Aktuell

Lesezeichen Ausgabe 01/2018:
Handlauf eines Geländers; also in Diagrammen; fotografische Archäologie; Haupt-Satz, gelesen von Margarete Helminger; Figuren an einer Dorfstraße; der persön­li­che Zeige­fin­ger­ab­druck in einem Aufzug; in den Handtaschen weiblicher Anverwandter; die grünende Sonne zur Osterzeit; Meeres-Gesänge; zeit vergeht oder auch nicht; Wie einer Schriftsteller wurde; Nikolai Karamsins Reisen; poetischen Ausnahmemomente; Grenzen spüren; Verlorenheit im Wind; Wurstdemokratie und -guillotine; Licht und Schatten – Wiederhall; Start eines Bildungsromans uvm. Zum Inhalt …

Zuletzt erschienene Texte:

Samstagmorgen bei Mustafa. So winzig-klein und bis unter die Decke mit Alltagskram und orientalischem Nippes vollgestopft ist sein Kiosk, dass sich der bullige kleine Türke meist draußen auf dem Trottoir aufhält und auf Kundschaft wartet. Immer noch besser als drinnen zu ersticken. Die Kulisse erinnert an Paris oder St. Pauli, wo Koberer vorbeilaufende Passanten für den Besuch einer Sex-Show zu animieren versuchen, nur dass mit Mustafa der Besitzer selbst draußen an der Front steht und süß-saure Schnüre feilbietet, türkische Gazetten [...]
Fr, 18 Mai, 2018 21:58, Weiterlesen ...
Es ist ein ständiges Vabanquespiel, den richtigen Ton zu treffen im eigenen Leben. „Es ist doch nicht mein Mund, der die falschen Worte wählt, es ist dein Ohr, das mich falsch versteht..!“ „Sehr poetisch“, spottet sie. * Ein bisschen merkwürdig ist das schon, wenn einem im Backshop eine alte Bekannte über den Weg läuft, die man lange nicht gesehen hat. Das Wiedererkennen dauert seine Zeit. Es ist, als habe man einen Duft in der Nase, den man zwar irgendwie kennt, [...]
Fr, 18 Mai, 2018 21:58, Weiterlesen ...
 Man braucht zwei Leben. Eins, um zu kapieren, was richtig ist und was nicht, und ein zweites, um sich gelegentlich danach zu richten. * Es wollte sich mit mir treffen, das junge Frl. Weiden. Es jobbte als Zimmermädchen im Turmhotel. Es war keine zwanzig, schätzte ich, und trug gern luftige Sommerkleidchen. Es war in seiner ganzen Erscheinung keinem bestimmten Jahrzehnt zuzurechnen, das Fräulein Weiden, die Zeit hatte es irgendwie links liegen lassen, das muss kein Unglück sein. Im Gegenteil. [...]
Fr, 18 Mai, 2018 21:58, Weiterlesen ...
Ist gut jetzt, Glumm. Es reicht. Noch nicht ganz. Einen noch. Hier, der hier: Alone again, Gilbert O'Sullivan Es war der Rest der unschuldigen Zeiten, Mitte der Achtzigerjahre, später Biedermeier. Wenn wir uns ab und zu, sozusagen auf Käptn Zufall, wie der schöne Dirk es gern nannte, ein Briefchen Heroin besorgten - Bubbles gab es damals noch nicht - zogen Karlos und ich im Laufschritt nach Hause. Wir legten tatsächlich den Eilboten-Gang ein, wir kicherten wie die Schulmädchen, in Vorfreude [...]
Fr, 18 Mai, 2018 21:58, Weiterlesen ...
15. Mai 1986 Was für eine Nacht. Um 24 Uhr hat sie angerufen und wollte eigentlich nur gute Nacht sagen, eine Stunde später kommt sie im grünen Simca vorgefahren und holt mich ab. Auf einen Kaffee in die Hütte nach Ohligs. Der Laden heißt wirklich so, Hütte, und gehört ihrem neuen Macker. „Unsinn, die Hütte gehört ihm nicht, er hat sie nur gepachtet“, rückt Lina zurecht. „Aber ein Kerl ist er schon, dein Chef, oder?“ Sie pfeift durch die Schneidezähne. [...]
Fr, 18 Mai, 2018 21:58, Weiterlesen ...
Auf der Suche nach Altmetall durchpflügen immer öfter Schrottkerle unser Viertel. Angekündigt werden sie stets von den gleichen Rattenfängermelodien, via Megaphon abgesondert, klebrig wie Schneckenschleim. In endlosen Schleifen tönt es aus blechernen Lautsprechern, die oben auf der Fahrerkabine angebracht sind, damit auch der letzte Anwohner Bescheid bekommt: Der Schrottkerl ist da. Der fahrende Altmetallhändler, der kostenlos dein Metall abholt und entsorgt, egal, ob es am Straßenrand zur Abholung bereitsteht oder im Keller erst mühsam freigeschaufelt werden muss. DER LUMPENSAMMLER IST [...]
Fr, 18 Mai, 2018 21:58, Weiterlesen ...

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