Per November 2008 wird litblogs.net herausgegeben von Hartmut Abendschein und Christiane Zintzen. Markus Hediger, der die Plattform 2004 mitbegründete und über die Jahre engagiert begleitete, hat diesen Wechsel selbst angeregt. Danke für das Entstandene. Und für das Jetzt.
Schlagwort-Archive: Blog
Inhalt 03/2008

Die Lesezeichen-Ausgabe 03/2008 erschien am 15. Oktober 2008.
In dieser Ausgabe:

Serbisch und Kroatisch, Blut und dicke Tücher, Jaqueline und ihre Mutter, Peter und Paul, Kishon und die Muse, eine Abendstimmung in Öl, Noppenfolien und norwegischer Patriotismus, die Kanten der Liebe, raureife Reiher, Wörter am Bahnhof, die Liebe zu einem Schuhladen, gestopfte Gänse, ein Gabelfrühstück uvm.
INHALT:
- Nachttango
von Marianne Büttiker
in con.tempo
- daß sie mir … (u.a.)
von Helmut Schulze
in parallalie: 1, 2, 3, 4
ALPHABETICAL ABISH

||| WELCOME TO VIENNA | ALPHABETICAL AFRICA | HOW GERMAN | FELIX AUSTRIA | PRÄSENTATION & DISKUSSION | FURTHER READING | KLANGAPPARATWELCOME TO VIENNA

I walk along Mariahilferstrasse / looking for Mariahilferstrasse / I’m on Mariahilferstrasse / and I can’t find it .
Wer in solch Bernhardesker Manier die Strassen seiner Kindheit durchwandert , selbige mit seinem erwachsenen Bewusstsein allerdings nie zur Deckung bringen kann , ist WALTER ABISH , jener Schriftsteller , dessen Werk für Werk in je neuer Schreibweise gewachsenes Oeuvre in direkter Relation steht zum ständigen Neubeginn eines durch die historischen Situationen des 20. Jahrhunderts ins “unruhige Wohnen” gezwungenen Lebens .
Leicht zu finden – just von der zitierten Mariahilfertrasse aus – ist die Buchhandlung phil ( vis à vis dem Café Sperl ) , wo heute ( 20 H ) der im Weidle- Verlag zusammen mit der Exilbibliothek verwirklichte Materialienband “Walter Abish . 99 Arten das Ich und die Welt zu erfinden – Materialien und Analysen” ( hg. von Robert Leucht ) vorgestellt wird .
Der ständige Wechsel der Binnen- Poetologie in Abishs Erzählungen ( “Duel Site” , 1970 ) , Sprachexperimenten ( “Alphabetical Africa” , 1974 ) , Romanen ( “How German Is It | Wie deutsch ist es” , 1979 | 1980 ) und einer hochartifiziellen Autobiographie ( “Double Vision : A Self-Portrait” , 2004 ) erschwert eine synthetische Abbreviatur ebenso wie die unfreiwillig inkonsistente Vita , deren Formulierung wir uns kurzerhand aus dem anzuzeigenden Band borgen :
Walter Abish wurde 1931 in Wien geboren, floh mit seinen Eltern vor den Nazis nach Frankreich, später nach Shanghai; er lebte dann einige Jahre in Israel, ging aber, weil er seine Hebräischkenntnisse als ungenügend empfand, für kurze Zeit nach England, bevor er schliesslich Ende der fünfziger Jahre in die Vereinigten Staaten übersiedelte. Vor diesem Hitnergrund verwundert es nicht, das Abishs erster Roman, Alphabethical Africa, das Thema von Identität und Sprache aufgreift .
|||
ALPHABETICAL AFRICA
Das Zitat entstammt einer NZZ- Rezension von Jürgen Brôcan , die das Wagnis des Schweizers Schriftstellers Jürg Laederach , einen im Buchstäblichen Englisch sprachspielenden Roman ins Deutsche zu übertragen ( Alphabetical Africa | Alphabetisches Afrika , Deutsch von Jürg Laederach , Urs Engeler Editor ) würdigt , weniger allerdings die Manierismen und idiosynkratischen Hinzudichtungen des Übersetzers goutiert .
Das entlang der 26 Buchstaben des Alphabets erst auf- , dann absteigend erzählte getüftelte Werk mag zweifellos an der arbiträren Regelästhetik von OuLiPo inspiriert worden sein ( Stefanie Leuenberger ) , verweist zugleich in der Zerprengung von Identität und Erzählung auf das Prinzip “nomadisierender Schreibverfahren” ( Gilles Deleuze ) , wenn nicht gar auf die “roots” der Sprache in Roman Jacobsons Lesart .
Zeitgenössische Kritiker wie Richard Howard im TLS 1974 wollten das buchstäbliche Vordringen ins Innere AFRIKAS ( vulgo : DER SPRACHE ) eher freudianisch aufgeladen sehen :
… the continent Africa shaped like the human heart and the female genitals ( ….) and he [ Walter Abish ] is concerned , is obsessed to possess, to violate her by his literary fetish –
Die wirkliche Lust ( am Text ) stellt sich allerdings erst bei Ansicht der konkreten Sprachgestalt ein . Hier der Anfang des Buches bei Abish :
Ages ago, Alex, Allen and Alva arrived at Antibes, and Alva allowing all, allowing anyone, against Alex’s admonition, against Allen’s angry assertion: another African amusement … anyhow, as all argued, an awesome African army assembled and arduously advanced against an African anthill, assiduously annihilating ant after ant, and afterward, Alex astonishingly accuses Albert as also accepting Africa’s antipodal ant annexation. Albert argumentatively answers at another apartment. Answers: ants are Ameisen. Ants are Ameisen ?
Hier in der Übertragung durch Jürg Laederach :
Am Anfang allen Anfangs Alex, Allen, an Alvas Arm. Ankunft Antibes, Aussichtsterrasse, alter Ankerplatz. Als Alvas Aussehen alle anzog, allerhand Anzügliches anregte, als Alex Abmahnungen ausstieß, als Allen ärgerlich atmete, artete alles auf Anhieb aus: Abermaliges abgedroschenes afrikanisches Amüsement … Achje. Auch argumentierten alle, alte angsterweckend angeschwollene afrikanische Armee avanciere, attackiere andauernd afrikanische Ameisenhügel, Ameise auf Ameise abschlachtend. Als Alex anschließend alte Ansichten abermals ausformulierte, amtierte ausgerechnet Albert als Angeschuldigter: angeklagt ausserordentlicher Akzeptanz aller Ameisen-Annexion, Ausführende: Antipoden. Anderes Apartment: Albert arbeitet ausbaufähige Antwort aus, argumentiert anti Armee. Antwort: Ameisen als ‘ants’. Ameisen als ‘ants’ ?
Zum Vergleich noch eine weitere Übersetzung , die , zitiert in “99 Arten” , von Hanna Muschg unternommen worden war :
Ausserdem Alva, attraktiv, anstössige Aufforderung an alle aufrechten Afrikaner, aufstachelnd andererseits auch allerlei analytisch aggressive Autoren-Antizipation. Autor A. arbeitet an Alva annäherungsweise, anatomisch, affirmativ, aberwitzig, aber auch anschaulich.
Dass hier kein loses Lettern- Spiel getrieben wird , sondern als konsequenter text- und sinngenerativer Faden sich quer durch Abishs Oeuvre spannt , weist Stefanie Leuenbergers äusserst aufmerksamer Aufsatz bemerkenswert nach : Das Hereinfunkeln des deutschen Begriffes in “ants are Ameisen” antizipiert gleich zu Beginn ein später im Verlauf der Ereignisse auftauchendes Buch über “Die Ratsame und Nützliche Ausrottung der Gefährlichen Afrikanischen Ameisen” . “Dieser Titel” , so Leuenberger ,
parallelisiert die Ameisen mit den Verfolgten der Shoah. Philippe Cantié hat darauf hingewiesen, dass die Ameisen im Text überall gegewärtig sind: Das Morphem ‘ant’ ist in Toponymen wie ‘Antibes’ enthalten, in den Substantiven ‘Ashanti’ und ‘antelopes’, in Verben und Adjektiven wie ‘antagonizing’ und ‘antipodal’, fungiert als Suffix (’arrogant’) oder erscheint in der Wortwurzel (’anthem’, ‘anthropologists’). Versteckt und doch anwesend, bilden die Ameisen den verborgenen Text des romans. Somit verbindet Abish das deutschsprachige Wort mit dem in Nachkriegsdeutschland verdrängten Teil der Vergangenheit, der besonders in Abishs Roman How German is it | Wie Deutsch Ist Es (1980) zum Thema werden sollte. In Alphabetical Africa sind es Hermann und Gustaf, Figuren, die Gewalt, Unersättlichkeit und Grössenwahn verkörpern, die das deutsche Wort mit sich bringen.
Hier die ent- sprechende und eindrücklich brutale Passage , die es wohl wert ist , in voller Länge abgetippt zu werden :
Gobbling gestopfte Gans, gobbling Gabelfrühstück, gobbling goulash, gobbling Geschwind, Gesundheit, Gesundheit, gobbling Gurken, Guggelhupf, Gash Gash, Gish Gish, groaming, grunting, also complaining, chewing Grune Bohnen, Geschmackssache, as Germany grows greater, Alarmed, Gabon grows addittional food for Gustaf, and Gustaf’s children, Gerda, Grete and Gerhard. Gifted Grösseres Germany consumes energy and guarantees greatness, get going, grow another Goethe, great guy, claims Gustaf, as all Grundig gramophones in Gabon, gently croon: Goethe, Goethe, Goethe.
Den “Goebbels” hört man – diesmal kommtentieren wir in|ad|ae|qu|at – in diesem radikal rhythmisierten Rap deutlich heraus , ohne dass dessen Name genannt zu werden brauchte . Auch steht die in der Figur Heinrich Himmlers versinnbildlichte germanische Gefrässigkeit assoziativ durchaus bei Fuss .
|||
HOW GERMAN
Von diesem Malstrom der abgründig kontaminierten Sprach- , Klang- , Assiziations- und Sinnbilder ist es nicht weit zu “How German is it | Wie Deutsch Ist Es“ ( 1979 | 1980 ) , wo aus beizenden Übertreibungen und Klischees eine Art Märklin- Szenario errichtet wird , welche das Land , seine Ungeister und Wiedergänger zum Kenntlichen entstellt .
Als just in der geschilderten süddeutschen [ „Würtenburg“ ] Propperkeit ( bis hin zum Heidegger’schen [ „Brumhold“ ] Todtnau und den überall vergrabenen Leichen ) aufgewachsener Zeitgenosse , gibt sich in|ad|ae|qu|at angesichts dieses persönlichen Grundbuches befangen und zitiert aus der in “99 Arten” abgedruckten Rezension Michael Krügers :
Es werden keine Antworten gegeben, sondern Fragen gestellt; Deutschland wird nicht der Prozess gemacht, sondern der Prozess, in dem Deutschland sich befindet, wird illustriert. ( … ) Die Frage, ob der von Walter Abish inszenierte Totentanz ein wahres Bild wiedergibt, ist sekundär gegenüber der Leistug selber: So klug, moralisch und witzig ist von deutschen Schriftstellern schon lange nicht mehr über Deutschland geschrieben worden.
Wirklich “witzig” vermochte in|ad|ae|at dieses ätzend präzise Panorama zwischen den Relikten des Zweiten Weltkriegs , der postwirtschaftwunderbaren Fussgängerzonen- , Kaufhaus- , Mustersiedlungs- Aufgeräumtheit und dem Deutschen Herbst nicht wirklich zu finden : Der Vater des RAF- Terroristen Christian Klar war der beürchtigt autoritäre Direktor des Kreisstadt- Gymnasiums und als Kinder sammelten wir Waffen und Munition aus zersprengten Bunkern . Ski- Stunden am Heideggerberg . Abish trift dies alles – trotz oder wegen manch grotesker Verfremdung – beängstigend genau .
|||
FELIX AUSTRIA
Aber auch Wien – Herkunftsort des Vertriebenen – kriegt auf allerlei kuriose Weisen sein irrwitziges Fett weg . In “99 Arten” beschäftigt sich Walter Vogl anhand der Story “Mehr über Georges” mit dem Wien- Bild des Autors .
Ort der Handlung : Kleinstadt Vienna , Maryland . Anlass : Feier zur xten Wiederkehr der Befreiung Wiens von der Türkenbelagerung . Kulisse : An allen Häusern und auf allen Plätzen die rotweissrote Fahne samt Doppeladler .
Zitat Abish :
In ihrem Eifer, ihrer Liebe zu Wien hatten die Bewohner des Städtchens (sogar) eine Kopie des Stephansdoms aufgestellt. Er war fünfmal kleiner als das Original, aber dreimal so gross wie der in Vienna, Maryland, 420 Einwohner.
Vogl analysiert das idiosynkratische Werk Walter Abishs – wir schreiben das Jahr 1983 – unter dem Aspekt postmoderner poetischer Verfahren :
Zwischen den Schwenks der erzählerischen Kamera ( … ) , dem Jonglieren mit immer schon vorgeprägten Fiktionen, blitzen eigentümlich verwischt und zweideutig die Sinnangebote unserer Kultur auf. Immer, wenn wir Abish auf ein bestimmtes Thema festgelegt zu haben glaubten, ist er uns auch schon wieder entwischt.
Dass Abish auch sich selbst – speziell das Selbst der Erinnerung – kontinuierlich entwischt , akzentuiert der glänzende Essay über “Abish und Proust” des amerikanischen Philologen Maarten van Delden .
Hier wird Abishs autobiographische Irritation “Double Vision : A Self-Portrait” ( 2004 ) in Relation gesetzt zu Prousts legendärer “Recherche” . In beiden Fällen entsteht eine charakteristische Diskordanz zwischen den Orten der Erinnerung und deren realer Gegenwart . Dabei tritt insbesondere “the disjunction between the utterly agreeable amtosphere of present- day Vienna and the flickering memories of the city’s Nazi past” zu Tage .
It is here that Abish most clearly employs the Proustian device of contrasting two visions – the child’s and the adult’s. Looking back upon his childhood, the author is clearly puzzled by his failure to comprehend the political events that led to his family being forced out of their Viennese home – and to the death of his father’s mother, sisters, and brother in the Nazi camps.
Grund für die Verkennung mag einerseits das Alter des damals Sechsjährigen gewesen sein , anderseits der Umstand , dass die Familie ein assimiliertes Leben führte und sich nicht unmittelbar als jüdisch empfand . Über die Deportation der väterlichen Angehörigen wurde en famille ebenso wenig gesprochen wie über deren Erschiessung bei Maly Trostinez . Erst angesicht der Fotos von zum Strassenbürsten gedemütigten Juden wird sich der Erzähler des unüberbrückbaren Grabens ziwschen subjektiver Erinnerung und rationaler Kenntnisnahme bewusst .
Poetologisch entsteht dadurch – bei Abish nicht minder als bei Proust – “a persistant narrative instability” , Resultat einer “epistomological orientation marked by doubt and uncertainty”.
Womit Walter Abishs in buchstäblichem Sinne zu verstehende Weltliteratur – vermutlich sogar contre coeur und trotz einiger Features des amerikanischen Postmodernism – wiederum inmitten der Wiener Schule des Wahrnehmungs- und Sprachzweifels angelangt wäre .
Bleibt nur zu hoffen , dass Unternehmungen wie dieser feine Digest zur deutschen Neuausgabe von “Wie Deutsch Ist Es” führen . Es muss ja nicht unbedingt wieder bei Suhrkamp sein …
|||
PRÄSENTATION & DISKUSSION
Dieses und anderes zu diskutieren , mag heute abend Gelegenheit sein , wenn Herausgeber Robert Leucht dieses exzellent edierte ( genaue Bio- und Bibliographie ) und vielfältig inspirierende Buch präsentiert .
- Zur Erinnerung : Buchhandlung phil , 1060 , Gumpendorfer Strasse 10 – 12 , 20 H .
- Zum Buch : Walter Abish . 99 Arten das Ich und die Welt zu erfinden – Materialien und Analysen , hg. von Robert Leucht – Weidle Verlag 2008
Mit Beiträgen von Jürgen Brôcan , Michael Krüger , Jürg Laederach , Robert Leucht , Stefanie Leuenberger , Sonja Osterwalder , Helmut Schödel , Janusz Semrau , Maarten van Delden , Walter Vogl , Paul West , Helmut Winter , Bio- und Bibliographie , in deutscher sowie in englischer Sprache –
|||
FURTHER READING
- Walter Abish @ Weidle- Verlag
- Walter Abish @ Urs Engeler Editor
- Walter Abish @ Short Story Criticism
- John Updike : Sentimental Re-Education – The cerebral experimentalist Walter Abish gets personal ( The New Yorker , 16. 2. 2004 )
- Walter Abish : How German Is It ( Blogging the Classics )
- Anderes Afrika , anderes Alphabet ( Karsten Kredel , taz , 12. 10. 2002 )
|||
KLANGAPPARAT
Einem neuen Sound- Überflieger gesteuert von Handen unseres Nachtflug- Piloten Tom Larson werden wir in|ad|ae|qu|at sicherlich nie die
Landeerlaubnis entziehen : Die gibt’s tax- und kerosinfrei im Abonnement bei Mixotic . Heute “Night Drive Music Labelmix Vol.2” . – Dank kraftvoll angedrehter Sequenzer- Propeller erhält sich die drängende Energie auch in den stilleren Schwebephasen . Gelegentliche Turbulenzen beim Spalten von Wolkenwänden sind ebenso systemisch wie die anschliessenden Klangfarb- und Harmonie- Lichtwechsel . Wählen Sie die Luftbrücke Ihres lustvollen Vertrauens . CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN .
|||
- von Christiane Zintzen
in in|ad|ae|qu|at
das grün in der stadt

das grün in der stadt ist dreckig legt es eine schmalspurmatte unters gebüsch
am asfalt daher und ein mal pro woche kommen die männer vom magistrat für den
müll um den containerplatz sucht jemand einen sitzplatz wenns heiß
ist am sperrsitz ists gut sitzen lernst serbisch und kroatisch sind
verschiedene sprachen lernst türkisch kein witz rauchen die kids von der hak
filterlos neben billasackerln lungert die große liebe mit red-bull
und cola und fischsemmerl mit viel ketchup kleben finger aber nie
die münder aneinander nicht untertags wippen die jeans an den hüften
und dolce & gabbana sagen höflich grüß-gott vorm grün im rücken der zaun
dazwischen gegen die hunde an der leine sollen sie ins sackerl scheißen
schläft ein sandler seinen rausch aus steigt ein anderer ins wasser vom gestrigen
regen haben sie eine vertiefung im asfalt gelassen die vollkoffer die städtischen
tauben gurren um einen brothaufen ghörn eh derschossen und füttern sie ratten
steht am schild die kids von der hak haben jetzt keine mittagspause
mehr raucht die rauschkugel allein den ersten tschik nach dem aufwachen
stinkt meterweit gegen den wind nach schweiß und urin
kommen die männer vom magistrat s ist heute ihr tag
- von Andrea Heinisch Glück
in Notizblog
czz / hab (6)
Am 13. Juli 2008 23:17 schrieb czz
nö , das mit den eulen nach athina war auf den verlag gemünzt und den tagblinden höhlenbrüter , welcher ( trotz zweier im hintersten griechenland verbrachter jahre : mit dem mini nach mykene ! ) das wappentier der fehlsichtigen legasthenikerin geblieben ist : zum mondenschein , werter hab , einen kurzen gruss aus einem langen tag der wenig erfreulichen steuerlichen bilanzierung der beiden zurückliegenden quartale –
aufregungen und harte unterhandlungen wg. möglichen wohnungswechsels gaben heute leider keine sekunde , die diskussion fortzusetzen , mir fiele da schon noch verschiedenstes ein . was ich vielleicht aber vorerst anregen möchte , wäre die sicherung von textauszügen aus dem Franzetti- ausgezeichneten text , welcher gestern ( staun ! staun ! ) im standard erschienen ist – – – da das blatt die artikel relativ schnell ins kostenpflichtige archiv absinken lässt , würde ich anregen , der poetologischen / literatur be Ver TRIEB lichen sommerakademie ein paar absätze des textes hinzuzufügen ! ich hänge ihn gleich hier ins mail und bin sehr neugierig , was der werte hab dazu sagen wird –
den sanften hint ( LINK ) zur (…) nehme ich wie das picasso- täubchen zart in die hohle hand , bevor ich jetzt nach 16 stunden endgültig vom sessel sinke –
dies nur als kurze NOTE des DA ( nicht fort ) mit herzlichem gruss und anschliessendem text –
best, czz
—
Am 14. Juli 2008 13:18 schrieb hab
wenn sie da auch darauf (…) anspielen: das kann ich ihnen gerne auch mal als leseex. zukommen lassen, zur beruhigung, wenn sie mögen …
herzlich
hab
—
Am 15. Juli 2008 11:32 schrieb czz
in diesen NOTWENDIG beruhigenden sinne , werter hab , würde ich gerne um ein „mängelexemplar“ , einen „remittenden“ bzw. um „bst. u. stockfl.“ leseexemplar ersuchen – mit sehr herzlichem gruss und dank und überhaupt verbleibend
Ihre derzeit etwas trostlose czz
(…)
p. s. wie wär’s mit einem adress- und büchertausch : ich kann Ihnen derzeit leider nur antiqitäten anbieten
—
Am 15. Juli 2008 11:50 schrieb hab
da hoffe ich doch, liebe czz, dass ich etwas trost spenden kann. ich schick das buch mal morgen (oder so) mit der schneckenpost raus. auf ihr u. angebot komm ich dann auch gern mal drauf zurück (wenn mir was einfällt) ….
so long & herzl.
hab
—
Am 23. August 2008 21:20 schrieb hab
da haben sie, liebe czz, mir aber eine schöne freude gemacht, als ich heute morgen meinen briefkasten leerte. herzlichen dank! für die dvd, die ich selbstverständlich wahrnehmen werde. (vielleicht nicht mehr heute oder die tage, aber bald. vielleicht darf ich da sogar mit einem screenshot und einer bemerkung oder einem zitat in der (…) aufwarten?). und sehr gefreut habe ich mich auch über ihre lektüre von dtmf. ihre treffenden beobachtungen (das ensemble der logiken und regeln, und die tropfenmetapher. das buch wäre dann ein kleiner schauer. oder eine art platzregen. vielleicht darf ich die auch verwenden? (hoffe, ich bin da nicht zu ungestüm)). und ja: in gewissem sinne handelt es sich ja bei vielen materialien ja auch um shortshortstories. quantitativ: sieht man dann wohl nur 1/14tel des ganzen komplexes … und die „gedanklichen fortsetzungen“ … da kann assoziation oft in die maximale breite gehen … also merci again, für die meldungen. im letzten satz ihres briefes sprechen sie über den angedeuteten DIALOG. ich hoffe, ich verstehe nicht falsch und es hängt mit der litblogs.net-rubrik „briefwechsel“ zusammen, die ich nun – schon etwas länger her – eingerichtet habe, worin aber noch nichts oder kaum zu finden. wir hatten ja schon diverse wechsel, u.a. getitelt mit „ON AIR!“, die ich mir schon in meine korrespondenzenMappe gelegt habe und die man startenderweise exzerpieren könnte und dort einstellen. exzerptmässig könnte ich mich daransetzen und einen vorschlag herausschneiden (oder möchten sie?). oder aber ich sitze gerade auf einem ganz anderen dampfer, einem schlauch oder meiner langen leitung. dann hoffe ich, sie entschuldigen und können mir auf die sprünge helfen ….
nun aber lasse ich sie wieder zurück zu ihren kartons. (oder haben sies schon überstanden? und die regale sind aufgebaut und bücher darinnen? seit meinem letzten umzug, letztes jahr, habe ich meine bücher nur noch in die regale geklatscht. der blätterzug entbehrt nun jeglicher ordnung. erstaunlicherweise kümmert mich das nicht mal mehr besonders. (wenn ich etwas finden will, find ichs dann auch, auf umwegen, irgendwann). früher hätte mir das keine ruhe gelassen. vielleicht werde ich ja, ganz gegen die natur, mit zunehmenden jahren immer unpedantischer … schön wärs) …
ihnen nun einen schönen samstagabend & mit herzlichen grüssen
hab
czz / hab (4)
Am 4. Juli 2008 10:55 schrieb czz
hatten Sie je daran gedacht , werter hab , die „konversationsbriefe“ über anwesende dieser seite handeln zu lassen ?! – Sie überraschen mich in einem , zwei , drei fort . aber es hat sich die beobachtung ja erst in jüngster zeit dafür ein wenig mehr geschärft , dass es und WIE es doch etliche interaktion zwischen den seitenteilnehmern gibt . und ja , nicht nur pötische wörter …
als element der PROZESSE wären die konversationen einerseits teil derselben , reflektierten diese hinwiederum : und selbstverständlich steckt ja ein jeder von uns in seinem eigenen ( ach , K. ) „process“ im blog wie im echtleben . werden also uns schon ein bisschen aus unseren fensterchen hinauslehnen müssen , um überhaupt gemeinsam prozessierliches zu eruieren .
Sie sind da womöglich einer der mittelpunkte , von dem die „konversationen“ sternförmig ausgehen , da Sie uns alle wohl besser kennen und beobachten als die jeweiligen einzelnen einander | untereinander .
und wenn an unser aller horizont ein ereignis der echtwelt wie ein siebentonner vorbeizieht , umso besser , dann kucken wir ihm nach und ratschen ….
aber ich denke Sie da wirklich ein wenig wie einen moderator ( überdeterminiert ) , da Sie sicher mit jedem litblogs- teilnehmer ein „thema“ haben . was hiesse , die grösste disclosure läge irgendwie doch bei Ihnen , wobei ich Sie selbstverständlich nicht zum ( horribile dictu ) „hölzchenwerfer“ degradiert wissen wollte .
trotzdem vermeine ich das glück und die mühen der moderation doch einigermassen zu kennen , wobei diejenige im radio und am veranstaltungstisch oft leichter von der hand / aus dem maul geht als die persönlichen ermunterungsbriefe im „Blog 4 Burma“- netzwerk . trotzdem ist gerade letzteres ein interessantes long- term- experiment : wie lange kann ich teilnehmenden motivieren , wieviel motivierendes feedback erhalte ich selbst zurück und es doch sehr interessant , welche persönlichen verwerfungen es innerhalb der letzten acht monate gab , und aber auch wie feine wechselreden hinter den kulissen sich langsam sehr ins echtleben ziehen in höchst freundlicher weise –
ende der ausschweifung . stop , schnitt , cut , werter hab , Frau löffler wird in zwei stunden vom österreichischen staat zur FRAU PROFESSOR feierlich ernannt und nachher sind zwei tage linz juryklausur –
ab- doch nicht ausschweifend herzlich ,
czz
– if ever – this is written to fit to print –
—
Am 4. Juli 2008 21:27 schrieb hab
ein zurückschweifen, liebe czz, ist das dann eine regression? ich bin jedenfalls immer erstaunt, wenn ich ihre rezensionen (wie gerade eben, heute abend – über die kurzeck-cds, in der nzz) lese, die ja stilistisch durchaus gebräuchlich (nzzig) sind, gegenüber dem czzigen, wie es mir in unseren unterhaltungen vorliegt. das. genau das meinte ich mit den vielstimmigkeiten, irgendwo oben …
(meinen sie, man könnte unseren kleinen thread hierzu, etwas redigiert und ge(…)rzt in den „briefwechsel“n verwenden, sozusagen als anschluss, und auch der phantasie verschiedener leute flügel zu verleihen … positives gabs ja dazu auch schon von (…), (…) und (…) … vielleicht wiederhole ich mich aber auch (auch so ne sache) … )
schönen abend, jedenfalls
hab
czz / hab (3)
Am 3. Juli 2008 09:49 schrieb czz
„aufzupimpen“ , werter hab , aus Ihrer hand …. es sei : freilich gebe ich wie stets die „energiefrage“ zu bedenken , will meinen : ein sorglicher briefwechsel , bei welchem es eben eher weniger um rasch rausgepumpte ressentiments , respektive : kommentare geht , bedarf der zeit und einiger konzentration . der briefdialog fordert und fördert im vergleich zu foren oder kommentaren doch ein wesentlich anderes committment und erlaubt eine differenziertheit , welche im ( anonymen ) polylog kaum möglich ist .
vor die wahl gestellt , diese überlegung jetzt als kommentar zu den „PROZESSEN / BRIEFWECHSEL“ zu posten oder direkt an das briefliche gegenüber , würde ich stets letzteres wählen . selbst wenn die sache nachher online gestellt würde .
vielleicht taugt ja der vergleich eines zwiegesprächs mit person X im café mit der situation im gasthaus mit einer grösseren runde , wo person X ebenfalls anwesend ist : im gasthaus sind mit die reibbeiwerte von lärm etc. zu hoch , um in jenen dichten dialog mit X treten zu können , welchen mir das zweiergespräch ermöglicht .
das würde in einem „für online“ verfassten briefwechseln nicht anders aussehen als bei einem studiogespräch , das ich mit einer person fürs radio führe : obwohl ich weiss , dass das nachher auf sendung geht oder sogar live , vermögen sich die sprecher aufgrund der kulisse einer gewissen intimität in hohem masse aufeinander / auf das gespräch zu konzentrieren .
und , pardon : es gibt kaum intimere räume als das radiostudio – in der hoffnung , mit meinen diversen metaphern ein paar positive sprachhandlungsspiele ver- und bestärkend beisteuern zu können
verbleibt herzlich , czz
—
Am 3. Juli 2008 20:05 schrieb hab
das bild eines studiogesprächs, liebe czz, gefällt mir ausserordentlich gut. denn so kann es auch gemeint sein. ein abgeschlossener raum in dem es stattfindet (also nicht live, aber das leben würde sich über den dialog mitteilen) und das dann versendet würde. als sendeprotokoll freilich. das finde ich prima. dass es sich wahrscheinlich nicht (nur) um „briefwechsel“ a la handke/kolleritsch oder musil/schnitzler handeln würde, läge allerdings auch in der natur der sache (also des mediums, besser: der neuen medien). eine leichte „nachbearbeitung“ (was man mit der schere ohnehin täte), fände ich, spräche auch gar nicht so gegen das konzept. ich denke da ohnehin eher an einen resonanzraum (studio), als eine philologisch exakte dokumentation. es würde sich also leicht ins fiktive biegen. aber warum auch nicht? hier müsste man weiter diskutieren. von (…) gabs übrigens auch eine positive resonanz. schön wärs allerdings, wenn es also postings gäbe (mit einer gewissen anzahl von repliken oder einer gewissen quantität von zeichen), die dann (und diese briefwechsel könnten ruhig exzerpte aus grösseren kontexten oder schamlos ausgefleischte threads sein) vielleicht über den titel etwas thematisch eingewiesen wären. schön wärs auch, wenn diese immer von unterschiedlichen beteiligten eingestellt werden würden, damit da keine monopole entstehen. und überhaupt: es könnten natürlich auch schriften sein, mit oder über personen, die vielleicht gar nichts mit der seite zu tun haben (das ist jetzt mal meine meinung), dessen inhalt auch nicht mal unbedingt etwas mit weblogs und betrieb und co. zu tun hätte, dessen inhalt einfach nur interessant und als „literarisch“ erachtet würde, sozusagen: diskurs spiegelt … soweit erst mal & merci für ihre antwort … herzlich, hab
Neuzugänge
Gerne möchten wir noch auf die jüngsten Bereicherungen von litblogs.net hinweisen. Neu dabei sind die Autorinnen und Autoren der Gruppe tage-bau und Marianne Büttikers Weblog con.tempo. Im freundlichen Einvernehmen mit Redaktion und Kuratorium weisen wir zusätzlich wöchentlich auf die Sendungen des Kunstradios hin.
czz / hab (2)
Am 2. Juli 2008 03:19 schrieb czz:
ich fürchte es ist doch so , werter hab , dass freie lektoren zu opfern der b’isierung kommen , insoferne – in der wiener praxis – sich die klassische aufgabenverteilung zwischen angestelltem institutspersonal und freien lektoren inzwischen in sein gegenteil verkehrt hat : galt es früher , dass profs und assistenten die basislehre ( grundstudium , einführungen , betreuung von diplomanden und dissertanden ) anboten , hat sich verteilungskampf inzwischen so ausgewirkt , dass wir freien die schulstunden von grundstudium bzw. die aufwändigen dipl. / diss. betreuungen durchführen sollen ( zu absurden gagen , wohlgemerkt ) , die assistenten und professoren sich dafür die „inhaltlichen“ , also für die eigene forschung fruchtbaren seminare und vorlesungen halten . hier in wien lief der kampf zwischen intern und extern besonders brutal , dann wurden unter einem neuen institutsvorstand rasch neue koalitionen und opportunismen geschmiedet , welche nach dessen plötzlichem selbstmord unter schauerlichen umständen zerbrachen .
nun aber besteht wieder ein bisschen auf vernunft durch die wahl eines respektierten , und nicht aus wiener ursumpf hervorgegangenen institusvorstandes . es ist dann halt eine frage der energie , ob man und wie hartnäckig man seine „inhaltlichen“ angebote betreibt , um alle paar jahre wieder mal zum zug zu kommen . ganz verschliessen möchte ich mich dem gedanken nicht : die arbeit mit den studierenden war stets äusserst inspirierend – –
zum thema ist übrigens gerade eine bemerkenswerte ( selbst- ) erklärung der freien lektoren aus kultur- und geisteeswissenschaften nachzulesen :
http://science.orf.at/science/news/151884
wir haben die (…) noch einmal unter ihrer alten adresse visitiert und Karl wird sich bei Ihnen dazu melden : grundsätzlich könnte man sich bei einem Tiddlywiki- System auf EINE seite doi beschränken , es sei denn , man wollte jede einzelne „registerkarte“ extra indizieren . angeblich kann auch die ISBN- nummmer als doi registriert werden . aber wie gesagt , mehr davon später von Karl .
ja, natürlich habe ich und mit freuden den appell zum 2. LESEZEICHEN erhalten und gehe noch mit den beschlussfassenden gremien zu rate , was denn wohl auszuwählen sei . vielleicht bleiben wir ja eh bei „klagenfurt“ , zu welchem Sie mir ein metonymisches stöckchen warfen –
hinsichtlich der litblogs : würden Sie sich einen intensiveren austausch untereinander wünschen ? – ich für meinen teil konzediere gerne , durch mailverkehr und materiallastigkeit meines eigenen werkelns die interaktion etwas zu vernachlässigen … aber auch das liesse sich ja wohl langsam und in zarten annäherungen ändern …
Sie melden , es gäbe im netzwerk gewissermassen eine vakanz . hmm, was oder wen könnte ich Ihnen da als performanten empfehlen : ich weiss nicht , ob foren wie (…) Ihnen geeignet erscheinen , der (…) nicht zu journalistisch , ob ein sympathisches französisches blog – lignes de fuite – in frage käme , und (…) – sehe ich mit erschrecken – will wieder einfach nur homepage sein . wer auch nicht einfach „nur“ nachrichten literarischer art durchgibt … so viele , merke ich eben , kenne ich da gar nicht , äusserst sympathisch und übersetzend an deutscher literatur interessiert ist auch der schwedische salongen von bodil zalesky . ob bonaventura nicht vielleicht ein bisschen aufgeblasen ist ? –
(…)
eigentlich traurig , merke ich eben , ist die bilanz !
dies mal zum Guten Morgen , zur guten Nacht –
auf weiteres herzlich , czz
—
Am 2. Juli 2008 09:01 schrieb hab
herzlichen dank für ihren ausführlichen brief, liebe czz, auf den ich heute (aus zeitgründen) leider nur kurz eingehen kann, aber sie haben mich da auf ideen gebracht … später einmal möchte ich noch ausführlicher werden, was bologna angeht und seine konsequenzen bis in die kleinsten äste (auf so einem hock ich gerade). und danke auch, dass sie (und herr karl) sich die BC noch mal angeschaut haben (wenngleich alte version, die neue, finale läuft ja dann unter (…))
zu ihren litblog-urls. ja, sie haben richtig geschaut. es gibt da nämlich gar nicht so viele, die da infrage kommen. und untige eher nicht, weil
(…) kein rss-feed. ausserdem, so denke ich, möchte man da wohl eher unter sich bleiben, wie ich einschätze, auch wenn es da einige abgänge gab. naja: und dort wohl eher etwas von einer kollektivpoetik, wo litblogs.net doch eher einzelpoetiken bündeln, präsentieren und ineinander schieben möchte. aber da ist sicher auch flexibiliät angesagt …
(…) hat manchmal was mit literatur zu tun. aber nicht immer. ist auch eher ein rezensionsrezensionsmedium. müsst ich mal mit mah besprechen
(…) leider frz., wo doch litblogs.net nur deutschsprachige lit anbietet
(…) schwedisch? s.o.
(…) reines rezensionsblog.
wir haben da noch andere im visier … aber: schau mer mal.
ich habe gerade aber auch noch eine andere idee gehabt, auf die sie mich brachten. man könnte, um die seite aufzupimpen (ja, sie lesen richtig, das wort wurde zum wort des jahres in der schweiz), da eigentlich noch brief- oder mailwechsel einstellen. in portiönchen. was meinen sie? gerade wie unseren? man müsste die vielleicht noch entschärfen mit „(…)“ an manchen stellen. wenns zu persönlich wird. oder personen diskreditiert würden. (man müsste sich da vielleicht auf einen kodex einigen, was geht). das ist jetzt nur so ne idee. man könnte das unter prozesse einstellen. oder eine neue kategorie „briefe“ aufmachen. somit entsteht weitere verwertung, wichtiger aber: ein kleines betriebsrauschen kommt hinzu. und „texte über“. das fänden sicher auch potentielle leserInnen interessant. vielleicht? … natürlich müsste ich das noch mit mah besprechen …
bin gespannt auf ihren gedanken, hierzu
hab
Marianne Büttiker

1963 in Olten/CH geboren. Einige Jahre als selbstständige Designerin und Kunstvermittlerin tätig. Heute Malerin mit dem Wohnort stets da, wo die Kunst hinführt. Realisiert Ausstellungen, Installationen und Filmprojekte und arbeitet an lyrischen Bild- und Satzpartituren über die Zeit.
Preise/ Ateliersstipendien, Atelieraufenthalte
2018
- Atelierresidenze Fundaziun Nairs, Scuol
- Atelierresidence Stiwio Maelor, Corris, Wels, Egland
2017
- Druckkostenbeitrag, Kanton Solothurn
- Atelierresidenze Fundaziun Nairs, Scuol
2016
- Atelierstipendium Paris, Kuratorium des Kanton Solothurns
- Druckkostenbeitrag, NAB Kulturstiftung, Aarau
2015
- Venedig, IT
2014
- Visarte Atelier Bick, San Abbondio, TI
2013
- Druckkostenbeitrag, Stadt Aarau
2007
- Atelierstipendium Genua / Italien, Kunstverein Olten und Kanton Solothurn
Publikationen
2018
- Schiffe werden hier landen und Möwen, natürlich Möwen, Verlag Edition buschö & Neue Galerie6
2017
- Nüüt ond anders Züüg, mit Andreas Neeser, Verlag Zytglogge
2016
- Raum, Zeit und Möwe, Verlag Edition buschö & Neue Galerie6
- Einfach Aarau, Verlag Buck-Edition, Bern, Textbeiträge zu den Perlen der Stadt
2015
- Neujahrsblätter, Aarau, Text und Bildbeiträge
2014
- Kein Schiff wird hier je landen, Verlag Buschö & Neue Galerie6, Aarau
- S wird nümme, wies nie gsi isch, mit Andreas Neeser, Verlag Zytglogge
Ginge die Zeit nicht, würde sie stehen bleiben. Was unterscheidet Deine Zeit von meiner Zeit? Vielleicht ihre Länge oder die Dauer oder die Anzahl der Gedanken? Vielleicht könnte ich es herausfinden, wenn wir tauschen würden und ich in Deiner Zeit und Du in meiner Zeit ein wenig spazieren gehen würdest. Vielleicht würdest Du ganz andere Dinge in meiner Zeit entdecken, wie ich es immer tue und ich Deine Zeit ganz anderes erleben, wie Du sie stets erlebst? Vielleicht sitzen auf Deinem Dach andere Tauben, wenn ich es als mein Dach betrachte und die Tauben als meine Tauben, obwohl sie in meiner Zeit auf dem selben Dach, nämlich dem Deinen, sitzen, während Du und Ich auf sie schauen und daran denken, dass wir unsere Zeit getauscht hätten.
Litblog / URL:
tempo.fugato
http://mariannebuettiker.ch/category/tempo-fugato/