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Lisa Spalt

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Lisa Spalt wurde 1970 geboren und lebt als halbfreie Autorin in Linz.
Die Feststellung als wackliger Sessel, auf den sie nichtsdestotrotz steigen muss, wenn sie Glühbirnen einschrauben will, ist das Thema ihres Blogs. Als Psittacos (griech. für Papagei), der unweigerlich an der Welt vorbeispricht, stellt sie Schnipsel ihrer literarischen und zeichnerischen Kartografierungsarbeit zur Diskussion. Jeden Tag hofft sie dabei, mit ihren Miniaturabbildern nicht unabsichtlich ins Schwarze zu treffen.

„Stell dir vor, du gehst in einen Gartensupermarkt und kaufst dir dort eine unbekannte Pflanze. Dann pickst du dir per Zufall eine Pflegeanleitung zu einer ganz anderen Pflanze aus einem Gartenbuch raus und wendest die falschen Anweisungen penibelst auf das gekaufte Wesen an. Wenn die Pflanze dann eingeht, sprichst du mit wissender Miene davon, dass sie an psychologischen Problemen gestorben ist, weil die Tatsache, dass du sie falsch gepflegt hast, ihr gezeigt hat, dass du sie nicht liebst: Liebe beruhe, so behauptest du strikt, auf dem Erkennen des / der Geliebten.“

Litblog / URL:
Psittacos
http://www.lisaspalt.info/psittacos/

Kurztitel & Kontexte bis 2017-02-18

Kurztitel & Kontexte bis 2017-02-11

Kurztitel & Kontexte bis 2017-02-04

Kurztitel & Kontexte bis 2017-01-28

Kurztitel & Kontexte bis 2017-01-21

Das Lesezeichen 04/2016 ist da!

 
Die Lesezeichen-Ausgabe 04/2016 erschien am 16. Januar 2017.

In dieser Ausgabe:

Gekenterte Boote und Glockenjungen, der Unterschied von Regen­- und Schnee­schir­men, Millenniumspatzen und Kettensägen, Lärchenschwämme und Minnesänger, Pferde in Wiesenträumen, Gabriela Mistral, Pablo Neruda und Antonio Skármeta, großformatige Ritter-Bilder und ein Baugerüst in Paris, Schweighöfer, Houellebecq, Bourdieu und Raoul Schrott, schlanke, androgyne, junge Männer und Frauen in Slim Jeans und T-Shirts mit sonderbaren Aufdrucken, zerbröselte Illusionen, Divertimentiuvm.

ZUM INHALT …

Inhalt 04/2016

Die Lesezeichen-Ausgabe 04/2016 erschien am 16. Januar 2017.

In dieser Ausgabe:

Gekenterte Boote und Glockenjungen, der Unterschied von Regen­- und Schnee­schir­men, Millenniumspatzen und Kettensägen, Lärchenschwämme und Minnesänger, Pferde in Wiesenträumen, Gabriela Mistral, Pablo Neruda und Antonio Skármeta, großformatige Ritter-Bilder und ein Baugerüst in Paris, Schweighöfer, Houellebecq, Bourdieu und Raoul Schrott, schlanke, androgyne, junge Männer und Frauen in Slim Jeans und T-Shirts mit sonderbaren Aufdrucken, zerbröselte Illusionen, Divertimenti … uvm.

INHALT:

Da draussen liebt dich niemand, da draussen wirst du nur gefeiert

„Und alle beglückwünschten mich. Das war der Durchbruch. Ich war die Königin der Welt.“

Sie hat geträumt, sie eröffne eine Ausstellung und alle sind gekommen. All die Großkopferten stehen in der Galerie herum und blicken bedeutungsvoll um sich und schlürfen Sekt und Champagner, alles, was Rang und Namen hat, klopft ihr auf die Schultern. Doch seltsam. Von ihren Leuten ist niemand da. Keine Freunde, niemand aus der Familie. Es sind nur fremde Besucher, die ihre Kunst feiern.

Es sind großformatige Ritter-Bilder.

„So etwas brauchen wir, genau so etwas“, lächelt der Kurator, „für unser neues Museum in Chicago.“

Als sie sich verzweifelt umblickt, auf der Suche nach einem vertrauten Gesicht, bemerkt sie, dass sie die Bilder an der Wand gar nicht kennt. Es sind überhaupt nicht ihre Bilder. Sie hat sie noch nie gesehen.

Kinder kommen auf sie zugelaufen.

„Was hast du für eine schöne Krone auf, Königin?“

Eine Krone? Ich war doch bloß beim Frisör, sagt sie, doch niemand hört hin.

Während sie weiterhin hofiert und gesalbt und beglückwünscht wird, versucht sie vergeblich, meine Schwester anzurufen, um sie zur Ausstellung einzuladen. Weil ja sonst niemand da ist, den sie kennt. Bis auf mich. Ich bin die ganze Zeit in ihrer Nähe, halte mich aber im Hintergrund, sage nichts.

„Hast du gesehen..? Das sind überhaupt nicht meine Bilder“, flüstert sie mir ins Ohr.

„Ja, aber es ist deine Krone“, sage ich.