form http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/eine-ganz-andere-form.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/eine-ganz-andere-form.html Die Welt hat sich seitdem nicht mehr blicken lassen, es ist wie bei den Dinosauriern.
    Eine ganz andere Form, aber sie nennen sich beim gleichen Namen.
    Ich gehe die Straße hinunter und habe die Wahl, schon an der Kreuzung links abzubiegen,
    oder einfach geradeaus weiter zu gehen.
    Links bin ich schnell im Park, der einer von vielen ist. Endet er, endet mein Weg und ich bin da.

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    Tue, 07 Nov 2017 09:17:27 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Er schafft‛s nicht in die Oberstadt. Im Arbeitsjournal des Dienstags, den 7.... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/er-schaffts-nicht-in-die-oberstadt-im-arbeitsjournal-des-dienstags-den/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/er-schaffts-nicht-in-die-oberstadt-im-arbeitsjournal-des-dienstags-den/ [Arbeitswohnung, 7.41 Uhr]

    Oder schafft es halt doch, bzw. meint, es zu schaffen – sofern er sich von seiner Frau trennt. Was wiederum an Bobby liegt, der sein polizistisches Herrchen selbst nach dessen Tod nicht verließ, sondern vierzehn Jahre lang, heißt es, neben dessen Grab gewacht hat. Friedhofsbesucher fütterten ihn.
    Unklar bliebt, wie er starb, so unklar, wie ob Ecker wirklich den geschilderten Spaziergang machte oder nicht - tatsächlich im Wortsinn versonnen (so, wie man verfällt) - am Eingang des Greyfriars Kirkyards stehengeblieben. Woraufhin er kehrtmacht, sich im Hotel in seine Etage zurückheben läßt, die Tür öffnet und seiner noch im Bett liegenden, seiner so frühen Rückkehr wegen überraschten Frau seine Entscheidung mitteilt. Und das Gelächter, das aus ihm ausbrechen will, verbindet ihm die bis dahin vor ihm verschlossene Topografie. So >>>> meine tägliche Morgenlektüre,

    die ich freilich erst begann, nachdem ich – um sechs Uhr hoch, Latte macchiato usw. – einiges andre erledigt, etwa >>>> die Tagesplanung entworfen und per Email den morgigen Arzttermin bestätigt hatte, bzw. per Netzformular. Die Nacht war wieder unruhig. Mich hatte auch meine Lieblingskomissarin des Tatorts verärgert, Maria Furtwängler, nicht weil sie auf einen brutalen männlichen Übergriff nach quasi Lehrbuch reagierte, also nicht reagierte, sondern weil sie sich nach einer genauso unerträglichen, wie der Übergriff war, „Musik” ausgelassen bewegte, will sagen: tanzte. Sie, die Musik, war genauso brutal wie die beiden jungen Männer, die sie erst beim Pinkeln mit ihrem Handy filmen (vor der Damentoilette stand die übliche Schlange an – ich werde nie begreifen, weshalb Frauen dann nicht die Toiletten der Herren benutzen; jedenfalls ging sie, Frau Furtwängler, hinaus und hockte sich zwischen zwei Autos –) und dann, als sie verlangt, daß die primitiven Jünglingsrüpel es löschen, von ihnen zusammengeschlagen wird. Genau das tut, wenn auch „nur” mit der Seele, die aber gefeierte Schlagermusik.
    „Na jà”, entgegnete nachts in Facetime die Löwin, als ich ihr meinen Ärger erzählte, „so stand‛s halt im Drehbuch.” „Dann lehnt man so eine Rolle ab.” Hätte jedenfalls ich getan. Mein Ärger war wahrscheinlich aber nur deshalb so groß, weil meine Imago der Furtwängler mit ihr selbst nicht länger deckungsgleich blieb. Womit wir in >>>> die gestrige Diskussion zurückgefallen sind – oder mit ihr weitergekommen.
    Weshalb Frau Furtwängler meine Lieblingskommissarin ist, muß ich, denke ich, nicht länger ausführen. Man(n) muß sie nur ansehen, sie hören, ihre eleganten, zugleich stets zurückgenommenen Gesten wahrnehmen, die Zwischentöne in ihren Blicken; der Tatort „selbst” ist mir da ziemlich egal. Wobei ich nicht einmal zu sagen weiß, ob sie als Schauspielerin gut ist; die Löwin bezweifelte es: „Sie ist als diese Kommissarin gut, das allerdings.” Tatsächlich habe ich sie in anderen Filmen auch noch nie gesehen. Ist mir aber wurscht. Ähnlich ging es mir eigentlich nur noch bei Romy Schneider, und geht es noch. Sie muß(te) nur sein, und es beglückt(e) mich und macht(e) aus mir einen ruhigen, sich selbst gewissen Mann, der zugleich berauscht ist.
    Durchgehend, meine ich, stets. Bei anderen Projektionen (die Jolie, die Catterfield) geschieht‛s mal in diesem, dann jenem Film, in anderen wiederum gar nicht.
    Geht‛s mir mit Männern eigentlich auch so?
    Eher nicht. Ich nehme sie ja nicht erotisch wahr oder nur kaum, nicht mal Til Schweiger (den ich, Sie wissen es, Freundin, als Schauspieler schätze – wie oft, ach, haben Sie deshalb die Nase gerümpft!, aber ich beharre auf seiner Qualität), erst recht nicht Matthias Brandt (den ich als Schauspieler sogar bewundere), nicht mal Richard Gere (den alten, der junge war nicht wirklich interessant). - Marlon Brando vielleicht? Nein, auch nicht, wiewohl hier ein Bild von ihm angepinnt ist, das ich der Löwin wegen – Sie dürfen es den Impuls einer Eifersucht nennen – fast einmal abgepinnt hätte:


    Gut, das Tagwerk wie nun schon fast wieder „üblich”; entnehmen Sie‛s dem DTs. Allerdings eine Pause dazwischen, wenn meine Madame LaPutz herumwirbeln wird. Heute werde ich aber deshalb nicht flüchten, sondern endlich, da aber konzentrierte Arbeit nicht recht möglich, das von Freund M. reparierte Nettbückerl einrichten, also die nötigen Programme aufspielen usw.
    Außerdem bin ich gespannt, was meine Contessa sagen wird, der ich gestern abend die ersten Seiten des Tonbandprotokolles geschickt habe, schätzungsweise ein Fünftel bis Sechstel des später gesamten.

    Letzte Durchsicht gestern noch der nun in Druck gehenden >>>> Kammermusik. In etwa zwei Wochen wird das Buch zur Auslieferung bereitstehen; ich werd es Ihnen annoncieren.
    Ah jà, und meine Rezension der wundervollen Out of Land-CD ist >>>> bei Faustkultur erschienen. Ich habe es gestern auf der Hauptsite schon annonciert, aber weiß, Freundin, doch, daß Sie Die Dschungel meist direkt über die Arbeitsjournalrubrik aufrufen, und nicht wenige tun es so m i t. Da kann hier ein neuerlicher Hinweis nicht schaden.

    Ihr
    ANH

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    Tue, 07 Nov 2017 08:23:55 +0000
    Nymphenbad : Feston http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/feston.html http://nymphenbad.blogspot.com/2017/11/feston.html

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    Tue, 07 Nov 2017 08:15:22 +0000
    taberna kritika - kleine formen : T585 B496: #B677E56 http://www.abendschein.ch/t585-b496-b677e56/ http://www.abendschein.ch/t585-b496-b677e56/ Z36T253 B677E56
    H623E65 S799ht N974
    Z36T253 B677E56

    N594ts W415T315
    K24I35 W111R936
    F944E33E65 H111E83T253 M266

    S347A436pP628 G292S129t
    H623E65 S799ht
    E35 O98yM868.

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    Tue, 07 Nov 2017 07:58:48 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 7. 11. 2017. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/1022637594/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/1022637594/
    6 Uhr
    Aufstehen, Latta macchiato, DTs etc.
    Die Dschungel: Arbeitsjournal, Lampe etc.
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.
    Morgenlektüre Ecker.

    8.30 – 10.30 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 195)

    [Putzfrau hier bis 14 Uhr]

    10.30 – 13.30 Uhr
    Das reparierte Nettbückerl einrichten (Programme etc)

    13.30 – 14.30 Uhr
    Mittagsschlaf

    14.30 – 17.30 Uhr
    Contessa-Arbeit („Familienbuch”, Transkription der Interviews ff ab 00.53.13)

    17.30 – 19.30 Uhr
    Überarbeitung der Erzählungen für Septime.


    19.30 – 21.30 Uhr
    Béart
    Lektüren

    Dazwischen
    Korrespondenzen, Arzttermin bestätigen,
    Telefonate (auch Whatsapp etc.)

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    Tue, 07 Nov 2017 05:34:00 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : k.a.i.r.o http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/KUPab4_R-SU/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/KUPab4_R-SU/ picping

    MELDUNG. Acht mit Handfeuer bewaffnete Beamte [ Soko K.a.i.r.o ] haben in Bologna drei Ägypter sichergestellt, filigrane Meißel weiterhin [ 0.3 Zoll Kantenlänge ], sowie zwei Handtäschchen [ gelbschwarz gestreift ]. Folgende kryptische Signatur war dem Sockelgestein der Bassilica San Petrino [ nahe Via dell’ Archiginnasio ] beigebracht : 6HHMZT5I8MDR5. Auch diese Ägypter [ Ägypter No 52, No 53 und No 54 des laufenden Jahres ], je 172 cm hoch, mittleres Alter, verweigern jede Aussage. – stop

    ping

    Der Beitrag k.a.i.r.o erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Mon, 06 Nov 2017 20:45:14 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Ballroom Blitz http://500beine.myblog.de/500beine/art/10736041 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10736041
    Nachts zogen wir durch die Stadt und hatten nichts besseres zu tun, als Laternen auszutreten, eine nach der anderen, bis es stockdunkel war in den Gassen. An jeder Laterne gab es diesen exakt definierten Punkt, den man treffen musste, damit das Natriumlicht erlosch. Der Punkt befand sich in gut einem Meter Höhe, da, wo die Elektronik saß. Natürlich gab es auch widerborstige Exemplare, die das Leuchten nicht lassen konnten, trotz all der Tritte, die trafen. Da waren wir dann als Gang gefragt, als Gesamtveranstaltung. Wie eine Herde Bullen tanzten und sprangen wir nacheinander den Mast an, ein Trommelfeuer an Sohlen und Absätzen ging auf den Punkt nieder, eine grimmige Kung Fu Choreografie, RATAKK! RATAKK! RATAKK! RATAKK!, bis es geschafft war. Endlich Finsternis. Endlich Nacht.

    Für Slade brauchte es dicke Wände im Kinderzimmer, sonst gab’s Ärger mit der Nachbarschaft. Vor allem, wenn eine neue Single rauskam, die zehnmal hintereinander gespielt werden musste, bis sie saß. Slade waren roh und rotzig, Slade waren laut, Slade kamen aus Nottingham. Ich hatte sechs oder sieben Singles von Slade. Von ihren größten Kontrahenten, Sweet, schaffte es nur "Ballroom Blitz" auf meinen Plattenteller.

    Sweet oder Slade – man hatte sich zu entscheiden Mitte der Siebzigerjahre. Im Pop gab es sie immer, die Zweikämpfe, das Ringen um den Lorbeerkranz, das definitive Armdrücken.

    Beatles oder Stones.
    Michael Jackson oder Prince.
    Mods oder Rocker.
    Punks oder Popper.
    Oasis oder Blur.
    Geha oder Pelikan.
    American Dad oder Family Guy.
    Ernie oder Bert.
    Van Halen oder AC/DC.
    Pearl Jam oder Nirvana.
    Little Richard oder James Brown.
    Sean Combs oder Puff Daddy.
    Eminem oder Slim Shady.
    Hooligan oder Ultra.
    Rechts oder links.
    Radierung oder Kupferstich.
    Jetzt oder nie.
    East Coast oder West Coast.
    Tribüne oder Stehplatz.Â
    Wrangler oder Levis.

    Oder Lois.

    Ständig hatte man Farbe zu bekennen. Es gab keinen Mittelweg, keinen goldenen Standard, keine Einigung, auf die man sich zurückziehen konnte. Es ließ sich nicht zwischen zwei Stühlen sitzen, ohne voll auf dem Hintern zu landen. Entweder du warst heiß oder du warst kalt.

    Entscheide dich, Gringo!

    1973/74, auf dem Gipfel des Glam-Rock, als meine Generation, die zu Beginn der Sechzigerjahre Geborenen, im Teenageralter war, fand der Feuerwechsel hauptsächlich zwischen Slade- und Sweet-Anhängern statt. Beide Bands kamen von der Insel und versammelten Kids hinter sich, die mit dem anderen Lager auf dem Kriegsfuß standen.

    Natürlich konnte es passieren, dass einem die neue Single des erklärten Feindes ausnahmsweise gefiel, aber dann hatte man mit seiner Meinung gefälligst hinterm Berg zu halten. Ich erinnere mich, das schwuchtelige "Co Co" von Sweet im Strandbad gehört zu haben, aus einem Kofferradio, eine Nummer, die ich toll fand, aber ich durfte es nicht zeigen. Ich war erklärter Slade-Fan, ein Noddy Holder-Anbeter, ein Working Class Kid.

    Slade bedienten die arbeitenden Massen. Slade machten Musik für Lastwagenfahrer, die sich beim Fahren auf der Überholspur der Autobahn einen runterholten und gleichzeitig eine Pall Mall rauchten, ohne Filter, während Sweet-Kids beim Masturbieren streng darauf achteten, nur ja nichts einzukleckern in Papas Hobbykeller.

    Nein, ich mochte Sweet nicht, und ich mochte die Jungs nicht, die Sweet mochten. Die waren genauso ölig wie die Knilche von der 1. Sportvereinigung, die in schneeweißen Trikots aufliefen und nach Spielschluß immer noch keinen Schmutzfleck auf der Hose hatten, obwohl ihr Platz aus roter Asche bestand. Das musste man erstmal hinkriegen. Ich meine, ich war ja schon eingesaut, wenn ich morgens die Augen aufschlug und nicht schnell genug die Finger über die Decke kriegte.

    Slade waren anders. Slade waren dreckige Prolls, Viehzeugs fast, Slade kamen aus Nordengland. Der Frontmann Noddy Holder war ein Shouter vor dem Herren. Sein UFO-Haarschnitt kam vom beklopptesten Planeten, der 1974 durchs Weltall trieb – und das zu einer Zeit, als das Universum im Minutentakt durchzudrehen pflegte, in hohen Bühnenstiefeln und Prinz Eisenherz-Anzügen.

    Ich weiß nicht, ob ich es verraten soll, aber ich kann es nicht länger bei mir behalten: In Wahrheit war Noddy Holder unser Kommandant, und nicht Major Tom!

    Slade hatten eine Reihe großartiger Hits, die heute noch durch die Jeans-Werbung geistern. Das unschlagbare COZ I LOVE YOU, das Mississippi-Lagerfeuer-Epos FAR FAR AWAY usw.. Die Nummer aber, die mich in ihre Arme trieb, war das programmatisch harte CUM ON FEEL THE NOIZE. Seither bin ich gezeichnet, genoddyholdert, in alle Ewigkeit.

    Amen.

    Und dennoch. Wenn ich ehrlich bin, und wofür sollte ein kleiner Rückblick wie dieser sonst gut sein, überstrahlte der Song "Ballroom Blitz" von Sweet alles andere, was damals auf den Markt kam. Schon die Eröffnung ist eine Klasse für sich. Ich erinnere mich, wie wir Jungs die Reihen geschlossen durch die Straßen zogen, den Anfang von "Ballroom Blitz" nachahmend. Und jeder wollte der Leadsänger sein, der surfbrettblonde Brian Connolly, und dieses eine Mal hängte er Slade und Noddy Holder tatsächlich ab.

    Are you ready, Steve ? Uh-huh !
    Andy ? Yeah !
    Mick ? OK !
    All right, fellas …
    LET’S GOO !!!

    Der Song war primitiv, er war verrückt, er war completely nuts. Er war genauso verdammt einfach wie die Zeit, damals, als wir vierzehn waren und die Frage aller Fragen lautete: Warst du Tina schon unter der Bluse? Was mich im Nachhinein erstaunt: Woodstock war zwar erst fünf Jahre her, erschien uns aber wie ein Ereignis von einem fremden Stern. Nein, die Hippiezeit war tot und vorbei, Maggie und nicht Tina ging mir in die Hose und ich verärgerte die Nachbarschaft mit britischem Blitzkriegpop. ]]>
    Mon, 06 Nov 2017 16:54:18 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : So streifen junge Kater. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/so-streifen-junge-kater/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/so-streifen-junge-kater/ Neu.

    ANH über OUT OF LAND >>>> bei faustkultur



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    Mon, 06 Nov 2017 10:40:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Der Scheidenpilz. Im Arbeitsjournal des Montags, den 6. November 2017. Mit Ralf Schnell... http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/der-scheidenpilz-im-arbeitsjournal-des-montags-den-6-dezember-2017-mit/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/der-scheidenpilz-im-arbeitsjournal-des-montags-den-6-dezember-2017-mit/ [Arbeitswohnung, 7.05 Uhr]

    Kurze Nachricht von >>>> Ralf Schnell, er habe direkt nach dem >>>> Artikel Andreas Zielckes einen Leserbrief an die Süddeutsche geschrieben, den er mir hier mitsende; offenbar, schreibt er, wollten sie ihn dort nicht abdrucken. Wenn ich möge, könne ich seinen Text gerne in Die Dschungel nehmen.
    Da bin ich nun im Zweifel. Was immer ich tue, gilt eh als „pro domo”; stelle ich den Text eines anderen, der sich für meine Arbeit verwendet, unter meinem eigenen Namen ein, und sei‛s nur als Kommentarurheber, verschärft sich das Problem. Wenn er ihn aber selbst einstellte, wäre der Adressat ganz falsch. Deshalb, um es kurz zu machen, aber auf Schnells Argumentation nicht ganz zu verzichten: Er stellt >>>>Meere in eine Traditionslinie des Künstler-, bzw. Malerromans, die mit etwa Heinses Ardhingello (1787) beginnt und über Schlegel, Keller und Hesse bis zu Lenzens Deutschstunde (1968) reicht. In allen diesen Büchern gehe es um die konfliktreiche Auseinandersetzung der Protagonisten mit einer seine künstlerischen Entfaltungsmöglichkeiten beengenden Realität. In Meere habe das Material nun eine Qualität erlangt, die „dem Künstlerroman unserer Tage neue, aufregende Wege weist”.
    Soweit wird die Redaktion Schnells Einlassungen noch akzeptabel gefunden haben, nicht mehr aber seinen letzten Satz, eine Empfehlung, die ich hier schlichtweg aus einer Bescheidenheit nicht wiedergeben möchte, die weniger bescheiden ist als mehr eine Frage des Stils.

    Die Condylom-Angelegenheit nervt deutlich mehr und mehr. Zwar immerhin geschlafen heute nacht, aber des Juckreizes wegen immer wieder aufgewacht und dann, sozusagen demoralisiert, aufgestanden erst um halb sieben. Im wachen Zustand ist diese Infektion weniger schwer auszuhalten; es zieht sich dann nicht jeder Gedanke um dieses Jucken zusammen.
    Nachts hat es mir eine unangenehm-sinnliche Erinnerung aktiviert, die ich tatsächlich vergessen hatte. Als Junge - es gab damals, also anfangs der Sechziger, noch >>>> 70 % mehr Insekten als heute - hatte ich bisweilen Spulwürmer, wohl vom Genuß ungewaschenen Obstes aus - Peter Alexander: des Nachbars - Gärten. Ich erinnere mich auch noch an die Furcht meiner Großmutter vor Bandwürmern. Diese Dinger jedenfalls, also erstere (die zweite, hieß es, bemerke man nur durch Abmagerung), wurden besonders nachts aktiv. Wärme brachte sie zum Wimmeln, so daß ich nicht selten mit unter der Decke vorgestrecktem Hinterteil im Bett lag, mich dabei schrecklich quälte, und fast immer halfen nur Einläufe, also Wasserspülungen, die ich mir selbst, schließlich weinend aufgestanden, auf Klo mit einer Birnspritze applizierte.
    Seltsam, daß man sowas vergißt. Gesundheit erfahren wir fast durchweg nur, wenn sie fehlt oder geschwächt ist; sind wir gesund, bemerken wir‛s nicht. Wobei mir die Idee eines, ich glaube römischen, Politikers oder Philosophen in den Sinn kommt, daß wir Ärzte bezahlen, solange wir nicht krank sind; sind wir es, zahlen wir nicht mehr, bis wir wieder gesunden. Wär nach wie vor ein Ansatz und machte die Trennung von Kassen- und Privatpatient restlos obsolet.
    Jedenfalls fielen mir plötzlich wieder diese Juckarien ein, und ich kam mir genauso hilflos vor, wie ich es als kleiner Junge gewesen bin. Schon sah ich mich permanente Gänge zwischen Chirurg und Hautarzt unternehmen, so daß ich gar nicht wüßte, wie >>>> meine DTs einzuhalten, zumal mit dem Fahrrad zu fahren, meine vorwiegende Bewegungsweise in der Stadt, momentan nicht, sagen wir, erfreulich ist. Auch das enerviert.

    Freundin, ich weiß, bei solchen Themen zuckt uns die erhabene Bürgerlichkeit, die erhaben natürlich gar nicht ist, aber doch so tun möchte, als ob sie es wäre – es ist quasi das Gegenstück zu ihrer Vorstellung von Intimiät, hinter der ein Primat des Abstrakten, nämlich Nicht-Organischen, steckt, das die Organe und ihre physische Matrix als „nieder” desavouiert. Der Geist als ein Reines – daher auch das Widerstreben, bei psychischer Erkrankung einen entsprechenden Facharzt aufzusuchen; daß man beim Internisten gewesen sei, erzählt sich vergleichsweise leicht, nicht hingegen die Konsultation eines Psychiaters, der möglicherweise harte Medikamente verschreibt. Indessen Therapien auch modische Qualität annehmen können; denn hinter ihnen steht die Idee, es heile der Geist auch sich selbst. Was ihn dann wieder rein macht. So bleibt die (patriarchale) Vergötzung des Geists als Widersacher des Körpers unangetastet, ohne den er nun aber nicht wäre.
    Wie schwer empathisiert eine nahste Freundin neulich ausrief: „Der Scheidenpilz... ich sag dir nur, der Scheidenpilz! Er kann einen wahnsinnig machen!” Tausende sind betroffen, drüber gesprochen und geschrieben wird rein anonym. Und die Löwin heute früh, als ich ihr von meiner ja doch auch vorhandenen Skepsis erzählte, meinen derzeitigen Zustand öffentlich zu formulieren: „Wer so sehr den Fokus auf den Körper legt wie Sie, wer so sehr beglückt über Geschlechtlichkeit schreibt und die Organe besingt, weibliche wie männliche, muß auch von ihren dunkleren Seiten erzählen und sie mittragen” - eben auch in die Literatur. Wobei es darauf ankommt, sie, die Organik, nicht unversehens zu schmähen, ihre (ich wiederhole es: patriarchale) Abwertung also mitzumachen.

    Mir fällt dazu eine Erzählung ein, die ich neulich gehört oder gelesen habe, ich weiß leider nicht mehr wo. Ein japanischer Ehemann erfährt von der Untreue seiner Frau. Sie läßt aber von ihrem Geliebten nicht. Das quält ihn. Doch der Gedanke, sich deshalb zu trennen, kommt ihm nicht. Im Gegenteil.
    Nun ist sie eines Abends bei dem anderen wieder und wird die Nacht über bleiben. Was er weiß. Und er steht in der gemeinsamen Wohnung, steht mitten im Zimmer, schließt die Augen und konzentriert sich, konzentriert sich auf seinen heftigen Eifersuchtsschmerz, um diesen inneren Ausdruck einer höchster Lebensintensität zu genießen.
    Geben Sie zu, liebste Freundin, wie beeindruckend das ist: von welch einer reifen Wahrheit!

    *

    Nachdem meine gestrige Arbeit getan, weiter >>>> in der Jos gelesen:


    Sie ist fürwahr eine Romancière! Mit völlig leichter Hand führt sie ihre Personen ein, charakterisiert sie knapp, führt dadurch weitere Ebenen ein, baut ein richtiges Erzählgerüst, ohne daß wir es aber merken (es sei denn, man liest analytisch wie ich). Frappierend ist, wie sie in Junia quasi eine Ich-Perspektive indirekt einbringt; ich selbst hätte dieses „Ich” so auch belassen, also den Riß zwischen auktorialem und subjektivem Erzählen als bewußte Irritation der Leser:innen zu einem Motor des Textes gemacht. Aber ich lese ja einen Unterhaltungsroman, für den sich dergleichen gemeinhin verbietet; da fiele es spätestens dem Strich des Lektors zum Opfer. Deshalb ist es höchst geschickt, wie Frau Jos hier operiert; es genügt der Klappentexthinweis, sie selbst, die Autorin, sei mit dem Mountainbike verwachsen, an dem halt auch Junia hängt. So denken wir das Autobiografische ungenannt mit, was wiederum zu einer gestärkten künstlerischen Authentizität führt.
    Meine Einwände sind eher sprachlicher Natur: „das Neubaugebiet, was die Weide verdrängt hatte”, „daß er nicht sagen könne, worin das Geheimnis läge” (ohne daß eine Kondition folgt) usw.; Kleinigkeiten also. „Wenn sie abends ins Bett gingen, öffneten sie die Haustür.” Na jà, eben nicht, sondern bevor sie es taten; besser wäre ohnedies „zu Bett”, „ins Bett” meint, wenn es zwei tun, zumindest etwas anderes mit.
    Doch insgesamt sind solche Stellen nicht zahlreich und werden fast völlig von dem Sog übersprudelt, den dieses Buch auf uns ausübt, auf jedenfalls mich. Es ist eine ziemlich gute Alternative zu Serien. Ich werde also weiter darin lesen, indessen Christopher Ecker, n‛oublier pas >>>> la lecture du matin, heute zu einem Mädchen wird, das seine Herkunft erfährt:



    Eine wunderbare kleine Erzählung, die sich in einem Eichkatzerl geradezu personalisiert: „das leuchtend rote Fell, die langen, grotesk menschenähnlichen Finger mit der Nuß vor dem weißen Brustlatz, die kleinen,” und jetzt kommt‛s!, „nagetierhaft irren Augen.” Es wisse aber, dieses Mädchen, nicht, „warum ich dir überhaupt schreibe.”
    Nagetierhaft irre Augen.

    Nun aber, Freundin, an die literarischen Routinen zurück. Weiter mit >>>> Thetis (es gibt doch einiges, was ich für die Ausgabe Zweiter Hand verändere; allerdings sind es fast durchweg Feinheiten; bisweilen akzentuiere ich die Rhythmisierungen, bisweilen revidiere ich ein Bild, nur selten kommt mir ein Satz zu steif vor: dann formuliere ich grundlegend um). Und weiter mit der Transkription der Gesprächsaufnahme für das Familienbuch der Contessa. Das Tonbandprotokoll der bisweilen chaotisch durcheinandergehenden Stimmen ist ebenfalls ein Lehrstück über Erinnerungen: wie verschieden sie blieben und sich aufeinander abzustimmen versuchen. Aber auch die Art unsres Sprechens, wie alle Grammatik durcheinandergeht, oft mitten im Satz weggebrochen wird und wir uns dennoch verstehen, weil wir das Fehlende, ohne daß wir es merkten, ganz aus uns selber ergänzen. Merken tun wir es erst, wenn wir mit solchen Abschriftarbeiten befaßt sind.
    Was lehrt mich dies für zu schreibende Bücher?

    Wir lernen aus Abwesenheiten. Etwa, daß ich derzeit in keiner ökonomischen Sorge mehr lebe. Ich merke es kaum noch. (Selbst der nun eingegangene, höchst günstige Steuerbescheid kam mir wie ein Wunder nur kurz vor). So daß ich nun meine Formklammer habe: Es ist das gleiche wie mit Gesundheit. Was sie ist, erfahren wir, wenn sie fehlt.

    Ihr
    ANH

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    Mon, 06 Nov 2017 08:34:00 +0000
    isla volante kunstprojekt : ein junges paar http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/b-nvIJgQWCY/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/b-nvIJgQWCY/

    millas geschäft lief in der tat gut. täglich kamen kunden in ihre pâtisserie, wählten von den ausgestellten köstlichkeiten oder bestellten ausgefallene torten für ihre feste. heute abend saß milla einem jungen paar gegenüber, das sich zu verloben plante und ein fest ausrichten wollte. sie hatten von millas hochzeitstorten gehört und verliebt, wie sie waren, wollten sie ihre verlobung mit einer torte zelebriert wissen, die ihrer liebe von jenem zauber mit auf den weg geben sollte, wie er nur den torten milla cremesos innewohnte.

    ein entzückendes pärchen. beide blutjung, voller zuversicht und einander von herzen zugetan. milla wusste ein gespräch zu lenken und virtuelle räume zu öffnen, in die sie ihr gegenüber einlud und von sich auszubreiten ermunterte. der junge mann ihr gegenüber entwarf in blumigen worten das bild, das er von seiner angebeteten hatte. und sie – ihre blicke hingen an seinen lippen, fuhren seine gesichtszüge entlang, während sie ihm lauschte. dann wieder, als hätte ein stichwort ihre aufmerksamkeit aufgeschreckt wie eine schar rebhühner, fiel sie ihm ins wort und warf, einem spiegel gleich, ein jedes zärtliche wort, jedes kompliment zurück auf ihn und ließ ihn erstrahlen. nun war er es, der, den kopf zur seite gelegt und seine hand in der ihren, ihr zuhörte und sie betrachtete, als sähe er sie neu, zum ersten mal und als wolle er ihr bild auf ewig in sein erinnern schließen.

    die beiden genügten einander. ein um einander kreisendes doppelgestirn, dessen welt sich in willig folgenden planeten um sie drehte oder fern war wie sterne, deren präsenz durch unendliche weite, nacht und nichts in so weite ferne gerückt war, das selbst die riesen unter ihnen sich in flickerndem blinken verloren.

    tarik. was hielt den jungen davon ab, gemeinsam mit ihr „seine“ torte entstehen zu lassen?

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    Mon, 06 Nov 2017 07:07:08 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 10/2017) http://www.abendschein.ch/salzkristalle-trueffelpilze-auszuege-102017/ http://www.abendschein.ch/salzkristalle-trueffelpilze-auszuege-102017/ Ob man spätestens mit 70 Jahren alle Menschen schnell und schmerzlos töten sollte? Man überlege es sich einmal: Jede/r weiß, wie alt sie/er höchstens würde. Wie befreiend! Man würde nicht mehr so vieles immer auf später verschieben etc. undsoweiter … Und alle würden gleichbehandelt. Egal wie berühmt, wie reich oder wie einflussreich.



    Ich dachte schon früh, ich werde mal an etwas völlig Banalem zugrunde gehen. Aber ich war nicht darauf gefasst, dass es mich tatsächlich in der bürgerlich-biedersten Form treffen würde. Ich war eher gefasst auf einen billigen Raubüberfall in einem urbanen Südstaatenhinterhof der USA oder eine Infektion bei der Arbeit mit Straßenhunden in Rumänien.



    Ich bin ein verdammter Kulturhysteriker.



    Wenn man an Schmerz leidet, wartet man so sehr auf die Abwesenheit des Schmerzes, die man sich herbeiwünscht, dass man keine andere Gegenwart erträgt.

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    Mon, 06 Nov 2017 06:38:02 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das Dts des 6.11.2017 http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/1022637516/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/1022637516/
    6.30 Uhr
    Aufstehen, Latta macchiato, DTs etc.
    Morgenlektüre Ecker.
    Die Dschungel, Arbeitsjournal etc.
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.

    9 – 13 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 165)

    13 – 14 Uhr
    Mittagsschlaf

    14 – 19 Uhr
    Contessa-Arbeit („Familienbuch”, Transkription der Interviews, ab S.165)

    19 – 21 Uhr
    Überarbeitung der Erzählungen für Septime.


    ;ab 21 Uhr
    offen

    Dazwischen
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Lektüren


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    Mon, 06 Nov 2017 06:00:00 +0000
    Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Frau und Mann nebeneinander http://500beine.myblog.de/500beine/art/10733305 http://500beine.myblog.de/500beine/art/10733305
    „Wieso?“

    „Na hier, sieh selbst. Du hast kein kleines Loch im Strumpf wie normale Männer, du legst gleich die komplette Ferse frei. Das ist das totale Loch, was du hier siehst. Nicht zu fassen, der Kerl. Das sieht richtig brutal aus. Ein Desaster ist das. Das ist doch kein normales Loch im Strumpf!“

    *

    “Also, ich finde das sexy”, sagt sie, als wir im Badezimmer nebeneinander vorm Spiegel stehen. “Das sieht so verletzlich aus..”

    “Moment mal.. sexy?! Du findest Geheimratsecken.. sexy?”

    “Na.. ja, sexy nicht wirklich. Aber verletzlich. Verletzlichkeit finde ich sexy. Besonders bei Männern. So herum ist richtig..”

    Erst sexy, dann nicht wirklich sexy, oder doch nur mit Einschränkung sexy, also ich weiß nicht. Früher lagen die Dinge einfacher. Da hatte ich eine schöne Matte und die Mädels liefen mir hinterher. Das war besser. Da war ich mein eigenes Naturvolk. Da war ich..

    “Ach Blödsinn, das sind doch noch gar keine richtigen Geheimratsecken. Die kommen erst noch..”, tröstet sie mich.

    Na, toller Versuch, Dankeschön auch.

    „Weißt du noch früher? Das war besser, da war ich mein..”

    “..eigenes Naturvolk, ja, ja, ja, ich weiß.”

    *

    „Ich will diesen ganzen Scheiß nicht. So’n Großbildschirm zu Hause würde mich verrückt machen, da wäre ich innerhalb einer Woche tot. Wie ne Stubenfliege, die am Fliegengitter klebt, weil sie dem Ding zu nah gekommen ist.. Nee, lass mal. Mir imponiert jeder, der heutzutage noch mit ner kleinen Schwarz-Weiß-Kiste zurechtkommt.“

    „Schwarz-Weiß? Gibt’s doch gar nicht mehr. Hat doch kein Mensch mehr.“

    „Nicht? Na, dann imponiert mir auch keiner mehr.“ ]]>
    Sun, 05 Nov 2017 22:46:00 +0000
    andreas louis seyerlein : particles : elefanten in der schnellbahn http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/jCwrfIn_9dw/ http://feedproxy.google.com/~r/AndreasLouisSeyerlein/~3/jCwrfIn_9dw/ pic

    foxtrott : 10.28 – In einem Schnellbahnzug beobachtete ich einen Mann, wie er von Abteil zu Abteil wanderte, um auf Streckenpläne des Verkehrsverbundes die Silhouette je eines Elefanten aufzubringen. Er führte deshalb Bögen selbstklebender Folien mit sich, in welche Formen hunderter kleiner Elefantenkörper eingestanzt worden waren. Ich fragte den Mann, wer ihn beauftragt habe. Er antwortete, dass er selbst sich den Auftrag erteilt habe, dass er schon sehr lange Zeit den Wunsch verspürte, Wohnorte der Elefanten in der Stadt zu vermerken. Er habe gespart, jetzt schreite er zur Tat. Einige Strafanzeigen habe er bereits entgegengenommen wegen Sachbeschädigung, das war deshalb gewesen, weil Elefanten zwar im Zoologischen Garten, aber nicht im Nymphenburger Schloßpark wohnhaft sein sollen. Genau dort habe er indessen nicht selten Elefanten beobachtet, wie sie fürstliche Wälder durchstreiften. Nun, sagte der Mann, ich bin doch nicht verrückt. – stop

    ping

    Der Beitrag elefanten in der schnellbahn erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sun, 05 Nov 2017 18:45:17 +0000
    Glumm : Wenn man älter wird und die Körperfehler kommen https://glumm.wordpress.com/2017/11/05/wenn-man-aelter-wird-und-die-koerperfehler-kommen/ https://glumm.wordpress.com/2017/11/05/wenn-man-aelter-wird-und-die-koerperfehler-kommen/ ]]> Sun, 05 Nov 2017 15:37:06 +0000 Gleisbauarbeiten : GOOD BYE DARKNESS MY OLD FRIEND. Eine romantische Männerfreundschaft http://gleisbauarbeiten.blogspot.com/2017/11/good-bye-darkness-my-old-friend-eine.html#comment-form http://gleisbauarbeiten.blogspot.com/2017/11/good-bye-darkness-my-old-friend-eine.html#comment-form
    Grant McLennan starb am 6. Mai 2006 in Brisbane an Herzversagen. Robert Forster setzt ihm und ihrer Freundschaft, die so romantisch war, wie die Beziehung zwischen zwei heterosexuellen Männern nur sein kann, in der Auto/Biographie "Grant and I" ein Denkmal.



    As he lives my live

    Robert Forster gibt in "Grant and I" den Fans der Go-Betweens, zu denen ich seit 30 Jahren gehöre, eine jener Biographien, als deren begeisterter Leser er sich selbst darstellt: Lebensbeschreibungen, die den Verknüpfungen zwischen Werken und Schöpfern znachspüren und den Schaffensprozess nachvollziehbar machen, der hinter jedem Kunstwerk steckt: Wie das Erlebte eingeht in die Komposition, aber sich auch durch diese verändert, transzendiert wird und - wenn es gelingt - ein Werk entsteht, in dem es nicht mehr nur um die Verarbeitung der eigenen Erfahrungen geht, sondern etwas erkennbar wird, in dem viele sich wiederfinden können.

    2002 planten Forster und McLennan ein neues Album. Wie immer sollten 5 Songs von Forster, 5 von McLennan beigesteuert werden. Wie immer hatte Robert Forster "mehr Worte" und Grant McLennan "mehr Melodien". Forster schnappte sich eine Akkordfolge, so schreibt er, und begann den Text von "Too Much Of One Thing" zu schreiben. Es wurde, so schien es zunächst, ein Porträt des Freundes, dessen tiefer Melancholie er sich immer stärker bewusst wurde: "You might think you see purpose/when what you´re seeing is a band/A thin line like from a spider/upon which I dance." Aber dann wird die Botschaft, die diese Zeilen für den Freund sein könnten, in Eigenrede verwandelt:"I have known a hundred women, and a part of me loves to fail." Forster erkennt: "Nun wusste ich nicht mehr, von wem der Song handelte, und genau deswegen funktioniert er." "Too Much Of One Thing" wurde zur "Ballade der Go-Betweens".






    What I need is persistence

    Das Album "Bright Orange. Bright Yellow" entstand in der zweiten Phase der Go Betweens , in den 00er Jahren, als Forster und McLennan wieder miteinander unter dem alten Band-Namen arbeiteten, jetzt ohne Lindi Morrison und Amanda Brown. Das Ende der Band hatten McLennan und Forster 1989 miteinander beschlossen, ohne die beiden Frauen in die Entscheidung einzubeziehen: "Natürlich würden Lindy und Amanda sich nach all den Jahren, in denen sie ihre Arbeit und emotionale Energie in die Band gesteckt hatten, betrogen fühlen und wütend auf uns sein, um mit der gleichen Härte zurückzuschlagen. Amanda, geschockt und aufgebracht, wollte Grant verlassen."

    Die Go-Betweens waren nie eine Band, die aus zwei Paaren bestand. Forster und Morrison, die geniale Schlagzeugerin, die beinahe ein Jahrzehnt lang ein Paar gewesen waren, hatten sich schon getrennt, als Amanda Brown und Grant McLennan ein Paar wurden. So war es dann Grant McLennan, der den Preis für die gemeinsame Entscheidung der beiden Männer, dass es genug sei, zahlte. Seine Beziehung zu Amanda Brown zerbrach daran. Denn die beiden Freunde hatten, so lässt es sich zwischen den Zeilen aus Forsters Auto/Biographie lesen, mit einem nicht gerechnet: mit der Freundschaft der beiden Frauen zueinander, deren Beziehung an Intensität und Loyalität offenbar der zwischen den Männern in nichts nachstand. Und so ist auch die Geschichte der Go-Betweens, die sich von vielen anderen Indie-Bands gerade dadurch unterschied, dass immer Frauen mitgespielt hatten, geprägt und beschädigt worden durch die Unfähigkeit von zwei Männern die Bedeutung der Beziehung von Frauen zueinander richtig einzuschätzen. Forster schreibt: "Es war immer ein Teil des Bildes, das wir von der Band hatten, dass das dritte Mitglied eine Frau sein musste....Wir wollten nicht ausschließlich Männer sein - das war zu starr und vorhersehbar." Aber sie verstanden die Frauen eben nur in ihrer Beziehung zu ihnen, den Singer/Songwriter-Männern.

    Grant McLennan und Robert Forster lernten sich als junge Studenten in Brisbane kennen, zwei Männer aus der unteren Mittelschicht mit einem unstillbaren Verlangen nach mehr, nach Imagination, Inszenierung, Kunst. Sie erkannten einander beinahe sofort. Ähnlichkeiten und Differenzen, ein gemeinsamer Musikgeschmack, die Fähigkeit viel von einander zu lernen über Literatur, Film, Politik. Während Forster noch zu Hause bei seinen Eltern lebte, war Grant schon als Junge von einer abgelegenen Farm aufs Internat nach Brisbane geschickt worden. Ihre Herkunft und ihr Drang sie zu überwinden und ihr gleichzeitig treu zu bleiben, prägte später auch ihre Songs, Grants "Cattle and Cane", Roberts "Born from a Family" zum Beispiel:




    I recall a schoolboy


    And changed the system


    Wie in vielen Männerfreundschaften ging es auch in dieser weniger darum, sich gegenseitig das Herz auszuschütten, sondern darum, gemeinsam etwas zu machen. Musik, die Band: "The Go-Betweens". Forster warb Lindi Morrison, in die er sich verliebt hatte, von einer anderen Band ab. Forster und McLennan ergänzten sich, aber sie erlebten sich auch als Konkurrenten. Lindi Morrison hatte ihren eigenen Kopf und kam von Anfang offenbar nicht gut mit Grant aus. Die Band zog zunächst nach Melbourne, dann nach London. Neue musikalische und persönliche Allianzen entstanden. Ein Hit, der finanzielle Sicherheit gebracht hätte, stellte sich nicht ein: "Unser Weg würde einem anderen Vorbild folgen, ´the wrong road´, wie Grant einmal singen würde - Fortschritt im Zickzackkurs, das Erlebenfremder Städte aus der Perspektive der Armut, von einem Nervenkostüm auf den Prüfstand."




    Grant McLennan, Lindi Morisson, Robert Forster
    Quelle: https://www.theguardian.com/music/2017/jun/16/
    the-go-betweens-right-here-review-love-still-goes-on-for-this-brisbane-band
    Photograph: Jeremy Bannister via Sydney film festival

    Das öffentliche Image, das McLennan und Forster von sich kultivierten, unterschied sich massiv von den Rollen, die sie füreinander und in ihrem Umfeld spielten. Forster schreibt: "Ich war der flamboyante gepuderte Showman, er zugeknöpft und aufrichtig. Diese Darstellung war schon damals falsch; durch die ...Verzerrungen der Medien und die klaren Umrisse, die der Rockmythos verlangte, wurde unsere Gegensätzlichkeit übertrieben und allzu sehr herausgestellt." Tatsächlich war es Robert Forster, der über die Jahre stabile Bindungen einging und immer wusste, wo er zu Hause war, während McLennan keinen Halt fand.




    Deep down I´m lonely and I miss my friend

    Nach dem vorläufigen Ende der Go-Betweens entwickelten sich Forsters und McLennans Leben auseinander, ohne dass der Kontakt jemals abriss. Forster fand bei Regensburg die Frau seines Lebens, Karin Bäumler, mit der einige Jahre in Bayern lebte, bevor er mit nach Brisbane zurückkehrte. Grant fiel es schwer, über die Trennung von Amanda Brown hinwegzukommen. Seine Solo-Alben, die in jenen Jahren entstanden, erzählen auch von diesem Schmerz. "Ein Rückfall in unsere wahren Persönlichkeiten, könnte man sagen: Für mich war es das Leben in einem ruhigen Heim mit einer Frau, die ich liebte. Für Grant war es, allein zu sein, und das Bedürfnis nach einem Zufluchtsort..."

    Als Forster und McLennan die gemeinsame Arbeit wieder aufnahmen, führten sie vollkommen verschiedene Leben: Forster war Familienvater, McLennan lebte noch immer in wechselnden Wohngemeinschaften und hatte mehr oder minder kurze Beziehungen. In der Auto/Biographie deutet Forster an, wie stark das Leben McLennans in jener Phase vom Alkohol geprägt war. Der tiefen Traurigkeit, die ihn beherrschte, konnte er offenbar nur so Herr werden. Sie schrieben gemeinsam "Finding you": "Es gibt nicht viele Forster/McLennan-Songs wie diesen - echte, altmodische Co-Kompositionen. Und ich weiß zu schätzen, dass wir eine so gute und bedeutsame geschrieben haben wie ´Finding You´."



    Or would you sing along?

    Als Grant im Mai 2006 völlig überraschen starb, suchte Robert nach Gründen: "Der Verlust seines Vaters. Internat mit elf. Ein ältester Sohn ohne Geschwister, die ihn beschützten. Er war ein Junge vom Land, der nur in der Stadt leben konnte. Er war ein Junge aus der Stadt, der wusste, das ein Teil seines wahren Ichs aufs Land gehörte. Er war ein altkluger, nach Anerkennung suchender Schuljunge, der verspottet wurde, weil er ein Poster von David Bowie an der Wand hatte; der wusste, dass er nicht nur anders war als seine Mitschüler, sondern auch als ein Großteil seiner Familie. Vielleicht fehlte ihm ein bisschen Liebe. Er flüchtete sich in akademische Erfolge - die zu bedeutenden Leidenschaften aufblühten. Der mit Enthusiasmus entflammte Junge brauchte eine Schutzhaut, die die Form einer nie näher hinterfragten Arroganz annahm und diejenigen, denen er begegnete, anzog und abstieß."

    Es kann natürlich keine "Gründe" geben. Grant McLennan starb mit 48 Jahren viel zu früh. Er war, schreibt Robert Forster, sein bester Freund, sein Co-Autor, sein Konkurrent, "ein Glaubender. Er glaubte an all die guten, schönen und erhebenden Dinge des Lebens. Gedichtzeilen, die Schatten eines Films, die majestätische Größe eines tollen Popsongs. Er war hochromantisch."



    How I miss your quiet quiet quiet heart



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    Sun, 05 Nov 2017 11:30:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Teebaumöl. Im Arbeitsjournal des Sonntags, den 5. November 2017. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/teebaumoel-im-arbeitsjournal-des-sonntags-den-6-november-2017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/teebaumoel-im-arbeitsjournal-des-sonntags-den-6-november-2017/ Teebaumöl,

    liebste Freundin,
    [Arbeitswohnung, 10.30 Uhr]

    ich sag Ihnen: Teebaumöl (unverdünnt) und die pikanten, über die man nicht spricht, Partien. Um zwei Uhr nachts, völlig entnervt von Gejucke und Schmerz, erhob ich mich wieder. An Schlaf war nicht im entferntesten zu denken. Statt dessen den Computer neu an, eine Flasche Wein entkorkt, wiewohl ich dieses Wochenende komplett alkoholfrei bleiben wollte – wie um Herrgöttinswillen stellte ich jetzt eine Müdigkeit her, besser: eine solche Erschöpfung, daß man einschlafen muß? Ich meine, dies mir, dem Meister des abrupten Hinwegschlafs? Normalerweise leg ich mich hin und bin schon davon, und genauso, normalerweise, stehe ich auf, nur umgekehrt halt.
    Bis vier Uhr Serie geguckt, dann fielen die Augen von selber zu. Auch das Gejucke hatte fast aufgehört, was am Antihistamin lag, das ich nun auch noch draufgeschmiert hatte. Daß ich da um, wie geplant, sechs Uhr wieder aufstehen könne, schloß sich von selbst aus; ich löschte das Weckerprogramm.
    So wurde es neun. Viereinhalb bis fünf Stunden Schlafs, von daher alles im Grünen Bereich. Schon aber meldete sich der Freund, der in Not. Also, mit erstem Latte macchiato freilich und mit der morgendlichen Pfeife, eine Stunde lang gesprochen, nachdem ich schnell noch >>>> das heutige DTs skizziert.
    Jetzt bin ich mit dem bereits in Verzug.
    Andererseits, es ist ja bereits ein Erfolg zu verzeichnen. Die Biester, die mein alter Hausarzt, der jetzt pensioniert ist, „Volksseuche Nummer 1” genannt hat, sind bis auf eines oder zwei schon wegge-, so muß ich es nennen, -brannt; doch diese beiden oder anderthalb sind hartnäckig. Deshalb kam ich ja auf die Idee mit dem Teebaumöl; in einem entsprechenden Internetforum gab es entsprechende Tips. Sie warnten aber auch. Nebenbei, schulmedizinisch ist die Wirkung nicht belegbar. „Am besten, du kombinierst das Medikament mit dem Öl.” Hatte ich gelesen. Und weil ich hart im Kämpfen bin, auch zu Weinerlichkeiten bei physischem Schmerz nicht sehr neige, und weil mich‛s insgesamt auf die Palme bringt, eingeschränkt zu werden, die Stellen halt unverdünnt betupft. Das brachte nun den Feind auf die Palme, er hat es mir deutlich zu verstehen gegeben. Aber bis Mitte Dezember auf schlagkräftige Alliierte zu warten, in diesem Fall den Chirurgen, ist mir allzu entsetzlich. Das Problem ist ja unterdessen fast allgemein: Kassenpatient zu sein.
    Ich warte jetzt noch den Mittwoch ab, wenn ich in die erste mögliche Akut-Sprechstunde gehe; der Fachmann muß mir sagen, wie weit der Kampf schon gewonnen, tatsächlich, oder wo er halt doch mit dem Lötkolben ranmuß. Der Eingriff geht ambulant. Sollte der Chirurg auf Mitte Dezember beharren, zahle ich privat. Dann nämlich wird es sofort gehn.
    Es ist ein riesiger Vorteil freier Berufe, daß sie solche Konsultationen und auch OPs steuerlich absetzen können, und zwar in gänze. Dann kommt das Geld indirekt zurück, wenn auch erst ein Jahr später.
    Es ist, liebste Freundin, die Einschränkung der Möglichkeiten, was mich am tiefsten trifft, und zwar gerade in diesem Bereich, egal ob er zur Zeit nun sonderlich aktiv ist oder dieses nicht. Aus dem Spiel genommen zu sein. Grauslich. Nicht verkehren zu dürfen, bis das Zeug in die Flucht geschlagen.
    Momentan ist übrigens Ruhe, jedenfalls fast. Mir wäre danach, abermals zurückzuschlagen, doch mein Instinkt sagt, gib uns mal eine Waffenruhe, wenigstens, eben, bis Mittwoch. Nicht daß der Arzt da befindet, so könne er erstmal gar nichts machen, das müsse erstmal verheilen.

    Nicht sehr literarisch. Weiß ich. Doch etwas formulieren zu können, heißt immer schon, es im Griff zu haben. Ich habe es Ihnen schon oft zitiert: „Auch die Tiere schämen sich und kneifen den Schwanz ein, weil wir sie wissen und über ihren Namen befehlen und die brüllende Gegenwart ihres Einzeltums entkräften, indem wir ihn ihr entgegenhalten” (Th.Mann, Joseph und seine Brüder 1, Die Geschichten Jaacobs).

    *

    Und das Buch wieder weggestellt. Eigentlich müßte ich die Stelle längst auswendig wissen.

    *

    Abends, zumal bei geöffnetem Oberfenster, friere ich jetzt schon. Ich will aber noch nicht heizen. Für den Kopf ist die Kühle auch gut. Und Damenbesuch, derzeit, ist, siehe oben, ausgeschlossen. Was mich freilich erst recht wurmt, ob einer nun in Sicht oder nicht.
    Ecker wiederum, in der >>>> Morgenlektüre, setzt übern Styx. Dabei belästigt es ihn sehr, dies nicht alleine zu tun. Dauernd weint eine Mitreisende, und der Herr nebenan guckt wiederholt aufs Zifferblatt einer Taschenuhr, die längst von Sterbewasser gefüllt und also stehen geblieben ist – was in dieser Situation allerdings sowieso geschehen wäre. Das einzig aber Beruhigende findet sich in dem Umstand, daß Charon (den der Erzähler einen „Schaffner” nennt) niemals kommen wird; beruhigend insofern, als Ecker keine Fahrkarte hat. Das ist natürlich logisch: Wie sonst könnte er uns diese Geschichte erzählen, wie sonst hätte sie ihren Weg nicht nur in ein Buch, nein auch zu einem Verlag gefunden?
    Freilich der vorletzte Satz ist perfid: „Wäre dies eine Erzählung, könnte man ihr, ohne zuviel zu verraten, den Titel Unter Wasser geben.” Wie sie nämlich, o h n e „könnte”, h e i ß t:


    Zurück zur Arbeit, Liebstfreundin und herrlichst' Imago!
    Die täglich dreißig Seiten Überarbeitung >>>> Thetis habe ich bislang stets geschafft, werde sie weiterhin schaffen. Auch mit der Übertragung der Aufnahme des Contessa-Familiengesprächs in ein schriftliches Protokoll geht es voran, wenn auch langsam. Die fünf Sprechenden sprechen teils arg durcheinander, auch nicht immer verständlich, zudem nicht selten in ihrem mir nicht sehr vertrauten Rheinisch. Wobei ich aber auch Wörter lerne, „im Kött” zum Beispiel für Schwalbenschwanz, also Frack.
    Immer wieder stoppe ich und denke nach, immer wieder höre ich Stellen mehrfach ab. Es wird mich noch zwei Wochen kosten, mindestens, bis ich mit dieser ja nur Vorarbeit fertig sein werde. Zu anderem derzeit komme ich kaum; auch die Lektüren leiden schon wieder. Was mich gleichfalls nervt. Ich schriebe halt wieder so gern auch an Neuem oder käme zumindest mit bereits Begonnenem weiter. Die laufende – nötige – Arbeit geht indes vor.

    November is‛, auch die, vorübergehend, Sonne, die wir gestern hatten, wischt den mir unangenehmsten Monat des Jahrs, zu dem längst der gesamte Berliner Winter geworden, nicht vom Tisch. Ich heize trotzdem noch nicht - und also t r o t z e (/--/-).

    *

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    Sun, 05 Nov 2017 11:19:26 +0000
    panAm productions : Fraktalgeschichten | Friseurschere http://panamproductions.blogspot.com/2017/11/fraktalgeschichten-frisuerschere.html http://panamproductions.blogspot.com/2017/11/fraktalgeschichten-frisuerschere.html


    Sie dürfte Anfang 30 sein, arbeitet im Fachhandel für Friseurbedarf. Die Gegend um den Schwedenplatz sei heruntergekommen während der vergangenen zehn Jahre. Vormals waren die Kunden des Geschäfts feiner gewesen. Zu beobachten ist die hohe Polizeipräsenz in der Stadt, speziell am Schwedenplatz seit 2014. Sperren aller Zufahrten durch uniformiertes Personal, Streifen zu Fuss, per Boot, postierte KFZ.

    Sie verlasse ihre Wohnung nie, ohne zuvor Make-up aufgetragen zu haben. Als sie sich schminkte, um den Müll hinunter zum Hauscontainer zu tragen, lachte ihr Lebensgefährte.


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    Sun, 05 Nov 2017 10:14:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Das DTs des 5.11.2017 http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-6112017/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/das-dts-des-6112017/
    9 Uhr
    Aufstehen, Latta macchiato, DTs etc.
    Die Dschungel, DTs, Arbeitsjournal
    Tages-Netzlektüren: Nachrichten etc.
    Morgenlektüre Ecker.

    10.30 – 13.30 Uhr
    Thetis-Überarbeitung (30 S. ab TS 135)

    13.30 – 14.30Uhr
    Mittagsschlaf

    14.30 – 20 Uhr
    Contessa-Arbeit („Familienbuch”, Transkription der Interviews) (bis 00.34.40)

    17.30 – 19.30 Uhr
    Überarbeitung der Erzählungen für Septime.


    ab 19.30 Uhr - offen
    Béart
    Lektüren (Jos)

    Dazwischen
    Evtl Spaziergang
    Korrespondenzen, Telefonate (auch Whatsapp etc.), Lektüren

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    Sun, 05 Nov 2017 08:50:00 +0000