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Das Lesezeichen 02/2017 ist da!

 
Die Lesezeichen-Ausgabe 02/2017 erschien am 17. Juli 2017.

In dieser Ausgabe:

Schreibmaschinen und Senflichter, Hofmannsthals Spasmen, die Heebie Jeebies, tonnenschwere Jachten, kryptolyrische Eheversprechen, Joachim Fest gegen Ernst Bloch, Tim Renner und Chris Dercon, Gewinncodes, Rohrgedommel, eine Bergspiegelung im See, ein Großes Grünes Heupferd und die Köln-Bonner Stadtbahntrasse, Mallarmé und Käte Hamburgeruvm.

ZUM INHALT …

Inhalt 02/2017

Die Lesezeichen-Ausgabe 02/2017 erschien am 17. Juli 2017.

In dieser Ausgabe:

Schreibmaschinen und Senflichter, Hofmannsthals Spasmen, die Heebie Jeebies, tonnenschwere Jachten, kryptolyrische Eheversprechen, Joachim Fest gegen Ernst Bloch, Tim Renner und Chris Dercon, Gewinncodes, Rohrgedommel, eine Bergspiegelung im See, ein Großes Grünes Heupferd und die Köln-Bonner Stadtbahntrasse, Mallarmé und Käte Hamburger … uvm.

INHALT:

Die Volksbühne Berlin ist nun tot und Tim Renner ist auch irgendwie tot – das passt doch zusammen!

Gut ein Vierteljahr vor dem 2. Juli 2017, am 16. März, als die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin noch ein lebendiger kultureller Ort war und noch nicht Beute der internationalen High Society, goss, so wurde mir an diesem Abend in der Kantine der Volksbühne taufrisch berichtet, ein bekannter Schauspieler des Hauses einem gewissen, im Sternfoyer der Volksbühne sich aufhaltenden Tim Renner (SPD) Bier über den Kopf, verbunden mit der unmissverständlichen Aussage, er solle sich gefälligst in der Volksbühne nie wieder blicken lassen! Wahrscheinlich lief dazu die Musik von Rammstein. Diese Tat wurde, wie ich feststellen konnte, in der Folge ganz allgemein begrüßt. Jemand sagte lachend in der Kantine, Bier sei durchaus als Schädlingsbekämpfungsmittel geeignet, ein anderer gab eine Anekdote zum Besten über den Kampf gegen Kakerlaken in der Unterbühne, vor allem in alten Bühnenprospekten seien sie zu finden, und dann machte er noch mit den Fingernägeln dieses Geräusch nach, wenn man die Viecher zerknackt. Galgenhumor, keine Frage, denn der Schaden war ja schon angerichtet, die Volksbühne als einst von Arbeitern gegründetes Theater, als Stadttheater, als Bühne für das Volk, als Theater mit einem Ensemble, als Repertoiretheater war bereits der Vernichtung preisgegeben, eine nicht unbedingt einsame, vielmehr mit allerlei Köpfen abgestimmte Entscheidung jenes bedauernswerten Tim Renner in seiner Zeit als Kultursenator. Da kannste machen nix! Oder jedenfalls nix helfen das. Ein Nazi im Amt des Kultursenators hätte das nicht besser hingekriegt, denke ich mal, das Ausschalten freier künstlerischer Arbeit, das Inbetriebsetzen eines Veranstaltungsortes zwecks politisch folgenloser Bespaßung eines Eventpublikums – Chapeau, Herr Renner. Nun gut, vielleicht hätte der Nazi keine belgische Marionette als Intendant eingesetzt, sondern eine deutsche, kann schon sein, aber sonst … Ihresgleichen jedenfalls, Herr Renner, die international agierende Kulturschickeria, jubiliert => (der Link führt direkt zu dem Aufruf dieser Leute zur Unterstützung des nächsten Intendanten, Chris Dercon, und natürlich ist das Original in englischer Sprache abgefasst, klar, schließlich geht es ja um die Abwicklung eines deutschsprachigen Stadttheaters). Übrigens gab es auch krasse Kommentare zum Bierguss, die den Renner nicht nur als Schädling und Theaterzerstörer betitelt haben wollten, sondern ihm auch noch alles mögliche an den Hals wünschten, nicht zuletzt eine spezielle Behandlung, die man ihm gerne angedeihen lassen wolle … und so weiter und so weiter, Sie wissen schon, packt man Renner und Dercon in einen Sack … Geschenkt! Irgendwann sagte dann jemand mit allergrößter Ruhe und Überzeugung, der Renner sei für ihn gestorben und liege sozusagen klaftertief unter der Erde, und damit war das Thema an diesem Abend durch, Volksbühne bald tot, Renner tot, das schöne Wort „klaftertief“ mal wieder vernommen, am Tresen noch ein paar Bier geholt und weitergemacht …

Auch hier zu finden unter dem Titel „Die Volksbühne Berlin – Ruhe in Unfrieden!“, mitsamt einer Diskussion in Kommentaren.

Schlepsi

Du delirierst. Du schreibst: Jemand trinkt eine FLASCHE PEPSI. Du probierst: Jemand trinkt ein FLAPPES SCHLEPSI. Ja, Schlepsi könnte durchaus als Derivat von englisch «to schlep» / «schleppen» gesehen werden. Du googelst, um deine Ergebnisse wissenschaftlich zu überprüfen, und flapp, wieder einmal entdeckst du, dass das Netz einfach auf jede deiner Fragen eine Antwort hat: Der Firmensitz von Pepsi liegt, wie du erfährst, im lieblichen Purchase, zu Deutsch «Einkauf», wo sich 1990 auch APOLLO GLOBAL MANAGEMENTS angesiedelt hat. Niemand muss jetzt kapieren, dass du hier eben eine Anspielung auf den Gott der Dichtung platziert hast und diesen auf rotzige Weise mit dir selbst in Verbindung bringst. Das Netz versteht dich, zu 100 Prozent. Es kann jede deiner Regungen integrieren. Du loggst dich ein. Hallo, APOLLONIA. Es erscheinen die Aufrufe / Warnungen: ALL IN POOL oder OIL IN PO. Die Google-Suche nach dem Kunstwort «Schlepsi» spuckt eine Statistik-Rechenaufgabe aus, die Aufgabenstellung lautet folgendermaßen: Schlepsi hat mit ALUMINICorp einen Vertrag abgeschlossen, nach dem AluminiCorp spezielle Getränkedosen für eine Werbekampagne produzieren soll. 15 Prozent der Schlepsi-Dosen, die AluminiCorp herstellen wird, sollen mit der Aufschrift «You are a winner!» und mit einem Gewinncode bedruckt werden, mit dem der Gewinner online herausfinden kann, ob und was er gewonnen hat. Du sollst nun eine Zufallsstichprobe von 750 Dosen sammeln. Von diesen 750 Dosen sind 156 mit der Aufschrift und dem Gewinncode bedruckt. Konstruiere jetzt eine Menge usw.