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MICRO | -NOTE | -QUOTE : Wie sieht es aus , das “digitale Scheiben” , Herr Chervel ?

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czz-micro-note-quote-sourcne-aiga-airport-pictos-copyright-free-||| Thierry Chervel , Mitgründer und Chefredakteur des Meta- Feuilleton- Online- Magazins “Perlentaucher” zur Unterscheidung von journalistischen Inhalten im Netz im Gegensatz zu Formen ( indvduellen bzw. kollektiven ) “Digitalen Scheibens” :

Die Zukunft ist ja längst angebrochen. Das Netz hat Formen von Text hervorgebracht, die ohne es nicht existieren könnten, zum Beispiel das Blog und das Wiki, also eine extrem individualistische und eine extrem kollektive Art des Schreibens. Diese Formen können Funktionen des Journalismus wie die der Kritik oder der Information übernehmen, ohne Journalismus zu sein. Wer nach der Zukunft des Journalismus fragt, ist also gezwungen über diese Formen des digitalen Schreibens nachzudenken, die ihn untergraben, vielleicht sogar ersetzen könnten. ( … )

Wikipedia-Artikel sind Texte, die atmen, wachsen und innerlich grollen. Sie haben sicherlich nicht immer in der Realität, aber der Möglichkeit und dem Anspruch nach, den gleichen Willen zu Wahrhaftigkeit und Aktualität wie Journalismus. Sie greifen journalistische Information auf. Aber sie sind kein Journalismus. So wie sie, schon wegen ihres Echtzeit- und stets offenen Charakters auch keine Artikel einer Enzyklopädie sind. Und doch haben sie sich an die Stelle der Enzyklopädien gesetzt.

Auch das Blog stellt journalistisches Selbstverständnis zutiefst in Frage – hierüber ist oft diskutiert worden. Wie radikal anders das Blog ist, zeigt der Vergleich mit einem ebenfalls extrem subjektiven Genre des Journalismus, der Kritik: Kritiker waren daran gewöhnt, das letzte Wort zu sprechen. Danach diskutierte allenfalls noch das Publikum im privaten Rahmen. Anders als bei jedem anderen Genre hatte das Objekt der Kritik stillzuhalten. Ein Blog wie Nachtkritik.de zeigt, dass sich diese richter- oder priesterähnliche Position in der Verwaltung der Kunstwahrheit nicht halten lässt: Hier können die Kritisierten zurückschlagen. So krude, unfertig, halb bedacht Blogbeiträge oft sein mögen – durch die Kommentarmöglichkeit und den Hyperlink ist ein Blog doch immer ein Dialog, mit den Lesern, mit anderen Blogs oder Medien, und mit den Kritisierten.

Für die Debatte gilt das gleiche. Am jüngsten Streit über den Islam könnten Medienwissenschaftler wunderbar die unterschiedlichen Argumentationsstrategien der unterschiedlichen Medien studieren. Verkürzt könnte man es so ausdrücken: In den Zeitungen redete man über die Gegner, im Netz redet man mit ihnen. Deutlich wurde es in den Artikeln, in denen sich Thomas Steinfeld (hier) oder Claudius Seidl nach der ersten Runde der Debatte gegen Kritik verteidigen, häufig ohne die Adressen der sie kritisierenden Artikel (etwa hier im Perlentaucher) anzugeben. Im Netz verlinkt man zu den Artikeln, auf die man antwortet, im Journalismus teilt man die Information über die Gegner in Portiönchen aus. Und auch wenn es an Journalismushochschulen als ungehörig gelehrt wird, verzichten Journalisten häufig auf die Nennung von Quellen. Darauf basierte ja ein Teil ihrer Macht, solange die Öffentlichkeit die Filter der Medien brauchte: Was sie nicht nannten, existierte eigentlich nicht. Das SZ-Feuilleton zum Beispiel ließ in der Islamdebatte keinen einzigen Beitrag zu, der Steinfeld widersprach. Keiner der von Steinfeld Attackierten durfte antworten. Es galt nur Steinfelds Version ihrer Ideen. Das ist das Pfäffische am klassischen Journalismus, der selbst entscheiden will, was die Schäfchen wissen dürfen. Die Leser der SZ kennen dadurch allerdings nur einen Ausschnitt aus der Debatte. Im Blog kann der Blogger natürlich kritische Kommentare entfernen, aber auf die Dauer macht das sein Blog steril. Es geht nicht ohne Diskussion.

Wenn die Zeitungen sich nun einfach weiter für Zahlschranken entscheiden (die ja bei er FAZ oder der SZ nie abgeschafft wurden), schneiden sie sich auch von Möglichkeiten ab, die Text bietet, und von Erwartungen, die legitimer Weise an Text gerichtet werden. Sie konservieren, für ein Weilchen, die alte Welt in der neuen. Der Zeitungsartikel ist hermetisch, der Blogbeitrag porös, die Kritik ist rund (oder spitz), der Blogbeitrag fragmentarisch. ( … )

Verlagen und Autoren steht die schwierigste, aber auch aufregendste Zeit seit Erfindung des Buchdrucks bevor. Ist ein Buch, das nicht in Gestalt eines Buchs erscheint, überhaupt ein Buch? Jürgen Neffe träumt von “undruckbaren Büchern”, die nur in digitaler Form existieren können und neue Formen der Erzählung und Darstellung ausprobieren. Ist die Entscheidung eines heutigen Autors, einen Roman im klassischen Sinne zu schreiben, bereits so etwas wie die Entscheidung eines Oulipo-Autors, ein Gedicht ohne den Buchstaben “e” zu schreiben, eine willkürliche, selbstauferlegte Regel und geistige Askese? Wird das Genre des Romans außerhalb des Gegenstands zwischen Buchdeckeln überleben?

Das Buch verschwindet von seinen Rändern her, oder genauer: Es löst sich auf in den neuen Aggregatzustand der Zeichen wie Eisschollen im Klimawandel. Bestimmte Formen sind obsolet geworden: Die Wikipedia ersetzt den Brockhaus. Wozu noch Loseblattsammlungen? Reiseführer lassen sich in digitalisierter Form viel besser aktualisieren – und mit Leserkommentaren versehen. Naturwissenschaftliche Erkenntnis wird nicht mehr in Büchern verbreitet, sondern in Zeitschriftenartikeln – und diese Artikel sind in Wirklichkeit Dateien in Onlinedatenbanken, die man durch supermassive Bezahlschranken abschottet, sofern sie nicht open access sind. In den Geisteswissenschaften könnte eine ähnliche Entwicklung bevorstehen – der “Heidelberger Appell” war die Immunreaktion der traditionellen Akteure gegen das Kommende.

Nur das ans breite Publikum gerichtete Sachbuch und die Literatur stehen scheinbar unangefochten da. Jahr für Jahr werden neue Romane veröffentlicht, unsterbliche Meisterwerke darunter wie Roberto Bolanos2666” oder David Foster Wallace’ “Unendlicher Spaß“. Nur wenige Schriftsteller scheinen sich für die neuen Formen von Text und Schreiben zu interessieren, die im Netz entstanden sind. Kaum einer führt ein Blog, wo er skizzieren und experimentieren und nebenbei auf neue Art mit seinem Publikum diskutieren könnte. Manche Autoren lassen sich mit ihrer Schreibmaschine filmen.

Aber auch der Roman ist nichts Ewiges. Er ist entstanden durch den Buchdruck und die Existenz eines breiteren Publikums, das lesen konnte. Damals galt er als das ganze Neue und Verdächtige. Seine Sprache war ungebunden – also lose. Anders als Versepen deklamierte man ihn nicht in Gesellschaft, sondern las ihn in seiner Kammer. Der Rahmen fehlte. Der Roman, das waren Bücher, die man “mit einer Hand” las. Pastoren und Professoren rieten besonders den Mädchen und Frauen ab. Das Autoerotische am Genre war zutiefst verdächtig, die entfesselte Imagination in einer Sprache, die sich durch ihren Prosacharakter selbst zum Verschwinden brachte. Wo ist der Halt, die Kontrolle? Der Roman zermanschte das Gehirn!

Hm, vielleicht sollte man das Genre mit den neuen Mitteln neu ausprobieren?

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Der Ruf nach der Entwicklung von neuen Formen “digitalen Schreibens” , wie es aus Chervels “Ententeich” erklingt , ist fraglos äusserst berechtigt . Nicht ganz legitim will uns das rhetorische Zusammenrühren ( und heimlich wieder Auseinandernehmen ) der Kategorien “Journalismus” , “avancierte Romankunst” , von “unpaid” ( Blogs , Wikis ) zu “paid content” ( Zukunftshoffnung der Zeitungen ) erscheinen . Für Jemanden , der nicht nur die Kurzreferaate sämtlicher Rezensionen der deutschen Qualitätspresse an den Online- Buchhändler libri.dev verkauft , sondern auch die gesamte “Feuilletonrundschau” an Spiegel Online verscherbelt , wird hier aus dem Glashaus ganz schön heftig mit Steinen geworfen . Belastbare Modelle des “digitalen Schreibens” finden sich “Im Ententeich” jedenfalls nicht .

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Update : Zum 10jährigen Bestehen des “Perlentauchers” befragt , definiert Chevrel  dessen zentrale Tätigkeitwie folgt :

Wie würden Sie den Perlentaucher beschreiben? Was machen Sie konkret?

Der moderne Begriff ist “händisch aggregieren”. Wir machen Presseschau. Wir verlinken und verweisen auf interessante Inhalte im Netz. Zum anderen sind wir publizistisch zunehmend zu einer eigenständigen Stimme geworden.

MEEDIA- Interview mit Chefredakteur Chervel : “Currywurst-Bude” Perlentaucher ( Meedia , 15. 3. 1010 )

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F4/O6/E24

Oktave. 198//Vielleicht nicht das Gesammelte, nicht das Dichte, das die Form bestimmt und ein Wort bildet. Die Bebilderung des Geistes. Auflösung. Die Formel eines Gedichtes ohne Fassung, ohne Titel. Das Aquarium eines Fisches. Verschwiegen, er und es. Das Lot am Horizont befestigt. Den Himmel zu sich ziehend. Auch er Wasser. Und während der Schnee fällt, steigt der Wal auf.

Die Bergung. Die Dame mit Hut las. Das Einhorn hatte ich nicht gesehen. Es sei hinter ihr gestanden. Ab und zu mit dem einen Vorderhuf im Moos geschart, das sich mit den Jahren über den Fussboden ausgebreitet hatte, durch die Ritzen der roten Fliessen, als wäre ein Teppich vor die Füsse der Frau und unter den Stuhl ausgerollt worden. Die Zeit war nicht still gestanden. Der Wind wehte vom Meer her und bewegte die Wellen flussaufwärtes. Es könne nicht sein, dass sie den ganzen Tag so dagesessen und gelesen hätte, denn es lag Schnee und die Sonne hatte nicht die Kraft, die Steine, auf denen die Frau sass, einmal auf diesem, einmal auf dem andern, aufgewärmt hätte. Das Schmelzwasser aus der Dachrinne. Das Gurgeln des Baches, die Orchestrierung in der Szene, ein Singsang, gaben dem Gemälde etwas Gedankenloses, etwas Unwirkliches. Doch es könnte auch die Zusammensetzung der Figuren gewesen sein, die ohne eine ersichtliche Bestimmung, ohne eine Verbundenheit, die Komposition bestimmten; den Blick von der Veranda in den Park, vor den Stufen die Statue der Dame mit Hut. Lieber Freund, schrieb sie, hätte sie geschrieben, oder würde sie schreiben; Jetzt, der erste Tag mit Sonne und einer Ahnung Frühling, seit ich hier angekommen bin. Wäre der heutige Tag nicht, ich hätte angenommen, dass hier nur Nebel existieren, die den Park und die Welt hinter ihm, einhüllen, als würden sie ein Geheimnis hüten, als müssten sie es im Verborgenen halten. Nebelland. Ohne Konturen, ohne Schatten, ohne Geräusche. Das Wissen um das nahe Meer brachte keine Welle an Land und das Bewusstsein darüber, dass es so ist. Man wäre aufgestanden und in ein Nichts gelaufen. Nichts, das einem Gewissheit gab, etwas zu erkennen, ein Zeichen, das Hiersein bezeugte, keinen Namen, kein Wort, kein Beschreiben. Der Leere Inhalt. Ich hatte den Eindruck, als hätten die Tage zuvor nie existiert, als hätte es nie einen Schmerz gegeben, als gäbe es nur diesen Tag mit Sonne, der die Erinnerung an Nebel aufgelöst hatte und die Welt im Jetzt entbirgt. Es ist, als hätte die Zeit nur auf diesen einen Augenblick hin gewartet, in dem ich in der Sonne sitze und an Sie schreibe. Der Wind bewegt sanft die Blätter des Bambusbusches und das Wasser aus der Dachrinne teilt in seinem Fallen die Stille in diese und jene Wirklichkeit, ohne Schattierung im Bild der Dame mit Hut.

Deutschlands Freiheit

Heute Morgen las ich im „Handelsblatt“, dass allein die Commerzbank neun Milliarden Euro Steuergelder erhalten habe. Gestern stand in meiner Tageszeitung zu lesen, Städtetagspräsident Gönner sorge sich, weil die Kommunen immer mehr an Straßenbau, Schwimmbädern, Theatern und Bibliotheken sparen müßten: „Das zerfetzt irgendwann auch mal die demokratische Stabilität.“ Und heute lese ich treffend Zitate des ehemaligen Kulturstaatsminister Naumann und seines Nachfolgers Neumann:

„Das bedeute auch, «wenn Politik ausgerechnet an diesem sowieso schon schwachen Feld kürzt, kürzt sie an ihrem eigenen inneren Sinn. Das müssen auch die jetzt in Not geratenen Kommunalpolitiker verstehen. Und jeder Kommunalpolitiker, der sich entscheidet, Bilder eines Museums zu verkaufen, weil sie ihn nicht interessieren, macht weitreichende Kulturpolitik, und zwar schlechte.» Und wenn wie in Wuppertal überlegt wird, ein Theater womöglich zu schließen, einen Ort, wo Pina Bausch Tanztheater-Weltgeschichte geschrieben hat, wenn man also ernsthaft daran denkt, diesem wahrhaft historischen Ort den Finanzhahn zuzudrehen, dann ist das einfach eine Schande, und ein völlig falsches Signal sowieso.»

Die Kulturausgaben seien keine Subventionen, meinte Naumann und argumentiert damit wie sein jetziger Nachfolger als Kulturstaatsminister, Bernd Neumann (CDU). «Kein Mensch sagt, die Bundeswehr wird subventioniert, aber die Kultur wird angeblich subventioniert. Das ist lächerlich. Das Volk der Dichter und Denker ist in Wirklichkeit noch immer befangen in einer Vorstellung von Politik als etwas Kulturfernem. Und Politiker sehen sich in diesem Land als Mäzene, die sich herabneigen und der Kultur etwas spenden aus dem Steuersäckel – niemals würden wir das vom Verteidigungsminister sagen. Deutschlands Freiheit wird in Wahrheit nicht am Hindukusch verteidigt, sondern in den Theatern, Konzertsälen, Opernhäusern, Museen und Buchläden und natürlich in den Schulen – dort wird unsere Freiheit in Wirklichkeit konstituiert und verteidigt.» (Mehr unter anderem in derAhlener Zeitung).

Die Commerzbank ist systemrelevant, Kultur jedoch ebensowenig wie Schwimmbäder und „glückliche Menschen“ oder wenigstens Menschen, die ihr Leben gestalten können bzw. ihre Kinder anständig ernähren können. Nach Guido Westerwelles Ausfällen und den Anmerkungen Gönners und Naumanns sollten wir Schriftsteller, wir Intellektuellen doch ruhig einmal die „Systemfrage“ stellen. Inwieweit leben wir in einer Demokratie oder herrschen tatsächlich dekadente, spätrömische, also herzlich wenig demokratische Zustände?

Bitter im Mund

Monique Truong: »Bitter im Mund«, C.H.Beck 2010
Monique Truong: »Bitter im Mund«, C.H.Beck 2010, Foto: © Marion Ettlinger

••• Auf Monique Truongs neuen Roman »Bitter im Mund« musste ich länger warten, als mir lieb war. Bereits vier Monate vor Erscheinen wusste ich, dass ich dieses Buch lesen muss, und ich hatte eine sehr bestimmte Ahnung, dass ich es auch mögen würde. »Bitter im Mund« ist – wie »Die Leinwand« – im Verlag C.H.Beck erschienen, und aus diesem Grund konnte ich in der Verlagsvorschau, in der auch mein Buch angezeigt wurde, bereits den Klappentext zu Truongs neuem Roman lesen, als der noch nicht einmal fertig ins Deutsche übersetzt war.

»Du würdest unter dem zerbrechen, was ich über dich weiß, kleines Mädchen.« Das sind die letzten Worte der Großmutter Linda Hammericks, und es bleibt ihr überlassen, herauszufinden, was damit gemeint war. Linda, Mitte der Siebziger Jahre in Boiling Springs, North Carolina, aufgewachsen und heute in New York lebend, hat eine Gabe, die sie vom Rest der Familie unterscheidet. Sie kann Wörter »schmecken«, und an diese besonderen Wahrnehmungen heften sich zugleich ihre Erinnerungen. Aber ihre frühe Kindheit liegt im Dunkeln, geblieben ist ihr nur ein bitterer Geschmack im Mund, den sie keinem bestimmten Wort zuordnen kann.

Linda Hammerick ist die Erzählerin dieser modernen Südstaatensaga; und Linda erzählt sich selbst, beginnend mit ihrem siebten Lebensjahr. Ein »Davor« gibt es nur im Leben der anderen, ihrer nahen und entfernten Familienmitglieder. In ihrem eigenen Leben scheint es dieses »Davor« nicht zu geben. Und wenn Linda über ihre Mutter DeAnne schreibt, sie sei allem Anschein nach bereits als 35-Jährige zur Welt gekommen, so kann man mit gleichem Recht annehmen, Linda hätte ihr Leben als Siebenjährige begonnen. Ihr Großonkel, den sie immer nur beim Kosenamen Baby Harper nennt, ist ein leidenschaftlicher Fotograf. Dass er selbst, da immer hinter der Kamera, nie auf den unzähligen Familienfotos auftaucht, berichtet Linda. Dass auch sie selbst auf keinem der von ihr beschriebenen Fotos zu sehen ist, obgleich der geliebte Großonkel doch keine Gelegenheit ausgelassen haben dürfte, sie zu fotografieren, das hingegen spricht Linda nicht aus.

Was Linda erzählt, ist die Geschichte einer in den Südstaaten verwurzelten Familie. Sie berichtet von drei Generationen, allesamt ehrbare weiße Südstaatler, Anwälte und sogar Richter, bei deren Charakterisierung man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, sie wären allesamt noch höchstselbst als Landnehmer nach North Carolina gekommen, Ur-US-Amerikaner gewissermaßen und so weiß, dass sie die in Boiling Springs zweifellos ebenfalls lebenden »Schwarzen« nicht einmal wahrnehmen, geschweige denn, dass sich ihr Leben mit deren Leben kreuzen würde – sieht man einmal vom Bitte-Danke an der Supermarktkasse ab.

Die Erzählung setzt ein mit dem Tod der Großmutter Iris, einer Frau, die die ebenso seltene wie unbequeme Eigenschaft besaß, »immer die Wahrheit zu sagen«. Und »immer« meint hier tatsächlich »immer«. Wenn Iris also auf dem Totenbett zu ihrer Enkelin den oben zitierten Satz spricht, kann kein Zweifel daran bestehen, dass tatsächlich etwas geschehen sein muss, an das Linda sich nicht erinnern mag oder erinnern kann, und folgerichtig beginnt sie umgehend, ihre und die Vergangenheit der Familienmitglieder erzählend zu durchforsten: Was nur könnte Iris gemeint haben?

Hinweise auf eine Antwort finden sich jedoch weder in den über 800 Mädchenbriefen, die Linda über Jahre mit dem Nachbarsmädchen Kelly getauscht hat, noch auf den Fotos in den Alben Baby Harpers. Ja, mit gerade einmal 11 Jahren muss Linda eine Vergewaltigung erdulden, durch einen Typen namens Bobby, ein Cousin Kellys, den Mutter DeAnne angeheuert hatte, um den Rasen rings um das blaue Ranchhaus zu mähen, in dem die Hammericks leben. DeAnne, mutmaßt Linda, hätte es auf diesen Bobby abgesehen gehabt und so ihre Tochter fahrlässig dem »Kinderschänder« ausgeliefert, indem sie ihm sorglos gestatte, sich »im Haus die Hände zu waschen«. Bobby verstand etwas anderes darunter. Linda erzählt aber niemandem davon. Iris konnte es, als sie ihren Orakelsatz sprach, unmöglich gewusst haben. Und selbst Baby Harper erfährt erst Jahre später davon, an Lindas letztem Abend in Boiling Springs, dem Abend des Abschieds, dem Abend der Geständnisse, bevor sie abreist, um in Yale zu studieren.

Linda beschreibt im ersten Teil des Buches die Highschool- und College-Zeit mit den üblichen Quarterback-Ken-und-Cheerleader-Barbie-Geschichten, einer langwierigen, heftigen Verliebtheit und und und… Alles ist so easy oder eben auch schwierig, wie Teenager-Sein nun einmal ist. Gelegentlich hat man den Eindruck, diese Biographie sei eine Art Abziehbild, schematische Blaupause ungezählter Hollywood-Filmdrehbücher. Nein, in all diesen Erzählungen findet sich kein verwertbarer Hinweis auf jemanden oder etwas, das Großmutter Iris‘ Satz rechtfertigen könnte: »Du würdest unter dem zerbrechen, was ich über dich weiß, kleines Mädchen.«

Dennoch kann man nicht anders, als Monique Truong aufmerksam zu lauschen. Sie erzählt technisch auf höchstem Niveau. Die Idee, Linda mit einem sechsten Sinn auszustatten, der sie Wörter schmecken lässt, liefert immer wieder ganz wunderbare Erzählfiguren, die ich genossen habe, und es ist ein Verdienst der Übersetzung, dass sich der Zauber dieser Verbindung zwischen Wortbedeutung und Wortgeschmack auch im Deutschen mitteilt, etwa wenn Linda ihren Nachnamen »zerschmeckt«:

Ich zog das »Ham« in die Länge, verweilte beim »me« und weichte das »rick« etwas auf. Ich wiederholte das Wort, und jedes Mal, wenn ich seine drei Silben langsam im Mund miteinander verband, stieg mir der kitzelnde Geschmack süßer Lackritze mit einem Nachhall von Holzrauch in den Mund. Ein Phantomschluck Dr. Pepper. Auf dich, Iris.

»Bitter im Mund« ist literarische haute cuisine. Ich habe dieses Buch nicht einfach nur gelesen, sondern Seite für Seite gegessen, die Geschichte, die Worte geschmeckt. Truong ist eine Wortzauberin, eine Dichterin, die hier geschliffene, atmosphärisch aufgeladene Prosa liefert. Besonders sympathisch empfand ich, wie liebevoll sie sich ihren Figuren nähert, selbst den problematischen wie etwa der des Vergewaltigers Bobby. Keine ihrer Figuren muss sich fürchten, von ihr erzählt zu werden. Denunziation gibt es nicht.

Und dennoch: Auf Seite 120 etwa habe ich mich zum ersten Mal gefragt, ob – und wenn ja warum – diese Geschichten erzählt werden mussten. Auf Seite 150 war ich sogar einmal versucht, trotz allen poetischen Vergnügens das Buch beiseite zu legen, aber ich blieb bei Linda … Und dass ich geduldig war, wurde belohnt.

Etwa in der Mitte des Buches berichtet Linda von ihrer Abschlussfeier in Yale, von dem Augenblick, als sie aufgerufen wird, um vor den Mitabsolventen ihres Jahrgangs ihr Diplom entgegenzunehmen. Mit einem einzigen unscheinbaren Satz stellt Monique Truong alles bis dahin Erzählte auf den Kopf, und von diesem Moment an hebt der Roman ab wie ein Jet. Kein Stein bleibt auf dem anderen, keine Figur bleibt, was sie zunächst zu sein schien, und eine Flut von »Enthüllungen« (so der Titel des zweiten Teils des Buches) lassen über dem zuvor erzählten Abziehbild eine andere, eine heftige, schmerz- und verlustreiche Erinnerungslandschaft aufleuchten. Von alldem will ich nichts verraten. Den magischen Satz aber will ich zitieren:

Linh-Dao Nguyen Hammerickdr.pepper, summa cum laude, Literaturroastbeef

So wird »Linda« aufgerufen. Während das Wort »mum« nach Schokoladenmilch schmeckt und »Linda« nach Minze, schmeckt »Linh-Dao Nguyen« nach … Ja, wonach? Es hinterlässt im Mund einen bitteren Geschmack.

Monique Truong, 1968 in Saigon geboren, kam mit sechs Jahren in die USA. Sie studierte an der Yale University und der Columbia University School of Law und arbeitete in einer namhaften New Yorker Anwaltskanzlei, wo sie sich auf Urheberrecht spezialisierte. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien und wurde für ihren ersten Roman »Das Buch vom Salz«, der in viele Sprachen übersetzt wurde, u. a. mit dem Fiction Award des Bard College und dem Young Lions Award ausgezeichnet. Monique Truong lebt in New York. Ihr neuer Roman »Bitter im Mund« (328 Seiten, 19,95 €) ist soeben in deutscher Übersetzung bei C.H.Beck erschienen. Die englische Originalausgabe ist erst für August 2010 angekündigt.

Die Banater Emmanuelle.

„Ich möchte Ihnen keine Probleme wegen Ihrer Frau bereiten.” Sagte sie. Ich hatte an der Theke des >>>> Soupanovas gesessen, es war proppevoll gestern nacht. Ob sie mich wohl gleich erkannte? >>>> „Junge Frau”, das hatte ihr g a r nicht gefallen, war mein Gefühl; vertraute ich ihm, dachte ich vorher, dürfe ich auf gar keinen Fall Krawatte tragen.
„Ich habe erwartet, Sie im Anzug zu sehen”, sagte sie denn auch, die junge Frau.
„Nicht im Soupanova.” Was gelogen war: ich zieh an, wonach mir ist. Bei ihr war mir nach harter Lederjacke. Lammfellweste drunter, was dann erst recht zu warm war. Cigarillos, logisch. Ich erkannte sie sofort, als sie eintrat. Au weia, dachte ich. „Ich möchte Ihnen keine Probleme wegen Ihrer Frau bereiten”, war der erste Satz, den sie zu mir sagte.
„Das gibt keine Probleme. Meine Frau und ich, wissen Sie, das ist ein seltsames Verhältnis. Sie lehnt mich sexuell ab… nein nein, ich habe kein Problem damit, das offen zu sagen. Man kann sagen: sie lehnt meine sexuellen Neigungen ab. Dennoch sind wir zusammen. Dennoch, sie ist meine Frau. So ist das.”
„Sie sind in sexueller Hinsicht ziemlich frei, oder?”
War das bereits der Flirt? „Das Problem sind mehr meine Geliebten. D i e finden meine Eskapaden nicht lecker. Meiner Frau sind sie egal.”
„Geliebten? Immer gleich in der Mehrzahl?”
„Sehen Sie”, sagte ich, „Sie jetzt auch schon.”
Ich half ihr aus der Jacke. Sie ist relativ hochgewachsen, wie viele junge Menschen heutzutage, ich bin dagegen ein Kleinwüchsler von einsneundundsiebzigeinhalb. Eine Geliebte hatte mal gesagt, sie trage in meiner Gegenwart besser keine hohen Schuhe. Was mich verstimmt hatte. Daß „es” nicht der Körperwuchs sei, hatte ich erwidert und mir spontan angewöhnt, von j e d e r Frau ab, sagen wir, 1.77 einzufordern, um EmmanuelleArsansWillen nie auf hohe Schuhe zu verzichten. „Ich trage keine hohen Schuhe”, sagte nun d i e s e Arsan. Sie war auch sonst jugendlich gekleidet: Jeans, Pulli, darüber ein dunkles Blouson – eine schmale Frau, die einmal elegant werden wird. Weiß sie aber noch nicht. Spontan die Lust, ihre linke Brust zu berühren. Man sagt mir zwar anderes nach, aber das stimmt nicht: ein Grabscher war ich nie. Nur die Augen halt. Ich schaue immer direkt, nie verstohlen. Sie merkte das und ging ein wenig ins Hohlkreuz.
„Das hat Ihnen nicht gefallen, das mit der jungen Frau.”
„Ich bin 26.”
„Eben.”
„Wissen Sie: rotes Haar ist an sich nicht mein Revier.”
„Sind Sie enttäuscht, weil sich das ändert?”
Da war ich erstmal sprachlos.
Sowieso.

Ich war davon ausgegangen, daß wir uns duzen würden, von Anfang an; sie ließ mich aber, bis zum Schluß, aus meinem inszenierten Sie nicht heraus. Ihr das Du anzubieten, hätte was von einem etablierten Herrn gehabt, der sich zu einer „Kleinen” herunterbeugt, was in unserem Fall schon wegen Arsans Körperhöhe nicht geht, aber vor allem meinem Jagdtrieb vors Schienbein, nein: vor beide, getreten hätte; Lederjacke, sag ich nur. Ich saß auf dem Barhocker, sie stand neben mir. Ich hatte keine Lust, chevaleresk zu sein. Heute mal nix Alte Schule. Übrigens ließ sie ihre Blicke genau so sinnlich über mich laufen. Genau so klar war aber, daß sie mich heute nicht mit ihr schlafen lassen würde. Noch nicht. Leser, Sie werden meinen Genuß kaum ahnen, das hier hinzuschreiben und dabei zu wissen, daß sie es lesen wird. Ich schreib das eigentlich auch nur für sie, nicht für Sie; daß Sie dabei zugucken, garantiert die kleine pikante Perversion, die ich bei so etwas schätze. Was diese (ich insistiere:) junge Frau ziemlich gut weiß. Überhaupt war sie informiert über mich, man kann sagen: sie hatte sich vorbereitet. Nicht für ein devotes Vorstellungsgespräch (sowas inszeniere ich ja auch immer mal gerne für Blinddates), sondern auf einen Ringkampf. Sie sagte das nicht, aber ich hörte: „Ich bin keine Trophäe”. Wahrscheinlich stellte sie sich um meinen Schreibtisch herum lauter Souvenirs von Frauen vor. Vor noch drei Jahren hätte sie recht gehabt. Über meiner Schreibtischlampe hingen damals zwei Nylons, nein, nicht von einer Frau, in meine Schreibtischschublade tat ich fast zwei Jahre lang Slips von Frauen, die sie mir beim allerersten Treffen gaben, an der Bücherwand hing ein BH. Sowas gefiel mir. Ein Ohrreif, den ich einer Schönen nachts aus dem Läppchen riß, nicht absichtlich, nein, sondern wir fielen so übereinander her, und das Blut schmeckte mir, ich kann ganz versessen auf Blut sein, auch auf jenes mit dem starken Metallgeschmack… – also der Ohrreif, fein, silbern, liegt bis heute auf meinem Schreibtisch, ich schaue ihn immer wieder an. A u c h eine hochgewachsene Frau, übrigens, Basketballerin, Profisport. Dann fing ich eine Liste aller Frauen an, mit denen ich jemals geschlafen habe, ich numerierte sie durch, das wäre sonst unübersichtlich geworden – ich brach das aber ab, weil ich hätte auch diejenigen Frauen mit draufschreiben müssen, die ich wirklich geliebt habe und immer noch liebe. Das wollte ich nicht. Es waren bis da hundert/hundertfünfzig Namen, ich weiß nicht mehr, so schwindlig war mir. Die Angelegenheit selber ist kein Grund, sich zu schämen; ein Grund, sich zu schämen, ist, daß einem manche Namen nicht mehr einfallen, man hat nur noch den Vorschein eines Gesichtes, oder einen Sprechklang, oder eine besondere – „technische” ist falsch – Vorliebe; auch sehr schwere Brüste bleiben in der Erinnerung, die in den Handflächen sogar taktil erhalten ist. Eine andere Frau, die momentan eine Rolle zu spielen beginnt, schrieb: ihre Art (ihre A r t, stellen Sie sich vor!) sei immer auf den Samen des Mannes aus. Das sind so Sätze, denen keiner entkommt. Es sind nämlich nicht Sätze, sondern Fallen: hier ist es sogar eine Rutsche, über die man hoffnungslos in den Schlamm der Seeufer glitscht. Dann wird gefaßt, er wird gezogen und ertränkt. Am besten hört man diesen Sätzen gar nicht erst zu. Am besten, man liest weg. Kann man aber nicht, weil sie zu gut, zu perfekt gewundene Schlingen sind; einer wie ich dürfte nicht mehr vor die Tür, wollte er sich nicht verfangen. Das wissen diese Frauen. Den Kokolores von Seelennähe und pochender Verliebtheit, die an den Wänden der Pubertät entlangstreicht, dürfen Sie, Leser, getröstlichst vergessen, wenn die Genetik Arsans herrliche Zähne zeigt. Ich hab mal in einem Porno eine Szene gesehen, very close up, die eigentlich nichts war als die Szene, die man in j e d e m Porno sieht. Hier aber sah man die unpersönliche Gier, eine von der Frau wie von dem Mann als Bewußten völlig abgelöste Gier, eine Gier des Organs, muß man das nennen: und zwar, wie die inneren Labien über den Schaft leckten n a c h dem Erguß: sie leckten ihn a b; da sollte nicht ein bißchen vergeudet werden, nein, alles alles sollte rein. Das war der Wille des Organs und hatte mit den beiden Beteiligten gar nichts mehr zu tun. „Irgend eine Kraft des Universums hatte sich in einer Stelle ihres Körpers konzentriert”, schreibt Pynchon.
Über alledies sprachen wir, Frau Arsan und ich, aber gar nicht mehr, sondern das war eine Voraussetzung. Es wurde spät, nein: früh, als wir uns trennten. Sie erzählte, wie sie zur Literatur gekommen sei, sie erzählte von Rumänien, vor allem von ihrem Großvater, so kamen wir auch auf >>>> Peter Grosz, kamen auf Hertha Müller und Richard Wagner. Da war sie naiv. Sie g l a u b t e einfach, was geschrieben stand, was behauptet wird, was inszeniert ist; sie war dieser ganzen Heuchelei, bei der es nur um Machtpositionierung im Literaturbetrieb geht, wie ein ganz kleines Mädchen aufgesessen. Ich fand, sowas stehe ihr nicht. Also diskutierten wir. Ich berichtete ihr von den Hintergründen; vieles wußte sie einfach deshalb nicht, weil sie viel zu jung gewesen ist damals… überlegen Sie mal: als die Mauer fiel, war sie fünf. Was konnte sie erlebt haben von den Banater und Siebenbürger Auseinandersetzungen noch zur Ceauşescu-Zeit? Nichts, gar nichts. Alles nur ein Hörensagen. Ich blieb aber sehr ruhig, jetzt wirklich mal der ältere, besonnene Mann. Der einfach nur Verhältnisse geraderückt. Und ihr nebenbei zeigte, wie dieser Betrieb funktioniert und wo die Fußangeln liegen. >>>> Scheel, der als ein solcher peinliche Anhänger John Waynes, weil damit besondrer US-Experte für europäisches Denken, hat sie >>>> mit ihrem Foster-Wallace-Projekt zum >>>> Merkur eingeladen; das muß man sich vorstellen. Andere nicht. Weshalb? „Sie sind eine schöne junge Frau, deshalb.” „Aber er hat mich doch noch nie gesehen.” „Das spielt keine Rolle, weil er eine Projektion von Ihnen hat und weil Sie diese weibliche Fähigkeit h a b e n, Projektionen in Männern auszulösen. In mir auch, klar. Wenn man Sie treffen will, sein Sie damit heikel. Alle wollen eines, in beruflichen Zusammenhängen ist das blöd, wenn Sie dann abweisen müssen. Das hat Folgen. Mir haben die Schwulen immer übelgenommen, daß ich nicht zu ihnen gehöre. Was meinen Sie, was ich deshalb an Aufträgen alles verloren hab. Und was Sie anbelangt: klar, i c h will das auch, selbstverständlich, es wäre außerdem beleidigend für Sie, wollte ich es nicht: mir Ihren Körper nehmen. Aber auf mich sind Sie beruflich nicht angewiesen, es ist sogar besser, Sie erwähnen mich nicht, damit man Sie nicht in Gruppenhaft nimmt. Also haben Sie jede Freiheit, meine Avancen abzuwehren.”
Da lachte sie was. Ganz frei, fast unschuldig. Was sie natürlich nicht ist.
Dann Foster Wallace. Verhältnismäßigkeiten. Was alles nicht mehr bekannt ist. Die Großen Romane. Was Dichtung ist. Was das L e b e n eines Dichters ist. Daß es sich nicht um einen Beruf handelt. Daß man nie wissen wird, ob man wirklich einer war, noch dann nicht, sagt Mahler, wenn man auf dem Sterbebett liegt. Daß da immer eine tiefe Unsicherheit bleibt, die man entweder mit öffentlichem Erfolg bemäntelt oder mit Größenwahn oder mit beidem. Darüber sprachen wir. Ich war erregt, als ich ging. Es war an mir, das Gespräch zu beenden, i c h führe, Punkt. Aber ich war erregt. Es war irgendwas nach eins. Wir werden uns wiedersehen. Abermals: Punkt.

Das Konzert

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Hartmut Lange – Foto © Renate v. Mangoldt, 1987

••• Gestern kurz vor Schabbesausgang hätte mein Sohn beinahe die neue Synagoge am Jakobsplatz in Flammen gesetzt. Während des Nachmittagsgebets wollte er unbedingt aufs Klos, kurz darauf gleich wieder. Da wurde ich misstrauisch, und schließlich bemerkte ich den Brandgeruch und sah kurz darauf die Bescherung. Zwei Stapel Papierhandtücher waren angekokelt. Ein einsam dastehendes Jahrzeitlicht war wohl zu verführerisch gewesen. Die angebrannten Papierhandtücher lagen dann, grad noch gelöscht, im Handwaschbecken. In so einem Moment gehen einem die schlimmsten Katastrophenszenarien durch den Kopf. Wie macht man einem grad Sechsjährigen klar, dass er sich und andere umbringen kann durch solchen Experimentierdrang? Immerhin war er von panischer Angst geschüttelt – vorm Feuer wie der zu erwartenden Strafe…

Dem Flammentod sind wir also noch einmal entgangen und fanden uns nicht unversehens in der Kulisse der Geschichte wieder, die ich in den letzten zwei Tagen gelesen habe. Lesen durfte, müsste ich sagen, denn Hartmut Langes Novelle »Das Konzert« – von der Herzdame im Untergeschoss des Münchner Hauptbahnhofs bei einem Trödler erstanden – hat mich richtig glücklich gestimmt.

Die Hauptfiguren in Langes Buch sind allesamt tot und fristen dennoch eine Art gesellschaftlichen Daseins – in einer im Zustand zum Zeitpunkt ihres Todes eingeforenen Umwelt, die über jene Wirklichkeit der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts, aus der heraus Lange erzählt, projiziert ist. So können sie beispielsweise eine Vorkriegsvilla in Berlin bewohnen, die längst abgerissen ist und auf deren Grundstück unterdessen schmucklose Bungalows stehen. Und sie können sich im Salon von Frau Altenschul treffen:

Wer unter den Toten Berlins Rang und Namen hatte, wer es überdrüssig war, sich unter die Lebenden zu mischen, wer die Erinnerung an jene Jahre, in denen er sich in der Zeit befand, besonders hochhielt, der bemühte sich früher oder später darum, in den Salon der Frau Altenschul geladen zu werden, und da man wußte, wie sehr die elegante, zierliche, den Dingen des schönen Scheins zugetane Jüdin dem berühmten Max Liebermann verbunden war, schrieb man an die Adresse jener Villa am Wannsee, in der man die Anwesenheit des Malers vermutete.

Viele, der bei Frau Altenschul versammelten Künstler und Kunstverehrer sind jüdischer Herkunft. So auch der nun auf ewig 28jährige Pianist Lewanski, der beim Versuch der Flucht aus dem besetzten Polen auf dem Bahnhof von Litzmannstadt mit falschen Papieren angetroffen und wie beiläufig von einem Hauptsturmführer der Waffen-SS mit einem Genickschuss hingerichtet wurde. Dieser Lewanski gibt nun in einem Saal des Charlottenburger Schlosses ein Konzert für die Toten, das diese zu Tränen rührt – auch den gegen den ausdrücklichen Wunsch Lewanskis und von Frau Altenschul am Fenster lauschenden Uniformierten, der zwar den Totenkopf und die SS-Runen von seiner Uniform entfernt hat, aber dennoch als der Mörder zu erkennen bleibt, der Lewanski auf dem Bahnhof Lodz erschossen hat.

Lewanski spielt Chopin, Webern und Beethoven. Und trotz des Jubels und diverser Da-Capos fühlt er sich an der E-Dur-Sonate Beethovens gescheitert. Der immer zynische Schulze-Bethmann sagt es ihm denn auch unumwunden: Für dieses Stück waren sie zu jung. Sie hatten im Leben keine Gelegenheit, die Reife zu erwerben, die es braucht, um dieses Stück wirklich meisterhaft spielen zu können.

Schulze-Bethmann ist zwar von Frau Altenschul damit betraut, den SS-Mann auf Distanz zum Salon und deren Mitgliedern zu halten. Er selbst pflegt aber Umgang mit dem toten Mörder:

Und nun sprach er davon, daß Herr Klevenow ihn, Schulze-Bethmann, mit einem Seil nahe einem Birkenwäldchen sehr rasch und in bester Absicht erdrosselt hätte. Er sage dies ohne Ironie. Im Leben, fügte er hinzu, geschehe fast alles, auch das Erdrosseln, in bester Absicht, und Herr Klevenow wäre allerdings der Meinung gewesen, daß es geboten sei, einen Juden derart zu behandeln. Insofern müsse man Herrn Klevenow, fügte er weiter hinzu und widerstand der Versuchung, diesen mit einer freundlichen Bewegung der Hand zu berühren, aufrichtig bedauern. Er habe die Menschheit bessern wollen, stünde nun aber als gemeiner Mörder da. Es sei nicht unerheblich, sagte Schulze-Bethmann, wie um seinen Mörder, der aschfahl geworden war, verbindlicher zu begegnen, daß Herr Klevenow die Insignien seiner hochmütigen Absicht sofort, nachdem er selbst hätte sterben müssen, an sich entfernt habe und daß er wünsche, dies als Eingeständnis seiner Schuld zu werten. Denn eines müsse der Mörder, spätestens nachdem er den Zustand seines Opfers erreicht hätte, erfahren: Daß seine Tat sinnlos gewesen sei und daß er sie ebensogut hätte unterlassen können. Und daß dies, fügte er hinzu, und war ganz ernst und darum bemüht, seine Augen, die allen Glanz verloren hatten, nur noch auf die Spitzen seiner Schuhe zu richten, daß dies, wiederholte er, solange wir bei Atem sind, nie geschieht, daß wir einander bei guter Gesundheit und in bester Absicht immer nur hassen, demütigen, quälen, töten können, daß es uns nie gelingt, unserem Dasein wenigstens, indem wir einander freundlich begegnen, einen Schein von Berechtigung zu geben … »Dies«, sagte Schulze-Bethmann, »nenne ich den Wahnsinn des Lebens, und Sie werden einsehen, daß ich keine allzu große Lust habe, einen derartigen Zustand, nachdem man mich frühzeitig darum gebracht hat, im Tode nachzuholen.«

Und schließlich spricht Klevenow selbst zu Lewanski:

»Verstehen Sie mich, mein Herr!« rief er. »Wenn Sie vor ihrem Pianoforte sitzen und derart unnachahmlich spielen, wenn Sie mich und andere zu Tränen rühren, wie sollte ich mir keine Hoffnung darüber machen, daß Sie alle Kunst, um die man Sie gebracht hat, wieder hervorzaubern und daß Sie damit das Unrecht, daß man Ihnen angetan hat, ganz und gar unerheblich machen!«

Lewanski also übt in der Zeitlosigkeit des Todes unentwegt, um diese Beethoven-Sonate doch noch zu meistern, und sein Mörder hofft mit ihm, er möge erfolgreich sein, um sich von seiner Schuld rein zu waschen. Und damit nicht genug. Wenn es gelungen sei, solle Lewanski vor einem Publikum toter SS-Schergen ein Konzert geben, um auch jene zu erlösen.

Das alles trägt Lange vor in distinguierter Sprache. Die größten Ungeheuerlichkeiten gehen diesen Toten, scheint es, leicht von den Lippen.

Wie Lewanski sich entscheidet und ob das gewünschte Konzert stattfindet? Das verrate ich nicht. Diese 100 Seiten wunderbarer Literatur sollten die Turmsegler selbst lesen. »Das Konzert« von Hartmut Lange ist als Band 70 der SZ-Bibliothek preiswert neu aufgelegt worden und für die eher Hör- als Lesewilligen auch als Hörbuch erhältlich.

Kurztitel & Kontexte bis 2009-10-18

#lbn (09/09)

(über, live)

Klingelt die Kasse, gibts Meinung als freien Inhalt wohlfeil RT @etkbooks die literatur kopfüber gekühlter heiliger http://bit.ly/JiJxR

Die neue Weltliteratur heißt „Global Literature“ http://bit.ly/Dep7O (via @verlagsreport)

http://www.romanform.ch/http://www.romanform.ch/

Alain Posener im Talk mit Maxim Biller über Jüdischheit : Oh #Quatsch , oh Schutz vor ihm !  http://bit.ly/TMbqY

roman: Etwas, das an ausgewählten Einzelgeschichten letztlich suggeriert, es stelle eine ganze Welt dar. DD http://is.gd/3NnBS

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#Hörspiel | Ursendung | Krimi : Carla Spies – Under Heavy Metal – SWR 2,

wo, im twitter-archiv, sind denn eigentlich die #lbn s der letzten 4 tage hin? der twitter-search-rss-abodienst scheint auch malade …

lücke, www.todsuende.com … auch etwas (kap.1) zum netzigen in „neid“ (internetroman = privatroman)

RT @chervel : Der „Ententeich“, das Blog des Perlentauchers lässt sich jetzt auch getrennt per RSS-Feed abonnieren http://bit.ly/2uObBI

müsste man sowieso auch mal .. eine umfängliche, literaturgeschichtliche retrophantasie zum mediennutzungsverhalten von schriftstellern

RT @szylla RT @esteinhauer: Als bekennender Arno-Schmidt-Leser distanziere ich mich v. Inst. f Textkritik .. http://tinyurl.com/y8e4vhl

Sie brauchen eine Zweitmeinung: http://www.hannasrat.com/

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Erinnerung die im April verstorbene Wiener Dichterin Elfriede Gerstl http://bit.ly/lL4Jf @ poetenladen http://bit.ly/3gvSFA

drs2 aktuell: «Netzliteratur» – mehr als Literatur im Internet … auch als download http://trunc.it/24avo

RT @dumuzo: Einmal im Jahr kann man mutig sein: „Literatur im Netz“ am 23. September auf der ASpB-Tagung in Karlsruhe.

#Hörspiel | Familienserie DDR 1968f | EMPFEHLUNG : Neumann, 2mal klingeln | Jubelfolge 50 – DLR, 22 H #radiokunst | http://bit.ly/8564V

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Innerschweizer Kulturpreis an Verleger und Drucker Martin Wallimann (@swips_ch) http://trunc.it/20wgl

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Applaus? „Ab sofort präsentiert der Rotbuch Vlg. u. www.rotbuch.de s. ersten eigenen Webauftritt.“ http://www.boersenblatt.net/339650/

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O Schreck : Der neue #Lottmann- Roman wäre gern 1 Goetz oder 1 Friebe, bleibt indes öde & langweilig – #öde | http://bit.ly/49K3WB

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Becketts „Try again. Fail again. Fail better“ auf Französisch: „Essayer encore. Rater encore. Rater mieux“ | http://bit.. #FailBlogger

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Franz Schuh : In jedem, ,der willig ist, recht zu haben, steckt ein Traktat. Die meisten sollten ihn dort lassen. | http://bit.ly/FzN00

#textetrouvé BAR: …mt Bargeld, rein, bloss, ausser, frei (von) – BAR: unbar, reich (an), mit (Vernunft, Gefühl) | http://bit.ly/reyGa

#Hörspiel | Literaturbearbeitung | Krimi , postmodern : Gilbert Adair – Blindband – DLR, 21:33 #adiokunst | http://bit.ly/17BJgx

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grossartig witzig & anarachisch : Ursus & Nadeschkins heiss erwartete „Zugabe“ auf CD #audio | http://bit.ly/A1bhR

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#Hörspiel | Rezept Konzept | Empfehlung : Harry Mathews – Ländliche Küche . .. – WDR 3, 15:05 #adiokunst | http://bit.ly/146vRX

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#Hörspiel | Krimi | Bekenntnis : Jacques Mesrine – Der Todestrieb – WDR Eins Live, 23 H : #adiokunst | http://bit.ly/KF2U0

a bisserl arg grell: RT @salisverlag: Hotlist 2009 – die Empfehlungen der Independents http://bit.ly/2vkzAW

#Hörspiel | Familienserie | DDR | Empfehlung : Pension Spreewitz ( 1957 ff ) – DLR, 21:33 #adiokunst | http://bit.ly/2gHMyJ

#Hörspiel Feaature | DDR : P. Gotthardt – Ich schlage vor, den Beifall kurz zu halten – DRS 2, 20 H #adiokunst | http://bit.ly/2rgGz3

Kein Gespenst geht um : Immerhin hat das #Internet-Manifest nette PR gebracht . Merks : Es ist immer PR drin , wo „Lobo“ draufsteht

Kein Gespenst geht um : Massive Kritik am #Internet-Manifest – berechtigt | http://bit.ly/2biLZk

Instruktiv : Johannes Auers kenntnisreich- kritische Kunde vom Opening der #Ars Electronica | http://bit.ly/UBqbz

Friedrich Nietzsche: Digitale Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe http://www.nietzschesource.org/ (via @bourdieu)

#Feature | The Making of Fame | Round Midnight : Steffen Irlinger – Mingering Mike – DLR, 00:05 #adiokunst | http://bit.ly/gpAkx

#Hörspiel | Handicap | Superheld | Comix : Anthony McCarten – Superhero 1/2 – WDR Eins Live, 23 H #adiokunst | http://bit.ly/Zs40i

#Hörspiel | Beziehung | Bisexualität : Andreas Jungwirth – Volksgarten – Ö1, 21:05 #adiokunst | http://bit.ly/aX2LE

#Hörspiel | Miniaturen | Empfehlung : Ilse Aichinger – Vor dem Verschwinden – DLF, 20:10 #adiokunst | http://bit.ly/cAQuD

#Hörspiel | Schlaf | SF : Diane und Meir Gillon – Welt ohne Schlaf ( SDR 1972 ! ) – WDR 5, 20:05 #adiokunst | http://bit.ly/ipMB8

#Hörspiel | Satire | Sozialfiktion | Ursendung : Rainer Schildberger – Alles Käse – SWR 2, 19:20 #adiokunst | http://bit.ly/12Cfhv

Literarische Realsatire – Hanser goes Scheich ( lyrikzeitung ) | http://bit.ly/172QZW

#Hörspiel | Raumfahrt | TV | Empfehlung : Jörg Albrecht – Moon Tele Vision (R: Phonofix) – BR 2, 20:30 #adiokunst | http://bit.ly/ByQdV

RT @etkbooks: „You don’t have permission to access / on this server.“ das http://www.internet-manifest.de/ – We too did have 2 google –

„You don’t have permission to access / on this server.“ das http://www.internet-manifest.de/

#Hörspiel | Instruktion | Disfunktion | Round Midnight : Felix Kubin – Wiederhole 1 – 8 – DLR, 00:05 #adiokunst | http://bit.ly/QYGkL

#AudioArt | Kunstradio : Pamela Z – Temporal Strata – Ö1 , 23:03 #adiokunst | http://bit.ly/xfL2f

#Hörspiel | Literaturbearb.| DDR | Empfehlung : Thomas Brussig – Helden wie wir – NDR Info, 21:05 #adiokunst | http://bit.ly/iheGW

#Hörspiel | Person | Projektion : Martin Crimp – Angriffe auf Anne – DLR, 18:30 #adiokunst | http://bit.ly/4gI4Ad

> Hast Du Dein #wp schon auf 2.8.4. geupdatet ??? Heute massive #hacks auf alle älteren Versionen !!! #wordpress | http://bit.ly/1kZAKC

#Hörspiel | Krimi | Klassiker : Patricia Highsmith – Lösegeld für einen Hund ( 1/2 ) – NDR Info, 21:05 #adiokunst | http://bit.ly/m4wmk

#Hörspiel | Gated Community | Ursendung : Gerhard Meister – Fluchtburg (R: C. P Salmony – DRS 2, 21 H #adiokunst | http://bit.ly/98SO6

#Hörspiel | Horizont, naut. psych.| Empfehlung : Liquid Penguin Ensemble – Bout du monde – DLF, 20:05 #adiokunst | http://bit.ly/11rtQy

1 ostentiver omphalos / 2 orgelnde ohren / 3 ominöse organe / homo sapiens sei dein name #dichtung #autopoiesis

#Radiotip | Magazin : Diagonal , Radio für Zeitgenossen – Portrait Carlo Ginzburg ( u.a. ) – Ö1, 17:05 #adiokunst | http://bit.ly/v28D9

#Hörspiel | Klassiker : Alexandre Dumas – Die Kameliendame ( BR 1963 ! ) – BR 2, 15:15 #adiokunst | http://bit.ly/7wqXc

#Hörspiel | Krimi : Fruttero / Lucentini – Souvenirs, Souvenirs – Ö1, 14 H #adiokunst | http://bit.ly/WWXxp

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#Hörspiel | Kunststoff | Empfehlung : Prima Leben Und Sparen ( R : Andreas Ammer ) – BR 2, 20:30 #adiokunst | http://bit.ly/1uxImS

Aus eigener Reihe : Klaus Sander ( suppsé ) kritisiert in Offenem Brief an die Independents deren „Hotlist“ #dbp | http://bit.ly/20lE8P

RT @inadaequat: R. Schmidts Rave-Roman LIEBESTÄNZE als Video-Lesung | http://bit.ly/1GvDjN

R. Schmidts Rave-Roman LIEBESTÄNZE als Video-Lesung: Nach www.unendlicherspass.de der nächste PR- Coup von KiWi | http://bit.ly/1GvDjN

#AudioArt | Ursendung | Round Midnight | Raumkomposition : A. Curran – Living Room Music – DLR, 00:05 #adiokunst | http://bit.ly/1LrbS7

#Hörspiel | Ursendung | Krimi | Generationen : Benjamin Quabeck -12 Stunden Hassel – WDR 1 Live, 23 H #adiokunst | http://bit.ly/8pMZm

Lester Powell – Die Dame im Nebel – SR 2, 18 H #adiokunst | http://bit.ly/106Njy RT @inadaequat – liebe ich 🙂

#Hörspiel | Retro | Krimi | Empfehlung – Lester Powell – Die Dame im Nebel – SR 2, 18 H #adiokunst | http://bit.ly/106Njy

paraflows 09 – Festival für Digitale Kunst und Kulturen / URBAN HACKING / Wien, 10.- 20. 9. #diskurs #netzkunst | http://bit.ly/2Cuvo

LITERATUREN quo vadis ? – Löffler vergrault, Redaktoren to go, Hefte 2monatlich : 1 Hirnriss namens RELAUNCH | http://bit.ly/19fjGA

schon das wort: kultiversum. bei derlei verschiebe an kulti sanostol denken … #wörter

#Hörspiel | DDR- Familienserie 2 | Empfehlung : Neumann, zweimal klingeln ( 1968 – 1981 ) – DLR, 22 H #radiokunst | http://bit.ly/yXvsW

#Hörspiel | DDR- Familienserie 1 | Empfehlung : Pension Spreewitz ( 1957 ) – DLR, 21:33 #radiokunst | http://bit.ly/yXvsW

Über GoogleBooks klagem , aber selber nicht tun : Europeana:harzt – EU gibt sich „not amused“ #Europeana | http://bit.ly/44W6SL

Feines Fundstück Sprache: RT @inadaequat Jenny Erpenbecks berechtigtes Plädoyer für die Brache […] #urbanismus | http://bit.ly/zRC4G

Jenny Erpenbecks berechtigtes Plädoyer für die Brache ( ! Wollen Volxabstimmung ! ) #urbanismus | http://bit.ly/zRC4G

38 SekundenArno Schmidt im O- Ton @ Radio Bremen zu vernehmen > Lauschet „Zur FRRReiheit des Autors“ | http://bit.ly/2ZQBVy

Fine Cartoon 4 Early Adopters : „The early bird ate too many worms and died“ #visual | http://bit.ly/muNTP

„Trotz Relaunch keine Anzeigenzuwächse : Entlassungen bei »Literaturen«“ http://www.boersenblatt.net/337262/

RT @Turmsegler: Online-Symposium Book Blogging http://bit.ly/3w6XfO

Feature | Round Midnight | Empfehlung F. P. Steckel – Rein statistisch – M: Fred Frith – DLR, 00:05 #radiokunst | http://bit.ly/gnW64

#Hörspiel | Shoah | Bearb. Literatur: Tadeusz Borowski – Bei uns in Auschwitz – Ö1, 21:01 #radiokunst | http://bit.ly/1aqjUr

#Hörspiel | Komödie – Michael Köhlmeier & Peter Klein – March Movie – DLF, 20:10 #radiokunst | http://bit.ly/bqpQn

#Hörspiel | Shoah | Ursendung : Aharon Appelfeld – Badenheim – WDR5, 20:15 #radiokunst | http://bit.ly/nYPCj

#Hörspiel | Parodie | Tourist Guide – Sandra Kellein – Exkursion Nummer 8 – SWR 2, 19:20 #radiokunst | http://bit.ly/oHlVm

KiWis „100 Tage“ im Vergleich mit „NULL“ ’99 http://bit.ly/42NO2i : Hinkend , siehe den FAZ- Littell- Lesezirkel | http://bit.ly/Y586L

Veranstaltungshinweis: Andere (digitale) Welten

Quelle

Freitag, 23. Oktober, 20.00 Uhr:
Andere (digitale) Welten.
Literaturhaus am Inn. Innsbruck.

Literaturblogs und Blogs über Literatur mit Alban Nikolai Herbst, Andreas Louis Seyerlein, Hartmut Abendschein, Christiane Zintzen.

Die charakteristischen Eigenschaften von Weblogs werden von den technischen Möglichkeiten bestimmt, die das WWW anbietet: multimediale Präsentationsformen, Publikation in Echtzeit, Kommunikation, Datenverwaltung und -archivierung. Ein Weblog kann deshalb weder zwischen zwei Buchdeckel gepresst noch vorgelesen werden ohne sein Gesicht zu verlieren. Die Idee, eine Bloglesung zu veranstalten, hat durchaus etwas Anachronistisches, eröffnet aber auch einen reizvollen Spielraum für neue Präsentationsformen. litblogs.net wurde 2004 als erstes Portal und Meta-Weblog für deutschsprachige Literatur- bzw. AutorInnenblogs gegründet. Zu den mittlerweile 17 PartnerInnen zählen der bekannte Autor Alban Nikolai Herbst und Andreas Louis Seyerlein. Die selbst als Blogautoren tätigen Herausgeber, Christiane Zintzen und Hartmut Abendschein, werden litblogs.net vorstellen und gemeinsam mit A. N. Herbst und A. L. Seyerlein aus den Blogs lesen, über ihre Ideen, Erfahrungen und Konzepte sprechen und die Blogs via Bildprojektion präsentieren. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit litblogs.net konzipiert und ist Teil der im Rahmen des Projekts DILIMAG veranstalteten Tagung „Digitale Literaturvermittlung: Praxis, Forschung und Archivierung“ (23. – 24. Oktober, Translationswissenschaft SR 2). AutorInnen: Alban Nikolai Herbst (Berlin): Die Dschungel. Anderswelt, Andreas Louis Seyerlein (Frankfurt, München): particles, Hartmut Abendschein (Bern): taberna kritika – kleine formen, Christiane Zintzen (Wien): in|ad|ae|qu|at

Links: DILIMAG-Projekt, Universität Innsbruck / „Digitale Literaturvermittlung: Praxis – Forschung – Archivierung“, Programme / Abstracts (PDF)