Schlagwort-Archive: Rede

Expedition zur Rheinquelle (5)

Der Tomasee hatte bergumstanden-bergespiegelnd etwas religiöses, gar kirchliches, jedoch nicht von einem Ort der Einkehr, sondern eher von einer touristisch stark frequentierten Kathedrale, also außerhalb der Gottesdienst- bzw Zufluchtszeiten. Zwar verteilten sich die Pilger um den kathedralen See herum sehr ordentlich (wurden beim Umrunden hinter Steinen und in den Matten, bis fast hin zum Verschwinden, immer kleiner) und standen sich hauptsächlich beim Einstieg (in voller Größe) auf den Zehen herum, doch waren z.B. die Felsplatten, auf denen sich über den austretenden Fluß bewegen (oder sozusagen mitten in den Rhein setzen) ließ, stets von Neugierigen bevölkert, zumal wir feststellen durften, daß sie zu einem zweiten Aufstieg/Abstieg führten, als Teil eines Wanderwegs, den wir ungelenk ein paar Meter über ein kleines grobkörniges Schneefeld hinabschlidderten, dieweil der Rhein zu unsrer Linken mit lässigem Drang über den Schotter glitt. Der Blick fiel dabei aus dem engen Flußlauf hinab ins besonnte Tal. Da stellte sich ganz unvermittelt ein Gefühl ein von Aufbruch und In-die-Ferne-ziehn. Das Wasser dünkte uns ein gerade mündig gewordener Sohn, der sich nun davonmacht in die weite Welt. Schmerzlichkeit und gute Wünsche. Anteile von Erlösung. Das Wissen um das so unwahrscheinliche wie zwangsläufige Anschwellen dieses frischen Bächleins zu einem wallenden, tödlichen, industrieguttragenden Strom voller Schlamm, Geröll und Öl, seine Auflösung in der Nordsee und schließlich im Wasserkreislauf. Sein Aufblühen und Scheitern. Lebenswege, Energieerhaltungssätze. Dann wieder, mit um 180 Grad gewendetem Blick auf den ruhigen See, ging uns durch den Sinn, daß das Markieren eines Quellpunkts am ehesten wohl dem menschlichen Bedürfnis nach Handfestigkeit und Verläßlichkeit, auch nach Selbsttäuschung entspräche, daß wir stattdessen lieber die zwonhalb Schmelzbäche oberhalb des Tomasees als eigentliche Rheinquellen betrachten sollten und davon ausgehen, daß zu andern Jahreszeiten auch mehr als zwonhalb oder weniger als zwonhalb Schmelzbäche in den Tomasee hinbabfließen dürften, daß also die Quellen des Rheins unfaßbar oder nur efemer greifbar, besser durchgreifbar bleiben (eben so, als wolle man Wasser „für immer“ in der eigenen Faust einfangen), daß sie auftauchen und verschwinden ganz wie es ihnen beliebt, wenngleich dabei zunächst nur vom Vorderrhein die Rede wäre und nicht vom Hinterrhein, den es ja auch noch gibt und ohne den in Betracht zu ziehen ein Rheinquellenempfinden immer unvollständig bleiben wird, eben so, wie es nachher in TV-Dokumentationen manifestiert daherkommt, die stets den Tomasee als Rheinquelle ansteuern/anbieten, wohl weil dort immerhin ein hübscher See zu sehen ist, aus dem ein Bach austritt, ein Flüßchen, dieweil am Hinterrhein das Ansteuern der „Quelle“ vermutlich am Gelände scheitert, in dem der Weg versickert (in Geröll aufgeht), von dem also bis auf weiteres angenommen werden darf, daß auch seine Quelle beweglich sein könnte, in etwa so beweglich wie der Gletscher, der sie behaust. Die Geisterhaftigkeit unsichtbarer Quellen, ihre selbstmythisierende Geistigkeit. Animus, anima, animum. Kernschmelze. Welt aus Welt, Wasser aus Wasser. Strömen, Pulsen, In-sich-Tragen. Das Wasser, aus dem wir bestehen, polte sich an diesem Ort, so schiens uns, ständig um. Daß es vor der Existenz des Rheins einmal keinen Rhein gegeben habe und daß der Rhein erdgeschichtlich betrachtet ein äußerst junger Spund sei, ging uns durch den Sinn und die Erinnerung an die mit fassungslosem Schrecken geäußerten Worte einer gebildet wirkenden Dame im Regionalzug bei Unkel, daß der Rhein „einmal wieder weg sein könnte, stellen Sie sich das nur vor!“

Am Abend ging es nach Sedrun, die Expedition mit Tujetscher Capuns zu beschließen, sowie mit Blutzcher und Marenghin, zwei sursilvanischen Biersorten mit Namen wie aus einem Beckett-Drama. (Neben Blutzcher und Marenghin existiert noch eine dritte sursilvanisch-beckettsche Biersorte: Rensch; die reimarme Landschaft um das Wort Mensch ein wenig zu beleben.) Die Radiosender verkündeten den heißesten Tag des Schweizer Sommers und daß es angesichts dieser Tatsache nicht mehr hip sei, Spritz zu trinken, wie noch im letzten Jahr, sondern ein Getränk namens Gustav oder Oskar oder Pascal, jedenfalls eins mit einem recht beliebigen Namen. Am Nebentisch saß ein Herr, der zu seiner Haxe immer abwechselnd einen Schluck Bier und einen Schluck Rotwein trank, was er sich beides in Literstärke bringen ließ: auch ein originelles Trinkverhalten, das es vielleicht in sieben bis neun Jahren, wenn Hipness unhip geworden ist, zum Radio-Sommertip bringen wird. Hinter den südlichen Bergen, dort wo wir das Tessin vermuteten, grollten Gewitterdonner wie das Geröhre streunender Großkatzen. Es hätte uns nicht gewundert, wäre über den Graten eine schwarze Pantherwolke erschienen. Wir strichen noch ein wenig durchs Dorf, bestaunten die abstrakt wirkenden Aushänge und versorgten uns mit andutgels und Sedruner Käse. In der Sonne, in der Erinnerung und durch das Bierglas gefiel uns die Gegend der vergangenen Stunden so gut, daß wir nach vollbrachter Expedition beschlossen, einen weiteren Tag in der Surselva anzuhängen, um wenigstens noch eines ihrer geheimnisvollen Nebentäler zu erkunden. Zurück im Hotel, das plötzlich einen seiner zahlreichen Ruhetage feierte, aber dennoch von uns bewohnt werden durfte, besichtigten wir die Stube mit ihren sursilvanischen Geweihvorkommen, den wunderbaren Stichen des alten Tujetsch, auf denen Tschamut noch kleiner als heute wirkte (eine ziemlich unvorstellbare, dafür umso besser gestochene Szenerie) und den fatalistischen Gästebucheintrag eines unbekannten Reimfreundes: „Grau, grün & blau die Bergwelt war / auch im zweitausendzehner Jahr“ (Ende)

Das Höllental des Paradieses ODER Ein Samois im Libanon

Jamesville (1). Das Reise- und Arbeitsjournal des Mittwochs, dem 25. Juli, auf den Donnerstag, den 26. Juli 2012.


Lounge der Zedern, Beirut-Rafic Hariri Int Airport

7.26 Uhr:
[Maison Cattechnian, 3.]
Ich kann Ihnen keine Bilder einstellen, werde gleich erzählen, weshalb. Denn selbstverständlich habe ich welche gemacht, doch werde, wahrscheinlich bis zu meiner Rückkehr nach Berlin, nicht darauf zugreifen können. Das Bild hierüber, die berühmte Zedernlounge, fand ich im Netz. Auf das ich, unter Aufsicht aber, Zugriff habe. Auch dieser Text hier wird durch die Hand eines Zensors gehen, unter dessen oder der Aufsicht eines seiner Adjutanten ich ihn später einstellen darf. So wurde mir bedeutet.
Man spricht hier nur Arabisch und ein Französisch, das ich aber meist nicht verstehe. Nur der Mann, der mich in der Zedernlounge empfing, konnte Englisch. Der Gräfin ließ sich nicht sehen, es gibt auch keine weitere Botschaft von ihm. Eine letzte, wenn man so will, erreichte mich in einem der für ihn typischen kleinen Billet-Umschläge direkt am Counter von Tegel, wo es erst eine gelinge Unsicherheit gab, weil man meine Buchung nicht fand. Das System liest das abgekürzte „von“ mit dem Punkt nicht, so daß ich immer als Vribbentrop eingespeichert werde; das klärte sich dann schnell, weil ich diesen Umstand schon gewohnt bin, aber mich weigere, den Prädikatszusatz auszuschreiben. Sowas tut nur, und muß es, der Kaufadel. Ich meine, w e n n man mich schon unter meinem Herkunftsnamen einbucht und nicht dem, unter dem ich für gewöhnlich lebe und arbeite. Doch vielleicht, vermute ich, will Le Duchesse auf diese Weise wenigstens abstammungstechnisch Verbundenheit herstellen; irgend einen Narren scheint er an mir ja gefressen zu haben.
Na gut, nebensächlich.
Ich war überpünktlich am Flughafen, schon um acht, obwohl ich diesmal nicht viel Gepäck dabeihab; der Rucksack ist leicht. Sind ja nur fünf Tage, und meine Surfs hatten ergeben, daß es im Libanon, wie auch zu erwarten, warm sein würde. Gegen 14 Uhr stand ich dann auch in den Gängen des Rafic Hariri Airports, dessen wenn auch nicht ganz so riesige Anlage sich durchaus mit Frankfurtmains vergleichen läßt; was ich so ebenfalls erwartet hatte. Es galt nur noch, die Zedernlounge zu finden. Ich mußte meinen Reisepaß vorzeigen, um eingelassen zu werden, dann aber war das problemlos. Etwa eine halbe Stunde saß ich herum, knipste, was das Zeug hielt, notierte banale Auffälligkeiten.
Dann wurde ich angesprochen.
Ein sehr arabisch gefärbtes Englisch von einem Araber, Libanesen wahrscheinlich, im Business-Anzug, ein weltlicher, nach Geld wirkender, durchaus hochgewachsener Mann, glattrasiert, Brille, das kurzgehaltene dunkle Haar wich schon von der Stirn zurück. Immerhin sprach er mich als „Mister Herbst“ an, nannte mich zwischendurch aber immer mal wieder „Monsieur“. Er bitte dafür um Entschuldigung, daß er sich verspätet habe, „all the traffic“, „tra:fik“ sprach er das aus, ich möge ihm bitte folgen. Ich bemerkte sie sehr wohl, die beiden Gorilla, die uns – also, zu seinem Schutz, wohl ihm – folgten. Sie verstellten sich auch nicht sehr. Mein Eindruck ist, daß hier vieles ganz offen gehandhabt wird, aus dem man in Deutschland Gewese machte. Die Gegenwart von Gewalt, Bereitschaft zu Gewalt, und nicht nur aus jüngsthistorischen Gründen, ist direkt unter der Haut spürbar; im arabischen Raum begegnet mir das immer wieder. Ich bin darauf gefaßt. Nicht gefaßt war ich darauf, mitten im Libanon in ein Stück vergangenen Europas zurückgebracht zu werden. Das hat für mein Empfinden einiges von einer Zeitreise.
Man erklärt mir nichts, wenn ich frage, wird geschwiegen, doch immerhin gelächelt.
Draußen wartete eine Limousine; ich kenn mich mit Fahrzeugtypen nicht aus, aber es war ein BMW, in dessen Fonds ich gebeten wurde. Ich stieg ein, der Fahrer fuhr los, neben ihm Mr. Jamila, doch ich bekam von der Fahrt überhaupt keinen Eindruck, weil die Scheiben so abgedunkelt waren, hatte allerdings, als ich einstieg, im Augenwinkel den Eindruck, daß die beiden Gorillas in einen Wagen hinter uns stiegen, der uns wahrscheinlich folgte. Zu fotografieren wäre jedenfalls sinnlos gewesen. Auf völlig unspektakuläre Weise ließ man mich im Wortsinn im Dunklen darüber, wohin es eigentlich ging. Allerdings, wir hatten die Stadt längst verlassen, ja waren meinem Gefühl nach gar nicht erst in sie eingefahren, sondern auf einer, wahrscheinlich, Umgehungsautobahn um sie herum, – indessen, nach ziemlich genau anderthalb Stunden, machten wir eine Kaffee-, bzw, Teepause an einem Komplex aus Tankstelle und Rasthaus. Die Gorillas waren durch die offenen Scheiben des durchaus gut besuchten Restaurants nicht mehr zu sehen, aber es standen einige Wagen auf dem Parkplatz herum, in einem von denen sie gut und unauffällig hätten sitzen können. Jedenfalls bat mich Mr. Jamila, weiters in seinem arabisch prononzierten Englisch, um mein Ifönchen. Ich möchte bitte Verständnis haben… der Chip… Man werde mir das Gerät bei meiner Rückreise unangetastet zurückgeben.
Mehr erklärte er nicht. Ich hatte sofort das Bild aus Ramallah wieder vor Augen, als wir, eine Gruppe von Journalisten, Kulturanthropologen, Soziologen und ich, bei unserem Besuch Arafats ebenfalls die Handies abgeben mußten… da lagen sie dann, alle ausgeschaltet, in einem abgesperrten Vorraum in Reihe, zehn oder zwölf. So protestierte ich nicht, sondern reichte ihm das Telefonchen. Er steckte es, wobei er Dankesehr sagte, in die rechte Tasche seines dunkelanthrazitnen Jacketts.
Dann ging es weiter, ungefähr noch einmal anderthalb Stunden.
So daß ich am späten Nachmittag im Paradies war.
Ich stelle mir das so vor: Der Libanon war bis 1941 französisches Mandatsgebiet, das Französische hat nach wie vor, las ich, großen Einfluß, Beirut galt einmal als Paris des Ostens – warum sollte nicht in diesem – gemessen an den nur rund vier Millionen Einwohnern (Berlin allein hat dreieinhalb!) – riesigen Terrain, zumal hier in den Bergen, ein französischer Privatbesitz geblieben sein, eine Art persönliche Miniaturkolonie des Gräfins mit, wie ich fantasiere, ganz eigener Gesetzgebung, die feudale, nämlich monotheistische Grundzüge trägt, vielleicht nicht nur Gundzüge… – oh ja, wenn er das liest – und er wird es lesen, bevor ich es einstellen darf -, wird ihn das vergnügen! Aber man läßt mich auch wirklich mit meinen Spekulationen allein. Zu deren Eigenschaft gehört, daß ich nicht einmal sagen kann, wo genau dieses Besitztum liegt. (Zum Beispiel darf ich nicht googlen… ich solle es gar nicht erst versuchen, bedeutete mir Monsieur Jamil; Google maps, zum Beispiel, wär mir äußerst hilfreich. Nein, es solle, so Jamil, die geographische Lage Jamesvilles nicht bekannt werden, Monsieur Le Duchesse lege äußersten Wert darauf. Doch wenn ich mich an die Spielregeln hielte, wäre das ganz gewiß nicht von Nachteil für mich. Wobei er süffisant lächelte.)
Beschreiben darf ich die Liegenschaft aber.
Das Areal besteht aus viel Fels, die fünfsechs, deutlich europäisch wirkenden Gebäude, darunter eine Art Hazienda, liegen im Tal, das offenbar künstlich bewässert wird, denn es gibt einen höchstgepflegten Golfplatz. Es gibt sogar ein Wäldchen – sind das die berühmten Libanonzedern? Ich werde fragen. Eine agrarische Sektion, also eine Art Hof mit kleinen Traktoren, Stallungen vielleicht (Pferde? aber ich sah noch keines), doch nur wenige Menschen waren bisher zu sehen; hin und wieder ging ein Araber den Weg entlang, das sah aber nicht wirklich so aus, als hätte er etwas arbeiten wollen oder gar müssen. Den rechten Hang hinan noch ein paar flache Würfelhäuser, eines hat ein niedriges Minarett – rechts, das ist, dem Sonnenstand nach zu schätzen, Westen. Gesindeewohnungen also?
Doch stimmt nicht, was ich eben schrieb. Ich sah andere Menschen, einige, aber eben erst abends, hier. Denn – es gibt das Frauenhaus. Nur will ich nichts vorwegnehmen, sondern in der Chronologie meiner Wahrnehmung bleiben, der meiner Reise und Ankunft.

In einem zweistöckigen Haus bin ich untergebracht, das man eine Villa nennen könnte, wäre es nicht aus grauen, fast groben Steinen errichtet und machte ebenfalls einen bäurischen, aber europäischen, nordeuropäischen Eindruck. Das aber nur außen. Die Innenausstattung ist geradezu liebevoll und sehr durchdacht, zugleich auf bestem technologischen, will sagen: auch hygienischen Stand, wobei die untere Etage aus einem einzigen Raum besteht, einer Wohnlandschaft, würde Schöner Wohnen das nennen; Küche integriert (nur woher nimmt man die Ingredenzien, um zu kochen? sieht alles komplett unbenutzt aus), die sogar zwei Herde hat: einer wird mit Elektrizität, der andere mit Gas betrieben; acht (!) Flammenstellen insgesamt. Der Wohnbereich selbst tatsächlich pseudokolonial: dunkel gebeizter Bambus: Tische, Stühle, sogar die Schränke. Teppiche auf den Böden: ich mag gar nicht mehr anders, als barfuß zu gehen… seit ich‘s gestern abend zum ersten Mal tat. Man macht sich keine Vorstellung von dieser Weichheit unter den Sohlen. Man könnte auf diesen Teppichen schlafen. Vielleicht werde ich das in einer der kommenden Nächte auch tun: mir einen Teppich auf die Terrasse ziehen, dort mich legen unter das Sternenzelt. – Es war eine spektakuläre Nacht, gestern, als ich hinauf ins All geschaut habe und „Schöpfung“ denken mußte –

Doch, wie geschrieben, der Reihe nach –

Das Abendessen war, ohne daß ich jemanden sah außer Jamil, in der Hazienda aufgetragen worden, es stand alles schon bereit, und ich blieb, nachdem Jamil wieder gegangen war, ganz für mich allein. Aß, trank, sann erneut darüber nach, was mit der Prüfung gemeint sein könne, der ich mich zu unterziehen hätte – darüber hob sich der Vorhang aber erst spät, fast schon zu Mitternacht, nachdem ich noch einen kleinen Gang über das Gelände unternommen hatte, dessen teils Kies-, teils Sandwege von Laternen erleuchtet sind, sowie die Dämmerung einsetzt. Es war da fast völlig Stille, von Schreien von, wahrscheinlich, Tieren abgesehen, die aus der Ferne kamen, in der Ferne auch blieben, aber sich im Echo der Berge verstärkten.
So kehrte ich denn in meine Bleibe zurück. Die Häuser sind nicht verschlossen, die Türen haben gar keine, auch nicht der Hazienda, Schlösser. Insgesamt ist das Gelände ungesichert, sofern es nicht, was ich vermute, bewaffnete Wachen gibt, in Unterständen. Aber, sozusagen, „nach außen“ wirkt es vollendet friedlich.
Ich setzte mich an den großen Bambustisch, hatte schon, als ich mich einquartierte, die mitgenommenen Argo-Seiten herausgelegt, dazu den Bleistiftstummel, Radierer, Highliner, Lineal, und weil es hier absolut keine Unterhaltungsgerätschaft gibt, weder ein Radio noch einen Fernseher, wirklich gar nichts, auch keinen CD-Player, keine Boxen – ich habe auch nirgendwo, auch nicht in der Hazienda, eine Zeitung gesehen, – weil dem so war, dachte ich, vielleicht noch eine Seite durchzukorrigieren, konnte mich aber nicht konzentrieren und ging ins obere Stockwerk, um mich zu duschen und dann schlafenzulegen.
Als es klopfte.
„Ja bitte?“
In der Tür stand eine höchstens sechzehnjährige Frau mit einem so anrührenden Lächeln, daß ich sie wie eine Erscheinung ansah, und bat mich mit ihrer hohen, aber in keiner Weise flachen Stimme, ihr zu folgen – zumal in völlig akzentfreiem Deutsch.
„Jetzt?“
„Jetzt.“ Das war sehr entschieden.

(Oh, ich soll unterbrechen. – Jamil.
Netzzeit sei nur von von halb elf bis elf. – Ich melde mich später wieder. Libanonzeit ist der unseren eine Stunde voraus. Hatte ich ganz vergessen.)

>>>> Jamesville/Dschanna 2
Der A n l a ß <<<<

Kurztitel & Kontexte bis 2012-09-16

  • in|ad|ae|qu|at » Salon Littéraire | Leopold Federmair : Der Wettstreit http://t.co/PTmYTUOb Sep 16, 2012
  • pödgyr » septemberränder: 15 http://t.co/t7fk1kHK Sep 16, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » sprachwanderung http://t.co/OahDsXE1 Sep 16, 2012
  • Verbotene Zone » No title http://t.co/2OkJkc51 Sep 15, 2012
  • Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » Geiern http://t.co/WIdWGkoW Sep 15, 2012
  • e.a.richter » o-37 DER SOGENANNTE HERR HELL http://t.co/smyHWZus Sep 15, 2012
  • Die Veranda » Babellens Takt http://t.co/E1B31xlv Sep 15, 2012
  • der goldene fisch » Gerald Koll : Zazen-Sesshin (37) http://t.co/cWqoTFTW Sep 15, 2012
  • Gleisbauarbeiten » „The womb is the tomb“… http://t.co/r60Vj9Fi Sep 15, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » I play lightly. James Joyce: Giaco… http://t.co/LE9WKVMp Sep 15, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » @etkbooks twitterweek (20120915) http://t.co/BdkcmIkv Sep 15, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Geruch nach Replikanten. Das Arbei… http://t.co/yJcCcHK4 Sep 15, 2012
  • isla volante » ComicCollab #11 : 15.09.2022 http://t.co/7GcdQupP Sep 15, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » MELDUNG : ameisengesellschaft ln – 788 http://t.co/4JkWBicH Sep 15, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » The non-existent http://t.co/mrY5kGEV Sep 15, 2012
  • pödgyr » septemberränder: 14 http://t.co/4IRnoJka Sep 15, 2012
  • Matthias Kehles Lyrik-Blog » Gedicht des Tages bei Hugendubel http://t.co/4SdoHdaI Sep 14, 2012
  • rheinsein » Das Kindlein von Pfäfers http://t.co/W3tFHV8s Sep 14, 2012
  • Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » Lebensweisen und Binsen (I): Alles dreht sich, doch man steigt nie ein … http://t.co/NjKpqGf9 Sep 14, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Neues vom Schaf http://t.co/64VjFBnl Sep 14, 2012
  • Die Veranda » Esrabella II http://t.co/GqQC6fNE Sep 14, 2012
  • Studio Glumm » Manchmal möchte ich ein Auto sein, manchmal möchte ich eine Leiche im Wald finden. Das ist ganz v… http://t.co/OrWvUlO8 Sep 14, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » A skirt caught back. James Joyce: … http://t.co/93GtU6Zb Sep 14, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 13.9.2012. http://t.co/9aXZopOH Sep 14, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Solche Harmonien, die uns betten. … http://t.co/FEWuLKBW Sep 14, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » versuchsanordnung http://t.co/mxZ8k5cf Sep 14, 2012
  • Gleisbauarbeiten » NATRIX („Verbinde dich mit meiner Gier“) http://t.co/MFngCos7 Sep 14, 2012
  • pödgyr » septemberränder: 13 http://t.co/EyEwe0KE Sep 14, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » Twitter Week vom 2012-09-13 http://t.co/labZNo42 Sep 13, 2012
  • Verbotene Zone » No title http://t.co/bFgkrTYW Sep 13, 2012
  • Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » O. Dysses & U. Lysses & O. Gott http://t.co/KgZUvFZg Sep 13, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Aneinander gebunden (Entwurf). http://t.co/EFNiIFAu Sep 13, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 12.9.2012. http://t.co/gbAiXd6k Sep 13, 2012
  • 500beine » Die Gräfin, sie spricht es aus, und ich bin in der Nähe (2) http://t.co/EG98fN35 Sep 13, 2012
  • e.a.richter » O-35 WETTERMÄSSIG http://t.co/IzIiVlkA Sep 13, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » She Listens. James Joyce: Giacomo … http://t.co/K2Tk8Qkt Sep 13, 2012
  • Gleisbauarbeiten » Todtraurig bin ich nie…(aber traurig) http://t.co/QSHNMmGS Sep 13, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » Blatt 11 (sündige Materie in euch) http://t.co/YFEXYJXE Sep 13, 2012
  • isla volante » borges und die möwe http://t.co/b5ZjUCPE Sep 13, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » __________________________________… http://t.co/Oknnkcxb Sep 13, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » quallenuhr http://t.co/CdrYXoHx Sep 13, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » Mississippi River Road 15 | Von Kopf bis Fuss auf Tennessee eingestellt : Reise, Tag 10 http://t.co/THrNcFRI Sep 13, 2012
  • pödgyr » septemberränder: 12 http://t.co/NM6wkuXQ Sep 13, 2012
  • Verbotene Zone » No title http://t.co/n2QjTb3t Sep 13, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » menschen in gefahr / amnesty international : urgent action – IRAN http://t.co/RZEkGAbj Sep 12, 2012
  • Studio Glumm » Wann ist dein Buch denn fertig? http://t.co/zDkxLbIk Sep 12, 2012
  • Gleisbauarbeiten » Was hat Judith Butler in der Paulskirche eigentlich gesagt? http://t.co/saUHhgjA Sep 12, 2012
  • rheinsein » Rheinische Tierwelt (14) http://t.co/i5Fi2fGC Sep 12, 2012
  • Sein Freund Glumm » Schweres Desinteresse http://t.co/i7q0p80z Sep 12, 2012
  • rheinsein » warum macht man denn mit dem Rhein so viel Musik? http://t.co/9KQZrmKW Sep 12, 2012
  • Dein Freund Glumm » Querfeldein im Blutpark Mensch http://t.co/vsJwfJpt Sep 12, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » The Italian Gentlemen Were Right. … http://t.co/bJLnUIYS Sep 12, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Heute leider kein… http://t.co/QXtamzLd Sep 12, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » 022 http://t.co/uwc8ipD6 Sep 12, 2012
  • isla volante » isla volante im comix 08 2012 http://t.co/BruXhm6i Sep 12, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Der Anagnorisis Geschenk im Schlaf… http://t.co/E1RmbcuS Sep 12, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 11.9.2012. http://t.co/IFBwSQ5V Sep 12, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Der Seelen Wiedererkennen in den K… http://t.co/ovDB8TnC Sep 12, 2012
  • Gleisbauarbeiten » No shelter, but still beguiled http://t.co/ZNIs14Mj Sep 12, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » angmagssalik http://t.co/a1haIFpY Sep 11, 2012
  • pödgyr » septemberränder: 11 http://t.co/55238h4K Sep 11, 2012
  • Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » Mit dem zweiten Blick ist’s komischer http://t.co/d2knuN1I Sep 11, 2012
  • Ze Zurrealism Itzelf » Ich esse ziemlich häufig, fällt mir auf, seit der Nachbar mich dabei beobachtet; er begle… http://t.co/xshdxWO3 Sep 11, 2012
  • Gleisbauarbeiten » GERÜCHTE („Ist der Weltgeist Waffenhändler?“) http://t.co/d1xQEA5E Sep 11, 2012
  • e.a.richter » o-34 GELIEBTE http://t.co/SzW6rRJa Sep 11, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Zwischenstand http://t.co/CdrpJAzA Sep 11, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Owl‘s Wisdom. James Joyce: Giacomo… http://t.co/AvxTUWaf Sep 11, 2012
  • Verbotene Zone » No title http://t.co/y8Lk6gzM Sep 11, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » 2089 http://t.co/cMvVuz0M Sep 11, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » Flooksbooks #55-#80 (Ausstellungseröffung in Köln) http://t.co/s11ig29L Sep 11, 2012
  • der goldene fisch » Carsten Zimmermann : berliner pyramide http://t.co/r4SSdMQY Sep 11, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Zorn und Zartheit. Jörg Meyer über… http://t.co/1cq3sDA9 Sep 11, 2012
  • isla volante » immer noch da http://t.co/0inONtvu Sep 11, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 10.9.2012. http://t.co/yDLXq22k Sep 11, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Momentan mutlos. Das Arbeitsjourna… http://t.co/o3vVhfWK Sep 11, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » eine vorwärts funkende spieldose : ping ping ping http://t.co/h68JW7Rh Sep 11, 2012
  • Gleisbauarbeiten » WA(H)REN FETISCHISMUS („Es wimmelt….“) http://t.co/FjDcaPCK Sep 11, 2012
  • pödgyr » septemberränder: 10 http://t.co/2B3X5tXI Sep 11, 2012
  • Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » Schreiben ist eine einsame Insel http://t.co/T3mNIBQZ Sep 10, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » Mississippi River Road 14 | The In Between : Reise, Tag 9 http://t.co/8TCG8G7D Sep 10, 2012
  • Gleisbauarbeiten » Heute Abend in Frankfurt: ABC DES GUTEN LEBENS http://t.co/L1KDU5Dv Sep 10, 2012
  • der goldene fisch » Hans Thill : Crazy Horses (für Hanns Grössel) 9 http://t.co/UHHrmUjQ Sep 10, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Apace, apace, apace – . James Joyc… http://t.co/qPAm9tQ8 Sep 10, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Spuren hinterlassen, 5 http://t.co/TLoD6k6i Sep 10, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Leos Carax: Holy Motors ODER Kein … http://t.co/IhXH7QKM Sep 10, 2012
  • http://t.co/4AWzmiTK weekly wurde gerade veröffentlicht! http://t.co/2goRQnEQ Sep 10, 2012
  • isla volante » start http://t.co/hXvQbY6E Sep 10, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » 07 (#ichmachwasmitzeichen) http://t.co/r2q1sZW7 Sep 10, 2012
  • Gleisbauarbeiten » DUMME HIRNE: „Geht wandern!“ http://t.co/HrIfuQCM Sep 10, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » mr. munki http://t.co/NQCbCyaB Sep 10, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Heilige Motoren, nämlich darinnen … http://t.co/x5ptOIHv Sep 10, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 8. & 9.9.2012. http://t.co/u83t451b Sep 10, 2012
  • Verbotene Zone » No title http://t.co/JSWGWrU4 Sep 10, 2012
  • pödgyr » septemberränder: 9 http://t.co/gXu6Rq62 Sep 09, 2012
  • Verbotene Zone » No title http://t.co/7Mz5cTmh Sep 09, 2012
  • Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » Historisch oder nicht historisch, das ist hier die Frage http://t.co/s5p6Wt6O Sep 09, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » =========== http://t.co/LpXi2CX4 Sep 09, 2012
  • Gleisbauarbeiten » DIE GESTE DES ZWEIFELS (Fotographieren) http://t.co/eyT1eXZY Sep 09, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Holy Motors http://t.co/VQlxUOG1 Sep 09, 2012
  • der goldene fisch » Gerald Koll : Zazen-Sesshin (36) http://t.co/eMNElQWR Sep 09, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Great Bows. James Joyce: Giacomo J… http://t.co/9EaGZwm3 Sep 09, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Zwischenrede: HS an ANH. James Joy… http://t.co/ge8EWYiQ Sep 09, 2012

Montag, 28. Mai 2012

Die Gedanken eines ganzen Tages aufzuschreiben, auch die Eindrücke, angefangen mit den optischen Sensationen einer moosbewachsenen Mauern, bis hin zu den Falten der Menschen, die mir auf den Straßen entgegen liefen; jede Gefühlsregung, von dem unkonkreten Dunst des erwachenden Ichs am Morgen, bis hin zu dem unwesentlichen Panikanfall am Seeufer, weil ein leichter aber unmittelbarer Schmerz vom Solarplexus aus die untersten Rippen entlang fuhr; jeden noch so kleinsten Gedanken – zum Beispiel den, dass Christoph Schlingensief bald vergessen sein wird, vergessener noch als die zahllosen Schriftsteller, deren vergilbte und angeschlagenen Bücher man in den Grabbelkisten der Flohmärkte finden kann (habe ich diesen Namen schon einmal gelesen? A.J. Cronin? Ach, ja, der stand bei meiner Mutter im Bücherregal, in den siebziger Jahren, und ich habe demletzt auch wieder seinen Namen gelesen, in der Bestsellerliste eines Spiegel-Heftes, das mir zusammen mit anderen von einer Nachbarin geschenkt wurde, weil sie wusste, dass ich diese Hefte gerne zur Recherche für meinen Roman nutze; sie hatte sie auf dem Speicher ihres verstorbenen Vaters gefunden, so sagte sie, aber die Hefte stanken alle nach dem Moder eines Kellers, und so lagere ich sie seither auf dem Balkon, blättere ab und an eines durch, staune über die Jugendbildnisse so manchen Schriftstellers, lese die Bestsellerliste und stelle fest, dass auch vor dreißig, vierzig Jahren vor allem Schund gekauft wurde, sitze auf dem Balkon, trinke ein Glas Wein, rauche eine Zigarette und denke nach, versuche das Denken zu beobachten, nehme mir vor, später am Schreibtisch diesen Gedanken noch einmal nachzuhängen, denke an all die Einzelheiten, die Sensationen des Tages, vergesse sie wieder, schlage das Heft zu), will also die Gedanken eines einzigen Tages aufschreiben, zum Beispiel, dass mir wieder der Tod durch den Kopf gegangen ist (nein, nicht dass ich an den Tod gedacht habe, sondern dass er mir durch den Kopf gegangen ist, mit seinen schweren Stiefeln, in dem Moment, als mich dieser fremde Schmerz anfiel, der vom Solarplexus aus… und die Panik, eine leichte Panik nur, die ich schon so genau kenne, wie einen alten Freund, ohne dass wir je Freunde geworden wären, die Panik und ich, die einfach nur mein strenger Begleiter ist), all diese Gedanken also fassen zu können, das wäre ein Kunstwerk, das wäre Leben.
 
Stattdessen hechele ich ihnen hinterher, ein dünner ausgetrockneter Hund, auf den Pfaden, auf den Fäden der Zeit, der Nornen. Ich spinne ja nur, und wickele doch nur die Gedanken des Momentes auf, der jetzt, ich weiß es ja schon, vorbei ist, und nur eine Spur, eine Fährte von Pan hinterlässt.
 
Dabei war der Tag sehr schon, wenn auch der Körper die meiste Zeit nicht fröhlich sein wollte, der Geist war es schon, als ich mit meiner Familie am Schlachtensee war, meinen Sohn beobachtete, der in einer kleinen, kühlen Bucht baden ging, mit seiner Schaufel Schlick aus dem Wasser schippte, dessen Schwimmflügel orangefarben leuchteten vor dem glitzernden Wasser des Sees, auf dem die Ruderboote entlang trieben, oder mit in die Wasseroberfläche einschneidenden Rudern voran getrieben wurden (die aufstiebenden Wassertropfen, die Sonne halb hinter den Wolken, das andere Ufer mit den winzigen Badegästen). Was dachte ich da? Ich habe es schon wieder vergessen, in Erinnerung bleibt mir immer nur das Bild, manchmal auch Geräusche, niemals aber was in meinem Kopf vor sich hin redete. Vielleicht dachte ich ja nichts, vielleicht war ich ja glücklich?
 
Später dann, kurz nach der Mittagszeit (und wo hört der Mittag auf, fängt der Nachmittag an? – Darüber dachte ich gestern nach, schaute auch im Internet nach, doch nicht einmal Wikipedea konnte mir präzise Auskunft geben), gegen 14 Uhr also gingen wir zum Bootshaus und liehen uns ein Ruderboot (No. 35 für 4 Personen, so stand es auf dem Bug). Und dann ruderte ich hinaus, ließ die Ruder in die Wasseroberfläche schnellen, betrachtete die stiebenden Wassertropfen, schaute die Beine meiner Frau an, die vor mir saß, neben sich das Kind, das die kleine Hand durchs Wasser gleiten ließ, wie ich es auch gemacht hatte, als ich ein Kind war, und als mein Vater gerudert hatte (ist es wirklich mein Vater gewesen? Ist das eine falsche Erinnerung? – Ich weiß, dass ich die Hand durchs Wasser gleiten, und ich nehme an, dass es mein Vater war, der die Wassertropfen aufstieben ließ, aber sicher bin ich mir nicht).
 
Ich fühlte mich leicht, kein Schmerz mehr, keine Beunruhigung, nur ein Gleiten durch das Wasser, vorbei an anderen Ruderbooten mit lachenden Menschen, ab und an die Köpfe einiger Schwimmer, die ein bisschen wie die Köpfe in dem Stahlstich von Doré aussahen; der Stich, der die Eisfläche der Hölle zeigt, mit den eingefrorenen Menschen, deren Köpfe über das Eisschild hinausragen. Die Hölle also, in meinen Gedanken, aber gezähmt durch Kunst, und hier draußen ist der See, das Boot, meine Familie, die Sonne. Kaum ein Gedanke. Ich zeige auf die Uferböschung, auf die kleine Bucht, in der jetzt andere Kinder baden, und sage:
 
„Schau mal, Tristan, da waren wir vorhin“. Und Tristan schaut zweifelnd und sagt: „Wo?“
 
Und ich strecke die Hand, den Zeigefinger zur Bucht hin und sage „Da. Dort sind wir gewesen.“
 
Und sage zu mir, denke mir, lasse es in mir denken: Dort sind wir gewesen, dort habe ich etwas gedacht, aber jetzt nicht mehr, jetzt bin ich hier und denke etwas anderes, aber auch das kann ich nicht mehr erinnern, denn jetzt sitze ich hier, an meinem Sekretär aus den sechziger Jahren (einen ähnlichen hatte ich schon einmal, in den Achtzigern, und auch an ihm habe ich gerne geschrieben), sitze hier und schreibe, denke schon wieder mich fort aus meinen Gedanken.
 
Die Erinnerung ist das einzige was wir haben, das einzige was andauert. (Und natürlich habe ich auf dem See zuerst an die Bilder von Monet und Renoir gedacht, die sie malten im späten 19ten Jahrhundert, als sie, die Freunde, zusammen mit ihren Frauen – und vielleicht auch mit ihren Kindern – einen Ausflug machten, zu einem See; dort eine Bootsfahrt unternahmen, später sich und die Boote malten – ein glücklicher Tag. Heute sind die Bilder getrennt, hängen in verschiedenen Museen, waren aber wohl einmal in einer Ausstellung wieder Seite an Seite gehängt. – Und auch Renoir und Monet schon lange tot, aber immerhin nicht vergessen, wenn auch niemand mehr den Klang ihrer Stimmen beschreiben könnte, die Farbe ihrer Augen, die Wege und Pfade ihrer Gedanken).
 
Und leichten Heuschnupfen hatte ich auch. Und das Rumpeln der S-Bahn-Räder war zu hören. Und eine blau schimmernde Libelle schwebte über dem Wasser, ein winzig kleiner Polizeihubschrauber.

Monet
 
Renoir
 

 

Katastrophenwarnungen

••• Manchmal bekommt man Anfragen, die einen vor ein echtes Problem stellen. Da wurde ich gebeten, einen Beitrag für eine Festschrift zu schreiben. Eine literarische Geschichte, zehn Seiten, und sie sollte natürlich etwas mit dem Jubilar zu tun haben. So weit, so gut. Erschwerend komme aber hinzu, dass die Geschichte so geschrieben sein müsse, dass ich sie in einer 10-Minuten-Fassung auf der literarisch-musikalischen Geburtstagsfeier vortragen könne.

Ich hätte gern abgelehnt. Der Jubilar aber ist Hans Dieter Beck, jahrzehntelanger Chef des juristischen Zweigs des Beck-Verlages, Bruder meines Verlegers Wolfgang Beck und »Obertukan«, Präsident des Tukan-Kreises, von dem ich 2010 für »Die Leinwand« den Tukan-Preis verliehen bekommen habe. Hans Dieter Beck wird runde 80, was man keine Sekunde glaubt, wenn man ihn live erlebt.

Da konnte ich nun unmöglich absagen. Mir war auch gleich klar, wovon meine Geschichte für die Festschrift handeln müsste: von Katastrophenwarnungen. Hier ist die Kurzfassung.

Tukan-Kreis im Hause Beck anlässlich des 80. Geburtstags von »Obertukan« Hans Dieter Beck
Tukan-Kreis im Hause Beck anlässlich des 80. Geburtstags von Hans Dieter Beck. Gesprochen haben übrigens Oberbürgermeister Christian Ude und die Autoren Asta Scheib, Georg M. Oswald, Albert von Schirnding sowie meine Wenigkeit.

Lieber Hans Dieter Beck, liebe Tukane und Tukan-Freunde,

ich möchte Ihnen heute etwas über Katastrophenwarnungen erzählen.

Die meisten Katastrophen, die uns im Leben ereilen, brechen ja ohne Vorwarnung über uns herein. Mein eigenes Leben, grad halb so lang wie das unseres Gastgebers Hans Dieter Beck, ist da keine Ausnahme. Nachdrücklich vor einer Katastrophe gewarnt worden bin ich aber auch schon, mindestens dreimal in meinem Leben, und alle drei Male hatte es etwas mit der Literatur und mit »den Süddeutschen« zu tun, einmal sogar mit beidem zugleich. Von diesen drei Warnungen will ich Ihnen erzählen, und als hinterhältiger Erzähler enthülle ich natürlich nicht vorab, wie alles ausgegangen ist und ob und welche Rolle Hans Dieter Beck in diesen Geschichten gespielt haben könnte.

Die erste nachdrückliche Warnung vor einer Katastrophe, die ich zu hören bekommen habe, geht auf das Konto meiner Mutter. Und weil meine Mutter sich gern blumig ausdrückt, hat sie nicht einfach nur gesagt: Sieh dich vor! Nein, sie bemühte einen Vers von Bert Brecht, und das hörte sich dann so an: »Meine Herren, meine Mutter, die prägte / auf mich einst ein schlimmes Wort. / Ich würde mal enden im Schauhaus / oder an einem noch schlimmeren Ort.«

Ich war damals zwölf. Eines der unzähligen Gedichte, die ich tagtäglich schrieb, war in einer Zeitung veröffentlicht worden. Darüber war ich natürlich so stolz, wie man nur sein kann. Und ich wähnte mich am Ziel. Ich hatte nämlich schon länger den Plan gefasst, Dichter zu werden. Diese erste Veröffentlichung gab mir nun das Gefühl, es könne nichts mehr schiefgehen.

In dem Gedicht ging es übrigens um Ikarus. Dass er abgestürzt war, stand nur zwischen den Zeilen. Diese Verse hatten sehr viel mit mir selbst und dem Anlass meines Schreibens überhaupt zu tun. Die Sonnen, denen ich mich gern genähert hätte, trugen Namen wie Anja und Claudia. Mir fehlte aber der Mut, sie anzusprechen. Die meisten empfindsameren Mädchen, hatte ich gehört, mögen Gedichte und Geschichten. Verraten Sie es niemandem: Das ist der Grund, weswegen ich angefangen habe zu schreiben. Und deswegen kam kein anderer »Beruf« für mich in Frage als der des Dichters und Geschichtenerzählers. Ich wollte die Frauen beeindrucken, damit sie mich mit Bewunderung ansehen und mit Zuneigung belohnen, was für mein damaliges Empfinden irgendwie zusammenhängen musste. Dass die weitaus meisten Katastrophen, in die ich später ohne Vorwarnung geschlittert bin, etwas mit Frauen zu tun hatten, wird nach diesem Geständnis niemanden wundern.

Meine Mutter kümmerte das alles nicht. Sie platzte in diesen hochgestimmten Moment mit dem Wort »Schauhaus« und versuchte so, mir klarzumachen, dass Geschichten zu erzählen und Verse zu machen, nun wirklich kein Beruf sei. Ich fand das damals sehr unzärtlich, um nicht zu sagen herzlos.

Das war die erste Katastrophenwarnung in meinem Leben, an die ich mich deutlich erinnere.

Die zweite Warnung vor einer Katastrophe richtete ein Freund an mich. Das war 13 Jahre später, 1995, in Berlin. Ich hatte natürlich nichts auf die Warnung meiner Mutter gegeben. Dass ich mit zwölf keineswegs bereits ein gemachter Mann gewesen war, hatte ich zwischenzeitlich begriffen. Im Schauhaus bin ich zwar nicht gelandet, aber die Wohnung, die ich mir gerade so leisten konnte, hatte in etwa das Flair eines Schauhauses: einrichtungslos, eng, kalt und ungemütlich und eigentlich nur tot zu ertragen. Immerhin sollte bald mein erster Roman erscheinen; und das, hoffte ich, würde das Blatt wenden.

Vorerst aber war das Geld aus, und ich meine, es war vollständig aus. Also hatte ich mich dazu überwunden, journalistisch zu schreiben. Das war zwar ein Verrat an der Dichtung, aber es brachte Geld. Allerdings bedeutete es auch, dass ich nach München umziehen musste, unter den »Weißwurschtäquator«, wie man in Berlin sagt. Das gefiel mir gar nicht. Ich dachte aber: Auch das geht vorbei.

Besagter warnender Freund stammte aus Stuttgart. Er hatte da ein Bekleidungsgeschäft besessen und war schnelle Autos gefahren, bis er nach kurzer Zeit als Geschäftsmann die Hand heben musste. Schuld, sagte er, seien »die Süddeutschen« gewesen, ein ganz übler und hinterhältiger Menschenschlag, kaltherzig und knallhart. Da solle ich mich mal schön vorsehen, dass es mir nicht schlimm erginge und sie mich auch zur Strecke brächten.

Also ganz ehrlich: Ich dachte, der spinnt, ich habe ihm kein Wort geglaubt und bin nach München gezogen.

Es gab dann schon Katastrophen. In denen spielte aber ein schmerzlich schönes tschechisches Mädchen die Hauptrolle, und man konnte nun wirklich nicht »die Süddeutschen« dafür verantwortlich machen, dass ich den Begleiterscheinungen ihres Temperamentes nicht gewachsen war.

An der Warnung des Stuttgarter Freundes war nichts dran. Hier im Süden ist für mich doch alles noch irgendwie gut geworden. Das fand sogar meine Mutter. Ich hatte schon einige Zeit nichts Literarisches mehr geschrieben, stattdessen aber einen Beruf, der mich ernährte. Ich merkte eines Tages, dass geschehen war, was ich immer gehofft hatte: Ich wurde von einer sehr bemerkenswerten Frau sehr geliebt; und da gab ich das Dichten auf, habe geheiratet und zwei wunderbare Kinder gezeugt.

Ende der Geschichte? Warten Sie ab! Es war noch nicht von Hans Dieter Beck die Rede.

Im Jahr 2006 habe ich doch wieder begonnen zu schreiben, erst ein literarisches Weblog, dann einige wenige Gedichte, und schließlich begann ich mit der Arbeit an einem Roman. Dieser Roman, »Die Leinwand« nämlich, wurde wohlwollend aufgenommen. Er hat sich sogar ganz ordentlich verkauft, und schließlich bekam ich die Nachricht, dass ich einen Preis dafür erhalten sollte, den Tukan-Preis der Stadt München.

Da spätestens war es dann an der Zeit für die dritte Katastrophenwarnung. Dieser Tukan-Preis, berichtete mir eine zuverlässige Quelle, sei der einzige Preis, bei dem man als Ausgezeichneter nicht sicher sein könne, bei der Verleihung nicht eher gezauselt als gelobt zu werden. Die Begrüßungsrede nämlich würde vom »Obertukan« gehalten: Hans Dieter Beck. Man gab mir dann noch das eine oder andere illustrierende Beispiel. Ich dachte: Oh, das ist jetzt die dritte Katastrophenwarnung, die Du bekommst; es geht um Literatur, und dieser Beck (den ich noch nicht kannte) ist ein Süddeutscher!

Mit einem Mal hatte ich Angst, und wenige Tage später hatte ich zur Angst dazu auch noch eine Einladung zu Kaffee und Torte bei Hans Dieter Beck. Er wolle mich mal kennenlernen, weil er doch der »Obertukan« sei und diese lästige Rede halten müsse. Als ich dann schließlich mit ordentlich Fracksausen beim ihm im Verlagshause Beck vor der Torte saß, hat er genau das wiederholt, aber mit dem Zusatz, und ich darf da zitieren: »Sie sind ja schon eine ziemlich eigenartige Figur. Sie müssen mir da mal ein paar Fragen beantworten.« Das mit dieser Wenderei bei dem Roman, das sei doch schon ein Schnickschnack, oder? Dann gab er ohne jede Hemmung zu, dass er das Buch noch nicht ganz gelesen habe. Es sei so viel zu tun in einem so großen Verlag, und er habe es auch gar nicht so mit der Literatur! Und so ging das noch ein wenig weiter.

Ich war aber schlagartig absolut entspannt, denn mir war klar: Die Katastrophe kann nicht nur eventuell eintreten; sie ist schon da. Ich bin samt Buch längst beerdigt. Da ist nichts mehr zu machen.

Entspannend an dieser Nahtoderfahrung war der Umstand, dass ich auch keine Rücksicht mehr zu nehmen brauchte. Ich konnte seine Fragen kess parieren, ja sogar Scherze machen und neckende Gegenfragen stellen. Und – was soll ich sagen: Wir unterhielten uns mit einem Mal blendend. Ich entdeckte ein Lächeln. Ich wurde Zeuge des Charmes, der da unter einer etwas rauhen Schale nur darauf wartete, sich zeigen zu dürfen. Es wurde auch sehr schnell klar, dass dieser Mann durchaus einen Sackvoll Ahnung von Büchern hat, sogar wenn es welche »vom Rande« sind, also: belletristische.

Es war eine sehr erfrischende und inspirierende Stunde, die wir da plaudernd verbracht haben. Ich trank den Kaffee, er aß die Torte; und die Rede, die Hans Dieter Beck dann schließlich bei der Preisverleihung gehalten hat, kam mir geschmeidig und süß vor wie Tortencréme. Viel Lärm um nichts also! Sie können drauf wetten, dass ich auf Katastrophenwarnungen ab jetzt nichts mehr gebe.

Lieber Hans Dieter Beck, dass und wie sehr ich es schätze, Sie kennengelernt zu haben, werden Sie nun wissen. Unter Juden sagt man sich zum Geburtstag »Mazal tov« und »Bis 120«. Einige wandeln das ab und sagen stattdessen: »Bis 100 wie 20«. Wie auch immer man es dreht: Sie haben noch ein Drittel Ihres Weges vor sich. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Sie weiter wie heute mit der Kraft eines Zwanzigjährigen am Ball bleiben werden.

Herzlichen Glückwunsch!

MOUNTAINS OF DISBELIEF. Thomas Hartmann in der Weißfrauen Diakoniekirche in Frankfurt a.M.

Die Ausstellung ist eröffnet. „Das ist ein Ding…“, „Und wie…“, „Wie lange hat das gedauert?“, „Hast du gesehen?“ Allseits Staunen und Raunen. Auch der Vater des Künstlers war stolz, wie er dem meinem sagte. Schneck08 (Sebastian Rogler) war da, was mich besonders gefreut hat. Unsere Freunde Guido Rohm und Seraphe waren mit Tochter Sternchen aus Fulda angereist. Mein Hals war immer noch rauh und die Stimme reichte kaum für die ganze Rede (hätte ich mich besser kürzer gefasst). Apfelwein und – saft floss, man stand in Gruppen und sprach (über das Kunstwerk, tatsächlich, was bei Ausstellungseröffnungen nicht üblich ist). Morel klopfte BenHuRum auf die Schulter: „Das ist dein Meisterwerk.“ So ist es! Gehen Sie hin, schauen Sie selbst!

Mountains of Disbelief

 
Ich interviewte den Künstler nicht, wie mir Phyllis Kiehl, die leider nicht kommen konnte, geraten hatte. Großmütig verzichtete ich auf unangenehme Fragen wie: „Was willst du ausdrücken mit dieser architektur-parodistischen Installation?“ oder „Welche erotische Beziehung hast du zum Material Verpackungspappe?“. Selbst Suggestivfragen stellte ich nicht, bei denen er bloß sagen hätte müssen: „Ja, kann man so sehen.“ Wie zum Beispiel: „Ist es nicht so, dass der Kontrast von organischem Wachstum und anorganischer Ordnungsstruktur dein Gesamtwerk prägt?“ Ich ordnete das Werk auch nicht kunsthistorisch ein, weder soziokulturell („Wegwerfgeschirr und Hochkultur“), noch hermeneutisch („Wunden zeigen. Wunder glauben. “) noch dekonstruktivistisch („Die Abwesenheit von Laokoons Waschbrettbauch“).
Stattdessen sprach ich über den „ungläubigen Thomas“ (Auszug):

„Das Erste, woran ich spontan dachte, als ich die Einladungskarte las und sah: MOUNTAINS OF DISBELIEF und ZEIGE DEINE WUNDE, war der Apostel Thomas, der auch „der Ungläubige“ genannt wird. Thomas, der einer der zwölf Jünger Jesu war, verlangte, die Wunde des Herrn mit eigenen Augen zu sehen, um zu glauben. Es genügte ihm nicht, dass der abstrakte Gott der Schrift in der Gestalt Jesu Fleisch geworden war, Thomas forderte nun sogar: ZEIGE DEINE WUNDE.

Guido Rohm, Melusine Barby (aka J.S. Piveckova), Seraphe,
staunend

 
Das Bilderverbot des jüdischen Glaubens hatte seinen Sinn darin, mit der abstrahierenden Definitionsmacht des Wortes sich der Magie der gegenständlichen Bildnisse zu entziehen. Geglaubt werden sollte fortan gerade, was nicht zu sehen und anzufassen war. Diese Abstraktionsleistung verweigert der „ungläubige Thomas“. Thomas erscheint in seiner Gier nach Anschaulichkeit als ein schwerfälliger Schüler, der halt ein bisschen länger braucht, um das Ganze zu begreifen. Am Ende genügt es ihm nicht einmal, die Wunde bloß zu sehen. Ich glaube nur, wenn ich meine Hand in seine Seite lege., sagt Thomas im Johannes-Evangelium. Jetzt wird deutlich, wie gewaltsam sein Verlangen nach Beweisen ist: LASS MICH IN DEINER WUNDE BOHREN.

Mountains of Disbelief (Detail)

 
Während die Gläubigen Thomas´ Unwillen, irgendetwas zu glauben, was nicht zu sehen und nicht anzufassen ist, beklagen mögen, können die Zweifler in ihm einen frühen Schutzpatron erkennen. Das ist ein Mann, der sich kein X für ein U vormachen und sich nicht mit schönen Worten abspeisen lässt. Thomas kann damit gleichsam als ein Vorläufer unserer modernen westlichen Weltsicht gelten, die eine Welt des Zeigens und Gezeigt-Werdens ist, der Entblößung und Aufdeckung, aber eben auch eine Welt des Misstrauens – gegenüber dem Wort und der Schrift, jedoch ebenso des Misstrauens gegenüber den Bildern, die lügen können und mit deren Hilfe dauernd gelogen wird. Es steckt, das Verlangen des ungläubigen Thomas zeigt es, im Bilderwollen genauso viel Gewalt wie im ursprünglichen Bilderverbot.

Mountains of Disbelief (Raucherecke)

 
In der Welt der Bilder kann nur Sinn machen, was vorzeigbar und festzuhalten ist. Auf diese Weise ist das Bild stets auch ein Ausschluss, eine Löschung all dessen, was nicht gezeigt wird. Wie in der Wörterwelt das Konkrete der Abstraktion geopfert wird, so wird in der Bilderwelt ausgeschlossen, was als nicht bildwürdig gilt. Die Installation MOUNTAINS OF DISBELIEF von Thomas Hartmann zeigt Ihnen vieles, aber sie trifft offenbar diese Unterscheidung zwischen bildwürdig und bildunwürdig nicht. Vor meinen Augen entsteht hier – jenseits des Logos – ein faszinierender und lustvoller Einspruch gegen die Herrschaft der erstarrten und erstarrenden Sinn-Bilder. Es ist nicht wahllos, was und wie Sie hier etwas zu sehen bekommen, aber es ist auch nicht zwingend in jenem zwanghaften Sinn, der behauptet, etwas könne nur so und nicht anders sinnfällig und bedeutsam werden. Sie können umher gehen in dieser Kirche und zeigen: auf bunte Bälle und Trinkhalme, auf Sumo-Ringer-Hosen und Joseph-Silhouetten, auf Teppichrohre und Kruzifixe, auf Grass und Ente, Pfeife und Schlange. Sie können einen eingehegten Altar umkreisen oder eine Raucherecke finden. Aber wann immer Sie versuchen werden, sich ein Bild zu machen, werden Sie vor diesen Gebilden feststellen, dass der Bilderrahmen überschnitten wird, dass es aus ihm herausquillt und in ihn hineinwuchert. Immer wieder kann man hindurch und hinaus schauen. Sie können sinnstiftende Bezüge herstellen zwischen Formen und Farben, Zitaten und Metaphern und doch wird sich wohl kaum alles schlüssig zu einem einzigen Gesamtbild fügen. Das Gebilde, das hier entstand, ist stabil und fragil zugleich: Es hält, aber es wird nicht bleiben. Die Bildwerke aus Pappe und Papier, Zeitungsausschnitten, Spielzeug und Müll, die hier gezeigt werden, können woanders ganz anders zusammen gesetzt sein. Sie stehen nicht für sich allein, sondern sind in Beziehungen und Abhängigkeiten gebracht, die jedoch nur befristet gelten. Metamorphosen deuten sich an; alles kann zu anderer Zeit, an anderem Ort sich anders fügen. Vielleicht werden Sie stehen bleiben und staunend schauen, während andere durch die Pappkonstrukte hindurch auf Sie schauen, wie Sie zeigen, was Sie gerade sehen. Die Gesetze des Bildes: Kohärenz, Konzentration, Kontemplation sind hier außer Kraft gesetzt. Stattdessen finden Sie Übersprünge und Überfülle, stoßen Sie auf Weiterungen und Wucherungen.

Mountains of Disbelief (Laokoon-Gruppe)

 
Es behält hier keiner recht oder wird ins Unrecht gesetzt. Weder der Skeptiker noch der Sinnstifter. Sie können beide Positionen einnehmen. Sie können mit ihnen spielen. Sie kamen her, um Berge des Unglaubens zu sehen. MOUNTAINS OF DISBELIEF. Sie werden gesehen inmitten von Bergen des Unglaubens. Wo ein Berg ist, ist auch ein Weg durch den Berg. Aus der Wunde der Stadt, der sich dieser Kirchenbau Werner Neumanns aus den fünfziger Jahren verdankt, weil die alte Weißfrauenkirche in der Altstadt 1944 bei einem Bombenangriff ausbrannte, ist ein Raum geworden, fest und farbig, in dem sich zu Zeigendes verbirgt und Unzeigbares sichtbar werden kann. Die Stadt, deren Wunde von damals nicht mehr offen liegt, wird aber auch weiter verwundet. Um die Ecke wurden Zeichen gesetzt, indem man in Zelten vor Bankentürmen kampierte. Nebenan finden Wohnungslose dieser Stadt Hilfe. Sie können manche Wunden sehen und auf sie zeigen. Sie können auch in den Wunden bohren.

Thomas Hartmann (BenHuRum)

 
Aber vor allem können Sie hier in und vor Thomas Hartmanns Installation erleben, wie viel Lust und Energie, Farbe und Formenfülle sich aus Verwundung und Verwunderung, Wohlstandsmüll und Verpackungsmaterial, Überfluss und Schein, Kitsch und Kunstwollen schöpfen lassen. Alles hat einen Wert, jedoch nicht den, der sich auf ein Preisschild schreiben lässt. Statt der Ökonomie des Mangels zu huldigen und sich dem Spar-Zwang zu beugen, wird hier in barocker Manier verschwenderisch in die Vollen gegriffen. Sie können das genießen und dabei etwas verstehen, was in Worten nicht ausgedrückt werden kann. Und deshalb müssen Sie tatsächlich hier sein und sehen; nicht um zu sehen, was sie nicht glauben können, sondern um zu sehen, was nicht zu beschreiben ist. VERSORGE DEINE WUNDE. VERSORGE DICH.
Schweifen Sie umher, entdecken Sie die Gastbeiträge von Gerald Domenig, fabelhafte Tiere und transsexuelle Skulpturen, die Eierkartons und das kubistische Bildnis und vieles mehr. Die Möglichkeiten scheinen unendlich, Bezüge und Deutungen herzustellen. Seien Sie nicht geizig!“
***
Schauen Sie selbst, wenn Sie in Frankfurt am Main sind. Bis zum 28. Juni in der Weißfrauen Diakoniekirche Gutleutstraße/Ecke Weserstraße. (Nur 5 Minuten zu Fuß vom Frankfurter Hauptbahnhof).
Fotos: Morel

Kurztitel & Kontexte bis 2012-04-22

  • Gleisbauarbeiten » KAVIAR GEHT IMMER? Statusfragen, im Ernst http://t.co/pbiYGFaK Apr 22, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » 22. April 2012, NICHTS, 8.17 Uhr http://t.co/TqQyRcjB Apr 22, 2012
  • isla volante » windportrait 33 http://t.co/N1oCOggF Apr 22, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » Salon Littéraire | Literatur als Video | Liesl Ujvary : Alraune Wien Nord http://t.co/RVUXQMiX Apr 22, 2012
  • Turmsegler » Katastrophenwarnungen http://t.co/TiHyoGRU Apr 22, 2012
  • parallalie » jm seien … http://t.co/7QDoYoCJ Apr 21, 2012
  • der goldene fisch » Gerald Koll : Zazen-Sesshin (16) http://t.co/sBIM8jvu Apr 21, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Dies ist kein Eintrag. http://t.co/uPY1XnHj Apr 21, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » Robin tut etwas für seine Zukunft http://t.co/yBzKetfw Apr 21, 2012
  • Gleisbauarbeiten » PUNK PYGMALION (30): DER LETZTE BRIEF (Masochism world) http://t.co/N2MKKmNb Apr 21, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » @etkbooks twitterweek (20120421) http://t.co/obSvvN5I Apr 21, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » luftsterne http://t.co/DLrdNR6V Apr 21, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Waschsalons-&Putztags-Journal in A… http://t.co/0fsoRFHh Apr 21, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » Todeszeitpunkt http://t.co/CM2zvONh Apr 21, 2012
  • isla volante » windportrait 32 http://t.co/X0UaKb6Z Apr 21, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » 21. April, Nostromo, Aliens, Grabsteine, 7.20 Uhr http://t.co/eRKm9G1v Apr 21, 2012
  • Die Veranda » 19. Kein Geist erscheint http://t.co/lB7jfOQg Apr 21, 2012
  • parallalie » hell die … http://t.co/xWxIhbmL Apr 20, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » Liebe Sina Hawk, http://t.co/A8pTn8Al Apr 20, 2012
  • The Glumm » Fakten auf den Tisch * (12) – Die Gräfin über Bären, Kraniche und Tulpen http://t.co/2dCHhKqc Apr 20, 2012
  • Gleisbauarbeiten » DER ARME POET (oder: „money´s magick power“) http://t.co/j5xayHsi Apr 20, 2012
  • Die Veranda » Kir Royal http://t.co/8kyACUWI Apr 20, 2012
  • Studio Glumm » Wie ich Mutter fast die Seele verbrühte http://t.co/a8hFSiOi Apr 20, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » DTs für den 20.4.2012. http://t.co/7rZefQ2U Apr 20, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » DTs für den 19.4.2012. http://t.co/uq9aln4u Apr 20, 2012
  • Die Veranda » 18. Wer vollkommen ist, hat keinen Namen http://t.co/zCzeRXln Apr 20, 2012
  • isla volante » windportrait 31 http://t.co/Roz2F1FR Apr 20, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » 20. April, Endlich ein Reiner Tisch, 5.49 Uhr http://t.co/8ZnUOa0L Apr 20, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » am telefon http://t.co/Jk6dzyDO Apr 19, 2012
  • ze zurrealism itzelf » „Wiedersehen“, das ist ein Untergrundwort http://t.co/LD7i6cek Apr 19, 2012
  • Die Veranda » Donnerstag, 19. April 2012 http://t.co/dAp0PVXA Apr 19, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » Aus gegebenem Anlass http://t.co/kpath5kF Apr 19, 2012
  • Die Veranda » 17. Elastolin http://t.co/9drAI8b5 Apr 19, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Nach der Lesung das Arbeitsjournal… http://t.co/I6hu61m0 Apr 19, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Runter vom Kitsch http://t.co/UPeMFoSs Apr 19, 2012
  • rheinsein » Türkischer Rhein: im Herbscht het ma da Türgga gholt http://t.co/3QwqDLXD Apr 19, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » Die Monotonie seiner Reden fand ihre simple Form. http://t.co/gg2rf8DV Apr 19, 2012
  • isla volante » stille http://t.co/UuNW6ZQn Apr 19, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » DOKUMENTATION : Stunde der Literarischen Erleuchtung . herbert j. wimmer über die Poetologie El… http://t.co/GPqCS710 Apr 19, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » 19. April, Aufforderung zur Revolution, die am Ende ihre Kinder frisst, 6.01 Uhr http://t.co/IGeA7taM Apr 19, 2012
  • Gleisbauarbeiten » Mittwoch, 18. April 2012: JUNGE GESCHICHTENERZÄHLER, EIN UNGENANNTER HERR UND EINE OFFENE WUNDE http://t.co/TBaAw7nq Apr 19, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » nachtbienen http://t.co/rDLTF4Wj Apr 18, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » 2. Platz für “Blutschneise” beim Krimi-Blitz http://t.co/9urxI1Oh Apr 18, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » 18. April 2011, Kurzer Kleiber-Eintrag, 17.03 Uhr http://t.co/guawRNqo Apr 18, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » „Was wünschst Du dir?“ http://t.co/GRjz5plS Apr 18, 2012
  • Studio Glumm » Der Revierflaneur ist tot http://t.co/aXheaNjr Apr 18, 2012
  • Die Veranda » 16. Wirst du zu Essig, werd’ ich zu Wein http://t.co/YkLg6sCr Apr 18, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das Argo-, Galouye- und am Abend L… http://t.co/HNhj2yTQ Apr 18, 2012
  • isla volante » litblogs lesezeichen http://t.co/k6bRJvyz Apr 18, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Alles cool soweit http://t.co/uCBOXLJA Apr 18, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » http://t.co/P5gpdcNh – Lesezeichen 1 | 2012 http://t.co/BLn631jS Apr 18, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » 003 http://t.co/FMIk3D5F Apr 18, 2012
  • isla volante » windstill http://t.co/zNnZ7xY9 Apr 18, 2012
  • Gleisbauarbeiten » BOGEN (Dhanurasana) oder FLASH? http://t.co/CkLl8huW Apr 18, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » Captain Fearless http://t.co/ZVRFje3A Apr 18, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » perlboot http://t.co/me6uNEeN Apr 17, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » DTs für den 18.4.2012. http://t.co/iqHPEijI Apr 17, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » Thor Kunkel bespricht “Die Sorgen der Killer” http://t.co/F48KsUQ0 Apr 17, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » “Die Sorgen der Killer” auf der Krimi-Couch http://t.co/KwFDHdlW Apr 17, 2012
  • wandzeitung » … http://t.co/nQMvPUz5 Apr 17, 2012
  • Visuelle Poesie » schau: schaum! http://t.co/jl0vARjp Apr 17, 2012
  • Gleisbauarbeiten » Veranstaltungshinweis: Zwei Lesungen in Berlin http://t.co/63w31auu Apr 17, 2012
  • http://t.co/4AWDTSUE » Prozesse » Das Lesezeichen 01/2012 ist da! http://t.co/mu2wGcON Apr 17, 2012
  • Studio Glumm » Der Revierflaneur ist tot http://t.co/qjDS544V Apr 17, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » MORGEN ABEND IN BERLIN. ANH im Lit… http://t.co/2gtfLIYc Apr 17, 2012
  • Die Veranda » 15. Du darfst hier nichts verändern http://t.co/fLtEfUxj Apr 17, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das Argo- und Galouye-Journal des … http://t.co/9X6lVuDS Apr 17, 2012
  • Gleisbauarbeiten » ZURÜCK INS GLIED (oder: Katzenschlachtung) http://t.co/TRydfoYW Apr 17, 2012
  • isla volante » windportrait 30 http://t.co/MpDTq4kY Apr 17, 2012
  • roughblog » Vom Aufmischen getrockneter Tinte – Dominik Dombrowski bespricht für fixpoetry „Sleutel voor de hoog… http://t.co/m3FWGLtB Apr 17, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » 17. April 2012, Lob des Asketismus, 5.51 Uhr http://t.co/K43rQW04 Apr 17, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » uhrwesen http://t.co/5g6vlOMr Apr 16, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » DTs für den 17.4.2012. http://t.co/XEe98Gc7 Apr 16, 2012
  • Gleisbauarbeiten » DES KAISERS NEUE KLEIDER (Auszug, unverwendbar) http://t.co/PgcjiIZV Apr 16, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Schiefer schwitzt nicht http://t.co/xoI38op5 Apr 16, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Susan Sontag http://t.co/BlgQJtTV Apr 16, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » Salon Littéraire | Barbara Köhler : Tordifferenz Duisburg http://t.co/v2Z4PADt Apr 16, 2012
  • rheinsein » Kurdischer Rhein: Heidewitzka! http://t.co/cq9b28TK Apr 16, 2012
  • der goldene fisch » Mirko Bonné : Mit dem März http://t.co/5f1NHjYg Apr 16, 2012
  • http://t.co/4AWDTSUE weekly wurde gerade veröffentlicht! http://t.co/2goWnXO0 ▸ Topthemen heute von @litblogs_net Apr 16, 2012
  • http://t.co/4AWDTSUE » Prozesse » Das Traxler-Lese-Blog http://t.co/5TIvIBsV Apr 16, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » DTs für den 16.4.2012. http://t.co/rQWgI7aQ Apr 16, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 15.4.2012. http://t.co/WY9N0bki Apr 16, 2012
  • Die Veranda » 14. Wille-Walle-Welten http://t.co/zR4vV9Dh Apr 16, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » Garten unterm Regenbogen http://t.co/QJ12FBAp Apr 16, 2012
  • Gleisbauarbeiten » Und heute gebloggt: Erledigungsblockade http://t.co/vwyULo9j Apr 16, 2012
  • isla volante » windportrait 29 http://t.co/Fb1GV0B3 Apr 16, 2012
  • Guido Rohm – Aus der Pathologie » 16. April, Wilde Tauben, 5.50 Uhr http://t.co/Pjqi0139 Apr 16, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » apollo http://t.co/gKwDOOuM Apr 15, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » mensch in gefahr / amnesty international : urgent action – RUSSISCHE FÖDERATION http://t.co/ylHfiSPx Apr 15, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Wer hat Angst vor Grün, Blau und Orange http://t.co/ax3aGCfo Apr 15, 2012
  • der goldene fisch » Gerald Koll : Zazen-Sesshin (15) http://t.co/oHzpl5WB Apr 15, 2012
  • der goldene fisch » Gerald Koll : Zazen-Sesshin (14) http://t.co/8aOKv3X5 Apr 15, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Heute kostenlos in der Digitalen K… http://t.co/KyHd3MMI Apr 15, 2012
  • Gleisbauarbeiten » Vermischtes: VOM WAHREN, GUTEN UND SCHÖNEN (oder: Gruppen sind eben nur in der Theorie erotisch) http://t.co/BIQwQ2pv Apr 15, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » trillerpfeife http://t.co/2mUkComY Apr 15, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Arbeitsjournal. Sonntag, der 15. A… http://t.co/GP7Th6Yy Apr 15, 2012
  • Die Veranda » 13. Der Tag, an dem die Nacht nicht mehr verging http://t.co/DFkcQ1IR Apr 15, 2012

„WIR SIND KEINE FRAUEN FÜR LOCKERE TREFFEN“ (oder: Die neue Nachbarin)

Mini-Drama

Personen
Melanie
Vivian                                                                                                             
Carola – Traum-Haus-Frauen
VITA – die neue Nachbarin

Die eine Seite der Bühne ist hell erleuchtet. Melanie, Vivian und Carola stehen vor ihren   TRAUM-FRAUEN-HÄUSERN. Auf der anderen Seite der Bühne ragt ein toter Baumstumpf aus dem Dunkel. Plätschernde Hintergrundmusik wie im Edel-Kaufhaus.

Melanie: Die Neue ist kein Teufel, oder wenn sie einer ist, so hat dieser doch die Gewandung eines Lichtengels angelegt. Ein aparteres Gesicht, so fein in den dunklen Rahmen schwüler Träume gefasst, lässt sich nicht denken.

VITA (aus dem OFF): Ein Film, in dem Georg Clooney Angela Merkel spielt, interessiert mich nicht. Ich hätte die Rolle mit Helmut Berger besetzt, der sich sterblich in Daniel Bahr verliebt, der von Matthias Schweighöfer gespielt wird. Arbeitstitel: I will always love you.

Vivian: Es gibt keinen größeren Liebesbeweis als sich in der Stimme eines Anderen wahrzunehmen. Zumal hierin ein Liebesleben sich hüllen kann, dem die Erwiderung des Begehrens versagt bleibt.

Carola: Join me tonight.

VITA (aus dem OFF): I´m tired,/ I´m weary,/ I could sleep for a thousand years/A thousand dreams that would awake me/Different colours made of tears.
(aus dem OFF: Lou Reeds singt ein paar Takte „Venus in furs“, dann wieder die Säuselmusik)

Vivian: Ich frage mich, ob auch sie die Pelztassen von Meret Oppenheim gut findet.

Melanie: Gestern Nacht sah ich sie ihre  Gestalt wechseln. Im Mondlicht setzte sie sich auf die Wellen und spielte Harfe.

Carola: Sie will viele Leben und viele Liebhaber, Frauen und Männer. Sie will sich vermischen und ihre Extravaganz feiern;  sie will ein symbolisches Ensemble ihrer wollüstigen Träume; sie will keinen Platz in der Geschichte, sie will Geschichte sein.

VITA (im Hintergrund schwebend): Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Vivian: Ich fühlte deutlich, als sie kaum die Regeln der Höflichkeit wahrte, um uns von ihrer Schwelle zu vertreiben, dass mir die Mittel fehlen, ihren Charakter zu beurteilen; wenigstens mein gegenwärtiges Urteilsvermögen reicht dazu nicht aus.

Carola: Von Ferne hörte ich die Glocken läuten. Bald werden die Hyazinthen blühen vor dem Haus, aus dem sie uns beinahe warf. Wir könnten auch mit Flugblättern gegen die Hexe hetzen.

Melanie: Schwer ist es, sich von ihrer Gestalt ein Bild zu machen. Etwas Dunkles, Nächtiges umgibt ihr ganzes Wesen. Meine Erinnerung an sie ist unvollständig, wie an einen Traum, obgleich sie mir heftigen Eindruck machte.

VITA (schwebend): Es ist  der Rosenthal-Effekt.

Vivian: Sie hat das Gesicht einer Wölfin, ihre Augen schienen mir grün leuchtend wie Smaragde, ihre Lider lagen darüber dünn wie Mandelhäute. Vorstehende Jochbeine bildeten hochmütige Wangen und spitz lief ihr Kinn zu wie das aller Carnivoren.

VITA (aus dem OFF): Woanders war kürzlich von diesem Georg Diez die Rede. Kleine Jungs mit ihren Schaufeln führen postkoloniale Förmchenkriege im Sandkasten. Mich ekeln seit je brustentwöhnte Buben mit Schnullern.

Melanie: Wir sollten gerecht sein. Ihre Sprache ist rätselhaft. Dunkel wie eine Sphynx weist sie uns ab, doch schien sie mir nicht unfreundlich. Ich fürchte, dass wir aus Eigenliebe uns irren.

Carola: Mir war als berührten ihre Füße kaum den Boden, mir war als erschütterten ihre Tritte nicht die Erde, mir war als sei sie ein Nebel, der uns wabernd umhüllt.

VITA (in der Luft tanzend): Mit ungezügelter Lust tanzen und singen wir unseren Pfad, ziehen auf bestimmten Wegen über die Wasser und malen mit unseren Zehen Kreise auf die schimmernden Flächen.

Melanie: Sie zeigte sich erstaunlich gleichgültig gegen unsere Empfehlungen zu Angelegenheiten, mit denen jede vernünftige Frau vertraut sein sollte, ob sie nun in der praktischen Anwendung weiter geht oder nicht.

Carola: Wir können ihr mit einer voyeuristischen Sicht nicht auf die Schliche kommen. An den Schlüsselmomenten ihres Lebens hatten wir keinen Anteil. Wir können die Skandale, denen sie sich stellte, nur erahnen, die Verbrechen, den sie ausgesetzt war, nur bedauern, die Hoffnungen, die ihr zerfielen, nur erneuern.

Vivian: Ihre nicht gemachte Offerte werden wir ausschlagen, ihre verdeckten Körperpartien bloßstellen, ihre verheilten Narben aufkratzen. Wir werden ihr als eine aggressive Geistlichkeit entgegen treten, um deren Begnadigung sie flehen soll, bevor ihr unsere Männer begegnen.

VITA (sich auf einen toten Baumstumpf setzend):  Meine Wangen sind weiß wie eine Atemmaske, meine Lippen leuchten korallenrot, meine Zähne glänzen elfenbeinern und meine Locken tanzen feengleich um meine Schläfe.

Carola: Wenn wir zusammenkommen, wollen wir fröhlich sein, unser Wetter und unsere Männer loben, uns am Glanz unserer Dielen freuen und unsere Kuchen warm aus dem Ofen holen.

Vivian: Wir wollen nur unsere Sonnenbrillen tragen und unsere Perlen zählen. Wir wollen keine Ersatzfamilien und keine gefährlichen Süchte. Wir müssen niemanden etwas beweisen.

Melanie: Ein Zwang lastet auf uns. Wir sind  des Tags allein ohne unsere Väter, Brüder und Männer. Gelähmt sind unsere Glieder. Wir müssen förmlich verkehren, wo wir frei sprechen sollten. Wie durch enge Stäbe sehe ich auf diesen seltsamen Vogel in seinem Käfig. Als eine ruhelose Gefangene sitzt sie da drinnen, wäre sie aber frei, so würde sie über uns wie ein Raubvogel über der Beute kreisen.

(Die TRAUM-HAUS-FRAUEN schließen den Kreis enger um VITA. Schließlich haben sie die  neue Nachbarin umzingelt. Zischen. Keifen. Handgemenge: VITA zerrupft am Boden.)

Die TRAUM-HAUS-FRAUEN im Chor:
„Wir sind keine Frauen für lockere Treffen.“

Brigitta Falkner : collection #03

Salon Littéraire : Literatur als Video | Brigitta Falkner :

collection #03¹

collection #03 (06:00) from brigitta falkner on Vimeo.

¹ errötendes mädchen | anagramm | strange loops | palindrome #03

|||

Brigitta Falkner ( Bio – Bibliographie )

Bisher auf in|ad|ae|qu|at :

|||

Kurztitel & Kontexte bis 2012-02-26

  • rheinsein » Coincé http://t.co/b9sb66ou Feb 26, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » Salon Littéraire | Mikael Vogel : Gedichte ( 2 ) http://t.co/0eEzdqpQ Feb 26, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Kalkül der Gegner, sowie zu manche… http://t.co/4SdJ5B1t Feb 26, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Jungenroman II, Lektorat ff und ab… http://t.co/gbTjGLUz Feb 25, 2012
  • Turmsegler » Im Auge des Betrachters http://t.co/q27X6YRH Feb 25, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Miss TT auf Ölsuche. http://t.co/4xmhIr9z Feb 25, 2012
  • Aleatorik » Der Atlas des Westens V http://t.co/lROHB6a2 Feb 25, 2012
  • roughblog » Wolfgang Schlenker – knappe bedenkzeit http://t.co/nGXtU87K Feb 25, 2012
  • Gleisbauarbeiten » LEHRREICH (Über Befreiungskriege et.al.), 2004 http://t.co/E3rZhFU3 Feb 25, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » @etkbooks twitterweek (20120225) http://t.co/B8SrpnZ0 Feb 25, 2012
  • ze zurrealism itzelf » Nur ein paar stille Tage, seufzt du und lügst. Du willst nicht ohne die Gewissheit sein, … http://t.co/C3nCQmOR Feb 24, 2012
  • roughblog » Wir präsentieren in Berlin roughbook # 15: PARA-Riding http://t.co/Tv4C0iXf Feb 24, 2012
  • Kryptoporticus » Krise und Begehren http://t.co/ESvyfejK Feb 24, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Eitelkeit, Meisterklasse http://t.co/7aoM3CM1 Feb 24, 2012
  • Gleisbauarbeiten » DAS LEERE „O“ DES HERMENEUTIKERS (Georg Christoph Lichtenberg benachrichtigt, betrachtet und träumt) http://t.co/rzr4hp4t Feb 24, 2012
  • Aleatorik » Der Atlas des Westens IV http://t.co/cog7S4JT Feb 24, 2012
  • Turmsegler » Reden wir mal über eBooks und Geld http://t.co/NuVSqY3o Feb 24, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Nachkaterndes Arbeitsjournal. Frei… http://t.co/vdwoI8Dl Feb 24, 2012
  • 500beine » Mehr geht schnell.. http://t.co/Eu6QYAcr Feb 24, 2012
  • glumm » Die Sätze http://t.co/XM1vfICP Feb 24, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » DOKUMENTATION : Über Literarische Weblogs , http://t.co/4AWDTSUE und in|ad|ae|qu|at in der ‘Wiener Z http://t.co/XFzfCriV Feb 24, 2012
  • pödgyr » einen geist geeint http://t.co/VeFxZY03 Feb 24, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » manhattan transfer : blüten http://t.co/RofFoaGa Feb 24, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » Twitter Week vom 2012-02-23 http://t.co/c5jN1k2r Feb 23, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » ABDA-103-APCA http://t.co/vCxPTXzN Feb 23, 2012
  • glumm » Die Dinge waren Honig im Sommer 88 http://t.co/igrzDnxL Feb 23, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Berühmt http://t.co/OJkqPMrC Feb 23, 2012
  • Gleisbauarbeiten » PUNK PYGMALION (25): Unknown Pleasures http://t.co/oC7YQvCD Feb 23, 2012
  • 500beine » Von Philosophen und echter Philosophie http://t.co/M5HGdvRG Feb 23, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » Gerade die Unterscheidungen scharen die Dinge in einem gemeinsamen Raum. http://t.co/ct0bSeJ6 Feb 23, 2012
  • pödgyr » video.poems: ein ästhetisches manifest der antastbarkeit http://t.co/MhFhGxrr Feb 23, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Ach, meine Eitelkeit! Sowie jedoch… http://t.co/WbpOTY7E Feb 23, 2012
  • pödgyr » abriss@augenweide http://t.co/phQvPgWT Feb 23, 2012
  • Aleatorik » Der Atlas des Westens III http://t.co/2bZIeXEw Feb 22, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » ABCZ-102-APCA http://t.co/Rt1O2rRl Feb 22, 2012
  • der goldene fisch » Andreas Louis Seyerlein : ~ http://t.co/yTvhURoW Feb 22, 2012
  • Kryptoporticus » Synonyma gibt es nicht http://t.co/SA0qkEMW Feb 22, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Nicht Serengeti, sondern Meer. Arb… http://t.co/AbJhePH0 Feb 22, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » So verfluch ich die Macht! Reperto… http://t.co/QPu3NjPc Feb 22, 2012
  • Gleisbauarbeiten » „Um Sprache zu erfinden, darf der Mensch die Natur nicht bespringen.“ (Schnabelkerfen und Pri… http://t.co/aqZW8O4o Feb 22, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » Objects in the Rear Mirror http://t.co/FgU1MhVU Feb 22, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Schlow motion http://t.co/Imegw1ZH Feb 22, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » Notizen von K. K. (DTmF) http://t.co/6Dx3QcTk Feb 22, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » ABCX-100-APCA http://t.co/SPZvQKrz Feb 21, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » ABCY-101-APCA http://t.co/39tin6Mn Feb 21, 2012
  • ze zurrealism itzelf » Those were the days. Lass sie doch liegen, sagst du, sie liegen da gut, aber ich kann wie… http://t.co/8U9Hon5Y Feb 21, 2012
  • glumm » Veilchendienstag 1989 http://t.co/2VGoC7Kk Feb 21, 2012
  • tw: pinterest eignet sich ja auch als gutes synopse-tool, hier am bsp. von „UEBERICH I/II“ http://t.co/uXnHL2Oi #lbn http://t.co/Kegt7rjQ Feb 21, 2012
  • Gleisbauarbeiten » KOMM MIT (Verspätete Jubiläumsausgabe) http://t.co/OX8ALA4r Feb 21, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Die Dschungel lebt wieder. http://t.co/9FQUMK5W Feb 21, 2012
  • Visuelle Poesie » ausstellung galerie artefakt http://t.co/EEpLOKdc Feb 21, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » JFK : armzungen http://t.co/Y7PB6qx3 Feb 21, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » http://t.co/4ydV8v4I Feb 20, 2012
  • Gleisbauarbeiten » INSTANTHISTORISMUS. Generation Schirrmacher http://t.co/sitWt3Ul Feb 20, 2012
  • in|ad|ae|qu|at » NEUES VON FREUNDEN http://t.co/u8CVVGjY Feb 20, 2012
  • http://t.co/4AWDTSUE weekly wurde gerade veröffentlicht! http://t.co/2goWnXO0 ▸ Topthemen heute von @litblogs_net Feb 20, 2012
  • taberna kritika – kleine formen » Droge, Faust, Parsifal http://t.co/i4GBRgCz Feb 20, 2012
  • rheinsein » Altrheinische Glyfen http://t.co/gFBLHJNb Feb 20, 2012
  • andreas louis seyerlein : particles » lenox hill : vertikal http://t.co/fHgS6fe5 Feb 20, 2012
  • Gleisbauarbeiten » NACHTAKTIV („Karneval ist – immer noch – abgesagt!“) http://t.co/cBUsRI35 Feb 20, 2012
  • Turmsegler » My body is my instrument http://t.co/yYl42J9E Feb 20, 2012
  • der goldene fisch » Gerald Koll : Kramers Kuss http://t.co/iW8cbgQd Feb 19, 2012
  • Gleisbauarbeiten » PLURALIS MAJESTATIS (Autobiographische Fiktionen, rote Äpfel, spitze Zitzen, hysterisches Zuc… http://t.co/SiNyGQAV Feb 19, 2012
  • der goldene fisch » Gerald Koll : Zazen-Sesshin (7) http://t.co/wSHDMeg3 Feb 19, 2012
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Nach reiflicher Überlegung: http://t.co/IAhnNvYW Feb 19, 2012
  • Turmsegler » Tanz der Kobolde http://t.co/ynnFWmg0 Feb 19, 2012
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das Leben als einen Roman begreifen (1). http://t.co/hsTHTZBR Feb 19, 2012