Schlagwort-Archive: Blog

Jörg Meyer

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Geb. 1964 in Kiel, dort nie weg gekommen. Dipl.-Physiker, studierte auch Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Philosophie. Derzeitiger „Beruf“: Freier Kulturjournalist, seit 1996 „fester Freier“ im Kulturressort der „Kieler Nachrichten“ (www.kn-online.de), überdies „selbst und ständig“ tätig als Mediengestalter.

Literarische Veröffentlichungen v.a. im Internet: www.forum-der-13.de, www.tage-bau.de. 2000 (lange, bevor es Weblogs gab): „keine nacht für niemand“ (literarisches Internet-Tagebuch zum Jahrtausendwechsel – www.schwungkunst.de/hyper). 2001: 1. Preis des Kulturnetz Schleswig-Holstein für die Hypertext-Collage „MERz.Monstrum 2.0“ (www.schwungkunst.de/merz21). Aktuelle Texte unter http://oegyr.podspot.de und www.schwungkunst.de (und Links von dort).

so what

4

extemporiert das neue der wohnung.
der maler fragt, was er anstreichen soll.
hingegen meine streiche von anbeginn
in jedem vers.

dass nichts übrig bliebe,
dass die verdichtung einem absoluten nullpunkt
entgegen strebe, dass sie sich vernichte
ins nichts und also alles.

was wir ahnen, ist das nichts des lichts,
der schalter unten an der glühdirne,
vom herzschrittmacher durchschrittenes –
oder sagen wir: durchlittenes?

dies ist der vierte streich,
der dritte folgt sogleich
und zweitens war, als erstes
eben dies zu künden.

ich zähle rückwärts mit dem rücken
im gewand, dem schlaf- und arbeitsanzug,
den mir der nachmittag,
wenn es dämmert, anzieht.

und auszog, das fürchten zu lehren,
die stanzen der fruchtbarkeit:
je vier zeilen
in dreieinigkeit.

Litblogs / URL:
pödgyr
http://oegyr.podspot.de
schwungkunst
http://www.schwungkunst.de/

Chris Zintzen

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Im Duett mit Lukas Lauermann beim Art’s Birthday, ORF Kunstradio, Funkhaus, Januar 2015. Foto © Sabine Pichler

Chris Zintzen, Jg. 1966, Kulturwissenschafter, Autor in Wien. Journalist (NZZ, ORF). Forschung/ Publikationen zur Sozial-, Literatur-, Medien- und Diskursgeschichte, u. a. im Rahmen von Stipendien der Stadt Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 2001 bis 2014 Kurator und Producer der Reihe „Literatur als Radiokunst“ im ORF-Kunstradio. Fotografie, Audio, Video.
Vorangegangene Blogs (u.a.):
in|ad|ae|qu|at (zintzen.org, 2007-2015)
panAm-productions is another chapter of my blog-agenda. panAm-productions deals with structures of cognition and apperception by focusing on nature (photography) and by developing an immanent theory of MOTION as an instrument of perception and cognition. panAm-productions is strictly discursive, strictly documentary and strictly dedicated to permanent development | transformation | transition| progress of cognition and knowledge.
Warning: This is no party (Talking Heads). panAm-productions is NOT fiction. panAm-productions is NOT literature. panAm-productions is real.

 

Litblog / URL:
panAm productions

Rittiner & Gomez

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1960 Simplon CH

rittiner & gomez – Bildermacher / Logbuchschreiber
Stationen – Brig / Sion / Volare / Vevey / Bern / Hondrich Spiez
Arbeiten – Malerei / Sequenzielle Kunst / Comic / Zeichnungen / Malerei
Zusammenarbeit – Martin Loosli / Markus A. Hediger /
Mitglieder – Litblogs.net / Visarte

Publikationen
2008 – Spa_tien Nr. 5 Literarische Weblogs
2007 – Spa_tien Nr. 3 Illustrationen
2000 – Comic „Polenta“ (Volante Verlag)
1998 – Zuggeschichten, Text: Christine A. Jossen (Rotten Verlag)

Als Kind hatte ich über eine längere Zeit echt Verdauungsprobleme und Essstörungen. Die Sache war und ist die, dass auf unser wunderschönen Insel aus allem, was wir täglich unter mehr oder weniger grossen Anstrengungen aus unsern Körpern ins Klo befördern, Biogas entsteht, das dann in der Küche als Gas unser Essen und Trinken kocht, gart, brät, dämpft, schmort und so weiter … eine grässliche Vorstellung. Noch heute, wenn ich daran denke, wird mir fast übel. Nach langen Magen- und Darmkrämpfen und einer verzweifelten Nulldiät musste ich mich daran gewöhnen, dass alles, was meinen Körper passiert, wieder in unsern Küchen landet.

Litblog / URL:
logbuch isla volante
http://www.isla-volante.ch/

Andreas Louis Seyerlein

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Lebt und arbeitet
unterwegs und
auf Bäumen.

0 Uhr 25 – Da war ein sehr helles Propellergeräusch im Ohr, aber immer dann, wenn ich dieses Geräusch summieren wollte zu einem Geräusch hunderttausender Fliegentiere, hatte ich den Verdacht, dass mit meiner Erinnerung etwas nicht ganz in Ordnung sein könnte. Ein Schwarm der Ordnung Ephemeroptera ist in der Luft kaum zu vernehmen. Habe fünf oder sechs Schwarmerscheinungen beobachtet, sie sind lautlos wie wirbelnder Schnee. Und doch war da ein Ton, sobald eine Fliege dicht an meinem Ohr vorüber gekommen oder in nächster Nähe auf mir gelandet ist. – Ein zartes Klappern vielleicht? – Luftgeräuschworte erfinden.

Litblog / URL:
particles
http://andreas-louis-seyerlein.de/air

Helmut Schulze

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Geboren 1954 in Wittingen. Auf Umwegen über Handelsschule und Berufsausbildung als Industriekaufmann im Nachhinein auf dem zweiten Bildungsweg zum Abitur am Wolfsburg-Kolleg. Nach einem abgebrochenen Studium der Germanistik und Italianistik in Berlin Umzug nach Italien, wo er seitdem als Übersetzer von „Gebrauchstexten“ nunmehr in Umbrien lebt.

Kleine Auswahlbibliographie: alternarrtiv 000001, einzige Nr. einer Zeitschrift im Selbstverlag (1977); :“-:king!“- (ZT 4), in: Bargfelder Bote, Lfg. 50/Januar 1981; Gedichte und Texte in spa_tien 1, 3 und 5 (2006, 2007). Italienische Gedichte erschienen 2007 in: Toffia. Riviviamo il Centro Storico. Poesia in libertà. / Das Wesentliche aber ist im Internet veröffentlicht. Außer dem deutschen Blog (siehe unten) gibt es auch ein italienisches: http://terzariva.splinder.com.

hier
wo ich begeb‘
aller mimik mich
wird mund
nicht mir
nur dir
wird kund
was auf lippen dir
stund um stund
und je schon stand

Litblog / URL:
parallalie
http://parallalie.twoday.net

ab Februar 2018:
https://parallalie.de/

Benjamin Stein

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Foto: Chris Janik (2011)

Geboren 1970 in Berlin (ehem. DDR), Studium der Judaistik und Hebraistik in Berlin, zunächst freier Autor, Journalist, später Redakteur bei und Korrespondent für diverse Computerzeitschriften in Deutschland und USA,heute selbständig als Berater im Bereich Data Mining und Qualitätsmanagement in Data Warehouses, verheiratet, zwei Kinder, lebt in München.

Veröffentlichungen von Lyrik und Kurzprosa seit 1982 in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien, „Der Libellenflügel“ (Roman, in Auszügen, 1989), „Yatir“ (Theaterstück, 1990), „Das Alphabet des Juda Liva“ (Roman, 1995 Ammann Verlag, 1998 dtv), „Die Leinwand“ (C.H. Beck 2010, übersetzt in bislang 8 Sprachen), „Replay“ (C.H. Beck 2012), div. Preise für Lyrik und Prosa (mehr). Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „spa_tien“.

die früheren frauen

in die blutkammer
neben die mutter gehängt
sind die früheren frauen nicht tot
ihr schweigen durchdringt
die wände des hauses
und sie klopfen noch immer
mit kühlen händen
in den rhythmus der tage hinein
manche stunde
gerät ins wanken
wenn das licht
günstig steht in einem
ihrer ab-
wesenden augen

Litblog / URL:
Turmsegler
http://turmsegler.net

Ken Yamamoto

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Geboren 1977 in Paris. Abgebrochenes Studium der Kunstgeschichte, Archäologie u. Komparatistik. Zum Broterwerb zahlreiche Aushilfsjobs u.a. als Synchronsprecher, Fließbandarbeiter, Kurierfahrer, Büroangestellter, Ausstellungsführer und Regieassistent. Zur Zeit freier Autor, Literaturveranstalter und Workshopleiter in Mainz. Mitglied im Literaturbüro Mainz.

Zahlreiche Auftritte auf großen und kleinen deutschsprachigen Bühnen. 2007 Martha-Saalfeld-Förderpreis. 2008 Stipendiat der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. Publikation des Gedichtbandes „SKZZN“ voraussichtlich April 2008 bei James&Warrington.

déclaration

die mädchen schreiben liebesbriefe
die bänker schreiben rechnungen
die politessen schreiben strafzettel
die wissenschaftler schreiben lehrsätze
die richter schreiben urteile
die lebenden schreiben todesanzeigen
die journalisten schreiben schlagzeilen
die politiker schreiben gesetzesentwürfe
die beamten schreiben formulare
die analysten schreiben berichte
die upperclass schreibt partyeinladungen
die bewegungen schreiben manifeste
die gegner schreiben petitionen
wir schreiben gedichte

liebesbriefe
rechnungen
strafzettel
lehrsätze
urteile
todesanzeigen
schlagzeilen
gesetzesentwürfe
formulare
berichte
partyeinladungen
manifeste
petitionen
gedichte

Litblog / URL:
Ken Yamamoto – Lyrik und Spoken Word Poetry Blog
http://www.kenyamamoto.de/wordpress

Andrea Heinisch-Glück

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Geboren 1959 in Wien, Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg, seit 1984 wieder in Wien – allerdings als begeisterte Zweitwohnsitzerin – zuerst viele Jahre in einem Weinviertler Presshaus, seit 2004 in einem alten Waldviertler Bauernhaus.

Kurzprosa, Lyrik. Veröffentlichungen seit 1997 in diversen Literaturzeitschrift in Österreich, Deutschland, Schweiz.

die stirnbind das auge das halstuch

weil du halsweh hast oder den schmerz in den augen vom hosentürl-offen / und das hirn glüht aus den ohren wie bei goofie oder war es / donald duck das ist so lang her verzeih doch die füß brechen unter / mir oder bist du es so schwer liegt satz um satz / ich sag stirn aug hals sag ich dir das knacks be die ohrknöchelchen fällt / wo ist die wollmütz zum aufsetz für solc he und plumps / fäll die stirnbind das aug das halstu sind ins aug gefall dass es trän / t unter dem blauen geweb aus schreck hab ich mir ein haus gebaut das / sich biegen und brechen möcht könn das biegt und bricht nich t ver / bogen ist s aber manch es mal wenn der schreck in s wassergla s gefallen i s t / unter die stirn unters aug in den hals das tut weh bis in den fu ß zipft der / reißverschluss zu klappt das aug ist ein end in sicht ist end lich schluss nicht / sein und gewesen sein: ja holt hals luft

Litblog / URL:
NOTIZBLOG
http://ahg.twoday.net

Michael Perkampus

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Geboren 1969 im Fichtelgebirge. Sprachakteur.

Bibliographie (Auswahl): 1991 Equipe Propheta (Vermischte Schriften) Gideon-Verlag. 2007 Seelen am Ufer des Acheron (Roman) Edition Neue Moderne. 2007 Evolution der Unnahbarkeit (Die Gedichte 1986 – 2007) Edition Neue Moderne. 2008 Die Geschichte des Uhrenträgers (Erzählung) Edition Neue Moderne.
Sprechtheater: 2005 Ouroboros Stratum (Wortskulpturen). 2006 Timber (lyrisches Märchen). 2007 Die Gilde der peschwarzen Liebe. 2011 Guckkasten (Hörstücke) edition taberna kritika.

Das Wichtigste aber sind die ‚traumhaften Begebenheiten‘, die dem Dichter erscheinen. Eben: er denkt sie sich nicht aus. Sie sind ein jenseitiges Gespinst seiner Wahrnehmung.
Jedes Dichten ist erinnern, also: finden (auffinden, wiederfinden). Wie wenig ist das wert, wenn man keine Spache hat! Diese Sprache muß sich von jedem Vorwurf der Sprachkonvention freimachen, die ja nur zum beschreiben anhält. Nicht beschreiben sondern verdichten. In der eigenen Sprache sprechen, die wir nur in unseren Träumen lernen.

Litblog / URL:
Die Veranda
http://veranda.michaelperkampus.net/
GrammaTau
http://grammatau.blogspot.de/

Markus A. Hediger

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Wurde 1969 in Schaffhausen geboren, aufgewachsen ist er in Brasilien. Nach dem Abitur in São Paulo studierte er Germanistik und Theologie an der Universität Zürich. Danach verbrachte er einige lehrreiche Jahre in der Bank- und Versicherungsindustrie. Seit Ende 2007 lebt er in Rio de Janeiro, wo er als Übersetzer und Deutschlehrer tätig ist.

Er ist Mitbegründer und war bis 2008 Mitherausgeber von Litblogs.net. Publikationen: „urban studies“, mit Hartmut Abendschein und Carla Zacheu, edition taberna kritika, Bern 2007. „Krötenkarneval. Autobiographische Fiktionen“, Edition Neue Moderne, München 2008. „Das TamTam Grand Hotel. Eine Erzählung“, edition taberna kritika, Bern 2008

In einem Fotoapparat erkennen die meisten Menschen ein Instrument der Wahrheit. Ein Foto lügt nicht. Es hält nur fest, was an tatsächlich vorhandenem Licht auf die Linse trifft. Doch der Fotoapparat erfasst nie die ganze Wahrheit. Der Fotoapparat ist parteiisch und voreingenommen. Er steht immer auf einer Seite und hält von dieser auf etwas drauf. Das Licht, das von anderen Seiten einfällt, wird von ihm nicht erfasst. Auf dem entwickelten Foto ist es nicht nur unsichtbar, es ist verschwunden.
Nun mag der eine oder andere einwenden, der Fotoapparat sei zumindest hypothetisch in der Lage, alles zu sehen. Worauf ich nur entgegnen kann: Was der Schlafende sieht, sieht keine Kamera.

Litblog / URL:
Avenida Perdida
http://www.avenidaperdida.com/