litblogs.net aktuell http://www.litblogs.net/?bdprssfeed=1 BDP RSS Aggregator version 0.6.1 Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 300 - Etwas stümpt nicht http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-300-etwas-stuempt-nicht/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-300-etwas-stuempt-nicht/ Die Freude gestern über das funkelnde Auto, das zuvor vollgestaubt und -geschissen auf dem kommunalen Parkplatz stand: sandbringender Regen (allerdings schon ein bißchen her) und Tauben. Tanken war sowieso angesagt, also dann gleich auch die Waschanlage. Ich hätte damit heute eventuell angeben können, aber nu ist’s verschoben. Niemand mehr da zum Abholen. Und immer wieder aus dem Fenster schauen. Hallo Auto!
Die kartenspielenden Hexen indes haben ihren Tatort vom Platz in die Garage gegenüber dem Küchenfenster verlegt. Gestern dachte ich, es liege am Wind, aber auch heute, wo der Wind nur eine federleichte Brise, saßen sie darin. Ich weiß nicht mal, ob sie >>>> Briscola oder >>>> Scopa spielen. Es vernettet und vernetzt immerhin in Zeiten, wo mir auch diese Spiele beigebracht worden.
Nicht unbedingt in der Fernsehatmosphäre, die ich ja erlebte im Haus der Schwiegereltern am Rande des Fucino und nun im Hof erlebe, weil gegenüber dem Hof ein Fenster den ganzen Tag offen steht und dahinter den ganzen Tag Dialoge oder Monologe geführt werden, die nicht von wirklichen Menschen stammen können. Ein Eruieren der heutigen Fernsehprogramme ließ mich nicht erraten, was da gerade angesehen wird - mehr noch als angehört, will mir scheinen. Eine Gardine hängt vor dem Raum, den Glühbirnen einförmig beleuchten, die im Fensterglas sich spiegeln. Nicht aber das typisch bläuliche Flimmern einer Mattscheibe.
Gestern, es war weit noch vorm Dunkelwerden, vermißte ich die Mauersegler: es flogen nur tschilpende Schwalben. Es hapert naturgemäß mit dem Dunkelwerden, aber dann kommen sie doch, die Mauersegler, sobald es wirklich auf der Kippe steht. Und “stars, peeping one by one”.
Und bis hierhin bin ich auch nichts anderes als eine tschilpende Schwalbe. Und ein ödes Fernsehfenster. Korrekter müßte es heißen: Fernseh- und Fernwehverweigerungsfenster. Wie ich “in meinem Ohrsessel” dachte (Bernhard, Holzfällen, passim).
Daß es noch keine Fernwehgebühren gibt, ist angesicht der Fernsehgebühren, die man mich seit Jahren zwingt zu zahlen, kein wirklicher Ausgleich. Mit dem neuen System, sie auf der Stromrechnung einzukassieren, wird’s noch perfider. Obwohl ich per Einscheiben beteuerte, ich habe keins! Sogar fristgemäß. Muß ich also doch anrufen, irgendso ein Callcenter, um mich entsprechend programmieren zu lassen. Alle Zeitspannen gleichen Weltumsegelungen von einst.
Hiobsbotschaften: hier ein Fahrradunfall mit Austausch einer Halswirbelsäule (traf ein, während ich schrieb), dort eine Lungenentzündung.
Es hümpelt sich und wünscht rundum Finnegans Wake, das Lied. Und sich selbst ein Dümpeln in der Brandung, die kein Sturm aus der Ruhe bringt, die dennoch prekär. Und es gereicht einem immer recht kümperlich in seinem auf sich selbst bezogenen Stümpern.
I am not amused. Zumindest: es hümmelt nicht, weder kümmerlich noch dem Tenor eines “stümpt” gehorchend.
Deshalb wird man auch nicht sagen, dass Kontinuität allein das verworrene Hüllgebilde der Perzeptionen sei, die das ganze Um und auf, den Anschein, das Erkennen und Empfinden, das Gewahre, beständig in den Gewahrsam überführen. Oswald Egger, Harlekinsmäntel & andere Bewandtnisse).

III,299 <<<<

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Fri, 23 Jun 2017 21:12:00 +0000
der goldene fisch : Christian Lorenz Müller : 27. REGENTONNENVARIATION http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13097 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13097 Schäumender Bierkrug
nach dem Regen. Ein Prosit
auf den Preisträger.

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Fri, 23 Jun 2017 15:41:13 +0000
der goldene fisch : Hendrik Rost : Alles, manches, das meiste, http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13088 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13088 was von Schwärmern und Spöttern über Büchner gesagt wird, ist falsch oder abgestanden. Jetzt ist
aber eine wunderbare Gelegenheit, Jan Wagner zu gratulieren: Alles, alles Gute
und viel Inspiration weiterhin!

Ich las so vor mich hin und fand schnell zwei sehr schöne “Versuche”.

Einmal über Mücken:

als hätten sich alle buchstaben
auf einmal aus der zeitung gelöst
und stünden als schwarm in der luft

bringen von all den schlechten nachrichten
keine, dürftige musen, dürre …

Ein anderes Mal über Seife:

wurde weniger wie fast alles

und alle sitzen am tisch:
mondloser abend, duftende hände.

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Fri, 23 Jun 2017 14:55:20 +0000
Glumm : Die Zeit https://glumm.wordpress.com/2017/06/23/die-zeit-2/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/23/die-zeit-2/ Die Zeit. Wir versuchen sie einzuteilen und zu zähmen, wir versuchen sie mathematisch zu begreifen, wir lassen uns von ihr langweilen und einlullen – alles Unfug: die Zeit muss man anders behandeln. Ist sie zufällig in der Nähe, heisst es aufspringen und mitfliegen – das ist alles. Und schon ist es zwanzig nach vier durch.
Mahlzeit.


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Fri, 23 Jun 2017 14:32:00 +0000
Glumm : Morning Glory https://glumm.wordpress.com/2017/06/23/morning-glory/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/23/morning-glory/ Strakeljahn versuchte LSD in Heimarbeit herzustellen. Er war ein undurchschaubarer bleicher Bursche, der in einem langen schwarzen Gestapo-Mantel durch die Gegend lief, den er vom Großvater geerbt hatte, und er war aschfahl im Gesicht – bis auf die Bäckchen, die wechselten die Farbe. Im Sommer glühten sie rotkäppchenrot, im Winter waren sie eisblau, gerade so als wäre Strakeljahn dem Kühlraum einer Metzgerei entstiegen.

Mit Drogen hatte er eigentlich nichts am Hut. Von uns mal abgesehen hatte er keinerlei Kontakt zur Szene. Und auch an uns war er nur zufällig geraten, weil er in dem Haus an der Meigener Straße wohnte, in dem Rüttgers Hals über Kopf eingezogen war, nachdem sein Vater ihn rausgeworfen hatte.

Strakeljahn hörte uns abends zusammensitzen, Tüten kiffen und Zappa hören, und kam runter. Er setzte sich zu uns und lernte eine andere Welt kennen. Strakeljahn studierte Chemie, aber man sah ihn nie zu Vorlesungen fahren. Wir wussten auch nicht, was er da oben trieb in seiner Klause unterm Dach. Auch Rüttgers, der im Erdgeschoß wohnte und sonst doch so leutselig war, hielt sich bedeckt. Einmal hörten wir die beiden im Treppenhaus lautstark miteinander streiten. DU JAGST UNS NOCH ALLE MANN IN DIE LUFT! brüllte Rüttgers, worauf Strakeljahn seinen schweren Nazi-Mantel zuknöpfte, den Gürtel festzurrte und beleidigt davon marschierte.

Dass es bei diesem Disput um die Zubereitung von Acid ging, erfuhren wir erst im Nachhinein. Strakeljahn hatte sich auf dem Speicher eine kleine Dunkelkammer eingerichtet, unter Fotolaborbedingungen, weil Derivate unter Lichteinwirkung verfallen, wie er mir und Pepe anvertraute. Er hantierte mit Reagenzgläschen und Rundkolben, doch wir hatten nicht den geringsten Schimmer, was wirklich vor sich ging. Noch heute würde ich kein Wort von dem kruden Zeugs kapieren, das er uns auftischte, doch heute würde ich immerhin gut hinhören, um halbwegs vernünftig recherchieren zu können.

Strakeljahn, sonst so gehemmt, blühte richtig auf, wenn er von Problemen bei der Produktion von LSD sprach, von Massenformeln, Molekülen und Vakuumbedingungen. Es stellte eine Herausforderung für ihn dar, und wir sollten als Versuchskaninchen herhalten.

„Ihr seid doch immer geil auf Pillen. Bei mir kriegt ihr alles umsonst.“

Pepe und ich glotzten ihn an wie einen Alien. Wofür hielt er uns? Für verdammte Selbstmörder?

So wenig wie wir Chemie kapierten, so wenig verstand er uns pubertierende Jungs. Wir wollten nur unseren Spaß haben. Wir wollten nicht nach Wahnsinn stinken, wenn beim LSD-Kochen etwas schiefging.

Strakeljahn war eine seltene Pflanze, mit bleichem Fruchtstand. Er kniete sich voll rein in die theoretischen und praktischen Voraussetzungen, um Trips herzustellen, doch da er trotz mühseliger Recherche nicht an „sauberes“ Mutterkorn herankam, unerlässlich für die Produktion von LSD, versuchte er an eine Alternative zu gelangen, an den Samen einer Pflanze namens Morning Glory. Indios und Mayas hatten das Halluzinogen in den alten Tagen für rituelle Zwecke genutzt. Es sollte in Trance führen und dafür sorgen, das Wesen der Natur besser zu begreifen. Na sehr schön – aber wofür dann noch LSD kochen? maulten wir, wenn Morning Glory doch schon so topp war. Lass sein, Strakeljahn. Besorg einfach Morning Glory. Das reicht. Das tun wir uns vielleicht rein, aber was du daraus machst, dieses ganze Home Cookin‘, das interessiert uns nicht. Ich meine, wir waren jung, aber nicht doof. Nicht so doof.

Strakeljahn kam nicht heran an Morning Glory. Damals gab es noch kein Internet, wo sich weltweit alles per Mausklick ordern ließ. Es war kompliziert, an manche Substanzen heranzukommen, und manches klappte nicht. Niemand wusste so richtig Bescheid. Es gab natürlich kleine Schieber, die mit psychoaktiven Substanzen dealten, logisch gab es die, aber von Einzelheiten bei der Acid-Herstellung hatte niemand eine Ahnung. Wir fragten uns sogar, woher das LSD kam, das auf dem Markt war. Wer das eigentlich wo und unter welchen Bedingungen zusammenbraute.

„Na, polnische Chemie-Studenten machen das“, knurrte Strakeljahn. „Wer denn sonst.“

Das war es also, was ihn umtrieb. Der Ehrgeiz des künftigen Berufs-Chemikers. Er wollte Geld verdienen mit LSD, er wollte den Markt nicht irgendwelchen Polen überlassen. Lucy aus Langenfeld immerhin glaubte, ihm helfen zu können. Morning Glory kann ich klarmachen, wieviel brauchst du? einen Karton? Als Strakeljahn davon berichtete, fing er vor Wut an zu schnauben und zu zittern und stieß gepresst hervor, die glaubt tatsächlich, dass LSD fünf Minuten ziehen muss!

Lucy dachte, es ginge um Tee.

Strakeljahn verwarf Morning Glory und probierte es mit harter schweißtreibender Grundlagen-Chemie. Man sah ihn mit rosa Spülhandschuhen durchs Haus laufen, mit glühenden Bäckchen vor sich hinmurmelnd. Er stattete sein Untergrund-Labor mit Haatrocknern aus, für welchen Zweck auch immer, er besorgte sich Trockeneis und Chloroform. Und das war der Moment, wo Rüttgers allmählich nervös wurde und sich nicht mehr traute, auch nur den kleinsten Bong anzuzünden, weil er Schiss hatte, das ganze Haus würde explodieren und in Flammen aufgehen.

DU JAGST UNS NOCH ALLE MANN IN DIE LUFT!

Ich weiß nicht, was aus der Sache geworden ist, ich schätze mal, nichts. Das Haus an der Meigener Straße, in dem Strakeljahn und Rüttgers wohnten und auf einem riesigen Stapel Frank Zappa- und Captain Beefheart–Platten saßen, wurde bald darauf abgerissen, Ende 1978. So gesehen hätte Strakeljahn es genauso gut in die Luft jagen können.

Eine Weile sah man ihn noch mit einem Hausschwein durch die Gegend tingeln, einer großen dicken Sau, deren Zitzen über den Boden schleiften wie offene Schnürsenkel. Die Leute blieben stehen und starrten dem seltsamen Paar nach, und bald darauf tauchte Strakeljahn ganz ab. Wie man hörte, verschwand er auf der Rheinschiene und wurde nie wiedergesehen.

Rüttgers? Er zog in die Innenstadt. Auch da trafen wir uns noch eine Weile zum Zappahören und zum Haschischrauchen, Pepe, Benzini, die beiden Hansen-Brüder, Banane-Martin, Karlos und der Mitsubishi Boy und ich, wir saßen herum und hatten Spaß, doch es war irgendwie nicht mehr das gleiche. Es war anders geworden. Die verdammten Achtziger brachen an.

„Fang schon mal an“, meinte Karlos zu mir.

„Womit?“

„Na. Aufschreiben.“


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Fri, 23 Jun 2017 13:35:32 +0000
taberna kritika - kleine formen : Delay http://www.abendschein.ch/delay/ http://www.abendschein.ch/delay/

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Fri, 23 Jun 2017 05:25:06 +0000
particles : sumatra petit http://andreas-louis-seyerlein.de/air/sumatra-petit/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/sumatra-petit/ 9

india : 21.05 UTC – Es ist der 22. Juni, Abend. 30 °C Wärme in meinem Arbeitszimmer, 88 Prozent Luftfeuchte, meine Schreibmaschine, die gerade eben noch von einem Schirmsammler erzählte, schnauft vor sich hin, jeder weitere Satz scheint ihr Prozessorherz aufzuregen. Ich selbst habe schon längst aufgehört zu atmen, habe meine Kiemenschächte, die links und rechts hinter meinen kleinen Ohren im Verborgenen liegen, geöffnet, nun bin ich ganz auf der sicheren Seite. Mein Telefonhörer ruht neben Lutz Seiler Zeitwaage, ein Buch, das ich zur Stunde kaum wage anzufassen, es konnte zerfallen. Überhaupt bin ich heute ein wenig langsam in der Aufnahme der Wörter, ich lese sozusagen Buchstabe um Buchstabe voran. Über meinem Sofa haben sich drei Wolkentürme gebildet, die bald blitzen werden, ich kenne das schon, es blitzt und dann wird es regnen, diesen wunderbaren Regen aus meinen Zimmerwolken, der nach Veilchen duftet, ich weiss noch immer nicht warum. Auf dem Fensterbrett ein Zeisig, es ist kurz nach neun Uhr, Miles Davis So What, wir tauchen. – stop
ping

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Der Beitrag sumatra petit erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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Thu, 22 Jun 2017 19:54:18 +0000
Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Wenn ich http://taintedtalents.twoday.net/stories/wenn-ich/ http://taintedtalents.twoday.net/stories/wenn-ich/
ACHTUNG, ECHTER TEXT!!!

an.
Dann wissen Sie Bescheid.

Lächelnd aus dem Atelier winkend,
Phyllis ]]>
Thu, 22 Jun 2017 16:18:00 +0000
der goldene fisch : Christian Lorenz Müller : BECKEN http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13076 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13076 Die Verklärung der Glieder
in der tiefen Gumpe,
Allgegenwart Gottes
als aufgeschreckte Forelle:
So taufst du dich mit Kälte,
nach dreimaligem Tauchen
hastest du hinauf auf die Felsen
wo die Sonne wärmt,
wo du dich zitternd
neu geboren weißt.

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Thu, 22 Jun 2017 10:08:14 +0000
taberna kritika - kleine formen : Blatt 06.1 http://www.abendschein.ch/blatt-06-1/ http://www.abendschein.ch/blatt-06-1/

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Thu, 22 Jun 2017 05:43:32 +0000
particles : vom unsichtbaren http://andreas-louis-seyerlein.de/air/vom-unsichtbaren/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/vom-unsichtbaren/ 9

lima : 23.59 UTC – Ich war noch ein Kind gewesen, als ich von meinem Vater in einen unter der Erde liegenden Saal des Kernforschungszentrum CERN geführt wurde. Ich lernte dort die Unsichtbarkeit kennen. Es war inmitten einer Nacht, der Saal grell beleuchtet, Dioden blinkten, orangenfarbene Warnleuchten drehten sich langsam. Und da war das Rauschen der Luft, die kühl durch den Saal strich, ein beständiger Wind, weswegen in einer Hochsommernacht doch alle Menschen, die in dem Saal zu beobachten waren, warme Kleidung trugen. Mein Vater und ich standen auf einer Brücke, die über einen Korridor führte, der vollständig leer zu sein schien. Aber das war natürlich ein Irrtum, dort gleich unter uns schoss nämlich ein Strahl hochenergetischer Teilchen durch die Luft, der jeden Menschen sofort getötet hätte, wenn er dort unten hindurch spaziert wäre. Mein Vater deutete hinab und versuchte mir das Unsichtbare zu erklären. Nicht sichtbar, weil zu schnell, sagte mein Vater, und zu klein. Ich war so berührt von der möglichen Wirkung des Unsichtbaren, dass ich immer wieder dorthin zurückkehren wollte, um das Unsichtbare zu besuchen. Überhaupt ist das Unsichtbare, das aber doch der Fall ist, ein wundervolles Phänomen. Oder jenes gemeinsame Wesen, das nur den Liebenden sichtbar wird. – Mit dieser Minute endet Louis’ 20646 Lebenstag. – stop

?feed-stats-post-id=31890

Der Beitrag vom unsichtbaren erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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Thu, 22 Jun 2017 03:04:08 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 299 - Erythropenie http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-299-erythropenie/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-299-erythropenie/ Scheinbar bin ich nicht mehr fähig, rot zu werden. Denn seit ich im letzten Jahr in Utschland unterwegs war, war es unmöglich, mich mit meinem Reserve-Laptop, den ich auf der Reise dabei hatte, mit dem Internet zu verbinden. Die Verbindung war deaktiviert und ließ sich nicht aktivieren, egal, was ich versuchte. Und wie die Zeiten hier und bei mir nun mal sind (die Rede ist von Zeiträumen, die Monate dauern können), entschloß ich mich gestern, in der nachmittäglichen Hitze, die abermals durch den Wind erträglich gemacht wurde, abgesehen von dem einem Staubkörnchen im Auge, den Computerladen jenseits der öffentlichen Grünanlage vor dem Tor aufzusuchen.
Nach einer telefonischen Fachsimpelei des dortigen Experten (ein Gehilfe stand zwar auch herum, fiel aber nur wegen seiner gestylten Haar- und Barttracht auf: langer schwarzer Bart und aufgescheiteltes Kurzhaar mit einem aufwärtsstrebenden Haarsegel) durfte ich meinen Laptop aufklappen. Nach zwei Sekunden kippte der Experte einen Schalter auf der Vorderseite zu der Seite, die die WiFi-Verbindung freigab.
Er versprach mir, es niemandem zu sagen. Und ich bat ihn auch noch extra darum, es nicht zu tun.
So kam ich gestern immerhin auf über fünftausend Schritte und auf ein Eis, das erste in diesem Jahr, in der neuen dunklen Terence-Hill-Eisdiele Girotti. Das kleinste wollt’ ich (zwei Euro) und kriegte doch so ein Riesending von Pistacchio-Eis, das überhaupt nicht grün aussah, sondern eher ins Braune spielte.
Eine Entgegenkommende lächelte mein Lecken an, ich lächelte leckend zurück. Aber es war weniger lasziv, als es klingt. Es war schlicht und ergreifend nett. Wahrscheinlich dies mein Gesicht mit dem weißen Bart und dem mittlerweile etwas länger wallenden Haar im Wind, ein gewisses Laissez-faire. Manchmal mag ich mich.
Im Grunde war’s doch zuviel. Aber ich zwang es dann doch in mich hinein.
Spät am Abend zwitscherten jungen Menschen vor dem Hofeingang, hatten sich dort einfach niedergelassen, während die große Bärin ihre geometrische Figur bereits ausbreitete und dadurch nicht unähnlich wurde dem begegneten Lächeln, in dem immer eine unentgeltliche Gabe liegt. Und oben auf dem Gebäude gegenüber eine provisorische Bedachung (der Wäscheplatz, nach den Geräuschen zu urteilen, die tagsüber von dort herabklingen) in einem schrägen Lichtstrahl mich wieder an “Fotografieren!” denken ließ, da sie ein helles Dreieck vor der allgemeinen Dunkelheit bildete.
Heute den >>>> “Untergeher” von Bernhard ausgelesen. Ungeachtet der sich immer wiederholenden Redefiguren mag vielleicht dies eine Art (Kunst? in anderen Sprachen bedeutet es das) der Fuge sein, die vor sich hin flieht, um sich am Ende zu einem Gesamtakkord zu vereinigen, in diesem Fall mithilfe des Gehilfen Franz, der im Schlußbericht die entwickelten Fugen mit den Ziegelsteinen füllt, zwischen denen Bernhard seine Fugen entwickelt “gehabt hat”.
Sein Erzählen führt trotz all der Negierungen von allem Möglichen zu dem Schluß, daß er einer Schlüssigkeit nie wirklich aus dem Wege geht, so sehr er es dem Leser über lange Seiten hinweg verwehrt, der sich fast zum Selbstmörder gestempelt sieht.
Merkwürdig, seit drei Tagen keine Arbeitsanfragen. Morgen die Ablieferung eines Handelskammerauszugs einer Pleitefirma, dann schimmert…

wie die sind
hin die tag’
insekten
froh taumelnd
ins ferne

ins schimmer-
dort hinten
das -licht weil
tag nicht mehr

ist

es ist wie’s
immer noch
mit unter-
thänigkeit


ist


Von >>>>hier

III,298 <<<<
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Wed, 21 Jun 2017 18:24:00 +0000
Glumm : Tischgespräche (157) https://glumm.wordpress.com/2017/06/21/tischgespraeche-157/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/21/tischgespraeche-157/

„Eigentlich komisch, dass wir mit unseren riesigen Gehirnen nicht jeden Tag wahnsinnig werden.“

„Wieso? Werden wir doch, Joe.“

„Ja schon. Aber ich meine, so richtig bekloppt.“

„Ja. Meine ich ja auch.“


Einsortiert unter:Susanne Eggerts Tischgespräche ]]>
Wed, 21 Jun 2017 17:00:39 +0000
Glumm : Die Unordentliche https://glumm.wordpress.com/2017/06/21/die-unordentliche-2/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/21/die-unordentliche-2/ Nach einer ebenso schnellen wie effektiven Marihuana-Lolle am Stromverteilerkasten verabschiedete sich Karlos in den Spätbus nach Haan, während ich ins Mumms zurückkehrte. Bekifft am Tresen stehen hatte den Vorteil, dass das Bier besser lief. Das war auch gleichzeitig der Nachteil: es dauerte nicht lange und man war besoffen und bekifft.

Jetzt ging gar nichts mehr.

Ich döste im Stehen vor mich hin, inmitten einer Geräuschkulisse aus Gläserklirren und dunklem Geraune. Erst als der Zapfer den Gong schlug und die Sperrstunde ausrief, “DEFINITIV LETZTE RUNDE!”, schreckte ich hoch. Ich schüttelte mich wie ein nasser Hund. Dann alarmierte ich den Kellner.

„Noch ‘n Kölsch, Hoffi.“

Der hatte mitgedacht und setzte bereits das letzte Bier vor mir ab.

„Eine letzte Kaltschale, der Herr. Darf ich auch gleich abkassieren?“

Es bereitete ihm ein Heidenvergnügen, betont höflich und akzentuiert aufzutreten, wie in einem Etablissement an der Düsseldorfer Kö, wo man Gefahr lief in einen Nerzmantel reinzulaufen, sobald man den Puff verließ. Hoffi kannte ich noch aus alten Schultagen. In der elften Klasse hatten wir gemeinsam den Deutsch-Leistungskurs bei Lehrer Sackmann besucht, eine halbe Saison lang, bevor ich entnervt das Handtuch warf. Alles fit, Antigone? grüßte er gern, wenn ich das Mumms betrat.

Hoffi addierte die Striche auf meinem Deckel.

„Sechsundzwanzig.. vierzig, der Herr.“

Mit seiner knielangen dunkelroten Kellnerschürze und den weißen Clogs erinnerte er an eine hünenhafte Weinkönigin. Ich legte drei Zehner auf den Tresen. Am Tisch gegenüber, der wie ein erhöhtes Eisenbahnabteil gestaltet war, saß die Unordentliche und grinste mich an. Richtig frech grinste sie rüber, frech und herausfordernd, ein überreifer Pickel, der nur darauf wartete, ausgequetscht zu werden. Ich kannte ihren wirklichen Namen nicht, niemand kannte ihren wirklichen Namen, selbst die Kellner nannten sie bloß die Unordentliche.

Wenn man sie so ansah, hörte man im Hintergrund förmlich das Gezeter ihrer Mutter, nun sei doch mal ein ordentliches Mädchen – vergeblich. Ständig war ihre Bluse verknöpft, war das Haar ein Hühnerhaufen, ihr Gebiss ein schiefes Durcheinander. Und die Manteltasche, ursprünglich auf rechts gedreht, um kurz die Krümel auszuschütteln, blieb den ganzen Winter umgestülpt und hing wie ein Waschlappen aus ihrem Mantel, eine schmuddelige Stones-Zunge.

Die Unordentliche zählte nicht gerade zum Stammpublikum, sie tauchte eher am Wochenende auf, nach Mitternacht, auf einen letzten Schoppen Wein.

Und schon stand sie neben mir. Ich war überrascht, fast überrumpelt. Wir kannten uns bloß vom Sehen, hatten nie ein Wort miteinander gewechselt – die gekünstelt wirkende, hart an der Grenze zur Hysterie agierende Unordentliche, für die Freud sich abgearbeitet hätte, und ich, der Trinker, der Kiffkopf, der sich fürs Leben warmlief, der in den Startblöcken ausharrte, seit er denken konnte.

„Hast du Lust, mit zu mir zu kommen?“ gurrte sie.

Ich starrte sie an. Sie war nicht gerade eine Schönheit. Hässlich aber auch nicht. Sie hatte etwas Grundtrauriges im Gesicht, wie eine Terpentinschnüfflerin, die ihrer Sucht noch nicht erlegen war, noch nicht ganz. Es war noch ein bisschen was zu machen. Ich sah die Blicke von Hoffi, dem Zapfer, sein dämliches Gegrinse.

„Behalt dein scheiß Wechselgeld“, sagte ich, und er steckte die Münzen zurück in den Galoppwechsler.

Wie immer, wenn ich betrunken war, hatte ich keine Lust nach Hause zu gehen. Wenn im Mumms die letzte Runde aufgerufen wurde, wollte ich weiterfeiern. Noch nicht ins Bett jedenfalls, erst recht nicht allein. Das war Gesetz. Aber die Unordentliche? Ich hatte sie noch nie so offensiv erlebt. Dass sie mich überhaupt angesprochen hatte, passte schon nicht ins Bild. In der Regel saß sie allein am Tisch und führte Selbstgespräche, soweit ich das beurteilen konnte.

Erst im Taxi bekam ich mit, was los war. Dass ich nicht der einzige war, den sie abschleppte. Der lange dünne Picard stieg ebenso zu wie ein ehemaliger Arbeitskollege von ihm, ein namenloser Säufer, mit dem er den halben Abend am Tresen gestanden und sich den Kopf heißgeredet hatte. Picard war ein Quatschkopf und Graswurzel-Kommunist vom alten Schlag. Er hatte lange elastische Beine wie Paulchen Panther und ein Grinsen im Gesicht, das von jahrzehntelangem Einwirken eines trockenen Humor zeugte. Er wohnte im gleichen Haus wie ich, einem Doppelhaus, aber in der anderen Haushälfte, die einen eigenen Eingang hatte.

Eine Weile bezog der lange Picard Strom von uns, weil er Schulden hatte bei den Stadtwerken und sein Strom abgesperrt war. Er tat uns leid, der Gräfin und mir, also durfte er eine Steckdose benutzen, an der sein gesamter Stromverbrauch hing. Hinterm Haus lief ein Verlängerungskabel der Hauswand entlang, vom Fenster unserer Erdgeschoßwohnung unten links bis hinauf zum Fenster seiner Dachgeschoßbude oben rechts. Dumm nur: nach einer Weile hatte Picard Schulden bei den Stadtwerken und bei uns.

Wir hatten eine Vereinbarung getroffen. Alles, was bei der Heizkosten-Endabrechnung über unserem sonstigen Jahresverbrauch lag, ging auf seine Kappe. Dafür sollte er jeden Monat 100 Mark rüberwachsen lassen, als Vorauszahlung. Wenn Picard zum vereinbarten Zeitpunkt nicht mit der Kohle rüberkam, mit der nächsten Rate sozusagen, zog ich ihm einfach den Stecker raus. Dann wartete ich. Wenn er zu Hause war dauerte es in der Regel keine fünf Minuten und er stand hektisch klingelnd auf der Matte. Entweder mit der fälligen Kohle oder mit einer blöden Ausrede. Einer Vertröstung „bis Montag, dann hast du dein Geld, hundertpro!“

Einmal wurde er sogar ein bisschen aufsässig.

„Mann, ich komm nach Hause, ist kein Strom in der Bude! Wie würdest du das denn finden!?“

Ich sagte gar nichts. Er wusste genau, was ich sagen würde, hätte ich Lust gehabt zu reden. Der Satz wäre gewesen: Wie würdest du es denn finden, wenn ich deinen Strom verbrauchte ohne dafür zu zahlen? Aber den Satz konnte ich mir schenken. Es reichte, den Stecker zu ziehen. Einmal war ich sogar ein kleines bisschen verärgert, weil er den Hunni pünktlich bezahlt hatte und ich den Stecker nicht rausziehen durfte. (Der Mensch neigt zum Diabolischen wie zum Großen Latinum.)

Ein anderes Mal duckte er sich unter dem Türrahmen in unsere Küche hinein. (Picard war zwei Meter lang.) Er hatte 180 Mark Schulden bei mir. Er zog einen Hundertmarkschein und zwei Fuffis aus der Innentasche seiner dünnen Windjacke. Er trug immer dünne Sachen, auch im Winter, und er fror wie ein Schneider. Wenn er nirgendwoher Strom bezog, wärmten ihn seine Katzen. Er hatte vier Katzen.

„Kannst du mir zwanzig Mark zurückgeben?“ fragte er.

Nein. Konnte ich nicht. Ich wartete seit zwei Monaten auf sein Geld. Ich wollte einfach nur noch die Marie sehen. Ich hatte keine Geduld mehr mit Picard. Er setzte sich an den Tisch, legte den Hunderter und einen Fünfziger hin. Den zweiten Fünfziger nahm er wieder an sich.

„Die dreißig Mark stecke ich dir gleich in den Briefkasten“, sagte er. „Ich muss noch was einkaufen für die Katzen. Da wechsle ich den Fuffie.“

Gut, sagte ich.

Natürlich passierte nichts. Weder an diesem noch am nächsten noch am übernächsten Tag. Normale Post im Briefkasten: ja, Kohle von Picard: nein. Mittwochmorgen hatte ich seine Spielchen satt. Ich riss das Stromkabel aus der Steckdose, warf es aus dem Fenster und ließ es an der Hauswand hin- und herbaumeln, wie ein Schiffstau. Zusätzlich steckte ich Picard eine kurze Notiz in den Briefkasten, in der ich ihm eine endgültige Liefersperre aussprach. Damit war meine Karriere als privater Stromanbieter beendet. Scheiß auf die 30 Mark. Dachte ich. Dann kam die Endabrechnung der Stadtwerke. Nachzahlung: 1.980 Mark.

Wir waren in sonstigen Jahren stets bei plus minus null rausgekommen, bis auf ein paar Mark vielleicht. Das bedeutete, Picard musste den ganzen Winter eine teure Elektro-Heizung betrieben haben, obwohl er das stets bestritten hatte. Ich ging zu ihm rüber, dampfend vor Wut. Er war nicht da. Komm mal rüber, hinterließ ich eine Nachricht. Als er später am Tag klingelte und ich öffnete, war ich so geladen, dass, so die Gräfin später, sämtliches Blut aus seinem Gesicht wich.

„Ich dachte, der kippt gleich um.“

Keine Ahnung, wie er es hinkriegte, keine vierzehn Tage später hatte ich die Kohle. Die ganzen 1.980 Mark.

Der lange Picard. Wenn er nicht gerade im Mumms herumlungerte und von Industrierobotern und ihrer fatalen Auswirkung auf die Psyche der deutschen Arbeiterschaft schwadronierte, lag er daheim auf der Couch und wärmte sich an seinen Katzen, weil die Stadtwerke mal wieder den Strom abgestellt hatten.

Er ist schon lange tot. Er kam eines Nachts aus dem Mumms getorkelt. Es lag Schnee auf der Fahrbahn. Er rutschte aus, ein Bus fuhr ihn an und, so erzählte man es sich, überrollte ihn. Von diesem Unfall erholte er sich nie mehr. Die letzten Jahre verbrachte er im Heim. Wenn wir uns ab und zu in der Stadt über den Weg liefen, grüßten wir uns nicht mal mehr. Es gibt Dinge, die enden einfach nur traurig, und jeder trägt seinen Anteil an der Schuld. Oder niemand.

Ich glaube niemand.

Das Taxi brachte uns in eines der besseren Viertel am Stadtrand. Ein reines Villenviertel gab es in der Stadt nicht. Es gab vereinzelte Reiche-Leute-Spots mit seltenen Rosenstöcken im Vorgarten, doch spätestens hundert Meter weiter hatten die Stadtplaner siebenstöckige Neue Heimat-Klötze hingesetzt, mit eingedrückter Klingelleiste und asozialem Geschrei und Boxereien in der Nacht. Es gab dieser Stadt so etwas wie Gerechtigkeit. Wir waren alles Gefangene der späten Achtzigerjahre, keinem ging es wirklich besser. Residenzen und Neue Heimat, Rosenstöcke und Boxereien, Männer, Frauen, Süchtige.

“Meine Eltern sind über alle.. hi hi.. Berge”, schnatterte die Unordentliche, als wir den Familiensitz betraten. Ich schätzte sie auf Ende zwanzig, mit ihrem schiefen Gebiss, dem Hühnerhaufen-Haar, den Augen einer Eule. „Im Tessin.“

Eigentlich ist sie ja doch hässlich, dachte ich. Vulgär auf Abiturniveau. Eher ein Fall für Ringo. Ja, Ringo hätte bestimmt seinen Spaß an ihr gehabt, ganz bestimmt sogar. Ringo, der alte Messie, stand auf Frauen mit einem gewissen Schlampenfaktor. Es faszinierte ihn, wenn das Strumpfband speckig war, wenn der Lippenstift krümelte und das Gehirn verrutscht war vom vielen Geschnatter. Doch Ringo war nicht da. Ich war da. Das war der Unterschied in dieser Nacht. Andererseits, war ich jemals richtig da, war ich jemals wirklich irgendwo? Ich war immer woanders, selbst wenn ich irgendwo war. Gab es mich überhaupt? Oder hatte ich mich schon zur eigenen Fata Morgana herabgewirtschaftet?

(Das schlimmste, was einem im Leben passieren kann, ist nicht nicht anwesend zu sein oder keine Träume mehr zu haben, die kommen wieder, kräftiger als zuvor, das schlimmste ist sein Geheimnis einzubüßen. Zu viel preiszugeben. Den anderen kein Rätsel mehr zu sein, nicht mal sich selbst. Ein Geheimnis, einmal in der Welt, bringt alle zum Lachen und erfüllt den ganzen Kosmos mit Scham.)

Ich saß im Taxi, bekifft, betrunken, eingerahmt von Picard und seinem ehemaligen Arbeitskollegen, und beobachtete die Unordentliche, die sich auf dem Beifahrersitz niederließ und den Fahrer Instruktionen gab. Natürlich gab es auch andere Frauen, die sich betont unmodisch gaben, die sich ihr Make-up dick wie Straßenmalkreide ins Gesicht malten und schrille Klamotten kauften, um aus der Reihe zu fallen, doch die Unordentliche war anders, ein seltenes Gewächs. Unordentlichkeit war sozusagen ihre Natur, sie konnte gar nicht anders. Dafür sorgte schon die Reihe schief stehender Vorderzähne, ein kubistisches Häusermeer, das sich gegenseitig stützte, damit einzelne Häuschen nicht umkippten und durch den Kiefer purzelten. Mit solchen Zähnen, wenn man sie denn nicht richten ließ, war man sozusagen automatisch raus aus jeder Ordnung. Und drin im Anderssein. Willkommen in meiner Welt, dachte ich. Willkommen in meiner Welt, dachte der lange Picard.

Angekommen.

Wir ließen uns im gut gepolsterten Salon nieder, den sie, die Unordentliche, die Hausherrin, unser Living-Room Desaster nannte. Mit wahnhaftem Gackern zauberte sie vier Weingläser auf den Tisch und füllte sie mit einem ausgesuchten, ja erlesenen französischen Tröpfchen, wie sie dreimal hintereinander ungefragt versicherte, wobei sie ihr beknacktes unordentliches Haar, das mittlerweile zum Dutt gebändigt war, in den Nacken warf.

“Dieses Jahr Heiligabend”, überschlug sie sich vor Freude, “war ich glücklich.. so glücklich und happy WIE NOCH NIE..! Soo hap-py! Ich hatte das Gefühl, die ganze große Welt wäre mit mir.. im Freudentaumel! Ja, im Freudentaumel.. Kinder! Die ganze Welt war üüü-ber-glück-lich!”

Ihre hysterisch hohe Stimme, ihr “Hach, Kinder, wie bezaubernd ist die Welt doch wieder einmal!” zerrte an den Nerven, zumal alles so beschissen war wie immer, und alle wussten es.

Sie erwähnte einen Freund aus fernen Kindertagen, den sie zwischen den Feiertagen zufällig wiedergetroffen hatte.

„Das war früüüher ein ganz Süüüßer, der Christian. Der hat doch glatt mal..“ Bla bla hatte der glatt mal. Interessierte doch keinen, was der mal.. wer war schon Christian.

Der lange Picard und sein Kollege stierten ratlos in ihre Weingläser. Nachdem die beiden gemerkt hatten, in welchem Höllenpfuhl sie gelandet waren, stürzten sie das edle Tröpfchen auf ex runter und füllten sofort nach. Wir drei Männer schauten uns an. Wir hatten einen schlimmen Fehler gemacht, wir hätten niemals in dieses Taxi steigen dürfen, dafür mussten wir jetzt blechen, dafür mussten wir bluten und blechen und Wein saufen, den niemand mochte, weil wir Bierkinder waren. Wir waren Kinder des Biers. Niemand wusste, wie er mit der Situation umgehen sollte. Die Unordentliche hatte offensichtlich einen viel größeren Knall als angenommen. Sie hörte nicht auf, ihr neues Leben zu feiern.

„… hi hi, hach, der süüße Chrisssstiaan.. neieinn..! Und ich war soooo gut drauf Heiligabend, ich hab den Heiland gesehen, er trug…“

Ich bediente mich aus einer offenen Karaffe, die auf dem Tisch stand, und kippte etwas von der darin enthaltenen Flüssigkeit, die ich für Campari hielt, zu meinem erlesenen Weißwein hinzu. Einfach so, aus Verzweiflung. Immer rein damit.

“Na, mag da jemand schon venezianisch Frühstücken…?”, kiekste die Unordentliche. „Um diese Uhrzeit…?“

Sie lachte, sie hörte gar nicht mehr auf zu lachen. Ich wusste überhaupt nicht, was los war. Was daran lustig sein sollte. Das, was ich für Campari gehalten hatte, entpuppte sich als Sirup. Ich hatte etwas Sirup in meinem Weißwein geschüttet, na und. Ich hatte die Nase voll.

“Ich hau mich aufs Ohr”, sagte ich. “Ich bin erledigt.”

Das war alles, was ich von dieser Nacht noch erwartete. In irgendein Bett fallen und wegpennen, und mich am nächsten Morgen so früh wie möglich vom Acker machen.

“Bedien dich, Cherie”, flötete die Unordentliche, “im ganzen Desaster-House stehen genug leere Betten. Suche dir einfach eins aus.. à la vôtre!”

Ich verabschiedete mich vom langen Picard und seinem Kumpel, indem ich kurz die rechte Hand an die Stirn schlug, eine militärische Geste, Jungs, schlagt euch in den Urwald, ihr macht das schon, bloß raus hier. Ich steuerte das nächstbeste Zimmer an und knallte mich aufs Bett. Auf dem Nachttisch fand ich einen großen braunen Welt-Atlas, der mir aus der Schulzeit bekannt vorkam, und eine Schachtel Pralinen.

Ich riss das Zellophan von der Packung, stopfte mir nacheinander ein paar Schokoböhnchen in den Mund, die Finger der anderen Hand im aufgeschlagenen Atlas. Es war der gleiche Atlas, den wir in der Schule gehabt hatten, der große braune Diercke. Ich tastete die Südspitze von Südamerika ab. Feuerland. Ahoi, Kapitän. Die Tür ging auf. Die Unordentliche. Als sie mich sah, musste sie erst lachen, doch schnell schlug ihre Stimmung um. Sie wurde aggressiv, ja richtiggehend böse. Sie schrie mich an.

„Glaubst du, du bist hier bei Rockefellers?!“

Ich verstand nicht. “Was ist denn mit dir los..?”

“Na, was würdest du sagen, wenn ich das Bett deiner Eltern einsauen würde??”

Ihr Gesicht nahm gefährlich zickige Züge an, sie warf ihr Rosshaar in den Nacken.

“Ich kann auch woanders hin“, entgegnete ich hochmütig. „Kein Problem. Bin schon weg.”

Ich schnappte meine Klamotten, die Schachtel Pralinen und den Atlas und verschwand eine Tür weiter, in eines der Gästezimmer. Die zweckmäßige Möblierung kam mir auf Anhieb bekannt vor: Interlübke. Meine Eltern hatten lange darauf gespart, bis sie sich solch ein Kompaktschlafzimmer leisten konnten. Als es endlich aufgebaut vor ihnen stand, Herbst 1969, soll Mutter vor Freude geweint haben. So die Familienchronik. Ja, hier war ich richtig. Ich warf den Atlas aufs Bett und mich gleich hinterher.

Irgendwann in der Nacht hörte ich das Schlagen von Autotüren, Stimmengewirr und einen Dieselmotor. Ich sah aus dem Fenster und beobachtete, wie der lange Picard und sein Kollege in ein Großraum-Taxi stiegen und abdampften.

Am Morgen erwachte ich mit der Nasenspitze vor Kap Hoorn.

Das Bett war übersät mit Konfektpapier. Ich sichtete eine Schokoladenspur auf dem Spannlaken und versuchte sie zu entfernen, verwischte stattdessen alles nur und machte es noch schlimmer. Jetzt sah es aus, als hätte ich die halbe Nacht mit nacktem Hintern im Bett gesessen. Scheiße. Ich blickte mich um. Was in der Nacht Kompaktmöbel gewesen waren, wirkte bei Tageslicht wie ein Nähzimmer. Es gab sogar eine altertümliche Nähmaschine, und der englische Kleiderschrank aus Mahagoni hatte einen prächtigen ovalen Spiegel.

Ich stand nackt auf dem Bett, die Beine gespreizt wie ein Skispringer im Flug, und begann zu masturbieren. Ich fand mich geil im großen Spiegel – der König und sein Genital. Was kümmerte einen König anderer Leuts Genitalbereich!? Alles nur Geschmeiß! Ich brauchte nur mich, mich und mein Riesenmöbel! Mann, bist du bescheuert! Es war der Restalkohol, der mein armes krankes Hirn befeuerte. Kaum hatte ich mich wieder hingelegt und die Augen geschlossen, um noch etwas Schlaf anzubauen, hörte ich, wie die Tür einen Spalt weit geöffnet wurde. Jemand warf einen Blick ins Zimmer, dann schnappte die Tür leise zu. Ich fragte mich, was die Unordentliche wohl gesehen hatte, von dem ganzen Zinnober, den ich veranstaltet hatte. Die Vorstellung machte mich kurz geil, dann schlief ich wieder ein.

Der Digitalwecker zeigte exakt 12:02, als ich das zweite Mal wach wurde. Regen klimperte gegen die Fensterscheibe. Ich setzte mich auf den Bettrand und suchte meine Klamotten. Warum ich mich in der Nacht ausgezogen hatte, blieb im Dunkeln. Mir war übel, die kleinste Bewegung verursachte heftige Stiche im Schädel. Bevor ich es in meine Hose schaffte, sank ich wieder zurück ins Bett. Ich war platt von der tagelangen Sauferei. Mit Grausen dachte ich an den Tag, der vor mir lag.

Plötzlich Schritte. Die Tür ging auf. Jemand lugte ins Zimmer.

“Ich lasse mich krankschreiben”, hörte ich die Unordentliche, ohne ihr Gesicht zu zeigen. “Aber erstmal lege ich mich noch was aufs Ohr. Kaffee ist in der Küche, ein Brot kannst du dir auch schmieren, wie du magst.“ Sie kicherte. „Fühl dich einfach wie zu Hause.”

Sie schloss die Zimmertür und verschwand. Ihre überraschend warme Ansprache tat gut. Ich ging nackt ins Wohnzimmer, das mir kleiner und gedrungener vorkam als in der Nacht. Little Living Room Desaster. Ich griff mir eine Camel ohne vom Tisch und strich durchs Haus, landete in der Küche. Die Kaffeemaschine war im Stand by-Betrieb, ich goss mir eine Tasse ein. Die Brühe schmeckte so abartig, dass ich sie postwendend in den Ausguss spuckte. Ich steckte mir noch eine Camel ohne an und ging scheißen. Im Wohnzimmerschrank gab es eine Schrankbar, wo Brandy und Cognac in offenen Glaskaraffen vergammelte, wie in einer alten Derrick-Folge. Schade, dass ich kein Alkoholiker war.

Auf dem Sideboard standen zwei Postkarten mit Weihnachtsmotiven. Eine Karte war in der DDR abgestempelt, die andere in Braunschweig. Wieso lasst Ihr nichts mehr von Euch hören? las ich. Lebt Ihr überhaupt noch?

MELDET EUCH MAL!

Über dem ganzen Wohnhaus lag Fäulnis, ein unsichtbares engmaschiges Netz des Todes. Ich ließ mich auf einem schaumigen Sofa nieder, neben zwei nagelneuen Porzellan-Puppen, lieblos in die Sofakissen gedrückt. Daneben, auf einem Teewagen, ein nagelneues Hochglanz-Porzellanpuppen-Bildband. Eine der abgebildeten Porzellanpuppen trug eine Art Beißring. Ich konnte die Augen nicht davonlassen. Es war wie immer nach einem versoffenen Abend. Wenn ich aufwachte, war ich geil. Es war keine wirkliche Geilheit. Geilheit ist ein wankelmütiger Diktator. An einem verkaterten Morgen war es eher wie Durst haben und rasch ein Glas Wasser runterstürzen, einen Berg Plankton auskotzen.

Regenschauern klatschten gegen die Panoramafenster. Der Himmel, eine einzige Kondolenzkarte. Im Garten miaute eine fette graue Katze. Ich versuchte, die Verandatür zu öffnen, kam aber mit dem Mechanismus nicht zurecht. Die Tür knarrte und bäumte sich auf, blieb aber geschlossen. Ich fluchte, die Katze fluchte, der Regen flutete den gräulichen tiefen Rasen. Endlich funktionierte es, die Tür schnackte auf. Das Vieh musterte mich skeptisch, fluchte und drängelte sich ins Haus. Ich hockte mich nieder auf den flauschigen Teppich, der sämtliche Geräusche schluckte, und versuchte die Katze anzulocken. Nur das Ticken einer alten Wanduhr war zu hören. Es war gespenstisch. Ein Haus, in dem nichts zu hören war bis auf das Ticken einer Wanduhr, und da war dieser nackte fremde Mann, der hier nicht hingehörte.

War die Familie der Unordentlichen wirklich in Urlaub im Tessin, wie sie behauptet hatte? Lagen vielleicht Vater und Mutter, den Schädel eingetreten, in der Mansarde, dem einzigen Ort des Hauses, zu dem definitiv kein Zutritt war, wie sie uns in der Nacht mehrfach eingetrichtert hatte?

Die fette Katze schlich um mich herum. Ich holte meinen Schwanz raus und hielt ihn ihr hin, ließ sie daran schnuppern wie an einem Hähnchenbollen. Ich spürte das Schnauzhaar. Sie trollte sich. Wahrscheinlich war das gar keine Katze, sondern ein Kater, und allmählich wurde ihm die Situation unangenehm. Er war der Familienkater und ich ein einsamer Bauer in den Pyrenäen, der sich aufs Feld geschlichen hatte, um heimlich den dicken alten Familien-Esel von hinten zu nehmen. Oh verdammt. Ich saufte zu viel..! Soff! SIFF! Himmel! Ich kannte nicht einmal mehr die Vergangenheitsform von saufen, weil sich mein verfluchtes kleines Dasein ständig im Hier und Jetzt abspielte, auf dem kläglichen Transportband zwischen Gegenwart und Zukunft, ohne jegliche Reflexion. Ständig stand ich neben mir und beobachtete, was der Kerl als nächstes tat. Das war alles, wozu ich noch in der Lage war. Ich war die pure unreflektierte Gegenwart. Himmel, half!

Ich hatte sie echt nicht mehr alle.

Ich war am Ende, die Menschheit war am Ende. Irgendwann würden wir alle nach Afrika zurückkehren, dorthin, wo alles begonnen hatte. Wir würden den aufrechten Gang verlernen und wieder oben in den Baumkronen leben. Nur wie wir die verfluchte Gefrierkombination da raufkriegten, stand noch in den Sternen. Die Katze hatte Vertrauen zu mir gefunden und drückte sich an meine nackten Beine. Sie tat mir leid. Ihr Vertrauen tat mir leid.

Es dauerte keine fünf Minuten, da hatte ich die Hose angezogen, die Schuhe geschnürt, das Haus verlassen. Ich wollte nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich bin doch nicht bescheuert. Sex mit Haustieren.

Ich stand draußen vorm Eingang. Ein majestätisch sanfter Regen ging nieder. Es war ein Sound, als stünden Engel vor einem weitläufigen Urinal, sie alle ließen es rauschen.

Ich versuchte mich zu orientieren, wo ich überhaupt war, an welchem Ende der Stadt. Ich hörte ein Schneuzen. Ich sah hoch. Im Erdgeschoß stand ein Fenster auf Kipp. Hatschi! Das war die Unordentliche, sie hatte sich eine Erkältung geholt. Sie sprach mit jemandem, vermutlich am Telefon. Ich knöpfte die Winterjacke zu und machte, dass ich heimkam.


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Wed, 21 Jun 2017 15:03:30 +0000
taberna kritika - kleine formen : 20130626 http://www.abendschein.ch/20130626-2/ http://www.abendschein.ch/20130626-2/

vor
langer zeit dieses
bläschen an der unterlippe eine hautreizung oder entzündung ein faktum das sich keiner beobachtung entzieht und 8 jahre später hat man dann plötzlich 1 frau und 2 kinder
kann gott einen stein schaffen so schwer
dass er ihn nicht zu heben vermag

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Wed, 21 Jun 2017 07:46:26 +0000
rheinsein : Hoek van Holland: Blau http://rheinsein.de/2017/06/21/hoek-van-holland-blau/ http://rheinsein.de/2017/06/21/hoek-van-holland-blau/ Die Nordsee spült Rheinbestandteile zurück in den Himmel
Mit der Schnellfähre durch den Rotterdamer Hafen
Kanadagänse ziehen über die Hafenanlagen (Bild: Finn, 12 Jahre)
Stranddrinks
Finnwal Bo Jensson
Das Nichttier auf der Jagd nach einem anderen Blau

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Wed, 21 Jun 2017 07:02:19 +0000
isla volante : unerkannter könig http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/JReJB5biIuo/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/JReJB5biIuo/

unerkannter könig
ich fand dich
habe dich
heraus geschaufelt

du brauchst
keinen thron
sondern nur erkenntnis
wer du bist

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Wed, 21 Jun 2017 06:00:16 +0000
particles : tokiozug http://andreas-louis-seyerlein.de/air/tokiozug/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/tokiozug/ 9

charlie : 22.25 UTC – Vor wenigen Minuten noch habe ich mit einem Bleistift in meiner rechten Hand versucht, den Namen Dostojewski’s in mein Notizbuch einzutragen. Das ist vielleicht tatsächlich eine kleine Meldung wert. Der letzte Eintrag in mein Notizbuch ist nämlich mit dem Monat April verbunden, das war, ich erinnere mich, an einem Sonntag gewesen, ein stürmischer und regnerischer Tag, die Papiere meines Notizbuches waren feucht geworden, wellten sich, wellen sich noch immer. Ich habe damals die Frage notiert, ob Fledermäuse auch bei Regen fliegen. Nun ging es heute um etwas ganz anderes, ich wollte eine Notiz zum Roman Der Spieler verzeichnen. Leider fuhr ich in diesem Augenblick meines Notierwunsches in einem Zug voller Menschen, die sich dicht aneinander drängten, weswegen ich meine Schreibmaschine nicht erreichen konnte. Also suchte in der linken Hosentasche nach meinem Notizbuch für Notfälle. Dieses Buch ist, wie ich erwähnte, von Papier, wurde mehrfach gefaltet, ebenso mehrfach feucht und wieder getrocknet, ein Heftchen, in welchem ich beizeiten mit wilder, ungeübter Schrift notiere, sodass ich manchmal nur noch erahnen kann, was ich vermerken wollte. So habe ich heute also aus der Erinnerung Variationen eines berühmten Namens notiert, mehrfach habe ich angesetzt, dann wieder nachgedacht. Ich frage mich, was würde Fjodor M. Dostojewski vielleicht gedacht haben, hätte er mich beobachtet in diesen aufregenden Minuten einer kurzen Zugreise? – Heute ist Dienstag, es ist warm, es ist Sumatra. – stop
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Wed, 21 Jun 2017 02:56:12 +0000
particles : = http://andreas-louis-seyerlein.de/air/31881-2/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/31881-2/ 9

sierra : 15.28 UTC – r o s e n f i n g e r
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Wed, 21 Jun 2017 02:56:12 +0000
der goldene fisch : Konstantin Ames : Mit der Zeit wird alles feil. Nur http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13068 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13068
Jan Wagner hat sein Teil.

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Tue, 20 Jun 2017 15:07:44 +0000
Glumm : Madam Pompadour https://glumm.wordpress.com/2017/06/20/madam-pompadour-2/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/20/madam-pompadour-2/ Ich hatte ein merkwürdiges Stechen im linken Ohr, so als sägte jemand vorsichtig und mit spitzen Fingern an meinen Gehörknöchelchen. Ein gruseliges Gefühl. An anderen Tagen spürte ich gar nichts, es war alles in bester Ordnung, dann wiederum ging die Sägerei los. Es dauerte fast drei Monate, bis ich mich endlich aufraffte und Madam Pompadour aufsuchte.

Madam Pompadour, platinblonde, in Polen geborene Fachärztin für Hals,-Nase,-Ohren, hieß eigentlich Dr. Pompalonczyński, aber wer sollte sich das merken. Mein alter dicker HNO-Doktor vom Neumarkt, der mit den roten Patschehändchen, zu dem ich viele Jahre gegangen war, wenn ich Probleme mit den Ohren hatte, musste den Beruf an den Nagel hängen, wegen Nervenleiden und schwerem Tinnitus.

Montagmorgen, acht Uhr. Ich warf einen Blick in Madam Pompadours schlecht belüfteten Warteraum, er platzte aus allen Nähten. Nasenkranke mussten in den Gang ausweichen.

Erstmal an den Tresen.

„Waren Sie schon mal bei uns, Herr Glumm?“

„Ja, ist schon was her.“

Eine Zungenwurzel-Entzündung hatte mir zugesetzt. Ich bekam zehn Tage Penicillin, dann war der Fisch abgeschwollen. Die freundliche Thekenkraft blickte auf den Monitor. Das Telefon klingelte. Weitere Arzthelferinnen wuselten durchs Bild. Selbst Frau Doktor bekam ich kurz zu sehen.

„Richtig.. hier haben wir Sie, Herr Glumm. 2008 waren Sie das letzte Mal hier. Ist ja gar nicht so lange her. Haben Sie etwas Zeit mitgebracht?“

Als ich den Warteraum betrat, war genau ein Schalensitz frei, hinten bei den Spielsachen, wo ein kleines Mädchen Kampfschaf spielte, das Gesicht im Omo-Eimer. Kaum hatte ich mein Notizbuch, den Kugelschreiber, den Ersatzkugelschreiber und den neuen SPIEGEL, den ich mir gekauft hatte, um mir die Zeit zu vertreiben, aus der Jacke gezogen, wurde ich aufgerufen und durfte den ganzen Mist gleich wieder einsammeln, vom Omo-Eimer-Kind misstrauisch beäugt. Pom-pom-pom hörte ich es trommeln. Ein musikalisches Kind.

„Nehmen Sie schon mal im Gang Platz, Herr Glumm“, bat die Arzthelferin.

Die Atmosphäre war überraschend relaxed, obwohl es Montag war und die ganze Wochenscheiße von vorn losging. Es schien, als hätten sich die Leute daran gewöhnt montags im Gang zu sitzen, zu lesen und anderen Wartenden beim Warten, Sitzen und Lesen zuzuschauen.

Da war die Frau auf strassbesetzten Sommerschlappen, die nur für fünf Minuten aus dem Haus gegangen war und sich plötzlich, wie sie erzählte, in einer ambulanten Hals,- Nasen,- Ohren-Klinik wiederfand. Sie sah irgendwie nicht so richtig krank aus. Vielleicht lag es an den für eine Arztpraxis ungewohnten Schlappen. Was hatte sie überhaupt? Sie erwähnte es nicht. Neben ihr saß ein verheiratetes Paar. Der Mann trug einen fleischfarbenen Spionage-Bart, der vom Hals kaum zu unterscheiden und so akkurat geschnitten war, als folgte er einer geheimen DIN-Richtlinie der untergegangenen DDR. Sein Weib redete auf ihn ein, er ließ sie reden. Ließ sie auflaufen. Alte Kaderschule.

„Herr Glumm, geradeaus durch ins Chefzimmer bitte.“

Das ging schneller als erwartet. Das ging so schnell, dass ich dachte, haben dir die Arzthelferinnen eine schwerwiegende Krankheit angesehen, von der ich selbst nichts ahnte? Madam Pompadour, ganz in weiß gekleidet, saß auf ihrem Hocker, in sich versunken, und drehte sich wie in Zeitlupe um, als ich Platz nahm. Kein Händeschütteln, kein Guten Tag – es ging sofort zur Sache.

„Was haben wir denn Hübsches?“

Ich erklärte ihr die Beschwerden. Dass mein linkes Ohr wehtat. Ein Schmerz, so stechend und rigide, als drehe sich im Innenohr eine ungekochte harte Spiral-Nudel um die eigene Achse. Immer nur links. Rechts war alles normal. Meine linke Seite war gestört. Die künstlerische Seite.

„Mein linkes Ohr ist bestimmt entzündet.“

Madam Pompadour, die ohne Akzent Deutsch sprach, sah nicht die Bohne polnisch aus und hatte eine verdammt große altmodische Klappe.

„Mannomann, wie die Asozialen!“

Sie stand auf und schloss die hohen Fenster, eins nach dem anderen, um sich das Gejohle und Getröte der Abiturienten, die das Ende ihrer Schulzeit feierten und auf Traktoren durch die Straßen ritten, nicht weiter mitanhören zu müssen.

„Ach na ja“, sagte ich zur Verteidigung der jungen Menschen, „die haben ihr Abi gemacht. Die wollen feiern. Ist doch okay.“

„Ja schon, aber kann man das nicht leiser feiern?! Muss das immer gleich so asozial ausarten?“ Sie brachte den Behandlungsstuhl in Position und kehrte zum Job zurück, das Spährohr in der Hand.

„So. Welches Ohr?“

„Links“, sagte ich.

„Oh, na! Grundgütiger…! Ist da Ohrenschmalz drin. Himmel!“

Ich seufzte. „Schon wieder?“

„Was heißt schon wieder?“

„Na, da ist schon mal durchgespült worden. 1989. Glaub ich.“

„1989, oho. Das sind ja erst fünfzwanzig Jahre“, spöttelte sie. „Mein lieber Freund und Kupferstecher, da müssen wir erst mal durchspülen, bevor ich sehen kann, was da drin los ist. Ob vielleicht eine Entzündung vorliegt. Im Moment sehe ich nur einen Riesenberg Schmalz.“

Nun ja, dachte ich, so ist das nun mal als geborene Schnulze. Da bekommt man den Schmalz gratis ins Ohr gekippt. Madam Pompadour zog eine Gummispritze mit irgendeiner Lösung auf und presste eine kühle Kunststoffschale direkt unters linke Ohr.

„Schön festhalten, damit nichts daneben läuft.“

Ich hielt die Schale fest. Das Wasser schoss warm in mein Ohr. Es war wie beim Zahnarzt, wenn Speichel und Blut abgesaugt wird, nur eben im Ohr: Es war ein einziges Zutscheln und Schlürfen in meinem linken Ohr. Dem künstlerischen.

„He! Stillhalten! Sonst dauert es noch länger!“

Sie wiederholte die Prozedur auf der rechten Seite.

„Schauen Sie, was ich alles rausgeholt habe.“

Frau Doktor zeigte mir das Ergebnis ihrer Bemühungen in der Petrischale. Ich guckte rasch woanders hin. Da war auch schön. Überall war schöner als in der Petrischale.

„Sie sollten alle sechs Monate zum Spülen kommen, nicht alle fünfzwanzig Jahre, bei Ihrer Überproduktion an Schmalz.“

„Wie kommt denn so was?“

„Wie so etwas kommt? Wenn bei der Haarwäsche Shampoo ins Ohr läuft und sich mit dem Sekret verklumpt, da kommen solche Geschichten bei heraus.“

Aber sie war noch nicht zufrieden mit dem linken Ohr, selbst nach der zweiten und dritten Spülung nicht. Im Gegenteil. Madam verzweifelte langsam.

„Das ist so dermaßen verklebt da drin, wir müssen versuchen es aufzuweichen, mit speziellen Tropfen, die den Ohrschmalz erst auflösen.. wenn’s gut geht. Das ist so verstopft da drin, wenn das ein Darm wäre, würde ich von einem beginnenden Darmverschluss reden. Na gut, Herr Glumm. Träufeln wir die Tropfen hinein. Danach müssen Sie zwanzig Minuten ruhig auf der Seite liegen.“ Sie schaute mich fragend an und wiederholte: „Zwanzig Minuten. Schaffen Sie das?“

Ich guckte skeptisch aus der Wäsche. Aber gut. Wir wollten es versuchen.

„Na schön. Kommen Sie mit.“

Ich folgte ihr in einen der benachbarten Behandlungsräume, wo Patienten zu Gruppen zusammengefasst saßen und akupunktiert wurden.

„Bitte rechtsrum hinlegen“, befahl Madam Pompadour. Die Liege war mit einer speziellen Einmal-Folie ausgekleidet, die auf der Stelle verknuddelte und wegrutschte, als ich mich hinlegte. Eigentlich hing die dünne Folie schon unten auf dem Boden, bevor ich überhaupt aufgestiegen war. Dann träufelte mir Madame Pompadour eine Spezial-Emulsion ins Ohr, kaum mehr als ein paar Tröpfchen.

„Zwanzig Minuten liegen bleiben, dann bin ich zurück“, ordnete sie an, im gleichen Tonfall, mit dem ich zu Hause zum Hund sprach, bevor ich das Haus verließ und zwanzig Stunden später stockbesoffen heimkehrte.

Stabile Seitenlage.

Zu meiner Rechten tauchten im Blickfeld lauter akupunktierte Rand-Existenzen auf. Wie dieser Fettleibige. Sein haarloser Schädel, über und über mit Nadeln bepflanzt, erinnerte an eine mit bunten Wimpeln ausstaffierte leere Einkaufszone. Still und regungslos saß er da, ein sedierter übergewichtiger Herr, der sich an einem heißen Sommertag warme Mahlzeiten zufächelte wie andere Leute kühle Luft.

Um auf mich aufmerksam zu machen, dass die Zeit allmählich um war, schabte ich mit meinen Fußknöcheln über die Liege und ließ die Folie knistern. Vielleicht suchte ich auch einfach nur den Kontakt zu anderen Patienten, doch man nahm mich nicht wahr. Niemand nahm mich wahr. Nach einer gefühlten halben Stunde hatte ich die Nase voll.

„He!“ rief ich exakt in dem Moment, als draußen jemand über den Gang eilte. Zufällig war es Madam Pompadour.

„Ist gut“, stöhnte sie, „ich komme gleich.“

Wenig später, im Chefzimmer. Madam Pompadour setzte zur vierten Spülung an. Ich fühlte mich wie ein WC, während Frau Klempnerin, ganz in weiß, schwer mit dem Pümpel zugange war, ZUUUTSCH! SCHLÜRF!

„Geschafft!“

Alle Brocken aus dem Hinterhalt: geholt. Von einer Entzündung: nichts zu sehen.

„Ja aber, kann das denn sein?“ fragte ich. „Dass man Ohrweh kriegt von zu viel Ohrschmalz?“

„Natürlich. Wenn das so verklebt ist wie bei Ihnen, Herr Glumm, werden die Nerven in Mitleidenschaft gezogen. Das kann sein. Klar.“

Paar Tage später war der Schmerz wieder da. Von wegen, zu viel Schmalz. Ich machte einen neuen Termin bei Madam Pompadour, ging aber nicht hin. Die Gräfin hatte einen anderen Verdacht.

„Du sitzt so oft bei offenem Fenster am Schreibtisch, du hast dir bestimmt Zug geholt. Davon sind die Ohrenschmerzen.“

„Blödsinn. Mach ich doch seit Jahren so, bei offenem Fenster am Schreibtisch sitzen. Hat mir doch noch nie geschadet.“

„Lass einfach mal das Fenster zu, sitz nicht im Durchzug. Mal sehen, was passiert. Kann ja nicht schaden.“

Es schadete nicht, stimmt. Und nicht nur das. Die Schmerzen im Ohr wurden weniger, und waren bald ganz weg.

„Das gibt’s doch gar nicht“, sagte ich. „Mann, da hätte ich auch selbst draufkommen können.“

„Nee, du nicht“, sagte sie.

Ach so. Ja klar.


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Tue, 20 Jun 2017 13:10:18 +0000
rheinsein : Hoek van Holland: Rot http://rheinsein.de/2017/06/20/hoek-van-holland-rot/ http://rheinsein.de/2017/06/20/hoek-van-holland-rot/ Fensterscheiben-Panorama mit altem gußeisernen und neuem Betonleuchtturm
Küstenbeleuchtungsmuseum
Seekuh auf BojeGebäudeensemble am MarktplatzGeistermöwe

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Tue, 20 Jun 2017 08:02:59 +0000
taberna kritika - kleine formen : A191 C554I87E56: B586D431 H376F845E56 http://www.abendschein.ch/a191-c554i87e56-b586d431-h376f845e56/ http://www.abendschein.ch/a191-c554i87e56-b586d431-h376f845e56/ S688 I16 E74 N757M236s W642D427H722E56?
I25r H113t M621 J11 so O31t G292F811t,
U54d T228 E56d M111l H113’ I16 A918 E33R281
D559 V899L433 W136R469I88 E86C426 G292S129t. –
J11, I16 B365W965’R281 E86R281 T882G325,
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Tue, 20 Jun 2017 06:08:15 +0000
particles : samarkand http://andreas-louis-seyerlein.de/air/samarkant/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/samarkant/ 9

echo : 0.28 UTC – Am Telefon erzählte unlängst eine Freundin, die 32 Jahre länger lebt als ich selbst, sie höre mir gern zu, auch dann, sagte sie, wenn du sehr schnell sprichst. Sie gehe manchmal kurz in die Küche und mache sich einen Tee oder lese in einem Buch über die Stadt Samarkand. Hin und wieder stehe sie auf dem Balkon und betrachte den Abendhimmel, das Telefon ruhe indessen stets in Hörweite auf dem Wohnzimmertisch. Ich vernehme Dich also, lieber Louis, ich mag deine Stimme, aber Du solltest lernen, Pausen zu machen, langsamer zu werden. Ich antwortete: Ja, das ist gut, ich bin schon seit einigen Wochen in der Übung langsamer zu werden. Es ist sehr angenehm, langsam zu gehen und langsam oder gar nicht zu sprechen. Von nun an werde ich, das ist ein Versprechen, immer wieder einmal zu Hause oder unterwegs eine Pause einlegen. Dann fragte ich: Was macht man denn so in einer Pause? – Es ist sehr schön wie meine Freundin lacht. Sie reist viel herum, nach Amerika, nach Paris, nach Jerusalem. – stop
ping

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Mon, 19 Jun 2017 18:48:48 +0000
Glumm : Großstadt-Mythos Goldhamster https://glumm.wordpress.com/2017/06/19/grossstadt-mythos-goldhamster/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/19/grossstadt-mythos-goldhamster/

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen: Goldhamster taugen nicht als Spielkamerad für Kinder, weil sie nachtaktiv sind und tagsüber gern ihre Ruhe haben, doch in den Siebzigerjahren machte man sich darüber keine Gedanken. In den Siebzigerjahren machte man sich überhaupt keine großen Gedanken, es war das kompakte kleine Komm, wir packen noch einen drauf-Jahrzehnt. Sehr angenehm für das ein oder andere Individuum, aber nicht für jedes. Zum Beispiel nicht für Goldhamster.

Goldhamster hatten in den Siebzigerjahren keine Lobby, sie waren Auslegware in Zoofachgeschäften und Tierhandlungen. Man ging in eine Zoohandlung und wusste nicht, sind das jetzt 30 Hamster oder ist das der Teppich hier. Hat der Boden viele Buckel. Man kaufte Goldhamster zum Mitnehmen wie Doppelte Pommes und packte sie zu Hause aus und dann schnell wieder ein, weil sie undicht waren und nur am Pennen.

Siebzigerjahrehamster waren arme Schweine.

Heute ist das anders. Heute sind 2017er-Hipster arme Schweine. Äh Hamster. Auf You Tube sieht man stolze Hamsterbesitzer in Neuengland, wie sie ihren Hamstern Geschirr im Stil der US-Fahne häkeln, womit sie kleine Wagen über den Wohnzimmertisch ziehen, wie beim Großen Treck Richtung Westen. Andere Hamsterbesitzer schildern auf ihrem Hamsterblog, wie ihr Hamster ein Stück Zartbitterschokolade findet und in sich reinstopft. Die Besitzer versuchen alles, um ihm die Beute zu entreißen, doch der Nager ist eisern bis die Schokolade plötzlich schmilzt und ihm aus den Backentaschen quillt. Das läuft richtig über wie bei einer prallvollen Badewanne. Der Hamster, ein Spaßmacher, ein Schokobrunnen. Zuletzt rutscht er mit seinen Pfötchen auf der Kuvertüre aus und das total Funny Chocolate & Cappucino Golden Hamster Dancing nimmt seinen Lauf.

Es gibt auch besoffene Hamster im Internet.

Einer begeht den Fehler, an einem Hochsommertag Wassermelone zu fressen, ein Stück nur, das aber innerhalb kurzer Zeit zu gären beginnt. Zuletzt sieht man ihn durch den Käfig torkeln und wanken, ein Anblick, der fatal an den dicken Bill Haley erinnert, anno 1958 unter den Piss-Laternen von St.Pauli. Scheiße, war der damals besoffen, der Rock’n Roll. Armer besoffener Großstadt-Goldhamster.

Natürlich gibt es auch eine Engländerin (56). Sie findet ihren alten Daddy-Hamster eines Tages leblos in seinem Häuschen, bettet ihn um in eine Faltschachtel und beerdigt ihn im Garten. Am nächsten Mittag trifft sie fast der Schlag, weil der alte Gauner fröhlich durchs Haus scharwenzelt, das Fell verdreckt und um eine Nahtoderfahrung reicher, aber sonst okay. Er war kurz in eine Art Winterstarre getreten und hatte sich nach dem Aufwachen durch die aufgeweichte Pappe und das Erdreich gefressen bis er wieder an der frischen Luft war.

Die meisten Hamster-Storys im Internet enden damit, dass man dem lieben Kerl einen selbstgebauten kleinen Karlsson vom Dach-Motor auf den Rücken schnallt und unter lauten Hooray-Rufen mit Liverpooler Akzent vom Balkon eines Hochhauses auf die letzte Reise schickt. Unten angekommen rollt er sich locker auf dem Asphalt ab, verstaut den Fallschirm im Gebüsch und geht auf Wanderschaft, Richtung Panama. Immer geht es nach Panama. Sollen sie sich doch bei Janosch bedanken, die armen Panamaer. (People of Panama.)

Selbst unsere ansonsten haustierfreie Familie hatte einen Familienhamster in den frühen Siebzigern. Es gab, glaube ich, in Deutschland keine Familie in den Siebzigern ohne einen Hamster, wenn es auch nur versuchsweise für eine Viertelstunde war. Unser Hamster ging an fehlender Zuneigung ein. Außerdem war er ein verdammter Einzelgänger. Schon seine Ankunft am 17. Geburtstag meiner großen Schwester ließ nichts Gutes erwarten. Ihr Freund G. platzte ins Zimmer und überraschte meine Schwester mit einem gekonnten Hamster-Seitfallwurf, “hepp!“ Sie verfehlte den Nager nur knapp, er landete auf dem Boden und watzte verstört von einem zum anderen. (Die Clique trug Boots und Cordhose, auf dem Dual-Plattenspieler drehte sich Electric Ladyland von Jimi Hendrix, ich glaube, das Eröffnungslied mit dem Hüsteln.) Der Hamster verkrümelte sich unter dem bullernden Heizkörper. Es war November. Die Verbrennungen waren leichter Natur. Wir tauften ihn Pepsi.

Es war nicht so, dass niemand Pepsi mochte, so kann man das wirklich nicht sagen, aber so ähnlich. Und niemand hatte Zeit für ihn. Er lungerte den lieben ganzen Tag im Käfig herum, unter Heu begraben. Lediglich die vibrierende Gefriertruhe in der Küche, auf dem der Käfig stand, verschaffte ihm etwas Entspannung. Selbst in der Nacht, wenn andere Nagetiere aktiv werden und ins Laufrad steigen, hörte man Pepsi nur schwermütig zum Salatnapf schlurfen. Irgendwann ging er ein, sang-und klanglos, vermutlich Fettleber, und wurde im Baumhof meiner Großeltern beigesetzt.

Wie ich höre, traf auch in der Familie der Gräfin Mitte der 70er Jahre der Familienhamster ein. Er bekam täglich Auslauf und machte sich über den Napf von Trixi her. Trixi war eine gemütliche alte Spitzdame, der alles egal war, Hauptsache, sie war dabei.

„Der Hamster hat sich mit Trixis Nassfutter so die Backentaschen vollgestopft, das war krank, das war eklig, der sah aus wie ein Breitmaulfrosch. Er konnte einfach nicht aufhören, Hundefutter zu verschlingen, dieser degenerierte Schweinepriester.“

„Wie hieß der?“

„Degenerierter Schweinepriester.“

„Nein, ich meine, hatte der keinen Namen?“

„Nah.. der hatte keinen Namen, glaub ich. Nee, hatte der nicht. Der hieß Hamster. Fertig.“

Immerhin starb der Hamster als freier Bürger. Vermutlich. So genau wusste es niemand. Er tauchte nämlich eines Tages nicht mehr auf. Und blieb einfach fort, für immer. Und da das Haus am Waldesrand stand, vermutete man den Bürger auf Wanderschaft. Ein Weltbürger? Vielleicht.

Bis zum Frühjahrsputz.

Da stieg die Mutter der Gräfin, eine energische kleine Person, die am selben Tag wie Joan Baez geboren wurde, (beiden stehen enggeschnittene Mäntel gut und ein Lächeln gegen die eigene Strenge), in den Waschkeller und öffnete die Waschmaschine – ein großes altes AEG-Gerät mit Trommel und separater Schleuder sowie jeder Menge Hohlräume zum Verstecken.

Was soll man sagen?

Erst wusste die Mutter nicht so recht, was das sein sollte, was ihr da beim Reinigen der Maschine entgegenquoll, es sah aus wie ein Haufen goldener Staub, bis ihr plötzlich aufging, um was es sich handeln könnte: Hamsterfell. Büschelweise Hamsterfell. Goldhamster. Nicht ein einziger Knochen, nicht mal ein Knöchelchen war von einem Hamster namens Hamster übriggeblieben, nur etwas Fell. Der Bursche muss bei der Buntwäsche zermahlen worden sein, mutmaßte am gleichen Abend der Familienrat.

Siebzigerjahrehamster waren ganz arme Schweine.


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Mon, 19 Jun 2017 12:25:18 +0000
der goldene fisch : Karin Fellner : Woman, caught in a fever http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13046 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13046 you climb up to the nest and grow
out of your dark plumage.

This is your muff amidst
Nordic cuisine. Your

t(ang)le and your ang(st)el
live here in your handpalm.

See how all the windows warp
when you crack your knuckles.

The mustardy light still carries
things like lace:
a confused honey bee—
Confucian clouds—
then your mother with
arms rowing in a
dusky pink sari—then
a BMW 1500
with a rusty underbody.

You are a dust mouse lying
in an empty tub. Mummy-dry. So:
go out like a little candle. A spontaneous
dust formation in an operetta.
A wave pattern would be left behind.
Something broken, thin as a fuse.
A God particle or supper for
a silverfish—

(Poem translated by Zane Johnson, USA, 2017,
who is finishing his Bachelor’s at the University of Colorado Denver and plans on studying in Germany in the coming year through a Fulbright.)

——–

Frau, ins Fieber verstrickt
steigst du ins Nest und wächst
dich aus zum dunklen Gefieder.

Dies ist dein Muff inmitten
nordischer Kost. Hier wohnen
dein Angerl und dein Engstel
in der Handpalme. Schau,
wenn du knöchelknackst,
dehnen sich alle Fenster.

Schon trägt das Senflicht Dinge
wie an Schnüren vorüber:
eine konfuse Hummel –
konfuzianische Wolken –
dann deine Mutter mit
rudernden Armen im
altrosa Sari – dann
ein BMW 1500
mit rostigem Unterboden.

Ein Zusel bist du, zu legen
in eine leere Wanne. Mumientrocken. So
ausgehn wiara Keazal. In einer Operetka
spontaner Staubwerdung.
Ein Wedeln bliebe zurück.
Ein Dreck, so dünn wie Zündschnur.
Ein Higgsteil oder Fresschen für
einen Zuckergast –

(Karin Fellner, 2015)

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Mon, 19 Jun 2017 07:52:25 +0000
particles : im aquarium http://andreas-louis-seyerlein.de/air/im-aquarium/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/im-aquarium/ 9

india : 20.01 UTC – Einmal beobachtete ich in der Unterwasserabteilung eines zoologischen Gartens Medusen und Haifische, auch Buntbarsche und Seesterne. Es war dort beinahe dunkel gewesen, Besucher flüsterten, wohl weil man im Schattenlicht leise spricht. Als ich mich gerade umdrehen wollte, um nach einem Ausgang zu suchen, entdeckte ich einen kleineren Behälter, der auf einem Sockel inmitten des Saales ruhte. Da schwebte ein Wesen in dem Behälter, das ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich dachte, tatsächlich existieren Unterwasserengel, Persönlichkeiten, die sich ein Maler ausgedacht haben könnte. Einige Minuten lang wartete ich darauf, doch endlich wach zu werden, indessen der Unterwasserengel mich seinerseits zu beobachten schien. Kurz darauf näherte sich ein Mitarbeiter des Aquariums, er strich mit einem Finger über die Scheibe hin, der Fisch folgte dem Finger, als ob er mit ihm befreundet sei. Ich sagte, das ist ein seltsamer Fisch, eine Art Unterwasserengel. Nein, antwortete der Mitarbeiter, das ist ein Fetzenfisch. Das kann nicht sein, erwiderte ich, eine seltsame Bezeichnung für ein so wundervolles Wesen. Eine Weile diskutierten wir über das Recht oder Unrecht, Namen an Tiere oder Pflanzen zu vergeben. In dieser Zeit beobachtete uns der Fisch aufmerksam. Plötzlich drehte er sich um und verschwand in einer Höhle, so als habe er die Entscheidung getroffen, genau in diesem Moment seinen Arbeitstag als Fetzenfisch zu beenden. – stop

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Sun, 18 Jun 2017 18:43:06 +0000
Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 298 - Blowin’ in the Wind http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-298-blowin-in-the-wind/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-298-blowin-in-the-wind/ Angenehm der Wind draußen, und obwohl er manchmal recht launisch weht, sind die Nachbarschaften dabei, das Straßenpflaster für die Fronleichnams-Prozession zu schmücken. Sie sprühen Wasser drauf, damit die bunten Gebilde liegen bleiben: Sägespäne, Blütenblätter. Blümchen, Herzchen, IHS. Normalerweise geschah das am Vormittag, aber es soll einen Konflikt mit einer Radrennveranstaltung gegeben haben, von der ich aber nichts mitbekommen, weil ich erst gegen zehn wach geworden.
Denn gestern Nachmittag hatte ich Lust bekommen, eine kleinere Veranstaltung zu besuchen, bei der Jemandin von ihrer Theatervergangenheit zu sprechen verhieß. Die Jemandin war mir erstrmals begegnet, als ich am selben Ort vor Jahr und Tag mal Eigenes und Übersetztes (Hölderlin, Stramm) vorlas: Sie saß am Ende der Sitzreihen, ihr feurig weißes Haar fiel mir sofort auf. Man stellte sie mir vor, sie schien sichtlich angetan davon, plötzlich eine Gelegenheit gehabt zu haben, Gedichte zu hören an einem ganz banalen Nachmittag.
Es folgte auch bald eine Freundschaftsanfrage bei FB und zum Beschnuppern ein Austausch von Nachrichten. Der bestand fast ausschließlich aus Quasimodo-Zitaten. Später entdeckte ich, sie sei die Tochter einer zumindest in Italien berühmten Schauspielerin belgischen Ursprungs.
Nun lebt sie hier irgendwo, hält sich eine Menge Hunde und therapiert die Leute mit Bach-Blüten und Ähnlichem. Was sie sonst schreibt, geht auf Harmonie und Energie und positives Denken hinaus. Unselige Kombination: Hunde, Bach-Blüten und positives Denken.
Gestern hatte sie keine weißen Haare mehr, sondern das zu einem Schwanz geschürzte blonde Haar ihrer Mutter. Und es lag nicht wenig Energie in ihrem Erzählen von Regisseuren und Schauspielern und Masken-/Kostümbildnern. Ausschlaggebend für den Abend war dann das häufige Erwähnen von Luca Ronconi.
Also, alles sehr hübsch. Ein Eintauchen in unbekannte Welten. Willwoll-Ziel erreicht. Noch ein paar Worte - allerdings mit Anderen - gewechselt, darunter sogar eine neue Bekanntschaft: einer, den es aus der Romagna ins Amelia-Exil verschlagen. Hatte neulich mit mir sympathisiert, als ich gegen ein Mussolini-Zitat wetterte (die Italiener seien schwer zu regieren (eine M5S-Sympathisantin schrieb’s, die tags darauf einem Schäuble-Zitat ein “Heil!” voranstellte, worauf ich abermals böse reagierte: die Banalisierung des Schreckens (grüßte mich dann nur noch recht scheu))).
Was also blieb, war Ronconi. Von ihr, der >>>> Vortragenden, fand ich nur eine sehr winzige Probe (ansonsten: sie beendete ihre Theaterlaufbahn mit knapp Mitte dreißig, die sie als zwanzigjährige begonnen, war aber noch in der Aufführung von “Quer pasticcaccio brutto de via Merulana” dabei (ein Unfall, ein Koma, ein Trauma)).
Da von ihr nicht weiter zu finden war, klickte ich mich bis gegen halb zwei durch Ronconi-Youtubes. Vollständig gibt es, erhältlich als DVD, den >>>> “Orlando Furioso (5 Std.) mit der tollen und nunmehr seligen Mariangela Melato (für den August besorgen, den ich mir als frei von Arbeit zu erkämpfen beabsichtige (zumal ich auch beschlossen habe, doch endlich mal den Ariosto-Text zu lesen (im Original)).
Spannender war dann noch die >>>> zweistündige TV-Version von Gaddas Werk, die im Original auch seine 5 Stunden dauerte (bin leider kein Theatergänger, die Aufführung zu meiner Zeit in Rom am Teatro Argentina). Und so ward es spät.
Denn im Gibbon weiterzulesen, wäre eine Zumutung gewesen, gerade jetzt, wo er die ganze Sektierei im frühen Christentum zum Gegenstand hat und ihre Beweggründe. Homousie und Homöusie.
Infiorata und Infuriata:
Die Prozession bzw. “ppriscissione” (Belli), der es windeshalber an Präzision fehlte, ist vorüber. Es roch nach Weihrauch. Stand dicht dabei. Unter einem Baldachin ein in sich geduckter Priester, umgeben von Bodyguards, einer davon trug eine Sonnenbrille, comme il faut. Davor und dahinter jeweils zwei Lampenträger. Kurz davor versuchten die Nachbarsleut’ immer wieder vergeblich, mit Besen ihre Kreationen zu retten. Jetzt, wo’s vorbei, hört man schon die Kehrmaschine der Stadtverwaltung. Wär’s nicht von Dylan, könnte man sagen: Blowin’ in the Wind.

das licht
im gebläu
fleckt wind

es trübt
den blicken
das weiß

ob es das
wisse
verschwieg
das tau


Von >>>>hier (der tau?)

III,297 <<<<
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Sun, 18 Jun 2017 18:16:00 +0000
rheinsein : Gewächshaus City http://rheinsein.de/2017/06/18/gewaechshaus-city/ http://rheinsein.de/2017/06/18/gewaechshaus-city/ De glazen stad, die Glasstadt wird im Niederländischen die nördliche Gegend der letzten Rheinkilometer in der Provinz Südholland genannt: umrandet von Kanälen reiht sich kilometerweit ein Gewächshaus ans andere. Das Gebiet heißt seit einer Gemeindereform im Jahr 2004 offiziell Westland und umfaßt die Gemeinden De Lier, ’s Gravenzande, Monster, Poeldijk, Ter Heijde, Naaldwijk, Honselersdijk, Maasdijk, Wateringen und Kwintsheul. Ein lokales Wiki nennt unter Regionalkultur an erster Stelle den Alkoholkonsum in sogenannten hokken, “verlängerten Wohnzimmern” auf Dachböden, in Scheunen, Kantinen oder Wohnwagen, Wochenendtreffpunkte mit privatem bis kommerziellem Charakter.

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Sun, 18 Jun 2017 08:39:36 +0000
litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-06-17 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-06-17/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-06-17/
  • Glumm : Drei Reiseschreibmaschinen https://t.co/4zmQ3xLu3J https://t.co/DGZp3bgblb 2017-06-16
  • isla volante : 俳 1 https://t.co/iTTI4IAtXD https://t.co/0Gyw9d9ygT 2017-06-16
  • der goldene fisch : Mirko Bonné : Nachha https://t.co/cowlH4bB7W https://t.co/f22b1Pq7mB 2017-06-15
  • taberna kritika – kleine formen : Blatt 05.4 https://t.co/uPRU130CB2 https://t.co/wHEN45TggZ 2017-06-15
  • particles : beobachtung https://t.co/GpjeWlZLdh https://t.co/HWLh9FiBMu 2017-06-15
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 297 – Steinwege https://t.co/PHLzA7Gu20 2017-06-14
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Soeben beigetreten. https://t.co/7alLOpQ06H 2017-06-14
  • taberna kritika – kleine formen : I Never Read, (art book fair, Basel, 14.6. ff.) / reihe subtext: Roland Reichen…… https://t.co/yPcFlhgFD9 2017-06-14
  • isla volante : geht https://t.co/PT9ckyyrIM https://t.co/5TF9jqoJfp 2017-06-14
  • particles : = https://t.co/r1QvmELtMD 2017-06-14
  • rheinsein : Marcel Broodthaers beschäftigt sich mit dem Rhein https://t.co/OtzUNpPvVz https://t.co/O7wRvQjTeB 2017-06-13
  • Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus : Sandys Alkoholentzug https://t.co/vxGfMkHCgh 2017-06-13
  • taberna kritika – kleine formen : G685F899d B469: M548C518 G394R628fF331 https://t.co/tTFtCIPByP https://t.co/6s8Q6wsuDD 2017-06-13
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Alban Nikolai Herbst, Isabella Maria…… https://t.co/nYKl6Chn0a 2017-06-13
  • der goldene fisch : Julia Trompeter : häl https://t.co/71RtduW4tp 2017-06-12
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Bange Frage: https://t.co/Ya0k5iXX0x https://t.co/wdOHneEvHM 2017-06-12
  • der goldene fisch : Andreas Louis Seyerlein : ~ https://t.co/E1H8cmfg4k https://t.co/PC5VNzAJVg 2017-06-12
  • particles : ein millionstel gramm wort https://t.co/wrYE9XoT5V 2017-06-12
  • rheinsein : Außenwandleuchte Rhine https://t.co/HNPmUZgKNd https://t.co/9XGsUtOqC6 2017-06-12
  • https://t.co/JU4nHXRcyQ weekly wurde gerade veröffentlicht! https://t.co/sxuBrjO9Xx 2017-06-12
  • taberna kritika – kleine formen : ensuite Juni/Juli 2017: „Hartmann-Räume“ https://t.co/Exa0f0RaCl https://t.co/cZe0Krrj8u 2017-06-12
  • isla volante : nur meer https://t.co/uUmSn1o1LT https://t.co/mDKuvhdsbN 2017-06-12
  • Glumm : Zwei Dinge noch https://t.co/bkZkkk8Ln5 https://t.co/rXSY5lem8g 2017-06-12
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  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 296 – MONDän https://t.co/remH5zzpnn 2017-06-11
  • https://t.co/yGBzBo3nav : fünf faden tief | elegie https://t.co/F2r4EiSX9i 2017-06-11
  • https://t.co/JU4nHY8Nqo – Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-06-10 https://t.co/FaDhCSwJBT https://t.co/Zvx9OSAf06 2017-06-11
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    Sat, 17 Jun 2017 22:23:40 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Selbstverständnis: nicht Credo, doch Wille. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/selbstverstaendnis-nicht-credo-doch-wille/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/selbstverstaendnis-nicht-credo-doch-wille/
    Es war und ist ein Ziel meines Lebens, ein freier Mann zu sein – selbst, sollte dies Unglück bedeuten.

    (Daß Freiheit glücklich mache, ist ein Irrtum der Ideologie und des Kitschs.)

    >>>> Credo & Wille

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    Sat, 17 Jun 2017 20:22:00 +0000
    particles : sisulu http://andreas-louis-seyerlein.de/air/sisulu/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/sisulu/ 9

    delta : 6.15 UTC – In der vergangenen Nacht hatte ich einen merkwürdigen Traum. Ich war in der Dämmerung mit meinem Trompetenkäfer abends spazieren im Palmengarten. Die Luft duftete nach Flieder, obwohl schon Juni geworden war. Der Käfer, dem ich kurz nach seiner Entwicklung den Namen Sisulu 8 gegeben hatte, hockte auf meiner rechten Schulter, weswegen ich vorsichtig einen Fuß vor den anderen Fuß setzte, weil ich natürlicherweise von der Flugunfähigkeit des kleinen Wesens wusste, er war nicht zum Fliegen ausgedacht, sondern zum Trompetespielen. Ich ging also ganz langsam nordwärts vorbei an einer wunderbaren Sommerwiese, die von den Schlafgeräuschen der Heuschrecken leise knisterte, erreichte dann nach zwei Stunden langsamen Gehens eine hölzerne Bank am Rande einer weiten Steppenlandschaft, es war schon Nacht geworden. Ich nahm Platz auf der Bank, überschlug die Beine und setzte den kleinen Käfer auf mein rechtes Knie. Unverzüglich begann Sisulu 8 zu spielen in einer Weise, wie ich es vor langer Zeit schon einmal zu beschreiben versuchte. Bald war ich eingeschlafen, ich weiss nicht genau wie lange Zeit ich geschlafen hatte, als ich erwachte, saß Maceo Parker neben mir auf der Bank. Er hatte sich mit seinem rechten Ohr meinem Knie genähert, ich wagte in diesem Augenblick kaum zu atmen, das muss man sich einmal vorstellen, Maceo Parker auf einer Nachtbank neben mir sitzend, wie er meinem Käferfreund Sisulu lauscht. Es ist jetzt schon bald Morgendämmerung, meine Güte, und ich bin noch immer nicht wirklich wach geworden. – stop
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    Sat, 17 Jun 2017 18:34:00 +0000
    particles : montauk http://andreas-louis-seyerlein.de/air/montauk-2/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/montauk-2/ picping

    MELDUNG. Montauk, Point Lighthouse, 5. Etage, steinernes Zimmer : Kirsche No 308 [ Marmor, Makrana : 5.03 Gramm ] vollendet. – stop

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    Sat, 17 Jun 2017 18:34:00 +0000
    Postkultur : Arendt https://postkultur.wordpress.com/2017/06/08/arendt/ https://postkultur.wordpress.com/2017/06/08/arendt/ Ich wollte nur eben mal kurz ein paar Sätze in Hannah Arendts Denktagebuch lesen und stoße auf einen Eintrag vom April 1951. Weltgeschichtlich. Er endet:

    „Politisch hatte Hegel dadurch, dass er die Gegenwart notwendigerweise als das Ende der Geschichte begreifen musste, seine weltgeschichtliche Betrachtung bereits diskreditiert und widerlegt, als Marx sie benutzte, um mit ihrer Hilfe das eigentlich tödliche anti-politische Prnzip in der Politik einzuführen.“

    Harter Tobak. Der Generalangriff gegen den messianischen Kern der Geschichtsphilosophie? Woher aber dann Arendts Nähe zu Benjamin? Müsste man hier nach die Betrachtung von Politik trennen? Wie gestaltet sich dann aber das Verhältnis von Philosophie und Politik. Was wäre mit dem eingreifenden Denken?

    Ein paar Zeilen vorher:

    „So empörend Hegels Zufriedenheit mit den gegenwärtig erschienenen Zuständen erscheinen mochte, so richtig war sein politischer Instinkt, seine Methode in dem zu halten, was rein kontemplativ erfassbar ist, und sie nicht zu benutzen, um den politischen Willen Zwecke zu setzen oder die Zuknft für ihn scheinbar aufzubessern.“

    Dialektik also als Gegenwartsinstrument, dass nicht über Gegenwärtiges hinausweist und auch die Utopie ist nur gegenwärtige Negativität. Bestimmt den heutigen Freiheits- bzw. Unfreiheitsgrad?


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    Sat, 17 Jun 2017 13:05:11 +0000
    Postkultur : Tasten nach Waginow https://postkultur.wordpress.com/2017/05/25/tasten-nach-waginow/ https://postkultur.wordpress.com/2017/05/25/tasten-nach-waginow/

    O, ziehen wir uns zurück auf der Gnome Inseln
    Um dort einen prächtigen Kristallpalast zu errichten
    Lassen wir auf den Stufen Löwen und Tiger winseln,
    Und beobachten von dort die Wolkenschichten.
    Lasst uns musizieren in silbernen Pavillons,
    Und auf den Alleen lasst singen die Geigen,
    Vögel lasst in goldenen Käfigen jubilieren
    Unsere Gesichter wie Lilien weiß sich zeigen
    In Gärten veranstalten wir Maskeraden
    Singen Lieder, deklamieren Gedichte
    Glück wird langsam, die Trauer verladen
    Auf kurze Stakkatoworte verzichte. Denn
    Mit überschlagender Stimme spricht man vom Herrn
    Wie von einem kranken und einsamen Clown.
    Und auf ihm prangt dann des Monats Gehörn
    Den Monat mit gehörnter Krone zu schaun
    Schwächlich pastellen leuchtet der Himmel
    Und klingelt mit den Schellen am Hut
    Seines Körpers Atome sind wir
    Dinge wie Bäume so gut und nicht besser
    Als Backsteine, Rohre, auch nicht,
    Besser als vergessene Brücken übers Gewässer.
    Wir werden höflich bleiben angesichts solcher Trauer
    Vor Qual nicht zusammenpressen die Hände
    Demütig werden wir Glocken läuten, ein Schauer
    Einsam sind an der Gnome Inseln die Strände.
    Wir werden sie nicht mit unseren Stimmen schocken
    Die Menschen mit ihren rosigen Ohren im Roggen.

    Einsortiert unter:Allgemein ]]>
    Sat, 17 Jun 2017 13:05:10 +0000
    Glumm : Die ultimativen 5 % https://glumm.wordpress.com/2017/06/17/die-ultimativen-5/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/17/die-ultimativen-5/

    Sie ist davon überzeugt, dass ich nur knapp ein Zwanzigstel von all den Dingen mitbekomme, die um mich herum geschehen. Sie nennt mich einen dickfelligen Flegel, der noch am ehesten auf seine Umwelt reagiert, wenn man ihm rechteckige Bildschirme um die Dinge herum baut, „dann guckst du hin. Das macht euch neugierig.“

    Euch?

    „Ja, euch Männer. Ihr braucht Monitore, um euch zu begeistern. Apparate. Grenzziehungen. Ihr seid alles dickfellige Flegel.“

    Aber wieso ein Zwanzigstel? Warum nicht ein Zehntel, ein Fünfzigstel. Sie weiß es selbst nicht. Aber damit habe ich auch nicht gerechnet, dass sie das weiß. Sie ist die große Diva der Intuition. Ihren Worten liegt stets eine Wahrheit zugrunde, die von irgendwoher angeflogen kommt und sich im engmaschigen Netz weiblicher Eingebung verfängt. Welche Wahrheit das nun genau ist und woher sie stammt, worauf sie beruht, das muss man schon selbst heraustüfteln. Sie liefert sozusagen nur das fertige Werkstück.

    Eine andere Meisterin der Intuition war Frau Moll, die uns leider verlassen hat. Ja, sie konnte uns sogar beim Denken zuhören. Das hängt mit den Aufgaben eines Hütehundes zusammen, der in der Lage sein muß, auch über eine Entfernung von Hunderten von Metern die Kommandopfiffe seines Hirten wahrnehmen zu können. Und ein erfahrener Hütehund wartet den Pfiff nicht erst ab, er enträtselt lieber gleich die Gedankenwelt seines Herrchens. Wenn ich am Schreibtisch saß und der Uhrzeiger auf 19 Uhr vorrückte und ich kurz davor stand, den um diese Uhrzeit üblichen Gedanken zu denken, „ist nicht langsam Zeit für die Abendrunde?“, war Frau Moll schon auf dem Weg zu mir, fiepend:

    Chef, wir können!!

    Aber wir waren ganz woanders, bei einem Zwanzigstel der Dinge. Eine Kennziffer, die sich zufällig mit einer eigenen Beobachtung deckt: Ich gehe schon lange davon aus, dass nur fünf Prozent aller Gedanken etwas taugen. Es ist nur eine Vermutung, klar, aber es ist eine Vermutung, die auf stabilen Beinen daherkommt, meiner lebenslangen 5%-Erfahrung.

    Über die Jahre, die ich auf diesem Planeten gastiere, hat sich eine Annahme verfestigt, die als ultimative 5%-Regel Eingang in den gültigen Kosmos meiner Ideen gefunden hat. Es sind nämlich nicht nur 5 % aller Gedanken, die etwas hermachen, man kann auch lediglich mit 5% aller Leute etwas anfangen, egal, in welcher gesellschaftlichen Schicht man sich bewegt, ob unter Bankern, Strichern, Minnesängern. Stets sind es 5 %, mit denen man gut klar kommt.

    Wenn man davon ausgeht, dass ein halbwegs kommunikativer Mensch in seinem Leben etwa 1000 Leute näher kennenlernt, (fragt nicht, woher ich diese Statistik habe, mein Notizbuch hat sie), bleiben nach der 5%-Regel am Ende 50 Leute übrig, mit denen man in Urlaub fahren würde. Aufs ganze Leben hochgerechnet. Wirklich für eine enge Freundschaft indes taugen von diesen 5 % wiederum nur 5%: Das macht exakt 2,5 Freunde. Wer ein bisschen Lebenserfahrung hat, wird mir zustimmen: zweieinhalb echte Freunde im Leben, das haut hin. Ist sogar eher optimistisch gerechnet. Mit altmodischem Wohlwollen.

    (Alles ist gut, solange man sich nicht im Promillebereich bewegt, was Freundschaft betrifft.)

    Zurück zu den 5 % der Gedanken, die was taugen. Recherchen in meinem Kopf ergaben, dass bei fünf Prozent aller Gedanken, die was taugen, im Laufe eines Lebens trotzdem einiges zusammen kommt, doch dazu müsste man erst mal wissen, wieviel man überhaupt so denkt, über den Tag gerechnet. Dazu nehme ich gleich nach dem Aufwachen die Gedankenzähler-App in Betrieb. (Bei jedem Gedanken wird die Strichliste aktiviert.)

    Als ich abends ins Bett steige, lese ich den Zählerstand ab: 3600. Davon bilden 5 % die Crème, macht also von 3600 Gedanken 180 Gedanken. Davon wiederum sind 5% die Crème de la Crème und Think Tank-würdig = 9. Neun Gedanken am Tag, die für die Welt (eventuell) von Belang sind. Der Rest ist Füllstoff, tausend Mal gedachte Routine, Schädelknurren.

    Und so geht es weiter. Egal, in welchem Lebensbereich, überall begegnen einem die 5 %. Probiert es aus. Es haut hin.
    Die ultimative 5%-Regel.
    Oder etwa nich?

    Ich hab absolut null Ahnung!

    +

    Von 5800 Spielfilmen, die man durchschnittlich in seinem Leben konsumiert, gefallen einem 290 ausgenommen gut, wovon exakt 14,5 Filme private Oscar-Qualität haben.

    +

    Weltraumforscher gehen davon aus, dass erdähnliche Trabanten in 5 % aller Galaxien möglich sind.

    +

    „5% der Menschheit sind intelligent – die restlichen 95 % sind unsere Anhänger.“ (Bhagwan)

    +

    Würden nur 5 % aller Autos computergesteuert fahren, ließen sich die meisten Staus auf Autobahnen und Fernstraßen vermeiden, so Verkehrsforscher.

    +

    Hersteller von Computerspielen machen nur dann Profit, wenn ihre jugendliche Kundschaft Spielverbesserungen einkauft, um die Performance zu verbessern und in den Rankings aufzusteigen. 95 % der Spieler geben keinerlei Geld dafür aus, begnügen sich mit der Basisversion. Den Herstellern reichen aber die restlichen 5 % der Spieler, die von den Spiele-Entwicklern nur „Wale“ genannt werden. Wale wollen stets den dicksten Fang, sie geben viel Geld dafür aus. Sie machen die Hersteller reich.

    +

    Campino erzählt, dass es bei der letzten Produktion der Toten Hosen insgesamt 475 Versionen der 15 Songs gab, die es am Ende aufs Album schafften. Das sind zwar jetzt nicht haargenau 5 %, dann wären 23 Aufnahmen aufs Album gekommen, doch im nächsten Schritt sind wir wieder in der Reihe. 5 % von 23 = 1 Hit.

    *

    Von den Schlachtfeldern des 1. Weltkriegs zogen 5 % aller 13 Millionen deutschen Soldaten schwere psychische Schäden davon. Die sogenannten Kriegs-Neurotiker konnten nicht aufhören zu zittern, so sehr litten sie unter ihren Erfahrungen. Viele zitterten sich in den zivilen Tod. Die Gesellschaft sprach von „Kriegszitterern“.

    *

    Maximal 5 % aller Leser sind gewillt, für Online-Texte Geld auszugeben.

    +

    „Mein Herz hat 300 Prozent.“ (Die Gräfin)


    Einsortiert unter:Electric Notizbuch ]]>
    Sat, 17 Jun 2017 10:09:23 +0000
    taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20170617) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20170617/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20170617/ die neue vitrine wird schon mit den „hartmann-räumen“ zwischengenutzt @dreiviertelart https://t.co/k1Bltyc9K8 Jun 15, 2017 / irgendjemand (nicht wir) hat da einen artikel zu sundergrund geschrieben. https://t.co/EDqeyg1KpK haut dem löschkasper eins vor den latz! Jun 15, 2017 / RT @derekbeaulieu: join me in Berlin July 15th for Conceptual Poetics Day: https://t.co/Vh8jNQHjpF https://t.co/WLnmu44P97 Jun 15, 2017 / * Blatt 05.4 https://t.co/hFc3aUbawm https://t.co/jOi9ciZeh6 Jun 15, 2017 / * I Never Read, (art book fair, Basel, 14.6. ff.) / reihe subtext: Roland Reichen (Bern, 15.6.)… https://t.co/AUBBF7Avic Jun 14, 2017 / nach ca. 40 jahren relektüre von balduin pfiff. wäre ja heute ein fall für die bpjm. Jun 13, 2017 / @fabeblau musste ich nachschlagen. hatte ich vergessen. #nochaelter Jun 13, 2017 / literatur heisst angriff. Jun 13, 2017 / * G685F899d B469: M548C518 G394R628fF331 https://t.co/qlx4PwGNJ6 https://t.co/6K3RQx4sGt Jun 13, 2017 / (anker-rezeption.) https://t.co/J2yyM7zDPa Jun 12, 2017 / * ensuite Juni/Juli 2017: „Hartmann-Räume“ https://t.co/vZ7aluJJCM https://t.co/Ylk0qiEHTw Jun 12, 2017 /


    (literatur heisst angriff.)

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    Sat, 17 Jun 2017 06:25:14 +0000
    Glumm : Drei Reiseschreibmaschinen https://glumm.wordpress.com/2017/06/16/drei-reiseschreibmaschinen/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/16/drei-reiseschreibmaschinen/ „WARUM MUSST DU EIGENTLICH BEI ALLEM, WAS DU TUST, IMMER SO ÜBERTREIBEN!?? KANST DU NICHT EINMAL, EIN EINZIGES MAL NUR, WIE EIN GANZ NORMALER MANN SEIN??“

    Nun ja.. Über ein Mal ließe sich reden.

    *

    Mein Schwager, ein passionierter Langstreckenläufer und Radfahrer, möchte im nächsten Leben als Zugvogel auf die Erde kommen, weil die sich immer schön im selben Rhythmus bewegen, wie er sagt. Ich hingegen frage mich, ob ich überhaupt fliegen würde, wäre ich im nächsten Leben ein Vogel, oder ob es mir nicht ausreichen würde, im Federkleid hoch oben über den Dachfirst zu promenieren und die Hand zu heben, Gott zum Gruße.

    *

    Dass Frauen älter werden, davon hatte ich gehört. Dass Frauen an meiner Seite älter werden, davon war nie die Rede. Und dann kehrt sie eines Tages vom Besuch bei ihrer Frauenärztin mit einem Hormonpflaster heim. Eine ganze Schachtel, samt Beipackzettel. Sie liest mir daraus vor. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll, und lasse es mir übersetzen.

    „Hormone sind Popcorn für die Gebärmutter“, erklärt sie aufgekratzt.

    *

    In Zukunft geht es doch nur noch um eines: Bleibt man Mensch, oder wird man Maschine.

    *

    „In Zukunft wird sich die Menschheit aufteilen. Da sind die einen, die auf der Erde bleiben wollen, um unsere Schöpfung zu bewahren. Und die anderen schippern ins Universum, besiedeln einen Planeten und fangen noch mal bei Null an. In Zukunft muss sich jeder Mensch entscheiden, zu welcher Gruppe er gehören will. Ich will zu den Sternen“, sagt sie.

    „Ich bleib hier“, sag ich.

    *

    Der Mensch hat keine wirkliche Vorstellung davon, wie Aliens aussehen könnten, da ist er ärgerlicherweise auf das ihm bekannte Repertoire beschränkt. Eine Vorstellung außerhalb seines Erfahrungsschatzes ist schlicht nicht möglich.

    Allein die Vorstellung, dass sich unser Universum mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet, übersteigt unser kleines Gehirn. Und ausbreiten wohin? In einen Raum, der zuvor nicht existiert hat? Wie meinen? Das wäre ja so, als würde ich mit jedem Schritt, den ich setze, die Straße erst bauen, auf der ich gehe. Geht doch gar nicht. Und selbst, wenn es ginge – was wäre, wenn ich rückwärts gehe? Rollt die Welt sich dann wieder ein, wie ein kalter nutzloser Schlafsack?

    „Drei Reiseschreibmaschinen zu verschenken“, liest die Gräfin aus der Zeitung vor, und blättert weiter.


    Einsortiert unter:Biografie ]]>
    Fri, 16 Jun 2017 15:09:51 +0000
    isla volante : 俳 1 http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/MtbDZeOyq08/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/MtbDZeOyq08/

    beim füttern im hof:
    die junge katzenmutter
    schnurrt und faucht zugleich

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    Fri, 16 Jun 2017 06:00:31 +0000
    der goldene fisch : Mirko Bonné : Nachha http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13040 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13040

    Nach der Lesung
    grenzenloser Jubel.
    Bamberg. Juni 2017.

    *

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    Thu, 15 Jun 2017 09:24:14 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Blatt 05.4 http://www.abendschein.ch/blatt-05-4/ http://www.abendschein.ch/blatt-05-4/
    cof
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    Thu, 15 Jun 2017 05:48:07 +0000
    particles : beobachtung http://andreas-louis-seyerlein.de/air/beobachtung-6/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/beobachtung-6/ 9

    ulysses : 18.10 UTC – Ob vielleicht Bewegungen existieren, Gesten menschlicher Hände, die bald aussterben werden? Die Geste einer Hand, beispielsweise, in der Betrachtung eines Dias, oder die Geste einer Hand, die einen Bleistift führt über ein Blatt Papier. Ich werde eine Sammlung aussterbender Bewegungen anlegen. Sofort fange ich damit an. Es ist später Abend geworden. Gewitter nähern sich von Westen. Buena Vista Social Club. Nicht weiter. – stop

    ?feed-stats-post-id=31811

    Der Beitrag beobachtung erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

    AndreasLouisSeyerlein?d=yIl2AUoC8zA AndreasLouisSeyerlein?d=dnMXMwOfBR0 AndreasLouisSeyerlein?d=qj6IDK7rITs
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    Wed, 14 Jun 2017 21:55:15 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 297 - Steinwege http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-297-steinwege/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-297-steinwege/ Als der jüngste Bruder meiner Mutter starb, da war der gerade mal vierundzwanzig und ich vierzehn. Meine Mutter saß in einer Ecke der Stube und weinte. Er war nachts mit seinem Auto unterwegs gewesen und dabei eingeschlafen in voller Fahrt. Diesen aufgebahrten Onkel hat man mir nicht mehr gezeigt, es sei alles ziemlich entstellt in seinem Gesicht. Andeutung meines Großvaters mit der Hand, die das Lenkrad vorstellen wollte, das ihm ins Gesicht gefahren.
    Das kommt mir jetzt alles, während ich wieder einmal >>>> Tschaikowskis Klavierkonzert Nummer Eins höre, gespielt von einer, die beim Spielen den Mund bewegt und deren Haar mich an ein Bild von >>>> Sylvia Plath erinnert, die ihre Gedichte vorträgt, als spielte sie Klavier, aber nicht auf einem Steinway, sondern auf einem Steinweg. Schuld trägt daran auch “naturgemäߔ der ‘Untergeher’ von Bernhard an dieser ganzen Klavierspielerei, der sich um ein gemeinsames Studium des Icherzählers und seines Freundes mit Glenn Gould bei Horowitz und um dessen Folgen für den ‘Untergeher’ (ein ihm von Glenn gegebener Nahme (ich bin überhaupt der Meinung, der Name sei ein Nahme, weil er einen nimmt, weil man ihn ungefragt bekommt (der einen belangende Nachnahme))) und den Icherzähler dreht. Auch der Icher ist eine ganz eigene Kategorie, die icher als andere ist.
    Steinweg und Steinway. Auch eine Braunschweiger Geschichte.
    Den Was-Erzähler hat man als Kategorie noch nicht erfunden, wahrscheinlich, weil man sich vor dem Doppel-S fürchtet. Was indes verständlich ist. Auch weil es hier schon lange nicht geregnet hat und daran zu denken ist, das darbende Grün im Hof zu gießen.
    Von dem Onkel erbte ich ein Kofferradio und das Geld für eine Olympia-Schreibmaschine, mit der ich dann die Übungen des Schreibmaschinenunterrichts in der Handelsschule in WOB zu Hause nachvollziehen konnte: jklö asdf…
    Das Kofferradio, also sozusagen mein geerbter Steinway, lag nach dem Zubettgehen unter meinem Kopfkissen. Meistens lief BFBS und seine Hitparaden. Die Regel war: ausstellen nach dem ersten Song, den ich nicht kenne. So knallten oft die Gefängnistüren in dem einen Stones-Song oder blues-ten die Canned Heat usw. usf. Nebenan schlief die Mutter und schnarchte der Vater. Das Kofferradio brachte es sogar bis nach Berlin und bis zu Message in a Bottle. Was ich nebenbei machte, will mir nicht in die Tasten. Und es gab überhaupt Momente, in denen ich mich nicht als normal einzustufen vermuchte (sei’s drum: mit u halt).
    Welches Ende es genommen hat, weiß ich nicht mehr. Die Schreibmaschine steht hier noch in ihrem Koffer. Die Tasten verklemmt, das Farbband nur noch gut für Geheimschriften.
    Heut’ in der Sonne zur Mittagszeit vorm ‘Fußgängerzonen’-Café. Lachtasten antippen. Sie, sie und er. Gegenüber die neue Eisdiele: Girotti. Zur Eröffnung sei extra >>>> Terence Hill gekommen, der ja nun eigentlich Girotti heißt und irgendwie hier in Amelia aufgewachsen sein soll. Kurz hineingesehen: alles voller Filmplakate von Terence-Hill-Filmen.
    “Steter Lampe holt den Igel ein”. Und die, der’s galt als Kommentar, möge doch bitte die nächste Berliner Rede zur Poesie halten.

    thine hær
    I twone
    on some
    mine tips
    & did
    is done
    when coma
    comes


    Von >>>>hier (still loving it)

    III,296 <<<<
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    Wed, 14 Jun 2017 18:54:00 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Soeben beigetreten. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/soeben-beigetreten/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/soeben-beigetreten/

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    Wed, 14 Jun 2017 08:54:00 +0000
    taberna kritika - kleine formen : I Never Read, (art book fair, Basel, 14.6. ff.) / reihe subtext: Roland Reichen (Bern, 15.6.) http://www.abendschein.ch/i-never-read-art-book-fair-basel-reihe-subtext-roland-reichen-bern/ http://www.abendschein.ch/i-never-read-art-book-fair-basel-reihe-subtext-roland-reichen-bern/ Wir können aus Termingründen leider nicht persönlich anwesend sein. Unsere aktuellen Bücher gibt es aber zu besichtigen auf der heute startenden I never Read, 2017
    http://www.ineverread.com/


    Morgen liest Roland Reichen in der „reihe subtext“ im etkbooks store.

    Roland Reichen liest aus neuen Texten.
    Afterwork-Apéro + Playlists

    >17.30 h, do, 15.6.
    etkbooks store
    bücher, digitale objekte, gespräche
    monbijoustr. 69
    3007 bern
    etkbooks.com/store

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    Wed, 14 Jun 2017 07:09:13 +0000
    isla volante : geht http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/weJpWlCh-9c/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/weJpWlCh-9c/

    geht
    allem
    von
    vorne
    mittig
    nah
    hinten
    ins
    herz

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    Wed, 14 Jun 2017 06:00:34 +0000
    particles : = http://andreas-louis-seyerlein.de/air/31825-2/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/31825-2/ 9

    whiskey : 0.28 UTC – n a s e n f r o s c h
    ping

    ?feed-stats-post-id=31825

    Der Beitrag = erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

    AndreasLouisSeyerlein?d=yIl2AUoC8zA AndreasLouisSeyerlein?d=dnMXMwOfBR0 AndreasLouisSeyerlein?d=qj6IDK7rITs
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    Tue, 13 Jun 2017 21:53:31 +0000
    rheinsein : Marcel Broodthaers beschäftigt sich mit dem Rhein http://rheinsein.de/2017/06/13/marcel-broodthaers-beschaeftigt-sich-mit-dem-rhein/ http://rheinsein.de/2017/06/13/marcel-broodthaers-beschaeftigt-sich-mit-dem-rhein/ (von unserem Korrespondenten Roland Bergère)

    Neulich besuchte ich die sehenswerte Marcel Broodthaers-Retrospektive in Düsseldorf. In einer Vitrine lag ein Buch mit dem Titel: „En lisant Lorelei / Wie ich die Lorelei gelesen habe” von 1975. Die aufgeschlagenen Seiten zeigten drei Mal die gleiche Zeichnung (eine Familie vor einem Fernsehgerät versammelt), mit den Legenden: Programme I, Programme II, Programme III. Die Zeichnungen unterscheiden sich voneinander nur dadurch, was auf dem Bildschirm erscheint (schwer zu erkennen, auch im Katalog, alles recht klein gedruckt), bei Programme II steht eine Blumenvase auf dem Fernsehgerät. Auf der rechten Seite sind drei verschiedene Chromolithographien reproduziert, welche drei Ansichten der Lorelei zeigen. Dazu gehört ein textkritischer Apparat. Das Buch „En lisant Lorelei“ wurde 1974 in Basel ausgestellt, in einem gleichnamigen Raum.
    Zu sehen waren auch vier „Zeichnungen“. Drei ohne Titel, eine mit der Legende: „Au bord du Rhin“. Drei der vier Zeichnungen stellen Meerjungfrauen dar. Eine, auf einem Felsen stehend, hält eine Baby-Meerjungfrau in ihren Armen, ein Matrose nähert sich dem Felsen mit einem Ruderboot. Die zweite hebt (so scheint es zumindest) die Deckel eines Topfs, welcher womöglich auf einem nicht dargestellten Herd steht. Im Vergleich zu den anderen ist ihr Fischschwanz nur angedeutet. Die dritte trägt einen dampfenden Topf. Die vierte (diejenige mit dem Titel „Au bord du Rhin“) sitzt am Fluß und trinkt eine Tasse Kaffee und hört nachdenklich (dafür spricht die Haltung der rechten Hand, die das Kinn stützt) einer zweiten Frau zu. Die vier Zeichnungen haben verschiedene Größen, sind auf das Jahr 1974 datiert und als Abziehbilder auf Papier bezeichnet, die mit Bleistift und Tusche überarbeitet worden sind.

    Fotografieren war nicht erlaubt, doch wie eine Wächterin mir flüsterte: „Wenn ich nicht gerade hinschaue, können Sie es versuchen.“ (Später sah ich, wie sie in einem menschenleeren Raum auf die Begleitmusik eines Films Tanzschritte machte). Das Foto zu machen war natürlich nicht einfach. Sie war nicht die einzige Aufpasserin. Die Besucher (in geringerer Anzahl als Wächterinnen vorhanden) wurden von einem Raum zum anderen wortwörtlich verfolgt. Ein Aspekt des aufregenden Museumslebens, über den Broodthaers sich recht amüsieren hätte können.

    Marcel Broodthaers Werk „Musée d’art moderne – Département des aigles“ (1968-1972) wurde 2015 in Paris ausgestellt (Monnaie de Paris). Am Tag der Eröffnung fand ein Happening statt: ein Frachtkahn fuhr die Seine aufwärts, beladen mit Kisten, Koffern, Palmen, Säcken, usw… die am Ufer abgeladen und in den Ausstellungsräumen plaziert wurden. Die Aktion sollte, laut der Presse-Mitteillung, an zwei nicht realisierte Projekte Broodthaers erinnern: „L’Ile du Musée“ und „Bateau sur le Rhin“ (1971), eine Video-Aufnahme dokumentierte die Aktion.

    Im Katalog der Retrospektive steht folgendes zu lesen:
    „Die Einladung zur Teilnahme an einer Konferenz im Rahmen von between 6, die im Juni 1971 mit der britischen, nach Düsseldorf eingeladenen Art and Placement Group (APG) stattfand, nutzte Broodthaers zur Präsentation einer hochironischen Variante seiner Museumsidee. Mit dem Collage-Projekt einer unbewohnten Insel im Rhein (“Museumsinsel”) entwickelte er die Vorstellung einer einsamen nahe dem Lorelei-Felsen im Rhein gelegenen Insel als Ort eines Museums, die in größtem Widerspruch zu der von der APG vertretenen Absicht stand, Kunst in der Industriegesellschaft zu verankern und dabei auch vor den Chefetagen nicht Halt zu machen. Broodthaers’ isoliertes Museum entwarf einen Ort der Utopie, das in die Collage eingefügte Cover einer Schallplatte mit Richard Wagners Oper Das Rheingold wies auf die „musikalische Untermalung der Museuminsel hin.“
    (Doris Krystof in: Marcel Broodthaers, Eine Retrospektive)

    Ein Blog zeigt zwei Fotos, welche eindeutig im Zusammenhang mit der „Museumsinsel“ stehen. Roland Bergère hat sie aus rechtlichen Gründen für rheinsein nachskizziert:

    Projet pour un musée sur une île déserte (1971)

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    Tue, 13 Jun 2017 07:46:02 +0000
    taberna kritika - kleine formen : G685F899d B469: M548C518 G394R628fF331 http://www.abendschein.ch/g685f899d-b469-m548c518-g394r628ff331/ http://www.abendschein.ch/g685f899d-b469-m548c518-g394r628ff331/ I16 H113e M548C518 G394R628fF331, D559
    W467n M226 S571 N119 I25R384 N174E56 F811T253
    S385C426T321 – A461 O12 S571 G212 N594 B367S766U17E56 K78nT289,
    A898h N757 E35e B461nN972g Z93 H113B456 –
    „F797A246U37I35 C555an“ A627W932E83E56 U56d D188:
    „W642 D427 V953N111M479“, S571 W863T289 E35N433 D559 E67F249U57 E65L525C426T321
    K27n S398I22R565E65 N111M479 W642 „P828O42“ O22E65 „B223B456D427E64D287“
    „W642 D427 V953N111M479“, – B624T253, B365L349E56 S571 I25r E65I58E65U57sV527E29n N594t!

    I16 H113e M548C518 G394R628fF331, D559
    M679 E51E65n U54d V665 G389C426W817E65n I35 E35E65 S931B365
    A918W959C426S474, N124s, D559 F497E65 I35 D391 O36R393
    Am K95E18E65H541e L616nT289,
    H678C426K15E56, A246U87E65L693C426 S365 U54d L111D994L693K24 W642 G724F514E56 –
    U54d I58E69I16 S224t U54d F593I73S574 W642 N313I26A111
    D559 R365 S861n D427 E57E37 T865G324.

    I16 H113e M621 O31t G292F811t U54d K27N338 A627W932 G292F979D391,
    W846E65 D229 S224T253 U54d D229 G896 T253 K75mmt,
    W429 E74 A898h H592T253 N577C426t U54d M989 N972 G331n.

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    Tue, 13 Jun 2017 06:05:53 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Alban Nikolai Herbst, Isabella Maria Vergana. Die Phantastische Novelle in der Kindle-Edition. http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/232602688/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/232602688/
    [3,89 EUR.
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    Vergana 16 <<<<
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    Tue, 13 Jun 2017 04:47:00 +0000
    der goldene fisch : Julia Trompeter : häl http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13007 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/13007 längs hat der tag am horizont sich hingeblättert
    & langsam dichtgemacht & in der weite fern gesehen
    wie der wald. der mond. mal wieder nichts ergattert. nie.
    bloß. langgezogen zogen drohnt die stimme noch.
    seit ewig zeiten nichts gehört dabei. gar schon verlassen
    lassen drohnt. son echo echo alter nächte an mein ohr.
    in mir denkt etwas nach & etwas will hinaus. jedoch
    schwebt schlau ein schatten schatten. kriegerisch davor.

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    Mon, 12 Jun 2017 21:04:11 +0000
    Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Bange Frage: http://taintedtalents.twoday.net/stories/bange-frage/ http://taintedtalents.twoday.net/stories/bange-frage/ .
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    Mon, 12 Jun 2017 18:46:00 +0000
    der goldene fisch : Andreas Louis Seyerlein : ~ http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/12999 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/12999 15.06 UTC – Über einen langen Flur eines Schiffes wandernd begegneten mir zwei Männer, ein junger und ein etwas älterer Mann. Wie sie näher kamen und ihre Stimmen in meinen Ohren deshalb lauter wurden, hörte ich, dass sie sich über ein Büro unterhielten, in welches einer der beiden Männer vor wenigen Tagen erst eingezogen war. Es ging in dem Gespräch außerdem um Möbel. Die Männer waren sich, so mein Eindruck, nicht ganz einig gewesen. Sie diskutierten, ein lautes, lachendes, ein lebendiges Gespräch, weshalb ich umdrehte und den Männern in dezentem Abstand folgte, ich wollte Ihnen heimlich zuhören, was vermutlich nicht ganz höflich gewesen war. Ich glaube, die zwei Männer bemerkten mich glücklicherweise nicht. Warum ist dein neues Büro so leer? wollte der eine Mann, er war wirklich noch sehr jung gewesen, von dem anderen, dem älteren Mann wissen. Das ist so, antwortete der alte Mann dem jungen Mann, hör zu, ich will unabhängig leben von meinem Büro, ich will nicht mit ihm verwachsen sein. Wenn ich von meinem Büro einmal getrennt werden sollte, ist der Schmerz dann nicht so groß, wenn ich aber mit meinem Büro verwachsen sein würde, könnte man mir Schmerzen zufügen, man könnte sagen, Sie dürfen bleiben, wenn sie folgsam sind, man könnte mich erpressen, verstehst Du, man könnte mich mit leichter Hand fertigmachen. Deshalb sind in meinem Büro nur ein Stuhl und ein Tisch und Papiere, ein Obstkorb, eine besondere Tafel, die beschriftet werden kann und wieder gereinigt von Farbe, eine Zeichnung weiterhin, die einen Mann zeigt, der sein Fahrrad zerlegte, außerdem sind da noch, eine Kaffeetasse, drei Stühle für Gäste, ein kleiner Kühlschrank, ein Regal mit 176 Büchern, ein Teppich, welchen ich auf einer Reise nach Marokko entdeckte, eine Stehlampe, die sich gleich hinter meinem Schreibtisch befindet, ein wunderbar warmes Licht strömt von dort, eine zweite Lampe auf dem Schreibtisch, die im Winter zusätzlich Licht spenden wird, ein kleines Sofa, Bleistifte in einem Bleistiftgefäß, ein Telefon, zwei Kakteen, fünf Orchideen auf der Fensterbank, ein Käfig mit einem Zeisigpärchen, drei Schreibmaschinen, eine Fotografie, die meine Geliebte zeigt wie sie lächelt, ist das nicht wunderbar. – stop

    15.38 UTC – Seit einigen Wochen verfüge ich über eine weitere Schreibmaschine. Das ist so, weil ich sie mir gekauft habe. Leicht ist sie und flach. Wenn meine neue Schreibmaschine in der Hitze der Tag- oder Abendluft atmet, um sich zu kühlen, ist von ihrem Atem nichts zu hören. Selbst dann, wenn ich ein Ohr an ihr Gehäuse lege: Stille. Ich könnte sie unter meinem Hemd verbergen, weil sie so flach ist, niemand würde sie bemerken. Einmal notierte ich: Wenn das so weiter geht mit dem Leichterwerden der Schreibmaschinen, werde ich bald Schreibwerke zur Verfügung haben, die von geringerer Schwere sind als die Papiere, die ich mit ihren Zeichen fülle. – Wie viel genau wiegt eigentlich dieses elektrische Wort, das gerade vor mir auf dem Bildschirm erscheint? S i e r r a. Wie viele Male wird das Wort S i e r r a heute oder morgen auf weiteren Bildschirmen aufgerufen, wie lange Zeit jeweils sichtbar sein? Es ist denkbar, dass das Wort S i e r r a , das in Europa vor wenigen Minuten verzeichnet wurde, schwerer wiegt, sobald es in Australien auf einem Bildschirm erscheint, als das selbe Wort, wenn wir es in Europa lesen, 1 Millionstel Gramm schwerer, sagen wir, um 1 Millionstel Gramm Kohle schwerer und um den Bruchteil einer Sekunde. – stop

    > particles

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    Mon, 12 Jun 2017 15:43:50 +0000
    particles : ein millionstel gramm wort http://andreas-louis-seyerlein.de/air/ein-millionstel-gramm-wort-2/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/ein-millionstel-gramm-wort-2/ 9

    sierra : 15.38 UTC – Ich verfüge jetzt über eine weitere Schreibmaschine. Das ist so, weil ich sie mir gekauft habe. Leicht ist sie und flach. Wenn meine neue Schreibmaschine in der Hitze der Tag- oder Abendluft atmet, um sich zu kühlen, ist von ihrem Atem nichts zu hören. Selbst dann, wenn ich ein Ohr an ihr Gehäuse lege: Stille. Ich könnte sie unter meinem Hemd verbergen, weil sie so flach ist, niemand würde sie bemerken. Einmal notierte ich: Wenn das so weiter geht mit dem Leichterwerden der Schreibmaschinen, werde ich bald Schreibwerke zur Verfügung haben, die von geringerer Schwere sind als die Papiere, die ich mit ihren Zeichen fülle. – Wie viel genau wiegt eigentlich dieses elektrische Wort, das gerade vor mir auf dem Bildschirm erscheint? S i e r r a. Wie viele Male wird das Wort S i e r r a heute oder morgen auf weiteren Bildschirmen aufgerufen, wie lange Zeit jeweils sichtbar sein? Es ist denkbar, dass das Wort S i e r r a , das in Europa vor wenigen Minuten verzeichnet wurde, schwerer wiegt, sobald es in Australien auf einem Bildschirm erscheint, als das selbe Wort, wenn wir es in Europa lesen, 1 Millionstel Gramm schwerer, sagen wir, um 1 Millionstel Gramm Kohle schwerer und um den Bruchteil einer Sekunde. – stop

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    AndreasLouisSeyerlein?d=yIl2AUoC8zA AndreasLouisSeyerlein?d=dnMXMwOfBR0 AndreasLouisSeyerlein?d=qj6IDK7rITs
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    Mon, 12 Jun 2017 13:53:54 +0000
    rheinsein : Außenwandleuchte Rhine http://rheinsein.de/2017/06/12/aussenwandleuchte-rhine/ http://rheinsein.de/2017/06/12/aussenwandleuchte-rhine/

    LED Außenleuchte/Wandleuchte, Aluminium Druckguss, pulverbeschichtet, mit Bewegungsmelder, IP Schutzart 54, staub- und spritzwassergeschützt, SMD-LED Leuchtmittel der Energieeffizienzklasse A+, 1-flammig, 9 Watt, 900 Lumen, 3000 Kelvin, gewichteter Energieverbrauch kWh/1000 h: 9, Reichweite ca. 9 m, Erfassungswinkel 120 Grad, Höhe 16 cm, Tiefe/Ausladung 10,5 cm, Breite 10 cm

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    Mon, 12 Jun 2017 07:55:57 +0000
    taberna kritika - kleine formen : ensuite Juni/Juli 2017: „Hartmann-Räume“ http://www.abendschein.ch/ensuite-junijuli-2017-hartmann-raeume/ http://www.abendschein.ch/ensuite-junijuli-2017-hartmann-raeume/ In der Rubrik „Unveröffentlicht“ der aktuellen Ausgabe der Kunst- und Kulturzeitschrift ensuite gibt es Beispiele und einen Text zum Projekt „Hartmann“. Man kann das auch als Konzeptpapier lesen.

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    Mon, 12 Jun 2017 06:10:53 +0000
    isla volante : nur meer http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/J_KN_d-rawQ/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/J_KN_d-rawQ/

    nur meer
    nur katharina vasces und der kobboi
    keiner mehr

    sequenz 100 von 100 der serie poco dúo
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    Mon, 12 Jun 2017 06:00:13 +0000
    Glumm : Zwei, drei Dinge noch https://glumm.wordpress.com/2017/06/12/zwei-dinge-noch/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/12/zwei-dinge-noch/ Wer den halben Tag am Bildschirm verbringt, der kennt das. Man steht abends im Supermarkt und ertappt sich dabei, wie man eine Dose Thunfisch mit dem Cursor aus dem Regal holen will, und das Angebot der Woche versucht man per copy & paste aufs Band zu hieven. Und wie der Zorn in einem hochkocht, wenn sich nichts bewegt. Oder funktioniert hier etwa noch alles per Touchscreen? Nichts wie raus hier. (Strg Alt Esc)

    *

    Sein kleiner, aber voluminöser Mund saß wie ein Schiffchen in seinem Gesicht. Frauen, die ihn küssten, riefen unwillkürlich: „Herr Kapitän! Nimm mich mit auf die Reise!“ Was wie ein gelungener kleiner Trick wirkte, war in Wahrheit ein Stück gelungener Natur.

    *

    Dem fernöstlichen Prinzip von Ying und Yang hat der Westen noch ein Jung hinzugefügt. Ein ewig Jung.

    *

    „Liebe sucht immer den Idealfall“, sagt sie.

    „Das ist ja das Problem“, sag ich.

    *

    „Wenn ich einmal tot bin, möchte ich, dass die Menschen sagen: Sie hatte immer einen kleinen Spielfilm im Gesicht..“

    – Die Gräfin –

    *

    Nachdem sie eine saftige Apfelsine geschält hat, fährt sie sich mit tropfnassen Fingern durchs Haar und über den Hals, hinterlässt eines ihrer leckeren kurzfristigen Parfüms.

    *

    „Da arbeitet man sein Leben lang fünfzig, sechzig die Stunden die Woche, kennt kein Wochenende und keine Ferien und endet doch als Skelett. Da kann man sich doch gleich auf die faule Haut legen und warten, bis sich das Fleisch von den Knochen löst. Oder nicht, hahaahaaa!“

    (Lonnie)


    Einsortiert unter:Biografie ]]>
    Mon, 12 Jun 2017 05:18:30 +0000
    particles : ..-….- . .-. -…-.. -.- . http://andreas-louis-seyerlein.de/air/31814-2/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/31814-2/ 9

    -.…-.. – .- : ..— —– .-.-.- .…. ..— / ..- – -.-. / -.…- /… . .. – / . .. -…-. / .… .- .-.. -… . -. / / … – ..- -. -.. . / -.. … … / .– — .-. – / ..-….- . .-. -…-.. -.- . / .. -. / – . .. -. . – / -.- — .–. ..-. –..– / .– .- .-. ..- – ..–.. / -.…- / … – — .–.
    ping

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    Mon, 12 Jun 2017 04:45:39 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 296 - MONDän http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-296-mondaen/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-296-mondaen/ Cirrocumuli und die schreienden Dämmerungsaviatoren verlockten mich ins Weite, und so ließ ich eine gewisse Veronika “herzklopfend” stehenbleiben „vor einer buntbemalten Bude, vor der (...) ein Kalb mit nicht wie sonst vier, sondern fünf Füßen“ (>>>> Britting, Valentin und Veronika (je nun, juristische Spitzfindigkeiten erfordern leichte Lektüre nebenbei (siehe >>>> vorigen Beitrag))) angepriesen wurde. Und ging. Erst nach Westen.
    Dort die Ukrainerin M. mit ihrer Freundin, die ich zwar oft sehe, aber nicht kenne, sie trägt oft einen Pferdeschwanz, führt einen kleinen Hund mit sich und fährt einen Mini, aber sie sprechen italienisch miteinander, also kein Relikt der Sowjetunion, aber aus dem Osten schon nach meiner Einschätzung.
    Kurzer Wortwechsel mit M. vom Platz herauf zur hochgelegenen Eingangstür mit der Nummer 1 oben rechts. Wieder kam ich an der entweihten Kirche vorbei. Ich dachte schon gar nicht mehr ans Tanzen, als ich hinter mir Schritte hörte.
    M.’s Freundin! - Es wäre popelig gewesen, sie nicht anzusprechen. Immerhin weiß ich jetzt, wie sie heißt.
    Aber vorm Tor sah ich von weitem schon jemanden sitzen. Das verleidete es mir. Es wäre einfach zu viel gewesen, noch ein Minigespräch anzufangen. Also umblättern, um gen Osten zu spazieren: Porta Posterola. Wo mich ein Mondkuß mit Halo umfing (ein zweites ‚l‘ gehörte eher mir) bzw. empfing. Und rauf zum Dom! Let’s got, let’s go, noch mehr Küsse rauben! - Aber so erwischt man sich, denn als ich grad googelte, ward mir der assoziierte Mohrenkuss zum Negerkuss. So hieß er nämlich tatsächlich. O tempora, o mores!
    Niger eher ich in der Dämmerung, der ihm, der leuchtend und ziemlich groß (weil noch nicht so weit über dem Horizont (nachts gibt es zur Zeit einen Moment, wo er als gleißender Punkt und nunmehr hoch am Himmel mir in den Schlaf hineinfuchtelt), dann gegenüberstand, lützelhübsch (den Zettel, auf dem das Wort von >>>> Fischart stand, heute zerrissen) ein feiner Spiegel, und unsereiner als Negativ verlangt nichts anderes, als ins Entwicklungsbad gelegt zu werden. Aus Schwarz mach Weiß und viceversa.
    Der Soratte war noch gut zu sehen, die Lichter von S. Oreste auf seinem niedriger gelegenen linken Sattel.
    Hinab erneut am Palazzo Petrignani vorbei und zu dem Platz, wo ein Gebäude immer noch eingemeißelt die Aufschrift “Poste e Telegrafi” trägt, darüber eine Garibaldi-Büste. Da klang’s aus dem Palazzo oben wie Klavier.
    Ich ging zurück.
    Jemand rauchte draußen. Wer da spiele? „Kinder“, sagte der.
    Tatsächlich, der Saal voller Eltern, Tanten, Onkel, vielleicht auch Omas und Opas, Geschwistern, Cousinen. Vorne ein schon etwas reiferer junger Mann am Klavier. Was er spielte, weiß ich nicht. Dem Abend gemäß hätte ich mir einbilden können so etwas wie ‚Claire de lune‘ oder irgendein Nocturne. Dann folgte etwas Rhythmisches.
    Wahrscheinlich war’s die Lehrerin, die ihm die Notenblätter umblätterte. Was mir auffiel. Denn oft sah ich mir auf youtube >>>> Schuberts Nummer 100 an, weil es für mich kurios war, solche Notenumblätterinnen tatsächlich zu sehen (meistens -innen, ja). Vorher sah ich sie nie. „Meine geniale Umblätterin, hat er einmal gesagt, dachte ich.“ - Bernhard, Der Untergeher.
    Ich klatschte sogar, doch verließ den Saal, als zwei kleine Mädchen anfingen, auf Querflöten ihre zwar Fähigkeiten zu zeigen, die Töne bewirkten, mehr aber nicht.
    In meine Wohnung zurückgekommen, lief immer noch Monteverdis ‘Il ritorno di Ulisse in patria”.

    AN DEN MOND

    O huldreicher Mond, ich denk’ daran zurück,
    wie ich vor Jahresfrist auf diesen Hügel stieg,
    dich zu betrachten – im Herzen beklommen:
    Du hingst damals über jenen Wäldern dort,
    wie du jetzt in deinen hellen Schein sie tauchst.
    Doch getrübt schien mir und zitternd in Tränen,
    die in die Augen mir traten, dein Antlitz
    dem Blick, darüber, wie so mühselig
    mein Leben war: und ist, noch auch sich ändert,
    o mir so teurer Mond. Und dennoch hilft es,
    mich zu erinnern, zu messen die Dauer
    meiner Schmerzen. O wie willkommen ist dann
    in der Jugend, wenn lang’ noch währet Hoffnungs=
    Schimmer und kurz nur reicht Gedächtnis=Lauf,
    sich zu erinnern an das, was vergangen,
    ob es schon traurig und der Kummer stets währt!

    Giacomo LEOPARDI, Alla Luna (dt. von mir)


    Von >>>>hier
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    Sun, 11 Jun 2017 06:35:00 +0000
    schwungkunst.blog : fünf faden tief | elegie http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=6943 http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=6943 („full fathom five“, shakespeare: „the tempest“)

    in den untergrund des meeres,
    untern grund schauen
    wir wie hans im unglück ins blauen
    vom himmelnaseweißen ins tief vergrab’ne blau,
    getarnt wie die flunder im sand,
    bis wir von planck.ton besiedelte sind.

    anbetende der kunst des versteckens,
    (selbst) vergessens, selbst versenkender metapher:
    drei sind wir, schließen daraus die koffer:
    ein fisch, ein boot, ein versandungsbewusstsein.
    fünf sind wir, kiemenschleusen wir dagegen:
    ein schiff, eine chiffre, und drei weit’re chimärchen

    am senkblei uns’rer bemoosten leiber,
    bis das seegras über uns wächst,
    wir ein selbes von unten anschauen
    und die taucherglocken letztmals blasen schlagen.
    in trunk’ner versunkenheit
    wir buckeln gebeugt und beten den sand an,

    wie er durch uns‘re uhren fließt
    gleich dem meer in gezeiten.
    denn uns hebt keine tide mehr vom grund
    des riffs, das wir sind, besiedelt zu werden
    als schweigende von den versen.
    von weit schweigt sich das dunkle blau aus

    dem schmeichelnden treibsand, am übergang
    wir, die zukünftigen amphoren
    aus zerschellten galeeren,
    wo wir einst sprachen, als wir ruderten
    noch gegen den strom der gespräche / gezeiten.
    jetzt aber wird aus den wellen

    das wiegende der seegrasenden,
    korrodiert uns das scharfe salz
    und dringt in die koffer die see,
    die ewige, aus der alles leben,
    jetzt unsere leiber buckeln,
    schiffgebrüchige am grund der see.

    in ihn gesät, sind wir. nichts aber trugen wir
    noch mit uns, denn was in den koffer passte.
    wir sind flaschenpost, versunken,
    meer.junk.fräulich, „manuscript found in a bottle“,
    die tinte darauf sich lösend allmählich
    ins weitere weite der see.

    [Soundtrack: Charles Trenet: „La Mer“]

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    Sun, 11 Jun 2017 06:30:43 +0000
    litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-06-10 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-06-10/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-06-10/
  • der goldene fisch : Karin Fellner : Protuberanzen https://t.co/ueI37JrudH 2017-06-10
  • particles : ich war im flur spazieren https://t.co/HQL9inSBXi https://t.co/Q68AOWBRDv 2017-06-10
  • der goldene fisch : Christine Kappe : Die Applausordnung der Narzissen https://t.co/jDOoBlQwuJ 2017-06-10
  • rheinsein : Das Hungertuch https://t.co/YNrrFvTqT7 2017-06-10
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  • taberna kritika – kleine formen : @etkbooks twitterweek (20170610) https://t.co/c5PvcmzLmK https://t.co/gXg85PYjV4 2017-06-10
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  • particles : nasa https://t.co/jdpKrTzlLO https://t.co/hiqlVmC2nK 2017-06-05
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  • taberna kritika – kleine formen : Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 05/2017) https://t.co/WRQcLW1rsP https://t.co/pCkwagYTV9 2017-06-05
  • isla volante : alle suchen die einsame insel https://t.co/phaDkwZdr3 https://t.co/eSHoSaoCJc 2017-06-04
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    Sat, 10 Jun 2017 22:23:48 +0000
    der goldene fisch : Karin Fellner : Protuberanzen http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/12996 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/12996 /

    mit offenen Pulsen gehst: Girlande aus Lichtschädeln,

    an Zerspelltem vorbei, schwingende Kinder und Beutel,

    durch das Klingeln gehst, verschlissen, nicht

    abschließbar

    /

    auf Fluchtwegen kommst du vor, unter anderen,

    sehenden Auges die glanzvollen Blutungen,

    jüngst, heißt es, hat oder wird

    man Dokumente beenden

    /

    durch die Strahlung, das ist: ins Verflochtene

    gehst, durch knackende Hundezähne,

    sagst, im Wissen der Löschung:

    alle Wesen sind schön

    /

    jetzt steht die Ameise auf,

    entflammt diese Spezies

    ]]>
    Sat, 10 Jun 2017 12:17:31 +0000
    der goldene fisch : Tobias Schoofs : MELDUNG http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/12992 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/12992 der dichter will leben bitte
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    mit lichtgeschwindigkeit auf
    sie zu glauben sie denn das sei
    umsonst? was keiner bezahlt
    sei folgerichtig verschwiegen

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    Sat, 10 Jun 2017 11:59:07 +0000
    particles : ich war im flur spazieren http://andreas-louis-seyerlein.de/air/ich-war-im-flur-spazieren/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/ich-war-im-flur-spazieren/ 9

    tango : 15.06 UTC – Über einen langen Flur eines Schiffes wandernd begegneten mir zwei Männer, ein junger und ein etwas älterer Mann. Wie sie näher kamen und ihre Stimmen in meinen Ohren deshalb lauter wurden, hörte ich, dass sie sich über ein Büro unterhielten, in welches einer der beiden Männer vor wenigen Tagen erst eingezogen war. Es ging in dem Gespräch außerdem um Möbel. Die Männer waren sich, so mein Eindruck, nicht ganz einig gewesen. Sie diskutierten, ein lautes, lachendes, ein lebendiges Gespräch, weshalb ich umdrehte und den Männern in dezentem Abstand folgte, ich wollte Ihnen heimlich zuhören, was vermutlich nicht ganz höflich gewesen war. Ich glaube, die zwei Männer bemerkten mich glücklicherweise nicht. Warum ist dein neues Büro so leer? wollte der eine Mann, er war wirklich noch sehr jung gewesen, von dem anderen, dem älteren Mann wissen. Das ist so, antwortete der alte Mann dem jungen Mann, hör zu, ich will unabhängig leben von meinem Büro, ich will nicht mit ihm verwachsen sein. Wenn ich von meinem Büro einmal getrennt werden sollte, ist der Schmerz dann nicht so groß, wenn ich aber mit meinem Büro verwachsen sein würde, könnte man mir Schmerzen zufügen, man könnte sagen, Sie dürfen bleiben, wenn sie folgsam sind, man könnte mich erpressen, verstehst Du, man könnte mich mit leichter Hand fertigmachen. Deshalb sind in meinem Büro nur ein Stuhl und ein Tisch und Papiere, ein Obstkorb, eine besondere Tafel, die beschriftet werden kann und wieder gereinigt von Farbe, eine Zeichnung weiterhin, die einen Mann zeigt, der sein Fahrrad zerlegte, außerdem sind da noch, eine Kaffeetasse, drei Stühle für Gäste, ein kleiner Kühlschrank, ein Regal mit 176 Büchern, ein Teppich, welchen ich auf einer Reise nach Marokko entdeckte, eine Stehlampe, die sich gleich hinter meinem Schreibtisch befindet, ein wunderbar warmes Licht strömt von dort, eine zweite Lampe auf dem Schreibtisch, die im Winter zusätzlich Licht spenden wird, ein kleines Sofa, Bleistifte in einem Bleistiftgefäß, ein Telefon, zwei Kakteen, fünf Orchideen auf der Fensterbank, ein Käfig mit einem Zeisigpärchen, drei Schreibmaschinen, eine Fotografie, die meine Geliebte zeigt wie sie lächelt, ist das nicht wunderbar. – stop

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    Der Beitrag ich war im flur spazieren erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Sat, 10 Jun 2017 11:53:29 +0000
    der goldene fisch : Christine Kappe : Die Applausordnung der Narzissen http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/12955 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/12955 Schauspieler rutschen auf dem Rücken
    durch einen Kreis von Häusern und blasen
    Papierkügelchen durch die Schornsteine,
    die sich auf dem Dach zu
    Blumen entfalten („Breitet sich das Papier
    denn schnell genug aus?“, fragt eine junge Frau)
    irgendwo in der Pampas, wo riesige Türme stehen
    Mühlen mit abgebrochenen Flügeln,
    wo Frauen mit Gasflammenkronen regieren
    und eine aus lauter Dreiecken gestaltete
    Verkehrsinsel
    auf der viele jener gelben leichtzerstörbaren Blumen wachsen,
    deren Namen ich immer wieder vergesse.
    Wenn meine Vermutung stimmt,
    haben sie diese Krankheit mit den fehlenden Spiegelzellen,
    wollen zieren statt zehren, lieben statt leben
    und dass ihnen jemand den Kopf spaltet
    jemand ohne Kopf, ein Engel oder eine Muse
    oder ein Kuss

    (Antwort auf “Rasenschimmer weist ihr den Weg” von Christian Lorenz Müller)

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    Sat, 10 Jun 2017 08:55:25 +0000
    rheinsein : Das Hungertuch http://rheinsein.de/2017/06/10/das-hungertuch/ http://rheinsein.de/2017/06/10/das-hungertuch/ Ein zweijährlicher Preis, der von Künstlern an Künstler vergeben wird, die “mit experimentellem Pioniergeist im 21. Jahrhundert” zu neuem künstlerischen Terrain aufbrechen ist Das Hungertuch, vor 16 Jahren von Ulrich Peters initiiert. Bedacht werden die Sparten Bildende Kunst, Musik und Literatur mit besonderem Fokus auf interdisziplinär arbeitende Künstler. Dieses Jahr zählen zwei ständige rheinsein-Autoren zu den Preisträgern: Roland Bergère und Stan Lafleur, eine Auszeichnung also auch für rheinsein wie die Rheinische Post in einem Vorbericht zur heute in Neuss stattfindenden Preisverleihung schreibt:

    “Das Hungertuch im Bereich Literatur wird der bekannte Spoken-Word-Performer und Lyriker Stan Lafleur (…) bekommen. Neben zahlreichen Buchveröffentlichungen, zuletzt: “Mini Welt”, gestaltet er seit 2009 sein gigantisches Netzprojekt rheinsein.de. Das Projekt strebt “eine komplexe, neuartige, literarisch basierte Hybridform um Faktisches und Fiktives zum Thema Rhein und zugleich die umfassendste zusammenhängende, stets wachsende Sammlung rheinischer Kulturgeschichte im Internet” an, wie er selbst es beschreibt. Dieser Blog enthält inzwischen über 2000 Beiträge, auch von anderen Autoren.”

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    Sat, 10 Jun 2017 07:32:12 +0000
    rheinsein : Walporzheim http://rheinsein.de/2017/06/10/walporzheim/ http://rheinsein.de/2017/06/10/walporzheim/

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    Sat, 10 Jun 2017 07:10:28 +0000
    taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20170610) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20170610/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20170610/ * Nabokovs Traum (Impressionist Ed.) dlvr.it/PKw84q / * Blatt 05.3 https://t.co/cOXnC8B11b https://t.co/uor7PDafBA Jun 08, 2017 / * 20130625 https://t.co/Cez6NMyz3Q https://t.co/jkHiOO2X04 Jun 07, 2017 / feierabend. synths. beer. https://t.co/PUx2mI4jhX Jun 06, 2017 / hochschreiben – runterschreiben. Jun 06, 2017 / neues von abdel hay sbiti fuers buero. https://t.co/Ehs6mJTc4o Jun 06, 2017 / * K95rt A246B648: T856F331 https://t.co/AGUi6UeMKl https://t.co/Rn7DPJYeM4 Jun 06, 2017 / * Christian de Simoni (Hg.): Kryptolyrik https://t.co/nVFUK8PxgR https://t.co/lXlIxlDQXk Jun 06, 2017 / * Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 05/2017) https://t.co/sf0CSCvTyL https://t.co/mqk7NdA2TH Jun 05, 2017 /


    (hochschreiben – runterschreiben.)

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    Sat, 10 Jun 2017 06:45:01 +0000
    Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Hello darkness, my old friend http://taintedtalents.twoday.net/stories/hello-darkness-my-old-friend/ http://taintedtalents.twoday.net/stories/hello-darkness-my-old-friend/

    Tusche auf Bütten, 2017 ]]>
    Fri, 09 Jun 2017 22:04:00 +0000
    particles : 15 uhr 6 http://andreas-louis-seyerlein.de/air/15-uhr-6-2/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/15-uhr-6-2/ 9

    marimba : 15.06 UTC – Seit einer halben Stunde das Wort Feuernelke in meinem Gehör, warum? – stop

    ping

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    Fri, 09 Jun 2017 20:51:03 +0000
    Glumm : Ein scharfer Hund und der erste amerikanische Dollar https://glumm.wordpress.com/2017/06/09/ein-scharfer-hund-und-der-erste-amerikanische-dollar/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/09/ein-scharfer-hund-und-der-erste-amerikanische-dollar/

    Im Juli 85 ging das Telefon. Der Mann vom Arbeitsamt, der nicht gut auf mich zu sprechen war, weil er mich für einen Faulpelz hielt, der sich auf Kosten der Allgemeinheit einen schönen Sommer machen wollte, informierte mich über einen Job im entlegenen Stadtteil Aufderhöhe. Im Kühlhaus eines Lebensmittel-Grossisten, einem Zwischenhändler, war etwas frei geworden. Eine Stellung als Kommissionierer. Genauso hatte er es formuliert. Eine Stellung. Der Mann mochte mich nicht. Er wollte mich loswerden. Er redete komisch, wenn er mich am Telefon hatte.

    Der Computer des Arbeitsamts führte mich als Kommissionierer, weil ich zu Beginn der Achtzigerjahre in einem Kühlhaus an der Grenze zu Wuppertal gejobbt hatte. Zwei Jahre lang lud ich 6er-Steigen Heidelbeer-Buttermilch auf den Gitterwagen, eine viertel Palette Irische Butter, einen Laib Leerdamer, zwanzig Netze Babybel, zwölf Schläuche Vollmilch. Gleich nebenan, in einer abgetrennten Halle, dem TK-Bereich, wurde Tiefkühlkost kommissoniert, bei 18 Grad minus. Arbeiter glitten in bauschigen blauen Thermoanzügen durch die Gänge, wie blaue Bären sahen sie aus, vereiste Rotzfähnchen an der Nasenspitze, und füllten blaue Rollcontainer mit Torten, Eiscreme, Pommes Frites. Im TK-Bereich arbeitete ich einige Monate, bevor ich in den sogenannten Plus-Bereich wechselte, wo bei erträglichen 7 Grad plus hauptsächlich Milcherzeugnisse kommissioniert wurden.

    Der Vermittler des Arbeitsamts gab mir die Durchwahl der Aufderhöher Firma, nicht ohne Warnung. Sollte ich mir beim Vorstellungsgespräch erkennbar keine Mühe geben, würde er nicht zögern, mir eine Sperre reinzudrücken. Ich fragte mich zwar, wie er mir das beweisen wollte, dass ich mir keine Mühe gab, den Job zu kriegen, doch ich zweifelte nicht daran, dass er alle Hebel in Bewegung setzen würde, um eine etwaige Beweiskette zu führen und zu schließen. Eines aber würde er auf jeden Fall tun: beim zuständigen Personalchef des Unternehmens Erkundigungen einziehen. Ob ich vernünftig angezogen zum Vorstellungstermin erschienen wäre, ob die Haare verknotet waren, ob ich pünktlich war, ob ich linksradikale New Wave-Kapelle auf dem Walkman hatte.

    Aufderhöhe, Busbahnhof. Was da am frühen Nachmittag aus dem Linienbus stieg, war einer der großen Lockerlasser in der Geschichte des modernen Lockerlassens. Es ist der Gang, der dich verrät. Es ist der Gang, der den Zeitgenossen anzeigt, auf welcher Seite du stehst. Ob du mitmischen willst bei den Stützen der Gesellschaft oder ob du einen Ausweg suchst. Ob du Obeine hast. Einen Knick im Kopf. Ob du nach Hause willst. Ins Freibad.

    Weg hier.

    Über die Laderampe kletterte ich ins Kühlhaus. Blaukittel tummelten sich zwischen den Regalen und kommissionierten die Ware. Es war immer das gleiche. Irgendwelche Weißkittel mit erkalteten Zigarrenstummeln im Maul standen in der Halle herum und bespitzelten schlechter bezahlte Kollegen, die die ganze Arbeit machten. So war es überall. Auch ich hatte den Job als Kommissonierer eine Weile fehlerfrei erledigt, bis man mich in die Endkontrolle verpflanzte, inklusive Lohnerhöhung. Ich war die totale Fehlbesetzung. Zwar korrigierte ich die Fehler meiner Kollegen, wenn ich die Bestellliste des Kunden mit der kommissionierten Ware abglich, doch ich verpfiff niemanden. Das war mir zu doof. Meine Kontrollbögen blieben leer. Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass Ihnen niemand unter die Augen gekommen ist, der falsche Ware kommissioniert hat?! herrschte mich der Vorarbeiter an. Er hatte einen strammen Bauch, kleine Äuglein und Miniplifrisur, er sah aus wie ein obszönes Schweinchen, aber er merkte es nicht, und niemand sagte es ihm. Auch ich blickte ihn nur an. Ich grinste nicht mal. Am nächsten Tag war ich zurück in den Gängen und kommissionierte die Aufträge. Einen Monat später bekam ich die Kündigung.

    Im Kühlhaus in Aufderhöhe erkundigte ich mich nach Personalchef Wolter, man schickte mich die Treppe hinauf. Geschäftsetage. Teppichboden. Grünpflanzen in Hydrokultur. Das leise Gebrabbel der elektronischen Datenverarbeitung lag über den Räumen.

    Marion, hast du mal ne Minute Zeit für mich?

    ‚Personalchef Wolter‘ las ich an einem Büro. Die Tür stand offen. Ich klopfte an den Rahmen. Ich hatte nur ein Ziel: Das Leben weiterhin auf Autopilot stellen und einfach mal kommen lassen. Meinetwegen konnte es losgehen mit dem Sommer. Ich hatte was zu kiffen in der Tasche und die Badehose drunter. Nur die Sonne ließ auf sich warten. Der Mann sah vom Schreibtisch auf.

    „Glumm“, sagte ich.

    „Ja.. und?“

    „Wir haben telefoniert.“

    Er wusste nicht, was ich von ihm wollte.

    „Mich schickt..“, setzte ich an, da fiel bei ihm der Groschen.

    „Ah, Sie schickt das Arbeitsamt. Nehmen Sie Platz.“ Er wühlte in einem Stoß Unterlagen. „Moment, wo hab ich Sie denn.. Glumm, Glumm.. Hm. Ja. Hier. Gut. Herr äh Glumm, sagen Sie, was war das, was hatten Sie bisher gearbeitet?“

    Ich betete meinen Werdegang herunter. Gott sei Dank war es ein kurzes Gebet.

    „Jobs, ja ja, schon gut“, sagte der Personalchef. „Aber welche, wenn ich fragen darf.“

    „Ich war Packer, ich habe als Schleifer gejobbt, also einen Tag lang, ich war Kommissionierer..“

    „Kommissionierer? Wo denn?“

    „Im Kühlhaus, unten in Kohlfurth.“

    „Hm. Und seit wann sind Sie ohne Beschäftigung?“

    „Das ist jetzt zwei Jahre her. Nein.. fast drei.“

    „Und in der ganzen Zeit hat sich nichts ergeben?“ Ungläubig lugte der Personalchef unter der Brille hervor. „Bei einem jungen kräftigen Mann wie Ihnen?“

    Ich zuckte mit jungen kräftigen Schultern. Ich hatte meinen Trumpf früh ausgespielt. Meinen privaten kleinen Sommerhit. A-Seite: Stempeln bringt die Zeit zurück. B-Seite: Ich hab die Badehose drunter. Ich war da, wo ich den Mann haben wollte, es war schneller gegangen als gedacht. Personalchef Wolter nestelte in den Unterlagen.

    „Wissen Sie was, ich.. warte noch ein, zwei Bewerber ab, und melde mich dann bei Ihnen.“

    Ich ließ Kühlhaus und Ladezone für LKW‘s links liegen und federte zufrieden über den Kundenparkplatz. Es nieselte. Ich war pleite. Es reichte nicht mal mehr für die Rückfahrt in die Stadt, und Schwarzfahren lag mir nicht. Nicht an diesem Tag. Man sollte sein Glück nicht überstrapazieren. Also hieß es Trampen. Schon der dritte Wagen hielt an. Eine Familienkutsche, ein blauer Kombi. Der Fahrer war ein sportlicher Typ. Weiß, männlich, Anfang Dreißig.

    „Die Straßen sind katastrophal hier“, stöhnte er beim Anfahren. „Werden überall aufgerissen, wegen der schlechten Kanalisation. Obwohl Solingen auf einem Berg liegt, ich meine, da könnte man die ganze Scheisse doch einfach zu den Seiten runterlaufen lassen, oder nicht. Ich fahr bis zum Turm-Hotel. Kennst du das? Bist du Solinger?“

    „Natürlich kenne ich das Turm-Hotel. Das riesige Einwegfeuerzeug in der City. Haben Sie ein Zimmer da?“

    „Nein, ich bin der Geschäftsführer des Turm-Hotels. Bob mein Name“, grinste Bob. „Und du? Was machst du so?“

    „Ich hab mich gerade für einen Job vorgestellt, als Kommissionierer.“

    Bob verzog die Miene. „Mh. Muss man da nicht so Sachen zusammenstellen für Großkunden? Hm, nicht gut für den Kopf, so ein Job. Was tust du sonst?“

    „Keine Ahnung. Manchmal schreibe ich Gedichte.“

    „Gedichte? Ja? Meine Freundin liest mir ab und zu aus einem Gedichtband vor, abends im Bett, aber ich nicke immer ein. Ist mir zu hoch. Du bist also ein Dichter. Hast du schon was veröffentlicht?“

    „Nee. Ja. Also.. nicht wirklich.“

    Genau genommen hatte ich bislang zwei Gedichte veröffentlicht. Ohne Honorar. Das Buch hieß Über den Tag hinaus. Die einzigen Gedichte, die mir darin gefielen, waren meine eigenen. Aber es waren ja nur zwei. Warum hatte ich nicht mehr hingeschickt. Jetzt war es zu spät. Ich war ein Dichter mit zwei Gedichten in der Welt und die Badehose drunter.

    Egal. Ich war noch jung. Ich hatte noch Zeit. Ich durfte noch träumen. Es ist viel schöner, mit der Ahnung von Schönheit und Erfüllung durchs Leben zu spazieren als der Schönheit und Erfüllung selber zu begegnen. Das weiß man doch. Es ist wie mit dem Träumen an sich. Den ganzen Tag läuft man mit dem Geschmack seines letzten Traums durch die Gegend, bis am Abend nur noch ein leichter letzter Kitzel übrig ist, eine flüchtige süße Unkenntnis. Was das schönste von allem ist.

    „Falls du einen Job suchst, bei uns im Hotel ist noch was frei.“ Bob war in seinem Element. „Du kannst Koffertragen für Reisegruppen aus den USA. Die sind im Turm-Hotel auf Europa-Tour. Die kommen nachmittags, bleiben eine Nacht und sind am nächsten Morgen wieder weg. Das ist eine Stunde Arbeit am Nachmittag und eine halbe Stunde am nächsten Morgen. Schnell verdientes Geld.“

    „Koffer?“

    „Ja. Ich brauche jemanden, der mir das Gepäck abnimmt. Pro Gepäckstück gibt es eine Mark. Hast du schnell fünfzig Mark zusammen. Was meinst du?“

    „Kommen die jeden Tag? Also, fährt jeden Morgen eine Gruppe weg?“ fragte ich. Das war meine größte Sorge. Irgendwo jeden Tag hinzumüssen. Abends nicht um die Häuser ziehen können. Oder tagsüber. Nachts. Vierzehn Tage am Stück.

    „Nee, zwei, dreimal die Woche. Und nur im Sommer. Zieh dich was besser an und sei morgen Abend um achtzehn Uhr vorm Hotel.“

    Am nächsten Tag pumpte ich das Rad auf und strampelte los, eine Melodie für den modernen Pagen flötend. Ich trug ein frischgewaschenes weißes Hemd. Es war noch von der Konfirmation. Damals war es ein bisschen zu groß gewesen, davon profitierte ich jetzt.

    Von der Konfirmation 1974 gibt es ein Foto, das zeigt mich mit meinem Lieblingsonkel Fitting. Er hatte mich in die Luft geworfen und aufgefangen wie ein Baby. Dabei war ich schon 13. Ich schämte mich ein wenig, man sieht es auf dem Bild. Ich liege in seinen Armen wie eine schinante kleine Robbe.

    (Ein schönes Wort, schinant. Es taucht zwar nicht im Duden auf, wird aber überall verstanden. Ist es dem Solinger beispielsweise peinlich, mit der Urinprobe durchs vollbesetzte Wartezimmer zu schwappen, geht er erstmal zur Schwester, Frollein, da bin ich aber schinant. Kann man das Tässchen nicht einfach auf dem Klo stehenlassen und Sie holen es sich ab?)

    In der Innenstadt bog ich auf den großen Platz vorm Turm-Hotel ein, wo schon ein Reisebus mit niederländischem Kennzeichen wartete.

    „Hallo!“ rief Bob.

    Wir fuhren mit dem Aufzug in den elften Stock, wo die Rezeption lag. Er stellte mich einem philippinischen Zimmermädchen namens Prima vor. Es war braungebrannt und lächelte von einem Ohr zum anderen, wie eine Nussknacker-Suite, sagte aber kein Wort. „Prima ist im Zungenschutzprogramm“, flüsterte Bob und beömmelte sich über seinen Gag, den er vermutlich von langer Hand vorbereitet und bereits zehn Mal gebracht hatte. Aber es war ein guter Gag. Ich lachte.

    Der Chef, der das Hotel gepachtet hatte, war selten vor Ort, hörte ich. Er lebte in Köln, er hatte eine ganze Reihe Hotels am Start. So. Jetzt zum Koffertragen, meinte Bob. Ein sportlicher Knabe. Er sah aus, als liefe er die Stadionrunde unter einer Minute und las dabei die Aktienkurse. Ich glaub, er war in Ordnung.

    „Morgens musst du bloß alle Gepäckstücke abholen, die die Gäste vors Zimmer gestellt haben, und mit dem Lift runterfahren. Unten nimmt sie der Fahrer in Empfang und verstaut alles im Bus. Dann hast du schon Feierabend.“

    Die eigentliche Arbeit war am Nachmittag, wenn der Reisebus ankam, vom Flughafen Schiphol bei Amsterdam. Die Amerikaner hatten eine 14tägige Heart of Europe-Tour gebucht, in Deutschland klapperten sie Köln und Heidelberg ab. In Solingen übernachteten sie bloß, weil es preiswerter war als in Köln. Wir fuhren mit dem Aufzug runter ins Erdgeschoß. Der niederländische Fahrer hatte mittlerweile alle Gepäckstücke entladen. Bob reichte die Passagierliste rüber und zeigte mir, wie ich die Koffer zu beschriften hatte. Mit weißer Tafelkreide. Damit ich wusste, welches Gepäckstück in welches Zimmer kam.

    „Wenn du fertig bist, bringst du das Gepäck in die Aufzüge“, Bob deutete zum Eingang, „und lädst es auf den einzelnen Etagen vor den Zimmern ab. Wenn du nicht klarkommst, ich bin an der Rezeption oben im elften Stock.“

    Ich nummerierte die sechsundvierzig Koffer. Erst die Etagennummer, dann die Zimmernummer. 12/32 hieß: 12. Stock, Zimmer 32. Ich schleppte die Gepäckstücke eins links, eins rechts zum Lift. Es gab vier Lifte, sie waren nebeneinander. Ich blockierte den ersten Aufzug links, indem ich die Lichtschranke mit Kreppband zuklebte. Damit der dir nicht abhaut und durchs Gebäude irrt, wie Bob mich eindringlich gewarnt hatte. Bis du den wieder einfängst, das kann dauern.

    Ich baute die Koffer im Aufzug übereinander auf. Der Job erinnerte mich ans Kommissionieren, wenn ich die verschiedenen Waren auf dem Gitterwagen so packen musste, dass beim Transport nichts umfiel. Meine Künste als Packer waren gefragt. Es passten jeweils drei Koffer übereinander, bis ich die Decke erreichte. Das heißt, es blieb noch etwas Luft bis zur Decke des Fahrstuhls, die stopfte ich mit Reisetaschen voll. Oder diesen wurstähnlichen langen Reisebeuteln, die sich schön verbiegen ließen. Oder Umhängetaschen und Handgepäck, obwohl das nicht bezahlt wurde: Handgepäck mussten die Amis selbst tragen. Eigentlich. Ist aber Service, so Bob.

    Überhaupt sollte ich in den folgenden Jahren als exklusiver Kofferträger des Turm-Hotels lernen, (und damit vermutlich als einziger Kofferträger der Stadt, denn es war unwahrscheinlich, dass in anderen Solinger Hotels ebenfalls Reisegruppen aus den USA abstiegen, die eigentlich Köln besuchten), wie viel verschiedene Arten von Reisegepäck es gab. Da waren ja nicht nur die üblichen Koffer, es gab Trolleys, Large Travel Bags, Seesäcke, gesteppte Kleidersäcke, Gobelin Schultertaschen, große Weekendertaschen in Pinguindesign für Pinguin-Liebhaber, Yoga-Taschen mit Monogramm, Profi Outdoor Rolltaschen aus LKW-Plane.. Aber das meiste waren Koffer. Stinknormale amerikanische Reisekoffer.

    Am liebsten waren mir Rollkoffer. Sollte man meinen. Konnte man bequem rollen. War aber nicht so. Denn der Belag auf dem Platz vorm Turm-Hotel bestand zu einem großen Teil aus einer Art eingestampftem Kies, über den die Rollkoffer bloß holperten und hüpften, wenn man sie darüber zog. Also transportierte ich auch die Rollkoffer meist mit der Hand.

    In den Fahrstuhl passten 15 Koffer je Reihe. Ich baute drei Reihen auf, machte 45 Koffer, plus diverse Reisetaschen. Es wurde immer enger im Lift. Aber ich hatte noch nicht alles Gepäck drin. Wo die Leute überall herkamen. Die Adressaufkleber klangen wie Footballteams. Sie kamen aus New York, Chicago, Louisville/Kentucky. Und aus Boston. Und aus winzigen Kaffs wie Ziegenhals, CA.

    Plötzlich flog die schwere Brandschutztür zum Treppenhaus auf. Ein stattlicher Kerl, Kniebundhose, grüne Jacke, Hütchen, herrschte mich an: „So geht das nicht hier, stundenlang den Aufzug blockieren!“

    Ich wusste nicht, wer der Kerl war, er stellte sich mir nicht vor, aber ich bekam schnell Bescheid. Es war der Hausmeister. Das Turm-Zentrum beherbergte nicht nur das Turm-Hotel, sondern auch das Warenhaus Karstadt und weitere Geschäfte, einen stadtbekannten Nervenarzt und Frisörsalons, und es bildete den Mittelpunkt der City. Es hatte einen Hausmeister, einen Hausinspektor und einen Haustechniker. Es war der Hausmeister, der sich vor mir aufgebaut hatte, und er sah aus wie Rübezahl. Wie ein Oberförster. Er fletschte die Zähne.

    „Wir sehen uns noch“, knurrte er und verschwand im Treppenhaus.

    „Hauspfleger auf der Pirsch entdeckt Unkorrektheit“, murmelte ich genervt und stopfte den Aufzug bis obenhin voll, quetschte mich irgendwie dazu und drückte elfte Etage, wo ich mit dem Entladen beginnen sollte. Ich entfernte das Klebeband aus der Lichtschranke. Es war so eng im Lift, ich bekam kaum Luft. Belastbar mit 8 Personen oder 600 Kilogramm. Die Tür schob sich zu. Dann rührte sich nichts mehr. Ich drückte noch mal. Nichts. Vielleicht war das Ding überladen und konnte in diesem Zustand nur nach unten absacken, dachte ich, also versuchte ich es ganz konservativ mit der Parkdeck-Taste. Wenn der eh nur absacken konnte, bei dieser Auslastung, dann sollte es so sein. Alles besser als hier rumstehen und ersticken. Der Schweiß brach mir aus. Es geschah: nichts.

    Ich drückte den Alarmschalter.

    Die Minuten verstrichen. 50 Koffer und Reisetaschen drohten mir die Luft zu nehmen. Ich stand im Lift wie eine Sardine in der Büchse. Was war eigentlich mit dem zulässigen Maximalgewicht? 500 Kilogramm.. Oder 600? Hatte ich die nicht längst zusammen?? 46 Koffer mal 20 Kilo im Schnitt, das machte 900 Kilo. Plus Handgepäck und meinen 70 Kilo war ich bei 1000 Kilo. Eine Tonne! Ich begann zu schreien. Ich bollerte mit den Fäusten gegen die geschlossene Aufzugstür. Ich sah wechselnde BILD-Überschriften vor mir. KOFFERTRÄGER VON 50 KOFFERN ERST ERSCHLAGEN!

    DANN ERSTICKT!

    Endlich Schritte.

    „Sind Sie eigentlich völlig übergeschnappt??!“ Die Stimme des Oberförsters.

    „Das Scheißding bewegt sich nicht!“ rief ich.

    „Kein Wunder, wenn Sie eine Tasche halb raushängen haben..!“

    Ich kämpfte mir die Sicht frei. Tatsächlich. Der überlappende Reißverschluss einer Reisetasche hatte sich in der Lichtschranke der Tür eingeklemmt. Ich zog ihn heraus und der Lift ruckte augenblicklich los.

    „Sie Idiot!“ hörte ich den Waldschrat keifen.

    Auf der elften Etage trug ich die Koffer an der Rezeption vorüber. Mein Freund Bob saß am Fernschreiber.

    „Schon Bekanntschaft gemacht mit unserem Hausmeister? Brauchst dich nicht um ihn zu kümmern. Aber Vorsicht. Er hat einen scharfen Hund.“

    Ich zuckte zusammen. „Was für einen scharfen Hund?“

    „Na, so ein.. wie heißen die noch.. die so sabbern..“

    „Boxer?“

    „Nein, die so Blut sabbern.. Bluthunde! Genau. Der Hausmeister hat einen Bluthund.“

    Ich legte einen Zahn zu. Verteilte die Gepäckstücke auf der elften, zwölften, dreizehnten und vierzehnten Etage. Darüber war nur noch der Himmel. Der brauchte keinen Koffer. In den Zimmern hatten sich die amerikanischen Touristen vor den Farbfernsehern versammelt und kommentierten kollektiv German Television.

    „What the hell is Derrick?“

    „Krimi“, erklärte ich und kassierte das erste Trinkgeld, einen abgegriffenen Dollarschein. Als ich später nachzählte, waren es sechs Stück. Dazu drei Mark und ein holländisches Quartje.

    Vierzehntes Stockwerk. Endlich schleifte ich den letzten Koffer zum Ende des Gangs. Müde war ich. Verschwitzt. Eine Zimmertür stand offen. Das Zimmer war leer. Ich ging rein und öffnete das Fenster. Was ein Panorama. Man konnte bis Köln gucken. Sogar das Bayer-Kreuz von Leverkusen war zu sehen. Ich machte es mir gemütlich. Nur ganz kurz. Das war mal ein Job nach meinem Geschmack. Ich knöpfte den Hosenlatz auf. Bewies Fantasie und Fingerfertigkeit bis ein tiefes Lefzen mich hochfahren ließ. Der Rottweiler! Hastig streifte ich mein Hemd über die Stange.

    „Sie Ferkel!“ geiferte der Hausinspektor.

    Die Feuerleiter!

    Ich sah noch, wie der Förster die Töle von der Leine ließ, aber da war ich bereits die ersten Sprossen runter. Hoch über der Stadt flatterte ein Schmetterling vorüber. Ich holte aus, schrie „Hau ab, du Arsch!“ und der Dollar hatte auch schon besser gestanden, als ich aus dem Tagtraum erwachte.

    Ich schloss das Fenster und fuhr mit Lift runter in den elften Stock. Geschäftsführer Bob erwartete mich bereits.

    „Gut gemacht, Junge. Wie heißt du?“


    Einsortiert unter:Biografie ]]>
    Fri, 09 Jun 2017 15:07:58 +0000
    isla volante : nichts bleibt http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ZdstNlnSdTY/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ZdstNlnSdTY/

    „—„

    ]]>
    Fri, 09 Jun 2017 13:28:20 +0000
    Glumm : Tischgespräche (157) https://glumm.wordpress.com/2017/06/09/tischgespraeche-157/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/09/tischgespraeche-157/

    „Wenn ich einen Menschen erst mal in mein Herz geschlossen hab, kommt der da nicht mehr raus, Joe. Da kann der machen, was er will. Der bleibt drin.“


    Einsortiert unter:Susanne Eggerts Tischgespräche ]]>
    Fri, 09 Jun 2017 13:22:39 +0000
    Glumm : Ein grosses düsteres Live-Konzert https://glumm.wordpress.com/2017/06/09/ein-grosses-duesteres-live-konzert/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/09/ein-grosses-duesteres-live-konzert/

    auf 500beine

    Ein grosses düsteres Live-Konzert


    Einsortiert unter:Biografie ]]>
    Fri, 09 Jun 2017 13:05:35 +0000
    der goldene fisch : Thorsten Krämer : Das Nilpferd http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/12983 http://der-goldene-fisch.de/ping/archives/12983 Was ihr über mich zu wissen meint, ist nur das, was ihr über mich zu wissen meint. Es hat nichts mit mir zu tun.

    Der Aphorismus ist mein Habitat. Ich fülle jeden Satz aus.

    Ich folge dem Lauf meiner Gedanken, bis er mich in die Irre führt. Dann wird aus dem Lauf ein Gang, ein Treiben, ein Schwimmen, Trudeln und Kreiseln, und aus den Gedanken ein großer Haufen Grünfutter.

    Aus meinen Ohren wächst ein entzücktes Händeklatschen. Die Abfolge von Ursache und Wirkung ist immer schon amphibischer Natur.

    Ich kann, wenn es sein muss, auf einem Grashalm balancieren. Aber ich führe keine Kunststücke vor.

    Der Glanz meiner Haut ist ein Monument der Feuchte. Der Schlamm ist Erde, die ihren Horizont erweitert hat.

    Wir müssen über mein Maul sprechen, mein riesiges Maul: Es ist der Kurzschluss meiner Existenz. Es ist der Mond, der sich öffnet und schließt. Es ist ein Widerschein, eine Ablenkung. Mein riesiges Maul ist nichts anderes als eine Abstellfläche für meine Zähne, meine riesigen Zähne.

    Wenn mein Hunger zu groß wird, schwebt er davon. Ich schaue ihm hinterher, bis er nicht mehr zu sehen ist.

    Luft und Wasser sind keine Gegensätze, sogar die Fische atmen. Ich bin ein Gegensatz.

    Jede meiner Bewegungen ist eine Frage, eine Antwort und ein Lachen. Jedes Lachen ist die Negation der Bewegungslosigkeit. Jede Negation bewegt sich anders. Wenn ich müde bin, stelle ich selten Fragen. Wenn ich schlafe, gebe ich seltsame Antworten.

    Das Riesige ist keine eigene Kategorie. Es ist nur das enthemmte Kleine.

    Bei Regen bin ich intelligent. Der Rhythmus der Tropfen, die mich treffen, diktiert mir eine neue Erkenntnis. Ich stampfe mit den Füßen, um sie nicht zu vergessen.

    Die Konsequenz meide ich konsequent, sie ist mein einziger natürlicher Feind. Aber manchmal schauen wir uns gemeinsam die Sterne an.

    Alles, was ihr nicht über mich wisst, ist wahr.

    (Ein Klick aufs Cover führt zur vertonten Version.)

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    Fri, 09 Jun 2017 06:06:31 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Nabokovs Traum (Impressionist Ed.) http://www.abendschein.ch/nabokovs-traum-impressionist-ed/ http://www.abendschein.ch/nabokovs-traum-impressionist-ed/

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    Fri, 09 Jun 2017 05:27:36 +0000
    Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! : Texte ins Nichts I https://nwschlinkert.de/2017/06/08/texte-ins-nichts-i/ https://nwschlinkert.de/2017/06/08/texte-ins-nichts-i/ Übersteigerter Ehrgeiz und anspruchsvolles Arbeiten scheinen sich in dieser unserer, neoliberalen, scheindemokratischen Gesellschaft gut ergänzen zu können, doch dies ist ein Irrtum. Ein jeder möge sich die entsprechenden Belege dafür aus dem eigenen Fach-, Berufs- oder Interessensbereich ins Gedächtnis rufen: beispielsweise die schusseligen Chefs und Chefinnen, die wunderbar von Innen heraus zu glänzen und noch besser zu delegieren und Mitarbeiter anzutreiben wissen, selbst aber aktuell nur Mist produzieren und überfordert sind auf der erreichten Position. Die tun mir wirklich leid, mit denen möchte ich nicht tauschen, weder mit denen, die ihre Begrenztheit erkennen noch mit denen, die sich weiterhin für herausragend halten. Eigentlich müssen diese Leute natürlich weg, in und aus allen Lebensbereichen müssen sie weg, um eben nicht ersetzt zu werden; doch wie wir alle wissen, geht das nur mit Gewalt, die dann wieder nur von Überehrgeizigen ausgeübt werden würde, die nichts mehr wollen als den Thron – ein Teufelskreis, in dem protestantische Arbeitsethik, krankhafter Hedonismus, Gier, Geiz und Geltungssucht ihr Unwesen treiben. Natürlich gibt es gelegentlich und sehr selten Ausnahmen, Menschen, die sich aus eigener Kraft heraus gegen das neoliberale Weltbild und all diesen mythologisch aufgeladenen Scheiß wenden, Sie wissen schon, unsere freie Gesellschaft, die glorreiche Demokratie, in der es, glaubt man zum Beispiel dem zentralen Presseorgan der Republik, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, allen sehr gut geht, weil die Wirtschaft „brummt“, wobei wir wieder bei dieser durch und durch krankhaften protestantischen Arbeitsethik sind, unter deren Knute so viele „Glückliche“ zu funktionieren haben, ansonsten Hartz-4 droht, aber selbst die sind ja, glaubt man dem zentralen Presseorgan der Republik, noch glücklich zu nennen, denn man denke nur an die armen Menschen, die in aller Welt die Drecksarbeit zu machen haben für unsere westlichen Demokratien und unsere unvergleichliche „freie“ Lebensweise, die offensichtlich wesentlich darin besteht, sich selbst bei jeder Gelegenheit zu feiern, was heißt, in der zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der Arbeitskraft gewährten Freizeit auf dem Sahnehäubchen der Welt herumzulaufen und zu saufen und zu fressen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Nur dass es Gott gar nicht gibt, und wenn, dann wäre er, oder sie, oder es, nichts weiter als das gefeierte Opfer des eigenen, übersteigerten Ehrgeizes, mit dem er oder sie oder es die armen Menschenkinder infiziert hat, durch blödsinnige Texte oder seltsame Propheten. Was also tun? Imgrunde ließe sich die Situation für den Planeten Erde nur verbessern durch häufiges Unterlassungstun, was nicht mit Nichtstun zu verwechseln ist, wobei wir beim „Maß aller Dinge“ angekommen wären, und zwar nicht in dem Sinne des Protagoras, Sie wissen schon: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind“, sondern im Sinne des ganzen, aus dem Weltall herausragenden Planeten, der das, nämlich herauszuragen als bestens bestellt, als einziger darf und sollte, es auch könnte und würde, täte der Mensch nur dem nicht zuwiderhandeln. Imgrunde müsste es heißen, der Mensch dient dem Maß aller Dinge, wobei vorausgesetzt wäre, er wüsste wie. Mit übersteigertem Ehrgeiz, protestantischer Arbeitsethik, krankhaftem Hedonismus, mit Gier, Geiz und Geltungssucht aber wird das nix, das kann ich Ihnen versichern.

    Dieser Text ist in freier „kleistscher“ Gedankenassoziation entstanden und ohne Unterschrift gültig.

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    Thu, 08 Jun 2017 10:52:39 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Blatt 05.3 http://www.abendschein.ch/blatt-05-3/ http://www.abendschein.ch/blatt-05-3/
    cof
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    Thu, 08 Jun 2017 05:20:36 +0000
    Glumm : Platzwunde https://glumm.wordpress.com/2017/06/07/platzwunde/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/07/platzwunde/ Anfang Juni 2013 stürzte Vater in der Küche und zog sich eine Platzwunde am Kopf zu. Was genau passiert war blieb unklar, eins aber stand fest: Sobald er wieder auf den Beinen war, muss er das ganze Blut vom Linoleumboden aufgewischt haben, bis auf einen winzigen kreisrunden Rest in der Küchenmitte, der war ihm entgangen.

    Er hatte sogar dafür gesorgt, dass nichts von der Küchenrolle zu finden war, mit der das Blut aufgewischt wurde, weder im Abfalleimer noch sonst irgendwo, er muss alles in der Toilette entsorgt haben. Bloß um den Anschein von Normalität aufrecht zu halten. Damit alles weiter seinen gewohnten Gang nahm, damit kein Mensch ins Altenheim musste.

    Blut?

    Was denn für ein Blut?

    Es gab Überlegungen, Planspiele, Vorschläge. So hatte Vater schon bald nach Mutters Tod erste Erkundigungen eingezogen, ob wir uns eventuell vorstellen könnten, bei ihm zu wohnen und ihn mitzuversorgen, die Gräfin und ich. „Ich mach euch nicht viel Arbeit“, sagte er, und wie er das sagte, mit ebenso kleiner wie entschiedener Stimme, hatte ich dieses schummrige Gefühl im Bauch, das sich immer dann meldet, wenn Liebe zu stark zu werden droht, wenn Liebe die Perspektive mit warmer Pranke verschiebt. Wenn man kurz davor ist, eine spontane Entscheidung zu treffen, die man später eventuell bereuen wird, weil die Wirklichkeit, die folgt, eine Planierraupe ist, die sich einen Scheiß um spontane Gefühle schert.

    Denn eines war klar: auch wenn die Wohnung mit knapp 90 Quadratmetern nicht klein war, für drei Leute und einen Hund war die Aufteilung der Räume zu ungünstig, das sah Vater letzten Endes auch ein. Niemand hätte je seine Ruhe gehabt. Da auch bei meinem Bruder und meiner Schwester die Verhältnisse nicht so waren, dass Vater dort einziehen konnte, mussten wir uns schnell etwas einfallen lassen. Nach dem Unfall in der Küche setzte uns Vaters behandelnde Haus-Ärztin die Pistole auf die Brust. Sie könne keine Verantwortung mehr für Vater übernehmen, solange er allein lebte und niemand ganztägig ein Auge auf ihn warf.

    „Das muss sich ändern, und zwar so rasch wie möglich.“

    Vermutlich hatte Vater am Abend in der Küche gesessen, ein Tomatenbrot mit Zwiebeln gegessen und war dabei vom Drehstuhl gerutscht und auf den Boden aufgeschlagen. Ob er kurzfristig ohnmächtig gewesen war, niemand konnte es sagen. Er selbst hatte keinerlei Erinnerung an den Vorfall. Sagte er. Ich glaubte ihm. Vielleicht nicht zu 100 Prozent, aber gute 95 waren drin.

    Ich war gegen halb vier mit dem Hund zur Schillerstraße gekommen. Wenn ich die Wohnungstür im zweiten Stock aufschloss und nachschaute, wo Vater sich aufhielt, musste ich vorsichtig zu Werke gehen. In seiner Einsamkeit war Vater oft so tief in sich versunken, dass ihn fast der Schlag traf, wenn man plötzlich vor ihm stand und hallo sagte.

    Hallo Papa.

    „Junge, hast du mich erschreckt…! Ja, bist du denn verrückt!? Das kann man doch nicht machen!“

    Besonders heikel war es, wenn er sich zum Mittagsschläfchen ins Esszimmer zurückgezogen hatte. Auf dem gemütlichen alten Sofa mit den beigefarbenen Bommeln schlief er so entrückt und fest, dass es kaum möglich war, ihn wach zu bekommen, und da konnte ich mich beim Betreten der Wohnung noch so forsch ankündigen, PAPA, ICH BIN’S!

    Oder ich schickte gleich den Hund vor. Lauf, weck den Opa! Doch dann war die Gefahr groß, dass Vaters jähes Aufwachen mit dem Bild eines vor ihm stehenden Riesenköters zusammenfiel, und der zog die Lefzen hoch.

    „Ich dachte, was ist das denn fürn Untier!“

    Wie ich es auch drehte und wendete, das Aufwecken blieb ein Problem. Im ersten Moment, wenn er aus tiefen Traumschichten stieg und die Augen aufmachte, war ich für Vater stets ein Fremder, den er nicht kommen gehört hatte, ein Fremder, der ihn überfallen und ausrauben wollte. In Amerika, mit einer Pumpgun unterm Kopfkissen, hätte er mich locker zwanzig Mal über den Haufen geknallt.

    Vater lag auf dem Sofa, unter Decken begraben. Er schlief tief und fest, ein vertrauter Anblick. Nur der Kopf war zu sehen und sein wirr abstehender weißer Haarschopf – ein Dirigent, der sich zwischen zwei Aufführungen aufs Ohr gehauen hatte, um sich zu erfrischen.

    Ich stand über ihm und begutachtete seinen Schlaf. Manchmal blieb ich minutenlang so stehen, still und bewegungslos, den Blick auf den alten geschundenen Körper gerichtet. Wie ein Bussard kreiste ich über ihn und wachte über seinen Herzschlag, denn in Vaters Alter, in seinem Zustand konnte man nie ganz sicher sein, ob die Wolldecke, die sich im Rhythmus der Atemzüge hob und senkte, sich auch wirklich im Rhythmus der Atemzüge hob und senkte oder ob ich mir das nur einbildete und der Körper längst – oder unlängst – erkaltet war.

    Lebte der alte Bursche noch??

    (Ich war nicht nur Vaters privater Herzschlag-Bussard, ich war auch ein Luftbild-Archäologe, der aus einer gewissen Höhe Muster zu erkennen suchte, Hirnströme im Schädel des Alten, zackige Kurven.)

    Oh, süße sorglose Tage, wenn ich am Sofa stand und er plötzlich und unerwartet die Augen aufriss und hellwach war!

    „Ach du bist es..!“

    (Manchmal hatte ich echt die Nase voll. Ich hatte alles Mögliche probiert, um ihn schonend wach zu bekommen, doch er reagierte auf nichts, auf gar nichts. Er schlief einfach weiter bis ich kurzentschlossen an seiner Schulter rüttelte wie an der bösen Stiefmutter.

    „Papa!“

    „JAA.. BIST DU DENN..? DES WAHNSINNS..? HAB ICH MICH VIELLEICHT ERSCHROCKEN!!“)

    Er schlief immer noch. Er träumte, den Mund halb geöffnet. Ich stutzte. Da war ein dunkler Fleck an seinem Haaransatz. Ich bückte mich zu ihm hinunter. Ein Klecks Blut verklebte sein graues Haar, getrocknetes Blut. Er stöhnte leise im Schlaf. Ich ermunterte den Hund laut zu bellen, damit Vater endlich aufwachte, doch der Hund kapierte nicht, was ich wollte, blickte hilflos um sich.

    Ich stand an der Couch, rief laut „Vater!“, zupfte unschlüssig an der gesteppten Decke und rüttelte erneut an seiner Schulter, was alles nichts brachte, dafür ist der Altersschlaf ein zu mächtiger Diktator, da hilft es nicht, unschlüssig an der gesteppten Decke zu zupfen und ein bisschen „Vater“ zu winseln, „du musst aufstehen, du kannst nicht den ganzen Tag schlafen.“

    Ich griff zum finalen Mittel. In der Küche war ein Wasser-Boiler aus den Sechzigerjahren. Sobald das Wasser kochte, setzte ein Daueralarm ein, ein Inferno, dass dem Mietshaus fast das Dach wegflog, und tatsächlich: sofort war Vater wach, mit schreckensweit geöffneten Augen.

    „WER IST.. WAS IST LOS..?!“ keuchte er, aus dem Nachmittags-Traum gerissen.

    „Na, das frag ich dich..“, sagte ich.

    „WAS??!“

    Ich ließ ihn erstmal zu sich kommen. Er stöhnte und schmatzte. Der Hund hechelte. Nach einer Weile stieß Vater die Decke weg, streckte die Hand nach dem Hund aus.

    „Da ist ja auch der Hund.. hallo Molli.“

    Frau Moll schleckte genüsslich Vaters Hand, rauf und runter, wie einen dicken Fleisch-Lolli. Sie liebte die milchige, nach Aprikose duftende Creme, die der Pflegdienst bei ihm auftrug.

    „Sag mal, Papa.. was hast du am Kopf gemacht..?“

    „WAS??!“

    „WAS DU AM KOPF GEMACHT HAST!“

    Er saß jetzt halb auf dem Sofa, halb hing er durch, ein angebrochener Schiffsmast in Trainingshose. Er winkte verschlafen ab.

    „Ach so.. ja. Weiß auch nicht, was da passiert ist.“ Er versuchte das Thema nicht weiter zu berühren, doch ich nagelte ihn fest.

    „Bist du hingefallen?“

    „WAS?!“

    „OB DU GESTÜRZT BIST! DU HAST DA EINE DICKE PLATZWUNDE AM KOPF! DA MÜSSEN WIR WAS MACHEN. DAS KÖNNEN WIR NICHT EINFACH SO LASSEN, PAPA! WAS HAST DU GEMACHT?“

    Er nickte müde. Ja, ich weiß. Da war so was. Da ist so was.. geschehen. Unangenehme Geschichte. Scheint die Sonne..? Setzen wir uns draußen auf den Balkon? Ja? Komm, wir gehen auf den Balkon. Wir können zwei Stück Apfelkuchen auftauen.

    Seine Augen, rot und todmüde, wie die Scheinwerfer eines betagten Doppeldeckers, der den Himmel schon so oft abgeflogen war, dass er jeden kleinen Winkel kannte, jedes noch so kleine feindliche Luftschiff, jeden Luftzug.

    Lass mich einfach in Ruhe, sagten diese Augen.

    „Was ist passiert, Papa?“

    Nein, er konnte sich nicht erinnern. Ich schaute mir die blutverschmierte, verklebte Wunde aus der Nähe an. Es war nicht zu erkennen, was darunter los war. Vielleicht hatte er eine Gehirnerschütterung. Zum Glück war ihm nicht übel, er hatte kein Kopfweh, und schwindelig war ihm sowieso ständig. Das kam vom Zucker. Um rekonstruieren zu können, was geschehen war, klapperte ich die Wohnung ab, ich suchte nach Indizien und fand schließlich den kreisrunden Fleck Blut auf dem Küchenboden.

    „Du bist in der Küche gestürzt“, sagte ich, holte eine Schüssel voll warmen Wasser und einen Waschlappen. Vater versank auf dem Sofa, ein Häufchen Elend. Er blickte mich aus großen ängstlichen Peter Lorre-Augen an.

    „Ich weiß, ja. Was machst du da…?“

    „Ich versuch das Blut abzutupfen.“

    „WAS?“

    „ICH VERSUCH DAS BLUT ABZUWASCHEN.“

    Es war aussichtslos. Das Blut war bereits eingetrocknet. Es gelang mir lediglich, die Kruste etwas aufzuweichen, worauf die Wunde wieder leicht zu bluten begann. Es war halb sechs. Der Pflegedienst konnte jeden Moment einfliegen. Vielleicht reichte es, wenn die Pflegerin einen Blick auf die Wunde warf. Vielleicht auch nicht. Ich suchte die Telefonnummer des Pflegedienstes raus, entschied mich aber dafür, lieber bei der Hausärztin anzurufen, deren Praxis um die Ecke lag, keine dreihundert Schritte entfernt. Machen Sie sich sofort auf die Socken. Wir haben bis 18 Uhr geöffnet. Ich legte auf und rief ein Taxi. Zu Fuß schaffte Vater es nicht.

    Ich half ihm beim Anziehen, was nicht so einfach war, da er es hasste, gleich nach dem Aufwachen in eine hastige Aktion verstrickt zu werden. Und was sollte ich mit dem Hund machen? Allein lassen in Vaters Wohnung würde nicht funktionieren, dann bellte Frau Moll die ganze Hausgemeinschaft in Schutt und Asche. Also mitnehmen den Hund. Im Taxi?! Frau Moll spürte, dass die Situation brenzlig zu werden versprach, sie dackelte die ganze Zeit hinter mir her. Da die Gräfin sie tags zuvor stundenlang gebürstet hatte, sah sie aus wie ein Riesenstofftier von der Kirmes. Vater und ich lachten kurz auf.

    Um zehn vor sechs war das Taxi da. Für eine Fahrt von 300 Metern. Da hilft nur üppig Trinkgeld, sonst hast du schnell ein Messer zwischen den Rippen. Der Fahrer, ein mürrischer Türke, kam die Treppe hoch. Wir nahmen Vater in die Mitte und führten ihn durchs Treppenhaus runter zum Wagen, wobei ich mit der freien Hand noch die Hundeleine halten musste, weil Frau Moll uns sonst zwischen den Beinen hin- und her gewuselt wäre. Ich kam mir vor wie ein Marionettenspieler, der Mühe hatte, die Fäden seiner beiden Puppen auseinander zu halten.

    Nachdem Vater im Taxi verstaut war, schickte ich den Wagen voraus und folgte zu Fuß mit dem Hund zur Vereinsstraße. Alles sehr umständlich. Da die behandelnde Haus-Ärztin nicht im Haus war, musste sich ein anderer Arzt aus der Gemeinschaftspraxis um die Wunde kümmern. Während Vater, der sehr schwach und unkonzentriert wirkte, im Sprechzimmer auf den Doc wartete, trudelten ständig weitere Patienten ein, obwohl die Sechs Uhr-Deadline längst überschritten war.

    Ich hatte andere Probleme. Wohin mit dem Hund? Ich konnte Frau Moll schlecht mit in die Praxis nehmen, also leinte ich sie im Hausflur am Geländer an, das war okay für sie. Es ließ sich aber nicht vermeiden, dass Nachbarn, die in die oberen Etagen wollten oder von dort kamen, über den Hund hinweg steigen mussten, eine Konstellation, die Frau Moll auf den Tod nicht ausstehen konnte. Dabei geriet sie schnell in Stress und verlor jegliche Contenance und Beißhemmung, auch wenn es bloß ein Beißen in die Luft war. Ein Warnbeißen. Doch was sollte ich tun? Den Hund mit in die Praxis nehmen, verbot schon die Front der Arzthelferinnen, ein Trio blutjunger türkischer Frauen mit und ohne Kopftuch. Da konnte ich mir jegliche Diskussion ersparen.

    Ich teilte mich auf. Fand mich für einige Minuten im Sprechzimmer ein, wo ich Vater Gesellschaft leistete beim Warten auf den Arzt, dann war ich zurück im Flur und kraulte den am Geländer angeleinten Hund, um ihn zu besänftigen. Irgendwann rief der Doktor mich zu sich, ein jovial auftretender Mann, leger gekleidet wie für den Everyday Award, der im Gespräch ständig zwischen Du und Sie lavierte und unentschlossen wirkte, wie er mit Vater verfahren sollte.

    „Mir fehlen hier die Gerätschaften, um festzustellen, ob Ihr Vater eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Er kann sich ja nicht einmal erinnern, was überhaupt passiert ist. Vielleicht war er unterzuckert und ist eine Weile ohnmächtig gewesen, wer weiß.“

    Da Vater Diabetes hatte, war der Verdacht einer kurzen Ohnmacht durchaus begründet, er bekam seit einiger Zeit Insulin gespritzt. Der Doktor tendierte dazu, Vater übers Wochenende ins Klinikum einweisen zu wollen, nur zur Beobachtung, „dann sind wir auf der sicheren Seite. Wenn Sie mir jetzt natürlich versprechen, ich schlafe heut Nacht bei meinem alten Dad und pass auf ihn auf, dann können Sie ihn mitnehmen.“

    „Dann machen wir das so“, sagte ich, obwohl ich keine große Lust hatte, im ex-Ehebett meiner Eltern zu übernachten, aber darüber war das letzte Wort noch nicht gesprochen. Hauptsache, er musste nicht ins Krankenhaus, wo übers Wochenende eh keine Untersuchung stattfand. Er bekam eine Tetanusspritze, die Wunde wurde gereinigt und desinfiziert, wobei sich herausstellte, dass es sich weniger um eine echte Platzwunde handelte, sondern eher um einen Riss, aus dem aber schon seit vergangener Nacht kein Blut mehr gesickert war.

    Genau in dem Moment, als der Doc „Das ist doch mal eine gute Nachricht“ sagte, hörte ich plötzlich lautes Gebell und Gepolter aus dem Treppenhaus.

    „WEM GEHÖRT DER SCHEISS KÖTER HIER!??“

    Mit einem vage unguten Gefühl stürzte ich durch die sich leerende Praxis Richtung Ausgang und stieß die Tür zum Treppenhaus auf.

    „Der Hund gehört mir. Wieso?“

    Frau Moll saß aufrecht auf dem untersten Treppenabsatz und hechelte gestresst, während ein Mann in meinem Alter etwas abseits im Flur stand, er war kaum zu bändigen.

    „DER ALTE BOBTAIL DA WOLLTE MEINEN SOHN BEISSEN!“

    Ich blickte mich um. Ich sah keinen alten Bobtail, ich sah kein Blut, keine ausgebissenen Fleischstücke, nichts war zu sehen oder zu beanstanden, nicht mal ein vereinzelter loser Milchzahn. Ja, da war nicht mal ein Sohn zu sehen. Ich beschloss Ruhe zu bewahren. Alles andere machte keinen Sinn.

    „Das ist kein Bobtail, das ist ein Hütehundmischling“, stellte ich klar. „Und wo ist denn ihr Sohn?“

    „DER IST DRAUSSEN, SO EINE ANGST HAT DER GEKRIEGT! DER IST RAUSGERANNT! DER KÖTER WOLLTE MEINEN SOHN KILLEN!“

    Ich fragte, was genau passiert war. Als ich hörte, was passiert war, entschuldigte ich mich. Ich sagte, dass ich als Junge ebenfalls Schiss vor Hunden gehabt hätte, dass ich das gut nachvollziehen könne, dass es mir leidtäte und dass der Hund niemals wirklich zubeißen würde, dass er das noch nie getan hätte, er würde nur in die Luft schnappen zur Warnung, wenn man über ihn hinweg zu steigen versuchte, und dass man das als Junge natürlich als Biss wahrnehmen würde etc. etc. Ich nahm allen Wind aus den Segeln. Ich hielt den Ball flach. Es war nichts passiert, und ich hatte andere Sorgen.

    Während Vater mit versorgter Wunde in der Praxis saß, warteten Frau Moll und ich im Hausflur aufs Taxi, das uns wieder nach Hause bringen sollte. 300 Meter, fett Trinkgeld. Ich kraulte Frau Moll das Fell, damit sie sich beruhigte. Ganz kleinlaut lag sie da, mit vom Durchzug umgeklappten hellrosa Öhrchen.

    Baby, kurz vorm Vollmond hält man die Füße still, flüsterte ich. Weiß doch jeder.
    Sie hatte nach dem Jungen geschnappt, der im Treppenhaus auf dem Weg nach unten über sie hinweg gestiegen war, und ihn dabei kurz in den Arm gekniffen. Der Vater des Jungen, alarmiert von dem Geschrei, war aus der Wohnung im zweiten Stock gestürzt, um nachzusehen, was los war. Ich hatte mich dafür entschuldigt. Vater und Sohn waren daraufhin nach oben gegangen, zurück in die Wohnung. Dachte ich jedenfalls. Bis ich im Hausflur ein Flüstern wahrnahm, von oben, ein lautes genervtes Flüstern.

    „Jetzt haben wir uns auch noch ausgesperrt, Vati..“

    In dem ganzen Tohuwabohu hatte der Vater den Schlüssel in der Wohnung vergessen, und beim Durchzug war die Tür zugeschlagen. Jetzt blieb ihnen nichts anderes übrig, als auf die ältere Tochter zu warten, die hatte einen Ersatzschlüssel, wie ich heraushörte. Ich verhielt mich mucksmäuschenstill, schließlich lag das ganze Schlamassel im Schwenkbereich meiner Schuld. Das alles wäre nicht passiert, hätte ich den Hund nicht im Flur angeleint, wäre der Junge nicht über den Hund gestiegen, hätte mein alter Vater nicht zum Arzt gemusst, wäre er nicht vom Stuhl gerutscht und auf den Schädel geknallt, wäre Mutter nicht zwei Jahre zuvor gestorben, womit die ganze Malaise ihren Anfang nahm. Die Malaise begann stets mit irgendjemandes Tod. Ich fand den Tod nicht gut, ich fand die ganze Veranstaltung Tod zunehmend unpassend.

    Endlich kam das Taxi. Ich holte Vater aus der Praxis. Zum Glück war es derselbe Fahrer wie auf der Hinfahrt, ich musste nicht viel erklären. Er guckte auch so schon ziemlich doof aus der Wäsche. Schon wieder wir. Die Mini-Tour.

    Bloß raus hier, dachte ich. Bevor noch ein Unglück geschieht.


    Einsortiert unter:Biografie ]]>
    Wed, 07 Jun 2017 20:39:19 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 295 - Ich wünsche mir zuweilen Gewitter http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-295-ich-wuensche-mir-zuweilen-gewitter/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-295-ich-wuensche-mir-zuweilen-gewitter/ Wahrscheinlich war es am Sonntagabend, als mich die Sehnsucht packte, zur Porta della Valle zu pilgern, schließlich sitze ich derzeit meine mindestens zehn Stunden hier am Schreibtisch ab, um den Leuten Humbug zu verklickern, etwa über die Inanspruchnahme einer Bürgschaft. Und das über geschätzte 140 Seiten (rechnet man die hiesige Standardseite mit 200 Wörtern oder 1500 Anschlägen). Eine Verlängerung lediglich fürs Wochenende. Unvorhergesehenes kam auch dazwischen.
    Auch war der Weg zum westlichen Tor nunmehr frei. Es wehte ein Wind durch Haar und Klamotten. Mir entgegen. Denn ich mußte an der entweihten Kirche vorbei, in und vor der sich bis zum Tag davor die Tänzer ausgetobt hatten. Dahinter steckte aber auch die schlecht verhehlte Sehnsucht, sie dann doch tanzen zu sehen und im Zuschauen mich selber. Also saß ich nur auf dem Mäuerchen vor dem Tor. Der Abendhimmel hatte sich schon dunkel gefärbt, aber noch nicht ganz. Lediglich der Halbmond mit seinem Luzifer als Sternbegleitung schon, davor hoch oben die Schreie winziger Mauersegler. Comme il faut. Nichtzeit mit Zigarette und Wind. Ich hätte mir ein Gewitter gewünscht. Und mich als Comme-il-faut-Abendstern. Zigaretten sind keine Lichtbringer.
    Und so ist es wieder ziemlich still geworden, aber nicht so wie auf dem Land. Wohin ich mich auch gar nicht zurücksehne. Die Stimmen vom Platz. Dachte ich, während ich im Grunde auch darauf warte, daß der knallorangene BMW wieder auftaucht, der seit einigen Tagen mit seiner Farbe alles durcheinander bringt, um vielleicht den Moment zu erwischen, in dem der BMWler oder die BMWlerin das Auto verläßt. Was ansonsten das Landleben betrifft, mag gelten: Alle diese Beispiele von Leuten, die aus der Großstadt auf das Land gegangen sind, um dort besser und länger zu leben, sind nur fürchterliche Beispiele, dachte ich. Bernhard, Der Untergeher.
    Rom als Großstadt zu bezeichnen, dürfte wohl seine Berechtigung haben, noch sinnhafter (warum eigentlich nicht ‘sinnlich’ hierfür?) aber ist das Adjektiv vor dem Wort Exemplum.
    Ebenso fürchterlich ist auch immer die Kombination malerischer Dörfer mit guter Küche. Was gleich im Untertitel eine Journalistin “naturgemäߔ (Bernhard) zustandebringt, die in der >> Süddeutschen in einem Artikel über Amelia keinen besseren Aufhänger findet, als daß nach dem Erdstoß vom Oktober letzten Jahres (sic!) in aller Herrgottsfrühe die Konditorin Russo nach einem dramatischen Tagesbeginn (“Ihr Bett tanzt.” - schon wieder dieses Wort “tanzen”) ihre Konditorei voller Menschen vorfand.
    D.h., wenn die Erde wackelt, geht man in die Konditorei. Aha.
    Fürchterlich, daß in dem Artikel auch noch der aalglatte Betreiber des Ostello zitiert wird. Wer weiß, wann sie den Artikel geschrieben hat. Der aalglatte Betreiber des Ostello hatte die ganze letzte Woche hindurch immerhin 95 Gäste (im Artikel beklagt er sich)! Ich gebe ihm dieses Beiwort, weil er auf eine Beschwerde von mir (wegen einer mehrstündigen Totalbeschallung des Platzes an einem Sonntagnachmittag) mal antwortete: “Sollen sich die jungen Leute etwa nicht mal vergnügen?” Seitdem grüße ich ihn nur noch auf eine sehr zugeknöpfte Weise.
    Ich wünsche mir zuweilen Gewitter.

    ein blitzstrahl
    zuckte und meine
    augen zehrten sich
    in unruhiger
    schlaflosigkeit

    die ganze nacht
    mit ihrem leuchten
    zog aus scheiden
    klingen heraus
    vom abend- bis zum
    morgenland

    und pfeilen gleich
    die flammend das kleid
    der finsternis zerreißen

    brandschatzend

    abû al-qâsim ‘abd al-rahmân

    (Poeti arabi di Sicilia)

    III,294 <<<<

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    Wed, 07 Jun 2017 17:08:00 +0000
    Glumm : Unterwegs am Treppenbach (Fotostory) https://glumm.wordpress.com/2017/06/07/unterwegs-am-treppenbach-fotostory/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/07/unterwegs-am-treppenbach-fotostory/ Block I

    Block II

    Kuhgabe

    Alle Bilder 2007


    Einsortiert unter:Fotos Andreas Glumm ]]>
    Wed, 07 Jun 2017 07:52:51 +0000
    taberna kritika - kleine formen : 20130625 http://www.abendschein.ch/20130625-2/ http://www.abendschein.ch/20130625-2/

    auch in diesem bild
    sind suchen und finden kreuzkusinen lebendigen seins da sind endlich die wörter
    man klagt einen text darzustellen der vorgibt um ein vielfaches objektiv mehr zu wissen als der text selbst über sich weiss ein angenehmes gefühl des schwindels ein schrumpfen in alle himmelsrichtungen eine konturierte anschauung über einen begriff jenseits des recherchierbaren ist es ein kampf um
    schnäppchenleser

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    Wed, 07 Jun 2017 07:40:08 +0000
    isla volante : gib mir dein zepter http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ZfS-PwQtaQ0/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ZfS-PwQtaQ0/

    gib mir dein zepter
    ich will raus
    in den schwefel
    die träume regieren
    obgleich das jetzt
    ohne dich
    schon weint

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    Wed, 07 Jun 2017 06:00:38 +0000
    particles : nikolai wassiljewitsch http://andreas-louis-seyerlein.de/air/nikolai-wassiljewitsch/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/nikolai-wassiljewitsch/ 9

    marimba : 0.12 UTC – Eigentlich sollte ich niemals das Ende eines Traumes erzählen, Traumenden befinden sich nicht selten bereits mit einem Bein im neuen Tag, in einem Bezirk der Welt, den wir Wirklichkeit nennen, ich bin dann schon wach geworden auf einem Bein, habe die Fenster geöffnet, es regnet zum Beispiel, auf der Straße weit unter mir bewegen sich Regenschirme, Menschen sind keine zu erkennen, aber ein paar nasse Tauben, die sich, von der Schwere ihres Gefieders in die Tiefe gezogen, kaum noch in der Luft zu halten vermögen. Eine Exkursion zur Kaffeemaschine hin nütze ich, um mein Mikroskop vom Tisch zu holen. Tatsächlich erkenne ich jetzt eine Herde goldgrüner Frösche, die sich an der Hauswand gegenüber westwärts bewegen. Zu hören ist von ihnen nichts, aber der Regen rauscht sehr schön, prasselt auf die Blätter der Bäume, tropft von den Regenrinnen auf blecherne Fenstersimse, was für ein wunderschöner Morgen, schon hab ich den Traum, den ich träumte, beinahe vergessen. Wie gut die Luft heut riecht, das denke ich noch, und erkenne in diesem Augenblick zwei menschliche Nasen, die dicht nebeneinander auf dem Rücken einer Strassenlampe sitzen, sie sind sicher aus einem Buch gehüpft, das ich nicht lesen kann, weil es in russischer Sprache aufgeschrieben wurde, ich erinnere mich, Gogol, nicht wahr, ich sollte bald Gogols Nase lesen, auch sollte ich ein wenig der russischen Sprache lauschen, um bald wieder glücklich einzuschlafen. – stop
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    Wed, 07 Jun 2017 04:12:52 +0000
    schwungkunst.blog : Aulike / Schwarck / Meyer lesen „Vom Warten“ http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=6930 http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=6930 Mitschnitt der Lesung am 6.6.2017 im Café Godot, Kiel:

    Teil 1:

    Texte von ögyr:

    Weiterer Link: Deutschlandfunk Kultur: Über das Warten als soziales Alltagsphänomen (ögyr zitiert daraus ab 4:30)

    Teil 2:

    Texte von ögyr:

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    Wed, 07 Jun 2017 00:34:31 +0000
    taberna kritika - kleine formen : K95rt A246B648: T856F331 http://www.abendschein.ch/k95rt-a246b648-t856f331/ http://www.abendschein.ch/k95rt-a246b648-t856f331/ M514e Z48 I87 A932G299U22L791t
    M679 W296E56
    A918 D229 E56D278
    D427 Z48.

    W467n D427 N119B223 U22B482 M671 B658M534 G455st
    H693r I16 W642 D229 F194E56 D427 T856F331
    L269S187E65 W798d.

    J43T998t H361 E74
    A918G331029t.

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    Tue, 06 Jun 2017 06:10:03 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Christian de Simoni (Hg.): Kryptolyrik http://www.abendschein.ch/christian-de-simoni-hg-kryptolyrik/ http://www.abendschein.ch/christian-de-simoni-hg-kryptolyrik/ Jede Woche erscheint ein codiertes Gedicht. Es gibt 24 Beiträge. Danach folgt ein kurzer Essay zur Codierung und über die Auswahl (Beitrag 25). Zum Schluss das Quellenverzeichnis (Beitrag 26).

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    Tue, 06 Jun 2017 06:09:12 +0000
    particles : nasa http://andreas-louis-seyerlein.de/air/nasa-2/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/nasa-2/ 9

    kilimandscharo : 20.52 UTC – Ob vielleicht Mondbriefe existieren, Briefe, gestempelt, beschriftet, mit einer Briefmarke versehen, die bereits tatsächlich einmal zum Mond hin und vom Mond her wieder zurückgeflogen sind? – stop
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    Mon, 05 Jun 2017 19:51:58 +0000
    Tainted Talents (Ateliertagebuch.) : Rendezvous http://taintedtalents.twoday.net/stories/rendezvous/ http://taintedtalents.twoday.net/stories/rendezvous/

    Tusche auf Bütten, 2017 ]]>
    Mon, 05 Jun 2017 09:19:00 +0000
    taberna kritika - kleine formen : Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 05/2017) http://www.abendschein.ch/salzkristalle-trueffelpilze-auszuege-052017/ http://www.abendschein.ch/salzkristalle-trueffelpilze-auszuege-052017/ Solothurn/Bern, den 29. Mai 2017

    Sehr geehrte Frau Wirtz Eybl

    Bei den Solothurner Literaturtagen am Tisch der Literaten ist mir die Idee gekommen … Seit dem Jahr 2000, als ich in einem Kolloquium des Schweizer Literaturarchivs an der Universität Zürich («Von der Leine ins Netz» oder so ähnlich; ich haue das nur grad rasch in die Tasten; es ging um die berühmten Wäscheleinen von Ludwig Hohl und darum, was von den Schriftstellerinnen und Schriftstellern im Internet-Zeitalter an nicht-digitalen und/oder digitalen Spuren, vor allem von den Werkstufen, noch bleiben wird) teilnahm, habe ich mir immer wieder überlegt, was eigentlich ab der Generation Digital von der Arbeit einer/eines Literatin/Literaten noch bleiben wird ausser dem Endprodukt des Buches und einiger Vornotizen. Selbstverständlich gibt es die Literaturschaffenden, die alle Stufen aufbewahren, alle Sicherheitskopien jeden Tag. Aber das sind nicht alle – und ausserdem sind das dann ziemlich viele Stufen, die wohl auch nur noch digital wiedergegeben werden könnten.
    Die Idee nun, von der ich nicht weiss, ob sie irgendwo in einem Land schon besteht, von der ich und die hier gefragten Schriftstellerinnen und Schriftsteller aber noch nie gehört haben, bestünde darin, dass das Schweizerische Literaturarchiv den mit der Schweiz verbundenen Schriftstellerinnen und Schriftstellern die Möglichkeit anbietet, ihre gerade entstehenden Werke zu jedem Zeitpunkt, nach jedem Arbeitsschritt, der ihnen passend erscheint, digital ins Archiv stellen zu lassen. Das Schweizerische Literaturarchiv garantiert, dass diese Dateien aufgehoben werden, die Schreibenden garantieren, dass Sie sie behalten dürfen, auch wenn sie sich später für gewisse Zwischenstufen schämen würden.
    Wir hier sind uns sicher, dass so mehr Material ins SLA wandern würde, als wenn eine Autorin/ein Autor am Ende des Lebens alles zurechtlegt und das aussondert, das sie/er aus welchen Gründen des späten Lebens auch immer er oder sie nicht mehr überliefert wissen möchte. Es würde wie die Schreibenden etwas überlisten, mehr zu hinterlassen als sonst …
    Das würde noch nicht heissen, dass Sie sich verpflichten, dann den ganzen Nachlass zu übernehmen (ich weiss ja, dass dies vom Platz her gar nicht möglich ist), aber diese digitalen Formen könnten ein Zusatzarchiv zum regulären Archiv sein, bei dem die/der entsprechende Urheber/in für diesen «Vorlass» auch keine finanzielle Abgeltung erhielte.
    Also ein «Archiv der Vorstufen» in digitaler Form.

    Mit erlesenen Grüssen

    Ihr
    Dominik Riedo




    Zum Blog Salzkristalle & Trüffelpilze

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    Mon, 05 Jun 2017 07:17:33 +0000
    isla volante : alle suchen die einsame insel http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ady3EtmoLmI/ http://feedproxy.google.com/~r/volante/~3/ady3EtmoLmI/

    an pfingsten die einsamkeit zu suchen ist keine gute idee. katharina vasces ist erstaunt, dass der kobboi nicht schon das weite gesucht hat. vermutlich ist flüchten zwecklos und in zwei tagen ist es ja wieder vorbei.

    sequenz 99 von 100 der serie poco dúo
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    Sun, 04 Jun 2017 11:42:39 +0000
    particles : in zeitlupe http://andreas-louis-seyerlein.de/air/in-zeitlupe/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/in-zeitlupe/ 9

    nordpol : 15.12 UTC – Einmal beobachtete ich wie mir ein schwarzes Kästchen gesammelter digitaler Information aus den Händen glitt und zu Boden fiel. Eine Bewegung wie in Zeitlupe, eine Bewegung, ohne die Möglichkeit einzugreifen, da ich mich selbst in dem Fenster meiner Wahrnehmung wie in Zeitlupe bewegte. Ich hob das Kästchen vom Boden auf. Als ich mich mit einem Ohr näherte, hörte ich ein seltsames, leises Ticken. Jene Schreib- und Lesemaschine, die in dem Kästchen geborgen war, war blind geworden. Kurz darauf kaufte ich ein weiteres Kästchen und dachte Tage lang darüber nach, wie ich von nun Daten, Spuren, Zeichen, Verzeichnisse meiner Arbeit bewahren könnte. – Zwei Jahre vergehen. -Heute wanderte ich einige Stunden durch einen wilden Wald, ohne vermutlich irgendeine digitale Spur zu hinterlassen, nicht 1 Byte. Sehr merkwürdig. Noch zu tun: Lektüre Nicholson Baker Eine Schachtel Streichhölzer. – stop

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    AndreasLouisSeyerlein?d=yIl2AUoC8zA AndreasLouisSeyerlein?d=dnMXMwOfBR0 AndreasLouisSeyerlein?d=qj6IDK7rITs
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    Sun, 04 Jun 2017 11:32:51 +0000
    litblogs.net - Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-06-03 http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-06-03/ http://www.litblogs.net/kurztitel-kontexte-bis-2017-06-03/
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  • Glumm : Das war ihr Revier https://t.co/YERepkcWgB https://t.co/noERMCKX8L 2017-05-30
  • der goldene fisch : Mirko Bonné : Bilanz nach fünfzig Sommern https://t.co/2RT6N6Z3ff 2017-05-30
  • Glumm : Blau blau https://t.co/rx6P82iyNL https://t.co/hyCW6ZzcVE 2017-05-30
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : In Rom. https://t.co/FhoCH8m0Zn https://t.co/san2cjlm3C 2017-05-30
  • https://t.co/JU4nHXRcyQ weekly wurde gerade veröffentlicht! https://t.co/9BeuD7NBTO 2017-05-29
  • der goldene fisch : Gerald Koll : Das fünfzigste Jahr (208) https://t.co/9fl6rZX1QA 2017-05-29
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 292 – why more? https://t.co/IeRTJIF31s 2017-05-28
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : Statt Fülle des Wohlklang bösester…… https://t.co/tPKIeXDJbH 2017-05-28
  • der goldene fisch : Tobias Schoofs : KRAFTWERK https://t.co/OKSrfdUqWV 2017-05-28
  • der goldene fisch : Gerald Koll : Das fünfzigste Jahr (207) https://t.co/ft5rkZNGVV 2017-05-28
  • https://t.co/JU4nHY8Nqo – Wochenspiegel : Kurztitel & Kontexte bis 2017-05-27 https://t.co/JxLFe7TnUN https://t.co/xy6fIDEkEL 2017-05-28
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    Sat, 03 Jun 2017 22:23:41 +0000
    taberna kritika - kleine formen : @etkbooks twitterweek (20170603) http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20170603/ http://www.abendschein.ch/etkbooks-twitterweek-20170603/ (download, republish, remix.) https://t.co/KFzLEHM05k https://t.co/SePC2TSP43 Jun 02, 2017 / ostern in düdingen. https://t.co/DPslWkVqyO Jun 02, 2017 / ogott, gleich gehts los … https://t.co/we7YQk266p https://t.co/bBEVvL6c8x Jun 02, 2017 / besuch vom haus am gern… https://t.co/LUwLgOzIFf Jun 02, 2017 / und freundinnen des fetten MARC-katalogisats kommen ganz bei @BORIS_UniBe via @swissbib auf ihre kosten… https://t.co/nO6pS2qDU1 Jun 02, 2017 / ebenso diejenige der @CHNatbib , die das noch schön rss-abonnierbar macht. https://t.co/jNYEe6I7QC https://t.co/ejt8oe1jhd Jun 02, 2017 / man muss es loben: die metadaten- und katalogdarstellung langzeitarchivierter, digitaler objekte in der… https://t.co/be1OYPxPbx Jun 02, 2017 /* Blatt 05.2 https://t.co/o7y9EJnhD7 https://t.co/tsDbrDHfMc Jun 01, 2017 / oha, man kommt rum … https://t.co/3myot61XO2 May 31, 2017 / * 20130624 https://t.co/id4i4wxuyy https://t.co/aOOMmJLJ9x May 31, 2017 / (erwartungsontik.) May 31, 2017 / RT @ElioPellin: Das Nachwort zu Christian de Simonis https://t.co/uMPgNbT9vW ist auf @BORIS_UniBe freigeschaltet https://t.co/kFs94utlqh May 30, 2017 / @AvoidComments https://t.co/AUqs4tcQAj May 29, 2017 / Fredie Beckmans: Wurst & Vogel https://t.co/rgscaP5z1d May 29, 2017 / escher dir einen. May 28, 2017


    (erwartungsontik.)

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    Sat, 03 Jun 2017 07:17:05 +0000
    Glumm : Der Drummer von Ain’t no sunshine https://glumm.wordpress.com/2017/06/03/der-drummer-von-aint-no-sunshine/ https://glumm.wordpress.com/2017/06/03/der-drummer-von-aint-no-sunshine/

    Von dem Moment an, wo ich Bill Withers‘ Ain’t no sunshine entdeckte, faszinierte mich die warme und sparsame Instrumentierung. Der Song ist auf You Tube aktuell 200 Millionen mal abgerufen worden. Nicht schlecht für eine Nummer, die es bei ihrer Veröffentlichung 1971 nur auf die B-Seite eines vergessenen Songs namens Harlem schaffte. Doch die Discjockeys in den USA entschieden anders, sie spielten von Anfang an nur die Rückseite der Single.

    Produziert wurde Ain’t no sunshine von Booker T. Jones, der in den 60ern mit seiner Begleitband The MG’s einige ebenso zeitlose wie knochentrockene und tausendfach gesampelte Instrumental-Tracks schuf, die heute noch durch Hollywood-Filme geistern. Das also ist das Geheimnis der legendären Studio-Aufnahme von Ain’t no sunshine: Booker T. and the MG’s hatten die Finger im Spiel.

    Wer den Live-Song auf You Tube verfolgt, sollte einen Blick auf den Drummer werfen, James Gadson. Er ist exakt das, was man a real cool cat nennt, er spielt, als hielte er sich in einer anderen, einer leicht bekifften Galaxie auf, was auch die Kommentare am Kacken hält. Ein User namens Connor B meint, der Schlagzeuger spiele folgendermaßen:

    „I’m super high chilling and gonna be doing this same beat for the next 2 minutes..“

    Schöner kann man es nicht sagen.

    Einem User namens Virtual Friends fällt auf, dass der Drummer den ganzen Song über lächelt, bis er nach 2:08 Minuten den letzten Klopfer tätigt, mit diesem Gesichtsausdruck: „Now I’m going to kill you all!“

    Bound Music meint: „This Drummer clearly knows something we don’t.“

    Gleich mehrere Leute beziehen sich auf die Lyrics des Songs: „That drummer knows where she’s gone!“

    Und BoboDoboRobo kassiert 700 Likes für seine Vermutung: „She’s sleeping with the Drummer.“

    Ein You Tuber ortet den Drummer „higher than the stars“, ein anderer glaubt, der Drummer habe Thai Sticks geraucht, was ungefähr aufs selbe rauskommt. Überhaupt scheinen viele der Überzeugung zu sein, der Mann habe unbekannte Substanzen zu sich genommen. Gleich 2000 Likes für diesen Aufschrei: „I wanna take what this Drummer was on!“

    Dabei liegt das Geheiminis doch offen für jedermann. Es ist der Song, der high macht.


    Einsortiert unter:Pop ]]>
    Sat, 03 Jun 2017 06:47:27 +0000
    particles : von wasserläufern http://andreas-louis-seyerlein.de/air/liebe/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/liebe/ 9

    nordpol : 20.25 UTC – Heute Nachmittag habe ich eine lustige Geschichte mit mir selbst erlebt. Ich sass vor einem See in einem Garten und beobachtete sehr kleine Tiere, wie sie sich nahe oder auf der Oberfläche des Wasser bewegten. Da waren zum Beispiel Fliegen, die im Wasser des Sees badeten, und Schatten der Libellenlarven, die sich den badenden Fliegen nährten, auch Wasserläufer, die sich gegenseitig jagten im Spiel. Plötzlich fragte ich mich, ob ich eventuell in der Lage wäre, das Verhalten der Wasserläufer vorherzusagen, ob sich ein bestimmter Wasserläufer eher in östliche oder eher in westliche Richtung fortbewegen würde. Ein Weile folgte ich dem von mir gewählten Tier mit meinen Augen, dann zeichnete ich seinen Weg auf ein Blatt Papier. Wolken spiegelten sich im Wasser, der Himmel hier unten war grün, er schimmerte. Eine Unterwasserschnecke passierte mein Beobachtungsfeld sehr langsam, und ich notiere: Schnecke. In diesem Augenblick bemerkte ich fünf Goldfische, die sich in einem Halbkreis im Wasser vor mir versammelt hatten. Sie bewegten sich kaum merklich und ich hatte plötzlich den Eindruck, sie würden mich betrachten. Tatsächlich fühlte ich mich von einer Sekunde zur anderen Sekunde selbst beobachtet. Das war ein merkwürdiger Augenblick gewesen, ein Moment auch von Verlegenheit, weshalb ich mich wieder einem Gespräch auf dem Bildschirm meiner Schreibmaschine zuwendete, das ich mit einem Computerprogramm namens ELIZA in englischer Sprache vor langer Zeit einmal geführt und kurz darauf in die deutsche Sprache übersetzt hatte. Ich, der ich Louis gewesen war, fragte Eliza: guten abend! wie geht es dir, eliza? Eliza : > gut! und dir? Louis : prächtig. Eliza : > schön zu hören. wo liegt dann das problem? Louis : ich habe heute abend kein problem, eliza! Eliza : > wenn du dein problem nicht kennst, bist du hier genau richtig! Louis : darf ich dir eine frage stellen? Eliza : > sicher! Louis : was bedeutet das wort liebe? Eliza : > hast du schmet­ter­linge im bauch? Louis : eliza! bitte! was bedeutet das wort liebe! Eliza : > lass uns das eine weile zurück­stellen. Louis : warum, eliza? Eliza : > du musst mich nicht mit namen rufen, ich bin immer bei dir. Louis : das ist beru­hi­gend, eliza! Eliza : > erzähl weiter! Louis : eliza! liebe? Eliza : > hast du schon andere gefragt? Louis: aber natür­lich! Eliza : > schön zu hören. wo liegt dann dein problem? Louis : ich habe heute abend kein problem, eliza! Eliza : > wenn du dein problem nicht kennst, bist du hier genau richtig! Louis : warum? Eliza : > ich sehe, du bist ein schwie­riger fall. Louis : warum bin ich ein schwie­riger fall, eliza? Eliza : > scherz beiseite, kommen wir zur sache. – stop
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    Der Beitrag von wasserläufern erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

    AndreasLouisSeyerlein?d=yIl2AUoC8zA AndreasLouisSeyerlein?d=dnMXMwOfBR0 AndreasLouisSeyerlein?d=qj6IDK7rITs
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    Fri, 02 Jun 2017 19:46:17 +0000
    Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) : III, 294 - Tarock http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-294-tarock/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/iii-294-tarock/ Als ich am letzten Samstag den Palazzo Petrignani aufsuchte wegen Dr. Caligari, kam ich wie üblich ziemlich frühzeitig dorthin, und da erst eine Handvoll Leute entweder draußen oder am Kassiertisch standen, machte ich mir den Spaß, den leeren Freskensaal zu betreten und mit sachten Schritten und versonnen mich nach den Grotesken umsehend und im Grunde in diesem Schreiten lebend einen Moment des Enthobenseins zu zelebrieren. Langsam klang bei dieser Raumausfüllung, die ich vollführte, und knapp oberhalb der Hörschwelle mein Vorname ans Ohr, bis ich dann doch stutzte. Die Wand, die spricht? Bis ich mich umdrehte.
    Da saß, unsichtbar für den, der vorwärts schauend den Saal betritt, die Sibylle an der hinteren Wand und hatte perfekt diesen Moment inszeniert, die mich gestern vorm Bioladen ziemlich zigeunerinnenhaft die Tarockkarten legen und ich mir dies gern gefallen ließ (sonst hätte sie es ja auch nicht gemacht (“dachte ich, während ich das Gasthaus betrat” - Bernhard, Der Untergeher, der ein ganzes Leben in diesen Moment des Gasthausbetretens zu legen scheint)). Und es war ja auch eine Art Gasthausbetreten gestern abend, denn ich nippte während des Aufdeckens der Karten an einer Pinte schwarzen ‘smokey’ Biers, daß sogenannte ‘handwerkliche’ (birra artigianale) Brauer anboten (sie, Italienerin, er, ein Franke und auch sonst ziemlich Frankie goes to Hollywood). Um sie herum ein Andrang von diesen schon erwähnten Tänzern und Tänzerinnen (es geht schlicht um dieses: >>>>).
    Da ich weder Smartphone noch sonst etwas zum Fotografieren habe, wurde ein Bekannter gebeten, die aufgedeckten Karten zu fotografieren und an meine E-Mail zu schicken, die ich selber eingab, aber nichts ist angekommen. Und so tappe ich leider ein bißchen im Dunkeln.
    Ich sprach mit einer Tänzerin über diesen Umstand, kein Smartphone oder sonst etwas zum Festhalten von etwas Bildlichem zu haben. Ich sagte, es sei manchmal ein Wunsch da, etwas abbildlich festzuhalten, dann sei der Skrupel dabei, es doch anders festhalten zu wollen, meinethalben als Wortbild oder wie immer man es nennen will. Denn es gebe tatsächlich Momente, die verdorben würden, wollte man sie so zack zack im Snapshot festhalten.
    Sie verstand es durchaus, zumal sie selbst sich dauernd über ihr Smartphone beuge, seit sie es - wiewohl widerstrebend - habe.
    Jedenfalls läßt sich im Nachhinein lediglich feststellen, daß die Tarockkarten mich in eine Welt der Leichtigkeit und Beherrschbarkeit versetzten (die Karte, die zeigen sollte, woher ich komme, zeigte sehr plausibel eine Frau, die einen Löwen zu bändigen versucht, daneben eine Burg auf einer Anhöhe (grad so, wie ich damals das eheliche Landhaus beim Psychologen zeichnete), nur daß am Ende die letzte Karte (“the mission”, wie sich die Sibylle auf Englisch ausdrückte) den vom Blitz getroffenen Turm zeigte. Tanto da invocare >>>> Santa Rita)!
    Und noch dagesessen bis spät. Neben mir die Morgenröte (die versehentlich hingetippten Morgenräte auf den nächsten Morgen verschiebend: allemal schlechte Räte!). Fuhr mir einmal durchs Haar: was für weiche Haare er doch habe! Und ich, völlig unbewußt, fand zweimal meine linke Hand auf ihrem beschuhten rechten Fuß wieder. Rechtfüßig verlinkt.

    Quante lingue eloquenti legò il vino,
    quante ne seppe sciogliere di mute!

    Muhammad Ibn Al-Qattâ’

    Wie viele Sprachen schlug nicht in Fesseln der Wein
    wie viele jedoch, die stumm, vermocht’ er zu lösen!

    (Lektüre: Poeti arabi di Sicilia)

    III,293 <<<<

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    Fri, 02 Jun 2017 17:44:00 +0000
    particles : bei harrods http://andreas-louis-seyerlein.de/air/bei-harrods-2/ http://andreas-louis-seyerlein.de/air/bei-harrods-2/ picping

    MELDUNG. Automobile, folgende, wurden nach einem Kaufhausbesuch zu London in Martha B., 91, vorgefunden. Magen – 1 Bentley Continental [ 1952 ], Dünndarm – 1 Lamborghini Miuri [ 1964 ], Dickdarm – 2 Citroen B12 [ 1912 ]. Ein nachsichtiger wie wohlmeinender Richter hatte die Durchsuchung des hochbetagten Bauches einerseits, sowie unmittelbare Rückführung der Fahrzeuge in das Warenhaus Harrods an der Brompton Road andererseits, angeordnet. – stop

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    Der Beitrag bei harrods erschien ursprünglich auf andreas louis seyerlein : particles.

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    Fri, 02 Jun 2017 11:51:48 +0000
    rheinsein : Ahrweiler http://rheinsein.de/2017/06/02/ahrweiler/ http://rheinsein.de/2017/06/02/ahrweiler/

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    Fri, 02 Jun 2017 07:08:51 +0000