Schlagwort-Archive: Prosa

Benjamin Stein

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Foto: Chris Janik (2011)

Geboren 1970 in Berlin (ehem. DDR), Studium der Judaistik und Hebraistik in Berlin, zunächst freier Autor, Journalist, später Redakteur bei und Korrespondent für diverse Computerzeitschriften in Deutschland und USA,heute selbständig als Berater im Bereich Data Mining und Qualitätsmanagement in Data Warehouses, verheiratet, zwei Kinder, lebt in München.

Veröffentlichungen von Lyrik und Kurzprosa seit 1982 in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien, „Der Libellenflügel“ (Roman, in Auszügen, 1989), „Yatir“ (Theaterstück, 1990), „Das Alphabet des Juda Liva“ (Roman, 1995 Ammann Verlag, 1998 dtv), „Die Leinwand“ (C.H. Beck 2010, übersetzt in bislang 8 Sprachen), „Replay“ (C.H. Beck 2012), div. Preise für Lyrik und Prosa (mehr). Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „spa_tien“.

die früheren frauen

in die blutkammer
neben die mutter gehängt
sind die früheren frauen nicht tot
ihr schweigen durchdringt
die wände des hauses
und sie klopfen noch immer
mit kühlen händen
in den rhythmus der tage hinein
manche stunde
gerät ins wanken
wenn das licht
günstig steht in einem
ihrer ab-
wesenden augen

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Turmsegler
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Andrea Heinisch-Glück

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Geboren 1959 in Wien, Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg, seit 1984 wieder in Wien – allerdings als begeisterte Zweitwohnsitzerin – zuerst viele Jahre in einem Weinviertler Presshaus, seit 2004 in einem alten Waldviertler Bauernhaus.

Kurzprosa, Lyrik. Veröffentlichungen seit 1997 in diversen Literaturzeitschrift in Österreich, Deutschland, Schweiz.

die stirnbind das auge das halstuch

weil du halsweh hast oder den schmerz in den augen vom hosentürl-offen / und das hirn glüht aus den ohren wie bei goofie oder war es / donald duck das ist so lang her verzeih doch die füß brechen unter / mir oder bist du es so schwer liegt satz um satz / ich sag stirn aug hals sag ich dir das knacks be die ohrknöchelchen fällt / wo ist die wollmütz zum aufsetz für solc he und plumps / fäll die stirnbind das aug das halstu sind ins aug gefall dass es trän / t unter dem blauen geweb aus schreck hab ich mir ein haus gebaut das / sich biegen und brechen möcht könn das biegt und bricht nich t ver / bogen ist s aber manch es mal wenn der schreck in s wassergla s gefallen i s t / unter die stirn unters aug in den hals das tut weh bis in den fu ß zipft der / reißverschluss zu klappt das aug ist ein end in sicht ist end lich schluss nicht / sein und gewesen sein: ja holt hals luft

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Hartmut Abendschein

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„Hartmut Abendschein (*1969): Aufgewachsen in der Nähe von Stuttgart, dort auch Buchhändler, Studium der Germanistik und Anglistik in Konstanz und Glasgow, wiss. Dokumentar in Köln, lebt und arbeitet in Bern. Zuletzt erschienen: Dranmor (2012). Schellendiskursli / Schellenexkursli (2013). Recycling Le Tour de France (2014). Flarf Disco. Popgedichte (2015). nicht begonnenes fortsetzen. Text, Kontur, Schatten (2017). Arbeitsfelder: Prosa, Konzeptuelle und Experimentelle Literatur, Korpuspoetische Verfahren, Literarische Weblogs, Hybrid Publishing.“

krokodile geister hardware
farben der lenkung
verstehe ich nicht
und auch nicht
das blasen im wind

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taberna kritika – kleine formen
http://www.abendschein.ch/taberna-kritika/